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Autor Thema: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen  (Gelesen 9338 mal)

McFire

  • Gast
Re: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen
« Antwort #25 am: 01. Juni 2013, 22:35:30 »
Ich finde auch, daß man nicht so blauäugig an das Thema herangehen sollte. Was jetzt den ISS Astronauten zugemutet wird , ist schon ein notwendiger Kompromiß an der Grenze des Zumutbaren. Oder hat schon mal jemand einer der Leute, die oben waren,  "mit fröhlichem Lächeln" über das Thema gesprochen? Hat man, wenn verheiratet, den Mut zu weiteren Kindern gehabt?
Man wird schweren Herzens vlt. Leute auf die Reise schicken. Die auch wissen, was schiefgehen kann. So ist es halt....

Leichtfertig gehen alle Raumfahrtnationen da sicher nicht heran. Ein zunehmender Forschungsdruck ist erkennbar. Probleme und Drängelei wirds, wie immer in ähnlichen Fällen, wieder von der Politik geben. Entweder schnell was vorweisen oder Geldhahn zu.

Gut , daß hier mal wieder drauf hingewiesen wurde - es sind keine 6 Monate, es sind 2,5 Jahre unter Strahlung. Auf dem Mars freilich weniger, die Hälfte ist im Prinzip durch den Mars weg und es bleibt m.o.w. der senkrechte Einfall. Allerdings gibts mehr Sekundärstrahlung, und die soll auch nicht grad gesund sein. Und die ersten Ankömmlinge werden auch noch kein "strahlenfestes Haus" mitschleppen können. 
Die erwähnte Magnetabschirmung des Raumschiffs - wird nicht machbar sein. Es sei denn, man hat dann den Atomschlepper. Und damit genug Energie, um ein ausgedehnteres Magnetfeld zu erzeugen und zu erhalten (!). Jeder weiß von Schulversuchen, daß es irre Leistung erfordert, ein erwähnenswertes Magnetfeld im 20cm Bereich zu erzeugen. Und jetzt bitte das Ganze mal ca 50. Supraleitende Spulen? Das heißt irrsinnige Mengen Helium mitnehmen, der Weltraum ist nicht "kalt" genug, siehe Herschel.  Und auch das Suprafeld selbst verliert Energie, wenn es nämlich das tut, was es soll - mit seiner Umgebung wechselwirken. Von nix kommt nix. Muß also hin und wieder nachgeladen werden. Und stark sein, denn es geht nicht um geduldig herumliegende Eisen feilspäne. Und dann die Struktur - wenn es keinen Mini-Strahlungsgürtel von gebremsten Teilchen erzeugen soll, muß es abstoßen. Also noch kräftiger sein. Abgesehen davon , neutrale Teilchen fliegen kichernd durch. Somit muß man eh eine Abschirmschicht einplanen. Da kann man auch gleich - nun ja.

Abschirmung durch außenherum gepackte Materialien? Mal abgesehen davon, was (knapp bemessen) mit geführt wird, davon kann der kleinste Teil (vlt Wäsche o.ä.) wieder zurückgepackt werden. Treibstoffe werden spätestens zwecks Rückstart bis nahe Null verbraucht. Und Lebensmittel möchte man a) ebenfalls verbrauchen und b) nicht heftigst bestrahlen lassen. Aus den bekannten Gründen.

Was auch bei den erdgebundenen Diskutierern gern vergessen wird , ist das Thema Psyche. Freilich gibts hier etliche Texte auch zu dem Thema, aber man möge mal den statistischen Anteil betrachten. Gerry hats eben mal wieder erwähnt, ist aber halt selten. Selbst ein Jahr auf der ISS - das ist quasi im Vorgarten, nur daß mal kurz der Haustürschlüssel verlegt wurde ! Da kann man freilich eine Menge gesundheitliche Erkenntnisse gewinnen, muß es auch. Und auch ein bissel was über Psyche lernen, wo aber jederzeit noch gegengesteuert werden könnte, wenn auch mit hohem Aufwand. Aber lächerlich , das mit einer Marsreise zu vergleichen. Aber das gehört nicht in diesen Thread, deshalb fin damit.

Offline Daracha

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Re: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen
« Antwort #26 am: 02. Juni 2013, 11:01:14 »
Hallo!

Seit sehr langer Zeit lese ich aufmerksam in diesem Forum und bin begeistert, daher habe ich mich jetzt auch mal angemeldet.

Zum Thema Strahlenschutz:
Vor geraumer Zeit habe ich mal von einem Strahlenschutz in Form von Wassertanks um einen zentralen Schutzraum gehört. Das Wasser soll angeblich die Strahlung um ein vielfaches reduzieren und in diesen Raum könnten die Raumfahrer bei aktuer Gefahr sich zurück ziehen. Leider habe ich weder eine Quelle noch eine ungefähre Angabe von wem das kam. Würde mich interessieren, ob es dieses Konzept mal ernsthaft gab oder das nur eine Theorie war.

Liebe Grüße,
Chiara

imperialdramon4

  • Gast
Re: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen
« Antwort #27 am: 02. Juni 2013, 11:32:50 »
Jap, dieses Konzept ist durchaus realistisch. Das Wasser, oder um ganz genau zu sein der Wasserstoff, würde einen Großteil der Neutronen abschirmen. Die Idee mit so einem Schutzraum ist also nicht abwegig. In Kernkraftwerken wird ja auch Wasser als Strahlenschutz in den Abklingbecken benutzt   ;)

Offline runner02

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Re: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen
« Antwort #28 am: 02. Juni 2013, 11:48:53 »
Zitat
Bevor die Menschheit zum Mars aufbricht muss erst eine Isolation für das Raumschiff
entwickelt werden


... Und natürlich die Kernfusion und ein Warpantrieb. Ein Perpetuum Mobile wäre auch nicht schlecht, und wo wir schon dabei sind, ein Flieger für den Mars der nahezu 100% Effiziwnz hat.

Abflugtermin NET 2713.

Zitat
Aber von Reparaturmechnismen des Körpers habe ich noch
nie gehört.

Diese sind aber logisch, Gestein enthält radioaktive Isotope. Aus dem Weltraum kommt Strahlung. Und hin und wieder bricht DNA auch durch UV Strahlung. Oder durch fremde Enzyme, was auch immer.
Leben muss seine DNA immer wieder reparieren. Sonst hätte es die letzten 4 Milliarden Jahre keine Chance gehabt.



Zitat
Schlimm sind die entarteten Zellen, die nur noch auf Vermehrung und Schmarotzen programmiert funktionieren, eben Krebszellen


Menschen würden jeden Tag mehrmals Krebs entwickeln, gäbe es keine Reperaturmechanismen. Der Körper erkennt viele tumorige Zellen und zerstört sie (Aptoptose).
Allerdings - leider nicht alle.

Zitat
Solange aber die Limits des Reparatursystems nicht überschritten werden sollte also eigentlich keine Erhöhung des Krebsrisikos auftreten.

Das heißt, die Strahlenbelastung sollte nicht zu niedridg sein, dass der Körper die Reparaturmechanismen überhaupt erst anfährt.
Aber auch nicht zu viel, dass die DNA schneller kaputt wird als der Körper sie reparieren kann...

(über Musk) “He wants to make people a multi-planet species, and he’s not going to quit. He’ll change the model, or he’ll spend more of his own money—he’ll do something. He’s not in it to build the rockets; that’s a means to an end. It’s a religion for him.”

Führerschein

  • Gast
Re: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen
« Antwort #29 am: 02. Juni 2013, 11:57:05 »
Nur mal kurz was zu der schrecklichen Sekundärstrahlung. Gut daß die NASA und die Astronauten davon nichts wissen. Trotz der relativ niedrigen Strahlung pro Tag ist die ISS mit ihrer hohen Lebensdauer dadurch natürlich inzwischen eine einzige Strahlungshölle.

Sekundärstrahlung auf dem Mars, die muß ja noch viel höher sein. Das ist den Meßgeräten auch noch nicht aufgefallen.

GZ-Corsa

  • Gast
Re: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen
« Antwort #30 am: 02. Juni 2013, 12:39:40 »
Hallo Atlan,

regt dein Zellaktivator eigentlich auch diesen Reparaturmechanismus an oder steckt da ein anderes Prinzip dahinter?

Gruß
Peter

Sorry für "of topic"

McFire

  • Gast
Re: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen
« Antwort #31 am: 02. Juni 2013, 13:45:55 »
Wasser als Abschirmung wär freilich erstmal nicht schlecht. Aber zumindest die erste Reise zum Mars wird ein Unternehmen mit knappen Ressourcen, glaub ich. Da wirds wahrscheinlich nicht gehen, ein paar Tonnen Wasser mitzuschleppen, die nicht (!) verbraucht  werden dürfen. Bei einem (unvollkommenen) Beispielzylinder von 5m dm und 5m Höhe mit 25cm Schichtdicke wären das ca 25 Tonnen. Und diese Wassermenge bedingt ja auch noch eine stabile, somit schwere tragende Struktur, die den Start aushält.
Ich fürchte , da wird noch viel getan werden müssen, Stoffe zu entwickeln, die genug Chemie enthalten, die einen breitgefächerten Einfangquerschnitt hat und dabei gleichzeitig Baumaterial und/oder Isolation sein kann. Bigelow ist ein Ansatz dazu, aber...
Mit runter auf den Mars könnte eine Wasserabschirmung allerdings eh nicht. Deshalb wäre es halt schön, wenn man da auf nennenswerte und sammelbare Wasser"mengen" stoßen würde.
Thema Schutzraum. Ich meine, die wenigste Zeit der Reise und des Aufenthalts werden die Leute sich im Schutzraum aufhalten!!! Nur bei rechtzeitig bekannten Strahlenstürmen und beim schlafen. Ansonsten werden sie hier und da und dort arbeiten. Weil es zu tun gibt und weil sie nicht durchdrehn wollen. Also an Arbeitsplätzen sein, die wenig Schutz bieten und vielleicht (was sagen die Fachleute?) im Lauf der Zeit schon selbst Strahlenquelle sind.
Resourcen: Ein Jahr auf dem Mars - hat mal jemand berechnet, wieviel Raumanzüge (oder entspr. Reparaturmaterial) da verschlissen wird? Das ist auch Materialgewicht! Bitte mal Augen zumachen und sich wenigstens einen wöchentlichen Marsch in auch etwas entferntere Gegenden vorstellen. Mit heftiger Arbeit dabei! In einer Umgebung, die nicht so sauber ist, wie bei einer ISS EVA. Es könnte sein, daß man garnicht anders kann, als Transportgewicht für ein kleines Fahrzeug zu verwenden, um die Anzüge zu schonen.
Ein Jahr - da will und und wird man nicht auf der Stelle hocken.
Also Gewicht sparen, sparen. Und halt die größte Zeit ohne Abschirmung auskommen müssen.
Für den Schutz- und Hauptarbeitsraum vor Ort seh ich eher noch, daß man ein stabiles Tragdach bauen kann und dort reichlich draufschaufelt, was da ist, nämlich Marsboden. Denn extrem stabile aber leichte Gitterträger gibts.
Aber vlt findet HiRise ja auch eine hübsche Grotte  ;D

Offline Major Tom

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Re: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen
« Antwort #32 am: 02. Juni 2013, 13:48:22 »
OT: Atlan hat keinen Zellaktivator mehr, er ist jetzt gechipt.  ;D
„Die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben. Das Sonnensystem wird unser Kindergarten.“ K. E. Ziolkowski

-

Stolzer Träger einer Raumconverwarnung wegen Schreibens unbequemer Wahrheiten.

Führerschein

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Re: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen
« Antwort #33 am: 02. Juni 2013, 14:29:52 »
Es geht bei der Abschirmung um die Wasserstoffatome, nicht um Wasser an sich. Kunststoffe enthalten Kohlenwasserstoffe, also auch viel Wasserstoff. Man kann also einen Kunststoffkokon nehmen statt Wasser, dann braucht das keinen extra Tank und ist in sich stabil genug.

Ein entsprechender Kokon zum schlafen und bei Solar Flares wäre schon eine Lösung. Aus dem gleichen Grund sind die Bigelow- oder ähnliche Module auch besser als Aluminium. Eben viel Wasserstoff in den verarbeiteten Kunststoffen.

McFire

  • Gast
Re: Strahlenbelastung von Astronauten bei interplanetaren Missionen
« Antwort #34 am: 02. Juni 2013, 22:45:11 »
Ja genau . Das immer wieder mal zitierte Wasser geht einfach nicht. Aber Kunststoffe, die auch Bauelemente sein können bzw müssen.

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