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14. Oktober 2019, 18:19:15
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  • Atlas5-401 AV078, InSight, VAFB SLC3E, 13:05MESZ: 05. Mai 2018
  • InSight - Landung - ca. 21:00 MEZ: 26. November 2018

Autor Thema: InSight auf Atlas V 401  (Gelesen 258536 mal)

Offline vv

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1000 am: 24. April 2019, 23:06:52 »
Ob ein Meteoritenaufprall in der Nähe diese Vibrationen auslösen können hätte?

Offline Sensei

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1001 am: 25. April 2019, 01:15:06 »
Nein.
Den bisherigen Messungen nach kam es aus dem Planeteninneren

Offline vv

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1002 am: 25. April 2019, 08:17:09 »
Nein.
Den bisherigen Messungen nach kam es aus dem Planeteninneren
Aus der Information habe ich entnommen, dass diese Erschütterungen auf dem Mars zum erstenmal registriert wurden. Und "aus dem Planeteninneren" ist es nur eine Hypothese.
Es were interessant die Aufzeichnungen beim Hämmern des Maulwurfes mit anderen zu vergleichen.

Offline aasgeir

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1003 am: 25. April 2019, 09:32:20 »
@vv:
       Die gezeigte Messung war die zweite (von insgesamt bisher vier):
"Insgesamt vier Erschütterungen hat SEIS seit seiner Inbetriebnahme im Februar dieses Jahres aufgezeichnet: am 14. März (am 105. Tag der Mission, auch genannt Sol 105), am 6. April (Sol 128), am 10. April (Sol 132) und am 11. April (Sol 133)."
"Während die Ursache des ersten Signals und der letzten beiden noch unklar ist, spricht viel dafür, dass das Ereignis vom 6. April seinen Ursprung im Innern des Planeten hat."
Also nicht nur Hypothese (sonst könnte man das ja auch von den anderen 3 Ereignissen behaupten), sondern basierend auf Indizien.

Zitate aus: https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/24042019172006.shtml

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1004 am: 25. April 2019, 16:16:10 »
Man kann zumindest sagen, dass das seismische Signal nicht von einem "nahen" Einschlag stammt, also aus einer Entfernung von maximal einigen hundert Kilometern. Bei einem Meteoriteneinschlag entsteht zunächst eine Druckwelle, die in Ausbreitungsrichtung schwingt und sich schneller ausbreitet (daher der Name  Primärwelle  bzw. p-Welle) als die nachfolgenden Wellen.

Wenn diese Kompressionswelle auf eine Schichtgrenze trifft (das kann auch ein Vulkanschlot oder ein tiefer Meteoritenkrater sein) wird ein Teil der Energie in Scherwellen umgewandelt, die quer zur Ausbreitungsrichtungen schwingen. Diese Sekundär- oder s-Wellen sind langsamer und sobald sie auf eine Schichtgrenze treffen ändern sie erneut ihre Schwingungsebene und die Frequenz.

Bei einem Erdbeben entstehen bereits von Anfang sehr viel mehr Scherwellen

Aus dem fehlenden p-Wellensignal und aus dem sehr chaotischen s-Signal kann man erkennen, dass die Wellen einen langen Weg hinter sich haben und wahrscheinlich von einem Erdbeben stammen. Einen weit entfernten Einschlag, evtl. auf der anderen Seite des Planeten kann man aber auch nicht ausschließen, daher auch die etwas vorsichtige Formulierung "es spricht viel dafür ...".

Im Unterschied zu diesen seismischen Wellen ist das Signal, das durch HP3 erzeugt wird viel hochfrequenter und diese Signale werden viel stärker gedämpft, insbesondere in dem losen Regolith, wodurch man es klar unterscheiden kann.

 Bei den "Windgeräuschen" ist die Unterscheidung gegenüber einem seismischen Signal nicht so einfach, aber wir sind ja erst am Anfang der Beobachtungen und man wird hoffentlich noch viel Erfahrung in der Nachbearbeitung und zum Einsatz von Filtern und Verstärkern gewinnen.


Offline Sensei

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1005 am: 25. April 2019, 21:18:50 »
Da hatte ich mich unklar ausgedrückt:
Es bleibt dabei dass diese Wellen sicher nicht von einem nahen Einschlag herrühren.
Aber 'aus dem Marsinneren' zielte für mich auf die Perspektive von InSight ab und schließt einen Einschlag 'auf der anderen Marsseite' noch nicht aus.

.. eine zweite Sensorstation wäre da praktisch ;)

Offline aasgeir

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1006 am: 25. April 2019, 21:31:53 »
.. eine zweite Sensorstation wäre da praktisch ;)
Die Idee zu so einer Mission war schon mal ziemlich weit (ESA/CNES):  NetLander, 2007
1 Orbiter und 4 Landestationen, verteilt auf der Marsoberfläche

https://en.wikipedia.org/wiki/NetLander

Einige der NetLander-Ideen wurden für Beagle-2 verwendet ...

Online Gertrud

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1007 am: 01. Mai 2019, 20:10:45 »
Hallo Zusammen,

Wolken beim Sonnenuntergang auf dem Mars.

InSight nutzte die Instrument Context Camera (ICC) unter dem Deck des Landers, um diese Wolken bei Sonnenuntergang abzubilden. Diese Bilderserie wurde am 25. April 2019, den Sol 145 aufgenommen und begann um ca. 6:30 Uhr Mars Ortszeit.
Dazu gehören die RAW- Versionen des Bildes und die farbkorrigierte Version. Es ist einfacher, einige Details in der Raw-version zu sehen, aber letztere zeigt das Bild wie das menschliche Auge es sehen würde.
https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up067826.gif
https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23180

Sonnenuntergang auf dem Mars
Mit der Instrument Deployment Camera (IDC) am Ende des Roboterarms nahm InSinght diesen Sonnenuntergang an Sol 145, am 25. 04. 2019, auf. Dies erfolgte gegen 18:30 Uhr Marsortszeit.

Die farbkorrigierte Version.
https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up067827.jpg
Quelle:
https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23202

Beste Grüße
Gertrud
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Online Hugo

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1008 am: 01. Mai 2019, 23:07:06 »
Wer eine "Dolby" Software auf seinem Computer hat und das Video angehört hat, sollte es nochmal anhören und die Software vorher verändern.
- Einstellung "Sprache": Das Video ist fast Stumm.
- Einstellung "Musik": Wind und Erdbeben unterscheiden sich deutlich
- Einstellung "Film": Wind und Erdbeben sind fast gleich

Offline Makemake

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1009 am: 01. Mai 2019, 23:42:37 »
Wolken beim Sonnenuntergang auf dem Mars.

Was für eine Aufnahme! Danke für den Link. Das Gif der farbkorrigierten Version spielt auch etwas langsamer und realistischer ab. In der Beschreinung steht nichts über die reale Aufnahmedauer und Abspielgeschwindigkeit.
Gab es so etwas schon mal von den anderen Missionen? Die ziehenden Wolken bringen die Szene einem noch einmal näher, als würde man dort selbst stehen. Ich bin begeistert.

Online Gertrud

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1010 am: 02. Mai 2019, 17:09:25 »
Hallo @Makemake,

Ja, Wolken wurden schon bei den unterschiedlichen Orbitern und Rover aufgenommen.

So fange ich mit den Eiswolken über den Mars Lander Phönix  an.
Wolken rasen über den Marshimmel in diesem Film, der aus 10 Bildern besteht, die vom Surface Stereo Imager des Phoenix Mars Lander aufgenommen wurden.
Dieser Film beschleunigt die Bewegung. Die Kamera nahm diese 10 Bilder über einen Zeitraum von 10 Minuten von 14:52 Uhr bis 15:02 Uhr lokale Sonnenzeit am Standort von Phoenix während Sol 94, den 29. August 2008 auf.
Kredit: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona/Texas A&M University
http://mars.nasa.gov/resources/ice-clouds-in-martian-arctic-accelerated-movie/

Marswolken ziehen an einem Winternachmittag vorbei.
Der Mars Exploration Rover (MER) Opportunity  hat einen Blick auf Nachmittagswolken, die nicht den Schönwetterwolken der Erde ähneln und an Sol 956, den 2. Oktober 2006  vorbeiziehen. Da Opportunity nach Nordosten gerichtet ist, scheinen die Wolken in diesem mit der Navigationskamera des Rovers aufgenommenen Film leicht nach Westen zu driften.
Die 10 Bilder im Abstand von 32 Sekunden zeigen die Entstehung und Entwicklung der wahrscheinlich mittleren konvektiven Wasserwolken.
Trotz scheinbarer Winde scheint die  thermische Wolke für die Dauer von 5 Minuten stationär zu bleiben.
Obwohl Wissenschaftler anhand der Bilder ermittelt haben, dass der Wind von Osten nach Nordosten etwa 80 Grad beträgt, ist es aufgrund des Films nicht möglich, die Höhe und Geschwindigkeit der Wolken eindeutig zu bestimmen. Wissenschaftler schätzen auf der Grundlage atmosphärischer Windprofile und der scheinbaren Verschiebung der Wolken, dass sich alle Wolken im Film auf einer Höhe zwischen 5 und 25 Kilometern über der Oberfläche befinden. Die Wolken bewegen sich bei 2,5 Metern pro Sekunde, wenn sie niedrig sind, bis zu 12,5 Metern pro Sekunde, wenn sie hoch sind.
Die hier gezeigten Bilder wurden bei Opportunity gespeichert und während eines Routine-Kommunikationsdurchlaufs auf Sol 1056, den 12. Januar 2007 zur Erde übertragen.
Credit: NASA/JPL/Texas A&M/Cornell
http://mars.nasa.gov/resources/martian-clouds-pass-by-on-a-winter-afternoon/

Wolken über dem Mars.
Curiosity nahm mit der Navigationskamera (Navcam) diese acht Bilder über einen Zeitraum von vier Minuten am frühen Morgen des Sol 1758, den 17. Juli 2017, auf.
Sie wurden bearbeitet, um bekannte Empfindlichkeitsunterschiede, die zwischen Pixeln vorkommen und Kameraartefakte, die aufgrund von Licht reflektiert werden, zu beseitigen. Dadurch wurden die Wolken besser sichtbar.
Credit : NASA/JPL-Caltech/York University
http://mars.jpl.nasa.gov/resources/clouds-sailing-overhead-on-mars-enhanced/

In dieser beschleunigten Folge mit verbesserten Bilder von Curiosity schweben Wolken über dem Horizont des Mars.
Die Navigationskamera (Navcam) des Rovers machte diese acht Bilder über einen Zeitraum von vier Minuten am frühen Morgen des Sols 1758, den 17. Juli 2017, und die Navcam zielte auf den Südhorizont.
Credit: NASA/JPL-Caltech/York University
https://mars.jpl.nasa.gov/resources/clouds-sailing-above-martian-horizon-enhanced/

Das Gif aus unbehandelten RAW-Bildern.
https://mars.nasa.gov/resources/clouds-sailing-overhead-on-mars-unenhanced/

Viel Freude beim Ansehen wünscht Gertrud
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Offline Ptonka

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1011 am: 06. Mai 2019, 16:58:59 »
Hallo zusammen,
Professor Spohn hat die neuesten Erkenntnisse zum Maulwurf heute gepostet:
https://www.dlr.de/blogs/alle-blogs/Das-Logbuch-zu-InSight.aspx
Gruß, Ptonka

Online Gertrud

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1012 am: 06. Mai 2019, 20:32:14 »
Hallo Zusammen,

InSight zweites Selfie.
Eine dünne Staubschicht bedeckt nun InSight.
Dieses Selfie ist ein Mosaik, das aus 14 Bildern besteht, die an Sol 106 und 133, am 15. März und 11. April 2019, aufgenommen wurden. Die InSight Instrument Deployment Camera(IDC) befindet sich am Roboterarm.
InSights erstes Selfie zeigte seine Instrumente noch auf dem Deck. Nachdem sie entfernt wurden, kann man den Luftdrucksensor des Raumfahrzeugs (weißes Objekt in der Mitte), die Haltebox für das Seismometer und das Halteband für die Wärmesonde sehen, das über das Deck läuft. Ebenfalls sichtbar ist sein Roboterarm und Greifer.
Credit: NASA/JPL-Caltech
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23203


Das erste vollständige Selfie von InSight auf dem Mars.
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?action=media;sa=item;in=54700

Beste Grüße
Gertrud
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Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1013 am: 07. Mai 2019, 15:03:26 »
T. Spohn hat bereits früher 3 mögliche Gründe für das "Hängen im Schacht"  ;) genannt:

1. Der Maulwurf ist auf einen großen Stein getroffen. Da das obere Viertel aber noch im Transportcontainer (Spohn nennt das "Schornstein") der Support Structure steckte, konnte das Gerät nicht genügend zur Seite ausweichen und ist nun eingeklemmt. Für diese Theorie spricht, dass sich die SS während des Hämmerns um mehrere Zentimeter horizontal bewegt hat.

2. Das Flachbandkabel, das für die Stromversorgung des Mole und die Datenübertragung zur Oberfläche zuständig ist, könnte sich verhakt haben.

 Dieser Grund ist jetzt evtl. vom Tisch, da man eine Möglichkeit gefunden hat, das Kabel direkt zu beobachten. Es gibt im Schornstein einen Schlitz, durch den man das Kabel bei einer entsprechenden Sonneneinstrahlung am späten Nachmittag direkt sehen kann. Man erkennt dort das gelbe Messkabel mit den schwarzen Tiefen-Markierungen. Dabei sieht man 2 Dinge:
2.1. Das Kabel ist in einer Schlaufe "nach hinten geneigt", d. h. es ist nicht straff gespannt sondern hat noch die Lose, die es haben soll, bis der Mole ab einer Tiefe von über 1/2 Meter weiteres Kabel aus dem Kabelfach nachziehen wird.
2.2. Spohn meint zu erkennen, dass sich bei dem ersten "diagnostischen Hämmern" das Kabel bewegt hat. Ich denke auch, dass zwischen den Bildern von Sol 146 und Sol 155 eine leichte Änderung sichtbar ist.

3. Es gibt die Theorie, dass die oberen Dezimeter der Marsoberfläche durch Salzablagerungen verkrustet sind. Der Maulwurf hätte sich also zunächst eine senkrechte Röhre geschaffen, in der er jetzt hilflos auf und ab springt. Normalerweise rutscht loses Material in die Bohrung nach, wodurch der Rückstoß (also die Aufwärtsbewegung nach jedem Schlag) durch Reibung abgebremst wird. Wenn aber kein Regolith nachrutscht und gleichzeitig ein Hindernis im Weg ist, hat der Mole Probleme dieses Hindernis aus dem Weg zu hämmern.

Derzeit wird das diagnostische Hämmern #3 durchgeführt. Dabei schaut die Armkamera nachmittags in den Schlitz des Schornsteins, um evtl. Bewegungen des Messkabels zu beobachten.

Je nach den Ergebnissen soll der Arm möglicherweise auf den Boden neben dem HP3 drücken, um die Röhre zusammen zu schieben, auch ein Anheben der SS wird diskutiert, das ist dann aber die letzte Möglichkeit, weil bei diesem Vorgang das Messkabel ungebremst aus dem Kabelfach rausläuft und es anschließend Probleme beim Absetzen der SS geben könnte. Im Extremfall müsste das Gerät dann solange am Arm hängend betrieben werden, bis der Mole seine Endtiefe erreicht hat.

Spohn hat noch darauf hingewiesen, dass sich der thermische Kontakt zum Marsboden in den letzten Tagen verbessert hat. Möglicherweise ist also doch noch Material in die Bohrung nachgefallen. Es gibt also noch jede Menge Möglichkeiten bald endlich mal auf Tiefe zu kommen.

Offline Duncan Idaho

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1014 am: 07. Mai 2019, 16:29:01 »
@Gertrud & rok, vielen Dank für den Update. ooooI, TOP

GIF:
https://twitter.com/NASAInSight/status/1125518278153998336
#I NEVER WANT TO HOLD/SCRUB AGAIN.

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1015 am: 08. Mai 2019, 15:47:59 »
Gibt es schon Leistungsangaben von InSight? Wäre interessant zu wissen wie viel Stahlung diese Staubschicht schon abhält.
(mal davon ab, dass InSight genug 'überdimensionierte' Solarpanele hat und diese Mission wohl kaum an verstaubte Panels scheitern wird)

Der Leistungsabfall aufgrund der Staubschicht beträgt derzeit etwa 30%. Erzeugt werden noch 2700 Wattstunden pro Sol, benötigt werden 1500 Wattstunden. Also momentan noch mehr als ausreichend.

Zitat
Each of InSight's dinner-table-size solar panels has gathered a thin dust layer since landing. Their power output has fallen about 30% since then, due both to dust as well as Mars to moving farther from the Sun. Today the panels produce about 2,700 watt-hours per sol — plenty of energy for daily operations, which require roughly 1,500 watt-hours per sol.
https://mars.nasa.gov/news/8433/for-insight-dust-cleanings-will-yield-new-science/?site=insight
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Offline Sensei

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1016 am: 08. Mai 2019, 18:07:04 »
Dank dir!

Die Staubschicht sieht also schlimmer aus als sie ist.

Online Gertrud

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1017 am: 09. Mai 2019, 14:38:58 »
Hallo Zusammen,

in dem Link befindet sich ein Gif, in dem die Tätigkeit des Bohrers an Sol 158, den 8.05.2019  sichtbar ist.

https://twitter.com/landru79/status/1126141561354498048

 Beste Grüße
Gertrud
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Offline Andras1768

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1018 am: 09. Mai 2019, 16:14:53 »
Geht eigentlich nur rauf und runter. Sieht nicht danach aus, dass sich der Bohrer tiefer eingegraben hat. Im Kabelschacht habe ich leider auch keine Bewegung gesehen. Merkwürdig fand ich am rechten vorderen Fuß, die Lücke die sich dort auftat, sah zumindest so aus. Evtl. ist dort Material nachgerutscht. Vielleicht ist es aber auch nur ein Schattenwurf.

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1019 am: 10. Mai 2019, 18:04:31 »
Je nach den Ergebnissen soll der Arm möglicherweise auf den Boden neben dem HP3 drücken, um die Röhre zusammen zu schieben, auch ein Anheben der SS wird diskutiert, das ist dann aber die letzte Möglichkeit, weil bei diesem Vorgang das Messkabel ungebremst aus dem Kabelfach rausläuft und es anschließend Probleme beim Absetzen der SS geben könnte.

Ich habe mal paar Euro für den RiffReporter Karl Urban investiert.  ;)  Titel: "Rettet den Marsmaulwurf"

Er schreibt am Schluss seines Beitrages, dass die Haltevorrichtung des Mole nun weggezogen werden soll. Damit will man sichergehen, dass der Hammerschaft nicht in der Haltestruktur festhängt. (Ein paar Absätze vorher schreibt er allerdings noch, dass zuerst der Arm auf den Boden drücken soll und falls das nicht hilft zusätzlich die Haltestruktur entfernt werden könne. :-\

Durch den aktuellen Schlamassel gibt es aber immerhin schon einen Lerneffekt für künftige Marsmaulwürfe. Diese sollen etwas länger und schwerer ausfallen und an der Spitze zusätzlich mit Widerhaken ausgestattet werden.
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1020 am: 11. Mai 2019, 09:10:14 »
Danke Lumpi,

Karl Urban ist Geophysiker/"Geothermiker" und interessiert sich daher insbesondere auch für das HP3-Experiment:
https://www.riffreporter.de/weltraumreporter/marsmaulwurf/

Die Vermutung, dass sich das Kabel der Sonde verhakt haben könnte ist mittlerweile sehr unwahrscheinlich.

In der von Gertrud verlinkten GIF sieht man, dass der Mole (beim Hämmern) Kräfte auf die Support Structure (SS) ausübt. Das spricht dagegen, dass die Sonde reibungsfrei in der selbsterzeugten Röhre auf und ab springt. Man hätte dieses Problem beheben können, indem man direkt neben der Bohrung auf den Marsboden drückt, so dass die Röhre zusammenbricht.

Es sieht aber so aus, dass der Mole auf einen größeren Stein getroffen ist, aber nicht ausweichen kann, weil er noch mit dem oberen Ende im "Schornstein" steckt. Ich spekuliere mal, dass man entweder die SS mit dem Arm etwas verschieben wird oder sie komplett ein paar Zentimeter anheben wird. Im Übungssandkasten sind dazu schon Dutzende Versuche gemacht worden, um eine risikoarme Strategie zu entwickeln.

Das Problem ist (wie üblich), dass man nicht mit einer Fernsteuerung daneben steht und die Aktion direkt beobachten kann, sondern dass alle Bewegungen des Arms vorher auf der Erde getestet, programmiert und dann zu Insight gesendet werden müssen. Außerdem muss zwischendurch jeder Schritt anhand der Kameras überprüft werden. Es wird also noch etliche Tage/Wochen dauern, bis die Sonde endlich loslegen kann.



Offline Rücksturz

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1021 am: 11. Mai 2019, 12:44:06 »
Danke Lumpi,

Karl Urban ist Geophysiker/"Geothermiker" und interessiert sich daher insbesondere auch für das HP3-Experiment:
https://www.riffreporter.de/weltraumreporter/marsmaulwurf/

Karl ist hier im Forum und auf der Website von Raumfahrer.Net auch sonst kein Unbekannter, er ist Mitbegründer des Ganzen:
https://www.raumfahrer.net/portal/isrn/geschichte.shtml

 :)
Viele Grüße
Rücksturz

Offline aasgeir

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1022 am: 16. Mai 2019, 09:43:10 »
Aus Äußerungen u.a. von P.Ehrenfreund zu den Problemen von InSight HP3 geht hervor, dass man von drei möglichen Ursachen (Hindernis vor dem Mole; Kabel hat sich verheddert; zu wenig Reibung des Mole mit der Wandung des Lochs) die letzte favorisiert, möglicherweise verstärkt durch eine Art Krustenbildung an der Oberfläche, die ein Nachsacken des Bodens (und damit einen besseren Kontakt) behindert.
SEIS hat in der Zeit seit der Landung sechs seismische Ereignisse registriert, alle recht schwach; das kräftigste entsprach einem Erdbeben der Stärke 2,5 in einer Entfernung von 150 km. Auffallend war die Länge des Bebensignals (12 Minuten; deutlich länger als vergleichbare Messungen auf der Erde, aber ähnlich einigen registrierten Mondbeben). Die deutet auf eine stark fragmentierte Marskruste hin. Man hofft jetzt auf einige kräftigere Marsbeben in der Zukunft, um auch Aufschlüssse über die Verhältnisse in größerer Tiefe zu erhalten.

   Quelle:  https://spacenews.com/troubleshooting-of-mars-insight-instrument-continues/

Offline Captain-S

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1023 am: 16. Mai 2019, 13:24:23 »
Also nach 5 Monaten dürften sie sich langsam etwas einfallen lassen, bevor die Mission zu Ende ist.
Die Leistung der Solarzellen wurde durch die Staubablagerungen ja bereits um 30% reduziert.
Man hat ja eigentlich nur die Möglichkeit das Teil leicht anzuheben und zu versetzen, wenn ich das richtig verstanden habe.

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1024 am: 02. Juni 2019, 20:19:47 »