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Autor Thema: Starlink - Satellitenkonstellation  (Gelesen 309527 mal)

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1325 am: 26. November 2019, 20:19:37 »
Also: werden die Satelliten beim Höhersetzen auch beschleunigt und beim Herabsetzen verzögert, oder bleibt die Geschwindigkeit gleich??
Wenn ein Satellit höher fliegen soll, wird er nur vorwärts beschleunigt. Es gibt kein Triebwerk  welches in Richtung Erde gedreht wird und den Satellit anhebt. Und jetzt kommt was besonderes: Wenn Du im Apogäum das Triebwerk kurz zündest, wird der Satellit nur schneller an seiner dortigen Position. Aber das Perigäum wird dann angehoben. Dafür wird der Satellit im Perigäum langsamer. Im Durchschnitt ist seine Geschwindigkeit jetzt gesunken.

Physikalisch ist die Geschwindigkeit fest an die Oribithöhe gebunden. Zwei Satelliten auf genau gleichem Orbit sind auch immer genau gleich schnell.

Physikalisch ist ein Beschleunigen zwischen Apogäum und Perigäum schlechter, da es weniger Wirkungsgrad hat. Man versucht somit immer nur Apogäum das Triebwerk zu zünden, um das Perigäum anzuheben. Wenn man das Perigäum dann über das Apogäum anhabt, vertauscht man Apogäum und Perigäum. Jetzt kann man nach 1/2 Umdrehung der Erde das Triebwerk wieder kurz zünden.
Wenn man ganz schwache Ionen-Triebwerke hat (So wie die Starlinks) und in einer Kresbahn fliegt, kann man natürlich auch die Triebwerke dauerhaft eingeschaltet lassen. Dann ist man quasi immer kurz hinter dem Apogäum und hebt die Bahn vor einem immer so weit an, daß man immer kurz hinter dem Apogäum bleibt.

Etwas OffTopic: Man sieht das beim Anfliegen an die ISS. Man fliegt dorthin in einem niedrigeren Orbit und ist schneller. Man holt die ISS ein und hebt den Orbit immer weiter an, bis man die ISS erreicht hat und gleich schnell ist. Hat man es "versemmelt", und die ISS überholt, hebt man den Orbit weiter, steigt höher als die ISS und lässt sich somit wieder hinter die ISS fallen, dann senkt man den Orbit wieder unter die ISS, und fliegt sie erneut an.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1326 am: 26. November 2019, 21:01:58 »

Starlink 0.9 sinkt weiter im Orbit:


Bei Starlink 1.0 steigen einge Satelliten weiter im Orbit:

Offline MpunktApunkt

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1327 am: 26. November 2019, 21:22:40 »
Starlink 0.9 sinkt weiter im Orbit
Das sieht mir wirklich nach der kontrollierten Verschrottung der 0.9 Satelliten, die weiter oben schon mal spekuliert wurde, aus.
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

Offline Ringkolbenmaschine

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1328 am: 27. November 2019, 09:53:33 »
Danke Hugo.  :)

Und so habe ich es verstanden:

Satellit umkreist die Erde. Erhöhung der Geschwindigkeit, dadurch Fliehkraft größer als  Erdanziehung, dadurch wird der Satellit angehoben. Da seine Umlaufbahn nun länger geworden ist, ist seine reale Geschwindigkeit langsamer.

Alle sagten: es funktioniert nicht.
Dann kam einer und machte es.

Offline RonB

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1329 am: 27. November 2019, 10:00:28 »
Da seine Umlaufbahn nun länger geworden ist, ist seine reale Geschwindigkeit langsamer.

Seine reale (eigene) Geschwindigkeit ist eigentlich schneller. Die von der Erde aus betrachtete Geschwindigkeit wird langsamer. Bei einer Umlaufhöhe von ca. 36.000 km "steht" der Satellit am Himmel (auf Äquatorhöhe).
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Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1330 am: 27. November 2019, 19:23:30 »
Updates der Grafiken:



GG

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1331 am: 27. November 2019, 20:06:15 »
Ein Beispiel für die starke Behinderung erdgestützter Astrofotografie:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=98&v=oHs7ljhQWPA&feature=emb_logo .

Die richtige "Action" sieht man ab 2:14 min.

Der Einwurf mit den Fotoplatten zeugt von Unkenntnis. Auch auf elektronische Sensoren muss eine gewisse Menge an Photonen fallen, um sinnvolle Bilder zu ergeben. Mit dem VLT werden garantiert keine Sekundenschnappschüsse gemacht. Satelliten überfliegen aber auch chilenische Wüsten.

Internet auf der Erde lässt sich auch mit erdgebundenen Systemen gewährleisten. Die Fesselballons waren durchaus ernst gemeint. Und die Luftfahrt würde nicht verschwinden.

In ein paar Jahren sprechen wir uns wieder, wenn durch den ganzen Schrott kollidierter Satelliten, die vor ihrer Zeit ausgefallen sind, die eigentlich sinnvolle Raumfahrt behindert wird.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1332 am: 27. November 2019, 20:34:31 »
Ein Beispiel für die starke Behinderung erdgestützter Astrofotografie:
Das ist kein großes Problem.

Meine Antwort incl. Details dazu ist weiter oben in #1314.

Offline Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1333 am: 28. November 2019, 08:17:23 »
@GG: An deinem Post ist so ziemlich alles falsch oder wurde schon diskutiert. Nichts ist neu. Das Video wurde schon in breite besprochen.

Bitte lese auch Diskussionen, an denen du dich beteiligen möchtest. Und schau im Anschluss, welche neue Aspekte man posten könnte.
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Offline AN

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1334 am: 28. November 2019, 13:54:30 »
@GG: An deinem Post ist so ziemlich alles falsch ....
Mit Verlaub, das ist schon eine starke Wortwahl. Ich wuerde mir ueberlegen, ob ich sicher waere, da so drueberbuegeln zu wollen, und ob ich mir da auch inhaltlich wirklich sicher bin.  ???

Axel

Offline Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1335 am: 28. November 2019, 14:55:44 »
"... oder wurde schon besprochen"

Die meisten Aussagen von GG sind an sind schon wahr, aber die Implikationen eben nicht. Und, ja, wenn ich das Gefühl habe dass Diskutanten die Diskussion gar nicht nachvollziehen, nicht auf die anderen eingehen etc. dann bin ich auch mal genervt.

Aber gut. Dann halte stück für Stück und in Nüchtern:

Zitat
Der Einwurf mit den Fotoplatten zeugt von Unkenntnis.
Welcher Einwurf mit Fotoplatten? Ich konnte keinen entdecken.
Zitat
Auch auf elektronische Sensoren muss eine gewisse Menge an Photonen fallen, um sinnvolle Bilder zu ergeben.
Richtig
Aber was ist deine Aussage? Was dein Argument?

Zitat
Mit dem VLT werden garantiert keine Sekundenschnappschüsse gemacht. Satelliten überfliegen aber auch chilenische Wüsten.
Richtig
Aber was ist deine Aussage? Was dein Argument?

Wo ist der Zusammenhang zu diesem Video einer Wide field of view Aufnahme?

Zitat
Internet auf der Erde lässt sich auch mit erdgebundenen Systemen gewährleisten.
Richtig.
Und Astronomie lässt sich auch mit satellitengestützten Systemen gewährleisten.

^ Das Argument würde nur ziehen wenn eines von beiden Gütern überragende Bedeutung hätte oder die Alternative übermäßig viel teurer wären.

Zitat
Die Fesselballons waren durchaus ernst gemeint.


Google sieht das anscheinend anders. Hast du da mehr als dein Gefühl um dies zu untermauern (dass Fesselballons auch eine qualitative, ökonomische, vom aufwand vertretbare und in überschaubaren Rahmen umsetzbare Alternative sind)?
(Mal davon ab dass es keine Alternative für das Millitär, die Luftfahrt und Schiffe wäre. Und die Ballons ja auch irgendwie ans Netz angebunden werden müssen)

Zitat
Und die Luftfahrt würde nicht verschwinden.

Wo kommt der Einwurf jetzt her?  ???


Zitat
In ein paar Jahren sprechen wir uns wieder, wenn durch den ganzen Schrott kollidierter Satelliten, die vor ihrer Zeit ausgefallen sind, die eigentlich sinnvolle Raumfahrt behindert wird.

1. Bringt die Diskussion nicht vorn.
2. Abqualifizieren der anderen Position (sinnvolle Raumfahrt -> Starlink ist nicht sinnvoll)
2.1 Sonst könnte ich einfach sagen: "Radioastronomie bringt doch nichts - und behindert die sinnvolle kommerzielle Raumfahrt!" und wir wären keinen Schritt weiter
3. Dann können wir schon jetzt diskutieren: Die ISS muss seit dem sie oben ist ab und an Ausweichmanöver fliegen.
4. Die Gefahr sitzt eher in Orbits mit >1000km und nicht bei 550km. (PS: bin auch energisch gegen die >1000km Komponente von Starlink)
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Offline Flandry

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1336 am: 28. November 2019, 15:22:31 »

Internet auf der Erde lässt sich auch mit erdgebundenen Systemen gewährleisten. Die Fesselballons waren durchaus ernst gemeint. Und die Luftfahrt würde nicht verschwinden.


Mit den Ballons (z.B. Project Loon)käme man vom Regen in die Traufe.

Es wären keine Fesselballons (=mit einem Seil am Erdboden verankert), sondern autonom gesteuerte Ballons in 20km Höhe über der Erde. Die Ballons haben eine Größe von 12m×15m und eine (Sende-)Reichweite von 40km. Die würden genauso über Chile fliegen, wie die Satelliten, nur wären sie langsamer und würden aufgrund ihrer Größe einen größeren Himmelsausschnitt länger als ein paar Sekundenbruchteile bedecken.

Edit:
Zudem wäre die Position weniger akkurat vorherzusagen, als bei Satelliten, da die Bewegung der Ballons von den Luftströmungen abhängig ist.

Offline RonB

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1337 am: 28. November 2019, 15:43:11 »
Bitte zum Threadthema zurückkommen!

Gruß RonB
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Offline MarsMCT

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1338 am: 28. November 2019, 15:47:05 »
4. Die Gefahr sitzt eher in Orbits mit >1000km und nicht bei 550km. (PS: bin auch energisch gegen die >1000km Komponente von Starlink)

Sehe ich auch so und hoffe, daß SpaceX diesen Teil aufgibt.

Bliebe allerdings ein Problem. One Web ist auch über 1000km. Im Gegensatz zu SpaceX kann sich One Web aber kaum leisten, diese Höhe aufzugeben. Das bräuchte mehr Satelliten für volle Abdeckung und es wäre schwer für sie, das Kapital dafür aufzubringen.

Offline Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1339 am: 28. November 2019, 16:07:47 »
Und damit haben wir den Kreis geschlossen: Das Argument der Vermeidung von Weltraummüll kann eher FÜR denn gegen die Verwendung einer großen Anzahl von Satelliten sprechen.

PS: Im Vergleich soll Projekt Kuiper dann aber wieder recht niedrig (590km, 610km, 630km) fliegen.
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Offline RonB

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1340 am: 28. November 2019, 16:30:22 »
Allerdings hat sich SpaceX verpflichtet alle Starlink Satelliten unabhängig von der Flughöhe deorbitieren zu lassen. Und das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.
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Offline MarsMCT

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1341 am: 28. November 2019, 16:50:26 »
Allerdings hat sich SpaceX verpflichtet alle Starlink Satelliten unabhängig von der Flughöhe deorbitieren zu lassen. Und das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Das hat One Web auch. Aber was ist das wert? Es wird immer wieder mal Satelliten geben, die einfach tot sind und sich nicht mehr selbst deorbiten können. Wird es einen organisierten Abschleppdienst geben?

Bisher zuckt man in dem Fall einfach mit den Schultern. Bei tausenden Satelliten ist das nicht mehr so gut.

Offline Gertrud

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1342 am: 28. November 2019, 18:44:57 »
Hallo Zusammen,

Diese Simulation von geplanten 12000 Starlink-Satelliten, die in einer Sommernacht (Juni) auf 32 ° Breite sichtbar sein werden, wurde am 04.06.2019 veröffentlicht. Norden ist oben.
Es werden nur beleuchtete Satelliten angezeigt. Dies ist eine schematische Darstellung aller sichtbaren Pässe. Die meisten Satelliten sind mit bloßem Auge nicht sichtbar (jedoch werden wahrscheinlich noch viele auf den Langzeitbelichtungsfotos zu sehen sein).
Im Sommer sind deutlich mehr Satelliten sichtbar als im Winter (aufgrund des Schattenwinkels der Erde).


https://www.youtube.com/watch?v=LGBuk2BTvJE&feature=emb_logo
"Copyright © Michael Vlasov 2019 -  DeepSkyWatch.com".

Die Simulation des Sichtfelds des Nordamerika-Nebels, wenn die wie geplanten 12000 Starlink-Satelliten gestartet werden, in einer Sommernacht (Juni) auf 32 ° geografischer Breite. Alle beleuchteten Satelliten werden angezeigt.


https://www.youtube.com/watch?v=_JerRCSw-As&feature=emb_logo
"Copyright © Michael Vlasov 2019 -  DeepSkyWatch.com".

Beste Grüße
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline Sensei

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1343 am: 28. November 2019, 19:03:15 »
^ das 2. Video soll einen Eindruck der Auswirkungen für Astrofotografen geben. Für diese wird es zwingend entweder auf Überflugspausen zu achten oder die Bilder elektronisch nachzubearbeiten.

Die eigentliche Quelle hat noch 2 weitere Videos, diesmal ohne Symbole. Ich finde hier gewinnt man einen wesentlich besseren Eindruck dessen, was ein 'Normalbürger' sehen würde:


https://www.youtube.com/watch?time_continue=98&v=0BfB7TQF4cs&feature=emb_logo

Q: http://www.deepskywatch.com/Articles/Starlink-sky-simulation.html
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Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1344 am: 28. November 2019, 19:16:51 »
Dies ist eine schematische Darstellung aller sichtbaren Pässe. Die meisten Satelliten sind mit bloßem Auge nicht sichtbar
Die Satelliten leuchten in dem Video ja so hell wie der Mond. Damit tut SpaceX bestimmt etwas für das Klima. Wenn jeder Satellit so groß ist wie der Mond wird und selbst um Mitternacht noch so hell leuchtet wie der Mond, können wir auf der ganzen Welt Milliarden von Straßenlateren abschalten und mit dem gestarten Strom das Klima retten. (Hinweis: Das war Sarkasmus).

Aber jetzt ohne Sarkasmus:

Gibt es eine Strom-Rechnung? Dann könnte man vergleichen, was mehr Strom kostet. 1 Stunde Netflix schauen über Starlink (Kleine Funk-Antenne und die Satelliten haben 100% Öko-Solarstrom) oder 1 Stunde über Kupferkabel (Viel Strom ins Kabel jagen und die DSL-Gegenstation bruzelt munter vor sich hin und hat sogar große Ventilatoren zur Kühlung).

Auch könnte man die Raketenstarts (Dauern keine 12 Minuten) mit dem Diselverbrauch von den tausenden von Baggern gegenüberstellen, welche Monatelang die Straßen umpflügen.

Man könnte auch das Material in Kilogramm vergleichen. Wie viel Plastik wird in der Erde vergraben für Kupferkabel (Isolierung) oder für Glasfaser (99% Plastik, die Phaser ist so dünn wie ein Haar). Und jeder Leitung bekommt zusätzlich noch ein Plastikband 50 cm höher Verlegt als Warnung. Und wie viel Schmieröl die Bagger beim Graben der Leitungen verbraucht haben. Im Gegenzug dafür ein kleiner Satellit, welcher ein paar Kilogramm Gas für den Ionenantrieb nutzt.

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1345 am: 28. November 2019, 20:50:21 »
Die Starlink 0.9 Satelliten senken weiter ihren Orbit:




Und die ~20 Stück 1.0 Satelliten fliegen weiter und erhöhen ihren Orbit, während ~40 Stück bei 350km "warten":

Offline Hugo

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1346 am: 29. November 2019, 00:32:09 »
In der folgenden Grafik sind Starlink 0.9 und 1.0 zusammengefasst. Man erkennt deutlich die maximale Steigrate und die maximale Sinkrate der Satelliten.

Und man sieht auch deutlich den einen "Ausreißer" dazu (im August). Hier ist ein Satellit fast "sprunghaft" gesunken im Orbit. (Dazu gibt es zwei Meinungen, welche bereits diskutiert wurden)


Offline Ringkolbenmaschine

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1347 am: 29. November 2019, 07:49:49 »
Zitat Hugo:
Gibt es eine Strom-Rechnung? Dann könnte man vergleichen, was mehr Strom kostet. 1 Stunde Netflix schauen über Starlink (Kleine Funk-Antenne und die Satelliten haben 100% Öko-Solarstrom) oder 1 Stunde über Kupferkabel (Viel Strom ins Kabel jagen und die DSL-Gegenstation bruzelt munter vor sich hin und hat sogar große Ventilatoren zur Kühlung).

Zitat Quarks:
Den meisten Strom verbrauchen in den letzten Jahren aber Videostreaming-Angebote. Sie erzeugen einen immensen Datenverkehr. Eine internationale Studie hat berechnet, dass pro Gigabyte Datenverkehr 0,006 Kilowattstunden verbraucht werden. Für eine Stunde Netflix bei Full-HD Auflösung werden circa drei Gigabyte Daten verbraucht – eine 30-Watt-Lampe kann mit dieser Energie circa 36 Minuten brennen. Dazu kommt natürlich noch der Verbrauch vom Laptop, Computer oder dem Fernseher und gegebenenfalls eben vom Bildschirm.


8 % des Weltstromverbrauches geht heute für das Internet flöten. Was für ein Irrsinn, wenn es um CO2 Ausstoß geht.
Und ich hab grad dazu beigetragen.  :-[

Eine Gegenrechnung mit Satelliteninternet wäre interessant. Allerdings stehen die Server, die extremgekühlt werden müssen weiterhin auf der Erde (Cloud , die nicht "im Himmel" ist  ;) ).

Quelle:
https://www.quarks.de/technik/energie/so-viel-energie-verbraucht-das-internet/

Eine DVD gucken ist Klimafreundlicher als streamen.

Offtoppicaus.
Alle sagten: es funktioniert nicht.
Dann kam einer und machte es.

Online Klakow

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1348 am: 29. November 2019, 09:46:19 »
Wenn man so tut als wäre Streamen eigendlich überflüssig, hat man natürlich recht, den man muss keine Videos schauen.
Nun, ein Urlaub mit dem Flugzeug ist auch nicht nötig, ach ja mit dem Auto nach Italien auch unnötig, obwohl.. nicht mal einen Ausflug zur Schwarzwldhochstrasse, von mir aus so ca 60km, ist unnötig.
Wenn man will kann man so weiter machen bis nur noch das Überleben bleibt.
Wer will kann bis dahin gehen, aber vielleicht ist dann eine Korrektur des Wortes "Leben" angebracht, "vegetieren", passt dann schon eher.

Solange im Universum noch Stern strahlen, gibt es offensichtlich genug Energie, anstatt Verzicht auf Leben zu predigen, wäre es ein besserer Ansatz zu schauen wie man mehr von dieser Quelle nutze kann.

Offline Enki

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Re: Starlink - Satellitenkonstellation
« Antwort #1349 am: 29. November 2019, 10:49:49 »
Völlig richtig Klakow!

Das Geleier geht mir auch auf den Keks.  >:( Warum kann man das Öko-Zeug, hier "Lichtverschmutzung", nicht in einen Extra-Ordner verschieben? Ok, Pirx will es nicht.

Hier geht es um Starlink und nicht um Befindlichkeiten irgendwelcher Astronomen. Wie schon gesagt, die Lampe meines Nachbarn ist viel schlimmer, die Städte sind auch nicht schön und natürlich auch die bösen Autos und Flugzeuge.

Will man technischen Fortschritt, so gibt es auch Nachteile. Oder zurück auf die Bäume?
Harvard-Professor Avi Loeb: „Wissenschaft ist keine Glaubenssache, sondern eine Frage von Beweisen. Vor der Zeit zu entscheiden, was wahrscheinlich ist, begrenzt die Möglichkeiten. Es ist wert, Ideen auszusprechen und später die Daten richten zu lassen.“

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