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19. März 2019, 06:45:55
Raumcon
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Autor Thema: Space Launch System (SLS) - Kosten/Nutzen/Meinungen/künftige Entwicklung  (Gelesen 321940 mal)

Offline sophismos

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Man bereitet ja, offensichtlich, ein zweistufiges Ausstiegsszenario vor.

Die SLS kann man wohl nicht mit ein mal Streichen. So nimmt man ihr alle ihre Alleinstellungsmerkmale in der Missionsausführung. Und bei der nächsten, größeren Verschiebung und Verteuerung kann sie dann wesentlich leichter eingestellt werden..

EDIT/ aus dem EM-1 Thread:

Das ganze wirft aber irgendwie die Frage auf, wieso man überhaupt die SLS entwickelt hat, wenn man mit zwei Delta 4-Starts genau das gleiche hinkriegt, wie mit einem SLS-Start. Meiner Meinung nach aus politischer Sicht eine dumme Idee von Bridenstine, denn das nimmt dem SLS-Projekt im Nachhinein jegliche Existenzberechtigung.

Nach dem Sinn der Entwicklung der SLS suchen manche schon 5+ Jahre.

Und diese würden die Entscheidung von Bridenstine, der SLS das Alleinstellungsmerkmal zu nehmen, zu einer seiner besten Entscheidungen Küren.

Die Geldgeber der NASA sind Politiker (POTUS, Senat, House) und diese können ihrem "Kunden" (Wähler) eben nur Raumschiffe (z.B. Orion)  und Raumfahrtmissionen (z.B. EM-1 und EM-2) verkaufen. Die Rakete ist für die Kunden (Wähler) nur Mittel zum Zweck (bei kommerziellen Satellitenbetreibern ist's ja genau so).

Da der Konkurrent China mit der CZ-5 nicht aus dem Quark kommt und somit die CZ-9 kein Schreckgespenst mehr für die NASA bedeutet, wird die SLS für die NASA zunehmend obsolet.  :'(

Offline Stefan307

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Orion unabhängiger von der Trägerrakete zu machen ist von der Idee her sicher Sinnvoll und überfällig. Das ganze Problem ist das es keine human rated Rakete mit dieser Nutzlast am Markt gibt und solange wie SpaceX die FH nicht weiterentwickelt (oder zumindest rated)  und die D4H nicht gerated werden kann wird sich das auch nicht ändern.
Die NASA glaubt (meiner Meinung nach zu recht) nicht an BFS also ist SLS notwendig.
Das einzige was man schon vor Jahren versäumt hat ist Orion mit einem verkleinerten Servicemodul auf der Atlas zur ISS zu schicken, zur Finanzierung hätte man sich die Hälfte (2. Anbieter) bei CCRS sparen können da die Redundanz dann durch Orion gegeben gewesen wäre.

MFG S

Offline Stefan307

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Ist SLS nicht schon "too big to fail"?
Es ist ja nicht nur das Geld, man hat auch Jahrelang eine Infrastruktur aufgebaut, die man zu recht nicht einfach aufgeben will.
Die NASA braucht einen Schwerlastträger, wenn man jetzt hin ginge und einen ausschreibt, quasi als großen Bruder der EELV oder wie das jetzt heißt. Geht ja noch mehr Zeit ins Land, es sein denn man formuliert die Ausschreibung so clever das SpaceX die FH und ULA die D4H rated. Da stellt sich aber auch wieder die Frage "einfach" und "preiswert" wird das?

MFG S

Offline Sensei

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Die Kosten der Entwicklung der SLS (sowie vorarbeit durch Constellation Programm und STS) sind als sunk costs ja schon angefallen und dürfen bei der Entscheidungsfindung nicht berücksichtigt werden!

Was bleibt ist ein Abwägen der Alternativen: Die Kosten entweder jetzt beim SLS Programm zu bleiben oder auf eine Alternative zu setzten.
Und da die SLS noch nicht wirklich kurz vorm Start steht UND auch bei einer zügigen Umsetzung immer noch überaus hohe Kosten mit reduziertem Nutzen (keine Entwicklung von Block 1B) hat, ist es mehr als nur möglich, dass die SLS eben nicht "too big to fail" ist.

Außer man meint den Slogan rein Politisch, aber dann befindet man sich eh auf einem anderen Feld der Überlegung.

Offline Sensei

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Wir wissen leider immer noch nicht wie viel die Orion (und/oder das ESM) pro Mission kosten soll. Das macht Vergleiche sehr wage.

Aber wenn man sich anschaut dass die gesammte Entwicklung der Crewdragon 2.6 Mrd gekostet hat, aber die Orion alleine (ohne ESM) 1.1+ Mrd pro Jahr kostet, dann kann man durchaus davon ausgehen dass die Orion als LEO Zubringer viel zu teuer geworden wäre. Und dass man durch ein Ersetzten von Starliner durch eine verkleinerte Orion/ESM nichts gespart hätte.

Offline Stefan307

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Wir wissen leider immer noch nicht wie viel die Orion (und/oder das ESM) pro Mission kosten soll. Das macht Vergleiche sehr wage.

Aber wenn man sich anschaut dass die gesammte Entwicklung der Crewdragon 2.6 Mrd gekostet hat, aber die Orion alleine (ohne ESM) 1.1+ Mrd pro Jahr kostet, dann kann man durchaus davon ausgehen dass die Orion als LEO Zubringer viel zu teuer geworden wäre. Und dass man durch ein Ersetzten von Starliner durch eine verkleinerte Orion/ESM nichts gespart hätte.

Das Gegenteil ist der Fall! Orion kostet Geld ohne einen Nutzen zu erbringen! CCRS kostet noch mal Geld! 3 Operative Kapseln zu haben kostet ein 3. mal Geld!
Außerdem geht ja auch nicht nur darum Geld zu sparen, das verkleinern der Lücke nach dem letzten Shuttle  Flug ist schon mal die eine oder andere Mrd wert. Der Punkt ist das eine Mission wie Demo-1 auf Basis von Orion und Atlas vor 10 Jahren hätte stattfinden können.

Im Übrigen hätte ich mich dann im CCRS für den Starliner entschieden, eine im Wasser landende Kapsel mit den daraus sich ergebenden Herausforderungen für die Wiederverwendung hätte man dann ja schon gehabt.

MFG S

Offline Sensei

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Auch Unabhängig von der SLS ist doch die Orion immer noch in Entwicklung - und nicht seit 10 Jahren fertig!

Auch wenn es manchmal anders erscheint bekamen die Entwickler der Orion die 14 Mrd $ für die Entwicklung nicht nur, um auf die SLS zu warten.

Das am laufen halten des Programms mit 2 Kapseln, nach der eigentlichen Entwicklung, kostet nicht so viel. Die Kosten stecken ja nur in den Kosten für die Fluge. Und das sind auch beim Starliner wohl unter 200 Millionen pro Flug. Dafür würde man auch keine abgespeckte Orion bekommen.

PS: Das Programm zur Entwicklung der Kapseln heißt doch CCDev bzw. CCtCap. Die CRS sind "Commercial Resupply Services" und für Versorgungsflüge mit Fracht gedacht. Und CCRS ist das "Canadian Center for Remote Sensing" ;)
PPS: Auf deinen letzten Satz gehe ich lieber nicht ein ...

Offline McPhönix

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Das Beste (allerdings Traurigste) was bei der SLS passieren könnte -
Wenigstens bis zu ersten Gesamttest bringen. Und dann fliegt alles spektakulär mit meilenweitem Streubereich auseinander. Da könnte man dann, ohne das Gesicht zu verlieren, sagen
"Ok, weitere Kosten dürfen wir dem Steuerzahler nicht aufbürden, wir müssen das leider beenden"

Jaaa, ich weiß ......

Geht davon aus, daß ichs auch schade finden würde....
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline Sensei

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Aber bitte nicht beim EM-2 Flug mit Menschen auf der Rakete.. :/

Offline McPhönix

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Natürlich nicht....
Erster Gesamttest des erstmals zusammengeschraubten Materials....
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline Therodon

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Ist SLS nicht schon "too big to fail"?
Es ist ja nicht nur das Geld, man hat auch Jahrelang eine Infrastruktur aufgebaut, die man zu recht nicht einfach aufgeben will.
Die NASA braucht einen Schwerlastträger, wenn man jetzt hin ginge und einen ausschreibt, quasi als großen Bruder der EELV oder wie das jetzt heißt. Geht ja noch mehr Zeit ins Land, es sein denn man formuliert die Ausschreibung so clever das SpaceX die FH und ULA die D4H rated. Da stellt sich aber auch wieder die Frage "einfach" und "preiswert" wird das?

MFG S

Too Big to fail ist sowas nie. Ich bin ja auch gespannt wie das mit den Berechtigungen laufen wird. Bei dem Aufwand und den Kosten so eines Fluges, kann man da nicht die üblichen Kriterien anlegen.

Umso mehr ich darüber nachdenke, umso mehr glaube ich das die SLS das letzte staatliche Trägersystem der USA werden wird. Das Wettrennen kann man im Grunde nicht gewinnen und man kann auch nicht so recht so langsam sein wie man will weil einen sonst die Konkurrenz vorführt. Ich glaube auch das bei der ganzen Panik vor Verschiebungen momentan auch weniger die Angst vor einem Termin ist, sondern eher die Angst davor, das die privaten schneller sind.

Offline Sensei

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Ach, das glaub ich (in Bezug auf Bridenstine) nicht.
Da steht viel eher im Fokus bis vor der nächsten Presidentenwahl IRGEND etwas vorweisen zu können. Ob kommerziell oder staatlich ist da fast egal. Hauptsache American ist wieder great :/

Offline MarsMCT

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Ach, das glaub ich (in Bezug auf Bridenstine) nicht.
Da steht viel eher im Fokus bis vor der nächsten Presidentenwahl IRGEND etwas vorweisen zu können. Ob kommerziell oder staatlich ist da fast egal. Hauptsache American ist wieder great :/

Das ist auch meine Meinung. Einerseits möchte Präsident Trump irgendetwas vor Ende seiner ersten Wahlperiode vorweisen können. Andererseits ist wohl Vizepräsident Pence und mit ihm Bridenstine tatsächlich an der Raumfahrt interessiert.

Es war ja nicht so, daß die Idee mit DM-1 aus blauem Himmel gekommen ist. Der Budgetansatz für kommerziell statt SLS für Europaclipper und der geplante Stop für EUS gehen beide auch in die Richtung SLS beerdigen. Allerdings wird beides im Kongress durchfallen. Im NASA Budget vom Kongress wird beides wieder auftauchen, wie jedes Jahr.

Offline stillesWasser

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Ich denke auch, dass der Kongress das kippen wird. Und ehrlich gesagt, ich halte es zwar für sinnvoll, Multi-Launch Orion Missionen zu planen, denn generell ist das Prinzip wichtig für eigentlich alles zukünftige, aber ich halte es für unrealistisch, dass man das bis 2020 hinbekommt. Denn darauf ist Orion aktuell gar nicht ausgelegt, vorallem nicht die EM-1 Hard- und Software.

Es besteht ja eigentlich generell gerade die absurde Situation, dass die EUS gestoppt werden soll, aber in Kürze die Aufträge für den Bau des Mobile Launchers erteilt werden. Da der Bau des zweiten MLS per Gesetz festgeschrieben ist, kann die NASA das gar nicht stoppen, obwohl es aktuell keinen Sinn macht.

Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass man die EUS braucht. Man hätte das SLS gar nicht erst mit Block IA entwickeln sollen. Da war ja eher der Grund, dass man damit bis 2017 starten wollte, weil man quasi nur existierende Shuttle und Delta-Hardware verwendet (was gelogen war). Aber erst das SLS 1B mit comanifested Payloads sorgt für einen wirklich verwendbaren Träger und die Zusatzkosten durch einen Zwischenentwicklungsschritt waren immens. Und wie das nun mal bei solchen langen Projekten ist, wird irgendwann die Weiterentwicklung gestrichen und übrig bleibt ein extrem teures System, das kurz vor der Nutzbarkeit stecken geblieben ist.
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Offline Stefan307

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Die Kosten der Entwicklung der SLS (sowie vorarbeit durch Constellation Programm und STS) sind als sunk costs ja schon angefallen und dürfen bei der Entscheidungsfindung nicht berücksichtigt werden!


Natürlich muss ich diese Kosten berücksichtigen! Wie soll ich denn erklären das ich XMrd.$ über ~10Jahre in so ein Projekt stecke und dann kommt nicht dabei heraus? Da muss ich doch wenigstens sagen kommen das ich das Know-How in ein anderes Projekt übernommen habe. So gesehen würde sich ja eine "Kommerzialisierung" in Richtung Delta 5 gerade zu anbieten!
Das dann die Konkurrenz zu recht aufschreit ist natürlich klar.

...
Das Wettrennen kann man im Grunde nicht gewinnen und man kann auch nicht so recht so langsam sein wie man will weil einen sonst die Konkurrenz vorführt. Ich glaube auch das bei der ganzen Panik vor Verschiebungen momentan auch weniger die Angst vor einem Termin ist, sondern eher die Angst davor, das die privaten schneller sind.

Welches Wettrennen denn eigentlich? Die ULA rennt nicht! Von der New Armstrong hören wir so schnell nichts! Und BFS spielt wenn es denn je in den heutigen Planungen realisiert wird in einer ganz anderen Liga!

Es gäbe ein Rennen mit der FH wenn SpaceX die Entwicklung nicht eingestellt hätte.

Oder doch die Chinesen? Eins ist klar die US-Geheimdienste wissen besser als wir wie weit man dort ist.

MFG S

Offline Stefan307

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Auch Unabhängig von der SLS ist doch die Orion immer noch in Entwicklung - und nicht seit 10 Jahren fertig!

Auch wenn es manchmal anders erscheint bekamen die Entwickler der Orion die 14 Mrd $ für die Entwicklung nicht nur, um auf die SLS zu warten.

Das am laufen halten des Programms mit 2 Kapseln, nach der eigentlichen Entwicklung, kostet nicht so viel. Die Kosten stecken ja nur in den Kosten für die Fluge. Und das sind auch beim Starliner wohl unter 200 Millionen pro Flug. Dafür würde man auch keine abgespeckte Orion bekommen.

PS: Das Programm zur Entwicklung der Kapseln heißt doch CCDev bzw. CCtCap. Die CRS sind "Commercial Resupply Services" und für Versorgungsflüge mit Fracht gedacht. Und CCRS ist das "Canadian Center for Remote Sensing" ;)
PPS: Auf deinen letzten Satz gehe ich lieber nicht ein ...

Wie bitte, das in Betrieb halten eines Raumfahrtsystems verursacht keine hohen Fixkosten? nur ein Beispiel die Astronauten müssen für 2 in Zukunft für 3 Kapselsysteme ausgebildet werden...
Ok, die Abkürzungen hab ich jetzt verstanden!

MFG S

PS: Warum? weil es hier OT ist? Wenn man verschiedenen Systeme unterhält sollten diese Sowohl im Sinne der Redundanz aber auch um Möglichst unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln, halt möglichst unterschiedlich sein! Und zumindest ich gehe davon aus das Orion schon lange Einsatzfähig (zumindest für die Erdumlaufbahn) sein könnte, nur bisher gab es mangels Träger keine Eile, das hat sich jetzt Offensichtlich und zum Glück geändert.



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Zitat
Im Übrigen hätte ich mich dann im CCRS für den Starliner entschieden, eine im Wasser landende Kapsel mit den daraus sich ergebenden Herausforderungen für die Wiederverwendung hätte man dann ja schon gehabt.

Wenn du gerne das (beinahe) Doppelte zahlst nur um ... tja, was ist denn der Vorteil der Landlandung? Man hat etwas weniger Ärger mit der Bergung und kann die Kapsel etwas besser wiederverwenden. Aber dadurch wird der Starliner nicht automatisch das bessere und schon gar nicht das fortschrittlichere Design!

Diese Art der Landlandung ist doch nichts was man noch groß erforschen müsste, nichts was sehr schwer zu realisieren ist, nichts was großartig in die Zukunft weist.

Und nur DESWEGEN würdest du lieber 4.2 als 2.6 Mrd $ im CCtCap Prozess bezahlen?!  ???
Wenn du wenigstens Sierra Nevada genannt hättest, dann könnte ich das Argument verstehen, aber hier sieht es für mich nach übertragener Antipatie gegenüber SpaceX aus. (mal davon ab dass SpaceX auch für ihre Dragon eine Landlandung angeboten hat...)

Offline Sensei

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Dazu braucht es keine New Armstrong. Zum Vorführen dürfte eine New Glenn reichen.
Außerdem kann man nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ und ökonomisch/technologisch vorgeführt werden.

New Space zeigt einfach, dass die alten Paradigmen, dass Raumfahrt zwingend teuer und langsam ist, nicht stimmen muss.

PS:
Und Menschen, die versunkene Kosten vorsätzlich berücksichtigen, sollten WIRKLICH keine wirtschaftlichen oder wissenschaftlichen Entscheidungen treffen. Das ist breiter projektplanerischer Konsens..

https://de.wikipedia.org/wiki/Versunkene_Kosten

Von einem gescheiterten Projekt noch große Teile zu übernehmen weil 'es ja für irgend etwas gut gewesen sein muss!' hat in den seltensten Fällen funktioniert. Und GERADE bei unserem Thema, gerade bei der SLS/Orion muss einem das doch bewusst sein!
Wir sind doch gerade im Schlamassel mit SLS/Orion/Gateway und Constellation weil unbedingt erst etwas aus der Shuttlezeit und dann etwas aus der Constellationzeit mit rüber gerettet und in ein neues Format gepresst werden sollte. Ohne das Verständnis oder die Einsicht dass es nicht mal wirklich an der Rakete lag, das ein Budget nach dem anderen gerissen wurde, sondern an der Art der Planung und der Entwicklung!


Offline BlauerPunkt

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Zitat
Im Übrigen hätte ich mich dann im CCRS für den Starliner entschieden, eine im Wasser landende Kapsel mit den daraus sich ergebenden Herausforderungen für die Wiederverwendung hätte man dann ja schon gehabt.

Wenn du gerne das (beinahe) Doppelte zahlst nur um ... tja, was ist denn der Vorteil der Landlandung? Man hat etwas weniger Ärger mit der Bergung und kann die Kapsel etwas besser wiederverwenden. Aber dadurch wird der Starliner nicht automatisch das bessere und schon gar nicht das fortschrittlichere Design!

Diese Art der Landlandung ist doch nichts was man noch groß erforschen müsste, nichts was sehr schwer zu realisieren ist, nichts was großartig in die Zukunft weist.

Und nur DESWEGEN würdest du lieber 4.2 als 2.6 Mrd $ im CCtCap Prozess bezahlen?!  ???
Wenn du wenigstens Sierra Nevada genannt hättest, dann könnte ich das Argument verstehen, aber hier sieht es für mich nach übertragener Antipatie gegenüber SpaceX aus. (mal davon ab dass SpaceX auch für ihre Dragon eine Landlandung angeboten hat...)

Was bei dem Kostenvergleich fehlt ist die Tatsache, dass Dragon 2 eine Weiterentwicklung von Dragon 1 ist, für dessen Entwicklung SpaceX bereits mehrere Milliarden bekommen hat.

Offline Sensei

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1. ..mehrere Milliarden für die Entwicklung von Dragon 1?!  :o COTS hatte insgesamt ein Budget von $800 Million.

2. Und die Erfahrungen und Gelder vom Apollo Programm, STS/Shuttle und Mitwirkung an der ISS zählen wir nicht?
Die Crewdragon ist auch kein einfaches Dragon1 Derivat. Da musst auch viel geändert oder komplett neu entwickelt werden.

3. Ändert das so oder so nichts an der Argumentation.
Wenn man mit höheren Kosten neue Unternehmen fördern oder neue, vielversprechende technische Ideen fördern will - okay. Da geh ich mit.

ABER: ihr könnt doch nicht ernsthaft argumentieren, dass im CCDev nur die CST-100 gefördert werden sollte weil 1. diese technologisch vielversprechender und zukunftsfähiger ist oder/und 2. weil Boeing als Unternehmen Unterstützung braucht da sie noch nicht so viel Erfahrung im Raumfahrtbereich haben.

Offline BlauerPunkt

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1. ..mehrere Milliarden für die Entwicklung von Dragon 1?!  :o COTS hatte insgesamt ein Budget von $800 Million.

2. Und die Erfahrungen und Gelder vom Apollo Programm, STS/Shuttle und Mitwirkung an der ISS zählen wir nicht?
Die Crewdragon ist auch kein einfaches Dragon1 Derivat. Da musst auch viel geändert oder komplett neu entwickelt werden.

3. Ändert das so oder so nichts an der Argumentation.
Wenn man mit höheren Kosten neue Unternehmen fördern oder neue, vielversprechende technische Ideen fördern will - okay. Da geh ich mit.

ABER: ihr könnt doch nicht ernsthaft argumentieren, dass im CCDev nur die CST-100 gefördert werden sollte weil 1. diese technologisch vielversprechender und zukunftsfähiger ist oder/und 2. weil Boeing als Unternehmen Unterstützung braucht da sie noch nicht so viel Erfahrung im Raumfahrtbereich haben.

Die NASA hat für die Entwicklung der Frachten- und Crew-Transporte zur ISS bisher über 16 Milliarden an Boeing, Orbital ATK, und SpaceX bezahlt (wobei ein Teil davon auch Kosten für Missionen selbst sind). Davon sind etwa 8,5 Milliarden an Boeing + Orbital ATK geflossen (im Falle Orbitals ATK beinhaltet dies auch Missionen) und 7,5 Milliarden an SpaceX (im Falle der Frachttransporte beinhaltet das auch Missionen). Ein Großteil dieser Kosten waren jedenfalls Entwicklungskosten für nun insgesamt vier verschiedene Vehikel. Dazu wird übrigens auch bald der Dream Chaser von Sierra Nevada stoßen. Jetzt, wo alle fünf bald fertig entwickelt sind, ist es natürlich Blödsinn irgendeines wieder abzusägen, weil der Großteil der Kosten ja bereits angefallen ist. Man hätte sich aber durchaus schon früher auf eine Variante festlegen können, und die anderen entsprechend nicht finanzieren (also entweder man finanziert Boeing + Orbital ATK oder SpaceX, nicht beides). Aber bei der NASA spielen eben auch andere Dinge eine Rolle (jobs program usw.).

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CRS ist kein Entwicklungsauftrag. Die Gelder, die hier fließen, sind nicht für die Entwicklung von Fahrzeugen gedacht, sondern für Transportdienstleistungen.

Soweit ich das sehe hat SpX durch COTS 674 Millionen $ für die Entwicklung der Dragon 1 bekommen. Das ist nicht einmal eine Milliarde. Geschweige denn die von dir genannten "mehrere Milliarden".

Zitat
Aber bei der NASA spielen eben auch andere Dinge eine Rolle (jobs program usw.).

Oder Ausfallsicherheit/Redundanz der Anbieter. Sowie Kommerzialisierung/Konkurrenzdruck.

Diese kommerziellen Programme waren doch gerade ein wichtiger Schritt gegen! das bisherige Job Programm.


Beiträge ab #1215 vom EM-1 Thread hier her kopiert.

Offline BlauerPunkt

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CRS ist kein Entwicklungsauftrag. Die Gelder, die hier fließen, sind nicht für die Entwicklung von Fahrzeugen gedacht, sondern für Transportdienstleistungen.

Soweit ich das sehe hat SpX durch COTS 674 Millionen $ für die Entwicklung der Dragon 1 bekommen. Das ist nicht einmal eine Milliarde. Geschweige denn die von dir genannten "mehrere Milliarden".

Zitat
Aber bei der NASA spielen eben auch andere Dinge eine Rolle (jobs program usw.).

Oder Ausfallsicherheit/Redundanz der Anbieter. Sowie Kommerzialisierung/Konkurrenzdruck.

Diese kommerziellen Programme waren doch gerade ein wichtiger Schritt gegen! das bisherige Job Programm.


Beiträge ab #1215 vom EM-1 Thread hier her kopiert.

Ob du es so rechnest, dass die NASA für die Entwicklung formal nichts bezahlt, dafür aber dann höhere Startkosten, weil die Firmen ihre eigenen Entwicklungskosten einpreisen, ist relativ egal. Wahr ist aber, dass Orbital ATK ihre Versorgungsflüge auf einer teureren Rakete durchführt, weswegen die Kosten für die Cyngus nicht direkt vergleichbar sind mit denen der Dragon.

Ich würde mal behaupten, heute arbeiten sehr viel mehr Menschen in der amerikanischen Raumfahrtindustrie, als noch vor 20 Jahren. Genauere Zahlen habe ich aber nicht.

So einen Konkurrenzdruck gibt es aber nicht, wenn man aufgrund der gewollten Redundanz gleichzeitig auch alle auf jeden Fall am Leben erhalten möchte. Dazu hat man nun eben viele verschiedene Vehikel, statt eines, welches man theoretisch in größeren Mengen und deswegen günstiger herstellen könnte (siehe die Soyuz der Russen).

Offline RonB

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Wir befinden uns im SLS Thread! Bitte Diskussionen zu anderen Raumfahrzeugen in den entsprechenden Threads führen!
Es recht zu machen Jedermann ist eine Kunst die keiner kann.

Offline Stefan307

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Wir befinden uns im SLS Thread! Bitte Diskussionen zu anderen Raumfahrzeugen in den entsprechenden Threads führen!

Dann frag mal bitte deinen Moderatorenkollegen warum er sie hierher kopiert hat...

Ich für meinen Teil bin es leid in jedem Thread alles gegen SpaceX verteidigen zu müssen.

Und was "modernes Projektmanagement" angeht erlebe ich täglich wie Geld verbrannt wird. Wer darin die Zukunft der Raumfahrt sieht schafft sie auf lange Sicht ab!

Es ist der mit Abstand größte Fehler der bemannten US Raumfahrt gewesen bei jedem Programm von "0" zu beginnen, neue Rakete neues Raumschiff. Jetzt macht man das zum ersten Mal anders, was sicherlich auch Nachteile hat und Kompromisse erfordert, was passiert es wird kritisiert.

Ich will hier jetzt keine Grundsatzdiskussion führen wie man Projekte managt und wie welche kosten zuzuordnen sind. Nur als  Vergleich betrachtet mal das Sowjetische/Russische Programm:

Der 1. Mensch fliegt in einem "umgebauten" Aufklärungssatellit, der danach auch zum meist gestarteten Satellitensystem wird. Als Weiterentwicklung gibt es auch gleich noch eine weitere Kapsel Generation mit der mehrere Erstleistungen Erbracht werden. Und zu guter Letzt leitet man davon noch einen Forschungssatellit ab um Biologieexperimente in der Schwerelosigkeit durchzuführen.

Die Trägerrakete wird konsequent wo es Sinn macht weiterentwickelt und ist nach 60 Jahren immer noch zur Zufriedenheit der Beteiligten im Einsatz. Durch die hohe Fertigungsrate sind auch die Kosten überschaubar.

Dann gibt es da das "übernächste" Raumschiff dessen Entwicklung scheitert zwar da man eigentlich auch keine wirkliche Aufgabe dafür hat. Man leitet daraus aber höchst erfolgreiche Raumstationsmodule ab.

Jetzt mag sich jeder seine eigenen Gedanken dazu machen, für mich steht absolut fest das die Weiterentwicklung der Shuttle Technik für einen Schwerlastträger absolut Sinn macht, es geht auch nicht nur um Kosten sondern auch um Dinge wie Betriebssicherheit die letzten Endes auf Erfahrungen basieren.

Der Fehler bei SLS besteht darin das das Programm zu wenig handfeste Ergebnisse, also Starts liefert. Das wäre in der tat nicht nötig gewesen gerade weil man ja auf vorhanden aufbaut.

Da man das ganze aber nicht mehr Rückgängig machen kann bleibt jetzt für die NASA nur noch aus dem Programm zu "retten" was sinnvoll zu retten ist. Will sie sich nicht ausschließlich von Unternehmen abhängig machen, bei denen aber auch weder die Einhaltung von Zeitplänen noch von Kostenrahmen sicher ist.

Also entweder ist SLS tatsächlich too big to fail und man zieht das ganze durch oder wir werden noch 10 Jahre warten müssen bis es New Armstrong, Delta 5 Heavy und vielleicht sogar BFS tatsächlich gibt!


MFG S


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