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Autor Thema: Starlink - Satellitenkonstellation  (Gelesen 254032 mal)

Offline MarsMCT

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1025 am: 04. September 2019, 13:42:20 »
Das automatische Ausweichsystem existiert und ist aktiv. Starlink Satelliten haben schon eine ganze Reihe von Ausweichmanövern durchgeführt. Alle automatisch.

Das war eine der Meldungen im Zusammenhang mit diesem Vorfall. Edit: Ich habe die Quelle gefunden.

https://twitter.com/Astro_Jonny/status/1168976820349415430

Zitat
Some additional bits of useful information about #Aeolus/#Starlink from SpaceX:

- Starlink 44 is operational and capable of avoidance maneuvers if necessary

- In three months the Starlink fleet has performed 16 collision avoidance maneuvers without any manual input (!)

Starlink 44 ist betriebsfähig und kann Ausweichmanöver durchführen, wenn nötig.

In 3 Monaten hat die Starlink Flotte 16 Kollisions-Ausweich-Manöver durchgeführt, ohne irgendeine manuelle Eingabe.

Unklar ist mir, ob es allgemeine Ausweichregeln gibt, die vermeiden, daß beide Satelliten in die gleiche Richtung ausweichen. Das wäre wichtig.

Die Konstellationen arbeiten alle in kreisförmigen oder fast kreisförmigen Bahnen. Es wird aber immer andere Satelliten oder Stufen mit elliptischen Bahnen geben, die diese Bahnen kreuzen.
« Letzte Änderung: 04. September 2019, 15:23:39 von MarsMCT »

Offline RonB

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1026 am: 04. September 2019, 16:40:07 »
Für Starlink gibt es jetzt 4 NET 2019 Starts:
(Achtung. Unterschiedliche Zählweise. Im deutschen Wiki wird der Start am 24.5. mit Starlink 1, im engl mit Starlink v0.9 angegeben)

Starlink-1   October 10th
Starlink-2   October 25th
Starlink-3   November 13th
Starlink-4   December 8th

https://www.teslarati.com/spacex-starlink-falcon-9-four-more-launches-2019/

Diese Daten sind die Termine ab denen die vier FCC-STA-Lizenzen gelten. Von diesen Terminen an gilt die STA-Lizenz für sechs Monate. Es ist also möglich, dass im November / Dezember weiterer Starlink-Missionen gestartet werden. Termine für die Starts von Starlink-3 und Starlink-4 gibt es noch nicht. Die ersten beiden Startermine bleiben am 17. Oktober und 4. November 2019.
« Letzte Änderung: 05. September 2019, 15:14:03 von RonB »
Es recht zu machen Jedermann ist eine Kunst die Keiner kann.

Offline wulf 21

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1027 am: 04. September 2019, 17:45:20 »
Gerade hat DLF Forschung aktuell über das Ausweichmanöver berichtet und es gab ein Interview mit jemanden vom ESA space safety programm (Audio archiv/Transskript noch nicht verfügbar).
Edit: Nachdem die offizielle ESA-Meldung oben gelesen habe, hab ich mich erninnert wer der Interviewpartner war: Holger Krag (der auch in der Meldung zitiert wird).

In einiger Hinsicht fand ich es durchaus Aufschlussreich hinsichtlich von Fragen, die auch hier kamen:
  • Klare aussage: Es gibt keine Allgemeinen Verkehrsregeln im Weltraum, die festlegen, wer auszuweichen hat, was auch daran liegt dass es keine Autorität im Weltraum gibt, die diese festlegen könnte. Die Weltraumverträge gibt hier allen Akteuren sehr weitgehende Freiheit. Es wurde auch klargestellt, dass man, auch wenn die Kommunikation nicht optimal lief, SpaceX keine Regelverletzung vorwerfen kann, da es noch nicht einmal die Pflicht gibt, auf E-Mail-Anfragen wegen einer Kollisionswarnung zu antworten.
  • Eigenmächtiges Ausweichen ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn das andere Objekt ein Stück Weltraumschrott ist. Handelt es sich um einen operationellen Satelliten, dann besteht die Möglichkeit, dass beide das gleiche Ausweichmanöver durchführen und das Problem nicht gelöst wird
  • Daher gibt es nur die Möglichkeit, dass beide Betreiber miteinander Aushandeln, wer ausweicht, und wer nicht. Dieser Aushandlungsprozess ist komplett händisch (E-Mails, Telefon)
  • Aufgrund dessen, dass auf die Kommunikation mit SpaceX keine Antworten mehr erhalten wurden, wurde die letzte Nachricht so interpretiert, das SpaceX nichts tut und die ESA frei ihr Ausweichmanöver planen kann - was am Ende ja auch funktioniert hat
  • Aufgrund dieser Überlegungen, schwebt dem Interviewpartner von der ESA ein standardisiertes System vor, wie Bodenstationen verschiedener Satellitenbetreiber weitgehend automatisiert miteinander aushandeln, wer wie ausweicht, um am Ende möglichst ein Konfliktfreies Ergebnis zu erhalten.
  • Es wurde angemerkt, dass der SpaceX-Satellit auf einer relativ niedrigen Umlaufbahn war, was auf einen Orbitabsenkung zum Ende der Lebensdauer hindeutet (was auch ausdrücklich gelobt wurde).

Bemerkung: Möglicherweise wurde aus all diesem Gründen in diesem speziellen Fall (möglicher Kollisionsgegner = operativer Satellit der auch ausweichen kann) eben kein automatisiertes Ausweichen ausgelöst.

Offline Ari

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1028 am: 04. September 2019, 18:12:08 »
Immer dran denken, nichts ist passiert !
Diese Satelliten fliegen automatisch Korrekturmanöver um ihre Bahn zu halten.
Das sind keine Ausweichmanöver. Es droht keine Katastrophe. Da oben ist genug Platz für alle.

Offline wulf 21

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1029 am: 04. September 2019, 18:47:53 »
Immer dran denken, nichts ist passiert !
Diese Satelliten fliegen automatisch Korrekturmanöver um ihre Bahn zu halten.
Das sind keine Ausweichmanöver. Es droht keine Katastrophe. Da oben ist genug Platz für alle.

Natürlich sind es keine Ausweichmanöver in dem Sinn, dass es sicher geknallt hätte, wenn man nichts unternommen hätte.

Aber "Korrekturmanöver um die Bahn zu halten" stimmt so nicht. Die ESA hätte dieses Manöver nicht ausgeführt, wenn nicht eine wenn auch kleine, aber doch nicht zu vernachlässigende Möglichkeit der Kollision bestanden hätte.

Das Manöver war auch keineswegs automatisch, sondern wurde vorher von der ESA genau geplant und per Befehl an den Sateliten geschickt.

Platz ist, ja, aber wenn tausende Satelliten jeder zehntausende Erdorbits duchführen, dann ist die Wahrscheinlichkeit in der Summe irgendwann hoch genug, dass es zur Kollision kommen kann (was ja auch schon real passiert ist). Ist so ähnlich wie im Lotto, wo es trotz verschwindend geringer Gewinnwahrscheinlichkeit wegen der großen Zahl Spieler irgendwann real einen Gewinner gibt.

Katastrophen drohen vorerst nicht, finanzieller Schaden aber schon - sonst würde ja niemand bezahlt sich damit auseinanderzusetzen.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1030 am: 04. September 2019, 19:23:46 »
Beide Satelliten verlassen doch ihre Laufbahn, und bringen das Gefüge aus tausenden umherflitzenden  Satelliten durcheinander. Eine Berechnungslawine wird losgetreten. Ein zurück geht doch wegen der Wiederholungsgefahr nicht.
- Kein Satellit "verlässt" seine Umlaufbahn. Die Umlaufbahn wird um wenige Promille angepasst.
- Es wird dadurch keine Lawine losgetreten. Der Weltraum ist riesig.
- Ein "Zurück" geht immer. Und zwar vollkommen Automatisch von "Mutter Natur" werden die Satelliten wieder in Richtung Erde gezogen.
- Eine "Wiederholungsgefahr" gibt es nicht. Wenn zwei Satelliten einmal aneinander vorbei sind, treffen sie sich danach nicht nochmal. Die Umlaufbahnen sind dafür viel zu unterschiedlich.




Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1031 am: 04. September 2019, 19:25:36 »
Aber "Korrekturmanöver um die Bahn zu halten" stimmt so nicht. Die ESA hätte dieses Manöver nicht ausgeführt, wenn nicht eine wenn auch kleine, aber doch nicht zu vernachlässigende Möglichkeit der Kollision bestanden hätte.
Natürlich war das ein manuelles Ausweichen, aber die ESA hätte man Mannöver auch sonst ganz normal geflogen. Natürlich nicht zu dem Zeitpunkt un auch nicht in der Intensität. Aber eine "Orbitanhebung" ist auf diesen Flughöhen alle paar Tage notwendig. Natürlich braucht man mehr Treibstoff, wenn man das "Ineffizient" macht, aber das ganz normale Mannöver hätte auch Treibstoff verbraucht.

Offline proton01

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1032 am: 04. September 2019, 19:47:56 »
3. Regeln für die Vermeidung von Weltraumschrott schärfen (U.a. auch: ULA/Centaur-Oberstufe , Arianespace/Ariane5/6 Oberstufe, OneWeb mit ihrer Megakonstellation in 1200km Höhe! ...aber auch Space X).

Bei Ariane 6 wird die Oberstufe so ausgelegt daß sie aktiv aus dem Orbit entfernt werden kann. Das wird von der Gesetztgebung so gefordert und daher umgesetzt.

Offline wulf 21

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1033 am: 04. September 2019, 19:51:56 »
Danke für den Hinweis, dass ein entprechendes Manöver sowieso irgendwann nötig gewesen wäre, nur nicht zu diesem Zeitpunkt - das weiß ich zwar prinzipiell, hatte es bei der Antwort aber nicht bedacht.

Hier oben erwähntes Interview als Audio: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2019/09/04/erzwungenes_ausweichmanoever_esa_satellit_aeolus_musste_dlf_20190904_1636_6de006b3.mp3

Text des Interviews: https://www.deutschlandfunk.de/kollisionsgefahr-im-orbit-esa-satellit-musste-kurzfristig.676.de.html?dram:article_id=458012

Wahrscheinlich hat die ESA hier auch auf den Iridium-tweet reagiert, wenn man hört/liest, wie ausführlich betont wird, dass entsprechende Manöver an sich nichts ungewöhnliches sind, aber Begegnungen mit operationellen Satelliten eher selten - aber wegen den Großkonsellationen vermutlich immer häufiger vorkommen werden, sodass Absprachen zwischen Betreibern immer mehr Arbeitsaufwand bedeuten würden.

Offline proton01

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1034 am: 04. September 2019, 19:57:03 »
Das automatische Ausweichsystem existiert und ist aktiv. Starlink Satelliten haben schon eine ganze Reihe von Ausweichmanövern durchgeführt. Alle automatisch.

Das war eine der Meldungen im Zusammenhang mit diesem Vorfall. Edit: Ich habe die Quelle gefunden.

https://twitter.com/Astro_Jonny/status/1168976820349415430

Zitat
Some additional bits of useful information about #Aeolus/#Starlink from SpaceX:

- Starlink 44 is operational and capable of avoidance maneuvers if necessary
- In three months the Starlink fleet has performed 16 collision avoidance maneuvers without any manual input (!)

Starlink 44 ist betriebsfähig und kann Ausweichmanöver durchführen, wenn nötig.
In 3 Monaten hat die Starlink Flotte 16 Kollisions-Ausweich-Manöver durchgeführt, ohne irgendeine manuelle Eingabe.

Nach welcher Logik entscheidet Starlink 44 ob ein Ausweichmanöver nötig ist ? Wird das einige Zeit vorher an ie Bodenstation gemeldet ? Warum hat die Logik nicht funktioniert, als die Wahrscheinlichkeit über die zukässige Grenze anstieg ?
Fragen über Fragen, da muss SpaceX mal alles erklären.


Gerade hat DLF Forschung aktuell über das Ausweichmanöver berichtet und es gab ein Interview mit jemanden vom ESA space safety programm (Audio archiv/Transskript noch nicht verfügbar).
Edit: Nachdem die offizielle ESA-Meldung oben gelesen habe, hab ich mich erninnert wer der Interviewpartner war: Holger Krag (der auch in der Meldung zitiert wird).

In einiger Hinsicht fand ich es durchaus Aufschlussreich hinsichtlich von Fragen, die auch hier kamen:
  • Aufgrund dessen, dass auf die Kommunikation mit SpaceX keine Antworten mehr erhalten wurden, wurde die letzte Nachricht so interpretiert, das SpaceX nichts tut und die ESA frei ihr Ausweichmanöver planen kann - was am Ende ja auch funktioniert hat
Da hat sich ESA wohl darauf verlassen daß der SPaceX Satellit kein manöver durchführt.

Bemerkung: Möglicherweise wurde aus all diesem Gründen in diesem speziellen Fall (möglicher Kollisionsgegner = operativer Satellit der auch ausweichen kann) eben kein automatisiertes Ausweichen ausgelöst.
Weiß sowas SpaceX ?  Verständigt SpaceX dann den Betreiber des anderen Satelliten ?

Offline wulf 21

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1035 am: 04. September 2019, 20:04:19 »
Bemerkung: Möglicherweise wurde aus all diesem Gründen in diesem speziellen Fall (möglicher Kollisionsgegner = operativer Satellit der auch ausweichen kann) eben kein automatisiertes Ausweichen ausgelöst.
Weiß sowas SpaceX ?  Verständigt SpaceX dann den Betreiber des anderen Satelliten ?

Das war nur geraten. Prinzipiell können sie es wissen, da ja die die automatische Kollisionswarnung der Air-Force an beide Satellitenbetreiber der aktiven Satelliten geht - die Tatsache, dass es sich bei dem anderen Satelliten also auch um einen operationellen Satelliten handelt ist in der Warnung also sicher enthalten. Es könnte sein, dass das automatische Ausweichsystem so programmiert ist --> wenn anderer Satellit operationell, dann zum Ausweichen manuelle Eingabe erforderlich. Käme mir jedenfalls sinnvoll vor.

Ob die Warnung es jedoch hergibt, auch automatisch den anderen Betreiber zu kontaktieren (z.B. wenn die Kontaktdaten drin stehen würden), hab ich keine Ahnung.

Offline MarsMCT

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1036 am: 04. September 2019, 20:11:06 »
Nach welcher Logik entscheidet Starlink 44 ob ein Ausweichmanöver nötig ist ? Wird das einige Zeit vorher an ie Bodenstation gemeldet ? Warum hat die Logik nicht funktioniert, als die Wahrscheinlichkeit über die zukässige Grenze anstieg ?
Fragen über Fragen, da muss SpaceX mal alles erklären.

Warum immer speziell SpaceX? Vielleicht sollten die Betreiber sich an einen Tisch setzen und Regeln beschließen.

Offline proton01

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1037 am: 04. September 2019, 20:36:39 »
Nach welcher Logik entscheidet Starlink 44 ob ein Ausweichmanöver nötig ist ? Wird das einige Zeit vorher an die Bodenstation gemeldet ? Warum hat die Logik nicht funktioniert, als die Wahrscheinlichkeit über die zukässige Grenze anstieg ?
Fragen über Fragen, da muss SpaceX mal alles erklären.

Warum immer speziell SpaceX? Vielleicht sollten die Betreiber sich an einen Tisch setzen und Regeln beschließen.
Bezüglich des jetzigen Vorfalls:
Weil SpaceX ein automatisches System hat auf das sie sich anscheinend verlassen haben, das aber anscheinend nicht funktioniert hat.
ESA hat es ja geschafft. Was soll ESA erklären ?

Grundsätzlich:
Natürlich müssen gemeinsame Regeln für alle auch gemeinsam beschlossen werden. Da sind alle gefordert, so wie es Hr. Krag von der ESA im Interview gesagt hat.

Offline Gertrud

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1038 am: 04. September 2019, 20:50:12 »
Hallo Zusammen,

der Artikel auf The VERGE wurde um die Aussage der  US-Luftwaffe, die den Weltraumverkehr überwacht, aktualisiert.
Danach liegt der Schwellenwert für das Versenden einer Warnung vor, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls mehr als 1 zu 10.000 beträgt. Das 18. Space Control Squadron (18 SPCS) der Luftwaffe bestätigte, dass bei der Zusammenfassung der Nachrichten für dieses Ereignis die ESA 32 CDMs und SpaceX 29 erhalten haben. SpaceX gab nicht an, ob das Unternehmen diese Warnungen von der Luftwaffe erhalten hat oder ob der Fehler das Unternehmen daran gehindert hat, sie zu sehen. Die Luftwaffe hat bestätigt, dass die Conjunction Data Messages( CDMs) per E-Mail gesendet werden.
Quelle:
https://www.theverge.com/2019/9/3/20847243/spacex-starlink-satellite-european-space-agency-aeolus-conjunction-space-debris

Mit besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline MarsMCT

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1039 am: 04. September 2019, 21:39:26 »
Nach welcher Logik entscheidet Starlink 44 ob ein Ausweichmanöver nötig ist ? Wird das einige Zeit vorher an die Bodenstation gemeldet ? Warum hat die Logik nicht funktioniert, als die Wahrscheinlichkeit über die zukässige Grenze anstieg ?
Fragen über Fragen, da muss SpaceX mal alles erklären.

Warum immer speziell SpaceX? Vielleicht sollten die Betreiber sich an einen Tisch setzen und Regeln beschließen.
Bezüglich des jetzigen Vorfalls:
Weil SpaceX ein automatisches System hat auf das sie sich anscheinend verlassen haben, das aber anscheinend nicht funktioniert hat.
ESA hat es ja geschafft. Was soll ESA erklären ?

Das ist doch eine haltlose Unterstellung. Nimm mal zur Kenntnis, daß die ESA jetzt sagt, daß die Kooperation mit SpaceX gut war. Sicher ist ein Fehler im nagelneuen Kontrollzentrum bei SpaceX passiert, das wird ausgeräumt.

Denk zum Vergleich daran, daß durch Fehler im Kontrollzentrum beim ultrateuren Galileo das gesamte System ausgefallen ist.


Grundsätzlich:
Natürlich müssen gemeinsame Regeln für alle auch gemeinsam beschlossen werden. Da sind alle gefordert, so wie es Hr. Krag von der ESA im Interview gesagt hat.

Da liegt der Knackpunkt. Die Satellitenbetreiber haben bisher gepennt. Ein System zur Koordination müßte schon längst existieren. Das ist nicht Schuld von SpaceX. Ich bin ja froh, daß das jetzt hoffentlich angegangen wird. Vorausgesetzt, die Politik sieht das ein und stellt Geld zur Verfügung

Offline proton01

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1040 am: 04. September 2019, 23:26:56 »
Bezüglich des jetzigen Vorfalls:
Weil SpaceX ein automatisches System hat auf das sie sich anscheinend verlassen haben, das aber anscheinend nicht funktioniert hat.
ESA hat es ja geschafft. Was soll ESA erklären ?

Das ist doch eine haltlose Unterstellung. Nimm mal zur Kenntnis, daß die ESA jetzt sagt, daß die Kooperation mit SpaceX gut war. Sicher ist ein Fehler im nagelneuen Kontrollzentrum bei SpaceX passiert, das wird ausgeräumt.

Denk zum Vergleich daran, daß durch Fehler im Kontrollzentrum beim ultrateuren Galileo das gesamte System ausgefallen ist.
SpaceX hat gesagt sie haben ein automatisches System. Durch irgendein Problem haben sie weder mitbekommen daß es einschreiten sollte da die Wahrscheinlichkeit hoch genug angestiegen war, noch haben sie lt. Aussage der ESA auf ESA Anfragen geantwortet. ESA hat gesagt mangels Regeln sei SpaceX nicht dazu verpflichtet. Nicht antworten nur weil man nicht verpflichtet ist, ist bei einem gemeinsamen Problem aber keine Kooperation (zum Empfang und Senden von emails braucht man kein Kontrollzentrum). Zugestanden, das war jetzt wohl eine besondere Situation. Ich denke mal das beide Seiten gelernt haben wie die Kommunikation in Zukunft besser laufen kann.

Bei Galileo wurde ja kein anderer Satellit ggefährdet. Ob 'Fehler im Kontrollzentrum' die Ursache war ist ja auch Spekulation. Ich habe beim DLR in OPF gefragt, zwei Leute, drei verschiede Antworten. Daraus bin ich nicht schlau geworden.

Grundsätzlich:
Natürlich müssen gemeinsame Regeln für alle auch gemeinsam beschlossen werden. Da sind alle gefordert, so wie es Hr. Krag von der ESA im Interview gesagt hat.

Da liegt der Knackpunkt. Die Satellitenbetreiber haben bisher gepennt. Ein System zur Koordination müßte schon längst existieren. Das ist nicht Schuld von SpaceX. Ich bin ja froh, daß das jetzt hoffentlich angegangen wird. Vorausgesetzt, die Politik sieht das ein und stellt Geld zur Verfügung

Ich habe nie gesagt daß SpaceX daran Schuld sei daß es derzeit keine Regeln gibt.
Wenigstens darin sind wir einer Meinung.

Offline Prodatron

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1041 am: 05. September 2019, 00:11:44 »
SpaceX hat gesagt sie haben ein automatisches System. Durch irgendein Problem haben sie weder mitbekommen daß es einschreiten sollte da die Wahrscheinlichkeit hoch genug angestiegen war, noch haben sie lt. Aussage der ESA auf ESA Anfragen geantwortet.
SpaceX hat bisher "nur" 60 eigene Sats gestartet. Die "anderen" haben in den letzten Jahrzehnten mehrere 1000e in Betrieb genommen. Dabei gab es neben dem katastrophalen Iridium/Kosmos-Crash auch zig andere Ereignisse, bei denen ägerlich viel Weltraumschrott generiert wurde. Trotzdem hat man da bis heute nichts international geregelt.
SpaceX ist jetzt halt "der Neue", da gucken alle ganz genau drauf, und wehe der macht auch nur einen kleinen Fehler. Daß es bisher gar keine Regeln gab und man Kollisionen manuell geklärt hatte per Telefon und so, das wird jetzt irgendwo so umgedreht, als wäre das SpaceX-Schuld ("verdammt nochmal, warum klappt deren automatisches System nicht?").

Offline Dublone

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1042 am: 05. September 2019, 07:15:43 »
SpaceX hat gesagt sie haben ein automatisches System. Durch irgendein Problem haben sie weder mitbekommen daß es einschreiten sollte da die Wahrscheinlichkeit hoch genug angestiegen war, noch haben sie lt. Aussage der ESA auf ESA Anfragen geantwortet.
SpaceX hat bisher "nur" 60 eigene Sats gestartet. Die "anderen" haben in den letzten Jahrzehnten mehrere 1000e in Betrieb genommen. Dabei gab es neben dem katastrophalen Iridium/Kosmos-Crash auch zig andere Ereignisse, bei denen ägerlich viel Weltraumschrott generiert wurde. Trotzdem hat man da bis heute nichts international geregelt.
SpaceX ist jetzt halt "der Neue", da gucken alle ganz genau drauf, und wehe der macht auch nur einen kleinen Fehler. Daß es bisher gar keine Regeln gab und man Kollisionen manuell geklärt hatte per Telefon und so, das wird jetzt irgendwo so umgedreht, als wäre das SpaceX-Schuld ("verdammt nochmal, warum klappt deren automatisches System nicht?").

+1   viel Rauch um nix.

als Indien einen Sat im All zerstört haben gab es einen Fingerwink und das wars. Bei SpaceX gibt es ein Drama.

Offline MarsMCT

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1043 am: 05. September 2019, 08:35:10 »
SpaceX hat gesagt sie haben ein automatisches System. Durch irgendein Problem haben sie weder mitbekommen daß es einschreiten sollte da die Wahrscheinlichkeit hoch genug angestiegen war, noch haben sie lt. Aussage der ESA auf ESA Anfragen geantwortet.

Das sind doch keine belegbaren Tatsachen. Wir wissen nicht, welche Umstände dazu geführt haben, daß das System kein Ausweichmanöver durchgeführt hat. Es war bekannt, jedenfalls laut Aussage der ESA, daß der ESA Satellit ein Ausweichmanöver fliegt. Ohne das wissen wir nicht, ob und wann das automatische System reagiert hätte.

Online stillesWasser

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1044 am: 05. September 2019, 09:31:34 »
Wenn man nicht weiß, ob ein System reagiert, ist es unnütz, weil man sich dann nicht darauf verlassen kann... (Zumindest bei Annäherung zwei aktiver Objekte)
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Offline proton01

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1045 am: 05. September 2019, 12:59:45 »
SpaceX hat gesagt sie haben ein automatisches System. Durch irgendein Problem haben sie weder mitbekommen daß es einschreiten sollte da die Wahrscheinlichkeit hoch genug angestiegen war, noch haben sie lt. Aussage der ESA auf ESA Anfragen geantwortet.

Das sind doch keine belegbaren Tatsachen. Wir wissen nicht, welche Umstände dazu geführt haben, daß das System kein Ausweichmanöver durchgeführt hat. Es war bekannt, jedenfalls laut Aussage der ESA, daß der ESA Satellit ein Ausweichmanöver fliegt. Ohne das wissen wir nicht, ob und wann das automatische System reagiert hätte.

Es ist belegbar daß der SpaceX Satellit ein automatisches Ausweich-System hat.
Es ist belegbar daß SpaceX auf die ESA-Anfrage nicht reagiert hat, siehe ESA-Aussage.
Es ist belegbar daß der SpaceX Satellit kein Ausweichmanöver durchgeführt hat, ohne daß abgesprochen war daß ESA das Ausweichmanöver durchführt. Warum wissen wir nicht.  Für eine Absprache hätte SpaceX reagieren müssen.
[Interview mit ESA: https://www.deutschlandfunk.de/kollisionsgefahr-im-orbit-esa-satellit-musste-kurzfristig.676.de.html?dram:article_id=458012]


Zitat
Wir wissen nicht, welche Umstände dazu geführt haben, daß das System kein Ausweichmanöver durchgeführt hat.
Deshalb sage ich ja das soll SpaceX mal erklären. Dann wissen wir es.

Es geht gar nicht darum wer Schuld hat. (und wenn, dann ESA wohl eher nicht)
Es geht darum daraus zu lernen und es in Zukunft besser und organisierter zu machen.

Offline MH-Space

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1046 am: 05. September 2019, 13:19:11 »
Für Starlink gibt es jetzt 4 NET 2019 Starts:
(Achtung. Unterschiedliche Zählweise. Im deutschen Wiki wird der Start am 24.5. mit Starlink 1, im engl mit Starlink v0.9 angegeben)
Auch bei der FAA heißt die Mission "Starlink v0.9":
https://www.faa.gov/data_research/commercial_space_data/launches/?type=Licensed

Die kommenden bis Ende 2019 sind in der englischen Wikipedia mit "v1.0" bezeichnet. Da ich der englischen deutlich mehr traue als der deutschen, werde ich künftig nur noch erstere Zählweise/Bezeichnung nutzen.

Starlink-1   October 10th
Starlink-2   October 25th
Starlink-3   November 13th
Starlink-4   December 8th

https://www.teslarati.com/spacex-starlink-falcon-9-four-more-launches-2019/
Hierzu eine Frage: Der Teslarati-Artikel verweißt auf spaceflight.com (https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=45440.140), wo man u.a. auf das STA * request https://apps.fcc.gov/oetcf/els/reports/STA_Print.cfm?mode=current&application_seq=94336&RequestTimeout=1000 verlinkt, dass den Start am 1. Oktober wiedergeben soll. Nur wo kann man aus diesem rauslesen, dass es sich hierbei um eine Starlink-Mission handelt?

*SPECIAL TEMPORARY AUTHORITY

Offline Gertrud

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1047 am: 05. September 2019, 14:33:16 »
Hallo Zusammen,

es steht fest, das SpaceX in fünf (5) Tagen nicht bemerkt hat, das sie in dieser Zeit von dem 18. Space Control Squadron (18 SPCS) der Luftwaffe und der ESA kontaktiert wurden, da sie anscheinend einen Fehler im System hatten.

Wenn die ESA das Ereignis nicht öffentlich gemacht hätte,
wie lange wäre dann wohl der Fehler weiterhin bei SpaceX unbemerkt geblieben.?

Sicher ist ein Fehler im nagelneuen Kontrollzentrum bei SpaceX passiert, das wird ausgeräumt.
hervorhebung von mir

Gibt es zu diesen neuen Kontrollzentrum Belege, Bilder oder weiterführende Links.?

Beste Grüße
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Offline Captain-S

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1048 am: 05. September 2019, 16:24:31 »
es steht fest, das SpaceX in fünf (5) Tagen nicht bemerkt hat, das sie in dieser Zeit von dem 18. Space Control Squadron (18 SPCS) der Luftwaffe und der ESA kontaktiert wurden, da sie anscheinend einen Fehler im System hatten.
Wenn die ESA das Ereignis nicht öffentlich gemacht hätte,
wie lange wäre dann wohl der Fehler weiterhin bei SpaceX unbemerkt geblieben.?
Ist nicht so schlimm gewesen. Die Wahrscheinlichkeit einer Kollision lag nur bei 1:10000.  ;)

Offline Gertrud

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1049 am: 05. September 2019, 16:55:15 »
Hallo Capain-S

(………..)
  Die Wahrscheinlichkeit einer Kollision lag nur bei 1:10000.  ;)

Deine Angabe ist falsch.!

Zitat
Am Sonntag wurde die endgültige Entscheidung zur Durchführung des Manövers getroffen und die Befehle vom Missionskontrollzentrum der ESA in Deutschland an das Raumfahrzeug Aeolus übermittelt. Zu diesem Zeitpunkt lag das Kollisionsrisiko bei 1 zu 1.000 zehnmal höher als üblich.
(Hervorhebung von mir)
Quelle in deutsch zum richtigen Informieren:
http://www.esa.int/ger/ESA_in_your_country/Germany/ESA-Satellit_Aeolus_weicht_grosser_Konstellation_aus

 ::) Grüße, Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

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