Navigation

Raumcon-Seiten

Benutzer im Chat: 10

17. Dezember 2018, 18:39:16
Raumcon
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Neuigkeiten: Unsere neue Tasse zu SpaceX - Beyond Frontiers im Raumcon-Shop
   Erweiterte Suche

Autor Thema: Falcon 9  (Gelesen 1232843 mal)

Offline Hugo

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1604
Re: Falcon 9
« Antwort #600 am: 07. Dezember 2018, 23:24:43 »
Wenn ich meinen Satz im nachhinein lese, muss ich Dir vollkommen zustimmen. Nicht jeder Fehler muss durch ein Redundantes System abgedeckt sein. Ein Menschlicher Fehler kann auch andere Kontrollen abgedeckt sein. Und ein technisches Problem kann durch eine Risikoanalyse als "zu klein" betrachtet werden um ihn durch ein redundantes System noch weiter zu verkleinern. Denn das neue System kann ja auch neue Fehler bringen.

Offline Quetzalcoatl

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 150
Re: Falcon 9
« Antwort #601 am: 08. Dezember 2018, 11:54:12 »
Wenn ich meinen Satz im nachhinein lese, muss ich Dir vollkommen zustimmen. Nicht jeder Fehler muss durch ein Redundantes System abgedeckt sein. Ein Menschlicher Fehler kann auch andere Kontrollen abgedeckt sein. Und ein technisches Problem kann durch eine Risikoanalyse als "zu klein" betrachtet werden um ihn durch ein redundantes System noch weiter zu verkleinern. Denn das neue System kann ja auch neue Fehler bringen.

Nebenbei riskiert man dadurch evtl. auch die Zertifizierung für bemannte Flüge, denn das Block-5-Design sollte ja eingefroren werden.

Offline James

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1371
Re: Falcon 9
« Antwort #602 am: 08. Dezember 2018, 12:42:34 »
Guten Tag

Da müßte man wissen, wie "umfassend" dieses "einfrieren" zu bewerten ist.
Auch zwei Pumpen aus zwei Produktionschargen sind nicht 100% ident (auch zwei gefertigte Raketen sind nicht 100% ident - also hat auch das "eingefrorene" Design einen Toleranzbereich in der Abweichung). Nur die bestimmenden Parameter sind in ihren Solltoleranzen.
Möglicherweise sind sie das aber in einem bestimmten Fall nicht mehr gewesen, sonst käme es zu keiner Fehlfunktion.
Wenn man nun eine Möglichkeit identifiziert die Pumpe soweit zu verbessern, daß auch in diesem Fall die einwandfreie Funktion aufrecht bleibt, es somit eine verbesserte Pumpe ist, die keine Fehlermodi erwarten lässt, welche bei dem Vorgängermodell bereits abgedeckt waren, und man diese Änderung gut bewerten und diese Pumpe qualifizieren kann, dann könnte ich mir vorstellen daß das Gesamtsystem deswegen nicht in Frage gestellt ist.

Auch ich würde eine verbesserte Pumpe (wenn es an der Pumpe lag) zur Vermeidung zu komplexer Systeme als den sinnvollsten Weg erachten.

m.f.G. James

Offline Hugo

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1604
Re: Falcon 9
« Antwort #603 am: 08. Dezember 2018, 12:49:27 »
Kleine Änderungen finden immer statt und dadurch riskiert man auch keine Zertifizierung. Es geht in der Industrie niemals ganz ohne Änderungen. Auch wenn viele das nicht sehen wollen, sie sind trotzdem da. Wer offen mit kleinen Änderungen umgeht, der hat später dann auch keine Probleme.

Würde man z.B. das System redundant auslegen, dann macht man eine Fehleranalyse. Wenn die NASA dann OK sagt, ist alles in Ordnung.

Beispiel: Ein Schraubenlieferant geht pleite und man kauft die Schraube wo anders. Bei der Fehleranalyse könnten zwei Probleme auffallen: Falsche Maße der neuen Schraube und falsches Material der neuen Schraube. Dann zertifiziert man den neuen Lieferanten, macht eine Bemusterung der neuen Schraube und kann danach sagen: "Das Muster der neuen Schraube ist gleich zur alten Schraube. Der Lieferant wird Folgelieferungen immer genau gleich wie dieses Muster liefern". Alles was dann mit dieser Schraube hergestellt wird, bleibt unverändert.

Offline proton01

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1510
Re: Falcon 9
« Antwort #604 am: 08. Dezember 2018, 13:10:20 »
Kleine Änderungen finden immer statt und dadurch riskiert man auch keine Zertifizierung. Es geht in der Industrie niemals ganz ohne Änderungen. Auch wenn viele das nicht sehen wollen, sie sind trotzdem da. Wer offen mit kleinen Änderungen umgeht, der hat später dann auch keine Probleme.

Würde man z.B. das System redundant auslegen, dann macht man eine Fehleranalyse. Wenn die NASA dann OK sagt, ist alles in Ordnung.

Beispiel: Ein Schraubenlieferant geht pleite und man kauft die Schraube wo anders. Bei der Fehleranalyse könnten zwei Probleme auffallen: Falsche Maße der neuen Schraube und falsches Material der neuen Schraube. Dann zertifiziert man den neuen Lieferanten, macht eine Bemusterung der neuen Schraube und kann danach sagen: "Das Muster der neuen Schraube ist gleich zur alten Schraube. Der Lieferant wird Folgelieferungen immer genau gleich wie dieses Muster liefern". Alles was dann mit dieser Schraube hergestellt wird, bleibt unverändert.

Ich gebe Dir völlig recht, im Prinzip läuft das so. Aber um mal zu zeigen wie aufwendig das werden kann möchte ich Dein Beispiel ergänzen:

Eine repräsentative Stichprobe der Schrauben werden vermessen, für die Gewinde gibt es dazu Lehren. Eine Stichprobe wird auf Festigkeit getestet um die Materialfestigkeit zu bestätigen. Ein Stichprobe wird kontrolliert in eine Flansch eingeschraubt um das Reibmoment, sprich die Oberflächengüte zu bestätigen (zwischen den Gewinden und zwischen Kopf und Flansch). Dann sollte der Lieferant ISO zertifiziert sein. Sein Qualitätsmanagement wird geprüft. Die Angaben die er zu jeder Lieferung mitliefern muss werden definiert, denn auch der Lieferant kann Kontrollmessungen jeder Lieferung machen, dann wird nur deren Durchführung und Ergebnis geprüft.
Da das alles Zusatzaufwand ist möchte man den Lieferanten nur wechseln wenn unbedingt nötig. Für wichtige Dinge hat man einen zweiten Lieferanten bereits zugelassen.

Schrauben sind ja noch einfach, da Massenware mit international festgelegter Spezifikation (Geometrie, Festigkeitsklassen, ...). Für individuelle Fertigung durch Lieferanten wird ein Wechsel noch viel komplizierter, das werden dann Prototypen vom neuen Lieferanten gefordert usw.

Offline MillenniumPilot

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 912
Re: Falcon 9
« Antwort #605 am: 14. Dezember 2018, 14:19:06 »
Es geht weniger um den Text, als vielmehr um die hochauflösenden Fotos.

https://www.teslarati.com/spacex-milestone-falcon-9-block-5-reuse-spectacular-port-return/

Die 1046-3 sieht auch meiner Meinung nach noch tipp topp aus. Man weiß halt nicht, was SpaceX austauscht, aber die Triebwerke sind sicherlich 3 mal geflogen und sehen dafuer noch richtig gut aus.