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Autor Thema: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse  (Gelesen 54013 mal)

Offline spacecat

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #75 am: 04. Februar 2015, 15:27:05 »
Hallo,

um 15:30 Uhr gibt es ein Live Streaming von der IWF Tagung zu Rosetta.
Ihr müßt nur aus dem Ausland Euch den Stream anschauen, sonst ist er leider gesperrt. ;)

https://m.youtube.com/?client=mv-google#/watch?v=DBGDpcj6dwM

Tut mir leid erst jetzt entdeckt. :-\

spacecat

Offline akku

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #76 am: 04. Februar 2015, 18:09:06 »
Dieses Video wurde vom Nutzer entfernt.

Offline spacecat

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #77 am: 05. Februar 2015, 05:22:49 »
 :-[ Blöd  :-\

Also live ging es...

Es waren 4 Vorträge zu sehen,
Der erste Vortrag von Herrn Konrad Schwingenschuh befasste sich mit dem Magnetfeld um den Kometen.
Ergebnis: Es ist nur sehr sehr schwach, unter 2,4 x 10-6 A m/kg.
Der Komet selbst hat kein Magnetfeld, Staubablagerungen und andere Prozesse von außen (Sonnenwind) sind für das Feld veranwortlich. Ein Magnetfeld spielte daher bei der Entstehung des Kometen keine Rolle

Der zweite von Herrn Mark Bentley befasste sich mit dem Staub des Kometen. Einige der von ihm vorgestellten Ergebnisse kennt man schon, sie wurden im Rosetta Blog veröffentlicht.
Man hat eine so frühe Detektion von Staub nicht erwartet
(http://blogs.esa.int/rosetta/2014/09/08/cosima-catches-cosmic-dust/).
Auch war die Menge des eingefangenen Staubs sehr von der Orientierung der Raumsonde abhängig (http://blogs.esa.int/rosetta/2014/09/12/giada-tracks-the-dust-2/).
Schwierigkeiten hatte man außerdem beim GIADA-Instrument mit den großen, fluffigen Staubteilchen, deren Größe man zwar über einen Vorhang aus Laserstrahlen sehr gut messen konnte, welche aber oft zu leicht für eine Messung mittels einer Piezoelektronik waren, da sie zu sanft aufsetzten. Bei anderen Teilchen löste die Elektronik hingegen aus, aber ihre Größe war zu gering für den Laser.
Die Fluffigkeit des Kometenstaubs machte auch bei seiner Vermessung im MIDAS-Instrument Probleme, da mit solch großen Teilchen nicht gerechnet worden war und Teile des aggregierten Staubs an der Abtastnadel des Rasterkraftmikroskops hängenblieben
(http://blogs.esa.int/rosetta/2014/12/17/midas-and-its-first-dust-grain/).
Allen Staubteilchen gemein war, daß sie sehr trocken sind, also kein gefrorenes Wasser enthalten. Die Wissenschaftler nehmen daher an, daß der jetzt gefundene Staub von der letzten (oder noch früheren) Annäherung des Kometen an die Sonne stammt.
(http://blogs.esa.int/rosetta/2015/01/26/cosima-watches-comet-shed-its-dusty-coat/)
Mit zunehmender Aktivität des Kometen soll sich nun der Eisgehalt des Staubs steigern, außerdem fängt man nun zunehmend Staubteilchen mit günstiger Größe und Gewicht ein.
Das MIDAS-Instrument soll daher in den nächsten Tagen nocheinmal eingesetzt werden. Die Bilder hierfür wurden bereits angefertigt (und im Vortrag auch gezeigt) und die Zielteilchen ausgewählt. 
Insgesamt hat man jetzt schon eine größere Menge Staub eingefangen, als man vorher gedacht hatte.

Der dritte Vortrag von Herrn Günter Kargl beschäftigte sich mit dem Philae-Lander und seiner Landung.
Hier gab es für uns Interessierte wenig neues. Es wurde alles schon in dem Rosetta-Blog ausgebreitet. Der Grund sind hier nach wie vor Embargos auf wissenschaftliche Ergebnisse und OSIRIS-Bilder.
Zusammenfassend läßt sich sagen:
Der Lander ist gelandet! Nun danket alle dem Schwungrad!
Es stabilisierte den Lander auch bei den weiteren Sprüngen ("Hops") in eine aufrechte Position, dadurch verlor man nie länger den Funkkontakt.
Man ist sich nicht sicher, ob die Harpunen Philae richtig verankert oder in eine Umlaufbahn katapultiert hätten. Über die Gründe der Fehlfunktionen (Kaltgasdüse, Harpunen) druckst man noch herum...
Der zweite Sprung des Landers war weiter als der Erste.
Man hatte schieres Glück das man nicht auf der dunkelen Seite des Kometen gelandet ist, weil sie: A dunkel ist und B man wahrscheinlich mit dem Kopf voran gelandet wäre.
Man ist sehr zufrieden die ersten Forschung auf dem Kometen durchgeführt zu haben.
Die Position des Landers kennt man immer noch nicht genau, hofft aber, daß er sich im Mai wieder meldet und man im Sommer die Forschung fortsetzen kann.
Alles weitere im Rosetta-Blog, zum Beispiel:
http://blogs.esa.int/rosetta/2014/11/14/three-touchdowns-for-rosettas_lander/
http://blogs.esa.int/rosetta/2014/11/16/philae_spotted_after_first_landing/
http://blogs.esa.int/rosetta/2014/11/17/osiris-spots-philae-drifting-across-the-comet/
http://blogs.esa.int/rosetta/2014/11/21/homing-in-on-philaes-final-landing-site/
http://blogs.esa.int/rosetta/2014/11/28/did-philae-graze-a-crater-rim-during-its-first-bounce/
http://blogs.esa.int/rosetta/2015/01/30/where-is-philae-when-will-it-wake-up/

Der vierte Vortrag wurde von Herrn Martin Volwerk gehalten. Es ging hier im Untersuchungen des RPC. Dabei ging es um den "Gesang" des Kometen (http://blogs.esa.int/rosetta/2014/12/19/behind-the-scenes-of-the-singing-comet/. Dieser entsteht wohl im Zusammenspiel von energiereichem, ultravioletten Licht der Sonne, das auf die elektrisch neutralen Wassermoleküle des Kometen trifft. Dabei werden die Wassermoleküle ionisiert, sie sind nun positiv geladen und stossen sich von den ebenfalls geladenen Atomen des Sonnenwinds in Richtung des Kometen ab. Da die Wassermoleküle nun mit zunehmender Nähe des Kometen zur Sonne von seiner Oberfläche freigesetzt werden, verstärkt sich auch die Hülle aus aus geladenen Wassermolekülen um den Kometen immer mehr und bildet schließlich einen Schutzschirm gegen den Sonnenwind aus. Dabei wird ein schwaches Magnetfeld induziert, welches man messen und hörbar machen kann (http://blogs.esa.int/rosetta/2015/01/22/watching-the-birth-of-a-comet-magnetosphere/). Die Wissenschaftler sind verwundert wie stabil dieses instabile Feld ist. Aber offensichtlich paßt es ganz gut in die mathematischen Simulationen.

Soweit eine kurze Zusammenfassung der Vorträge

Gruß
spacecat

Offline Terminus

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #78 am: 05. Februar 2015, 07:47:57 »
Wunderbar zusammengefasst, vielen Dank.  :D

Offline GG

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #79 am: 05. Februar 2015, 08:08:45 »
Prima Zusammenfassung! :)

Offline Tuner

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #80 am: 05. Februar 2015, 19:29:36 »
Daumen Hoch!

Danke!

Sven

Offline stonemoma

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #81 am: 22. März 2015, 10:33:27 »
Ich habe einen schönen Vortrag am Freitag am MPS von Fred Goesmann über die Ergebnisse von COSAC gehört. Mehr als ein Dutzend chemische Verbindungen im ersten sniffing MS, das 20 Minuten nach dem 1. Aufsetzen in etlichen 100 Metern entfernt vom Landeplatz  im freien Flug aufgenommen wurde. Verbindungen mit bis zu 3 Kohlenstoffatomen, alles Sauerstoff und Stickstoffverbindungen kaum reine Kohlenwasserstoffe.

Mal sehen wie der Review-Prozess bei Science für das Sonderausgabe für den Rosetta Lander Issue wird.


Offline stonemoma

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #82 am: 30. Juli 2015, 20:22:14 »
Heute gehts ziemlich Rund im Blätterwald.
Morgen kommen die ersten Science Artikel für Philae raus.
Bin schon sehr gespannt was die aus unseren COSAC Ergebnissen machen.
Ich hoffe nur Chandra Wickramasinghe ist schon im Bett und kommt erst Morgen zum komentieren.

McFire

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #83 am: 30. Juli 2015, 22:20:06 »
Da scheint ja ein schöner "Cocktail" am Ort zu sein, wie auch im anderen Thread berichtet wurde.
Die Frage ist - selbst erzeugt im Lauf der Zeit? Mit welchen Prozessen? Oder irgendwo eingefangen?
Na schau mer mal....

Offline roger50

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #84 am: 30. Juli 2015, 23:37:15 »
Hier ein erster Presseartikel der DLR von heute zu den Forschungsergebnissen:

http://www.dlr.de/dlr/de/desktopdefault.aspx/tabid-10081/151_read-14398/#/gallery/20130

Gruß
roger50

SpaceMech

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #85 am: 08. August 2015, 14:28:09 »
In der aktuellen Druckausgabe der "ZEIT" (Nr.32) von dieser Woche findet sich ein Artikel von Dirk Asendorf über ROSETTA mit einigen bemerkenswerten Punkten:

- OSIRIS hat bis dato bereits 30.000 (!) Aufnahmen gemacht (und übertragen);

- man findet trotz hohem Massenverlust keine kollabierten "Klippen" oder eingebrochene Kruste:
  die gesamte Landschaft auf C-G scheint großflächig langsam abzusinken;

- "Wie kommt die Wärme unter die Staubschicht ? Und warum tritt das Material so langsam aus ?
  Das versteht bisher keiner " (O-Ton Holger Sierks)

- "Manchmal muß der nötige Gedankenblitz von außen kommen", von Forschern also, die alle Bilder und Messergebnisse mit unvoreingenommenem Blick betrachten (Hermann Böhnhardt, Philae Lead Scientist)

Langsam fällt der Groschen - aber er fällt ...

Offline stonemoma

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #86 am: 19. September 2015, 22:32:44 »
Nach zwei Vorträgen von Kathrin Altwegg auf dem Rosetta Science Meeting bin ich etwas schlauer was man so alles an Organik auf dem Kometen finden kann. Die Liste an Molekülen die auf einem Kometen gefunden wurden wird wohl ein paar Seiten länger werden müßen.

Leider konnte ich nicht beim ganzen Spaß dabeisitzen, aber das was ich gehört habe gibt noch eine ganze Reihe von Publikationen von Rosetta.

Lustig könnte auch der Film von Arte werden der zum Teil auf dem Meeting gedreht wurde.

Offline Gertrud

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #87 am: 24. September 2015, 11:30:34 »
Hallo Zusammen,

die Messungen des VIRTIS-Spektrometers (Visible, InfraRed and Thermal Imaging Spectrometer)  weisen auf einen Tag-Nacht-Zyklus des Kometen hin. Dazu einen Bericht in deutsch vom DLR.
Dampf unter der Haube: Eismuster auf Komet Churyumov-Gerasimenko lassen tief blicken

http://blogs.esa.int/rosetta/2015/09/23/rosetta-reveals-comets-water-ice-cycle/

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline Lumpi

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #88 am: 28. September 2015, 15:46:14 »
Pressekonferenz ist vorbei, habe ich das richtig verstanden, dass man davon ausgeht, dass Tschuri aus zwei Körpern entstanden ist?   ???


Quelle: ESA

Edit: Jetzt kann ich meine Frage selbst beantworten: Es soll tatsächlich so sein, Tschuri ist aus zwei getrennten Körpern entstanden! Zum Nachlesen: http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Rosetta/How_Rosetta_s_comet_got_its_shape
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline Lumpi

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #89 am: 29. September 2015, 14:31:26 »
Die Forscher vom OSIRIS-Team sind also zur Schlussfolgerung gekommen, dass "Tschuri" durch einen langsamen Zusammenstoß von zwei getrennten Kometen seine Form erhielt.
http://www.mps.mpg.de/4135451/Aktuelles_2015_09_28_Wie_der_Rosetta-Komet_seine_Form_erhielt

Dafür haben sie die Schichtstrukturen auf dem Kometen ausgewertet. Durch ein 3D-Modell konnten sie feststellen, in welche Richtungen die Schichten, aus denen "Tschuri" besteht, geneigt sind und wie sie unter der Oberfläche weiter verlaufen. Auf beiden Kometenteilen verlaufen die Schichten gleichmäßig und zusammenhängend. Am "Hals" sind diese Schichten jedoch entgegengesetzt zueinander geneigt - ein Hinweis auf ursprünglich zwei Körper.


Credit: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA; M. Massironi et al (2015)

Letzte Gewissheit brachten den Forschern Computermodelle, die Stärke und Richtung der lokalen Gravitation  im Zusammenhang mit Ausrichtung der Schichtstrukturen darstellten. Dabei zeigte sich, dass ein Modell mit zwei getrennten Massenschwerpunkten gut zu den tatsächlichen Gegebenheiten passt.


Credit: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA; M. Massironi et al (2015)
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Offline Siliziumdioxid

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #90 am: 29. September 2015, 23:58:32 »
Potzblitz!
Es   s i n d   Schichtstrukturen, und dazu noch verschieden geneigt!

ZITAT (Von Lumpi):
"Die Forscher vom OSIRIS-Team sind also zur Schlussfolgerung gekommen, dass "Tschuri" durch einen langsamen Zusammenstoß von zwei getrennten Kometen seine Form erhielt.
http://www.mps.mpg.de/4135451/Aktuelles_2015_09_28_Wie_der_Rosetta-Komet_seine_Form_erhielt

Dafür haben sie die Schichtstrukturen auf dem Kometen ausgewertet. Durch ein 3D-Modell konnten sie feststellen, in welche Richtungen die Schichten, aus denen "Tschuri" besteht, geneigt sind und wie sie unter der Oberfläche weiter verlaufen. Auf beiden Kometenteilen verlaufen die Schichten gleichmäßig und zusammenhängend. Am "Hals" sind diese Schichten jedoch entgegengesetzt zueinander geneigt - ein Hinweis auf ursprünglich zwei Körper.

...

Letzte Gewissheit brachten den Forschern Computermodelle, die Stärke und Richtung der lokalen Gravitation  im Zusammenhang mit Ausrichtung der Schichtstrukturen darstellten. Dabei zeigte sich, dass ein Modell mit zwei getrennten Massenschwerpunkten gut zu den tatsächlichen Gegebenheiten passt.

..."ZITAT Ende.

Dass ist doch mal ein Ergebnis! Macht weiter so!

PS.: Können die sog. "Einzelkörper" vom Tschuri erst erodiert "weggelutscht" und dann später "Kopf und Körper" gegeneinander disloziert "verkippt" worden sein, wie aktuell vermutet?
Wenn, dann könnte man evtl. entsprechende Schichtabfolgen in beiden Körpern finden, die zusammenpassen?
Wie schaut's mit Spektralanalysenvergleich der Einzelkörper aus?

Viele Grüße und Glück Auf!
SiO²
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Offline Siliziumdioxid

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #91 am: 30. September 2015, 00:54:19 »
Gibt's das auch in Groß?!?:
Die Forscher vom OSIRIS-Team sind also zur Schlussfolgerung gekommen, dass "Tschuri" durch einen langsamen Zusammenstoß von zwei getrennten Kometen seine Form erhielt.
http://www.mps.mpg.de/4135451/Aktuelles_2015_09_28_Wie_der_Rosetta-Komet_seine_Form_erhielt

Dafür haben sie die Schichtstrukturen auf dem Kometen ausgewertet. Durch ein 3D-Modell konnten sie feststellen, in welche Richtungen die Schichten, aus denen "Tschuri" besteht, geneigt sind und wie sie unter der Oberfläche weiter verlaufen. Auf beiden Kometenteilen verlaufen die Schichten gleichmäßig und zusammenhängend. Am "Hals" sind diese Schichten jedoch entgegengesetzt zueinander geneigt - ein Hinweis auf ursprünglich zwei Körper.


Credit: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA; M. Massironi et al (2015)

Letzte Gewissheit brachten den Forschern Computermodelle, die Stärke und Richtung der lokalen Gravitation  im Zusammenhang mit Ausrichtung der Schichtstrukturen darstellten. Dabei zeigte sich, dass ein Modell mit zwei getrennten Massenschwerpunkten gut zu den tatsächlichen Gegebenheiten passt.


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In der Größe kann mann -. Frau das nicht so gut erkennen.
MfG und GA!
SiO²
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Offline Terminus

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #92 am: 30. September 2015, 07:53:30 »
PS.: Können die sog. "Einzelkörper" vom Tschuri erst erodiert "weggelutscht" und dann später "Kopf und Körper" gegeneinander disloziert "verkippt" worden sein, wie aktuell vermutet?
Wenn, dann könnte man evtl. entsprechende Schichtabfolgen in beiden Körpern finden, die zusammenpassen?
Wie schaut's mit Spektralanalysenvergleich der Einzelkörper aus?

Das ist auch eine Erkenntnis der Publikation: Obwohl "Kopf" und "Körper" zwei getrennte Einzelkörper sind, sind sie sich doch recht ähnlich.

Über zusammenpassende Schichtenabfolgen wurde freilich m.E. nichts gesagt.

Nur weil sich die Körper so ähnlich sind, konnte IMHO die Idee überhaupt erst aufkommen und sich lange halten, dass es sich um einen krass erodierten Einzelkörper handelt.

Die Ähnlichkeit der Körper spricht ja auch für einen gemeinsamen Entstehungs"ort" im Sonnensystem und passt auch gut zu der Hypothese der langsamen Kollision.

Offline Lumpi

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #93 am: 30. September 2015, 09:53:44 »
Gibt's das auch in Groß?!?:

In der Größe kann mann -. Frau das nicht so gut erkennen.
Hallo @Siliziumdioxid,

ja sicher!

Download 1: (5,44 MB) http://www.esa.int/spaceinimages/Images/2015/09/Layers_on_the_comet_s_surface
Download 2: (4,68 MB) http://www.esa.int/spaceinimages/Images/2015/09/The_comet_s_two_lobes

..sind in dem Link in #88 "versteckt"...
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline Siliziumdioxid

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #94 am: 01. Oktober 2015, 01:41:16 »
Vielen Dank Lumpi, und ja, hätt' das auch selber auspfriemeln`können, to upset from posts, Sorry!
 :o
Bin ja froh, dass jemand das "Stricheln" - Nachzeichnen von Schichten und Störungen auf Fotos ausgiebig praktiziert.
Wie bei Auswertung von Luftbildern auf der Erde - Gute Ingenieurgeologie halt. Auch ein Stück Gefühl steckt da drin.
Gut gestrichelt (nachzeichnen von geologischen Grenzen) ist halb visiualisiert.

(Störungen blau, Schichten rot, Pfeile weiß nich' genau)

Credit: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA; M. Massironi et al (2015)

Das mit den Flächen, Einfallen, Streichen, Berechnungen... ich tippe auf ursprünglich Programm Auffindung Erdöllagerstätten oder Rohstoffe... :D
...Die 'weitest' gediehenen Programme zu geologischer Visiualisierung auf Erden (3D-Brille aufziehen?).


Credit: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA; M. Massironi et al (2015)

Wenn siech die beiden Einzelkörper von Tschu' nahe beieinander entwickelt haben, dann sollte ähnliche Stratigraphie vorherrschen, wenn sie in etwa gleich groß waren. Sonst ungleiche Anziehung, unterschiedliche Schichtdicken, Gravitation oder?

"Strichelt" was das Zeug hält! Dann mit Streichen und Einfallen 'rein in Supercomp', daraus 3D errechnen - Einfach großartig (vorsicht PC.Fehler)!

Was bedeutet "nah"  zwischen Körpern der ursprünglichen Oort - Wolke? Küssten sie sich :-*?
Wann war das?
Vor 3,5 Ma?
WENN? Dann sehr lang her, im Solarsystem nach innen wandernde Körper bauen kinetische Energie auf, oder?  :D

Weiter so, Zielgerade! :) :) :)

Mit freundlichen Grüßen und Glück Auf!
SiO²
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Offline Siliziumdioxid

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #95 am: 01. Oktober 2015, 01:57:32 »
Vielen Dank Terminus,

PS.: Können die sog. "Einzelkörper" vom Tschuri erst erodiert "weggelutscht" und dann später "Kopf und Körper" gegeneinander disloziert "verkippt" worden sein, wie aktuell vermutet?
Wenn, dann könnte man evtl. entsprechende Schichtabfolgen in beiden Körpern finden, die zusammenpassen?
Wie schaut's mit Spektralanalysenvergleich der Einzelkörper aus?

Das ist auch eine Erkenntnis der Publikation: Obwohl "Kopf" und "Körper" zwei getrennte Einzelkörper sind, sind sie sich doch recht ähnlich.

Über zusammenpassende Schichtenabfolgen wurde freilich m.E. nichts gesagt.

Nur weil sich die Körper so ähnlich sind, konnte IMHO die Idee überhaupt erst aufkommen und sich lange halten, dass es sich um einen krass erodierten Einzelkörper handelt.

Die Ähnlichkeit der Körper spricht ja auch für einen gemeinsamen Entstehungs"ort" im Sonnensystem und passt auch gut zu der Hypothese der langsamen Kollision.

Ja, insgeheim vavorisierie ich auch noch die "Ein-Körper-Theorie".
Ein ausgefressener Apfelgrips!
aber lass' mal, nicht unnötig Reisig ins Feuer packen.
Wissenschaft besteht immer aus vielen Meinungen, wie die Stoffe eines sonnennahen Kometen: Einige verflüchtigen sich, andere werden hart wie Stein.

Die Spektralanalysen einzelner Schichten währen, (verdammt, wären ohne H) so wichtig.

Weiter so, Zielgerade! :) :) :)

Mit freundlichen Grüßen und Glück Auf!
SiO²

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Offline -eumel-

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #96 am: 02. November 2015, 23:36:20 »
Das Journal Astronomy & Astrophysics veröffentlichte am 30. Oktober 2015 eine Sonderausgabe mit Artikeln zur Rosetta Mission.

Liste der 46 Artikel
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 26. Juli 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

SpaceMech

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #97 am: 03. Februar 2016, 21:28:46 »
Auf ZEIT Online gibt es aktuell einen Artikel zu den Ergebnissen der
Radio Science Investigation (RSI) zur inneren Zusammensetzung des Kometenkerns:

http://www.spektrum.de/news/komet-tschuri-ist-ein-homogenes-leichtgewicht/1397871?utm_source=zon&utm

Kurz zusammengefasst:

     - mittlere Dichte = 0,533 g/cm3
     - Porenvolumen = 72 bis 74 %
     - keine größeren Hohlräume; der Kern ist homogen bis hinunter zu einer
        Skalenlänge von 3 m
     - Volumen-Mischungsverhältnis Staub zu Eis = 2 zu 1
     - Massen-Mischungsverhältnis  Staub zu Eis = 4 zu 1

Diese Ergebnisse decken sich mit den Messungen des Radar-Instruments CONSERT.

    Gruss   HHg

Offline -eumel-

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #98 am: 03. Februar 2016, 23:27:43 »
Wie muss man das verstehen?
Konnten sie ohne Zusammenwirken mit Philae nur bis 3 m Tiefe messen?
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 26. Juli 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline Youronas

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Re: Rosetta - wissenschaftliche Instrumente und Ergebnisse
« Antwort #99 am: 04. Februar 2016, 12:43:54 »
Ich würde das eher als keine Hohlräume größer drei Meter interpretieren, also homogen bis hinunter zu drei Metern.

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