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  • Atlas5-401 AV078, InSight, VAFB SLC3E, 13:05MESZ: 05. Mai 2018

Autor Thema: InSight auf Atlas V 401  (Gelesen 95845 mal)

Offline STS-125

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InSight auf Atlas V 401
« am: 08. Januar 2012, 21:26:16 »
Hallo,

eine der nächsten Missionen zum Mars wird womöglich InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport) heißen. Dieser Marslander, der auf dem Design von Phoenix basiert, soll das Innere des roten Planeten untersuchen. Er wurde neben zwei weiteren Sonden für die nächste Mission des Discovery-Programms vorgeschlagen. Sollte er den Zuschlag bekommen, würde der Start im März 2016 erfolgen. Im September desselben Jahres würde dann die Landung auf dem Mars erfolgen. Die geplante Missionsdauer liegt bei einem Marsjahr, so dass die Mission im September 2018 beendet wäre.

An Instrumenten soll folgendes mitgeführt werden:

  • SEIS - Ein Seismometer, mit dem Marsbeben und andere Aktivitäten im Marsinneren erforscht werden sollen
  • HP³ - Mit einem Bohrer soll fünf Meter tief gebohrt werden, um zu untersuchen, wie viel Wärme der Mars abgibt
  • RISE - Hierbei soll der Dopplereffekt bei der Kommunikation zwischen Lander und Erde untersucht werden, um die Schwingungen des Mars zu bestimmen.

Der Lander soll dabei so aussehen:

Größere Version: Klick

Mehr zur Mission gibt es unter http://insight.jpl.nasa.gov/

Gruß, Simon

Edit: Threadtitel angepasst.  Pirx
« Letzte Änderung: 27. April 2018, 22:10:31 von James »

Offline -eumel-

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Re: InSight
« Antwort #1 am: 09. Januar 2012, 02:31:33 »
Hmm, ein Lander mit Bohrer?
Und was ist, wenn der auf einer massiven Platte aus hartem Grundgestein landet?
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 28. September 2018 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline HausD

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Re: InSight
« Antwort #2 am: 09. Januar 2012, 07:39:54 »
Hmm, ein Lander mit Bohrer?
Und was ist, wenn der auf einer massiven Platte aus hartem Grundgestein landet?
Kann das nicht ein Schlag-Bohrer sein?  ...fragt sich HausD

Offline Gucky

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Re: InSight
« Antwort #3 am: 09. Januar 2012, 08:59:44 »
Hmm, ein Lander mit Bohrer?
Und was ist, wenn der auf einer massiven Platte aus hartem Grundgestein landet?
Kann das nicht ein Schlag-Bohrer sein?  ...fragt sich HausD

...und neue Bohrer gibt's im Baumarkt um die Ecke.  :)

Spaß beiseite. Ich glaube, das dieses Problem bei der Ausschreibung/Fertigung des Landers berücksichtigt wird/wurde.
Gruß Gucky.
Wissen ist Macht. Nichts wissen macht nix, wenn man weiß, wo man suchen muß.

Offline runner02

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Re: InSight
« Antwort #4 am: 09. Januar 2012, 09:00:50 »
Cooles Design...

Zitat
Sollte er den Zuschlag bekommen, würde der Start im März 2016 erfolgen.

Hoffen wir's mal!!

Wäre echt klasse, wenn wir endlich etwas über das Innere aus erster Hand erfahren würden!!



Landet der am Äquator? Dann könnte die Mission auch länger als ein Jahr dauern....



P.S. Man wird vermutlich härtere (-> schwerere) Bohrer mitnehmen, als nötig... Damit man sicher durch alles durchkommt.
(über Musk) “He wants to make people a multi-planet species, and he’s not going to quit. He’ll change the model, or he’ll spend more of his own money—he’ll do something. He’s not in it to build the rockets; that’s a means to an end. It’s a religion for him.”

Offline Gucky

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Re: InSight
« Antwort #5 am: 09. Januar 2012, 09:17:09 »
Cooles Design...

Zitat
Sollte er den Zuschlag bekommen, würde der Start im März 2016 erfolgen.

Hoffen wir's mal!!

Wäre echt klasse, wenn wir endlich etwas über das Innere aus erster Hand erfahren würden!!



Landet der am Äquator? Dann könnte die Mission auch länger als ein Jahr dauern....



P.S. Man wird vermutlich härtere (-> schwerere) Bohrer mitnehmen, als nötig... Damit man sicher durch alles durchkommt.

Design hin oder her, es ist "nur" ein Lander, der einmal geladet, seine Position nicht mehr verändern kann.
Von daher wird wohl die geplante Missionsdauer von einem Marsjahr nicht wesendlich länger sein, als angegeben, weil man meiner Meinung nach in diesem Zeitraum alle relevanten Messungen und Experimente durchgeführt hatt. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
Wissen ist Macht. Nichts wissen macht nix, wenn man weiß, wo man suchen muß.

Führerschein

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Re: InSight
« Antwort #6 am: 09. Januar 2012, 12:10:43 »
Na, mindestens als Wetterstation kann man ihn ja weiter betreiben, wenn er noch funktioniert. Das ist nicht so aufwändig und teuer wie der Betrieb von Opportunity.


Offline Kreuzberga

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Re: InSight
« Antwort #7 am: 09. Januar 2012, 12:15:15 »
Eigentlich müsste man gleich ein Dutzend von solchen Landern auf der Marsoberfläche verteilen und die Dinger über viele Jahre betreiben. Damit hätte man Netz von Messstationen und könnte sicherlich wesentlich mehr lernen als bei einer zeitlich und räumlich punktuellen Messung.

Offline tobi

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Re: InSight
« Antwort #8 am: 09. Januar 2012, 12:20:56 »
Er wurde neben zwei weiteren Sonden für die nächste Mission des Discovery-Programms vorgeschlagen. Sollte er den Zuschlag bekommen, würde der Start im März 2016 erfolgen.

Die beiden anderen Missionen sind übrigens TiME (Titan Mare Explorer) und ein Kometenhüpfer (CHopper). Ich halte TiME für weit spannender als eine weitere Marsmission. TiME soll auf einem See auf Titan landen. 8)

Hier was zum informieren:
http://www.spacepolicyonline.com/pages/images/stories/PSDS%20Sat1%20Stofan-TIME.pdf
Ein Loch in der Sojus, 6 Menschen in Gefahr: große öffentliche Aufregung.

Eine Rakete fliegt über Kourou, Tausende Leben in Gefahr. Schweigen bei ESA/CNES.

Offline spacer

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Re: InSight
« Antwort #9 am: 09. Januar 2012, 13:22:51 »
Ich halte sehr viel von dieser Geophysikmission zum Mars. Genaue geophysikalische Kenntnisse haben wir (vor allem durch seismische Messungen) eigentlich nur von der Erde (und in gewissen Rahmen vom Mond)*. Wir sollten unsere Kenntnisse auf andere Planeten ausweiten,  um letztlich unsere Modelle zu verallgemeinern.
Technologisch könnte der Bohrer vielleicht ein erster Schritt hin zu einem Kernbohrer zur Probenentnahme sein.


*Naja, im Bereich Magnetfeld ist ja im Moment schon einiges am laufen (Juno, Messenger). Aber seismische- und Wärmeflussmessungen auf einem anderen Planeten sind in diesem Umfang etwas neues, oder?
Gruß, spacer
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Offline klausd

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Re: InSight
« Antwort #10 am: 09. Januar 2012, 13:26:49 »

Also ein Methansee zu untersuchen hat schon was. Wissenschaftlich genauso wie auch die Bilder die da zu erwarten sind.

Gruß, Klaus

Offline spacer

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Re: InSight
« Antwort #11 am: 09. Januar 2012, 13:30:51 »

Also ein Methansee zu untersuchen hat schon was. Wissenschaftlich genauso wie auch die Bilder die da zu erwarten sind.
Ja klar. Die Konkurrenz ist auch nicht schlecht...
Gruß, spacer
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Offline Gertrud

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Re: InSight
« Antwort #12 am: 09. Januar 2012, 13:40:50 »
Hallo Zusammen,

da bin ich mal so frei und sage:
...ich will alles und das sofort... ;)

ich finde alles sehr interessant
und würde dafür alle notwendigen $$$ für gerechtfertigt ansehen. :)
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline redmoon

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Re: InSight
« Antwort #13 am: 09. Januar 2012, 20:39:09 »
Hallo,

Zitat von Simon :  "Mehr zur Mission gibt es unter http://insight.jpl.nasa.gov/

Oder - auf Deutsch - auch auf unserer Portalseite :  http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/05102011003459.shtml ( Bericht vom 5. Oktober 2011 )

Für die Entwicklung des Bohres - oder besser Schlagmechanismus - sind die Leute vom DLR-Institut in Bremen verantwortlich. Sie greifen dabei auf Erfahrungen zurück, welche bei der Entwicklung von Beagle-2 gewonnen wurden.

@ runner02 : Äquatorregion zwischen 1 Grad Nord und 14 Grad Süd. Ein Jahr ist das bei dem Missions-Konzept angestrebte Minimalziel. Alles darüber hinaus hängt neben der wissenschaftlichen Effizienz von den Solarpaneelen und der daraus resultierenden Energiesituation ab.

@Kreuzberga :  Ein solches Netzwerk soll nach den gegenwärtigen Planungen ( Wünschen ? ? ? ) ab 2020 aufgebaut werden...

@ Gertrud :  VOLLE Zutimmung!!!

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Nicht ewig bleibt die Menschheit auf der Erde - Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski

Offline runner02

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Re: InSight
« Antwort #14 am: 09. Januar 2012, 21:36:18 »
Zitat
Also ein Methansee zu untersuchen hat schon was. Wissenschaftlich genauso wie auch die Bilder die da zu erwarten sind.

 Allein die Bilder wären unglaublich...

Ein See (grün?, blau? ) mit Blick auf eine fremde, orangene Atmosphäre.... Evt. sogar mit Sonnenuntergang?
Hoffentlich läuft man nicht auf eine Sandbank auf?!
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Offline redmoon

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Re: InSight
« Antwort #15 am: 02. Februar 2012, 00:56:07 »
Hallo,

InSight ist mittlerweile auch auf Twitter aktiv : 
https://twitter.com/NASAInsight 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
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Offline runner02

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Re: InSight
« Antwort #16 am: 21. August 2012, 15:50:03 »
Hm... Einerseits macht es sicher Sinn, jetzt am Mars dranzubleiben!!

Ergänzende Forschungen etc.



Aber geht denen nicht die Kommunikationsbandbreite mal aus?? Sprich, behindern sich Curi und Insight nicht gegenseitig?? Oder kommt ein neuer Orbiter?
(Am besten Mars-Stationärer Orbit mit Ionentriebwerkregelung, für laaange Lebensdauer)


Der Titanlander wäre mit RTG gekommen, oder? Der hätte dann vlt eine längere Lebensdauer, etc. Aber ist die Produktion nicht eingestellt worden, sprich woher den RTG nehmen, wenn nicht stehlen?? ;)



Die Bilder von einem Boot auf einem Methansee wäre aber sicher auch publikumswirksam!!
Wie würde sowas in Farbe aussehen? Orangenes "Wasser", mit oranger Atmosphäre? 
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Offline STS-125

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Re: InSight
« Antwort #17 am: 21. August 2012, 16:11:15 »
Aber geht denen nicht die Kommunikationsbandbreite mal aus?? Sprich, behindern sich Curi und Insight nicht gegenseitig?? Oder kommt ein neuer Orbiter?
(Am besten Mars-Stationärer Orbit mit Ionentriebwerkregelung, für laaange Lebensdauer)

Nächstes Jahr im November soll MAVEN starten, der Orbiter wird auch als Kommunikationsrelais dienen. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass MODY 2016 noch aktiv ist und auch für MRO (gestartet 2005) wird nicht ewig halten. Könnte also durchaus eng werden.

Gruß, Simon

ilbus

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Re: InSight
« Antwort #18 am: 21. August 2012, 16:22:36 »
Das Bedauern über die Titan-Mission beiseite, möchte ich doch für die Mars-Mission sprechen.

Immerwieder habe ich es nicht nur selbst erlebt, sondern auch mitbekommen, auch hier im Forum, dass man die Nachfolge-Missionen, Anschlußforschungen, Veryfikations-(ein Unwort?)- Missionen für das vollständigere Bild dringend braucht. Das Eisen lässt sich nun mal heiß besser schmieden. Die bestehenden Kompentenzen werden nicht nur fit gehalten, sondern bekommen eine Chance ein Nachfolge auszubilden. Die können auch das Feld wechseln. Wer kann es mit Sicherheit behaupten, dass die Spezialisten der Mars-Erforschung keine Ableger für die Andere Missionen bereiten?

Grüße.

« Letzte Änderung: 21. August 2012, 18:30:44 von Ilbus »

Offline KlausLange

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Re: InSight
« Antwort #19 am: 21. August 2012, 16:51:05 »
Sehe ich auch so. Erstmal am Mars dran bleiben. Dort  - weil relativ nahe - können uns schnell epochale Entdeckungen erwarten. Natürlich benötigt Titan auch Aufmerksamkeit. Aber ich denke alle spüren, dass wir eventuelles Leben am ehesten auf dem Mars finden können. Wir müssen ergänzend erfahren, wie es im Inneren des Mars aussieht, um die Evolution des Mars zu entschlüsseln und daraus ein Gesamtbild zu erhalten.
Life is but a dream...

Offline GlassMoon

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Re: InSight
« Antwort #20 am: 21. August 2012, 17:11:52 »
Was soll man davon halten?
Ein einziger Bohrer, der gerade mal fünf Meter tief punktuell bohrt soll Erkenntnisse über das Marsinnere und dessen Wärmeabgabe bringen?
(Bild-Zeitung: "USA bohren nach Öl auf dem Mars" - ok, der musste sein :P )
Halte ich schon für richtigen Schwachsinn.
Würde man auf die Erde eine Sonde landen, und sie kommt in Island an, würde sie große Wärmeabgabe beobachten können, bohrt man hingegen beispielsweise in Zentralrussland findet man völlig andere Ergebnisse vor.
Noch dazu sind 5 Meter einfach keine wirkliche Tiefe. ??? Dort spielt das "Wetter" viel zu sehr mit.
Allein in Deutschland gibt es Regionen, wo der Frost keine 10cm in den Boden eindringen kann, dann gibts welche, wo es fast einen Meter weit geht.
Weltweit gesehen kann man ja mal den tropischen Urwald mit Permafrostboden vergleichen.
Mal schaun, welcher Geologe da sinnvolle Ergebnisse bringen kann. Der Witz dabei: man gibt dem Geologen eine einzige 5m-tiefe Bohrung auf irgendeinem Punkt der Erdoberfläche.
Zurück zum Mars: Was, wenn man ein unterirdisches Trockeneisdepot (CO2) anbohrt? Das hält dann brav durch Sublimation eine Temperatur, die ganze Zeit.

Die Sache mit dem Dopplereffekt: Kann man das nicht machen, wenn Opportunity mal im Winter für paar Wochen nicht fahren kann? Oder gehorchen die Antennen von Opportunity nicht der Physik und tritt dort kein Dopplereffekt auf?

Seismometer?
Schon sehr wichtig, aber offensichtlich hat man das bei vergangenen Missionen stark vernachlässigt, und jetzt muss dafür eine ganze Mission verschwendet werden?

Selbst als eigentlicher Anhänger der Marsforschung muss ich zu dieser Mission sagen: Schön, warum noch nach dem Sinn und Nutzen fragen, Hauptsache Mars?

Ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen, aber das wird nicht leicht. ;D
42/13,37 ≈ Pi

Offline runner02

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Re: InSight
« Antwort #21 am: 21. August 2012, 18:24:40 »
Beide Missionen würden doch auch nicht die Welt kosten. Obama, wo bist du?  :-\
(über Musk) “He wants to make people a multi-planet species, and he’s not going to quit. He’ll change the model, or he’ll spend more of his own money—he’ll do something. He’s not in it to build the rockets; that’s a means to an end. It’s a religion for him.”

Offline bfler

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Re: InSight
« Antwort #22 am: 21. August 2012, 18:35:27 »
Seh ich auch so. Was ich nicht verstehen kann das diese mission sich gegen eine Titan und eine Kometensonde durchgesetzt hat !

Beider würden länger dauern aber doch mehr neues bringen oder ?

mfg thomas

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Re: InSight
« Antwort #23 am: 21. August 2012, 18:54:18 »
Jetzt muss doch noch was dazu sagen.

Sehe ich auch so. Erstmal am Mars dran bleiben. Dort  - weil relativ nahe - können uns schnell epochale Entdeckungen erwarten.
Hmmm, welche epochalen Entdeckungen? Gut, es ist die Eigenart von Entdeckungen dass man sie nicht vorher kennt. Aber ich glaube die Chancen neue epochale Entdeckungen zu machen sind bei Europa, Ganymed, Titan, Enceladus, Triton und den Monden des Uranus um vieles höher als am Mars, wo man überspitzt gesagt mittlerweile fast jeden Kiesel kennt.
Zitat
Aber ich denke alle spüren, dass wir eventuelles Leben am ehesten auf dem Mars finden können.
Ganz im Gegenteil!
Die intensive Marsforschung der letzten Jahrzehnte hat doch gezeigt dass der Planet mausetot ist. Die NASA wird natürlich bis zum Sanktnimmerleinstag über Leben auf dem Mars fabulieren um damit ihre Missionen zu rechtfertigen. Ich sehe diesen taktischen Trick auch durchaus positiv (denn ich will ja soviele Raumsonden sehen wie nur irgendmöglich, auch zum Mars). Wenn das ganze aber auf Kosten des im Vergleich zum Mars um vieles interessanteren und vor allem unbekannteren Äußeren Sonnensystems geht hört der Spass auf. Die Hoffnung primitives Leben zu finden hat sich doch vollständig auf die Eismonde der jovianischen Planeten verlagert.

Dort draussen gibt es Monde von denen wir noch nicht einmal 50% ihrer Oberfläche kartiert haben. Und die anderen 50% waren eine Momentaufnahme von Voyager 2. Was werden sich dort erst für Geheimnisse verbergen? Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht dass der kleine Saturnmond Enceladus ein interessanteres Ziel darstellt als es je eine Marsmission sein könnte? Und Titan gehört natürlich genauso dazu. Auch wenn ich denke dass dort sicher kein Leben existiert. Aber die Geologie und Chemie die sich dort abspielt ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht von dieser Welt. Und das wird geopfert nur um die x-te Mission zu einem terrestrischen Planeten zu starten, mit dessen Charakteristika wir im Vergleich zum Titan aufs Beste vertraut sind (einfach weil wir vieles davon schon seit langem hier auf der Erde kennen und erforschen)?

Nur zur Klarstellung: Es gibt noch vieles und interessantes über den Mars zu lernen und ich freue mich über jede Sonde die zu ihm fliegt. Und dass der Mars einfacher und billiger zu erreichen ist als die Äußeren Planeten ist mir bewusst. Aber im Angesicht eines sinkenden Planetary Science-Budgets der NASA wäre der Mars (neben Venus und Merkur) das wirklich letzte Ziel welches ich ansteuern würde.
Nun denn, mit etwas Glück sind es ja nur noch 18 Jahre bis die einzige derzeit geplante Sonde ins Äußere Sonnensystem bei ihrem Ziel eintrifft.

Offline trallala

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Re: InSight
« Antwort #24 am: 21. August 2012, 19:58:15 »
Es ist ein bischen wie mit dem SpaceShuttle und den Kapseln ... Ein Boot auf dem Titan ist definitiv cooler, aber InShigt hat (vermutlich) das bessere Kosten-Nutzen-Verhältniss. Ich bin sehr gespannt auf die Kostenentwicklung und wie viel man von Phönix übernehmen kann. Scheinbar wird ja die komplette Grobstruktur und Landetechnik identisch übernommen und "nur" die Nutzlast geändert. Ein zuverlässiger billiger Experimentelander für den Mars ist doch auch was feines.

Ich finde es auch konsequent weiter am Mars zu forschen, wenn man (die NASA) wirklich langfristig an dem Ziel der Präsenz des Menschen auf dem Mars arbeiten will. Die Temperatur und Wärmemenge aus dem Planeteninneren zu kennen finde ich sehr wichtig für die Planung einer Marsbasis. Eingraben ist nunmal ein sehr guter Strahlungsschutz und wenn man nicht weiß, was für eine Temperatur einen dort erwartet kann man sowas eigentlich nicht planen. Das gleiche gilt für Lavakanäle und Höhlen, die ja auch zur Unterbringung von Wohnmöglichkeiten ohne viel buddeln interessant sind.

Aus richtig guten Seismometerdaten kann man heutzutage auch sehr viel erfahren. Ich denke da nur an die Apollo-Seismometherdaten, die man nach 30 Jahren nochmal an einen guten Computer verfüttert hat und damit den Aufbau des Mondes recht gut ermitteln konnte. Dazu noch die Wärmemenge und Wärmeleitfähigkeit des Gesteins und schon kann man wieder sehr viel für unser Planetenentstehungsverständniss lernen. Der Mars hat ja viel weniger geologische Vielfalt als die Erde, der Unterschied wo man Landet dürfte also nicht so groß sein wie auf der Erde. Außerdem kann man den geologischen Kontext ja auch vom Orbit aus sehr gut einordnen und entscheiden können ob man nun am Äquator oder an den Polen oder auf einem Lavafeld oder in einer Senke mit Ablagerungen landet.

Discovery-Missionen sollen ja billig und effektiv sein, daher eine solide unspektakuläre und billige Forschungsmission statt eines schicken und ganz sicher viel teureren Titanbootes. Dabei hätten wir sicherlich auch viel gelernt, aber die Frage ist halt: Was will man? Neugierig herumschauen oder ein Ziel?