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Autor Thema: Starlink - Satellitenkonstellation  (Gelesen 205531 mal)

Offline hp6300

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #150 am: 04. November 2015, 14:46:14 »
Brauch man dann einen anderen Provider ?

Offline Schillrich

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #151 am: 04. November 2015, 15:29:40 »
So weit ist das doch noch nicht. Wenn die Infrastruktur steht, werden sich Provider darauf einmieten und einen Service dem Endkunden anbieten. Wer das sein wird? ... werden wir eines Tages sehen.

Spannend ist natürlich: Welche(r) Provider bieten einen weltweiten, globalen Dienst an? So eine großen Mark "anzugehen", Kunden zu aquirieren und abzurechnen, ist nicht trivial. Oder werden die Provider ein "dynamischnes, lokales Netz" über ihren Regionen, z.B. Europa, bekommen?
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Offline Klakow

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #152 am: 04. November 2015, 17:14:39 »
Beide Modelle wären möglich und werden auch kommen. Das hat schon damit zu tun das nicht jede Region der Welt zu einem Land gehört, die Weltmeere z.B. sind sowas wie Public.
Regionen über Land sind meist natürlich einem Staat zugeordnet, über Staaten mit geordneten Verhältnissen wird es so ein Staat aber weigern einen unkontrollierten Datenverkehr zuzulassen.
Die Gründe sind klar, Landesschutz, Zensur, Staatsterror, Staatssicherheitsorgane, Urheberrecht usw.
Bestimmte Länder könnten es allerdings nicht unbedingt verhindern, dass ein Betreiber der Satelliten Mensch mit Empfangsgeräten doch so einen Zugang anbietet.
Einen Rechtsraum im All ist vielleicht über internationale Verträge scheinbar definiert, aber in welchem Abstand zum Boden hört dies auf oder ist nicht mehr durchsetzbar weil der Betreiber seinen Sitz in einem unabhängigen Staat auf dem Mars oder sonstwo hat?

Offline tobi

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #153 am: 09. Juni 2016, 14:08:18 »
Lange nichts mehr von SpaceXs Internetkonstellation gehört:
http://spacenews.com/dish-network-battles-oneweb-and-spacex-for-ku-band-spectrum-rights/

Zitat
SpaceX explained its relative silence about its satellite plans as being the result not of indecision, but of competitive discretion.

“The details of these proposed [satellite] systems are not currently well-known, as the development and deployment of satellite systems are highly proprietary and may take several years to finalize, during which time the operators hold details as highly confidential for obvious competitive reasons,” the company said.

SpaceX erklärt die Funkstille mit der Wettbewerbssituation (unter anderem mit OneWeb). Und laut SpaceX-Webseite werden tatsächlich eine Menge Leute für Satellitenbau gesucht.

Ich persönlich habe Shotwells runterspielen der Satellitenpläne immer auch so verstanden, dass man die großen Satellitenbetreiber nicht verschrecken möchte. Das Geld für den Marsflug muss irgendwo herkommen, ich halte die Internetkonstellation für die einzige Chance Milliarden zu verdienen.
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Offline Youronas

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #154 am: 11. Juni 2016, 11:47:38 »
Und noch ein neuer Artikel zur Konstellation bei Geekwire. Es besteht anscheinend doch noch die Chance, dass bereits im Juli ein Testsatellit als sekundäre Nutzlast beim IridiumNext Start mitfliegt:

Zitat
Further details may soon come out in the open: In a document filed with the FCC a year ago, SpaceX said it would begin conducting satellite experiments this year. That was before a Falcon 9 rocket failure led to a months-long suspension of the company’s launch schedule. Despite that setback, it’s still possible for the first test satellites to go up as secondary payloads as early as next month, when SpaceX starts launching Iridium Next satellites from Vandenburg Air Force Base in California.

Außerdem gibt es Streitigkeiten zwischen den terrestrischen 5G Anbietern sowie SpaceX und anderen Satellitenanbietern um die Frequenzbänder, die momentan für letztere vorgesehen sind. Die "irdischen" Anbieter halten es für eine Verschwendung, die Frequenzen zwischen 12,2 und 12,7 GHz für die allenfalls zukünftig-hypothetischen Internetkonstallationen freizuhalten, statt sie jetzt schon ihnen zur Verfügung zu stellen:

Zitat
That assessment is part of the company’s argument against giving away the bandwidth required for such a network for another purpose – specifically, for 5G mobile broadband services that would be offered by Dish Network and other members of an industry coalition.
[...]
“There is simply no basis to jeopardize 5G deployment to give additional spectrum to a speculative NGSO (non-geostationary orbit) service that already has access to ample spectrum,” the MVDDS Coalition told the FCC.
The coalition said the bandwidth reserved between 12.2 and 12.7 GHz was just sitting unused, and that it could use the spectrum instead to provide “faster speeds, enhanced connection ublquity and truly real-time services and applications” to 5G customers.

That brought a quick response from SpaceX as well as from Intelsat, one of the partners in a competing Internet satellite venture led by OneWeb. Intelsat told the FCC that OneWeb already has a pending FCC application seeking access to the reserved frequencies, and that the bandwidth “will not lie fallow.


Und noch ein Bild des SpaceX Seattle HQs:



Offline stillesWasser

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #155 am: 17. November 2016, 15:45:30 »
Habe gerade gelesen, dass SpaceX 4425 Kommunikationssatelliten zur Sicherstellung eines weltweiten schnellen Weltrauminternets starten möchte. Der Antrag dafür soll bei der amerikanischen Kommunikationsbehörde FCC gestellt worden sein. Dafür wären 144 F9 und 22 FH - Starts notwendig. Die gesamte Aktion würde warscheinlich weniger kosten als der Breitbandausbau allein in Deutschland. Allerdings könnten z.B. die Wettbewerbshüter etwas dagegen haben.

http://de.engadget.com/2016/11/17/spacex-wurde-gerne-4-425-satelliten-ins-weltall-schieszen/

Ist das wirklich deren Ernst?! HOfentlich kommt das und auch die anderen Sat-Konstellationen nicht zu stande, sonst ist der Zugang zum GTO in 10 Jahren zugemüllt...
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Offline Schillrich

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #156 am: 17. November 2016, 16:15:34 »
Ernst meinen die das schon. Es geht aber nicht um den GSO, sonder in den LEO sollen die Konstellationen gehen.
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Offline stillesWasser

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #157 am: 17. November 2016, 16:26:50 »
Ja ist mir bewusst. Es geht um ca. 1000km Höhe. 4400 Sats, 5-7 Jahre Lebenszeit. -> Allein ca. 700 Sats pro Jahr für die Instandhaltung. Dazu Disperser und Oberstufe, eventuelle Bruchstücke usw. Da wird man dann nach kurzer Zeit auch nichtmehr garantieren können, dass man bei nem Transport in einen GTO keine Splitter abbekommt, wenn man durch deren Planen kommt. Und das wären dann so große Relativgeschwindingkeiten, dass allein ein Treffer verheerend wäre!

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Online RonB

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #158 am: 18. November 2016, 09:45:02 »
Schön ist es natürlich nicht, dass der ganze Müll dort oben nicht vernünftig entsorgt wird. >:( Aber ganz so eng wird es auch wieder nicht. Zur Zeit redet man von etwa 500.000 Teilen und Teilchen, die sich dort ober verteilen. Für die geplante Aktion würden etwa 1% dazu kommen. Na klar - auch ein kleines Teilchen kann mit einer Geschwindigkeit von 28000 km/h erheblichen Schaden anrichten. Es wird aber leider nicht leicht sein alle "Verursacher" auch zur Müllbeseitigung zu bewegen - und das ist meiner Meinung nach das Hauptproblem.
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Offline Klakow

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #159 am: 18. November 2016, 10:36:06 »
Das Müllproblem ist lange bekannt aber man sollte zunächst alles tut um zu verhindern das es ständig mehr wird. Bei 4400 Satelliten gilt es zunächst dafür zu sorgen das die Anzahl von Teilen die auf eine stabile Bahn kommen nahe bei eins bleibt, also nur nur die Satelliten.
 

Offline MarsMCT

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #160 am: 18. November 2016, 10:39:31 »
Wir reden hier über ein Projekt von Elon Musk. Selbstverständlich ist deorbit Bestandteil des Konzepts.

Satelliten sollen 1 Jahr nach Ende der aktiven Betriebszeit deorbited sein.  Zunächst werden die Satelliten in einen etwas niedrigeren Orbit abgesenkt, um sie aus dem relativ dicht besetzten Orbit zu entfernen. Dann werden sie in einen elliptischen Orbit überführt, der innerhalb eines Jahres zum Absturz führt. Die Technik für deorbit ist voll redundant ausgelegt.

Offline tobi

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #161 am: 18. November 2016, 11:54:51 »
Die Beschleunigung des Müllproblems sehe ich nicht ganz so kritisch. SpaceX (oder auch OneWeb) beschleunigt nur, was ohnehin unvermeidlich ist. Wenn man aktuelle Präsentationen zum Keplerphänomen anschaut, muss eine aktive Müllbeseitigung bereits bei aktuellen Startniveaus einsetzen. Ein paar große Objekte müssen pro Jahr deorbitet werden um das Kessler-Syndrom einzugrenzen.

Aber niemand macht was.

Die Internetkonstellationen von SpaceX oder Oneweb oder LeoSat werden also den Finger in die Wunde stecken und ich denke, es wird jetzt mehr Energie in die Beseitigung von Weltraummüll gesteckt werden. Nur die Amerikaner haben derzeit ein umfassendes Müllerfassungsprogramm. In Europa wird das Thema fast komplett ignoriert, niemand will dafür groß Geld ausgeben, man verlässt sich auf Warnungen der Amerikaner. Hier muss mehr passieren.

Wenn Oneweb/SpaceX/LeoSat jetzt ihre Konstellationen starten, kommt es zu einem Schockmoment in der Raumfahrtbranche, was besser ist als ein langsam größerwerdendes Problem.

Wie immer gilt: ohne Druck passiert nix.
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Offline Schillrich

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #162 am: 18. November 2016, 13:28:21 »
Hallo Tobias,

du meinst wohl das Kessler-Syndrom ...  nicht das Kepler-Phänomen (das wären irgendwie alle Satelliten ;)).

Dass man die Erfassung in Europa ignoriert, stimmt einach nicht. Deutschland entwickelt derzeit z.B. GESTRA: http://www.fhr.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/weltraum/weltraumueberwachung-mit-gestra.html. Die EU hat ein Förderprogramm http://www.paneuropeannetworks.com/science-technology/sst-consortium-agreement-signed/

Und dass OneWeb und Konsorten "nur den Finger in die Wunde lege", ist doch Verharmlosung. Soll das etwa positiv sein? Die haben es in der Hand, es besser zu machen!



« Letzte Änderung: 18. November 2016, 15:20:50 von Schillrich »
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Offline tobi

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #163 am: 18. November 2016, 13:55:41 »
Und dass OneWeb und Konsorten "nur den Finger in die Wunde lege", ist doch Verharmlosung. Soll das etwa positiv sein? Die haben es in der Hand, es besser zu machen!

Aber dass durch OneWeb und Konsorten die Kollisionsgefahr steigt, ist unvermeidlich, die einzige Alternative wäre solche Konstellationen zu verbieten. Klar sie können Maßnahmen ergreifen, wie Deorbit bei Lebensende machen, aber das bringt nur bedingt was. Man braucht einfach genauere Daten von allen Objekten im All & schnelle Computer um Kollisionsgefahr zu berechnen und Ausweichmanöver einzuleiten. Passive Objekte müssen alle aus dem All entfernt werden und genau hier passiert nämlich so gut wie nichts. Es ist eigentlich auch nicht Onewebs oder SpaceXs Aufgabe den Müll von vorherigen Generationen zu entsorgen, hier sind die Raumfahrt treibenden Staaten gefragt.

Die Welt braucht eigentlich eine offizielle Weltraumüberwachung unter Aufsicht der Vereinten Nationen. Die ist dann auch für die Müllbeseitigung zuständig und vergibt Aufträge an Firmen. Jeder Betreiber muss dann pro Objekt einen Obulus entrichten; von diesem Geld wird dann die Müllbeseitigung bezahlt.
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Offline Schillrich

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #164 am: 20. November 2016, 21:58:24 »
Ich habe die letzte Diskussion zum "Weltraummüll" gepackt:
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=4124.msg379043#msg379043
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Offline tomtom

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #165 am: 29. November 2016, 23:39:01 »
Ich hab die letzten Beiträge in den neuen Thread "Server/IT im All" gelegt.
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14731.0

Offline MR

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #166 am: 14. Januar 2017, 15:19:23 »
2025 möchte SpaceX 35 Milliarden Umsatz machen mit der Internetkonstellation, davon 20 Milliarden Gewinn (für den Mars).

Ich frage mich, wie man dieses Umsatzziel erreichen möchte. In den entwickelten Ländern wird es für SpaceX kaum etwas zu verdienen geben, dort ist das Mobilfunknetzt einfach zu gut ausgebaut. In den Entwicklungsländern dagegen fehlt vielfach das Geld. Jahrelang war noch nicht einmal der Betrieb von Satellitentelefonsystemen profitabel. Nur die Investitionen des US-Militärs konnte Iridium damals retten. Dabei ging es dort um Sprachtelefonie, die vielfach weit öfters nötig sein dürfte als eine Internetverbindung.

Offline MR

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #167 am: 14. Januar 2017, 16:59:49 »
@ Klakow

Du übersiehst, das selbst in den Entwicklungsländern die Mobilfunksysteme schon recht gut ausgebaut sind. Natürlich gibt es überall Lücken. Ich lebe ja selbst in einer Lücke, zumindest was den DSL-Ausbau betrifft. Obwohl wir kaum 30 km von Berlin entfernt wohnen, gibt es hier max DSL 6000 (davon nur 5000 nutzbar).
Das bedeutet im Gegenzug aber nicht, das Satelliteninternet jetzt ein riesiger Hit wird. Gerade in den Entwicklungsländern gibt es außerhalb der Großstädte nicht mal regelmäßig Strom. Mobiles Internet ist dort vielleicht für die wenigen Touristen oder Expeditionen wichtig, aber wohl kaum für die normale Bevölkerung. Zumindest am Anfang wird Sat-Internt auch so teuer sein, das sich das die meisten Menschen in den Entwicklungsländern gar nicht leisten können. Außerdem ist SpaceX nicht das einzige Unternehmen, das daran arbeitet. Ich halte die angegebenen Umsatzerwartungen daher für extrem übertrieben. Rein persönlich habe ich schon Zweifel, das über den profitablen Betrieb hinaus überhaupt großartige Gewinne generiert werden. Bei Iridium hatte man am Anfang ebenfalls vollkommen unrealistische Erwartungen. Was daraus geworden ist, wissen wir.

Offline Klakow

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #168 am: 14. Januar 2017, 22:52:46 »
Ich war schon beruflich in einigen Ländern, in den größeren Städten hast du recht, aber sobald man abseits der Städte kommt ist es ganz schnell empty.
Noch dazu hängt das auch noch von der Topologie ab, solange es flaches Land ist geht's relativ leicht, aber sobald nur ein Berg dazwischen steht wird es teuer.
An der Stelle ist da bei uns auch kaum anders.
Obwohl Deutschland ein sehr reiches Land ist müssen mindestens noch 20G€ investiert werden bei optimaler Art wie die Infrastruktur aufzubauen ist, damit jeder Haushalt schnelles Internet hat.
Deine 6000Mbaud wäre für viele Gemeinden schon super!
ich habe es relativ gut hier, mit 25/5Mbaud bin ich gut versorgt, aber der Ort (Dorf) hat auch ca. 2000 Einwohner, andere einen oder zwei Orte weiter hinten haben das nicht.
Es geht beim Internet nicht um schnelles Surfen im Netz, sondern um ein Transportmedium auf dem egal ist was dort für Daten drüber laufen.
Etwas wird dabei auch ganz leicht übersehen, ein Satelliteninternet kann eine sehr sehr viel höhere Netzabdeckung bieten als bodengebundene Systeme jemals erreichen können, das ist ein globales Modell das ganz neue Möglichkeiten bietet, da sind die 35G$/a eher als Anfang zu betrachten.
Dein Hinweis auf Iridium ist da vollständig falsch, hier decken 66 Satelliten zwar den ganzen Globus ab, sind fast immer erreichbar, zumindest wenn man flache Sicht zum Horizont hat, aber die Baudrate ist einfach lausig.
Das was SpaceX vor hat sind ca. 4000 Satelliten, also braucht jeder Satellit mindestens 60x weniger Fläche abdecken, was bei gleicher Sendestärke ein um 177dB besseres S/N bedeutet und auf jeden Fall sehr viel höhere Datenübertragung zulässt.
Das tolle an Iridium ist das überhaupt mal jemand ein globales System aufbaut.
Das jährliche Potential ist sicher noch sehr viel höher.

Offline alswieich

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #169 am: 14. Januar 2017, 23:19:29 »
... Das tolle an Iridium ist das überhaupt mal jemand ein globales System aufbaut. ...
Dieses globale Kommunikationssystem gibt es aber schon seit 1998: Wikipedia
Oder meintest du, dass es toll war, dass überhaupt jemand ein solches System aufgebaut hatte und hast dich nur verdrückt ausgekehrt?

Gruß
Peter

Offline Klakow

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #170 am: 15. Januar 2017, 10:10:54 »
Du hast schon recht, aber die ganz alten Systeme nutzen Geostationäre Satelliten, hohe Datenraten gehen da nur in einer Richtung und mit großen Antennen und die gesammte Bandbreite ist auch lausig, sowas ist gut für TV Übertragung.
IRIDIUM ist da schon besser weil die Signalstärke besser ist und in beide Richtungen mit tragbaren Antennen funktioniert wenn auch mit bescheidener Datenrate. Der Schritt zu 4000 Satelliten macht das erst richtig gut aber man sollte verstehen warum das den heute möglich ist.
Würde man die F9 nehmen ähnlich Iridium, bräuchte man 400 Starts, auf Basis der F9 wären dafür ca. 400x60 Millionen Dollar zu kalkulieren, also 24 Milliarden Dollar VK Preis.
Bei der Konkurenz dann eher 50G$ und 40 Jahre um die Dinger ins All zu bringen.
Beim Einsatz der FH braucht man vermutlich weniger als die hälfte an Starts und der Weckwerfanteil sinkt auf fast 1/3 einer F9, geschätzt 12%.
Damit sinken die VK Kosten auf ca. 12G$, zusammen mit der Reduktion durch höhere Produktionrate werden die internen Kosten vermutlich auf unter 4G$ sinken.
Die Zeit um alle Satelliten ins All zu bringen wird ca. 4-5 Jahre benötigen.
Übrigens bedeutet das nicht, das Iridium seine Berechtigung verliert, da gerade für das Millitär Redundanz überlebenswichtig ist.
Falls SpaceX Atomuhren einbaut wird man damit auch eine GPS Funktion realisieren können, Kammeras bieten dann hochaktuelle Wetterbilder und mehr. Google wird sich alle Finger nach solchen Daten ablecken was ein weiteres Geschäftsumfeld eröffnet.
Wirtschaftlich wird das eine riesige Goldgrube,  ich hoffe nur der Datenschutz bleibt nicht komplett auf der Strecke.

Offline D.H.

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #171 am: 15. Januar 2017, 11:08:30 »
Öhm wie viel Datenrate möchte denn SpaceX anbieten (oder die anderen Satellitenkonstellationen)?

Als ich noch in Regensburg gewohnt habe, ist selbst die Datenrate im Kabelnetz deutlich abgesunken, wenn die Nachbarschaft vermehrt von der Arbeit zurück kam. Und das Kabelnetz hat enorme Kapazitäten. Wenn ich mir jetzt anschaue, was der Haupttraffic aktuell ist, dann sind das Videos von Youtube, Netflix und Co. Selbst wenn bislang solche Filme mit 720p odeer 1080p gesendet werden, ist dass ein enorme Bandbreitenauslastung. Jetzt soll das ganze via Satelliten übertragen werden, bzw. auch noch reibungslos zwischen den Satelliten übertragen werden?
Ich hätte daher als Anwendung des Satelitten eher Businesskunden erwartet, als Normalverbraucher. Z.B. Steuern und warten von Maschinen in Madaskar von Deutschland aus. Oder Einsatz von VPN-Dastenverbindungen in Ländern, die das bis jetzt sperren (z.B. nach China, wofür ich denke eine Menge Leute viel Geld zahlen würden). Mit solchen B2B Anwendungen wäre der Traffic nicht so hoch wie bei Filmen, Streams, etc. und die Kunden wären auch bereit, einiges dafür zu zahlen.

Offline stillesWasser

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #172 am: 15. Januar 2017, 12:28:08 »
Falls SpaceX Atomuhren einbaut wird man damit auch eine GPS Funktion realisieren können, Kammeras bieten dann hochaktuelle Wetterbilder und mehr. Google wird sich alle Finger nach solchen Daten ablecken was ein weiteres Geschäftsumfeld eröffnet.
Wirtschaftlich wird das eine riesige Goldgrube,  ich hoffe nur der Datenschutz bleibt nicht komplett auf der Strecke.
Gut fände ich auch, wenn es an Board auch noch Replikatoren und Transporter gäbe, dann könnte SpX auch den globalen Hunger bekämpfen! Wirtschaftlich sicher eine Goldgrube, nur hoffentlich bleibt der Strahlenschutz nicht komplett auf der Strecke.
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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #173 am: 15. Januar 2017, 13:49:13 »
Gut fände ich auch, wenn es an Board auch noch Replikatoren und Transporter gäbe, dann könnte SpX auch den globalen Hunger bekämpfen! Wirtschaftlich sicher eine Goldgrube, nur hoffentlich bleibt der Strahlenschutz nicht komplett auf der Strecke.

Womit wir wieder beim Respekt vor dem geschrieben Wort anderer Leute sind!
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Offline Klakow

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #174 am: 15. Januar 2017, 14:49:28 »
Aus dem Verhältnis der Anzahl der Satelliten und vielleicht halber Bahnhöhe kommt man mindestens auf 24dB besseres S/N, im Vergleich zu Iridium von 2,4kBaud, sollte da im Minimum 600kBaud herauskommen. Das ist nur mal ein Vergleichswert, auch bei Iridium gibt es andere Zahlen, vermutlich mit besserer Empfangstechnik.

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