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Autor Thema: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau  (Gelesen 47257 mal)

Offline Modelldock (ex Tigerzivi)

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #25 am: 01. Dezember 2014, 10:21:49 »
Moin Manfred und natürlich alle anderen Mitleser hier :)

Korrekt - die 0,8% des Gesamtgehäuses (mit einer Höhe von 1,6 cm) entsprechen am Ende dem Maßstab 1:144.

Auch wenn ich ungern vorgreife:
Ich habe gestern endlich die Bestellung bei Shapeways aufgegeben.
Darin enthalten je zwei 1:144 full detailed Holdddown Arms geschlossen, zwei geöffnet, 8 Türen (für die geöffneten HDA's; 4 in Reserve), zwei low detailed HDA's geöffnet und einen geschlossenen HDA im Maßstab 1:72.
Letzteren habe ich einfach mal als Vergleich mitbestellt, da ich ja überhaupt nicht weiß, ob die ganzen kleinen Details (teils 0,15 mm) im Maßstab 1:144 dargestellt bzw, gedruckt werden können.
Die beiden low detailed HDA's sind ebenfalls für Vergleiche zu den full detailed gedacht. Der ganze Spaß kostet mich jetzt inkl. Versand (9,- €) ca. 28,- € - wobei ich die HDA's schon ausgehöhlt habe um Material zu sparen.
Alles wird in Ultra frosted Detail gedruckt.

Hier mal die Shapeways-Renderings meiner fertigen Sketchupmodelle (bei der gelben Variante kommen die Details am Besten zur Geltung):





Nahaufnahmen:







Bereits heute morgen bekam ich eine Email, dass der Druck begonnen wurde. Ich halt Euch auf dem Laufenden.

Unterm Strich waren es für mich jetzt ca. 25 bis 30 Arbeitsstunden bis zum fertigen 3D-Modell*

Mit der Fortführung meines 3D-SketchUp-Berichts könnt ihr zum Wochenende rechnen.

Gruß Jan  :)

*Der eigentliche Arm des Holddown-Arms, der die Rakete fixiert/am Boden hält, fehlt hier allerdings noch. Um den kümmere ich mich, wenn der Druck erfolgreich war.


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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #26 am: 01. Dezember 2014, 11:40:34 »
Moin Jan,

alle Achtung, was Du machst, machst Du gründlich! Das sieht alles blitzsauber aus im Modell, nun sind wir alle gespannt auf die Drucke in Frosted Ultra Detail Und der Preis ist soweit auch okay, finde ich.

Apropos Preis, den berechnet Shapeways ja nach dem gedrucktem Materialvolumen ($3.49/cm3), wie Halbtoter mitgeteilt hatte. Im Shop kann dann aber offenbar jeder Designer einen beliebigen (?) Aufschlag als Aufwandsentschädigung für die Modellierung festlegen, oder wie wird das gehandhabt?  :-\

Offline Modelldock (ex Tigerzivi)

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #27 am: 01. Dezember 2014, 12:08:50 »
Also, soweit ich weiß, muss man um verkaufen zu können, erstmal einen Shop bei Shapeways eröffnen (lass mich aber auch egrn eines Besseren belehren ;) ).
Dann kann man seine Kreationen zum Verkauf anbieten und den Preis beliebig (oberhalb der reinen Druckkosten via Shapeways) ansetzen.
Wird ja auch kaum jemand aus Spaß an der Freude zum Selbstkostenpreis tun ;)
Ob man das nun als Aufwandsentschädigung bezeichnen möchte...  :-\

Stimmt, Preis berechnet sich aus Materialvolumen plus 5 $ Handling-Fee (frosted ultra detail).

Gruß Jan
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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #28 am: 01. Dezember 2014, 13:08:53 »
Ups, Aufwandsentschädigung war jetzt keinesfalls geringschätzig gemeint, zumal wir uns ja durch Deinen Workshop lebhaft vorstellen können, wieviel Zeit allein für die Modellierung draufgeht.  :o Und dafür soll der Designer auch ein angemessenes Honorar bekommen, keine Frage.  8)

Also "verdient" Shapeways eigentlich nur an den reinen Druckkosten (+ Bearbeitungs-/Versandkosten) und bietet den Designern obendrein eine geeignete Plattform für ihre Shops?  ???

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #29 am: 01. Dezember 2014, 13:35:59 »
Hallo zusammen,

und passend zur Ankündigung von LVM Studios für das 2015 geplante Hammer-Projekt mit dem Apollo Saturn Launch Umbilical Tower gibt es hier eine schicke 1:144 Astronauten Crew mit Lunar Rover in Frosted Ultra Detail (€14.15):


Quelle: shapeways.com (SS Model Shop)
Herz was willst Du mehr.

Offline Modelldock (ex Tigerzivi)

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #30 am: 08. Dezember 2014, 16:48:17 »
Hallo zusammen auch von mir - heute mit einem Mini-Update:

1. Habe soeben von Shapeways Bescheid bekommen, dass meine Holddown-Arms ohne Probleme gedruckt werden konnten (JIPPIIIIIIEEE!!!) und auf dem Weg zu mir sind.
2. Leider komme ich gerade wieder mal nicht dazu, meinen SketchUp-Modellier-Bericht fortzuführen und hoffe aufs nächste Wochenende. Jeder Menge Bilder dafür hab ich schon...
3. Manfred: diese Figuren kannte ich auch noch nicht - da ich nun einen 10$ Gutschein von Shapeways bekommen hab, werd ich mir die wohl beim Nächsten Mal mit bestellen.

Soweit von mir.

Viele Grüße
Jan  :)
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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #31 am: 08. Dezember 2014, 18:04:49 »
Die Spannung steigt, ich kann's auch kaum erwarten, Deine schicken HDAs zu sehen und Dein kritisches Urteil zu hören.  :o

Das mit dem Gutschein ist natürlich 'ne coole Werbung, die wollen also noch mehr sehen von Dir, streng Dich an!  8)
Mach Dir nur keinen Stress mit der Workshop-Fortsetzung, es weihnachtet ja schließlich schon.

Offline Modelldock (ex Tigerzivi)

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #32 am: 09. Dezember 2014, 13:59:48 »
Oh Mann...
Vorhin simste mir meine Frau, dass das Paket von Shapeways schon da ist - und ausgerechnet heut bin ich erst spät zu Hause...
Ist ja schon fast wie Weihnachten, so aufgeregt bin ich  ;)

Aber Lieferzeit in unter einem Tag ist schon enorm. Kam diesmal allerdings mit UPS (beim letzten Mal per GLS)

Werde morgen mal ein erstes Bild posten  :)

Gruß Jan
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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #33 am: 09. Dezember 2014, 14:55:30 »
Da liefert ja Shapeways schneller als Du postest ...

Offline SFF-TWRiker

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #34 am: 09. Dezember 2014, 17:07:34 »
Zeitraffer-Video der Herstellung eines Modells der USS Enterprise 1701 aus der Klassik Star Trek Serie

In www.scifi-forum.de hat ein User obiges Video incl Bemalung reingestellt.
Dies ist im öffentlichen Star Trek Unterforum. Eine Registrierung ist daher nicht nötig!

Der Effekt bei mir: 8) 8) 8)

Falls jemand dem User eine Nachricht zukommen lassen will, und sich im SFF nicht registrieren will, kann er mir eine PN schicken.
Seit Apollo und Star Trek Classic Astronomie, Raumfahrt und SciFi-Fan.

TWR genügt als Anrede

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #35 am: 10. Dezember 2014, 10:04:25 »
SNEAK-PEAK:

Habe die ersten Shapeways gedruckten FUD-Teile (Frosted Ultra Detail) einer gründlichen Reinigung mit Elektrischer Zahnbürste und Spüli unterzogen.



Bin bisher sehr zufrieden - obgleich sich auf den Teilen haarfeine, waagerechte Linien vom Druck abzeichnen. Diese erkennt man ganz gut auf dem 1:72er Teil im oberen Bereich.
Auch zeigen sich hier und da kleine Unregelmäßigkeiten, die aber scheinbar IM Material und nicht auf der Oberfläche liegen.
Erst eine Grundierung wird zeigen, wieviel davon später noch übrig bleibt.

Begeistert bin ich auch von den 6-Kant-Muttern am Fuß der Holddown-Arme. Am 1:144 Teil haben sie einen Durchmesser von nur 0,3 mm und sind dennoch sehr schön zu erkennen.
Ich werde später nochmal versuchen, bessere Fotos zu machen.

Gruß Jan  :)
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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #36 am: 10. Dezember 2014, 12:22:48 »
Na bitte, das sieht doch schon auf den ersten Blick echt cool aus,  8)  obwohl man bei den transluzenten FUD-Teilen die Details leider nicht so gut erkennen kann, aber mit Grundierung wird dann alles viel deutlicher, vermutlich aber auch diese haarfeinen Linien.  ::)

Die sind sicher insbesondere auf den Schrägen und Rundungen zu finden, worüber ja Halbtoter schon berichtet hatte. Deshalb raten ja manche dann noch zum feinen Schleifen, was ich mir bei Flächen zwar noch vorstellen könnte, aber bei kleineren Rundungen und bei strukturierten Details dürfte das vielleicht ein Problem sein.  :-\

Zum realen Größenvergleich wäre bei den nächsten Fotos eine Cent-Münze oder ein Lineal nicht schlecht.  8) 

Offline Modelldock (ex Tigerzivi)

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #37 am: 10. Dezember 2014, 19:53:23 »
Ich habe jetzt einfach mal das erste Teil mit der Airbrush bemalt und will die Ergebnisse jetzt mal hier kommentarlos zeigen:



















Doch, einen Kommentar muss ich doch abgeben: Der Streifen auf der Gehäuserückseite ist eigentlich nicht vorgesehen und stammt vermutlich vom stützenden Wachs für den "Entenschnabel" hinten. Warum das da dann so besonders rau ist, keine Ahnung...  :-\

Auf Eure Kommentare bin ich gespannt  :)

Gruß Jan
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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #38 am: 11. Dezember 2014, 01:27:06 »
Hallo Jan,

beim Anblick des ersten Bildes war ich leicht geschockt,  :o  da sieht Dein Resin-HDA sicherlich glatter aus, stimmts?  ???
Aber das ist halt die ungeschminkte Wahrheit von Makroaufnahmen, deshalb Hut ab davor, dass Du die auch zeigst.

Okay, die Lichtverhältnisse spielen natürlich auch noch eine Rolle. Und je weiter man weggeht, desto beschaulicher wird es dann natürlich, aber das ist wohl (noch) der Unterschied zwischen Theorie (3D-Modell) und Praxis (3D-Druck).  ::)

Aber vorab mal noch zwei Fragen, sind das die 1:144er Drucke, vermutlich sieht der 1:72er HDA noch "schlimmer" aus, oder?

Und wie oft hast Du lackiert?  :-\ Durch mehrmaliges Brushen würde man den misslichen Linien-Effekt vermutlich etwas mildern können, worunter dann aber wiederum auch die feinen Details leiden würden.  >:(

Tja, da ist guter Rat erst mal teuer, und der Streifen an der Rückseite ist natürlich rätselhaft ...

Offline -eumel-

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #39 am: 11. Dezember 2014, 02:17:24 »
Warum verstehe ich nur die überschwengliche Begeisterung für den 3D-Drucker nicht?:

Auf dem Mars gibt es nichts?
Macht nichts, wir nehmen einen 3D-Drucker mit und drucken uns ganz einfach alles, was wir brauchen! 8)
Häuser, Autos, Maschinen, ganze Fabriken...


Ich fürchte fast, ganz so einfach wird das wohl nicht werden. :-\
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 30. August 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline Modelldock (ex Tigerzivi)

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #40 am: 11. Dezember 2014, 09:12:35 »
Moin Manfred, moin eumel,

es sind die 1:144er Drucke. Darauf habe ich 4 dünne Schichten mit der Airbrush aufgetragen.
Beim 1:72 er Modell dürfte es im Gegenteil etwas besser aussehen, da diese "Linien" dieselbe Größe haben wie beim 1:144 - dadurch werden es zwar mehr, aber im Verhältnis zum Modell gesehen dünnere (unauffälligere). Die kommen halt einfach durch die "Auflösung" beim Druck.

Da ich ja noch einige Rohlinge habe (hab mir insgesamt 6 drucken lassen + 1x 1:72), versuche ich die Tage mal, ob man mit Schleifen der Sache etwas näher kommt.
Eines steht jedoch fest, die ganzen Nieten am Holddown Arm hätt ich mir für die 1:144er version schenken können, da sie zwar da sind, aber dieselbe Stärke haben, wie diese Linien und somit untergehen.

Gesamt betrachtet will ich aber am Ball bleiben. Habe auch schon überlegt, ob eine andere Druckmethode (liegend, mehrere Bauteile) besser geeignet wäre, aber das wäre wieder ein Forschungsaufwand, den ich nicht betreiben möchte. Also bleibt erstmal geduldiges Schleifen die erste Wahl.

Eumel, prinzipiell bin ich schon begeistert, von meinen Ergebnissen; besonders von den kleinen 6-Kant-Schrauben am Fuß des HDA. Aber es gibt halt noch deutliches Verbesserungspotential.
Wir bewegen uns hier im Modellbau natürlich im untersten Maßstabsbereich mit sehr kleinen Objekten, bei denen natürlich selbst kleine Makel sofort auffallen.

EDIT: je öfter ich mir die Fotos anschaue, desto besserer Hoffnung bin ich, das durch vorsichtiges Schleifen verbessern zu können.  :)

Gruß Jan  :)
« Letzte Änderung: 11. Dezember 2014, 12:32:37 von Tigerzivi »
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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #41 am: 11. Dezember 2014, 13:51:51 »
Hallo Jan,

ich hoffe doch, dass sich Deine erste Ernüchterung inzwischen etwas gelegt hat, denn Du hattest Dir sicherlich ein besseres Ergebnis vorgestellt.  ::) Deshalb bleibt für mich die Ursache dieser Linienstruktur der Drucke nach wie vor eine Kardinalfrage bei der Entscheidung für oder gegen den 3D-Druck, zumal der Aufwand für die Modellierung ja schon beträchtlich ist.  ???

Allein an der Auflösung beim Druck kann es aber offenbar nicht liegen. Wie ich im ARC-Forum gelesen habe, werden beim Drucken in der detailliertesten (und teuersten) Shapeways-Qualität Frosted Ultra Detail (FUD) jeweils Schichten von 30 Mikrometer (0,03 mm) gedruckt. Diese Absätze sollte man aber mit bloßem Auge kaum sehen können, denke ich mal.  :o

Offenbar kommt es auch noch auf die Auflösung des jeweiligen 3D-Programms bei der Konvertierung des Modells in das für Shapeways erforderliche File-Format  .stl an, die etwas geringer sein kann als die des Modells.

Und die Druckmethode (liegend/stehend) spielt bekanntlich auch eine Rolle, an deren Veränderung Du ja auch schon gedacht hast, ebenso wie die Materialauswahl. D.h., es gibt schon einige Stellschrauben, an denen man drehen kann. Aber das bedeutet in der Tat jede Menge Aufwand bei der Austestung der verschiedenen Möglichkeiten, um zu einem optimalen Ergebnis zu kommen ...

Aber so steinig ist der Weg ins Neuland nun mal, und schon deshalb gebührt Dir mein allergrößter Respekt für Deinen Wagemut als Vorreiter.

Drum lass Dich nicht zu sehr entmutigen und bleibe dran an dieser interessanten, aber anspruchsvollen Materie!

Offline Modelldock (ex Tigerzivi)

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #42 am: 11. Dezember 2014, 20:49:43 »
Danke Manfred für Deine aufheiternden Worte.

Stimmt, eine gewisse Ernüchterung hat sich zunächst eingestellt, aber so schnell werfe ich nicht die Flinte ins Korn  :P

Ich habe heute auch eine Mail mit meinen Bildern an Nic von Shapeways geschickt (hatte in den vergangenen Wochen schon mehrmals mit ihm geschrieben um diverse Dinge zu erfragen). Ich habe ihn mal nach Tipps gefragt.

Des Weiteren habe ich mir vorhin einfach mal ein Stück 600er Schleifpapier genommen und an einem weiteren Holddown-Arm ca. 15 bis 20 Minuten vorsichtig die "glatten" Flächen geglättet.

Was soll ich sagen - FUD lässt sich hervorragend schleifen :)
Nach einer kleinen Airbrush-Session sieht das Schätzken nun so aus (jeweils links im Bild):




(rechts jeweils ein identisches, "unbearbeitetes" Exemplar)

Damit kann ich schon viel besser leben. Für die weitere Planung heißt das, dass ich alle erhabenen Nieten und Schrauben (außer den 6-Kant-Exemplaren am Fuß) für die nächste Version versenken werde (also feine Löcher, statt Erhebungen).
Auf diese Weise kann ich die Oberflächen prima schleifen ohne diese Details zu vernichten :)

Gruß (ein erleichterter)
Jan  ;D
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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #43 am: 16. Dezember 2014, 08:44:07 »
Moin Jan,

zunächst bin ich mal gespannt, was Shapeways dazu meint und ob sie die Streifigkeit irgendwie mildern können, denn ganz beseitigen wird wohl nicht gehen, denke ich mal.  ::)

Deshalb bliebe dann wirklich nur das nachträgliche vorsichtige Schleifen, was aber auch mühselig ist. Das mag ja auf den ebenen Flächen Deines HDA noch halbwegs gehen, wird aber bei Rundungen und an engen Stellen, wie z.B. zwischen den kleinen Rippen, schon schwieriger.  ???

Und wenn Du die Details wie erhabene Nieten und Schrauben zunächst weglassen willst, heißt das, dass Du die anschließend wieder dran bringen willst, oder wie?  :-\

Oder man muss bei 1:144 von vornherein auf bestimmte Details verzichten ...  :(

Offline Modelldock (ex Tigerzivi)

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #44 am: 16. Dezember 2014, 12:30:16 »
Moin Manfred,
also am Wochenende hat Shapeways mir eine Email mit umfassender Entschuldigung geschickt und (damit ich 100%ig zufrieden bin) eine kostenlose Ersatzlieferung veranlasst.
Bin mal gespannt, ob die dann da noch was dran drehen konnten oder ob die Teile genauso aussehen.
In letzterem Fall wäre es aber dennoch akzeptabel, da ich ja nun weiß, wie ich sie Schleifen kann/muss um zu einem besseren Ergebnis zu kommen.

Rundungen hab ich bei meinen HDAs erstmal nicht und zwischen die Rippen komme ich mit einem 2-fach gefalteten Schleifpapierstück immer noch wunderbar hinein.
Das ist insofern noch von Vorteil, dass ich dadurch die Rippen maßstabsgetreuer dünner schleifen kann - ich musste ja Druckbedingt auf die größere Breite ausweichen.

Nein, die Nieten und Schrauben werden durch Löcher mit gleichem Durchmesser ersetzt. Diese werden dann beim Abschleifen nicht zerstört (wie die erhabenen Nieten/Schrauben) und wirken auf Grund der kleinen Größe des HDAs genauso gut wie erhabene Details; könnten aber durchaus noch mit 0,2 mm Draht gefüllt und so wieder zu erhabenen Details gemacht werden...

Ein mittelschwerer Schlag hat mich übrigens am Wochenende getroffen, als ich feststellen musste, dass mit Ablauf meiner 30 Tage Testversion von SketchUp auch eine elementare Funktion ("Subtrahieren") nicht mehr verfügbar ist. Nur durch sie war ich in der Lage, die schrägen Seitenwände des HDAs so schön hin zu bekommen.
Das ist aber auch schon die einzige Funktion, die jetzt nicht mehr zur Verfügung steht.
Werde mal sehen, ob und wie ich damit leben kann und ob es bearbeitungstechnische Alternativen gibt.

Gruß Jan  :)
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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #45 am: 16. Dezember 2014, 16:00:51 »
So, machen wir mal ein bischen weiter mit dem Workshop  ;)

Schritt 5 – Detaillierung am Fuß des Gehäuses

Nun geht es daran, die Bodenplatte des Holddown-Arm-Gehäuses zu detaillieren. Im Original gibt es zwischen den Rippen vorn und hinten jeweils eine dicke 6-Kant-Schraube, die die gesamte Konstruktion auch beim Start einer Rakete sicher an Ihrem Platz hält.

Diese Schrauben will ich auch! Also ermittle ich mittels einer Hilfslinie zunächst die Mittelachse auf den freien horizontalen Flächen zwischen den Rippen. Von den jeweiligen Mittelpunkten aus zeichne ich zunächst einen größeren Kreis und darin ein etwas kleineres Sechseck



Dann drücke ich die Kreisfläche mit dem Drücken-/Ziehen-Werkzeug ein wenig in die Fußplatte hinein und ziehe das Sechseck etwa um dieselbe Länge heraus.



Auf diese Weise simuliere ich ziemlich naturgetreu die dicken Sechskantschrauben in ihren runden Futteralen.



Dieselbe Prozedur führe ich zwischen den Rippen auf der Rückseite durch.

Am Original Holddown-Arm haben die beiden äußeren, hinteren  Rippen jeweils ein kleines Loch.
Auch dieses kann und will ich darstellen. Dazu zeichne ich auch hier zunächst einen Kreis mit entsprechendem Durchmesser, den ich dann in die Rippe hineindrücke, bis er die gegenüberliegende Seite erreicht.






Hier bildet Sketchup automatisch einen Druchbruch, eine Öffnung (Abb. oben), und damit sind die Detaillierungsarbeiten am Fuß des Gehäuses erstmal abgeschlossen.

Schritt 6 – Erstellen der Haube

Der Rohbau für Haube des Holddown-Arm-Gehäuses wird auf dieselbe Weise hergestellt, wie das Gehäuse auch. Zunächst ermittle ich mir anhand meiner Vorlagenskizze wieder alle benötigten Abmessungen. Diese übertrage ich dann in eine seitliche Profilansicht.

Nachdem diese fertig ist, bringe ich das Objekt mit dem Drücken-/Ziehen-Werkzeug wieder in die dritte Dimension.



Fertig ist der Rohbau.



Fortsetzung folgt...

Edit: Manfred, habe Dir auf Deine Fragen im Thread hiervor geantwortet  ;)

Gruß Jan
« Letzte Änderung: 16. Dezember 2014, 18:00:30 von Tigerzivi »
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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #46 am: 17. Dezember 2014, 18:30:15 »
Moin Manfred,
also am Wochenende hat Shapeways mir eine Email mit umfassender Entschuldigung geschickt und (damit ich 100%ig zufrieden bin) eine kostenlose Ersatzlieferung veranlasst.
Bin mal gespannt, ob die dann da noch was dran drehen konnten oder ob die Teile genauso aussehen.
In letzterem Fall wäre es aber dennoch akzeptabel, da ich ja nun weiß, wie ich sie Schleifen kann/muss um zu einem besseren Ergebnis zu kommen.

Rundungen hab ich bei meinen HDAs erstmal nicht und zwischen die Rippen komme ich mit einem 2-fach gefalteten Schleifpapierstück immer noch wunderbar hinein.
Das ist insofern noch von Vorteil, dass ich dadurch die Rippen maßstabsgetreuer dünner schleifen kann - ich musste ja Druckbedingt auf die größere Breite ausweichen.

Nein, die Nieten und Schrauben werden durch Löcher mit gleichem Durchmesser ersetzt. Diese werden dann beim Abschleifen nicht zerstört (wie die erhabenen Nieten/Schrauben) und wirken auf Grund der kleinen Größe des HDAs genauso gut wie erhabene Details; könnten aber durchaus noch mit 0,2 mm Draht gefüllt und so wieder zu erhabenen Details gemacht werden...

Ein mittelschwerer Schlag hat mich übrigens am Wochenende getroffen, als ich feststellen musste, dass mit Ablauf meiner 30 Tage Testversion von SketchUp auch eine elementare Funktion ("Subtrahieren") nicht mehr verfügbar ist. Nur durch sie war ich in der Lage, die schrägen Seitenwände des HDAs so schön hin zu bekommen.
Das ist aber auch schon die einzige Funktion, die jetzt nicht mehr zur Verfügung steht.
Werde mal sehen, ob und wie ich damit leben kann und ob es bearbeitungstechnische Alternativen gibt.

Gruß Jan  :)
Hallo Jan,

offenbar darf man sich nicht gleich mit der Qualität jeder Lieferung von Shapeways zufrieden geben.  ::)

Das kenne ich auch aus dem ARC Forum, wo einer seine 1:144 SSME's (FUD) beanstandet hatte, die zuerst nicht so toll aussahen. Da er sie erst einige Tage nach der Anlieferung auspacken und reinigen konnte, hatte sich an einigen Stellen so eine Art Kristallisationseffekt ausgebildet wie beim Überfrieren im Kühlschrank, was man beim mittleren SSME sehen kann. >:(


Quelle: arcforums.com (Hotdog) 

Nach dem Grundieren sah es dann so aus, also richtig gruselig.  :o





Die Ersatzlieferung sah dann etwas besser aus, hier zunächst direkt nach der Anlieferung, d.h. noch ohne Reinigung,



und hier im gereinigten Zustand. Die dünnen Zuleitungen waren diesmal auch unversehrt.



Mit Grundierung hat er bisher noch keine weiteren Bilder gezeigt, aus welchem Grund auch immer, weshalb ich jetzt mal nachfragen werde.  8)

Noch eine Frage zu den Versteifungsrippen, wie dick waren die denn? Wie Du hast durchblicken lassen, waren die wohl zunächst zu dünn. Hat Shapeways die von selber verstärkt, oder gab es dazu eine Rücksprache mit Dir?  :-\

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #47 am: 17. Dezember 2014, 18:49:54 »
So, machen wir mal ein bischen weiter mit dem Workshop  ;)
...

Hallo Jan,

Merci, Deine Lektion ist wieder mal Spitze, und alles ist sehr übersichtlich und überzeugend dargestellt.  8)

Hast Du inzwischen das Duplizieren von Elementen nochmals ausprobiert, wozu sich die Rippen ja eigentlich anbieten würden?  :-\

Apropos Testversion, wie teuer wäre denn die Vollversion von SketchUp?  ???

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #48 am: 18. Dezember 2014, 16:58:01 »
Hallo Manfred,

Shapeways bietet direkt nach Upload und automatischer Analyse nach ca. 10 bis 15 Minuten zu jedem möglichen Material eine Info über Druckbarkeit und bei "Fail" bekommt man auf Klick folgende Informationen:


Quelle: Shapeways

Gelb sind die Problemzonen, die zu dünnen Wände haben (hier Mal Frosted Detail statt FUD). Shapeways bietet auch direkt die Option, diese Mängel fixen zu lassen, wird dann aber vermutlich einfach Material auf die gelben Stellen aufspachteln und das muss dann nicht automatisch gut aussehen.
also habe ich immer wieder angepasst, bis die Checks "passed" waren.

Ich glaube ich hatte die Rippen ursprünglich auf ca. 0,2 mm Stärke und nun auf 0,3mm erhöht.

Das Duplizieren habe ich nicht weiter verfolgt, da ich mit dem direkten Konstruieren fast genauso schnell bin.
Natürlich dupliziere ich ganze Objekte für den Multi-Druck, aber von eizelnen Elementen hab ich erstmal die Finger gelassen.

Die Vollversion von SketchUp liegt (glaub ich) bei 599,- $
Schon heute ist übrigens die Ersatzlieferung von Shapeways gekommen - bin gespannt.
Habe außerdem Antworten im Shapeways-Forum von anderen Kunden bekommen, dass meine ersten HDAs (hatte ein Foto eingestellt) wirklich extreme "Wellen" hatten.

Würd mich auch interessieren, was Dein Kollege aus dem ARC-Forum neues zu berichten hat.

Gruß Jan
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2014, 10:49:05 von Tigerzivi »
Meine Website: http://www.modelldock.de
1:144 Raumfahrtmodellbau-Zubehör (LC-34):
https://www.shapeways.com/shops/modelldock

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Re: 3D-Druck im Raumfahrt-Modellbau
« Antwort #49 am: 19. Dezember 2014, 12:55:50 »
Hallo Jan,

interessante Feedbacks von Shapeways zu den 3D-Modellen.  8)

Die Rippen könnte man ja auch separat aus dünnem Styrene scratchen und ankleben, dann würde man sich das knifflige  "Abdünnen" sparen können. Vermutlich sind die Rippen aber nur ein paar Millimeter groß und schwierig zu applizieren, oder?  :-\

Nun bin ich auch auf die Ersatzlieferung gespannt.  ???

Die ARC-Kollegen hüllen sich bisher noch in Schweigen.  ::)

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