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Autor Thema: Jupitermond Europa  (Gelesen 47524 mal)

Offline Majo2096

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #50 am: 07. März 2013, 14:48:56 »
Jetzt kommt ja erstmal Juno aber die Sonde kann hier warscheinlich nicht alzu viel ausrichten. 2025 soll JUICE Starten und kommt  dann 2030 an hier sind die Eis-Monde das Ziel.
Eine Mission die dann ganz gezielt auf einem der Unter Verdacht stehenden Monde nach Leben sucht müsste dann als nächster Logischer Schritt danach kommen.

Offline Pham

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #51 am: 07. März 2013, 16:10:00 »
Jetzt kommt ja erstmal Juno aber die Sonde kann hier warscheinlich nicht alzu viel ausrichten. 2025 soll JUICE Starten und kommt  dann 2030 an hier sind die Eis-Monde das Ziel.
Eine Mission die dann ganz gezielt auf einem der Unter Verdacht stehenden Monde nach Leben sucht müsste dann als nächster Logischer Schritt danach kommen.
Huiuiui, selbst unter der Voraussetzung, dass dabei keine nennenswerten verzögerungen auftreten, wird solch ein Europa-Lander wohl dann erst gegen 2040 Realität, wenn nicht bereits vorher so eindeutige Hinweise gefunden werden, die solch eine Mission in der Priorisierung anheben.

Dann bin ich 75! Könnte klappen ...
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

websquid

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #52 am: 26. März 2013, 21:21:58 »
Mit dem NIRCSPEC-Instrument des Keck-II-Teleskops wurde die Menge an Wasserstoffperoxid auf Europa bestimmt. Grundsätzlich ist die Verteilung zweigeteilt - während auf der "führenden" Hemisphäre von Europa 0,13% Wasserstoffperoxid gefunden wurden (relativ zur Menge an Wasser), lässt sich auf der "nachlaufenden" Hemisphäre kaum Wasserstoffperoxid nachweisen. Dies korreliert mit der Oberflächenzusammensetzung - auf der führenden Hemisphäre gibt es deutlich mehr Eis an der Oberfläche, dass die Quelle für die Bildung von H2O2 durch kosmische Strahlung ist.

http://de.arxiv.org/pdf/1303.5895

Offline Gertrud

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #53 am: 29. April 2013, 17:47:43 »
Hallo Zusammen,

Wo sind die besten Fenster zu dem Inneren von dem Jupitermond Europa ?
Die Oberfläche von Europa unterscheidet sich sehr in der Zusammensetzung voneinander. Die Wissenschaftler bezeichnen die, in der Umlaufbahn vorne liegenden Hemisphäre als die "führende Hemisphäre".Die "nachlaufende Hemisphäre" befindet sich hinten.In dem Bereich der "führende Hemisphäre" sind die Oberflächenablagerungen am ehesten in der ursprünglichen chemischen Verbindung aus dem Inneren von Europa vorhanden. Der  Forscher Dalton und sein Team bei JPL und an der Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory, Laurel, Maryland schlägt diese Oberfläche von Europa für alle zukünftigen Studien, ob aus dem Orbit oder durch eine Landung, in diesem Gebiet vor.
Die Wissenschaftler haben neue Analysen aus den Daten von den Beobachtungen im nahen Infrarot-Spektrometer (NIMS) Instrument auf Raumsonde Galileo, die Jupiter  in der Zeit von 1995-2003 umkreiste, gemacht.  Die Forscher untersuchten die Daten der fünf weit verbreiteten Bereiche auf der Europa-Oberfläche.
Die Spektren des reflektierten Lichts aus gefrorenem Material auf der Oberfläche ermöglichte es ihnen, zwischen relativ unberührten Wasser und Sulfat Hydrate zu unterscheiden. Darunter befand sich auch Magnesium und Natrium-Sulfat-Hydrate und hydratisierte Schwefelsäure. Sie verglichen die Verteilung der Stoffe an Modellen,an denen durch der Zustrom von den energiereichen Elektronen durch das starke magnetische Feld von Jupiter vorhanden waren. In der "nachlaufende Hemisphäre" enthält die Oberfläche von Europa Schwefel und Sauerstoff-Ionen von Vulkanausbrüchen auf Juptermond Io. Die Konzentration der gefrorenen Schwefelsäure auf der Oberfläche variiert sehr stark. Sie reicht von nicht nachweisbaren Niveau nahe dem Zentrum der "führenden" Hemisphäre bis um mehr als die Hälfte auf dem Oberflächen-Material in der Nähe der Mitte der "nachlaufenden", hinteren Hemisphäre von Europa.Das dunkleste Material der "nachlaufenden Hemisphäre" ist wahrscheinlich das Ergebnis von externer chemischer Verarbeitung.Es hat wenig mit dem ursprünglichen, intakten ozeanischen Material gemeinsam. Das Verständnis der chemischen Bestandteile von dem Ozean im Untergrund von Europa könnte den Wissenschaftlern bei der Bestimmung helfen, ob das Meer in der Vergangenheit oder auch jetzt Leben unterstützen könnte.

Die Grafik zeigt eine Basiskarte von Europa nach den Daten der Raumsonde Galileo.Die Bereiche von A bis E sind die Bereiche der fünf Sätze der Beobachtung mit dem nahen Infrarot-Spektrometer (NIMS). Die dunkleren, blauen Abschnitte enthalten mehr Sulfat Hydrate. Die helleren, pinkfarbenen Abschnitte  zeigen mehr Wassereis an. Die abgebildeten Muster stehen für den Fluss von Elektronen und Ionen abgeleitet durch das Magnetfeld von Jupiter. Der Farbcode  rechts wird in Einheiten von Mega-Elektronenvolt pro Quadratzentimeter pro Sekunde beschriftet.
 
 
Credit: NASA / JPL-Caltech / Univ. von Ariz. / JHUAPL / Univ. von Colorado
 http://www.nasa.gov/topics/solarsystem/features/pia16921.html

http://www.nasa.gov/topics/solarsystem/features/europa20130412.html

Das Wasser des Jupitermondes Europa
im Portal von Ralph-Mirko Richter
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/25092012124650.shtml

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Strangelet

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #54 am: 17. Juli 2013, 10:38:50 »
Wissenschaftler von der University College London haben einen sogenannten „Hard-Lander“ für eine eventuelle Europa-Mission entwickelt. Der sogenannte „Penetrator“ wiegt um die 20 kg und wurde für den Test auf eine Geschwindigkeit von 1200km/h (340m/s) beschleunigt um anschließend in einen tonnenschweren Eisblock aufzuschlagen. Die Tests liefen erfolgreich: Die Hülle des „Penetrator“ und dessen Inhalt überstanden den Aufprall ohne Beschädigungen. Seismometer und anderes wissenschaftliches Equipment soll später ihr Platz innerhalb des „Penetrators“ finden.
Man sieht vor später mal einen ganzen Schwarm solcher Penetratoren auf Europa  einschlagen zu lassen und somit mehr Informationen über die Beschaffenheit und Aufbau des Eismondes Europa zu erhalten und eventuell sogar Leben nachweisen zu können. Man geht zwar davon aus, dass auch ein solcher Hard-Lander nicht die komplette Eiskruste von Europa durchbrechen kann, doch es besteht die Chance unterirdische Seen (siehe vorherige Beiträge) untersuchen zu können. 
Die Entwicklung des „Penetrators“ dauert schon 10 Jahre an und war ursprünglich für einen Aufschlag im Rahmen einer britischen Mondmission „Moonlite“ genannt auf unseren eigenen Mond erdacht worden.
Die ESA hat sich nun auch in die Entwicklung mit eingeschaltet und zeigt Interesse an dem „Hard-Lander“ der Briten. Das ESA-Projekt JUICE wird wohl kein Platz mehr für einen solchen Penetrator aufbringen können und so hoffen die Wissenschaftler (und ich selbstverständlich auch  ;)), dass sich in den nächsten Jahren eine Möglichkeit bietet ihre Sonde auf den Jupitermond Europa zu schicken.




Links:
http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-23281423

Penetrator passes Europa test on earth

Offline redmoon

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #55 am: 07. Dezember 2013, 13:28:29 »
Hallo,

eine neue Studie führt zu dem Schluss, dass der unter der Oberfläche von Europa befindliche Ozean und dabei speziell der Transport von Wärmeenergie für die Bildung der Rissstrukturen auf der Oberfläche verantwortlich ist. Mehr dazu auf unserer Portalseite : 
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/07122013132239.shtml 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
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Offline Woodnock

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #56 am: 07. Dezember 2013, 14:46:47 »
neuer Link für das Video

British 'penetrator' space probe passes crucial ice test

Und wie so etwas aussieht, kann man in einem Video vom Juli diesen Jahres sehen:

British space penetrator passes icy test

Offline Gertrud

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #57 am: 12. Dezember 2013, 21:37:07 »
Hallo Zusammen,
Hubble entdeckt Federn mit  Wasserdampf am Südpol vom Jupitermond Europa
Die Europa-Federn wurden bei Beobachtungen mit dem  Weltraumteleskop Hubble im Dezember 2012 entdeckt. Der Space Telescope Imaging Spectrograph (STIS) konnte im schwachen UV-Licht eine Aurora am Südpol von Europa nachweisen. Das starke Magnetfeld von Jupiter erzeugt so eine hohe Strahlung, die mit den Molekülen auf der Oberfläche von Europa reagieren und  sie die Wassemoleküle  in der Wolke aufteilen. Dadurch werden die Sauerstoff- und  Wasserstoffionen in den Farben der Wolke sichtbar. Die Wissenschaftler hatten erst nach der letzten Hubble -Wartungsmission des Space Shuttle die damals reparierte Kamera zur Verfügung. Um diese schwache Emmision zu erkennen, mußten die Forscher die Grenzen und Empfindlichkeiten der Instrumente ausnutzen. Da die Europa-Federn sehr dünn sind, ist die Beobachtung im sichtbaren Licht sehr schwer.
Die Wolke aus Wasserdampf erstreckt sich 200 km über die Oberfläche. Nach der Menge an Wasserstoff schätzen die Wissenschaftler, dass der Geysir etwa sieben Tonnen Wasser jede Sekunde ausstößt. Der Ausstoß könnte eine Länge von 700 Meter pro Sekunde haben. Die Forscher weisen darauf hin, das sie nicht wissen, ob diese Federn mit flüssigen Wasser unter der Oberfläche verbunden sind. Dazu bedarf es weitere Forschungen. Die Beobachtungen gestalten sich etwas schwierig, da diese Federn nur bei dem weit entferntesten Punkt der Umlaufbahn von Europa um Jupiter austreten. Es wird von den Wissenschaftlern vermutet, das sich die langen Risse bei der größeren Entfernung von Jupiter öffnen und dass so eine Art von Gezeiteneffekt zu sehen ist, falls es einen Zusammenhang mit dem Ozean unter der Eisoberfläche auf Europa gibt. Bisher wurde nur Wasserdampf in der Wolke festgestellt, ganz anders als die Federn von Saturnmond Enceladus, diese enthalten auch Eis und Staubpartikel.

Die künstlerische Einzeichnung zeigt die Lage der Federn von Wasserdampf über dem Südpol von Jupitormond Europa in Beobachtungen des Hubble Space Teleskop im Dezember 2012 erkannt wurde.
 
Graphic Credit: NASA, ESA, und L. Roth (Southwest Research Institute und der Universität zu Köln, Deutschland)
Quellen:
http://www.spacetelescope.org/news/heic1322/
http://www.nasa.gov/content/goddard/hubble-europa-water-vapor/
http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?release=2013-363

http://hubblesite.org/pubinfo/pdf/2013/55/pdf.pdf

http://www.spacetelescope.org/static/archives/releases/science_papers/heic1322a.pdf

Dieses Video zeigt den Vorbeiflug der Raumsonde JUICE (Jupiter Icy Mond Explorer) der ESA, die evtl. 2031 an dem Jupitermond Europa passieren könnte. Vielleicht werden jetzt noch einige Instrumente zur Erforschung der Umgebung von dem Mond Europa verändert oder hinzugefügt. Ob der Geysir von Europa auch einen Ring speichert, wie es beim Saturnmond Enceladus der Fall ist, ist noch nicht entdeckt worden.


Flyby of Jupiter's moon Europa by the JUICE spacecraft in 2031

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Offline redmoon

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #58 am: 13. Dezember 2013, 18:19:21 »
Hallo Gertrud,

das Gesamtkonzept der Mission JUICE, also die Flugbahn innerhalb des Jupitersystems und auch die Instrumentierung dieser Raumsonde, ist eigentlich bereits festgelegt und wird wohl sehr wahrscheinlich nicht mehr verändert. Auf dem diesjährigen EPSC-Kongress wurden nicht nur die einzelnen Instrumente im Detail vorgestellt, sondern auch die exakte vorgesehene Flugbahn, die Anzahl der Mond-Vorbeiflüge und die dabei vorgesehenen wissenschaftlichen Beobachtungen beschrieben...

Während der Mission sind soweit ich mich jetzt erinnere ( leider "nur" ) zwei dichte Vorbeiflüge an Europa vorgesehen. Die dichteste Annäherung an die Oberfläche von Europa soll wohl bei etwa 400 Kilometern liegen. Bei diesen beiden Flybys, so die Planungen, soll die Oberfläche von Europa zu etwa 50 Prozent von der JANUS-Kamera, der optischen Kamera der Raumsonde, erfasst und "in Farbe" abgebildet werden. Die besten Aufnahmen sollen dabei Auflösungen zwischen fünf und 50 Meter pro Pixel erreichen. Ebenfalls eingesetzt werden soll das MAJIS-Spektrometer der Raumsonde, welches bei den beiden Flybys etwa 30 Prozent der Oberfläche wiedergeben wird. Dieses Spektrometer deckt 1.280 Spektralbänder zwischen 0,4 bis 5,7 Mikrometer ab und verfügt über ein Sichtfeld von 3,4 Grad...

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Nicht ewig bleibt die Menschheit auf der Erde - Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski

Offline Kreuzberga

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #59 am: 13. Dezember 2013, 19:42:53 »
Hallo Mirko und Gertrud,

klar, man hat die Mission schon komplett durchgeplant. Aber es sind ja noch gute 8 bis 9 Jahre bis zum Start. Bis dahin wird man wohl hoffentlich noch etwas Geld auftreiben können, um die Mission den neuen Erkenntnissen anzupassen. Zumindest sollte Europas Polregion gesondert unter die Lupe genommen werden. Hubbles Entdeckung rechtfertigt aus meiner Sicht ein Redesign. Insbesondere wenn man es ohnehin erst 2031 schafft, vor Ort vorbeizuschauen.  ::)

Außer JUICE ist zur Zeit Richtung Europa nicht viel geplant. Juno ist zwar unterwegs, kann den Monden aber auf Grund der Solarzellen nicht nahe kommen. Wirklich schade ist, dass es mit Laplace/EJSM nicht geklappt hat. 2002 wurde schon der Europa Orbiter und 2005 dann JIMO gecancelt. Die Erforschung Europas ist leider ein Trauerspiel.  :(

Ich frage mich, warum Galileo damals die Fontänen nicht entdeckt hat.

Offline Gerry

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #60 am: 14. Dezember 2013, 00:31:32 »
Hubble entdeckt Federn mit  Wasserdampf am Südpol vom Jupitermond Europa

Hallo Getrud,

danke für den interessanten Bericht :)

Ich habe bisher allerdings noch nie den Begriff "Federn" in Zusammenhang mit Geysiren auf anderen Himmelskörpern gehört. Könntest du mich mal aufklären was das zu bedeuten hat? ;)

Gruß, Gerry

Raumcon-Realist

Offline HausD

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #61 am: 14. Dezember 2013, 06:42:20 »
...Ich habe bisher allerdings noch nie den Begriff "Federn" in Zusammenhang mit Geysiren auf anderen Himmelskörpern gehört. ...? ;)
Die Meteorologen kennen "Federwolken", Cirruswolken - eigentlich "zerzauste, aufgefederte Wolken.
Also, es hat ein Meteorologe so benannt   ;D

Gruß, HausD

Offline Kreuzberga

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #62 am: 14. Dezember 2013, 09:40:15 »
Der englische Begriff ist "plume", was auch Feder heißen kann. Passender wäre hier vielleicht "Schwaden", also Wasserdampfschwaden.

Offline HausD

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #63 am: 14. Dezember 2013, 10:16:49 »
Der englische Begriff ist "plume", was auch Feder heißen kann. ...
so schreiben es auch die Franzosen, nur, dass es sich etwas anders anhört - und ist in unserem Wort "Flaum" noch deutlich enthalten.
Federleicht, HausD

Offline Gerry

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #64 am: 14. Dezember 2013, 13:52:41 »
Danke für eure Antworten, "plume" liefert bei verschiedenen Translatoren zig Begriffe, die in diesem Zusammenhang wohl passenden wären "Rauchwolke", "Dunstfahne", Abgasfahne", "Dampfwolke" auströmend aus Schornsteinen, Vulkanen oder Geysiren z.B. ;)
Raumcon-Realist

Offline Gertrud

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #65 am: 27. Februar 2014, 16:15:32 »
Hallo Zusammen,

Die Quelle für die mögliche Region aktive Wasserdampfschwaden auf Europa

Diese Reprojektion der offiziellen USGS Europa Basiskarte mit den geschätzten Quellenbereich der aktiven Wasserdampfschwaden, die mit Hubble möglicherweise erkannt wurden,ist bei -65 ° Breitengrad, Längengrad 183° zentriert. Zusätzlich zu dem Quellbereich zeigt die Karte auf der Halbkugel auch die Ablagerungen, die durch die Wasserdampffahnen entstanden sein könnten. Die Karte wurde nach den Aufnahmen von Galileo und Voyager-Missionen zusammen gesetzt. Der schwarze Bereich in der Nähe des Südpols ist das Ergebnis von Lücken in der bildgebenden Berichterstattung.

Bild-Kredit:NASA / JPL-Caltech / SETI-Institut

Die ultravioleten Bilder vom Weltraumteleskop Hubble zeigen faszinierende Emissionen.
Credit: NASA / L. Roth   

http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18030

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Offline Gertrud

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #66 am: 27. Februar 2014, 16:18:48 »
Hallo Zusammen,
 
Der 3-D-Cilix Krater auf Europa
Mit  fortschrittlichen Bildverarbeitungstechniken wurde im Jahre 2013 diese 3D-Stereo Ansicht des Cilix Krater auf Europa mit den Bilder der Raumsonde Galileo erstellt. Dieses Bild, das ein 3-D-Digital Elevation Model (DM) mit Originalbildern kombiniert, zeigt wie sich der Kraterrand 300 Meter steil über den flachen Krater erhebt. Die zentrale Spitze des Cilix Krater hat eine unterbrochene Höhe von 200 Meter. Junge , gut erhaltene Krater wie Cilix sind selten auf der Oberfläche von Europa. Es wird angenommen, das laufende geologische Aktivitäten die meisten Oberflächenmerkmale über Millionen von Jahren stören. Der Krater hat einen Durchmesser von etwa 18 km.

Credit: NASA / JPL-Caltech / Cynthia Phillips

http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA17851

Mit den besten Grüßen
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Offline froggy

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #67 am: 16. Mai 2014, 12:39:17 »
Hallo miteinander!

Ich habe eine Frage zum Jupitermond Europa:
Weiss irgend jemand, ob jemals Kohlenstoff auf Europa nachgewiesen wurde?

Beste Grüsse
Froggy

Offline redmoon

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #68 am: 16. Mai 2014, 20:04:33 »
Hallo Froggy,

definitiv nachgewiesen wurde Kohlenstoff auf Europa bisher wohl nicht, aber...

Aufgrund von Computersimulationen kamen die beiden US-amerikanischen Astrobiologen Dr. Elisabetta Pierazzo vom Planetary Science Institute und Dr. Christopher Chyba vom SETI-Institut bereits im Jahr 2002 zu dem Schluss, dass auf dem Jupitermond Europa genügend Kohlenstoff - und außerdem auch andere "Grundbausteine des Lebens" wie Stickstoff, Schwefel und Phosphor - vorhanden sein müssten, um dort prinzipiell die Entstehung von Leben zu ermöglichen.

Hierzu wurde von den beiden untersucht, wie viel Materie im Laufe der Zeit insgesamt durch Kometeneinschläge auf die Oberfläche von Europa verfrachtet wurde. Die Wissenschaftler kamen dabei auf eine Summe von mindestens einer bis hin zu zehn Milliarden Tonnen Kohlenstoff - genug um rund ein Prozent der Biomasse der irdischen Ozeane zu erzeugen.

Quelle :  http://archive.seti.org/about-us/media-information/pr-052102.php  ( engl. )

Der entsprechende Fachartikel ist leider nicht frei zugänglich... : 
Icarus, Mai 2002, Abstract :  http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0019103501968125  ( engl. )

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Nicht ewig bleibt die Menschheit auf der Erde - Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski

Offline froggy

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #69 am: 17. Mai 2014, 06:26:05 »
Hallo Mirko

Danke für Deine Antwort! Man vermutet also, dass Kometen eigentlich eine Menge Kohlenstoff und auch andere Stoffe auf den Jupitermond Europa gebracht haben müssten. Interessant! Obwohl ich mir grosse Hoffnungen über Lebensformen auf Europa mache, versuche ich, doch  immer ein bisschen auf der skeptischen Seite zu bleiben. Jubeln werde ich erst, wenn der Kohlenstoff auch wirklich nachgewiesen wird. Ist halt schwierig, weil die Kohlenstoffmenge verglichen mit der Masse des Mondes doch eher gering sein wird. Weil Europa weit entfernt ist und daher nicht einfach zu untersuchen. Weil sich der Kohlenstoff unter 15 Km Eis befindet.... u.s.w.
 
Ich habe bei meinen Recherchen über Europa im Internet eine weitere interessante Theorie entdeckt.
Diese Theorie besagt, dass die rosa Färbung Europas eventuell durch gefrorene Bakterien an der Oberfläche entstehen könnte:

http://www.wissenschaft.de/erde-weltall/astronomie/-/journal_content/56/12054/1182060/Verleihen-Lebewesen-dem-Jupitermond-Europa-einen-r%C3%B6tlichen-Schimmer%3F/

Diese Theorie ist allerdings schon mehr als 10 Jahre alt.
Was haltet Ihr davon?
Ist sie überhaupt noch aktuell?

Danke und Gruss
Froggy

Offline redmoon

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #70 am: 17. Mai 2014, 14:44:23 »
Hallo Froggy,

inwieweit die Theorie "Rosa Färbung durch Bakterien" noch aktuell ist, weiß ich leider nicht.

In dem von Dir verlinkten Artikel von Bild der Wissenschaft steht jedoch, dass extremophile Mikroben in einer Wasserschicht, welche sich unmittelbar unter der Oberfläche von Europa befinden müsste, eventuell überleben könnten.

Und Hinweise auf solche - allerdings sowohl räumlich als auch zeitlich nur begrenzt auftretende - "Wassertaschen" innerhalb des 15 bis 20 Kilometer dicken Eispanzers von Europa haben sich erst in den letzten Jahren verhärtet und wurden im Herbst 2012 auf einem Fachkongress vorgestellt...

http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/25092012124650.shtml 
http://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2012/EPSC2012-507.pdf  ( engl. )

Sollten in diesen Wassertaschen tatsächlich Organismen existieren, so könnten diese durch den ebenfalls erst kürzlich entdeckten und im Dezember 2013 publizierten Kryovulkanismus an die Oberfläche von Europa gelangen...

http://www.portal.uni-koeln.de/nachricht+M567f78721d1.html 
http://hubblesite.org/newscenter/archive/releases/2013/55/full/  ( engl. )
http://www.sciencemag.org/content/343/6167/171.abstract  ( Abstract des Fachartikels, engl. ) 

Bereits früher - im Jahr 2002 - gab es Hinweise darauf, dass sich das Eis und das Wasser auf Europa wie eine planetarische Lavalampe verhalten, wobei Material aus dem unterirdischen Ozean bis an die Oberfläche transportiert wird...

http://www.jpl.nasa.gov/releases/2002/release_2002_200.cfm  ( engl. )

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
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Offline froggy

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #71 am: 17. Mai 2014, 16:14:52 »
Hallo Mirko

Danke für die interessanten Fakten. Die temporären Seen unter dem Eis, das klingt vielversprechend.
Man kennt ja einen ähnlichen "Referenz-See" auf der Erde, den Wostok-See, tief unter dem antarktischen Eis:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wostoksee

Man hielt dort Leben auch für unmöglich, aber in Wirklichkeit scheint dieser See einen erstaunlichen Artenreichtum zu beherbergen.

Wie ein verkleinertes System von Jupiter mit seinen Monden scheint mir der Saturn mit seinem Mond Enceladus.
Als wäre Enceladus ein verkleinertes Äquivalent zu Europa.
Und vielversprechend ist der Saturnmond Enceladus, denn er speit ständig Wassereis mit organischen Substanzen ins All.

http://www.dlr.de/rd/desktopdefault.aspx/tabid-7864/13381_read-33583/

Grüsse von Froggy

Offline Terminus

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #72 am: 17. Mai 2014, 16:33:51 »
Danke für die interessanten Fakten. Die temporären Seen unter dem Eis, das klingt vielversprechend.
Man kennt ja einen ähnlichen "Referenz-See" auf der Erde, den Wostok-See, tief unter dem antarktischen Eis:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wostoksee

Man hielt dort Leben auch für unmöglich, aber in Wirklichkeit scheint dieser See einen erstaunlichen Artenreichtum zu beherbergen.

Ich weiß ja nicht, was für Zeitspannen auf Europa unter "temporär" zu verstehen sind. Je kürzer, desto skeptischer macht mich das, dass unter solchen Umständen Leben entstehen kann, das auf flüssiges Wasser angewiesen ist.

Offline redmoon

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #73 am: 17. Mai 2014, 17:21:35 »
Hallo Terminus,

Zitat aus dem vorher von mir verlinkten Portal-Bericht http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/25092012124650.shtml

"... Ein den gesamten Mond umspannender Ozean aus Wasser dürfte sich relativ weit unterhalb der Oberfläche - ab etwa 25 bis 50 Kilometer Tiefe - befinden. Ebenfalls könnte es Bereiche mit flüssigen Wasser in deutlich geringeren Tiefen bis zu etwa fünf Kilometern Tiefe geben. Diese Wassertaschen könnten sich dort jedoch lediglich über einen Zeitraum von einigen Zehntausend Jahren halten, bevor das Schmelzwasser sich einen Weg durch den Eispßanzer sucht und in die Tiefe absinkt."

"Einige Zehntausend Jahre" sind wohl eindeutig zu kurz, als dass sich in diesem Zeitraum an diesen Stellen Leben bilden konnte. Andererseits, und das ist wohl entscheidend, besteht die eventuelle Möglichkeit, dass sich diese Organismen zumindestens theoretisch in dem tiefer gelegenen unterirdischen Ozean gebildet haben könnten und anschließend die weiter oben gelegenen Zonen der "Wassertaschen" errreicht haben könnten.

Die allgemein für die Entstehung von Leben vorausgesetzten Grundbedingungen - Wasser, Wärme und "Grundbausteine des Lebens" - sind auf Europa jedenfalls nach dem bisherigen Erkenntnisstand gegeben. Ob daraus wirklich extraterrestisches Leben entstehen konnte...  :-\

Wir müssen "nur" die Zeit, die Energie und das Geld aufbringen, um diesen Mond im Rahmen einer Raumfahrtmission dementsprechend zu untersuchen...

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Offline Terminus

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #74 am: 17. Mai 2014, 17:51:34 »
Andererseits, und das ist wohl entscheidend, besteht die eventuelle Möglichkeit, dass sich diese Organismen zumindestens theoretisch in dem tiefer gelegenen unterirdischen Ozean gebildet haben könnten und anschließend die weiter oben gelegenen Zonen der "Wassertaschen" errreicht haben könnten.

Okay... dann natürlich... :)

Zitat
Die allgemein für die Entstehung von Leben vorausgesetzten Grundbedingungen - Wasser, Wärme und "Grundbausteine des Lebens" - sind auf Europa jedenfalls nach dem bisherigen Erkenntnisstand gegeben. Ob daraus wirklich extraterrestisches Leben entstehen konnte...  :-\

Wir müssen "nur" die Zeit, die Energie und das Geld aufbringen, um diesen Mond im Rahmen einer Raumfahrtmission dementsprechend zu untersuchen...

Da sehe ich ja ganz schwarz. Den Mond besuchen... auf ihm landen... kann ich mir so gerade noch als machbar vorstellen. Aber sich durch kilometerweise Eis zu schmelzen, in diesem Ozean forschend herumzunavigieren und auch noch die ganze Zeit mit der Erde zu kommunizieren?? Das klingt nach einer monströs teuren Vorbereitung und Ausrüstung einer solchen Mission, für die in absehbarer Zeit wohl niemand das Geld übrig haben wird. (Es sei denn, die Weltraumnationen lenken mal eben für 20-30 Jahre ihren Wehretat in den Raumfahrtetat um, dann wären lauter wundervolle Missionen denkbar.  ::) )

Terminus

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