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Autor Thema: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment  (Gelesen 6971 mal)

Offline Youronas

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AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« am: 09. Mai 2015, 23:56:44 »
AIDA ist ein gemeinsames Projekt der ESA, des DLR (mit Stephan Ulamec, bekannt als Verantwortlicher bei Philae), des Observatoire de la Côte d´Azur (OCA),  der NASA und des John Hopkins University Applied Physics Laboratory (JHU/APL). Ziel der Mission ist ein Test zur Möglichkeiten eine Asteroiden von seiner Flugbahn abzubringen, ganz im Sinne des überall in letzter Zeit stärker propagierten "Planetary Defence/Planetarische Verteidigung" Konzepts. Die Mission ist momentan noch in einer frühen Projektphas=e, ob sie tatsächlich so kommt ist daher natürlich noch fragwürdig. Zielobjekt ist 65803 Didymos (1996 GT), der im Oktober 2022 in  elf Millionen Kilometern Entfernung an der Erde vorbei fliegt. Didymos ist ein Dual Body, besteht als aus dem Hauptasteroiden (800 Meter Durchmesser) und einem "Mond" (170 Meter Durchmesser) der Erstern umkreist. Die Mission sieht dabei zwei Sonden vor:

- Asteroid Impact Mission (AIM) der ESA
- Double Asteroid Redirection Test (DART) Mission der NASA

AIM steuert den kleineren Mond, inoffiziell Didymoon genannt an. Neben der Hauptsonde die den Asteroiden mit optischen Instrumenten, Radar und Laser scannt soll zudem auch wieder eine Landesonde mitgeführt werden, Rosetta und Philae lassen grüßen. Zusätzlich dazu werden auch noch zwei oder mehr Cubesats für weitere Untersuchungen mitgeführt. Alle Daten werden von der Muttersonde mittels Laser-Link zu einer Bodenstation auf Teneriffa übermittelt. Der Lander MASCOT-2 basiert auf MASCOT, der momentan auf Hayabusa-2 zum Asteroiden (162173) 1999 JU3 unterwegs ist und dort 2018 landen soll.
Ende 2022 tritt dann auch DART in Aktion und wird mit einer Geschwindigkeit von 6 km/Sek. in den Hauptkörper Didymos krachen. AIM kann dabei detailliert den Einschlag verfolgen und die Folgen auf Oberfläche und Umlaufbahn messen.

Klingt für mich nach einem, auch optischem, Leckerbissen und unter den Gesichtspunkten der Planetaren Verteidigung sollte man es ja eigentlich auch ganz gut an die Allgemeinheit verkaufen können. Hoffen wir mal, dass so auch ausreichend Geldmittel von NASA und ESA zur Verfügung gestellt werden. Die ESA hat mittlerweile ja jeden Grund bei solchen gemeinsamen Missionen vorsichtig zu sein, siehe den Ausstieg der NASA bei ExoMars und Europa Jupiter System Mission (EJSM/Laplace).



Links:

ESA DE
ESA EN
Video auf Golem
Wiki EN
AIDA bei OCA
Präsentation Januar 2015
Kurzes DART Paper

Interessanterweise findet man bei der NASA (noch) kaum etwas zu DART/AIDA.

adamski

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #1 am: 09. Februar 2016, 05:44:03 »
Servus !
Leite mal zu einem interessanten Esa-Bericht vom 5 Februar dieses Jahres weiter.


Titel des Beitrags : AIDA: Die Abwehr vom Asteroiden im Test
http://www.esa.int/ger/ESA_in_your_country/Germany/AIDA_Die_Abwehr_von_Asteroiden_im_Test



Bild Quelle:  ESA - The Science Office.org


Das Video wie so ein Plan umgesetzt werden wird, sieht ihr hier unten.


https://www.youtube.com/watch?v=h4lpu8HbpFY
Quelle: ESA - The Science Office.org


Offline blackman

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #2 am: 09. Februar 2016, 08:03:54 »
Es schein als hätte die ESA und das DLR aus Philea nichts gelernt. So wollen die doch nicht ernsthaft auf dem Asteroiden laden. Der hat viel zu wenig Anziehungskraft damit der so liegen bleibt. Der wird genauso rumhüpfen oder sogar ganz wegfliegen.

Der Rest der Mission scheint trotzdem ganz cool zu sein. Vorallem freuen mich die zwei Cubesats :)

Offline -eumel-

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #3 am: 09. Februar 2016, 09:27:47 »
Es schein als hätte die ESA und das DLR aus Philea nichts gelernt.

Was sollen sie denn daraus gelernt haben?
Wenn das Kind gefallen ist sollte es besser liegen bleiben und nie wieder aufstehen?!? ???
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Offline blackman

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #4 am: 09. Februar 2016, 09:45:45 »
Es schein als hätte die ESA und das DLR aus Philea nichts gelernt.

Was sollen sie denn daraus gelernt haben?
Wenn das Kind gefallen ist sollte es besser liegen bleiben und nie wieder aufstehen?!? ???

Ich glaube du hast mich missverstanden. Sie sollten doch gelernt haben das man ohne ausreichende Sicherung nicht einfach auf einen Kometen oder Asteroiden schmeisen kann. Der Lander trudelt irgendwo unkontrolliert hin, oder prallt ab und fliegt weg. So wie das im Video gezeigt wird geht das doch nicht. Der Lander muss mit Steuerdüsen kontrolliert auf den Asteroiden landen. Als nächstes müsste er auch gesichert werden ich glaube das bei dem Einschlag der NASA-Sonde auf einen nur 170 Meter großen Brocken die Erschütterung recht groß sein müssen. Bei fast Null Gravitation reicht die Erschütterung aus um den Lander wieder "runter zu schütteln".

Online Schillrich

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #5 am: 09. Februar 2016, 09:53:45 »
Hallo blackman,

... oder sogar ganz wegfliegen.

Das geht doch schon mal physikalisch nicht. Ein "langsam" geworfener Ball springt von der Erde auch nicht auf Fluchtgeschwindigkeit, außer ich werfe ihn direkt schon so schnell. Also, wenn sie die Absetztrajektorie nicht versauen (d.h. zu schnell wären), ist der abgesetzte Lander "gefangen" und wird auf die Oberfläche fallen. Von selbst bekommt er keine impuls, der ihn wegbefördert.

Die Frage ist nur, wie sicher kann man im Licht landen, bzw. in passend ausgeleuchteten Regionen?
\\   //    Grüße
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Offline -eumel-

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #6 am: 09. Februar 2016, 09:53:52 »
Sie sollten doch gelernt haben das man ohne ausreichende Sicherung nicht einfach auf einen Kometen oder Asteroiden schmeisen kann. Der Lander trudelt irgendwo unkontrolliert hin, oder prallt ab und fliegt weg.

Aber das wissen sie doch und werden das genau berechnen.
Niemand hat so viel Erfahrung damit, wie sie! 8)
Das werden sie schon hinkriegen. :)
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Online Schillrich

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #7 am: 09. Februar 2016, 09:59:30 »
... Als nächstes müsste er auch gesichert werden ich glaube das bei dem Einschlag der NASA-Sonde auf einen nur 170 Meter großen Brocken die Erschütterung recht groß sein müssen. Bei fast Null Gravitation reicht die Erschütterung aus um den Lander wieder "runter zu schütteln".

Wohl auch eher nicht. Die Masse selbst von "nur 170m" ist um viele Größenordnungen höher als die des Impaktors. Wenn da etwas "ins All gestoßen" wird, dann direkt in der Nähe des Einschlags, wo sich Bruchstücke lösen und direkt einen kräftigen Impuls erhalten. Und auch da stellt sich die Frage: wieviel davon geht auf Fluchtgeschwindigkeit? Oder sinkt das meiste danach wieder zurück?
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Online Schillrich

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #8 am: 09. Februar 2016, 10:10:00 »
Technologisch spannend ist, dass die CubeSats und der Lander auch bei der Ankunft der NASA-Mission noch arbeiten sollen, um den Impakt mit zu vermessen. Für den Lander spricht das schon mal für eine längere geplante Lebenszeit, auch unter widrigen Bedingungen, als bei Philae. Die Zuverlässigkeit der CubeSats wird da interessant, zumals sie offenbar ja eher eine Tech-Demo-Mission sind, um ihre Technolgie überhaupt erstmal zu demonstrieren.

Ich vermute ja, dass die Primärmission an der Stelle immer noch auf den Hauptorbiter setzen wird ... man kann die wissenschaftlichen Ziele rund um den Impaktor also auch ohne Lander und CubeSats erfüllen. Alle Zusätze sind "nice to have".
\\   //    Grüße
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Offline -eumel-

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #9 am: 09. Februar 2016, 10:38:04 »
Eine sehr anspruchsvolle und spannende Mission.
Wir müssen damit unbedingt mehr Erfahrungen sammeln.
Diese Technologie Demo ist schon lange überfällig.
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Offline blackman

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #10 am: 09. Februar 2016, 11:20:34 »
... Als nächstes müsste er auch gesichert werden ich glaube das bei dem Einschlag der NASA-Sonde auf einen nur 170 Meter großen Brocken die Erschütterung recht groß sein müssen. Bei fast Null Gravitation reicht die Erschütterung aus um den Lander wieder "runter zu schütteln".

Wohl auch eher nicht. Die Masse selbst von "nur 170m" ist um viele Größenordnungen höher als die des Impaktors. Wenn da etwas "ins All gestoßen" wird, dann direkt in der Nähe des Einschlags, wo sich Bruchstücke lösen und direkt einen kräftigen Impuls erhalten. Und auch da stellt sich die Frage: wieviel davon geht auf Fluchtgeschwindigkeit? Oder sinkt das meiste danach wieder zurück?

Da muss ich dir wiedersprechen. Da der Impaktor mit großer Geschwinigkeit einschlägt wird der Brocken eine leichte (minimale) Kursänderung haben. Das will man ja auch erproben. Da dieser Brocken praktisch keine Gravitation hat, schwebt der Lander mit sanfter Berührung auf der Oberfläche. Wenn jetzt der Brocken plötzlich leicht abdriftet, reicht die Gravitation doch nicht um den Lander "mitzuziehen"? Das ist wie mit einem plötzlich bremsenden Auto ohne angeschnallte Personen unter vernachlässigung von Reibung.

Edit: Es geht mir nur darum das dieser Lander bei Null Gravitation irgendwie leicht befestigt wird. Und wenn es nur eine kleine Baumarktschraube ist  ;)

Online Schillrich

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #11 am: 09. Februar 2016, 11:31:24 »
Hallo blackman,

die Analogie passt nicht. Asteroiden und Kometen sind gemeinhin "rubble-piles", d.h. sie halten ihre Bestandteile v.a./ausschließlich durch Gravitation zusammen, auch durch nur wenig Gravitation. Der Lander ist aber nur "ein weiterer Stein" auf der Oberfläche. Wenn ein Impaktor also den Lander wegschleudert ("ablöst"), müsster er auch gleichzeitig den ganzen Brocken zertrümmern. Die anderen Steine bleiben auch liegen ... also auch der Lander.


Oder schau dir MASCOT an. Der soll auf 162173 Ryugu sogar aktiv springen. Und er springt nicht davon ...
\\   //    Grüße
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Offline holleser

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #12 am: 09. Februar 2016, 14:15:53 »
Die Fluchtgeschwindigkeit eines so kleinen Brockens dürftte recht gering sein, sie müsste aber trotzdem versehentlich überwunden werden damit hier ein Lander verloren geht.
Eventuell kann man die Geringe schwerkraft sogar als Vorteil nutzen. Damit der lander sich durch geringe Bewegung eines Servos hüpfend fortbewegen kann.

MaxBlank

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #13 am: 25. Januar 2017, 15:50:02 »
Auf der ESA-Ministerratstagung Anfang Dezember in Luzern ist ja die notwendige Finanzierung für AIM, den europäischen Anteil von AIDA, nicht zusammengekommen. Notwendig wären zu diesem Zeitpunkt Zusagen über 105 Mio € gewesen (bei Gesamtkosten von 250 Mio € für dieses Programm), es kamen aber  nur 70 Mio € zusammen (davon 35 Mio € aus D), da der Weiterfinanzierung von ExoMars Rover und der ISS höhere Priorität eingeräumt wurde. Wörner hat aber unmittelbar anschliessend betont, dass er alles daran setzen würde, um dieses Projekt doch noch rechtzeitig auf die Schiene zu setzen.
Also untersuchen die Firmen des AIM-Konsortiums (Prime für AIM ist OHB) jetzt eine Variante "AIM-light", auf das Allernotwendigste abgespeckt: der Satellit, der ursprünglich 770 kg wiegen sollte und als Nutzlast eine hochauflösende VIS/NIR-Kamera, einen Thermal Infrared Mapper, ein monostatisches Hochfrequenzradar, ein bistatisches Niederfrequenzradar (gemeinsam mit dem MASCOT-2-Lander) sowie ein Laser-Terminal (OPTEL-D) zur optischen Datenübertragung, das alternativ auch als Laser-Altimeter nutzbar gewesen wäre, den Mascot-2-Lander (abgeleitet aus dem HAYABUSA-2-Lander des DLR, aber hier mit Sonnenzellen zum mehrmonatigen Betrieb auf Didymos-B), sowie zwei 3U-CubeSats an Bord gehabt hätte, wird voraussichtlich auf etwa 300 kg zusammengestrichen: nur noch mit der VIS/NIR-Kamera, kein Thermal Mapper, keine Radar-Instrumente, kein Lander, keine CubeSats, keine optische Datenübertragung mehr - also eine Rumpfmission, die nur den Einschlag von DART auf Didymos-B aus sicherer Entfernung beobachten soll. Die Kosten würden sich auf 150 Mio € reduzieren. Dieses AIM-light könnte dann im Oktober 2020 auf einer Vega-C starten (AIM sollte ja ursprünglich auf Sojus-STA/Fregat fliegen) und im Juni 2022 bei Didymos ankommen.
Der US-Anteil an AIDA, die Rammsonde DART, etwa 300 kg schwer und nur mit einer Navigationskamera DRACO ausgerüstet (einem  Abkömmling der LORRI-Kamera von NewHorizons), soll im Dezember 2020 auf einer Minotaur V starten und im Juni 2020 mit 6,25 km/s auf Didymos-B einschlagen. DART soll 3 Ionentriebwerke mit jeweils dem 3fachen Schub der Triebwerke von DAWN bekommen. Didymos-B ("Didymoon") hat nur etwa 150 m Durchmesser und ist daher deutlich schwieriger zu treffen als seinerzeit der Kern des Kometen Tempel-2 bei der Deep-Impact-Mission (7,6 km x 4,9 km).
NASA würde DART auch starten, falls AIM oder AIM-light nicht zustande kämen, da die Änderung der Bahnparameter von Didymos-B aufgrund des Einschlags notfalls auch von der Erde aus zu messen wären (Großteleskope bzw Radarmessungen). Die Umlaufzeit von Didymos-B um den gemeinsamen Massenschwerpunkt beträgt 11,9 h; der Einschlag von DART sollte diesen Wert um etwa 7 Minuten verändern.

  Bild:NASA (DART)

Um Kosten zusparen und wegen der sehr knappen Entwicklungszeiten würden als Kameras auf AIM-light die beiden FlightSpare-Kameras von DAWN verwendet, die seit 2006 fertig getestet und kalibriert (und bezahlt!) im Reinraum des MPS in Göttingen unter Schutzgas lagern. Da die Kameras für den Einsatz bei Asteroiden optimiert sind, passt auch der Satz an optischen Filtern gut - zum Infraroten hin endet der Bereich aber leider bei 1020 nm, so dass keine Beobachtungen im thermischen Infrarot (und damit keine Messungen des thermischen Schocks beim Einschlag von DART und dessen Abklingen) möglich sind.
Auf dieser Illustration von AIM sieht man die beiden Framing Camera oben links an der Kante, darunter, mit Sonnenzellen belegt, den MASCOT-2-Lander


    Bild:  ESA

Das Qualifikationsmodell der DAWN FramingCamera wurde bereits dem spanischen Subkontraktor für AIM, GMV, zur Verfügung gestellt, der die on-board-Software für die AIM-Navigation entwickeln soll:


  Bild: GMV

"GMV in Madrid, for instance, is conducting important tests on the navigation camera provided by Germany’s Max Planck Institute. GMV is evaluating image-based navigation software for the mission by having the camera scrutinise imagery that ESA’s Rosetta comet chaser acquired during its 2010 flyby of the 100 km-diameter Lutetia asteroid, on the way to its Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko."   

Quellen :
     http://spacenews.com/asteroid-missions-face-delays-and-restructuring/
     https://spaceflightnow.com/2017/01/19/future-of-asteroid-deflection-mission-to-be-decided-soon/
     http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Engineering_Technology/Asteroid_Impact_Mission/Europe-wide_team_bringing_ESA_s_asteroid_mission_nearer_to_life

MaxBlank

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #14 am: 27. März 2017, 20:39:49 »
Auf der Lunar and Planetary Science Conference wurde bekannt gegeben, dass der NASA-Anteil an AIDA, DART, nach Abschluß der Phase A-Arbeiten derzeit budgetbedingt in der Schwebe ist: die Finanzierung ist derzeit nur bis zum 28.April 2017 gesichert. Zu diesem Zeitpunkt muß der US-Kongress entweder einen neues NASA-Haushalt beschliessen oder zumindest eine "Continuing Resolution" verabschieden, damit u.a. DART in die Phase B gehen kann.
"DART recently completed its Phase A of initial development work and is now in a “bridge” period until funding is available to begin Phase B work, project officials said during a meeting at the conference earlier the same day. Moving into Phase B “will not happen until the uncertainty in the NASA budget in ’17 and ’18 is resolved,” said Cheryl Reed, DART project manager at Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory, at the meeting."

  Quelle:  http://spacenews.com/future-of-asteroid-intercept-mission-depends-on-congress/

  Homepage: http://dart.jhuapl.edu/

MaxBlank

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #15 am: 03. Juli 2017, 10:46:23 »
Auf amerikanischer Seite scheint es jetzt mit DART weiter zu gehen:

https://www.nasa.gov/feature/nasa-s-first-asteroid-deflection-mission-enters-next-design-phase

Für die europäische Beteiligung (AIMlight) sieht es dagegen nicht so gut aus:

"La sonde AIM ne pourra pas être lancée en 2020 comme prévu, a reconnu l'ESA qui réfléchit à envoyer une caméra qui volerait sur DART et se détacherait peu avant l'impact."
It seems AIM is more or less dead, no launch in 2020. Instead, ESA is considering launching a detachable camera on DART.
Quelle:http://www.unmannedspaceflight.com/index.php?s=&showtopic=1951&view=findpost&p=236399

MaxBlank

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #16 am: 04. Juli 2017, 12:54:05 »
...Instead, ESA is considering launching a detachable camera on DART.

Seltsames Konzept - ab dem Augenblick des Einschlags von DART steht dieser nicht mehr als Relais zur Datenübertragung zur Verfügung. Soll die freifliegende Kamera ihre Bilder direkt zur Erde übertragen können ??
Orientierung und Pointing als Freiflieger im Raum ist auch nicht "umsonst" zu haben - die (in D entwickelte) Inspektor-1 freifliegende Kamera bei MIR wog damals (1997) auch schon 72 kg..
 Ref: http://space.skyrocket.de/doc_sdat/inspector-1.htm

Offline aasgeir

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #17 am: 17. April 2018, 09:08:30 »
Zum Status von DART/AIM :

  - für DART sind im NASA-Budget für 2018 keine Entwicklungskosten ausgewiesen;
    es ist somit sehr fraglich, ob DART rechtzeitig für einen Start 2020/Encounter 2022 fertig sein würde

  - in Europa laufen die vorbereitenden Arbeiten für AIM-light auf kleiner Flamme weiter.

Es sieht insgesamt so aus, dass der erdnahe Vorbeiflug von Didymos 2022 NICHT genutzt werden kann und statt dessen jetzt ein Versuch beim nächsten Vorbeiflug 2024 angepeilt wird ...

Offline aasgeir

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #18 am: 29. Juni 2018, 20:27:48 »
Es gibt Neuigkeiten zu AIDA:
 laut einem Telefoninterview mit Wörner werden die US-Beteiligung an AIDA (DART) und die ESA -Beteiligung (AIM) entkoppelt. DART wird  wie geplant 2020 starten und 2022 mit Didymos-B kollidieren. NASA verhandelt zur Zeit mit der italienischen Raumfahrtagentur ASI darüber, ob diese einen CubeSat namens "SelfieSat" beistellen könnte, der vorher ausgesetzt wird und die Kollision beobachten könnte. Anstelle von AIM würde die ESA, vorausgesetzt die nächste Ministerrunde erteilt die Genehmigung, eine neue Sonde namens HERA später zu Didymos schicken (Ankunft 2026) und dort die Spät- bzw Langzeitfolgen des DART-Einschlags untersuchen.
Wörner erklärt die Ablehnung von AIM durch die Ministerrunde 2016 mit der kurzen Frist (2 Monate), mit der das Projekt der Politik präsentiert wurde. Diesen Fehler möchte man jetzt vermeiden und die Politiker bereits im Vorfeld der nächsten Sitzung entsprechend frühzeitig "massieren" ...

Quelle: http://spacenews.com/esa-plans-second-attempt-at-planetary-defense-mission/

Informationen zum Konzept der HERA-Mission:  http://www.scitecheuropa.eu/double-asteroid-redirection-test/84655/

edit: und hier die ESA-Seite dazu: http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Engineering_Technology/Hera/Hera
« Letzte Änderung: 30. Juni 2018, 15:45:06 von aasgeir »

Offline stillesWasser

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #19 am: 30. Juni 2018, 12:01:23 »
Hoffen wir mal, dass die Mission dieses Mal durchkommt.
Für mich macht DART ohne einen nahen Beobachter nicht wirklich Sinn. Schade, dass die NASA nicht warten will.
In der jetzigen Konstellation würde HERA vermutlich erst die entscheidenden Daten für eine genau Auswertung von DART liefern, aber außerhalb der dazugehörigen wissenschaftlichen Community wird das keiner mitbekommen. Stattdessen wird sich die NASA weltweit als Erdenbeschützer zelebrieren und die PR einfahren. Wieder einmal eine verpasst Chance von Europa, mal nicht der Juniorpartner zu sein.
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Offline aasgeir

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Re: AIDA - Asteroid Impact & Deflection Assessment
« Antwort #20 am: 31. August 2018, 20:29:02 »
Laut einer Pressemitteilung des APL (Johns Hopkins Univ.) von gestern (30. Aug) geht DART jetzt in die "final design and assembly"-Phase über, nachdem NASA am 16. August "grünes Licht" gegeben hatte. Nachdem bisher vor allem Asterioden mit der Erde kollidiert sind, wird nun 2022 ein Projektil von der Erde mit einem Asteroiden kollidieren ...
Hoffentlich gibt diese positive Nachricht zusätzlichen Schub für das europäische HERA-Projekt (s.oben)

Quelle: http://www.jhuapl.edu/PressRelease/180830

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