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Autor Thema: Wostok-Programm  (Gelesen 82326 mal)

Offline HausD

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #25 am: 14. April 2016, 16:59:11 »
Hallo,
zu den "Wostok"(-1) Landebildern der Kapsel habe ich auf Bitten von Wilga35 an einen russischen Fachmann gewandt, der in Frankreich arbeitet und sich mit der Geschichte der russischen Raumfahrt beschäftigt.
Auch nach mehrfachen Rückfragen habe ich dazu keine Antwort erhalten, offenbar ist dieses Thema suspekt.
Die Bilder von Wilga53 hatte ich auch schon gesehen und mir insgesamt keinen Reim darauf machen können.
Aus meiner Sicht sollte man abwarten, bis es offizielle Bilder von der gelandeten "wirklichen Wostok(-1)" gibt.

Hier das Bild vom Schleudersitz Tereschkowas:

Auch auf dieses Bild haben wir lange warten müssen...

Gruß, HausD
(das wird mein einziger Beitrag dazu sein...)


Wilga35

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #26 am: 16. April 2016, 12:34:26 »
Hallo,
zu den "Wostok"(-1) Landebildern der Kapsel habe ich auf Bitten von Wilga35 an einen russischen Fachmann gewandt, der in Frankreich arbeitet und sich mit der Geschichte der russischen Raumfahrt beschäftigt.
Auch nach mehrfachen Rückfragen habe ich dazu keine Antwort erhalten, offenbar ist dieses Thema suspekt.
Die Bilder von Wilga53 hatte ich auch schon gesehen und mir insgesamt keinen Reim darauf machen können.
Aus meiner Sicht sollte man abwarten, bis es offizielle Bilder von der gelandeten "wirklichen Wostok(-1)" gibt.
Bei zwei dieser Bilder ist die Quelle die Website von Nicolas Pillet, und zwar sind sie da unter Woschod-1 aufgeführt.

http://www.kosmonavtika.com/vaisseaux/voskhod/missions/voskhod1/photos/photos.html

Wilga35

Wilga35

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #27 am: 16. April 2016, 12:49:36 »
Nein! Die Frage ist, warum ist ein Schleudersitz in 1A-Zustand, der im freien Fall aus ca. 5Kilometer Höhe fällt.
Mielke hat immer geschrieben, dass sich Tereschkowa nicht katapultiert hat.

Meines Wissens nach arbeitete bei der Rückkehr ein Zeitschaltwerk, dass die einzelnen Schritte (Fallschirm auslösen, Luke absprengen, Sitz mit Kosmonaut katapultieren) zu vorgegebenen Zeiten abarbeitete. Hatte die Kosmonautin überhaupt die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen, und das Katapultieren eventuell zu verhindern? Eine andere Möglichkeit wäre aber auch, dass das Zeitschaltwerk den Dienst versagt hat, und Tereschkowa deshalb in der Kapsel landen musste.

Gruß, Wilga35

Offline F-D-R

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #28 am: 17. April 2016, 12:22:28 »
ja, ist mir auch so bekannt.
.... aber es bleibt die Frage, und nur die ... :
Warum ist der Schleudersitz i.O. nach der Landung?

Offline Hape1238

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #29 am: 17. April 2016, 19:43:32 »
Ich glaube nicht, dass das Foto von ihrer Landung ist. Es ist befremdlich, da sie da Bluse und Pullover trägt. Unzweifelhaft ist das eine Wostok die da gelandet ist, aber nicht Wostok 6.
Irgendwo habe ich gelesen, das W.Tereschkowa bei ihrer Fallschirmlandung stürzte und sie sich die Nase aufschlug, mit der sie an den Helm knallte. Sie mußte dann stark geschminkt zur Gratulationskur nach Moskau.
Das sieht auf dem Bild nicht danach aus...

Online jok

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #30 am: 17. April 2016, 19:58:06 »
Ich glaube nicht, dass das Foto von ihrer Landung ist. Es ist befremdlich, da sie da Bluse und Pullover trägt. Unzweifelhaft ist das eine Wostok die da gelandet ist, aber nicht Wostok 6.
Irgendwo habe ich gelesen, das W.Tereschkowa bei ihrer Fallschirmlandung stürzte und sie sich die Nase aufschlug, mit der sie an den Helm knallte. Sie mußte dann stark geschminkt zur Gratulationskur nach Moskau.
Das sieht auf dem Bild nicht danach aus...

Hallo,

Davon gehe ich auch stark aus das dies keine Aufnahme nach der Landung von Tereschkowa ist.
Es gab , gibt eine Website mit mehreren Fotos wie dieses oben.Auf der Seite wurde geschrieben das die Kleidung von Tereschkowa und auch der Raumanzug nicht zum Flug passen. Vom Raumanzug sieht man hier auf dem Bild weiter oben im Thread leider nur etwas vom Helm.
Auch die Kollegin an der Seite von Tereschkowa und die zahlreichen Zuschauer lassen eher auf ein Training oder eine Presseveranstaltung schliessen.

Was die Landung betrifft , um zu überleben musste Tereschkowa die vorgesehenen Manöver durchführen bzw die Technik.
Mann hatte ja nicht zum Spass diese Landeprozedur gewählt. Es war einfach so das die Wostokkapsel viel zu hart aufsetzte und man deshalb vorher die Kosmonauten per Schlitten herausholte und am Fallschirm landen lies. Oder liege ich da jetzt komplett falsch.

Gruss und schönen Restsonntag
Jok
« Letzte Änderung: 18. April 2016, 06:42:21 von jok »

Offline F-D-R

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #31 am: 17. April 2016, 21:07:26 »
Ich kann alle eure Argumente hinsichtlich der Belastung bei der Landung nachvollziehen. Sehe ich auch so. Zumal die Kapsel am Fallschirm nicht im Lot hängt sondern leicht schräg zur Sitzlage. Ich stimme Euch da voll zu.
Dennoch ist folgendes Fest zu halten.

1.) Die Aufnahmen von der Landung sind nach meiner Meinung von Wostok-6. Ich begründe das durch das Abbrandmuster an der Kugel, das bei jedem Flug anders ist. Man stelle bitte Vergleiche zu den Aufnahmen im Netz aus dem Energiamuseum an. Ist nicht einfach, sollte aber passen.

2.) Die Kleidung der Kosmonautin. Alle Bilder stammen aus einer Filmsequenz. Darin sieht man den Raumanzug. Dieser besteht aus einem hellblauen Wärmeschutzoverall mit aufgestickter Möve (Im Gegensatz zu Gagarins). Darüber kam ein Druckanzug ähnlich von Höhnen-Jagdfliegern - hellgrau. Darüber ein orange/mehr in rötliche  Overall, den wir alle von den Startfotos kennen. Ganz darunter trug Sie lange Unterwäsche (vermutlich). Die Dame ist auf den Aufnahmen ja schon etliche Zeit gelandet und die Bergungsmannschaft ist da. Also hat sie sich "umgezogen".

3.) Dann gibt es die vielen Zaungäste, die umher stehen. Hätte man die Aufnahmen gestellt, dann wären diese etwas besser gekleidet. In der Filmsequenz sieht man auch, wie sie ihren Proviant verschenkt, obwohl sie vor Hunger fast umfällt. In einer Sequenz trinkt sie gierig etwas, vermutlich gereichte Milch. Hintergrund: Ihr war auf Grund der Raumkrankheit den ganzen Flug schlecht und sie hat nichts gegessen aus Angst sich zu erbrechen. Das hat die Dame verschwiegen, wusste sie doch, wie es G.Titow ergangen ist. Der war ja auch Raumkrank und wurde für seinen ehrlichen Bericht darüber - sagen wir mal vorsichtig - nicht gerade gelobt. Sie wollte verschleiern, dass sie nichts gegessen hatte.
Ach ja: Presseveranstaltung wurde vermutet. Aber doch nicht in der Sowjetunion im Jahre 1963! Da war doch alles so geheim. Die äußeren Bilder der Wostock wurden ja auch erst 1965  veröffentlicht (Kugelform). Im Gegensatz zur Inneneinrichtung (1961). Woher kommen aber die vielen Menschen? Damals landetet die Wostok-Raumschiffe in besiedelten Gebieten. (Wolga etc.) So kam es, dass die Bevölkerung eher am Landeort war, als die Bergungsmannschaft. Hinzu kommt, das Woskok-5 und Wostok-6 das Landeziel verfehlten und so die Bergungsmannschaft nicht gleich vor Ort war. Grund waren Probleme mit der Auslösung der Bremssequenz über Funkkommando für zwei gleichzeitig im Orbit befindliche baugleiche Schiffe.

4.) Dann gibt es etwas weiter zurück vor hier von HausD ein Foto des Schleudersitzes von Tereschkowa im ENERGIA-Museum. Richtig. Ich war selber mit HausD zusammen dort . Da stand wirklich drauf, dass ist der Schleudersitz von Tereschkowa.
Aber ist es wirklich so? Neben der Wostok-1 Kapsel gleich neben der Wostok-6 lag auch der Deckel der Ausstiegsluke mit der Beschriftung Wostock-1. Und dieser hatte zwei (!) Bullaugen. Das war eindeutig ein Deckel von einem Fotoaufklärer ZENIT und somit war das Exponat falsch beschriftet. Was haben also die Exponatbeschriftungen für Wertigkeiten?

5.) Die vermeindliche Schramme im Gesicht? Die Geschichte kenne ich nicht als belegt. Woher stammt die Information? Klar hat sie massive Probleme während des Fluges gehabt. Angeblich soll ja auch eine Innenscheibe geplatzt sein, als sie die Kamera dagegen gehauen hat. Den vollständigen Flugbericht kennt vermutlich nur Koroljow, dem sie unter vier Augen berichtet hat. Es ist bei dem Flug eine ganze Menge schief gelaufen. Und das war bei weitem nicht ihre Schuld, jedenfalls nicht alles.

Es ist wirklich ein Abendfüllendes Thema, aber wir sprechen ja hier über Gagarin.

Fazit zu Wostok-6: Alles wissen wir immer noch nicht.  ... Und an der ganzen offiziellen Sache ist irgend etwas faul.

Offline Axel_F

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #32 am: 17. April 2016, 21:26:37 »
Echt Spannend bei euch alten Hasen mitzulesen. Was ihr für ein Detailwissen habt. Und dann noch gemeinsam zusammengesetzt. Grandios! Lese gern mit. Weiter so! :)
"Denn ein Schiff erschaffen heißt nicht die Segel hissen, die Nägel schmieden, die Sterne lesen, sondern die Freude am Meer wachrufen." (Antoine de Saint-Exupéry)

Offline F-D-R

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #33 am: 17. April 2016, 21:41:00 »
.......
Aus meiner Sicht sollte man abwarten, bis es offizielle Bilder von der gelandeten "wirklichen Wostok(-1)" gibt.


Aber diese Bilder gibt es:


Herauskopiert aus einem Film. Die Abbrandspuren sind wie an der Wostok-1 bei Energia. Die Kapsel liegt auf der Einstiegsluke. Das Fenster "Visier" zeigt daher schräg nach oben links.
Kurze Korrektur zu meinem Beitrag vorher. Die Kugelform konnte man schon bei mindestens einem Wostok-1-Bild 1961 erkennen. Aber das Raumschiff in seiner Gesamtheit wurde erst 1965 veröffentlicht - wie von mir geschrieben.
Ein weiteres Landefoto, wo man aber nur die Kugel sieht, wurde bereits im Mai 1961 im Kinderbuch "Juri- Der erste Kosmonaut" von Bekier veröffentllicht.


Das Buch ist übrigens eine Fundgrube an Geschichtsschreibung. Ich besitze in meinem Archiv 5 Auflagen/Varianten. Die erste vom Mai 1961 und die letzte aus der Mitte der 70er Jahre. Da wurde einiges zwischenzeitlich umgeschrieben.

Offline F-D-R

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #34 am: 17. April 2016, 21:55:41 »
Noch einmal etwas zum Museum von ENERGIA:
Die Bilder von der Wostok-1, die auch hier gezeigt werden, stammen alle aus unterschiedlichen Jahren. Das Museum wird offensichtlich regelmäßig "umgeräumt".
Hier die Ausstellungssituation um ca. 2008, so wie HausD und ich sie erlebt haben.
Von links nach rechts: Wostok-6 (Bildrand), mutmaßlicher Tereschkowa-Schleudersitz, "falscher" Wostok-1-Deckel, Wostok-1-Landekapsel, Modell Schleudersitz und Puppe im Druckanzug ohne orangen Overall.

Offline dksk

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #35 am: 18. April 2016, 11:33:56 »
Und da wir gerade so schön bei Wostok-Fotos sind: Auf einem Bild der Wostok-6-Kapsel sieht man links Walentina Tereschkowa nach der Landung.



Wer aber ist die Frau rechts von ihr? Eine von ihren damaligen Kosmonautenkolleginnen? Hat da jemand eine Ahnung?

Ich will auch mal eine Interpretation zu dem Schleudersitz Thema geben.

Wenn man beim Katapultieren eines (Wostok-Kosmonauten(in) mal eine grobe Aufteilung des Systems in:
- Kosmonaut in Raumanzug SK1
- Hilfsausrüstung/Fallschirmsystem direkt am Raumanzug Rücken PSPK-1
- Havarieausrüstung am Raumanzug am Seil NAZ
- Katapultsitz Hauptstruktur KP-V-3A
vornimmt, so kann das Bild durchaus „rund“ werden.

Auf dem Referenzbild mit Tereschkowa ist im Vordergrund der „Rest“ der Katapultsitz Hauptstruktur zu erkennen. Im Bereich, in dem die Unterschenkel des Kosmonauten im Flug liegen ist eine Öffnung, in der der Rest eines „Stoffsackes“ in dem Bild zu erkennen ist.
Dort befindet sich im Flug die Havarieausrüstung NAZ, die bei der Separation Kosmonaut vom Sitz mit rausgezogen wird und am Seil unter dem Kosmonauten hängt und als erstes Bodenkontakt hat.
Die Reste der Trennsteckanschlüsse in der Bodenwanne und Rechts der Raumanzug Hauptmedienanschlüsse sind auch erkennbar.
Also ist das quasi nur der Rest vom Katapultsitz. Der Kosmonaut hat sich getrennt.


Hier das Bild vom Schleudersitz Tereschkowas:

Auch auf dieses Bild haben wir lange warten müssen...

Gruß, HausD
(das wird mein einziger Beitrag dazu sein...)

Das Bild interpretiere ich als Rest der  Hilfsausrüstung/Fallschirmsystem direkt am Raumanzug Rücken PSPK-1. Die verbogene Struktur weist darauf hin, daß bei der Landung hier Energie aufgenommen wird. Evtl. ist das auch als Wirbelsäulenprotektor genutzt worden.

Die Gesamtintegration Kosmonaut/Raumanzug und PSPK-1 kann man auf dieser Seite gut erkennen.
Im unteren Teil der Seite sind 2 sw-Bilder. Auf dem rechten Bild sieht man das sehr gut. Das System stellt die Hauptverbindung Kosmonaut – Sitz her und beherbergt auch den Reservefallschirm.
http://www.maxuta.com/maxuta/collections/032_pn_space_collectibles/032022_vostok_cosmonaut_landing_system_pspk_1_parachute_backpack.htm

Zum Gesamtsystem Kosmonaut, Sitz, Hilfsausrüstung gibt es eine Teilschnittzeichnung mit den russischen Benennungen als Hintergrundbild von der Ausstellung in London.
Siehe Mitte der Seite:

http://www.bis-space.com/wsw/visit-the-cosmonauts/

Da ist auch zu erkennen, daß es insgesamt 3 Fallschirmsyteme gibt. Bems- Haupt und Reservefallschrim.
Brems/Stabilisierungsschirm an der Katapultsitz Hauptstruktur. Dieser ist fest verbunden und wird wohl nicht abgeworfen. Somit ist der Restsitz bis zum Auftreffen auf den Boden zumindest stabilisiert und etwas gebremst.
Wenn er mit der Unterseite aufschlägt, die Zylinderstruktur mit Bodenplatte hat, sollte diese stabil genug sein um nach dem Aufprall noch so ordentlich wie in dem Tereschkowa Bild auszusehen.

Am Kosmonauten ist der Hauptfallschirm befestigt und trägt diesen mit dem Zusatzgeraffel/Notsysteme zu Boden.

Auf die Schnelle habe ich hier noch ein paar Filmsequenzen gefunden, in denen der Ablauf der Separation Kosmonaut – Sitz und Landung mit NAZ am Strick unten zu sehen ist.
Bei 29 sec.bzw. 50 sec.

http://www.gettyimages.de/detail/video/soviet-scientists-and-astronaut-yuri-gagarin-stock-videomaterial/450027654

Die Frau im Tereschkowa Bild schätze ich als Tatjana Kusnezova ein.
Auf dieser Seite ist sie mit Tereschkowa aus einem anderen Blickwinkel zu sehen (im unteren Drittel der Seite)

http://toomth.livejournal.com/2622388.html
Weiter oben, im Damengruppenbild ist sie als 2. von Links mit Namen beschrieben.

dksk

Offline F-D-R

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #36 am: 18. April 2016, 14:25:58 »
Eine sehr interessante Analyse von Dir.
An die Zeichnung aus London hatte ich gar nicht gedacht, obwohl ich sie detailliert im Archiv hatte.
Verstehe ich Dich richtig?:
Tereschkowa hat sich katapultiert.
Die Fallschirme sind alle geöffnet. Man sieht sie ja rumliegen.
Der Schleudersitz ist durch den Stabilisierungsfallschirm des Sitzes relativ "weich" gelandet und weist somit keine sichtbaren Zerstörungen auf. 
Ich war bislang davon ausgegangen, das nach Trennung Kosmonaut vom Sitz der Sitz ungebremst zur Erde stürzt.
Siehe auch Spielfilmsequenz in Gagarin-Wettlauf ins All (Landeszene). Aber Spielfilme sind ja kein Beleg.
Gagarins Schleudersitz schlug 1,5 Km entfernt vom Landepunkt auf (müsste noch mal genau nachlesen). Den kann man also an die Kapsel heran tragen/fahren. Armee ist ja bereits vor Ort, wie auf dem Foto ersichtlich.

Die Erklärung würde das Bild abrunden. Wie gesagt. Bedingung der Sitz ist nicht im freien Fall.
Wenn dem so ist, wäre das Rätsel ja fast gelöst. Danke!

Somit ist der zerdepperte Schleudersitz bei Energia nicht der von Tereschkowa.

Online jok

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #37 am: 18. April 2016, 20:21:38 »
Hallo,

So langsam kommt wohl licht ins dunkel ;)

Nach dem Post von dksk reime ich mir nun folgendes zusammen.
Tereschkowa verlässt mit dem Schlitten die Kapsel.Die Kapsel landet separat am Fallschirm.Der Schlitten wird auch von einem Fallschirm weich nach unten befördert. Jetzt mein letzter Gedanke . Tereschkowa löst sich vom Schlitten und schwebt ebenfalls am Fallschirm.Dabei hat sie aber noch unter sich hängend das Überlebenspack welcher Wasser , Nahrung und einige Werkzeuge enthält und div Ausrüstung.Kurz vor ihrer Landung wird dieser Pack abgeworfen und fällt frei zur Erde.Damit kann die Fallgeschwindigkeit des Kosmonauten am Schirm nochmal verlangsamt werden.

Damit hätten wir dann Tereschkowa wohlbehalten am Fallschirm gelandet.
Die Kapsel heil am Schirm gelandet.
Den Schlitten heil am Schirm gelandet.
Und das Gestell des Überlebenspack , aus einigen Metern zur Erde gestürzt und etwas deformiert ....wie im Museum zu sehen.

Könnte es so sein?

Es muss sich doch im Netz dazu noch eine Grafik finden lassen
Ein Filmchen vom Titow Flug brachte mir keine Erkenntnisse.
Ausser was FDR schon schrieb das wirklich kurz nach der Landung zahlreiche Zuschauer vor Ort waren, teilweise mit Lkw.

Gruss jok

Offline Hape1238

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #38 am: 18. April 2016, 21:33:08 »
Ich weiß nicht. Wenn ich mir W. Tereschkova anschaue, auf dem Bild oben, trägt sie keinen Overall. Sondern Hose, Bluse und Pullover. Aber O.k. Nehmen wir an, sie hat sich umgezogen.
Auf der Seite http://spacefacts.de/mission/german/vostok-6.htm sieht man ganz Unten ein Bild, wo ihr gratuliert wird, dort trägt sie noch den bekannten orangefarbenen Overall mit Helm.
Dann muß das Bild Oben Stunden später entstanden sein. Das erklärt dann auch, das der Katapultsitz inzwischen heran gebracht wurde.
Rätsel gelöst...  :)

Wilga35

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #39 am: 19. April 2016, 08:03:55 »
Dass zahlreiche Zuschauer bei den gelandeten Kapseln waren, ist durch Fotos, sowohl bei Wostok-6, als auch bei Wostok-1 und Wostok-2 gut dokumentiert. Ich gehe davon aus, dass es bei den anderen drei Wostoks nicht anders war, mir sind davon aber keine Fotos bekannt.
Nur von Wostok-6 kenne ich aber Bilder, bei denen die Kosmonautin vor der gelandeten Kapsel sitzt. Offenbar hat sie sich von Anwohnern zur Kapsel fahren lassen und dort erstmal ihre unverbrauchte Verpflegung verschenkt, noch bevor die Rettungskräfte eingetroffen sind. Zeit zum Umziehen wird sie da auch noch gehabt haben.
Das Foto, wo sie Glückwünsche entgegennimmt, könnte dagegen entweder kurz vor dem Start gemacht worden sein, oder es ist eine gestellte Aufnahme, die nachträglich für die Presse angefertigt wurde.

Gruß, Wilga35

Wilga35

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #40 am: 19. April 2016, 09:44:53 »
Was mir gerade noch so einfällt: Die Behauptung, dass Tereschkowa in der Kapsel gelandet sei, stammt ja vom Ursprung her aus Heinz Mielkes Raumfahrtlexikon. Woher aber hatte Mielke diese Info? Aus den Fingern gesaugt? Oder hat ihm vielleicht schon damals jemand unter dem Mantel der Verschwiegenheit die von uns diskutierten Bilder gezeigt, und er hat beim Betrachten den naheliegenden, aber falschen Schluss gezogen, das Tereschkowa in der Kapsel gelandet sei. Wäre zumindest denkbar, dass die Info auf diesem Wege zustande gekommen sein könnte.

Gruß,  Wilga35

Offline F-D-R

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #41 am: 19. April 2016, 10:09:42 »
Mielke war immer gut informiert. Am 13.4.61 (!!!) stand bereits in der Jungen Welt die Geschichte mit der Fallschirmlandung. Was ja eigentlich bis in die 90er Jahre ein Staatsgeheimnis war. Der Artikel war von Mielke.
Mielke hatte Kontakte schon vor dem Gagarinstart.
http://freunde-der-raumfahrt.de/page3.php

Noch mal was zu dem Bild des "verbogenen Metallhaufens" bei Energia. Da befindet sich aber Teile des Sitzes. Das sind Reste vom Komplettsitz.  Der (Rest-)Sitz ist einfach nicht der richtige dort. Das ist die einfachste Erklärung, da man es mit der Beschriftung der Exponate offensichtlich nicht so genau genommen hatte. Siehe die Geschichte mit dem Lukendeckel. Das Museum von Energia ist ja nicht öffentlich. Bei Gagarin soll der Sitz ungebremst aufgeschlagen sein. Vielleicht gab es bei Tereschkowa eine technische Abänderung. Die Wostock-Kapseln sahen ja auch nicht alle 1:1 aus. Vergleich Wostok 5 und Wostok 1.
Die Aufsetzpunkte Gagarin-Wostok-Kapsel-Schleudersitz bilden ein Dreieck. Ich hatte das mal auf eine Karte für einen Vortrag übertragen. Kantenlänge zwischen 800 und 1500 Metern - wenn ich mich recht erinnere.  Die Teile nach der Landung zusammen zu tragen, wäre kein Problem gewesen.

 


Offline F-D-R

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #42 am: 19. April 2016, 10:18:59 »
Ich weiß nicht. Wenn ich mir W. Tereschkova anschaue, auf dem Bild oben, trägt sie keinen Overall. Sondern Hose, Bluse und Pullover. Aber O.k. Nehmen wir an, sie hat sich umgezogen.
Auf der Seite http://spacefacts.de/mission/german/vostok-6.htm sieht man ganz Unten ein Bild, wo ihr gratuliert wird, dort trägt sie noch den bekannten orangefarbenen Overall mit Helm.
Dann muß das Bild Oben Stunden später entstanden sein. Das erklärt dann auch, das der Katapultsitz inzwischen heran gebracht wurde.
Rätsel gelöst...  :)

Ich bezweifele, dass das Bild mit den Blumen von der Landung stammt. Das ist vom Start. Mann sieht das Mikrofon vom Tonbandgerät, was Leonow hät. Siehe einige Bilder weiter höher mit anderem Blickwinkel. Bei Tereschkowa gab es schon am Start einen entsprechenden "Medienrummel". Und Blumen sind in Russland nun mal üblich bei allen möglichen Anlässen. Und für ein Medienfoto macht sich das gut. (Jetzt bitte nicht fragen, ob sie die Blumen mit an Bord genommen hat ....  ;)  )
Die Dame sieht außer dem noch zu frisch aus - nicht nach den Strapazen des Fluges.

Offline Pirx

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #43 am: 19. April 2016, 16:04:59 »
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Offline Pirx

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #44 am: 19. April 2016, 16:14:49 »
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Offline max-q

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #45 am: 19. April 2016, 21:48:08 »
Vorab - ich finde die Diskussion zum Flug von W. Tereschkowa ungemein interessant und viele Details waren mir bisher ebenfalls entgangen. Neues kann ich nicht beitragen. Aber interessant sind die Beschreibungen zum Wostok 5/6 Doppelflug hier https://www.rt.com/news/tereshkova-first-space-timeline-726/, insbesondere auch zu den Umständen der Landung. Ich weiß nicht, was die Quellen dazu sind, habe es aber auch auf russischen Webseiten genauso geschildert gefunden. Recht interessant finde ich diese beiden Fotos (nur Link wg. möglichen Rechteproblemen):
http://www.alamy.com/stock-photo-soviet-space-pilot-valentina-tereshkova-in-the-first-minutes-after-23242919.html - eine sichtlich erschöpfte Tereschkowa (ich nehme mal an, wirklich nach der Landung aufgenommen und nicht bei dem in dem rt.com Artikel beschriebenen "Fototermin" am nächsten Tag)
sowie
http://www.alamy.com/stock-photo-valentina-tereshkova-soon-after-her-vostok-6-spacecraft-soft-landed-23242886.html - Tereschkowa mit Schrammen im Gesicht (und einem Pflaster auf der Nase?)
Was mich ein wenig irritiert, ist die Zeitung auf beiden Fotos. Das wirkt schon sehr arrangiert. Mindestens zu Dokumentationszwecken in Szene gesetzt. Weiß jemand die Ortszeit der Landung mit den Bildern in Übereinstimmung zu bringen? Die Landung war 620 km no von Karaganda. Zeitzone heute ist UTC+6. Demnach wäre es dort etwa früher Nachmittag gewesen. Bis die Bergungsoperationen in Gang kamen, war es (siehe rt.com) offenbar Abend, Moskau erst nachts vollkommen im Bilde. Dennoch könnte es wohl für die Filmaufnahmen noch gereicht haben. Oder was meinen unsere "Spezies"?
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Offline Hape1238

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #46 am: 20. April 2016, 11:12:17 »
Also der Titel des Alamy Fotos kann nicht stimmen. Das kann nicht unmittelbar nach der Landung sein.
Allerdings wird bestätigt, das W. Tereschkova sich bei der Landung im Gesicht verletzte. Und das es noch mal einen extra Fototermin gab. Ein Tag später.

Offline max-q

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #47 am: 20. April 2016, 18:42:36 »
Also der Titel des Alamy Fotos kann nicht stimmen. Das kann nicht unmittelbar nach der Landung sein.
Allerdings wird bestätigt, das W. Tereschkova sich bei der Landung im Gesicht verletzte. Und das es noch mal einen extra Fototermin gab. Ein Tag später.
Wieso kann das nicht sein - siehe Diskussion weiter oben? Ich habe auch noch erhebliche Zweifel. Aber dass man W. Tereschkowa für den Fototermin am nächsten Tag nicht zurechtgemacht haben sollte, kann ich mir auch nicht vorstellen. In dem von mir verlinkten Text ist ja auch die Rede davon, dass sie in Moskau stark geschminkt präsentiert wurde.
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Offline Hape1238

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #48 am: 20. April 2016, 21:15:23 »
Na weil man den Raumanzug nicht innerhalb von Minuten ausziehen kann. Und Irgendwer muß auch mit Klamotten dagewesen sein. Denn Flatterhose, Bluse und Pullover wird sie nun nicht dabei gehabt haben.
Also ist das Bild frühestens Stunden nach der Landung gemacht worden, der Katapultsitz ist ja auch schon da.
Ist meine Meinung.

Offline F-D-R

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #49 am: 20. April 2016, 21:19:46 »
...
Allerdings wird bestätigt, das W. Tereschkova sich bei der Landung im Gesicht verletzte. Und das es noch mal einen extra Fototermin gab. Ein Tag später. ....

Ja wo wer was hat "bestätigt" ?
Das ist doch immer die Frage.
Um auf Gagarin zurück zu kommen: Da wird so viel "bestätigt" , sogar, dass er gar nicht geflogen ist, und das wiederholt sich dann im Netz. Das Gerücht beruft sich auf sich selbst.
Ich bin da immer sehr vorsichtig, wenn ich nicht die verbindlichen Quellen kenne. Und auch heute noch gibt es ein absolutes Caos in den Filmsequenzen zwischen real und nachgedreht.

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