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17. Juni 2019, 03:12:04
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Autor Thema: Starlink - Satellitenkonstellation  (Gelesen 147751 mal)

Offline Matjes

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #850 am: 10. Juni 2019, 11:22:48 »
Hallo

Könntet Ihr mal einem Nicht-Ökonomen erklären wie EM mit Starlink
Geld verdienen will. Um den Mars zu besiedeln braucht er schon ein paar $.

Fragt Matjes

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #851 am: 10. Juni 2019, 12:15:05 »
Die ersten potenziellen Einsatzorte wären: Jedes Flugzeug, jeder Bus, jeder Personenzug.

Dann kommen Gemeinden ohne DSL. Man braucht am Boden nur noch eine Antenne und Strom und schon kann man das Signal per W-Lan weiter geben. Davor kommen sicher auch alle Firmen ohne gutes DSL.

Danach kommen alle Autonomen Level-5 PKWS. (Level 3 und 4 natürlich auch bedingt).

Des weiteren ist das ganze eine perfekte Backup-Lösung für alle, die zwei getrennte Internetzugänge benötigen. Denn bisher ist der "Bagger auf der Straße" eine "n -1" Gefahr (1 Bagger kann alles gleichzeitig beschädigen).

Wenn die Satelliten in der 2. Generation (Vermutlich erst in ein paar Jahren) den Laserlink bekommen, dann erweitert sich das Kundengebiet auch auf Länder ohne Bodenstationen und es kommen Kreuzfahrtschiffe mit zu den Kunden. Da sind viele Leute an Board, die Zahlen würden.

Offline Doc Hoschi

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #852 am: 10. Juni 2019, 13:03:18 »
Es sind vielmehr viele Leute an Bord die heute schon zahlen. Alle namhaften Reedereien statten ihre Kreuzfahrtschiffe bereits mit Satelliteninternet aus.
Das ist nicht gerade günstig und hat auch keine große Bandbreite, reicht aber vollkommen aus, um Nachrichten zu lesen, Social Media Nachrichten zu schreiben und so weiter. Videos streamen ist nicht., sonst wird's richtig teuer.
Das heißt natürlich nicht, dass diese Reedereien zukünftig nicht zu den potentiellen Kunden zählen werden, aber es klingt so, als wäre Internet auf dem Kreufahrtschiff heute Utopie, was nicht der Fall ist.
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #853 am: 10. Juni 2019, 13:13:43 »
Es kommen vom NORAD aktuell nur sehr sporadische Daten. Einzelne Satelliten erhalten regelmäßige Updates, andere wurden schon seit 3 Tagen nicht mehr upgedated.

Folgend die Grafik über die letzten 4 Tage:

Offline Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #854 am: 10. Juni 2019, 13:28:42 »
Hallo

Könntet Ihr mal einem Nicht-Ökonomen erklären wie EM mit Starlink
Geld verdienen will. Um den Mars zu besiedeln braucht er schon ein paar $.

Fragt Matjes

EM rechnet mit Einnahmen von 30 Mrd $ p.a. (2025).

Kurz gesagt: er verdient damit Geld indem er genügend Kunden findet die zusammen mehr Geld zahlen als das Projekt kostet ;)

Ganz generell sind das meiste da eh Spekulationen.

Bisher hat z.b. auch das Militär schon Interesse bekundet und die ersten Millionenverträge abgeschlossen.

Viele der ersten Kunden werden wohl Institutionelle Nutzer sein:
-Banken zahlen VIELE Millionen für Transaktionen, die ein paar ms schneller abgewickelt werden können als bisher.
- Mobilfunkanbieter können abgelegene Funkmasten per StarLink mit dem Restnetz verbinden.
- ISP haben viele Anwendungen bei denen sie auf StarLink zugreifen könnten und Trafik darüber abwickeln könnten.
- Wissenschaft hat großes Interesse an Verbindungen zu abgelegenen Standorten
- einzelne Länder in Ostafrika haben auch schon Kontakte zu SpX hergestellt
...

Ich gehe davon aus dass die Millionen von Endnutzern erst später dazu kommen

Offline MillenniumPilot

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #855 am: 10. Juni 2019, 17:44:36 »
Hallo

Könntet Ihr mal einem Nicht-Ökonomen erklären wie EM mit Starlink
Geld verdienen will. Um den Mars zu besiedeln braucht er schon ein paar $.

Fragt Matjes

10-20 Millionen Kunden weltweit, 30 Dollar im Monat fuer Breitbandinternet waere ein Worst case Szenario. Nettoertrag 3,6-7,2 Milliarden Dollar. Geschätzt 2 Mrd. Dollar Betriebskosten per anno, Break Even in 3-5 Jahren. So wie EM mit China kann, wuerde ich mich nicht wundern, wenn da noch viel mehr aus der Ecke kommt. Ueber die Zeit sind weltweit 100 Millionen Kunden in allen Kategorien nicht ganz ausgeschlossen. Irgendwann landen wir dann in dem Bereich von 30 Milliarden Dollar. Allerdings waere ich vorsichtig. Wenn Starlink 30 Mrd. Dollar einspielt, entsteht ein massiver Preisdruck. OEM Kunden wuerden an der Stelle den Preis nachverhandeln. Aber selbst wenn Starlink netto 1-2 Mrd. im Jahr einspielt, sollte man das nicht unterschätzen

Offline Matjes

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #856 am: 10. Juni 2019, 18:50:03 »
Hallo

Wenn ich Euch richtig verstanden habe, kann ich nicht mit einem Endgerät
direkt über einen Starlink Satellit ins Internet. Dafür reicht weder die Empfangs-
noch die Sendeleistung aus. Es gibt also am Boden eine Satellitenstation, die
ein lokales Netzwerk betreut. Und für diese Station gibt es einen Vertrag mit
Starlink. Und es gibt natürlich auch eine staatliche Genehmigung eine solche
Bodenstation zu betreiben. Und Gebühren, Verträge usw.

Für Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe, kleine Inseln entsteht so zusätzlich ein Anbieter
der möglicherweise die Kosten senkt. Aber prinzipiell ändert sich kaum etwas. Die
Flugzeugfirmen und Reedereien müssen nicht mehr über Globalstar gehen sondern
können auch die Starlink Satelliten benutzen. Also wird die Konkurrenz im Weltall
größer und es wird weniger Geld kosten. Ist das so oder habe ich etwas vergessen?

Fragt Matjes

Offline Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #857 am: 10. Juni 2019, 19:27:59 »
Ich glaube dass hast du falsch verstanden.

Deine 30*30 cm Flachantenne reicht! aus um Verbindung zum Satelliten herzustellen.

Für den Anfang, während dessen die Sats unter einander noch nicht kommunizieren können, muss dieser Sats in 300km Radius noch eine Bodenstation erreichen, von der dann die Verbindung zum Internet erfolgen kann.

Also ja, diese Satellitenstationen braucht es für den 'lokale Raum' des rund 300km Radius schon.
Aber das liegt nicht an der begrenzten Sendeleistung.

Ist deine Frage so weit geklärt?

Offline MarsMCT

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #858 am: 10. Juni 2019, 22:05:54 »
Ich bin mir sicher, es sind mehr als 300km Radius. Die Antennen im Satelliten erreichen mindestens 45% von der Senkrechten. Also mindestens 500km Radius. Am Anfang, wenn noch nicht so viele Satelliten oben sind, wollen sie glaube ich sogar noch mehr.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #859 am: 10. Juni 2019, 22:11:24 »
Ein Paint-Bild sagt mehr als 1000 Worte:


Offline Matjes

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #860 am: 11. Juni 2019, 15:17:50 »
Hallo

Flachantennen müssen exakt auf die Satellitenposition ausgerichtet werden und
haben ein oder mehrere klassische LNB eingebaut. Für die Nichtkenner wie mich:
Low Noise Block. Damit wird das Satellitensignal in ein Fernsehsignal umgeformt.

Eine Flachantenne wie auch andere Sat-Schüsseln haben keinen Up-Link. Es wird
nur empfangen aber nichts und zwar gar nichts gesendet. Also mit einer Flachantenne
über Starlink ins Internet gehen? Irgendwie muss ich die Seite anfordern. Man muss
die Antenne nachführen? Und man muss von einem auf den nächsten Satellit springen.
Bitte ohne Datenverlust. Wie geht das?

Matjes

Offline Bermax

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #861 am: 11. Juni 2019, 15:48:43 »
https://de.wikipedia.org/wiki/Phased-Array-Antenne

Es wird eine Pizzaschachtel große (flache) Phased-Array-Antenne/Sender benutzt.

Datenverluste beim wechseln zwischen Satelliten muss das Protokoll abfangen .

Offline Matjes

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #862 am: 11. Juni 2019, 16:22:45 »

Danke Bermax


Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #863 am: 11. Juni 2019, 19:52:38 »
Die Zeiten, daß Antennen "nachgeführt" werden müssen, sind vorbei. Und die Zeiten daß man nicht senden kann sind auch vorbei. Das ist natürlich keine alte Antenne aus den 80ern, als Satelliten-TV erfunden wurde, sondern eine High-Tech-Flachantenne. (Wiki-Link hat Bermax oben gepostet). Sie wird oben auf den Bus, den LKW oder den Zug geschraubt und schon ist man ganz normal Online im Internet.

Genau so, wie man sein Handy nicht zum Funkmast ausrichten muss, muss man das bei Starlink auch nicht. Nur daß die Starlink-Antennen (derzeit) größer sind als die Handyantennen. Ich würde jedoch davon ausgehen, daß die Starlink-Antennen ähnlich schnell schrumfpen werden wie damals die Handyantennen.

Offline Klakow

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #864 am: 11. Juni 2019, 22:12:41 »
Zitat
Die Zeiten, daß Antennen "nachgeführt" werden müssen, sind vorbei.
So ganz stimmt das nicht, die dazu nötige Technik ist ziemlich aufwendig gerade dann wenn man viel Antennengewinn braucht.

Das Abstandsverhältnis ist ca. 70 zu 1 (GEO zur LEO von Starlink), das würde zwar einer 1cm Antenne entsprechen, aber die Antennen müssen auch bei recht flachem Winkel noch genug Amplitude liefern, bei 30° sind es aber nur noch 50% oder um eb besser zu sagen 2cm Antenne.
Hinzu kommt das man sicher mehr Amplitude haben will und dazu braucht man ein höheren S/N, ich denke weniger als 10cm werden es vermutlich eher nicht werden. Vermutlich wird man jede Einzelantenne das Phasenarray ganz dich bei der kleinen Antenne eine Mischstufe mit Verstärker spendieren müssen, dazu braucht man schon ein wenig Platz den das ist alles HF im hohen GHz Bereich.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #865 am: 14. Juni 2019, 23:55:43 »
Die Satelliten fliegen weiter. Die ersten haben Ihre Orbithöhe erreicht.

Der Höchst fliegen bei 571x548km, hat also seinen Zielorbit von 550x550 schon überschritten.


Satellit AV hat seinen Orbit deutlich gesenkt. Er ist keiner der 4, die am Anfang "Defekt" waren:

Offline Captain-S

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #866 am: 15. Juni 2019, 09:58:39 »
Holt man die defekten Satelliten gleich runter, oder besteht gar keine Verbindung mehr?

Offline Klakow

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #867 am: 15. Juni 2019, 10:01:39 »
@Hugo: sollten die Umlaufzeiten mit zunehmender Höhe nicht auch zunehmen?

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #868 am: 15. Juni 2019, 10:19:06 »
@Klakow: Die Umlaufzeit habe ich ausgeblendet. Ich sollte dann natürlich auch die Achsbeschriftung zur Umlaufzeit mit ausblenden. Kommt mit der nächsten Grafik ;)

Hier die Grafik mit der Umlaufzeit:

Man sieht, die Umlaufzeit "Stört" eher, weil sie immer "im Weg" ist und die anderen Linien schneidet. Daher blende ich sie häufig aus. Ich hatte die Umlaufzeit auch mal anders herum gezeichnet, also je kürzer die Zeit, desto schneller Kreist ein Objekt um die Erde, desto weiter geht die Linie nach oben. Aber dann "Stört" sie noch mehr.

Offline Klakow

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #869 am: 15. Juni 2019, 17:03:52 »
Ah ich verstehe, da die Umlaufzeit eigentlich eine Funktion eines integrals ist und dies dem zweiten keplerschen Gesetz folgt, ist die Vereinfachung die du machst eigentlich unmöglich darzustellen weil sie für jeden Satelliten ein wenig anders zu behandeln ist?
Hinzu kommt dann wohl auch noch das es keine lineare Funktion ist, oder?

Offline Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #870 am: 15. Juni 2019, 21:48:39 »
Holt man die defekten Satelliten gleich runter, oder besteht gar keine Verbindung mehr?
Nichts von beidem

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #871 am: Gestern um 21:59:57 »
So fliegen die Satelliten aktuell um die Erde. Ich habe nur die Objekte eingeblendet, welche in den letzten 48 Stunden vom NORAD getrackt werden konnten.

(Neu: Als Weltkugel. Satelliten hinter der Erde sind verblasst gezeichnet, die Weltkugel dreht sich leicht.)

Ein Standbild in höhere Auflösung:


Über 1/3 der Satelliten hat den Orbit von 550 km erreicht.

(Der Orbit von Satellit AP dürfte ein Datenfehler vom NORAD sein, diese kamen in letzter Zeit gelegentlich vor. Wenn weitere Daten kommen sollte der richtige Orbit wieder ersichtlich sein.)


Folgend die Orbithöhen der letzten 14 Tage. Der Orbit von Starlink AV sinkt deutlich. Der Satellit scheint aktiv ein De-Oribt-Mannöver zu fliegen. Satellit Y scheint ein Problem zu haben, seit 1,5 Wochen hat er seinen Orbit nicht mehr weiter erhöht.

(Offensichtliche Datenfehler habe ich ausgeblendet.)

Online -eumel-

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #872 am: Gestern um 22:53:50 »
Gute Arbeit, Hugo!  :D
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 28. Juni 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

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