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  • Atlas5-401 AV078, InSight, VAFB SLC3E, 13:05MESZ: 05. Mai 2018
  • InSight - Landung - ca. 21:00 MEZ: 26. November 2018

Autor Thema: InSight auf Atlas V 401  (Gelesen 358311 mal)

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1075 am: 23. Juni 2019, 19:28:40 »
Das Anheben hat begonnen. Aus der Sicht der Landerkamera kann man bereits den schief im Boden steckenden Maulwurf erkennen.

Sieht für mich auf dem neuesten (halben) Bild arg schief aus!  :o
https://mars.nasa.gov/raw_images/11539/?site=insight


Credit: NASA/JPL-Caltech
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Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1076 am: 23. Juni 2019, 19:43:42 »
Ja, ich weiß auch nicht, ob es so geplant war. Möglicherweise hat sich der Mole einen ziemlich großen Hohlraum geschaffen, so dass er sich noch schräger gelegt hat, als der Schornstein angehoben wurde. Jedenfalls schaut er jetzt anscheinend keine 10 cm aus dem Boden, wie vorher angenommen. Als nächstes wird geschaut, ob das Kabel unbeschädigt ist.

Offline Terminus

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1077 am: 23. Juni 2019, 19:58:09 »
Die Schräglage passt aber auch zu der Hypothese, dass der "Mole" auf einen Stein getroffen ist - denn genau das soll ja dann passieren :-\ . Naja, man muss wohl wirklich das Abheben der Servicestruktur und v.a. das nächste diagnostische Hämmern abwarten, diesmal wenigstens unter Beobachtung...

Online vv

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1078 am: 24. Juni 2019, 16:43:47 »
Auf diesem Bild sieht man (besser bei Vergrößerung) dass eine dunkle Linie gerade hoch von dem Maulwurfes geht. Vielleicht ist es das Loch, das bei Abschrägung des Maulwurfes entstanden ist. So beifinden sich der Maulwurf ganz frei in seinem Loch. Wenn es so ist die Frage, ob der Druck auf Boden den Sand in das Loch abschütteln lässt.
https://mars.nasa.gov/raw_images/11624/?site=insight

Offline Captain-S

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1079 am: 24. Juni 2019, 18:22:31 »
Lassen sie jetzt die Halterung am Arm hängen?
Daneben absetzen geht ja nicht wegen dem Kabel.

Dann können sie jetzt nur noch hämmern, oder Bruce Willis raufschicken.

Offline MpunktApunkt

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1080 am: 24. Juni 2019, 18:30:50 »
Soll HP3 jetzt mit schwebender Halterung alleine weiter hämmern?
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1081 am: 24. Juni 2019, 18:49:28 »
Soll HP3 jetzt mit schwebender Halterung alleine weiter hämmern?

Die Halterung wird ca. 10 cm zum Lander hin verschoben und abgesetzt. So war es zumindest im letzten Blog von Tilman Spohn zu lesen.
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Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1082 am: 24. Juni 2019, 19:35:06 »
Das Loch sieht ziemlich groß aus, kein Wunder, dass der Maulwurf nicht genug Reibung an der Außenwand aufbauen konnte. Hoffentlich reicht später der Druck auf den Boden aus, um das zu korrigieren.

Bildausschnitt, 2x vergrößert. Originalbild: https://mars.nasa.gov/raw_images/11632/?site=insight

Credit: NASA/JPL-Caltech
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Offline Sensei

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1083 am: 24. Juni 2019, 20:10:53 »
Lagen die Annahmen zur Bodenzusammensetzung so stark daneben?
Schon seltsam..
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Offline Terminus

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1084 am: 24. Juni 2019, 21:26:35 »
Das Loch sieht ziemlich groß aus, kein Wunder, dass der Maulwurf nicht genug Reibung an der Außenwand aufbauen konnte.

Ja, schon erstaunlich. Spekulation zum nächsten Schritt: Sie werden das Gehäuse daneben stellen und eine Reihe Fotos vom Grund des Loches aufnehmen, wenn die Sonne möglichst günstig darüber steht bzw. darüber hinweg wandert.

Zitat
Hoffentlich reicht später der Druck auf den Boden aus, um das zu korrigieren.

Hm.

Offline Hugo

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1085 am: 24. Juni 2019, 21:57:53 »
Ich glaube, daß das Bohrloch so groß ist, damit hat keiner gerechnet.

Es gab ja 3 Ideen:
Idee 1: Kabel hat sich verhakt
Idee 2: Stein im Weg
Idee 3: Sand zu weich

Auf dem Foto finde ich hat sich die Ramme nicht mit angehoben, das Haltegestell jedoch schon. Somit wäre mein Laien-Fazit: Idee 1 ist es nicht.

Bleibt die Frage, ob es jetzt Idee 2 oder Idee 3 ist. Meine Laien-Meinung sagt mir: Wenn es feiner Pulversand wäre, wo sich die Ramme nicht festrütteln kann, dann würde das Loch zufallen und nicht so offen bleiben. Mich schleicht somit das schlechte Gefühlt, daß ein Stein im Weg ist. Man hat also das unwahrscheinliche vom unwahrscheinlichsten erwischt.

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1086 am: 24. Juni 2019, 22:34:58 »
Es gibt überhaupt keine Informationen über die Bodenkennwerte (z. B. Druck- oder Scherfestigkeit) auf dem Mars, abgesehen von Beobachtungen der Fahrspuren der Marsrover. Die Abschätzung der Oberflächen-Eigenschaften in dem InSight-Landegebiet ist also definitiv nur "geraten", da man noch nicht mal über eine Statistik der verschiedenen Bodentypen verfügt.

So wie das Loch aussieht, ist direkt unter der Oberfläche eine Schicht aus Regolith, der durch Salzeinlagerungen verkrustet ist ("Duricrust"). Man sieht am Loch nur eine scharfe Kante, aber keinen Trichter, der durch nachrutschendes lockeres Material entstehen würde.

Ich vermute mal, dass man die Support Structure evtl. noch ein paar Zentimeter nach links schwenken wird, um mit der Armkamera einen direkten Blick auf den Mole zu bekommen und dann versuchsweise einige Hammerschläge zu machen. Da die Sonde jetzt nicht mehr im Transportcontainer steckt, kann man schauen, ob sie nun in der Lage ist, das Hindernis zu umgehen. Falls es keinen Fortschritt gibt, wird man die SS absetzen um den Hohlraum mit dem Scoop zuzudrücken. Das ist zwar riskant, weil dann das Messkabel nicht frei nach unten rausgezogen werden kann, sondern möglicherweise unter der SS eingeklemmt wird, aber im Notfall kann man das Gerät ja auch wieder anheben.

Im Prinzip kann man die ganze Aktion auch am Greifer hängend durchführen bis die Endtiefe erreicht ist, allerdings ist der Arm dann für mehrere Monate stillgelegt.

Ja, die Befürchtung, dass sich das Messkabel verhakt haben könnte ist definitiv vom Tisch. Es sieht weiterhin so aus, dass es einen Stein gibt, dem der Maulwurf nicht ausweichen konnte, solange er noch mit dem oberen Ende im "Schornstein" gesteckt hat, aber jetzt haben wir einen "free mole", und damit gibt es eine gute Chance, dass es doch nach unten geht.

Offline Sensei

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1087 am: 24. Juni 2019, 22:35:54 »
Seh ich anders:

Zum einen kann es schlicht 4 sein: Sand nicht zu fein sondern einfach anders zusammen gesetzt/andere mechanischen Eigenschaften aus erwartet

Außerdem kann es selbst bei 3. Schichtstrukturen geben (oben hat, unten weich)
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Offline Andras1768

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1088 am: 24. Juni 2019, 23:27:43 »
Frage, ich weiß nicht wie kräftig der Rückstoß beim hämmern ist, aber besteht evtl. nicht die Gefahr, dass der Bohrer aus dem Loch rausspringt? Oder sich so schräg legt, dass er gar nicht mehr vorwärts kommt?

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1089 am: 24. Juni 2019, 23:52:43 »
Die Bohrerspitze hat nur einen Hub von wenigen mm, daher bewegt sich der Körper des Maulwurfs kaum und die Sonde hüpft anscheinend sowieso nur in ihrer selbstgeschaffenen Höhle auf und ab. Das ist auch ein Grund, warum es nicht vorwärts ging, die Sonde braucht eine gewisse Reibungskraft, um den Rückstoß abzufangen, T. Spohn beziffert das auf ca 5 N. Aber vielleicht haben wir ja auch Glück und der Maulwurf kann sich an dem vermutlichen Hindernis vorbeiarbeiten, ohne dass man den Boden neben der Bohrung mit dem Scoop verdichten muss.



Offline Andras1768

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1090 am: 25. Juni 2019, 00:16:08 »
Ok, ich habe mir die Frage gestellt, weil die Anziehungskraft auf dem Mars geringer ist und der Bohrer während des hämmerns es geschafft hat, die Konstruktion zu verschieben. Dieser
"Gegendruck", oder besser , die Sicherung durch den Aufbau ist ja jetzt durch das Anheben nicht mehr gegeben.

Offline MpunktApunkt

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1091 am: 25. Juni 2019, 19:18:23 »
Hallo,

wenn man die Bilder der Instrument Context Camera (ICC) von Sol 203 und 204 vergleicht, erkennt man, dass HP3 wieder zurück geschwenkt wurde. Vielleicht möchte man durch über dem Loch hin und her schwenken etwas lockern oder so.

Sol 203:


Sol 204:


Gruß

Mario
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Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1092 am: 26. Juni 2019, 10:15:19 »
Ich vermute eher, dass sich um einen Beleuchtungseffekt handelt, jedenfalls sehe ich keine Bewegung am Arm links oben in der Bildecke. Und ich halte das Rütteln am Messkabel für ziemlich riskant.
Aber wir werden es sehen, wenn aktuelle Bilder der Armkamera vorliegen.

Online vv

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1093 am: 26. Juni 2019, 11:03:35 »
Interessante Präsentationen über Mars Rover Missionen und InSight Mission

https://www.youtube.com/watch?v=V4BXrw3cDLc

Offline MpunktApunkt

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1094 am: 28. Juni 2019, 11:00:46 »
Mittlerweile sind zwei von drei Schritten zum Abheben der Haltestruktur von HP3 abgeschlossen. Am Samstag soll sie dann endgültig abgehoben werden.

Infos gibt es im InSight Missions Blog des DLR.
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Offline Captain-S

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1095 am: 28. Juni 2019, 12:26:30 »
Vielleicht ist dieses ganze System auch zu schwach bzw. zu leicht ausgelegt.

Was hätte man da für Möglichkeiten bei den nächsten Missionen, evtl. doch bohren
mit einem zusammensetzbaren Gestänge wenn man auf Tiefe kommen will?


Offline Sensei

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1096 am: 28. Juni 2019, 15:07:08 »
Man WOLLTE hier ja ausdrücklich nicht Bohren. Sondern Sensoren zur Messung eines Thermalflux in den Boden bekommen.

Bohren kann man auf ganz unterschiedliche Arten und weisen.
Das russische Marsprogramm sieht z.b. einen Rover mit größeren Bohrer vor..
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Online vv

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1097 am: 28. Juni 2019, 16:24:32 »
Das russische Marsprogramm sieht z.b. einen Rover mit größeren Bohrer vor..
Gibt es solche?

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1098 am: 28. Juni 2019, 17:04:43 »
Tilman Spohn im neuesten Blog vom 28.06.:

Man sei zunächst von den Ausmaßen des vom Maulwurf geschaffenen "Kraters" etwas schockiert gewesen. Dieser Krater muss nun erst mit Sand aufgefüllt werden, bevor wie geplant mit dem Arm auf den Regolith gedrückt werden kann. Morgen soll zunächst die Haltestruktur vollständig angehoben werden. Es bleibt auf jeden Fall spannend!  https://www.dlr.de/blogs/alle-blogs/Das-Logbuch-zu-InSight.aspx
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Online vv

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1099 am: 28. Juni 2019, 19:14:51 »
Ich habe vor ein paar Tagen geschrieben, dass es ein Problem mit dem Loch bei dem Maulwurf gibt. Ob einfacher Druck mit Schaufel auf die Oberfläche das Problem lösen kann? Oder muss man schaufeln? Ich erinnere mich die hiesige Experte haben behauptet dass zu graben unmöglich ist. Aber auf welche Weise man das Loch mit Sand auffüllen kann?