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Autor Thema: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?  (Gelesen 100651 mal)

Offline -eumel-

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #75 am: 17. Juli 2014, 14:39:52 »
Noch eine Idee: Wir sollten mal schöne Beispiele sammeln, was die Netzgemeinschaft bisher Tolles aus Rohbildern gebastelt hat.

Ich hatte ja bisher nur Anaglyphen (3D-Bilder) und die Curiosity-Selfies erwähnt.

Bitte Gertruds wunderschöne und liebevoll zusammengesetzte Panoramas nicht vergessen! 8)
Sie hält uns fast täglich auf dem Laufenden, wo sich Curiosity und Opportunity gerade befinden, was sie im Moment tun und wem sie dort begegnet sind was sie dort vorgefunden haben.
Erst diese Panoramas machen uns vorstellbar, wie die Landschaft auf dem Mars zusammenhängt.

Inzwischen kennen wir uns so gut auf dem Mars aus, dass einige von uns die ganzen Fahrstrecken der Rovers zu Fuß abschreiten könnten! 8)
Ohne diese täglichen, mit aktuellen Fotos dokumentierten Berichte wären die Rover womöglich längst in Vergessenheit geraten.
Aber die Zugriffszahlen auf den Curiosity-Thread (400000) und Opportunity-Tread (658000) belegen, dass ein beachtliches Interesse besteht, wenn genügend Informationen verfügbar sind.
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 25. Oktober 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline Makemake

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #76 am: 17. Juli 2014, 16:16:39 »
Der offene Brief scheint ja tatsächlich etwas in Gang gebracht zu haben, und das Timing mit den zu früh veröffentlichten Bildern ist perfekt.
Im BBC Bericht von Jonathan Amos dazu wird raumfahrer.net namentlich erwäht.

http://www.bbc.com/news/science-environment-28351234

Im Rosetta Blog "Access to Rosetta Data" kann man auch das Problem der für die Offentlichkeitsarbeit Zuständigen heraushören.
http://blogs.esa.int/rosetta/2014/07/16/access-to-rosetta-data/

Im Abschnitt:
Zitat
At the same time, everyone at ESA and on the science teams is keen to let the public know what's going on, to share in this adventure. In particular, we have made extensive social media efforts on Facebook, Twitter, and other channels to communicate with as wide an audience as possible and to keep everyone up-to-date, including a variety of competitions to engage people directly.

Es werden Filmchen zur Wake up, Rosetta! Kampagne gedreht uvm. aber wenn's wirklich spannend wird verliert man alle Interessierten, weil man nicht zeigen kann, dass was passiert.
Diejenigen in der PR Abteilung wollen sicherlich veröffentlichen, aber wie ja schon gesagt, dürfen nicht.

Auch bei der Rosatta-Facebook-Seite wird der Brief ganz oben verlinkt. Zwar nicht offiziel, aber dank sozialem Netzwerk usw. werden ja auch beliebte Kommentare aller Nutzer direkt angezeigt. https://www.facebook.com/RosettaMission

Glückwunsch und ein Danke an alle Beteiligten des offenen Briefes für diese Aktion.
« Letzte Änderung: 17. Juli 2014, 23:29:54 von Makemake »

Offline pikarl

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #77 am: 17. Juli 2014, 20:40:32 »
Auch Nature.com berichtet: Nature ist neben Science das wichtigste Wissenschaftsjournal.

http://www.nature.com/news/duck-shaped-comet-could-make-rosetta-landing-more-difficult-1.15579

Zitat
Some followers of the mission, including Raumfahrer, a German society of space enthusiasts, have expressed dismay at the slowness with which ESA released the hotly-awaited images. But in a blog post, Taylor and colleagues responded that the pictures were not immediately distributed because the Rosetta instrument teams have exclusive access to their data for up to six months. “Because no-one has ever been to 67P/C-G before, each new piece of data from Rosetta has the potential for a scientific discovery. It's only fair that the instrument science teams have the first chance to make and assess those discoveries,” they wrote.

Die Autorin schließt sich insofern der Erklärung der ESA-Wissenschaftler an. Aber wir sollten froh sein, dass Nature überhaupt auf unseren Brief hinweist. Die werden von sehr vielen gelesen.

Offline tobi

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #78 am: 18. Juli 2014, 00:30:49 »
Nature will die Bilder doch nur für sich selbst, wo werden diese wissenschaftlichen Erkenntnisse wohl zum ersten Mal veröffentlicht?

Die wollen damit Kohle machen.
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Offline -eumel-

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #79 am: 18. Juli 2014, 04:25:09 »
Naja, wir haben die Presse darauf aufmerksam gemacht, dass es da mehr zu holen gibt.
Aber die ESA oder gar unsere deutschen Institute haben sich noch nicht wirklich bewegt.
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Offline Terminus

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #80 am: 18. Juli 2014, 08:14:37 »
Das Argument aus dem ESA-Statement, dass die beruflichen Karrieren der Wissenschaftler von der Exklusivität abhängen, kann ich schon nachvollziehen. Irgendwie müssen die ja auch ihre Miete, Essen usw. bezahlen. Dass Bilder einen Sonderstatus gegenüber abstrakten Detektordaten haben, hat sich bei der ESA anscheinend nur leider noch nciht herumgesprochen. Die USA sind da schon weiter...

Immerhn gibt es ja auch in den USA einige Missionen mit so einer Exklusivperiode. Wer würde z.B. nicht gerne auch mal Rohbilder von Hubble sehen?? Gibt es aber nicht.

Anscheinend wird sowas also ganz zu Anfang, bei der Missionsplanung, vereinbart und in Verträgen verbindlich festgelegt. Und Verträge bricht man besser nicht so schnell, wenn man sich einen seriösen Ruf bewahren will... ;)

Mich würde nun mal interessieren, wovon es eigentlich abhängt, dass es in den USA zumindest für Bilder mal eine Exklusivperiode gibt, mal keine. Werden dann zum Beispiel die Entwickler und/oder Wissenschaftler der Kameraexperimente irgendwie anders finanziert? Oder wie regelt man das dann? Kennt sich jemand damit aus, oder kann das recherchieren?

Terminus

Offline redmoon

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #81 am: 18. Juli 2014, 18:33:53 »
Hallo Terminus,

zu Deiner Frage, warum bei einigen NASA-Missionen Bilder in Echtzeit freigegeben werden und bei anderen nicht...

Auch bei den NASA-Missionen verfügen die beteiligten Wissenschaftler für einen gewissen Zeitraum ( normalerweise bis zu 12 Monate ) über ein exklusives "Erstzugriffsrecht". In dieser Zeit, so der absolut nachvollziehbare Hintergedanke, sollen sie die Daten in Ruhe auswerten können und Fachartikel verfassen. Erst nach dem Ablauf der Sperrfrist werden die - dann auch kalibrierten und validierten - Daten im vollen Umfang über das Planetary Data System ( PDS ) der NASA der Öffentlichkeit ( und somit auch anderen, "missionsfremden" Forschern ) zugänglich gemacht. Die Dauer dieser Sperrfristen wird durch die im Vorfeld einer Mission abzuschließenden Verträge geregelt.

Wie auch bei der Rosetta-Mission sind bis zum Ablauf der Embargofristen ausschließlich die an den einzelnen Instrumenten beteiligten Wissenschaftler dafür verantwortlich, wann, wie und in welchem Umfang noch während der Sperrfrist Daten für die Öffentlichkeit freigegeben werden.

Einige der in leitenden Funktionen an verschiedenen NASA-Missionen ( als Beispiele seien hier neben den Marsrovern Spirit, Opportunity und Curiosity der Marslander Phoenix oder die Raumsonden Cassini, SOHO und SDO erwähnt ) beteiligte Wissenschaftler haben sich dabei in den letzten Jahren dazu entschlossen, den "alten Weg" - frei nach dem Motto "Diese Daten gehören jetzt mir und gehen Euch gar nichts an!!!" - zu verlassen und auch die Öffentlichkeit in verstärkter Form an ihren Arbeiten teilhaben zu lassen, indem Roh-Aufnahmen der verschiedenen Raumsonden und Rover in nahezu Echtzeit über das Internet freigegeben werden.


Als Beispiel hierfür die "Mars Exploration Rover Mission" ( Spirit und Opportunity ).

Dr. Jim Bell von der Arizona State University ist ein in leitender Funktion an den Panoramakameras dieser beiden Rover beteiligter Wissenschaftler und zudem der Autor des Buches "Postkarten vom Mars". Das folgende Zitat ist in diesem alleine schon wegen der dort gezeigten Fotos und Panoramen äußerst empfehlenswerten Buch in der deutschsprachigen Ausgabe ab der Seite 64 unter der Teilüberschrift "Postkarten" zu finden : 

"Ganz am Anfang des Projektes fällten Steve Squyres [der für diese Mission hauptverantwortliche wissenschaftliche Leiter] und ich [der Autor Jim Bell] eine ungewöhnliche Entscheidung. Wenn wir das Glück hatten, einen Rover (oder auch zwei) sicher auf dem Mars zu landen, würden wir die Bilder über das Internet für jeden zugänglich machen, ohne Einschränkungen oder Embargos, und zwar so schnell wie möglich. Jeder von uns beiden hatte vorher an Projekten teilgenommen, in denen das nicht der Fall war. Sicher gab es in den Tagen vor dem Internet technologische Einschränkungen bezüglich der Verteilung von Daten. Doch manchmal hatten Wissenschaftler, die so viele Jahre ihrer wissenschaftlichen Karriere in ein Projekt gesteckt hatten, das Gefühl, dass die Daten ihnen gehörten. Es ist ganz normal, dass jemand eine sehr enge Beziehung zu den Daten oder Bildern fühlt, die er nach vielen Jahren harter Arbeit und persönlichen Opfern erlangt hat. Doch manchmal gehen die Leute zu weit und sprechen nur noch von "meinen Bildern" und "meinen Spektren".

Ich glaube aber, dass es der Wissenschaft und Forschung langfristig mehr schadet, wenn jemand seine Karten nicht aufdecken will. Wir hatten das Privileg, mit dem Geld der Steuerzahler dieses Projekt durchzuführen, deshalb müssten wir auch sowohl den Erfolg als auch den Misserfolg offen und ehrlich mit der breiten Öffentlichkeit teilen. Im Fall der beiden Rover lief das folgendermaßen ab: Nachdem beim JPL die Bilder, die die Fahrzeuge vom Mars geschickt hatten, aus den Funksignalen dekodiert worden waren, erzeugte ein Computerprogramm automatisch JPEG-Versionen von jedem einzelnen und stellte sie auf eine öffentlich zugängliche Webseite [ http://qt.exploratorium.edu/mars/spirit/ und http://qt.exploratorium.edu/mars/opportunity/ ]. Das alles dauerte normalerweise nicht länger als einen Tag. Wir konnten an guten Tagen Millionen von Zugriffen zählen, bei denen Leute die Bilder über das Web heruntergeladen haben.

Manche unserer Kollegen hielten uns für Idioten, weil wir das so handhabten ("Du verschenkst Deine Daten!"). Und es stimmt auch, dass uns einige mit wissenschaftlichen Beiträgen oder Zeitungsgeschichten zuvorgekommen sind, weil sie den sofortigen Zugriff auf die Bilder genutzt hatten, um schnelle Ergebnisse zu veröffentlichen. Doch für uns war das nur ein kleiner Preis, den wir dafür zahlen mussten, dass so viele andere - Kinder, Lehrer, Weltraumenthusiasten, Laien und sogar Kongressabgeordnete - in der Lage waren, fast in Echtzeit alles mitzubekommen und Teil unseres fantastischen Marsabenteuers zu sein."
 


Und zumindestens ich bin Jim Bell und Steve Squyres unendlich dankbar dafür, dass ich auf diese Weise die Mission des Rovers Opportunity auch mehr als zehn Jahre nach dessen Landung auf dem Mars "begleiten" darf. Kombiniert mit anderen Informationsquellen haben diese Aufnahmen dazu geführt, dass sich mein Wissen über die Marsrover und den Mars im Allgemeinen in den letzten Jahren ungemein erweitert hat. Und gleichzeitig wurde dadurch immer wieder aufs Neue der Wunsch erweckt, noch mehr zu erfahren...   


Zitat von Dir : "Wer würde z.B. nicht gerne auch mal Rohbilder von Hubble sehen??"

Oder Rohaufnahmen von dem auf Beobachtungen im Röntgenstrahlenbereich spezialisierten Weltraumteleskop Chandra...? ? ?


In dem im Rosetta-Blog der ESA veröffentlichten Artikel "Access to Rosetta Data" schreibt u.a. der Rosetta-Missionsmanager Fred Jansen, dass diese von uns geforderte "Open Data"-Politik auch bei vielen NASA-Missionen nicht die Regel ist und erwähnt dabei u.a. auch das Chandra-X-ray-Teleskop namentlich.

In einem der im Zusammenhang mit diesem Artikel geschriebenen Kommentare ist dazu folgendes zu lesen :

"Fred - as you know we have a proprietary period on Chandra too but I think for planetary encounters it's a bit of a different situation. I think it would be a reasonable approach to release in real time jpg images with no metadata - which you can't do publication quailty science on - and keep the science grade data proprietary. (Actually I personally feel we should do this with Chandra and other missions too)."

Frei übersetzt :  Tatsächlich besteht für die Chandra-Daten ebenfalls eine Sperrfrist. Allerdings ergibt sich bei der Rosetta-Mission eine etwas andere Ausgangslage. Es wäre laut der Meinung des Verfassers dieses Kommentars ein sinnvoller Ansatz, wenn die Rosetta-Aufnahmen in Echtzeit freigegeben werden - allerdings "lediglich" im JPEG-Format und ohne die dazugehörigen Metadaten ( und genau das - und nicht mehr - erwarten wir ja letztendlich auch von der ESA und vom MPS !!! ). Ohne diese weiterführenden Informationen, so weiter in diesem Kommentar geschrieben, ist es unmöglich, qualitativ hochwertige wissenschaftliche Publikationen zu verfassen. Auf diese Weise wäre somit auch weiterhin gewährleistet, dass die an Rosetta beteiligten Wissenschaftler "in Ruhe" an ihren Publikationen arbeiten können.

Der direkte Link zu diesem Kommentar :  http://blogs.esa.int/rosetta/2014/07/16/access-to-rosetta-data/#comment-35575  ( engl. )

Der Verfasser dieses Beitrages, Dr. Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, ist einer der direkt in die Chandra-Mission involvierten Mitarbeiter. Besonders interessant ist der letzte Satz seines Kommentars ( "Actually I personally feel we should do this with Chandra and other missions too" ). 

"Eigentlich habe ich persönlich das Gefühl, wir sollten dies auch mit Chandra und anderen Missionen so handhaben." 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Nicht ewig bleibt die Menschheit auf der Erde - Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski

Offline tobi

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #82 am: 18. Juli 2014, 18:57:07 »
Wenn die NASA anstatt Sofia den Vorschlag gemacht hätte, Cassini, Curiosity oder MER einzustellen, hätte es einen gigantischen öffentlichen Aufschrei gegeben. Aufgrund der freizügigen Bildpolitik und der guten Öffentlichkeitsarbeit gab es enormen Rückhalt für diese Missionen in der amerikanischen Öffentlichkeit. Bei Sofia haben sich vor allem der Kongress und das DLR aufgeregt, der Öffentlichkeit war das relativ egal.

Durch eine freiere Veröffentlichungspolitik könnte man vielleicht auch mehr für die Raumfahrt begeistern, also größere Unterstützung in der Gesellschaft? Was dann auf ein steigendes ESA-Budget hinauslaufen könnte? Dieser Gedanke scheint bei der ESA fremd.

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Offline pikarl

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #83 am: 18. Juli 2014, 20:19:57 »
Auch im Blogportal der Planetary Society werden wir wohlwollend erwähnt. Dort ist man allerdings auch frustriert über die Antwort der ESA.

Zitat
How we get them to change, though, I don’t know. Echoing my own thoughts and concerns, a German astronomy enthusiasts have sent an open letter to ESA calling for a more generous Rosetta image release policy during the encounter with 67P – which is very appropriate seeing as many of the scientists involved in taking, and releasing, Rosetta images are German – but their appeal seems to have been shrugged off. So what else can we do? Well, on our Facebook pages and in our Tweets we can keep making the case for more images to be shared. We can keep this subject alive in our blog posts and forum discussions, too. Other than that, I don’t know.

Offline wulf 21

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #84 am: 18. Juli 2014, 21:19:36 »
Ich frage mich gerade: Schlägt sich die Tatsache, dass der offene Brief so oft an prominenter Stelle verlinkt wurde und die damit erhöhte Sichtbarkeit von raumfahrer.net in Suchmaschinen, eigentlich in erhöhten Zugriffszahlen oder gar Raumcon Nutzer-Neuanmeldungen wider? Wenn ja, dann war allein das den offenen Brief wert - selbst wenn das eigentliche Ziel nicht erreicht wird.

Offline chrisi01

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #85 am: 18. Juli 2014, 22:28:01 »
Ich frage mich gerade: Schlägt sich die Tatsache, dass der offene Brief so oft an prominenter Stelle verlinkt wurde und die damit erhöhte Sichtbarkeit von raumfahrer.net in Suchmaschinen, eigentlich in erhöhten Zugriffszahlen oder gar Raumcon Nutzer-Neuanmeldungen wider? Wenn ja, dann war allein das den offenen Brief wert - selbst wenn das eigentliche Ziel nicht erreicht wird.

davon gehe ich mal stark aus, wenn solche Medien wie Spiegel Online verlinken, sind so manche Server schon zusammengebrochen. Respekt an den Raumfahrer.net Server der das anscheinend locker verkraftet ;)

Les dir mal das durch. Forenanmeldungen scheinen sich aber sehr in grenzen zu halten (Mitgliederliste -> nach RegDatum sortieren)

Offline Major_Tom

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #86 am: 18. Juli 2014, 23:05:16 »
Unser pikarl twittert ja auch hier. Dort bin auf den Blog von Florian Freistetter (na gut, den lese ich schon länger mit) auf dies hier von Ludmila Carone gestoßen.
Wirklich Lesenswert!

Offline Collins

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #87 am: 18. Juli 2014, 23:19:39 »
Unser pikarl twittert ja auch hier. Dort bin auf den Blog von Florian Freistetter (na gut, den lese ich schon länger mit) auf dies hier von Ludmila Carone gestoßen.
Wirklich Lesenswert!

Jo, da haste recht! Es gibt einen doch etwas zu denken.

MfG Collins
Zeige mir einen Helden und ich zeige dir eine Tragödie dazu
Wir sind alle sehr unwissend, aber bei jedem ist es etwas anderes, was er nicht weiß. Albert Einstein.

Offline -eumel-

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #88 am: 19. Juli 2014, 05:13:47 »
Gut dass Ludmila mal die Misere beschrieben hat, in der unsere Forscher arbeiten müssen.
Aber wir wollen ihnen doch nichts wegnehmen, oder ihre Arbeit erschweren!
Im Gegenteil: Wenn es irgendwie möglich ist, wollen wir sie unterstützen.
Sie sollen in Ruhe ihre Arbeit machen und ihre Publikationen schreiben - in bester Qualität und ohne Druck.

Die ESA und die Projektleiter haben ja offenbar erkannt, dass es ohne Öffentlichkeit nicht geht.
Deshalb haben sie in größeren Abständen und zu besonderen Ereignissen große Pressekampagnen beschlossen.
WakeUp, Rosetta und Rosetta, sind wir schon da? sind schon gelaufen, waren langfristig geplant und brauchten noch keine aktuellen Materialien, es gab ja auch noch keine Bilder.
Zum bevorstehenden Kometen-Rendezvous am 6. August gibt es schon Presse-Einladungen.
Zur Philae-Landung im November und zwischendurch, wenn der Komet aktiv wird, haben sie auch Pressekampagnen geplant.
Sie haben ja auch wöchentliche, aktuelle Veröffentlichungen angekündigt (immer donnerstags).
Zu den großen Events müssen sie der internationalen Presse natürlich schon was Lukratives anbieten:
Sie werden die besten aktuellen und aussagekräftigsten Bilder auswählen und bereits erste Interpretationen und Auswertungen der Materialien vortragen.

Das ist das, was sie bereits beschlossen haben und freiwillig tun wollen.
Das ist ja fast mehr, als wir wollen!
Damit könnten ja die bösen Datendiebe bereits schnelle Publikationen publizieren! ;)

Aber was wären solche fremden Publikationen in der Wissenschaftswelt wert?
Und wer würde solche Fremdpublikationen veröffentlichen?
Es gibt nur eine Kometen-Mission und jeder weiß, wer die entwickelt hat und betreibt.
Alle Forscher, die an dieser Mission arbeiten sind bekannt - und genau von denen werden die fachlichen Publikationen erwartet.
Kreuz- und Quer- und Schnellpublikationen von Fremden hätten überhaupt keinen Wert und würden kaum Beachtung finden.
Im Gegenteil - sie würden den Datendieben wohl eher schaden.

Außerdem dürfte es kaum möglich sein, aus ein paar Rohbildern umfassende Publikationen zu erstellen.
Da gehört wohl doch etwas mehr dazu!
Es sind ja nicht umsonst 21 Instrumente an Bord - und nicht nur eine Kamera!

Wir wollen auch nichts Kosten- oder Arbeits-Intensives.
Wenn die Fotos vom Satelliten empfangen werden, müssen sie für die Bearbeitung dekodiert und gespeichert werden.
In dem Moment könnte ein automatisches Programm, die Bilder auf einen Server mit Internetzugang kopieren.
Dadurch wäre niemand benachteiligt.

Aber Interessenten könnten an der Mission teilhaben - mitfliegen!
Dadurch erwacht die Mission erst zu wahrem Leben - wenn sie von einem größeren Personenkreis wahrgenommen wird.
Voller Spannung könnten wir täglich auf die neuen Bilder warten und hätten das Gefühl, dabei zu sein.

Durch eine Realtime Veröffentlichung der Bilder würden dann die abschließenden Publikationen der beteiligten Forscher mit größerer Spannung erwartet.
Wir haben es voller Spannung miterlebt und wollen dann die Erklärung der Fachleute.
Popularität wird den Wert der Mission und der Publikationen bereichern und vielleicht sogar die Finanzierung von Nachfolge-Missionen begünstigen.
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Offline Zenit

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #89 am: 19. Juli 2014, 07:36:52 »
Ich frage mich gerade: Schlägt sich die Tatsache, dass der offene Brief so oft an prominenter Stelle verlinkt wurde eigentlich in erhöhten Zugriffszahlen oder gar Raumcon Nutzer-Neuanmeldungen wider? Wenn ja, dann war allein das den offenen Brief wert - selbst wenn das eigentliche Ziel nicht erreicht wird.

Mach mal langsam. Das Hauptziel ist doch, dass sich die restriktive Medienarbeit ändert. Wenn das erreicht wird, wäre ich schon zufrieden. Eine Expansion von Raumfahrer ist da ein angenehmer Nebeneffekt, aber nicht das Ziel.

@eumel: Hätte ich nich besser sagen können. Das gute PR-Arbeit für mehr Interesse und so auch für mehr Geld sorgt- das haben die kritischen Stimmen noch nicht erwähnt.

Bei einer Online-Petition etc. wäre ich auch dabei, allein um der ESA zu zeigen, dass es Leute gibt, die sich wirklich für das interessieren, was sie macht. Ich würde keine Sekunde zögern, meinen Namen drunter setzen und die Petition an meine Kumpels verlinken :)
http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/exploration/home.shtml

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Offline tobi

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #90 am: 21. Juli 2014, 10:36:31 »
Das neueste Rosettabild ist jetzt 1 Woche alt (vom 14. Juli) und neue Bilder gibts wohl erst am Donnerstag.

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Offline -eumel-

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #91 am: 21. Juli 2014, 10:46:10 »
Klappt wohl noch nicht ganz mit den guten Vorsätzen zum Donnerstagsbild. :-\
Und das jetzt wo es gerade spannend wird!
Denn auf den Fotos dürfte jetzt zunehmend mehr zu erkennen sein.
Wir hätten so gern die Annäherung live miterlebt!

Schade, dass sich da kein Verantwortlicher findet, der Mut zu einer entschlossenen Entscheidung hat.
In Europa haben wir offenbar keine Leute vom Format eines Steve Squyres oder Dr. Jim Bell.
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Offline Majo2096

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #92 am: 21. Juli 2014, 16:43:08 »
Klappt wohl noch nicht ganz mit den guten Vorsätzen zum Donnerstagsbild. :-\

Man veröffentlicht ja jetzt jeden Donnerstag ein Bild was aber auch schon 3 Tage alt ist also sind wir nichtmal da "Live" dabei.  :-X  :'(

Wie man das wohl bei der Ankunft macht ??? ? obs da 1-2 Bilder Diereckt von gibt oder erst nach Stunden-Tage warten ::)

Offline pikarl

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #93 am: 22. Juli 2014, 09:58:50 »
Ich habe mal ein paar positive Beispiele aufgeschrieben, was mit Rohdaten angestellt werden könnte:
http://www.scilogs.de/astrogeo/echtzeit-bilder-von-rosetta-warum-wir-sie-brauchen/

Wenn euch mehr einfällt - gerne in die Kommentare. :)

Und es gibt auch Beispiele, wo das nach wie vor nicht funktioniert. Diese recht frustrierende Mail bekamen wir neulich von einem treuen Leser:

Zitat
Mein Interesse lag/liegt an den Stereobildern von Mars Express, und ich bin bis heute daran gescheitert, 3D-Bilder von der 3D-Kamera zu bekommen. Denn schlauer Weise werden nur normale Bilder oder Anaglyphen [fertige 3D-Bilder, Red.] veröffentlicht; dass aber heutzutage in jedem zweiten Haushalt ein 3D-TV steht ist der PR-Abteilung wohl entgangen, und mit den bunten Pappbrillen konnte man mich vielleicht vor 20 Jahren begeistern. Da ich selbst 3D filme und fotografiere, habe ich einen optimalen Workflow, um aus solchen Rohbildern eine fantastische Bilderreise zu basteln.

Offline T.Raumkreuzer

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #94 am: 24. Juli 2014, 13:29:08 »
Was genau für ein Format für 3D-Bilder braucht man denn eigentlich für einen 3D-Fernseher? Sind die Einzelbilder auch nicht verfügbar, so dass man sich die nicht selber in 3D umwandeln kann?
Die Sache ist halt auch die, dass die Wissenschaftler als 3D-Bilder auch nur die bunten Anaglyphenbilder haben.

Offline stefang

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #95 am: 24. Juli 2014, 13:52:01 »
Es ist wirklich so, dass es manchmal nur fertige Anaglyphbilder gibt. Als ich mal eine Weile lang mit Wackelbildern experimentiert habe, war ich in vielen solcher Archiven. Die NASA Archive sind auch deshalb toll, weil bei zusammengesetzten Bildern meistens auch die Rohbilder verlinkt sind, oder zumindest die Nummern von den Bildern sind angegeben. Bei der ESA werden ach gelegentlich sehr viele Bilder veröffentlicht, aber immer journalistisch Aufbereitet und ohne vernünftige Kataloge. Die ESA hat mal eine 3D-Kammera mit auf die ISS genommen, die Anaglyphbilder findet man, aber nicht die Orginaldateien. Sowas ist immer sehr schade.

Aber eine ganz andere Frage: Sollte nicht heute das nächste Bild kommen?
"Die erste Regel der Raumfahrt, Kinder, lautet: 'Folge jedem Notsignal!' In 9 von 10 Fällen ist es ein Schiff voller toten Aliens und einer Menge kostenloser Sachen."
-Rick aus Rick and Morty

Offline T.Raumkreuzer

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #96 am: 24. Juli 2014, 14:10:49 »
Kennst du das HRSCview der FU? (Es ging bei dem Kommentar ja ursprünglich um 3D-Bilder von Mars Express.) Da sind doch eigentlich immer "Stereo 1" und "Stereo 2" Bilder mit bei und ich dachte, das wären die Einzelbilder für 3D. Oder liege ich da falsch?

Zitat
Die ESA hat mal eine 3D-Kammera mit auf die ISS genommen, die Anaglyphbilder findet man, aber nicht die Orginaldateien. Sowas ist immer sehr schade.
Das ist natürlich in der Tat schade.  :(

Ja, heute kommt das nächste Bild. Letzte Woche kamen die Bilder so um 15 Uhr, das wird dann heute bestimmt wieder die gleiche Uhrzeit.

Offline -eumel-

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #97 am: 24. Juli 2014, 15:04:15 »
Neue Bilder konnte ich nicht finden, obwohl wir doch so lange bis Donnerstag gewartet haben. :(

Der letzte Eintrag im ESA Rosetta blog ist von gestern.
Darin wird kurz vom letzten Bremsmanöver berichtet und dass die Entfernung jetzt nur noch 3500 km beträgt.
Dazu zeigen sie wieder diese Grafik, mit falscher Kometendarstellung, auf der steht, dass die Entfernung 10000 Meter beträgt:



Was machen die bloß mit den Fotos? :-\
Vielleicht ist wider erwarten was ganz Unerwartetes drauf, was sie geheim halten wollen? ???
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Offline Tycho

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #98 am: 24. Juli 2014, 15:18:07 »
Tägliche Nav Cam Fotos angekündigt!

"Meanwhile, we plan to publish NAVCAM images on a daily basis during the spacecraft’s final approach to comet 67P/C-G."

Hurra!

Offline tobi

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Re: Rosetta: Kampagne für freie Bilder-Weitergabe?
« Antwort #99 am: 24. Juli 2014, 15:18:32 »
Zitat
The next OSIRIS image will be published a week today, on 31 August. Meanwhile, we plan to publish NAVCAM images on a daily basis during the spacecraft’s final approach to comet 67P/C-G.
Das nächste OSIRIS Bild soll am 31. August veröffentlicht werden oder ist nicht doch der 31. Juli gemeint?  ::)

Es soll täglich Bilder von der Navcam geben in der finalen Anflugphase... naja immerhin etwas...

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