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Raumcon
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Autor Thema: Starlink - Satellitenkonstellation  (Gelesen 205579 mal)

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1175 am: 28. Oktober 2019, 22:03:56 »
Eine Berechnung und Gegenüberstellung, wie viele Satelliten der 12k Starlink, der OneWeb und der Amazon Konstellation in verschiedenen Breitengraden sichtbar sein dürften.

Bei der Grafik brauchen wir Tagsüber bald keine Sonne mehr, so hell sind die Satelliten dort am Tag abgebildet.

Aber keine Angst, zum Glück ist die Rettung da. Denn die Grafik zeigt nicht die Sichtbarkeit der Satelliten.

Online Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1176 am: 28. Oktober 2019, 23:13:30 »
Da brauch es keine Rettung. Diese Beschreibung steht direkt an der Grafik  ::)
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Offline MarsMCT

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1177 am: 08. November 2019, 08:45:14 »
SpaceX hat eine Entscheidung der FCC zu dem letzten Antrag. Das war ein Antrag auf eine vorläufige Entscheidung für die neu geplante Verteilung auf Bahnebenen, bis zur Entscheidung, ob das neue Schema insgesamt genehmigt wird.

https://fcc.report/IBFS/SAT-STA-20190924-00098/2001039

Ein abgetippter Text aus der Genehmigung vom NSF Forum.

https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=48297.msg2012735#msg2012735

Zitat
Special temporary authority (STA) for a period of 60 days to conduct Launch and Early Orbit-Phase (LEOP) operations to perform TT&C necessary for orbit-raising of each of the 60 satellites to be imminently launched from the insertion altitude of 280 km to an altitude of 350 km for initial payload testing and then to raise 20 of those satellites to an previously authorized orbital plane at an altitude of 550 km and to test the communications payload on each of the 60 satellites. SpaceX’s request for authority to conduct LEOP operations and payload testing in planes proposed in the pending modification is deferred

SpaceX  hat keine vorläufige Genehmigung für Satelliten in die neuen Bahnebenen bekommen. Da müssen sie auf die endgültige Genehmigung oder Ablehnung warten.

Sie haben aber Genehmigung bekommen, die Satelliten von der Start-Höhe von 280km in eine Übergangs-Höhe von 350km anzuheben und in dieser Höhe die Kommunikations-Nutzlast zu testen. 20 Satelliten können wie geplant in eine schon genehmigte Bahnebene angehoben werden. Die übrigen Satelliten müssen sowieso eine Weile in der Übergangshöhe bleiben, bis sie weit genug gedriftet sind, um in ihre geplante Bahnebene angehoben zu werden.

SpaceX kann mit der Entscheidung sicher leben, bis die endgültige Genehmigung erteilt oder abgelehnt ist. Bei Ablehnung müssen sie die Satelliten so lange driften lassen, bis sie eine schon genehmigte Bahnebene erreichen. Bestimmt kein Zufall, daß die Entscheidung Tage vor dem Start der Satelliten kommt. Sie war sicher erwartet.

Wichtig ist dabei die Genehmigung, die Kommunikations-Nutzlast zu testen. Das war ein Punkt, gegen den die Konkurrenz protestiert hatte. Das war bisher unüblich oder nicht zulässig. Logisch bei GEO sats, die testet man nicht in der GTO Transferbahn, sondern wartet, bis sie in GEO angekommen sind. Nicht sinnvoll ist die Regel bei LEO Satelliten. Besser, sie zu testen solange sie niedrig sind, dann sind sie leichter zu deorbiten, wenn fehlerhaft. Sie war aber, wie ich es verstehe, Basis des Protests.

Online Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1178 am: 11. November 2019, 17:33:53 »
Der 2. Starlink-Start war soweit erfolgreich. 60 Satelliten der nächsten Generation wurden ausgesetzt.

Im Startbericht war zu erfahren dass diese neueren Sats mit einer um 400% höhere Bandbreite, die doppelte (?) Anzahl an Transmittern und eine zusätzliche Ku-Band Antenne ausgestattet sind.

Übernahme aus dem Startthread:

Und da stolpere ich auch gleich über die ersten Vorhersagen:
Zitat
Based on my estimated TLE, Western Europe should get the first good view of this batch of Starlink sats at around 16:50 UTC

The train won't have spread out so dramatically, but I'm excited to see how it looks anyway!
https://twitter.com/flightclubio/status/1193918744461889543
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Offline Droide31

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1179 am: 13. November 2019, 06:27:04 »

Offline MillenniumPilot

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Offline sven

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1181 am: 13. November 2019, 19:43:31 »
 :D

Offline Ringkolbenmaschine

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1182 am: 14. November 2019, 08:03:14 »
Ich habe gesoomt und einige Punkte (Sateliten) angesteuert.
"Fengyun 1C DEB" war mehr als 20 mal vorhanden.
Sind das die Trümmer eines ehemaligen Sateliten?

.....????????????????????????????.....


Nachtrag

Ja es sind die einzelnen Trümmerteile. 40.000 Stück.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fengyun-1C
Alle sagten: es funktioniert nicht.
Dann kam einer und machte es.

Online TWiX

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1183 am: 14. November 2019, 08:19:02 »
Ich habe gesoomt und einige Punkte Sateliten)angesteuert.
"Fengyun 1C DEB" war mehr als 20 mal vorhanden.

.....????????????????????????????.....
Der ist nicht nur zwanzigfach sondern, wenn man so will, noch viel öfter vorhanden. Es handelt sich dabei um die Trümmerwolke des  chinesischen Wettersatteliten diesen Namens, der bei einem ASAT-Test durch die Chinesen absichtlich zerstört wurde...
Wenn ich mich richtig erinnere, sind dabei hunderte Trümmerstücke entstanden, die noch ziemlich lange um die Erde kreisen werden...

Offline Ringkolbenmaschine

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1184 am: 14. November 2019, 08:22:40 »
Danke TWiX

Habe zwischenzeitlich einen Nachtrag eingefügt.

Alle sagten: es funktioniert nicht.
Dann kam einer und machte es.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1185 am: 17. November 2019, 10:56:52 »
Es sind gerade viele Satelliten über Europa. Einmal ist der "neue Schwarm" über Europa, aber auch die anderen fliegen derzeit über Europa.





Wäre die Sonne nicht am Himmel (bei 7 Uhr) sondern gerade hinter dem Horizont, könnte man sicher den einen oder anderen Satelliten sehen:

Hier fliegen von Osten (3 Uhr) nach West-Nord-West (10 Uhr) die neuen Satelliten und von Ost-Nord-Ost (2 Uhr) nach West-Süd-West (8 Uhr) die alten Satelliten.
(Bei 10 Uhr ist der Mond, mit dem breiteren Rand.)

Offline Gertrud

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1186 am: 17. November 2019, 14:24:12 »
Hallo Zusammen,

Berechnungen ergaben, das die Umlaufbahnen von zwei Starlink Satelliten der e 60. Serie, verändert wurden. Starlink-67  [44278/19029AV] war auf 400 km abgesenkt und  Starlink-46 [44246/19029M]  befand sich auf eine Betriebshöhe von 550 km.
Mitte Juli manövrierten beide Satelliten aktiv von diesen Umlaufbahnen weg, um den nahen Anflug zu initiieren, indem sie ihre Orbitalhöhen aufeinander abgestimmten. Zwischen dem 21. und 24. Juli blieben sie 40 km voneinander entfernt, mit zwei sehr engen Zugängen von etwa 100 m, am 21. Juli waren es etwa 80 Meter.
Zitat
Here's something interesting. Back in July, two @SpaceX #Starlink satellites changed their orbits and manoeuvred close to each other. The closest approach was on July 21st, when around 18:32UT the distance was only 80 meters! What was going on here @elonmusk?

https://twitter.com/cgbassa/status/1195754992797454336

Nach diesen 3 Tagen erhöhte Starlink-46 die Umlaufbahn und entfernte sich von Starlink-67. Später änderten beide Satelliten ihre Umlaufbahnen weiter, so dass beide zu dieser Zeit noch aktiv waren. (Am 2. September 2019 kollidierte Starlink-67 beinahe mit dem Satelliten Aeolus der ESA)
Zitat
After these 3 days, Starlink-46 raised its orbit and moved away from Starlink-67. Later on both satellites further changed their orbits, so both were still active at that time. (On September 2, Starlink-67 nearly collided with @ESA's #Aeolus satellite.)

https://twitter.com/cgbassa/status/1195755005363572739

In den Tweets wird auch darüber diskutiert, ob damit das automatisierte Kollisionsvermeidungssystem getestet werden sollte.
Dazu gibt es den Hinweis, das es aus Gründen von Kraftstoffersparnis besser in der Höhe von 550 km erfolgen sollte.
Der ganze Thread dazu mit einigen Grafiken:
https://twitter.com/cgbassa/status/1195754992797454336

http://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/ESA-Satellit_Aeolus_weicht_grosser_Konstellation_aus

Die Diskussion zu der Annäherung an ESA- Erdbeobachtungssatellit Aeolus hier im Forum ist hier über einige Seiten nachzulesen.
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=13231.msg460032#msg460032

Mit besten Grüßen
Gertrud
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Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1187 am: 17. November 2019, 15:59:25 »
Ich denke, das waren lediglich Datenfehler. Das Norad hat Starlink 46 für 2 Tage verloren und statt dessen die Radardaten von Starlink 67 verwendet. Man sieht das ganz deutlich da dran, daß Starlink 46 gemäß der Norad-Daten viel Schneller seinen Kurs geändert haben sollte, wie alle anderen Satelliten. In #950 ist dieser "Sprung" bei Starlink 46, der damals noch den Namen Starlink-M trug, deutlich sichtbar.

Solche Datenfehler hat das Norad bei den Starlink häufiger. Es ist also nichts ungewöhnliches. Ich habe weiter oben mehrfach über solche Datenfehler geschrieben.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1188 am: 17. November 2019, 17:47:39 »
Die nächsten Norad-Daten sind da. Sie zeigen, 60 von 60 Satelliten. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würden alle 60 Satelliten ihren Orbit bereits erhöhen. Der erste Blick kann aber täuschen, da die ersten Norad-Daten nicht immer die genauesten sind.


Offline Captain-S

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1189 am: 17. November 2019, 18:25:02 »
Ich dachte einer war bereits vor dem Start defekt, wie kann er dann seine Position verändern?

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1190 am: 17. November 2019, 22:32:45 »
Es ist unbekannt, ob sich die Position bereits verändern. Die Norad-Daten ergeben zwar höhere Orbits, aber  das könnte auch ein Ergebnis von höherer Datengenauigkeit sein. Genau so ist unbekannt, ob 1 Stück defekt ist, oder ob es ein Übersetzungsfehler/Deutungsfehler (#246 im anderen Thread) ist.

Offline Ringkolbenmaschine

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1191 am: 18. November 2019, 10:31:40 »
Be careful. German language.  8) ....vom 17.11.2019....

http://raumfahrt-blog.blogspot.com/2019/11/spacex-zweite-starlink-mission.html
Alle sagten: es funktioniert nicht.
Dann kam einer und machte es.

Offline Gertrud

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1192 am: 18. November 2019, 13:28:52 »
Hallo Hugo,
Ich denke, das waren lediglich Datenfehler. Das Norad hat Starlink 46 für 2 Tage verloren und statt dessen die Radardaten von Starlink 67 verwendet. Man sieht das ganz deutlich da dran, daß Starlink 46 gemäß der Norad-Daten viel Schneller seinen Kurs geändert haben sollte, wie alle anderen Satelliten. In #950 ist dieser "Sprung" bei Starlink 46, der damals noch den Namen Starlink-M trug, deutlich sichtbar.

Solche Datenfehler hat das Norad bei den Starlink häufiger. Es ist also nichts ungewöhnliches. Ich habe weiter oben mehrfach über solche Datenfehler geschrieben.

Dein Beitrag vermittelt mir den Eindruck, das du noch keine Zeit gefunden hast, dich ausführlich mit den, von mir verlinkten Tweet-Thread zu befassen.

Es ist für mich persönlich undenkbar, das ein Astronom der für ASTRON_NL bei dem Radioteleskop LOFAR arbeitet, sein "Handwerk" nicht versteht. Er hat ja ausführlich dargelegt, was und wie er die Umlaufbahnen berechnet hat. Seine Arbeit und das Ergebnis wurden von keiner Seite angezweifelt.
Warum von SpaceX dieses Manöver der Satelliten durchgeführt wurde, werden wir wohl nie erfahren.

https://www.mpifr-bonn.mpg.de/lofar
https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/teleskope-und-satelliten/radioteleskop-lofar/

Beste Grüße
Gertrud
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Offline MillenniumPilot

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1193 am: 18. November 2019, 19:00:47 »
Gertrud

Warum fragst Du nicht einfach bei SpaceX nach? Wer sagt denn, dass die nicht ein bisschen ueber das Testprogramm plaudern. Fragen kostet fast nichts und im schlimmsten Fall sind wir hinter nicht schlauer. Aber keinesfalls duemmer.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1194 am: 18. November 2019, 20:46:08 »
@Gertrud: Nein, ich habe leider noch keine Zeit gefunden, mich mit dem verlinkten Tweet-Thread zu befassen. Auf gar keinen Fall möchte ich die Arbeit anderer in irgend einer Art und Weise schlecht reden. Wenn dort die Umlaufbahnen mit eigenen Daten berechnet wurden, werden sie mit Sicherheit stimmen.

Ich wollte nur betonen, daß jeder, der die Norad-Daten als Grundlage für die Berechnung verwendet abhängig von der Genauigkeit der Norad-Daten ist. Und die gezeigten Kurven versehen mit der Norad-Nummer sehen für so aus, wie die von mir erstellten Kurven. Und da ich die Norad-Daten als Vorlage nutze, bin ich davon ausgegangen, daß dort auch die Norad-Daten verwendet werden. Und ich persönlich würde die Norad-Daten von damals als Datenfehler bezeichnen. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.


Kommen wir zu den neusten Norad-Daten über den aktuellen Start:

Wie beim letzten Start auch, steigen nicht alle Satelliten kontinuierlich, sondern einige steigen mal mehr und andere machen mal Pause. Wenn man die ersten zwei Datenpunkte als "Datenfehler" bezeichnen würde, dann könnte Starlink AX ein defekter Kandidat sein, da er der niedrigste im Pult ist.

Interessant ist, daß zwei Kandidaten tiefer fliegen als andere. Ob sie sich irgendwie verklemmt haben und nicht richtig von der Rakete weg gedrückt wurden? Oder ob das die ersten zwei auf der Rakete waren? Aber das wichtigste ist: Beide haben ihren Orbit angehoben, es sind also beides funktionierende Kandidaten.

Auch interessant wird es, festzustellen, was SpaceX mit den Satelliten jetzt machen wird. Werden sie 22 Satelliten im Orbit auf Ihre Slots bringen und die anderen Driften eine bzw. zwei Bahnebenen weiter? Dann hat die dritte Ebene aber nur 18 Satelliten. Oder gehen 22 Satelliten auf ihren Orbit und der Rest driftet so lange, bis SpaceX die Erlaubnis dafür bekommt? Oder gibt man jeder Ebene ggf. auch gleich Reserve-Satelliten? In max 8 Wochen werden wir es an den Daten erkennen.

Offline Gertrud

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1195 am: 19. November 2019, 16:29:44 »
Hallo Zusammen,

jetzt habe ich etwas zusammengetragen, um das Problem der künstlichen Lichtspur der Starlink Satelliten und den später folgenden verständlich zu machen. SpaceX, wie auch OneWeb und Amazon möchten ja das Internet für alle einführen.

Einige Astronomen hatten schon im Vorfeld bedenken, das der Anstieg der künstlichen Lichtpunkte am Nachthimmel ihre Beobachtungen beeinträchtigen könnten.

In der vergangenen Woche startete SpaceX die zweite Charge von 60 Starlink-Satelliten. Die Satelliten wurden in einem langen Zug in einer Höhe von 280 Kilometern eingesetzt, die auch mit bloßem Auge sichtbar ist. Sie werden jedoch gerade auf ihre Betriebshöhe von 550 Kilometern angehoben, wo sie weiterhin für Ferngläser und Teleskope sichtbar sind.
Ein Team von Astronomen  am Cerro Tololo Interamerikanischen Observatorium (CTIO) in Chile führen mit der Dark Energy Camera (DECam) des Blanco-Teleskops (4 m) eine dreijährige Untersuchung, die DECam Local Volume Exploration (DELVE) durch, um Galaxien zu untersuchen, die von dunkler Materie dominiert werden.

In den frühen Morgenstunden des 18. November 2019, checkten sich zwei Astronomen in Chile in ihrem ferngesteuerten Teleskop ein, um in den 40 erwarteten Bilder im Nachthimmel die kleine und große Magellanwolke zu sehen. Stattdessen sahen sie einen Zug von SpaceX-Satelliten den Nachthimmel überqueren, der sich  fünf Minuten in der Sichtlinie des Teleskops befand, ein besorgniserregendes Zeichen dafür, was auf die Astronomie zukommen könnte. Die Umlaufbahn der Satelliten war auch in einer  Webcam am Observatorium sichtbar.
Dies geschah kurz vor der astronomischen Dämmerung. Die Beobachtungen der Nacht für die DELVE-Umfrage sind nicht irreparabel und die betroffene Exposition kann hoffentlich behoben werden. Wenn aber bis Ende 2020 etwa 1.500 Satelliten  um die Erde kreisen, wird das Ereignis wie in der Nacht in Chile allgegenwärtig werden.

SpaceX sagt, sie würden Maßnahmen ergreifen, um die Bedenken der Astronomiegemeinschaft auszuräumen. Es heißt, dass künftige Starlink-Satelliten schwarz lackiert werden, um das Reflexionsvermögen zu verringern.
Quelle:
https://www.forbes.com/sites/jonathanocallaghan/2019/11/18/this-is-not-coolastronomers-despair-as-spacex-starlink-train-ruins-observation-of-nearby-galaxies/#5359833a6538
http://www.ctio.noao.edu/noao/

Der Starlinkdurchzug in der DECam
Kredit: Cliff Johnson/Clarae Martínez-Vázquez/DELVE
Quelle:
https://twitter.com/lcjohnso/status/1196370554414125056

Zitat
By the way: No, software solutions can't solve everything. The occasional satellite pass is fine, but Starlink specifically is so bright that it saturates our highly-sensitive detectors, creating artifacts that we can't correct for.
Und Nein, Softwarelösungen können nicht alles lösen. Der gelegentliche Satellitenpass ist in Ordnung, aber Starlink ist speziell so hell, dass er unsere hochempfindlichen Detektoren sättigt und Artefakte erzeugt, für die wir nicht korrigieren können.
Quelle:
https://twitter.com/cynosurae/status/1196575960004317185

Wer mehr Infos zu dem Thema nachlesen möchte, dem empfehle ich auch diesen  Thread
https://twitter.com/cynosurae/status/1196576855047864320

Beste Grüße
Gertrud
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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1196 am: 19. November 2019, 17:32:32 »
Oder auch hier ;)

Zu beachten: Es handelt sich hier um einen anderen Twitter-Link mit einer anderen, früheren, Diskussion mit mehr Teilnehmern:



Es gab eine erste Meldung auf Twitter, dass eine professionelle, Astronomische Messung (WideView Instrument DECam am "Cerro Tololo Inter-American Observatory" in Chiele) von Starlink stark beeinträchtigt wurde:

https://twitter.com/89Marvaz/status/1196356715270291456

Unter dieser Meldung gab es auch ein paar interessante Diskussionen. Und auch dort sind sich in ihrer Bewertung nicht alle einig.

@Gertrud:

Cliff Johnson, Michele Bannister und Clarae Martínez-Vázquez sind offensichtlich als Astronomen zu identifizieren.

Aber wer/was soll dieser "Cynosura" sein und warum sollte man seine Aussagen einfach so hinnehmen?
Seine Argumentation ist schon sehr sehr einseitig (dafür nicht zu laienhaft). Und selbst bei einem Astronom würde ich diese Aussagen nicht so 1zu1 übernehmen wie du es hier tust.
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Offline Prodatron

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1197 am: 19. November 2019, 17:48:49 »
Ist das aktuell wirklich ein Starlink-spezifisches Problem? Ist die Albedo der Starlink-Sats signifikant höher als die eines anderen durchschnittlichen Sats?

Aktuell sind es ja "nur" 120 Sats, in Relation zu den tausenden aktiven und inaktiven Sats und anderen Objekten im Erd-Orbit kann das ja grundsätzlich noch nicht ins Gewicht fallen.

Oder war das in diesem Falle einfach "Pech"?

Oder kommt sowas eigentlich öfter vor, aber hier wurde diese Störung durch Starlink extra rausgepickt, um auf eine mögliche zukünftige Problematik speziell aufmerksam zu machen?

Wieviel % der Teleskop-Beobachtungszeit liegt eigentlich in der Morgen- bzw. Abend-Phase, während der noch Sonnenlicht von LEO-Objekten reflektiert werden kann? In der Nacht sind solche Reflektionen und damit solche Störungen, zumindest durch LEO-Objekte, ja nicht möglich.

Online Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1198 am: 19. November 2019, 18:03:14 »
Ist das aktuell wirklich ein Starlink-spezifisches Problem? Ist die Albedo der Starlink-Sats signifikant höher als die eines anderen durchschnittlichen Sats?
Sie besitzen schon im verhältnis zu ihrem Gewicht eine recht hohe Oberfläche. Zudem waren diese Satelliten noch am Anfang ihres Aufstiegs zum Zielorbit.

Generell: In 550km Höhe sind sie mit Mag 4-7 so etwa im Durchschnitt der LEO Satelliten.

Zitat
Aktuell sind es ja "nur" 120 Sats, in Relation zu den tausenden aktiven und inaktiven Sats und anderen Objekten im Erd-Orbit kann das ja grundsätzlich noch nicht ins Gewicht fallen.

Oder war das in diesem Falle einfach "Pech"?

Oder kommt sowas eigentlich öfter vor, aber hier wurde diese Störung durch Starlink extra rausgepickt, um auf eine mögliche zukünftige Problematik speziell aufmerksam zu machen?
IMO beides: durch den schon etwas aufgefächerten Zug dauerte der Übergang mit 5 min schon recht lange. Das ist für andere Satelliten nicht normal.

Aber es war auch 'Pech' weil
- davon fast nur die Survey Teleskope mit großem Blickwinkel betroffen sein sollten.
- es gerade noch ins Ende der Beobachtungszeit hinein ragte
- gerade der schwerer einzuplanende Satellitenzug mit einer Kette heller Sats zugeschlagen hatte (die gibt es im Aufbau von Starlinke dann trotzdem Monatlich)

Es soll hier aber auch eine Agenda an den Mann gebracht /Awareness erzeugt werden.

Zitat
Wieviel % der Teleskop-Beobachtungszeit liegt eigentlich in der Morgen- bzw. Abend-Phase, während der noch Sonnenlicht von LEO-Objekten reflektiert werden kann? In der Nacht sind solche Reflektionen und damit solche Störungen, zumindest durch LEO-Objekte, ja nicht möglich.

Das kann sehr unterschiedlich sein - je nach Anforderungen des Instruments in Bezug auf Hintergrundhelligkeit (und Breitengrad).
Aber so weit ich weiß werden in der Dämmerung hauptsächlich die Kalibrierungbeobachtungen gemacht und die richtigen Beobachtungen beschränken sich eher auf die Nacht.
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Offline Gertrud

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1199 am: 19. November 2019, 19:48:55 »
Hallo Sensei,

(………) 
@Gertrud:

Cliff Johnson, Michele Bannister und Clarae Martínez-Vázquez sind offensichtlich als Astronomen zu identifizieren.

Aber wer/was soll dieser "Cynosura" sein und warum sollte man seine Aussagen einfach so hinnehmen?
Seine Argumentation ist schon sehr sehr einseitig (dafür nicht zu laienhaft). Und selbst bei einem Astronom würde ich diese Aussagen nicht so 1zu1 übernehmen wie du es hier tust.

da ich vor dem Posten meines Beitrages einige kompetente Wissenschaftler gelesen habe, mußte ich erst suchen, wo ich den Tweet -Thread gelesen hatte.
Natürlich soll sich jeder eine eigene Meinung bilden und der Hinweis sollte noch eine andere Sicht der Angelegenheit anzeigen.
Natürlich gebe ich fast immer die Originalaussagen zum Nachlesen dazu.
Das gehört sich für mich zu einer glaubhaften Arbeit dazu.

Und ich vermeide es oft, meine eigene Meinung dazu zu geben, wie auch in meinen vorherigen Beitrag.
Zum Glück sehe ich auch gerne über den Tellerrand und informiere mich aus vielfältigen wissenschaftlichen Quellen.

Gefunden habe ich den retweet von Prof. Erika Hamden,‏Professor für Astronomie an der Universität von Arizona, bei Prof. Hugh Lewis, Leiter der Astronautics Research Group an der University of Southampton gefunden.

Zitat
Hugh Lewis hat retweetet 
Prof. Erika Hamden‏ @ErikaHamden · 13 Std.Vor 13 Stunden   
Prof. Erika Hamden hat Cynosura retweetet

I love love space telescopes but they are NOT the answer to the problems caused by Starlink. A great thread!!

Prof. Erika Hamden hat hinzugefügt,
Cynosura @cynosurae
Alright, since people seem to have the wrong idea: here's a thread about why space telescopes aren't the answer to problems for astronomy caused by satellite megaconstellations.

https://twitter.com/ErikaHamden/status/1196664007781834754

Quellen:
https://twitter.com/ProfHughLewis
https://twitter.com/ErikaHamden

Leider kann ich dir keine Auskunft oder Beweis geben, wer Cynosura im realen Leben ist. Aber wenn die Person von zwei Professoren retweetet wird, ist sie wohl bekannt.

Beste Grüße
Gertrud
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