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Raumcon
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Autor Thema: Starlink - Satellitenkonstellation  (Gelesen 296851 mal)

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1875 am: 18. August 2020, 13:02:02 »
Und die Antwort ist ziemlich sicher: Nein.
So sehe ich das auch. Eine "Geschwindigkeitsmessung" ist immer nur eine Flaschen-Hals-Messung.

Eine Ablaufverfolgung würde für Aufklärung sorgen. (Unter Windows in dem Programm "Eingabeaufforderung" den Befehl "tracert www.raumfahrer.net" eintragen.)

Offline Enki

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1876 am: 18. August 2020, 13:34:41 »
Für ein richtiges BS  ;) gilt folgender Aufruf im Terminal:  sudo traceroute -I raumfahrer.net

Bei mir:

traceroute to raumfahrer.net (136.243.91.10), 30 hops max, 60 byte packets
 1  fritz.box (192.168.xxx.1)  0.390 ms  0.474 ms  0.560 ms
 2  p3e9bf7fe.dip0.t-ipconnect.de (62.155.247.254)  5.640 ms  5.739 ms  5.740 ms
 3  n-ea9-i.N.DE.NET.DTAG.DE (217.5.75.90)  12.908 ms  12.913 ms  12.912 ms
 4  n-ea9-i.N.DE.NET.DTAG.DE (217.5.75.90)  12.326 ms  12.336 ms  12.376 ms
 5  80.157.206.242 (80.157.206.242)  14.454 ms *  14.460 ms
 6  * * *
 7  ex9k1.dc8.fsn1.hetzner.com (213.239.203.234)  29.118 ms  25.965 ms  25.930 ms
 8  raumfahrer.net (136.243.91.10)  14.950 ms  13.944 ms  13.948 ms

Das ist ein sehr interessantes Thema. Ich werde auch einige Tests durchführen. Danke Hugo!
Harvard-Professor Avi Loeb: „Wissenschaft ist keine Glaubenssache, sondern eine Frage von Beweisen. Vor der Zeit zu entscheiden, was wahrscheinlich ist, begrenzt die Möglichkeiten. Es ist wert, Ideen auszusprechen und später die Daten richten zu lassen.“

Offline Prodatron

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1877 am: 18. August 2020, 23:52:45 »
Du glaubst wirklich, dass die die public beta weniger als ein halbes Jahr vor offiziellem Launch über irgendwelche Mitarbeiterrechner routen?! Betatester mussten Abbuchungsinformationen mitteilen, damit das Buchungssystem getestet werden kann. Das komplette System steht!

Und dass der Test nur über die Zentrale lief, hat Hugo nicht geschrieben. Wie kommst du darauf? Und meinst du damit, dass sie nur dort eine aktive Ground Station verwenden oder was meinst du damit?
@stillesWasser, wenn Du genauere Infos hast über das aktuelle Groundsystem, wo was geroutet wird usw. dann wäre es schön, wenn Du es mit uns teilen könntest.

Das komplette System steht!
Das wußte ich nicht. Wer sagt das?

Online stillesWasser

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1878 am: 19. August 2020, 13:35:49 »
Betatests sind immer Tests des fertigen Systems, weil sie zur Validierung dienen. Alles andere ist Alpha/Pre-Alpha.

Dazu kommt, dass es schon Fotos von den Groundstations gibt, FCC-Genemigungen, etc. Wurde teilweise schon hier im Forum drüber diskutiert, den Rest gibts auf Google.

Das heißt natürlich nicht, dass die Performance die jetzt rausgekommen ist, die gleiche sein muss, wie es später zu erwarten ist. Außerdem ist die Leistung relativ zu den realistischen Nöten der meisten User absolut ausreichend. Aber von Gigabit und Hochfrequenzhandel sind wir dann doch noch ein gutes Stück weg...


Interessant, wenn man hier schreibt, dass ein Milliardensystem kurz vor Markteinführung über einen Mitarbeiter-PC läuft, wird das direkt von anderen Usern übernommen, wenn man was dagegen hält, wird passiv-agressiv nach Quellen gefragt.  ::)
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Online MillenniumPilot

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1879 am: 19. August 2020, 16:43:29 »
Das System wird von einer Handvoll Nutzern getestet. Wenn Du den von Dir beschriebenen Beta Test machen willst, brauchst Du nicht eine handvoll Nutzer, sondern. wenigstens 100.000 oder mehr. Also etwa 5% der aktuell beantragten Terminals. Alles andere kann nicht als Leistungstest bewertet werden. Mein Versuch, mich mit meiner alten kanadischen Adresse zu bewerben, hat nicht geklappt.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1880 am: 19. August 2020, 18:03:33 »
Ich würde MillenniumPilot zustimmen. Ich tippe auf 10 Testuser für den ersten Testbetrieb und würde den auf 2 Wochen einschätzen, also von Mitte August bis Ende August.

Und dann hat man die ersten 1110 Kunden (Sofern noch keiner gekündigt hat) und öffnet das Netz für alle.

Bis es ein "Milliardensystem" wird, vergeht noch viel, viel Zeit, und viele Softwareupdates. Man kann somit heute noch gar nicht testen, was man in 5 Jahren machen wird.

Alleine die Softwareänderung, wenn LaserLink kommt, ist gigantisch.

Offline Tom

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1881 am: 19. August 2020, 20:25:03 »
Könnte man an den Stats von Spacex-Seite eigentlich so schrauben dass man diejenige Person die da leaked erwischt? z.B. für jeden User die Up- oder Downloadrate ganz spezifisch einstellen?

Offline Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1882 am: 19. August 2020, 20:41:15 »
Nein, praktisch nicht. Sowohl die Übertragung als auch die Messung erfolgen ungenau und unterliegen Schwankungen.

Aber zum einen ist SpX nicht super-Geheimniskrämerisch. Wenn man sich allein anschaut wie viele Drohnen, Flugzeuge und Live-Streams ihre Konstruktionsstandorte ablichten ...

Zum anderen sind diese Übertragungswerte eh nur sehr vorläufig, situativ und an sich nicht sehr Wertvoll.
Es ist ja nicht so als würde code von Übertragungsprotokollen oder Platinenlayouts geleaked.
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Offline wulf 21

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1883 am: 19. August 2020, 20:52:12 »
Wenn sie es unbedingt wollten dann könnten sie das sicher herausfinden. Dazu müssten sie eigentlich nur protokollieren, wann von einer bestimmten IP auf die Speedtest-Seite zugegriffen wurde. (den Inhalt bräuchte man nicht protokollieren). Das in den geleakten Speedtest angegebene Datum und die Uhrzeit lassen sich bei der geringen Anzahl von Beta-Nutzern sicherlich noch eindeutig einem bestimmten Test zuordnen.

Allerdings bezweifle ich stark, dass sie dazu Zeit und Ressourcen aufwenden - wie der Golem-Artikel schon andeutet, SpaceX wird vermutlich aus eigenem Interesse die Verletzung des Non-Disclosure-Agreements tolerieren, da ja alle Pings unter der 100 ms Grenze geblieben sind.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1884 am: 20. August 2020, 20:35:23 »
Tacho oben Links: Es sind 94% der Satelliten der Starts #2 bis #6 auf Betriebsposition.
Tacho oben Mitte: Über alle Starts gesehen (über 650 Satelliten) sind bereits über 370 Stück auf Betriebsposition.



In Kürze werden die letzten Satelliten vom Start #7 die Position erreichen. Dann wird der Tacho oben links entsprechend um diese Satelliten erweitert.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1885 am: 22. August 2020, 21:30:29 »
(.....) Tintin A folgt demnächst, sowie weitere Version 0.9 Starlink Satelliten.

"TinTin A" dürfte, sofern der Vorgang nicht abgebrochen wird, in knapp unter eine Woche folgen.


Online MillenniumPilot

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1886 am: 23. August 2020, 07:49:18 »
Frage. Wieso hat sich die Flugbahn von TinTin B so stark gegenüber veraendert, dass der Satellit plötzlich deutlich tiefer als sein “Bruder” fliegt. Aktives De-Orbiting? Geht das mit TinTin?

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1887 am: 23. August 2020, 10:51:21 »
Von 500 km brauchst man knapp 10 Jahre zum Verglühen wenn man es nicht aktiv machst.

Wenn man die Höhe vom 1.4. bis zum 1.7. anschaut, dann sieht man, dass es Treppenförmig ist. Immer wenn es nach unten geht im Orbit, dann waren die Triebwerke aktiv. Man sieht auch deutlich, daß die Treppe zwar ähnlich ist, aber nicht gleich.

TinTinB hat in der letzten Juni-Woche noch mehr gemacht als TinTinA. Vielleicht hat TinTinA vorher im Orbit mehr Treibstoff für Tests verbraucht und jetzt war der Treibstoff aufgebraucht? Dadurch ist TinTinB zum 1.7.2020 tiefer gewesen und somit schneller verglüht.

Online MillenniumPilot

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1888 am: 23. August 2020, 12:16:05 »
Klingt einleuchtend. Ich war nur nicht sicher, ob die TinTins noch Antriebe haben. Offenbar schon.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1889 am: 23. August 2020, 13:13:13 »
Ich habe die Kurven mal angeschaut und eine grobe Übersicht erstellt, wie lange ein Starlink-Satellit bis zum Deorbit benötigt. Natürlich ist das sehr ungenau, +/- 50% sind immer möglich, je nachdem, ob ein Satellit taumelt oder ob es weitere Störungen gibt.

Bei einer Orbitalhöhe von 570 km würde es ca. 25 Jahre dauern, bis ein Satellit verglüht ist.
Bei einer Orbitalhöhe von 550 km würde es ca. 18 Jahre dauern, bis ein Satellit verglüht ist.
Bei einer Orbitalhöhe von 500 km würde es ca. 8,5 Jahre dauern, bis ein Satellit verglüht ist.
Bei einer Orbitalhöhe von 400 km würde es ca. 1,5 Jahre dauern, bis ein Satellit verglüht ist.
Bei einer Orbitalhöhe von 300 km würde es ca. 1/2 Jahr dauern, bis ein Satellit verglüht ist.

Das ganze als Grafik (bzw. 3 Teil-Grafiken)




Online MillenniumPilot

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1890 am: 23. August 2020, 14:34:56 »
Aber es ist schon beeindruckend, wie sich die Orbitzeiten ab 500km aendern.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1891 am: 23. August 2020, 17:14:24 »
Jep, der Unterschied ist erstaunlich. Ein Satellit ist bei 570 km ausgefallen. Sein Orbit sinkt nur sehr langsam:



Und dazu im Vergleich ein Satellit bei 295 km:

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1892 am: 23. August 2020, 20:17:09 »
Folgend eine Aktualisierung der Grafiken:

Tacho:


Orbitalhöhen der letzten 3 Monate für alle Satelliten in Betrieb:


Inaktive Satelliten, welche noch im Orbit sind:


Verglühte Satelliten:


Die Bahnen und und Positionen:


Startvergleich von Version 1.0 Satelliten:


Es gibt noch ein kleines Problem in der Einstufung. Wird ein Satellit aktiv "deorbitet", wird er bereits 1 Tag nicht mehr als "Aktiv" gelistet, aber erst nach 5 Tagen als "Verglüht". Dazwischen wird er als "inaktiv" gelistet. Ich denke, hier muss ich noch ein wenig an den Parametern der Einstufung feilen. Am Anfang hatte ich beides auf 1 Tag, da gab es das Problem nicht. Wenn es dann aber einen Meldeverzug gibt, wurden diese Satelliten gleich als Verglüht geführt. Denn technisch gesehen bekommen beide keine neuen Daten.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1893 am: 26. August 2020, 19:32:45 »
Falls jemand ein UFO in den lezten Tagen gesehen, hat: Kein Grund zur Sorge, das war Starlink 1142. Der ist in den letzten Tagen wie ein Irrer durchs All gerast, von 550 km runter auf 150 km und gleich wieder hoch auf 600 km.



Spaß beiseite: SpaceX scheint ein Softwareproblem zu haben mit diesem Satelliten oder mit der Positionsberechnung für diesen Satelliten.

Nimmt man die Daten vom Norad, sieht es schon wieder fast ganz normal aus:


Aber auch dort gibt es eine kleine Anomalie an dem Tag, wo es los ging.

Offline Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1894 am: 27. August 2020, 12:43:05 »
Allgemeine Weltraummüll-Diskussion in den Thread Weltraummüll verschoben.
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Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1895 am: 29. August 2020, 19:54:46 »
92% der Satelliten von Starlink (#7) V1.0 L6 sind am Zielorbit angekommen.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1896 am: 02. September 2020, 19:32:10 »
So fliegen die Starlinks aktuell:



Was sieht man "Besonderes"?

- Am 2.9. bei 370 km sieht man, dass die ganz neuen Starlinks von #11 kurz vor Ihrer Warteposition bei 380 km sind und "scheinbar" schon vorher Pausieren.
- Von #10 haben einige wenige Satelliten auf ~410 km Mitte August eine kurze Pause eingelegt. Diese Pause haben die Satelliten danach aber wieder aufgeholt, indem sie schneller aufgestiegen sind als die anderen. Kein einziger musste dann seinen Orbit "Übersteuern".
- Bei 250 km sieht man die ganz alten Version 0.9 Satelliten. Diese lässt man verglühen, scheinbar hatten sie keine funktionierende Hardware an Board. Denn sonst würde man sie ja zumindest in der Anfangsphase noch nutzen können. Aber letzteres ist natürlich nur eine Vermutung.

Offline Duesentrieb

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1897 am: 03. September 2020, 12:37:38 »
Auf https://youtu.be/JTEdXOialgI gibt es von Peter Kroll m.E. sehr plausible Abschätzungen zum Starlink-Projekt. Bestimmt kann man den ein oder anderen Parameter verändern, aber die Größenordnungen erscheinen mit nicht unrealistisch.

Schlussfolgerungen:
1. Die Latenzzeit für eine Übertragung von z.B. Frankfurt nach NY wird um maximal 23 Millisekunden kleiner, wenn statt Glasfaserverbindungen Starlink oder andere Megakonstellationen benutzt (bei Vernachlässigung aller internen Verzögerungen)
2. Wenn Benutzer 50 Mbit/Sekunde wollen, kann man mit 40000 Satelliten un 20 Gbit/s Kapazität eines Satelliten weltweit 16 Millionen User erreichen, aber nur, wenn die Übertragung von Satellit zu Satellit keine Rolle spielt
3. Bisher sind die größten mit Lasern erreichbaren Übertragungsraten bei ca. 10 Gbit/s. Gebraucht würden aber ca. 0.5 Tbit/s.
4. Damit wäre die Anzahl der User extrem viel kleiner, zumindest, solange die hohen Übertragungsraten nicht erreicht würden. Das Netz wäre also für Internet in unterversorgten Regionen nicht zu gebrauchen, sondern nur für wenige zahlungskräftige Kunden (Internethandel und Militär).
5. Es wird die Kollision der Satelliten mit typischen Bruchstücken in den Starpink-Orbits abgeschätzt. Kroll nimmt 2.e-7 Teilchen pro Kubikkilometer an für Weltraummüll-Teilchen zwischen 1cm und 5 cm an. Wenn man annimmt, dass die kritische Querschnittsfläche von Starlink-Satelliten nur 0,5 Quadratmeter beträgt, ergäbe das bei 40000 Satelliten eine Kollision pro Jahr. Das kann im besten Fall zum Ausfall der Satelliten führen, im schlimmsten Fall zur Zerstörung und Verhüllung der Orbits führen.

Mein Eindruck ist, dass da sehr konservativ gerechnet wurde, aber bestimmt gibt es ein paar Einwände von den Experten hier. Aber würden diese die Größenordnung der Abschätzungen wirklich radikal verändern?

Bin gespannt.

Viele Grüße
Düsentrieb

« Letzte Änderung: 03. September 2020, 15:34:20 von Duesentrieb »

Offline Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1898 am: 03. September 2020, 15:27:13 »
Ja.
---

Zu 2. Typischer Fehler: er geht wohl von einer gleichzeitigen Volllast aller Nutzer aus.
Das ist aber - nicht sinnvoll.
Schon das allein macht Unterschiede um Größenordnungen aus.

Zu 3. Bisher wurden Übertragungen mit Lasern kaum auf maximale Datentransferrate im Orbit optimiert.
Bei derartigen optimierungen können Ergebnisse leicht um 1-3 Größenordnungen rutschen.
[EDIT: Und da haben wir schon einen Faktor 10:  Ball Aerospace arbeitete 2014 an einem 100 Gbit/s Laserlink Link]

zu 4: "Wenn die Angaben nicht stimmen, dann stimmen auch die weiteren Angaben nicht." Jau, wenn man mit Starlink nicht viele Leute versorgen kann dann kann man damit nicht viele Leute versorgen.
nur..
- im Notfall könnte man immernoch viel über die Bodenstationen gehen und die Laserlinks kaum nutzen. Das ist so vlt sogar zu präferieren UND wird am Anfang eh so gemacht.
- Das Abgreifen der zahlungskräftigen Kunden würde eventuell schon reichen damit sich die relativ geringen laufenden Kosten amortisieren?

zu 5: Primär eine Zustimmung. Mit dem Verlust von ~1 Sat pro Jahr durch Ausfall ist durchaus auszugehen. Wahrscheinlich sogar mit mehr.
ABER: Bei 40000+ Satelliten im Netzwerk ist das praktisch NICHTS.
- Außerdem sollten dabei kaum neue Trümmer entstehen. Die entstehenden Trümmer bleiben zum Großteil innerhalb der Struktur des Satelliten stecken. (schlimmer ist es schon bei Treffern in die Solarausleger. Aber dabei entstehen nur sehr kleine Trümmer im mm-Bereich)
- Der dadurch lahmgelegte Satellite entsorgt sich innerhalb von < 25 Jahren von selbst. Reibung der Restatmosphäre.
- Verhüllung des Orbits?
Wenn Vermüllung des Orbits gemeint ist: nein.
-> wenn bei einem unglücklichen, katastrophalen Treffer vlt 5000 neue Trümmer entstehen, dann macht das immer noch nur <10% der bereits  in diesem Orbit befindlichen Trümmer aus.
ABER: Diese neu entstandenen Trümmer bleiben nicht lange in diesem Orbit. Denn durch Reibung an der Restatmosphäre werden diese schnell (<5 Jahre) nach unten durchgereicht.
Nicht schön. Aber alles andere als Katastrophal. ... Und das war der worst case.



Könntest du außerdem deinen Link reparieren? Im Moment zeigt er auf einen Tweet von  Dr. Christian Lübbers über Corona-Diskussionen.
So kann man schlecht auf die Argumente von Kroll eingehen :/
Danke.
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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1899 am: 03. September 2020, 15:42:52 »
Einschub: Im heutigen launch webcast des Starlink-Starts gab es neue Informationen

Zitat
On its launch webcast this morning, SpaceX says internal tests have shown "super" low-latency and download speeds above 100 megabytes per second.
https://twitter.com/SciGuySpace/status/1301500904319922180

Außerdem wurde verkündet, dass diese Satelliten schon mit einem für Testzwecke bestimmten Laser-Link ausgestattet sind.
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