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Autor Thema: Wostok-Programm  (Gelesen 74652 mal)

Offline Ariane 42L

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #250 am: 24. August 2017, 16:55:50 »
Warum wird hier ständig nur von Hunden geredet!
Bei Korabl-2 (1K Nr. 2) erreichte mit den Hunden Bjelka und Strjelka, zwei Ratten, 28 Mäusen, Fruchtfliegen sowie Samen, Bakterien und Gewebeproben die Umlaufbahn.
Bei Korabl-4 (3KA Nr. 1) war neben der Kosmonautenpuppe lwan lwanowitsch und dem Hund Tschernuschka auch noch Mäuse, Meerschweinchen und Hamster an Bord gewesen.
Es wurde nur die Kosmonautenpuppe mit dem Schleudersitz herauskatapultiert, die Tiere landeten in der Kapsel.



Offline F-D-R

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #251 am: 25. August 2017, 15:56:50 »
Es wurde nur die Kosmonautenpuppe mit dem Schleudersitz herauskatapultiert, die Tiere landeten in der Kapsel.

Für mich ist die Konstruktion von "Ivan" immer noch unklar. Es gibt ja Bilder mit und ohne Raumanzug SK-1. Am Helm der Hinweis, das es sich um eine Test-Puppe handelt - Kein Schriftzug CCCP. Dann gibt es noch die Videoschnipsel, wo man ein "weißes Gesicht" sieht. Das würde wieder zu der Puppe passen, die bei ENERGIA neben der Wostok-1-Kapsel ausgestellt ist.
Nach meiner Kenntnis waren in der Puppe auch Proben untergebracht. Auch Tiere? Die Hunde natürlich nicht ... !
Gibt es so etwas wie eine "Konstruktionszeichnung" o.ä. von dem Kollegen? Ich selber habe trotz Suche noch nichts gefunden.
 

Bilder aus: https://www.theatlantic.com/technology/archive/2013/03/the-doll-that-helped-the-soviets-beat-the-us-to-space/274400/

« Letzte Änderung: 25. August 2017, 19:15:08 von F-D-R »

Offline Ariane 42L

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #252 am: 11. September 2017, 20:31:06 »
Auf den Helm der Puppe von Korabl-Sputnik-4 könnte der Schriftzug
„Do Not Touch - Report Immediately to the Local Organs Of Power"
gestanden haben.
Gefunden auf der Website http://www.svengrahn.pp.se/histind/sputnik910/sputnik910.html
als Quelle für diesen Schriftzug wird als Quelle
V.P Efimov, "Russian Space History", Catalogue of Sale 6516 at Sotheby's, 11 December 1993. Object 10
genannt.

Alle Quelle besagen, dass die Hunde mit der Kapsel gelandet sind, bei den anderen Tiere unbekannt.
Auch bei Korabl-Sputnik-2 ist mir bekannt, dass die zwei Hunde ausserhalb gelandet sind, die anderen?

- - -
Der Schriftzug war bestimmt nicht in englischer Sprache gehalten worden, nur die Webseite ist in englischer Sprache verfasst worden.

Offline Rücksturz

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #253 am: 18. September 2017, 21:19:44 »
Der Grundlagenartikel zum Wostok-Programm wurde zwischenzeitlich aktualisiert:
https://www.raumfahrer.net/raumfahrt/bemannt/projekt_wostok.shtml

Noch einmal vielen Dank an Uwe Rätsch für die Unterstützung!

Viele Grüße
Rücksturz
BFR/BFS: One rocket to rule them all!

Offline dksk

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #254 am: 05. November 2017, 14:43:58 »
Ich will nochmal auf das Thema zur Unterbringung der Hunde bei den beiden letzten Dummy-Flügen (Korabl-4 und 5) zurückkommen.

…Die Hundekabine kann also nur seitlich vom Schleudersitz untergebracht gewesen sein, und ein Katapultieren des Hundes war da wohl unmöglich.

Ich sehe das ähnlich.
-   - -
Die Kabinenausstattung in diesen beiden Missionen ist ja primär für den bemannten Flug eines Kosmonauten ausgelegt und die Gesamtheit der Systeme soll getestet werden. Bei den vorangegangenen reinen „Hundemissionen“ war die Kabine in viel stärkerem Maße auf die Hunde zugeschnitten – dies macht aber in der unmittelbaren Vorbereitung eines bemannten Fluges keinen Sinn – ist doch der Rauminhalt und die Masse des Raumschiffes zu begrenzt für vollständige Systemdopplung.
Also stellt sich nun die grundsätzliche Frage: „Welchen Zweck erfüllt die zusätzliche Nutzlast eines Hundes?“
Aus meiner Sicht dient der Zweck der Anwesenheit eines Hundes der Prüfung der Kabinenklimatisierung, Luftversorgung, Luftumwälzung etc.im Bereich des Kopfes eines Kosmonauten in der Kabine. Dort ist bei geöffnetem Helm ein entsprechendes Versorgungsregime zu gewährleisten.
Somit wäre es auch naheliegend, den Hund nicht mit einem separaten Versorgungsystem zu versehen, sondern ihn quasi nur in diesem Bereich zu fixieren und seine Vitalität nach der Landung festzustellen.
Um beim Ausschießen des Schleudersitzes nicht verletzt zu werden, wird hier sicherlich ein minimaler seitlicher Versatz zum Sitz/Lukenrand noch sinnvoll gewesen sein.
Basierend auf diesen Grundannahmen kann man dann in einem „Ring“ um die Lukenöffnung nach einer geeigneten Position suchen.
Schränkt man weiter ein, dass für Start, Wiedereintritt und Landung jeweils eine stabile flächige Auflage für den Hundekörper vorhanden sein soll, bleiben nur noch wenige Bereiche in der Kapsel übrig.

-   - -
Aus dem Historia-Beitrag zur Hündin „Laika“ habe ich im Film lt. Link eine interessante Aufnahme gefunden.
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=149.msg405823#msg405823



Die Darstellung des im „Korb hängenden Hundes“ ist nur ein paar Sekunden lang – stammt aus einem Dokumentationsfilm über die Entwicklung des Wostok-Raumschiffes, den wir hier im Thread auch schon hatten:

https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=10775.msg364988#msg364988

Auf Basis beider Filme/Filmausschnitte habe ich mal versucht – vom Groben zum Feinen eine wahrscheinliche Position des Hundes in der Kapsel zu ermitteln.







Im Ergebnis komme ich zu einer Position im Bereich des Nahrungsmittelfachs. Auf die Tuben konnte man verzichten und gleich eine Anbindungsstruktur in der Kabine nutzen.

dksk

Offline Wilga35

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #255 am: 07. November 2017, 19:57:18 »
Ich will nochmal auf das Thema zur Unterbringung der Hunde bei den beiden letzten Dummy-Flügen (Korabl-4 und 5) zurückkommen.

…Die Hundekabine kann also nur seitlich vom Schleudersitz untergebracht gewesen sein, und ein Katapultieren des Hundes war da wohl unmöglich.

Somit wäre es auch naheliegend, den Hund nicht mit einem separaten Versorgungsystem zu versehen, sondern ihn quasi nur in diesem Bereich zu fixieren und seine Vitalität nach der Landung festzustellen.
Um beim Ausschießen des Schleudersitzes nicht verletzt zu werden, wird hier sicherlich ein minimaler seitlicher Versatz zum Sitz/Lukenrand noch sinnvoll gewesen sein.
Basierend auf diesen Grundannahmen kann man dann in einem „Ring“ um die Lukenöffnung nach einer geeigneten Position suchen.
Schränkt man weiter ein, dass für Start, Wiedereintritt und Landung jeweils eine stabile flächige Auflage für den Hundekörper vorhanden sein soll, bleiben nur noch wenige Bereiche in der Kapsel übrig.

Ob der Hund seitlich vom Kosmonautenschleudersitz fixiert war, oder ob er doch in einer separaten Kabine untergebracht war, ist aber nach meiner Meinung nach wie vor unklar. Natürlich dürfte die Kabine dann nicht die Größe der Hundeschleuderkabine gehabt haben, sondern sie müsste aus Platzgründen viel kleiner gewesen sein. Leider kenne ich keine Fotos dieser Flüge, wo man das Ganze ordentlich verifizieren könnte.
Ein Foto einer Hundekabine von Kosmos-110 (Woschod-Typ) für die Hunde Weterok und Ugoljok zeigt aber, dass diese wesentlich kleiner als die Hundeschleuderkabine der Korabl-Flüge war. Vielleicht kam ja bei Korabl-4 und 5 auch schon eine derartige Kabine zum Einsatz? Neben dem Schleudersitz mit dem Kosmonautendummy dürfte dafür noch ausreichend Platz vorhanden gewesen sein.



Hundekabine für Kosmos-110, in der Bildmitte steht der Kosmonaut Boris Jegorow.

Wilga35
Der Fall Skripal und kein Ende! Und die naheliegende Frage: Cui Bono? Wem nützt es?

Offline Wilga35

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Re: Wostok-Programm
« Antwort #256 am: 14. Juni 2018, 22:50:24 »
Heute vor genau 55 Jahren begann der zweite Gruppenflug zweier Wostok-Raumschiffe. Mit Wostok-5 startete am 14. Juni 1963 Waleri Bykowski, zwei Tage später folgte mit Wostok-6 Walentina Tereschkowa, die erste Frau im Weltraum. Die Kapseln erreichten nach dem Bahneinlauf von Wostok-6 eine minimale Distanz von fünf Kilometern. Da die Wostoks nicht aktiv gesteuert werden konnten, vergrößerte sich der Abstand der beiden Kapseln anschließend sofort wieder.
Nach fünf bzw. drei Flugtagen landeten beide Raumschiffe kurz nacheinander am 19. Juni 1963. Allerdings verfehlten beide Kapseln ihren Zielort deutlich, zueinander lag der Abstand der Landeorte bei rund 800 Kilometern. Wie bei den Wostok-Raumschiffen üblich wurden Bykowski und Tereschkowa vor der Landung aus den Kapseln katapultiert und sie landeten separat von diesen am Fallschirm.
Mit dem Flug der beiden Raumschiffe endete das bemannte Wostok-Programm. Offenbar waren zwar noch weitere Wostok-Flüge geplant, diese wurden aber wieder gecancelt.
Nach ihrem Flug wurden beide Kosmonauten ebenso wie bereits ihre Vorgänger von Parteichef Nikita Chruschtschow empfangen. Für Chruschtschow sollte es der letzte Kosmonautenempfang sein, denn während des folgenden bemannten sowjetischen Raumfluges (Woschod-1) im Oktober 1964 wurde er gestürzt, sein Nachfolger im Amt wurde Leonid Breshnew.



Walentina Tereschkowa und Waleri Bykowski nach ihrem Raumflug an der Seite von Parteichef Chruschtschow.
Der Fall Skripal und kein Ende! Und die naheliegende Frage: Cui Bono? Wem nützt es?

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