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Autor Thema: EmDrive  (Gelesen 156729 mal)

fourth planet

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Re: EmDrive
« Antwort #75 am: 05. Mai 2015, 00:16:47 »
Hier der aktueller Artikel auf space.com:

http://m.space.com/29308-nasa-hyperspace-em-drive.html

MFG, fourth planet

Offline Ruhri

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Re: EmDrive
« Antwort #76 am: 05. Mai 2015, 00:21:12 »
Das kann man so nicht vergleichen. ???
Erstmal weiß man noch Gar nicht welche Ursache führ den Schub verantwortlich ist und wie man den Optimal nutzt. Das gleiche gilt führ das Warp Feld. (die Ursache kann auch ein Messfehler sein!) Lasst uns erstmal abwarten bis das nächste Modell mit 12 facher Leistung getestet worden ist. Da kann man dann schon einen ordentlichen Schub messen wenn der Tatsächlich exponentiel ansteigt.

Siehst du? Man hat keinen blassen Schimmer, woher der Effekt kommen soll. Bei Ionenantrieben war das immer anders. Und da soll aus einem theoretisch unverstandenen Effekt in Nullkommanix ein Raumschiffantrieb entstehen? So etwas gibt es nur in der Science Fiction. Ich empfehle in dem Zusammenhang "Der Daleth-Effekt" von Altmeister Harry Harrison, in dem ein israelischer Wissenschaftler so etwas schafft und ihn in kürzester Zeit in Dänemark realisiert.  :)

Zitat
Spekulation Modus an/
 Wenn das alles erfolgreich sein sollte und auf ein wirklich einfaches Prinzip zurückgeführt werden kann, könnte es wirklich sehr schnell gehen, da hier eine große SiFi Fan-Gemeinde hinter steht, die so ein Raumschiff unbedingt haben will. Außerdem will man sicher nicht das die Chinesen eher ein Warp Schiff bauen.
Spekulation Modus aus/
Das ist jedoch zur Zeit pure Spekulation. Erst einmal sollten wir den Test mit 12 facher Leistung abwarten. Ob ein Messfehler vorliegt sollte man da schon klar sehen können.

Was diese Gemeinde sich wünscht, ist für die Realisierung von Projekten völlig irrelevant. War dir das etwa noch nicht klar? ??? Und die Chinesen würden es nicht leichter haben, so ein Projekt zu realisieren. Ansonsten: Ja, lasst uns auf belastbare Resultate warten.

Offline Ruhri

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Re: EmDrive
« Antwort #77 am: 05. Mai 2015, 00:30:24 »
Weil weder Industrie noch Politik im Geringsten daran interessiert sind. Viiiiieel zu groß sind die bequemen Gewinne, die die Stromindustrie derzeit mit den Kernspaltungs-Reaktoren macht, weil sie Ihre Kraftwerke weder versichern (können) noch für die Unsummen an Entsorgungskosten auch nur annähernd adäquat aufkommen, weil man sie einfach machen lässt. Und viiiiieel zu groß sind die Vorbehalte gegen diese Zukunftstechnik in der allgemeinen Bevölkerung, als dass sich ein Politiker, der von Natur aus wiedergewählt werden will, darauf einließe, dafür Geld auszugeben. Deswegen hat Schröder ja auch sehr erfolgreich jeglichen Ausbau der Forschung in Deutschland auf diesem Gebiet abgeschmettert.

Sorry, Off topic, ich weiß. Musste aber grad mal sein.

Schmieden wir gerade Verschwörungstheorien? Ich verrate dir mal ein (Off-Topic-) Geheimnis: Die Atomkonzerne in Deutschland wollten, abgesehen von einem Manager, überhaupt keine Kernkraftwerke bauen. Sie waren mit ihren Stein- und Braunkohlekraftwerken vollauf zufrieden. Die Physiker haben die Politiker überzeugt, dass man unbedingt in diese Zukunftstechnologie einsteigen müssen, und die haben die Strombosse dann dahin gedrängelt, das Ganze zu realisieren. Der Physiker Carl-Friedrich von Weizsäcker hat übrigens vor etlichen Jahrzehnten die Prognose abgegeben, dass Deutschland im Jahr 2000 eine Atommüllmenge haben würde, die locker in einen Würfel mit einer Kantenlänge von 20 m passen würde, also keine große Sache. Tatsächlich haben wir zurzeit so zwischen 6.500 bis 7.000 m3, was immer noch weniger ist als die besagten 8.000 m3. Die Probleme, damit umzugehen, hat nicht nur er unterschätzt.

In anderen Ländern haben sie nebenbei bemerkt keine allzu großen Probleme mit der Kernenergie und würden sofort Fusionskraftwerke bauen. Die Dinger funktionieren also wirklich noch nicht, und das könnte mit diesem Antrieb auch geschehen. Theoretisch denkbar, praktisch noch nicht realisierbar.

Offline Klakow

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Re: EmDrive
« Antwort #78 am: 05. Mai 2015, 02:50:29 »
@Ruhri:
Du vergleicht hier die Schwierigkeit die bei der Kernfusion zu lösen sind, mit dem was bei EmDrive an Aufwände zur Lösung von dessen Problemen nötig sein könnte.
Ich denke aber dies ist falsch, die Kernfusion beruht auf bekannten Bedingungen die aber sehr sehr schwer geregelt herstellbar sind. (hohes Produkt von Druck * Temperatur)
Wie du sicher weist scheinen die Bedingungen für den EmDrive dagegen ziemlich einfach im Vergleich. Ein weiterer Unterschied ist sicher auch das bei der Kernfunktionen
das Produkt von (Druck * Temperatur) >Minimum sein muss, sonst geht nichts. Das wäre beim EmDrive offensichtlich was ganz anderes.

GalacticTraveler

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Re: EmDrive
« Antwort #79 am: 05. Mai 2015, 07:19:34 »
Schmieden wir gerade Verschwörungstheorien?

Nicht im geringsten. Alle meine Aussagen sind leicht überprüfbare Fakten. Wie es dazu kam, dass die Atomkonzerne in diese derzeit für sie äußerst lukrative Technik investiert haben gegen ihren Willen genötigt wurden, in diese für sie äußerst lukrative Technik zu investieren, ist eine andere Sache. Fakt und Stand der Dinge ist aber der oben von mir beschrieben Zustand. Wie gesagt, leicht nachprüfbar, insofern ist Dein Bezug zu Verschwörungstheorien weit hergeholt.

Offline Ruhri

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Re: EmDrive
« Antwort #80 am: 06. Mai 2015, 00:31:57 »
@Ruhri:
Du vergleicht hier die Schwierigkeit die bei der Kernfusion zu lösen sind, mit dem was bei EmDrive an Aufwände zur Lösung von dessen Problemen nötig sein könnte.
Ich denke aber dies ist falsch, die Kernfusion beruht auf bekannten Bedingungen die aber sehr sehr schwer geregelt herstellbar sind. (hohes Produkt von Druck * Temperatur)
Wie du sicher weist scheinen die Bedingungen für den EmDrive dagegen ziemlich einfach im Vergleich. Ein weiterer Unterschied ist sicher auch das bei der Kernfunktionen
das Produkt von (Druck * Temperatur) >Minimum sein muss, sonst geht nichts. Das wäre beim EmDrive offensichtlich was ganz anderes.

Sicher, aber die Kernfusion hat man theoretisch verstanden. Da sist schon einmal eine gute Basis. Beim EM-Drive hat man gar nichts verstanden: Echter Effekt oder Messfehler, man weiß es nicht. Wie soll man daraus etwas brauchbares basteln können?

Nicht im geringsten. Alle meine Aussagen sind leicht überprüfbare Fakten. Wie es dazu kam, dass die Atomkonzerne in diese derzeit für sie äußerst lukrative Technik investiert haben gegen ihren Willen genötigt wurden, in diese für sie äußerst lukrative Technik zu investieren, ist eine andere Sache. Fakt und Stand der Dinge ist aber der oben von mir beschrieben Zustand. Wie gesagt, leicht nachprüfbar, insofern ist Dein Bezug zu Verschwörungstheorien weit hergeholt.

Es ist leicht überprüfbar, dass die Kernfusion technisch möglich ist und nur von bestimmten Konzernen aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus zurück gehalten wird? Die Fakten würde ich ja wirklich gerne mal sehen. Hast du etwas dazu anzubieten?

Was aber nichts daran ändert, dass der EM-Drive eine ausgesprochen wacklige Angelegenheit ist. Ich erinnere nur an die "Kalte Fusion". Ist da jemals etwas nachgekommen? Eben, ist es nicht.

Offline Kelvin

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Re: EmDrive
« Antwort #81 am: 06. Mai 2015, 04:03:22 »
Sicher, aber die Kernfusion hat man theoretisch verstanden. Da sist schon einmal eine gute Basis. Beim EM-Drive hat man gar nichts verstanden
Hmm, also mir ist viel lieber irgendwas funzt, obwohl ich nicht begreife warum, als daß etwas nicht funzt, obwohl es funzen sollte ;-)  Warum sollte das erste keine gute Basis sein - es muß ja einen Grund haben?

Echter Effekt oder Messfehler, man weiß es nicht. Wie soll man daraus etwas brauchbares basteln können?
Daß man zunächst zweifelsfrei feststellen muß, daß das wirklich kein Messfehler ist, ist ja klar, bestreitet hier auch niemand. Aber wenn es kein Messfehler sein sollte, (ich glaube persönlich noch nicht daran) warum sollte man dann daraus nichts brauchbares basteln können? Weil sich sonst die Physiker übergangen fühlen würden?

Diese Einstellung begreife ich nicht. Haben die Steinzeitmenschen etwa die physikalischen Grundlagen des Feuers verstanden? Sie haben es dennoch genutzt, weil es praktisch denkende Menschen waren.

Offline Ruhri

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Re: EmDrive
« Antwort #82 am: 06. Mai 2015, 10:22:02 »
Hmm, also mir ist viel lieber irgendwas funzt, obwohl ich nicht begreife warum, als daß etwas nicht funzt, obwohl es funzen sollte ;-)  Warum sollte das erste keine gute Basis sein - es muß ja einen Grund haben?

Du bist also reiner Praktiker? Dann kennst du bestimmt diesen Spruch:

"Praxis ist, wenn alles funktioniert, aber keiner weiß warum.
Theorie ist, wenn nichts funktioniert, aber jeder weiß warum.
Bei uns sind Theorie und Praxis perfekt vereint: Nichts funktioniert, aber keiner weiß warum."


Als Grundlage für einen Raumschiffantrieb erscheint mir das allerdings sehr gewagt.

Zitat
Daß man zunächst zweifelsfrei feststellen muß, daß das wirklich kein Messfehler ist, ist ja klar, bestreitet hier auch niemand. Aber wenn es kein Messfehler sein sollte, (ich glaube persönlich noch nicht daran) warum sollte man dann daraus nichts brauchbares basteln können? Weil sich sonst die Physiker übergangen fühlen würden?

Diese Einstellung begreife ich nicht. Haben die Steinzeitmenschen etwa die physikalischen Grundlagen des Feuers verstanden? Sie haben es dennoch genutzt, weil es praktisch denkende Menschen waren.

Das ist mal wieder so ein Vergleich, der einen Rollator braucht, so stark wie er hinkt. Die chemische Reaktion des Feuers ist in ihrer Anwendung erheblich weniger komplex als die Steuerung eines Raumschifftriebwerks.

Bevor man nicht verstanden hat, wie es funktioniert, wird sich keiner daran wagen. Man müsste sonst auch immer Angst haben, viel Geld für einen Unsinn zu verschwenden, der am Ende nicht funktioniert. Und bevor einer mit der Entwicklung des F1-Triebwerks ankommt: Kerosin-Triebwerke waren zumindest so einigermaßen verstanden, auch wenn die Komplexität der dynamischen Prozesse noch weitgehend im Dunkeln lag, was beim Hochskalieren bekanntlich erhebliche Probleme bereitet hat. Aber hier weiß man ja nicht nur, ob es überhaupt funktioniert, sondern hat nicht den blassesten Schimmer, worin der Effekt begründet sein könnte.

Offline Klakow

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Re: EmDrive
« Antwort #83 am: 06. Mai 2015, 10:44:03 »
Du irrst ,  nimm mal die Hochtemperatursupraleitung ,  die  hat man immer noch nicht richtig verstanden und trotzdem  wird sie benutzt. Hier hat man geschickt  probiert 

Offline Haus Atreides

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Re: EmDrive
« Antwort #84 am: 06. Mai 2015, 11:06:02 »
@Hochtemperatursupraleitung:

Na ja, nicht ganz. Laut Wiki wurde hier doch relativ schnell eine Theorie entwickelt, die Teile des Phänomens erklärt.

Trotzdem gab es zur Entdeckung umfassende Peer Reviews, die das Ganze unabhängig und mehrfach bestätigen konnten.

Und es gibt leider genug Beispiele wo bestimmte "Wunderentdeckungen" hier komplett durchgerasselt sind. Und einige der "Entdecker", die nicht warten konnten und hier gleich eine Vermarktung durchprügeln wollten, zerstörten dadurch ihre Karriere.

Offline blackman

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Re: EmDrive
« Antwort #85 am: 06. Mai 2015, 11:12:31 »
Hab mir gerade ein Video vom Lesch zu Supraleitung angeschaut. Das ist aber nicht wichtig und wäre OT. Aber hört Euch den Spruch bei 13:50 an. Ich finde der ist auch ziemlich treffend auf den EMDrive.

https://www.youtube.com/watch?v=h6hZ-byGJNY

McFire

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Re: EmDrive
« Antwort #86 am: 06. Mai 2015, 11:41:35 »
Das ist mal wieder so ein Vergleich, der einen Rollator braucht, so stark wie er hinkt. Die chemische Reaktion des Feuers ist in ihrer Anwendung erheblich weniger komplex als die Steuerung eines Raumschifftriebwerks.
Vorsicht mit dem Rollator ;)
Du hast vergessen, daß die kognitiven Möglichkeiten des Steinzeitmenschen vermutlich ebenso wenig komplex waren. Für den war das auch ein unfaßbarer Vorgang. Man sollte das alles immer proportinal sehen. Daraus resultiert nämlich die technische Entwicklung der Menschheit. (Ich sage bewußt nicht Fortschritt der Menschheit)

Deshalb denke ich, man sollte die Leutz einfach machen lassen. Vlt kommt ja doch was nicht ganz Verstandenes, aber Funktionierendes heraus. Immerhin gibt es im Gegensatz zum Quantenantrieb hier technische Aufbauten und studierte Leute drumherum. Was freilich nicht automatisch heißt, daß da keine Blender mit finanziellen Interessen dabei sind.

Was leider heutzutage nicht mehr geht, ist daß man die Journaille und spinnerte Trittbrettfahrer fernhalten kann...

Offline Ruhri

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Re: EmDrive
« Antwort #87 am: 06. Mai 2015, 12:36:15 »
Mach jetzt die Steinzeitmenschen nicht schlechter als sie sind. Die wussten bestimmt irgendwann, wie man Feuer macht. Man nehme Feuerstein, Zunder und trockene Blätter und Zweige, schlage die Feuersteine kräftig gegeneinander und bete damit zum Feuergott/elementaren Feuer/was-sonst-auch-immer, und schon geht das Feuer an. Und wenn es schnell gehen soll, kann man die Gebete auch nachträglich sprechen.

Soll man vielleicht für den EM-Drive auch solche Rituale entwickeln, oder soll man lieber verstehen, wie es funktioniert? Vor allem, wo die Wahrscheinlichkeit, dass es am Ende so ausgeht wie mit den "überlichtschnellen Neutrinos", um einiges größer ist als ein funktionierendes Triebwerk zu entwickeln.

Offline Flandry

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Re: EmDrive
« Antwort #88 am: 06. Mai 2015, 12:55:49 »
Mach jetzt die Steinzeitmenschen nicht schlechter als sie sind. Die wussten bestimmt irgendwann, wie man Feuer macht. Man nehme Feuerstein, Zunder und trockene Blätter und Zweige, schlage die Feuersteine kräftig gegeneinander und bete damit zum Feuergott/elementaren Feuer/was-sonst-auch-immer, und schon geht das Feuer an. Und wenn es schnell gehen soll, kann man die Gebete auch nachträglich sprechen.

Soll man vielleicht für den EM-Drive auch solche Rituale entwickeln, oder soll man lieber verstehen, wie es funktioniert? Vor allem, wo die Wahrscheinlichkeit, dass es am Ende so ausgeht wie mit den "überlichtschnellen Neutrinos", um einiges größer ist als ein funktionierendes Triebwerk zu entwickeln.

Wenn es funktioniert, warum nicht?  ;)

Unter der Prämisse, dass es kein Messfehler ist (ob es einer ist, oder nicht, dürfte sich relativ bald herausstellen), dann hat man einen Effekt, den man reproduzieren und ggf. nutzen kann. Die Theorie dazu kann man später immer noch entwickeln und durch Beobachtung und Experimente verbessern. Genau das hat man im Fall des Feuers seit der Steinzeit getan und das Feuer trotzdem genutzt.




McFire

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Re: EmDrive
« Antwort #89 am: 06. Mai 2015, 13:05:01 »
Es ging doch ums Verstehen.
Wissen wie man Feuer macht, heißt nicht - verstehen, warum das nun brennt und wieso. Sondern nur, man muß xyz tun, um...
Dazu hats aber auch seehr lange gebraucht, wie man heute weiß.
Und selbst als man dann wußte, wie - hat man es sogar in Raketchen abgebrannt und wußte immernoch nix über Oxidation etc.
Also Spinner vom EmDrive fernhalten und versuchen, mit dem vorhandenen Wissen wenigstens eindeutig  rauskriegen, daß man sich geirrt hat.
Ende OT

(Flandry war schneller :) )

Offline Ruhri

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Re: EmDrive
« Antwort #90 am: 07. Mai 2015, 08:22:27 »
Ob die Spinner sich damit beschäftigen oder nicht, ist völlig unerheblich. Wichtig ist, ob Leute sich damit beschäftigen, die beurteilen können, ob irgendetwas dahinter steckt. Große Ankündigungen, gerade auch von Wissenschaftlern mit Doktortiteln, hat es schon genügend gegeben, ob es nun die "Kalte Fusion" war oder die "Antigravitation". Daraus geworden ist nie etwas.

Falls man in diesem speziellen Fall tatsächlich auf etwas neues gestoßen ist, gibt es im Grund zwei Möglichkeiten:

1. Man kommt relativ schnell dahinter, warum dieser Effekt auftritt, und kann eine brauchbare Hypothese entwickeln. Dann wird man auf der ganzen Welt Messreihen durchführen, um daraus eine bestätigte Theorie zu machen. Irgendwann nach einigen Jahren wird man dann die Grundlagenforschung verlassen und erste Testtriebwerke bauen. Noch viel später wird man dann die Technik in Missionen einsetzen.

2. Die physikalische Grundlage erschließt sich niemandem, aber der Effekt lässt sich nicht so einfach wegdiskutieren. Dann wird man sich ausschließlich auf den empirischen Weg verlassen müssen, und das bedeutet noch viel mehr Versuche als im Fall einer bereits vorliegenden Theorie. Das wird dann also eher noch länger dauern.

In jedem Fall wird das Ganze erst dann zu einem brauchbaren Gerät entwickelt werden, wenn ausreichend viele Wissenschaftler mit aller Kraft versucht haben werden, die Ergebnisse zu falsifizieren. So funktioniert Wissenschaft nun einmal. Und im realen Leben läuft das leider nicht so wie bei Star Trek, wo ein Offizier sich hinsetzt und zur Lösung eines aktuellen Problem mal eben im Handumdrehen und Alleingang eine komplette neue wissenschaftliche Theorie entwickelt.

Führerschein

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Re: EmDrive
« Antwort #91 am: 07. Mai 2015, 09:29:59 »
Ich verfolge die Threads bei NSF zu dem Thema nicht intensiv. Einerseits zu viele Spinner, aggressive Gegner, Esotheriker. Solche Beiträge halten die Moderatoren auf Trab. Andererseits Leute mit großem Fachwissen, deren Beiträge für mich zu hoch sind.

Aber ab und zu doch was interessantes für mich. Zuletzt wurde gesagt, daß das Konzept für das nächste Modell erweitert wurde um Piezoelemente, die präzise Feinsteuerung der Geometrie des Hohlraumes ermöglichen sollen. Die NASA Gruppe legt ihre Arbeitsschritte sehr detailliert offen, absolut keine Geheimniskrämerei. Das unterscheidet sie von anderen.

Das kann man so deuten, daß sie sich ihrer Sache im Prinzip schon sehr sicher sind und das nächste Modell neben dem qualitativen Beweis auch schon für quantitative Analyse und technische Entwicklung nutzen will. Aber vielleicht überinterpretiere ich. Mir würde schon der qualitative Nachweis genügen, oder notfalls auch der Gegenbeweis.

Offline Volker

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Re: EmDrive
« Antwort #92 am: 07. Mai 2015, 11:04:12 »
Hallo,

Die NASA Gruppe legt ihre Arbeitsschritte sehr detailliert offen, absolut keine Geheimniskrämerei. Das unterscheidet sie von anderen.

Das kann man so deuten, daß sie sich ihrer Sache im Prinzip schon sehr sicher sind

das sehe ich nicht so. Ich denke, so will man vor allem guter wissenschaftlicher Praxis folgen, das heisst, man arbeitet ergebnissoffen und zieht keine vorschnellen Schlüsse. Sobald etwas bei der NASA oeffentliches Interessse erzeugt, wird auch darauf acht gegeben, dass man sich nicht blamiert. Also, alles offen legen, nicht vorschnell behaupten "neue Physik"  gefunden zu haben, aber eben auch weiter das Interesse der Oeffentlichkeit und der Wissenschaftsgemeinschaft am Leben halten. Das ist dann schon eine Gratwanderung. Die gleichen Leute, die jetzt Hurra rufen, sind dann die ersten die sich hinterher, wenn sich alles als Mess/Aufbaufehler herausstellen sollte, die Kollegen mit Spott überziehen. Man erinnere sich an überlichtschnelle Neutrinos oder auch an die Bicep-2 Ergebnisse.

Gruss,
Volker
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Offline Klakow

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Re: EmDrive
« Antwort #93 am: 07. Mai 2015, 11:27:29 »
@Ruhri:
Nehmen wir mal an der Schub vom EmDrive stellt sich nicht als Messfehler heraus:
In dem Fall liegst du vollständig daneben, die Bedingungen das dabei überhaupt was passiert sind offensichtlich einfach.
Die Basis für die Erzeugung von hochfrequenten Generatoren, sind zumindest bis 300GHz (0,3 bis 300) und 10MW Leistung
vorhanden, siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Magnetron
Das nächste ist die Form, Oberflächen, Material usw. alle diese Dinge können wir heute teils in wenigen Tagen ändern und testen (3D Metalldruck).
Da diese Dinge sich offensichtlich erstmal einfach und schnell modellieren lassen, wird es auch schnelle Fortschritte geben.
Komplizierter könnte das natürlich werden, wenn man in immer höhere Schub/kW Bereiche hineinkommen will,
vielleicht ist es dann erforderlich das die Oberflächen eine sehr spezielle Beschichtung haben muss, oder das Leistungssignal müsste sehr genau Modelliert
in der Kammer erzeugt werden.
Selbst 0,4N/kW wäre schon ein gigantischer Sprung.

Das vorliegen einer Theorie kann natürlich die Geschwindigkeit verbessern mit der optimale Ergebnisse gefunden werden, muss aber nicht.
Auch in dem Fall lehrt uns die Forschung nach Materialien die bei noch höherer Temperatur Supraleitung ermöglichen einiges.

Offline Ruhri

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Re: EmDrive
« Antwort #94 am: 07. Mai 2015, 11:57:38 »
Ja, richtig, das tut es. Man hat, soweit ich mich erinnere, vor einigen Jahren einen Erfolg feiern können, indem man Materialien entwickeln konnte, die bei viel höheren Temperaturen als jemals zuvor Supraleitende Eigenschaften entwickeln konnten. Man hat damals sogar die Hoffnung gehegt, dass man eines Tages sogar bei Zimmertemperatur Supraleitung haben würde. Darauf wartet die Welt leider noch heute.

Und so ist es auch mit dem EmDrive. Wahrscheinlich funktioniert es sowieso nicht, und falls doch, dann werden selbst erstaunliche Erfolge noch lange nicht die Bedürfnisse der Raumfahrtenthusiasten erfüllen können, und das vermutlich für sehr lange Zeit.

Alles andere wäre reines Wunschdenken.

Offline Klakow

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Re: EmDrive
« Antwort #95 am: 07. Mai 2015, 12:19:21 »
Mit der Supraleitung bei Zimmertemperatur hast du recht, aber die Anwendung hat das nicht verhindert, es gibt heute mit bestimmten Materialien Leitungen die mit Stickstoffkühlung Supraleitung arbeiten und das wird auch benutzt, das liegt nicht mehr in der Zukunft.
Die Supraleitung bei hohen Temperaturen ist komplex und immer noch nicht komplett verstanden, was mit ein Grund ist das bis heute niemand sagen sagen kann wo das die maximale Temperatur liegt.

Beim EmDrive wird dies aber sehr viel schneller gehen, wenn sich dies alles nicht doch als Messfehler herausstellt.

Klar würde ich mich darüber sehr freuen, weil der Mars dann viel leichter erreichbar wird, als der Mond 1969.
Was glaubst du den was SpaceX dann mit MCT macht wenn es sowas gibt?
Sicher nicht vom LEO ab mit chemischen Antrieben beschleunigen, das wäre dann nicht mehr Zeitgemäß.

Offline Collins

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Re: EmDrive
« Antwort #96 am: 07. Mai 2015, 12:36:10 »
Also ich sehe, wenn es den kein Messfehler ist, als erstes die Anwendung in der Satelliten Technik. (Korrekturtriebwerke)
Es würde vermutlich die Satelliten leichter machen, was sich in der Nutzlast und auch in der Lebensdauer niederschlägt. Das währe für z.B. Kommunikationssatelliten von Profitabler Bedeutung.

Mfg Collins
Zeige mir einen Helden und ich zeige dir eine Tragödie dazu
Wir sind alle sehr unwissend, aber bei jedem ist es etwas anderes, was er nicht weiß. Albert Einstein.

GalacticTraveler

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Re: EmDrive
« Antwort #97 am: 07. Mai 2015, 13:29:53 »
Es ist leicht überprüfbar, dass die Kernfusion technisch möglich ist und nur von bestimmten Konzernen aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus zurück gehalten wird? Die Fakten würde ich ja wirklich gerne mal sehen. Hast du etwas dazu anzubieten?

Bitte nicht Dinge unterstellen, die ich nicht gesagt habe. Ich habe nicht behauptet, dass die Kernfusion technisch möglich ist. Alles andere ist leicht überprüfbar, auch wenn es Dir nicht gefällt.

Führerschein

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Re: EmDrive
« Antwort #98 am: 07. Mai 2015, 14:18:20 »
Hallo,

Die NASA Gruppe legt ihre Arbeitsschritte sehr detailliert offen, absolut keine Geheimniskrämerei. Das unterscheidet sie von anderen.

Das kann man so deuten, daß sie sich ihrer Sache im Prinzip schon sehr sicher sind

das sehe ich nicht so. Ich denke, so will man vor allem guter wissenschaftlicher Praxis folgen, das heisst, man arbeitet ergebnissoffen und zieht keine vorschnellen Schlüsse.

Ich hätte die zwei Dinge trennen sollen. Mein

Zitat
Das kann man so deuten, daß sie sich ihrer Sache im Prinzip schon sehr sicher sind

bezog sich auf

Zitat
Zuletzt wurde gesagt, daß das Konzept für das nächste Modell erweitert wurde um Piezoelemente, die präzise Feinsteuerung der Geometrie des Hohlraumes ermöglichen sollen.

Nur für den Nachweis des Prinzips müßte man wohl nicht so komplex bauen. Aber ich kann mich täuschen.

Das Offenlegen und die Diskussion mit Anderen, auch um mögliche Fehlerquellen im Aufbau früh zu entdecken, ist tatsächlich gute wissenschaftliche Praxis.

Offline Ruhri

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Re: EmDrive
« Antwort #99 am: 07. Mai 2015, 15:58:52 »
Bitte nicht Dinge unterstellen, die ich nicht gesagt habe. Ich habe nicht behauptet, dass die Kernfusion technisch möglich ist. Alles andere ist leicht überprüfbar, auch wenn es Dir nicht gefällt.

Und was genau soll "alles andere" dann sein? Wenn du schon Vergleiche Zwischen EmDrive und ziviler Kernfusion ziehen willst, sollten wir doch wenigstens verstehen, was du eigentlich gemeint hast.