Navigation

Raumcon-Seiten

Benutzer im Chat: 7

06. Dezember 2019, 06:04:44
Raumcon
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Neuigkeiten: Unsere neue Tasse zu SpaceX - Beyond Frontiers im Raumcon-Shop
   Erweiterte Suche

Autor Thema: HERA (bisher AIDA)  (Gelesen 10384 mal)

Offline Progress100

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1249
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #25 am: 04. Februar 2019, 19:04:08 »
Hold on to your dreams !

Offline sophismos

  • Junior Member
  • **
  • Beiträge: 78
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #26 am: 06. Februar 2019, 07:28:21 »
Die HERA-Sonde, die Jahre nach der Impactor-Sonde DART eintrifft, erscheint wenig sinnvoll.

DART hat doch die italienische Payload, den CubeSat LICIA, im Huckepack mit dabei, der den Impact live photographiert und die Bilder zur Erde schickt.

Mehr dazu in der englischsprachigen Wikipedia:

https://en.wikipedia.org/wiki/Double_Asteroid_Redirection_Test#Secondary_spacecraft

Offline aasgeir

  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 386
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #27 am: 07. Februar 2019, 19:08:47 »
LICIA wird die nächste Annäherung (und damit die beste Bildauflösung) zeitgleich mit dem Impact von DART haben. Bis die Wolke von Ejekta und Staub die Sicht auf den Einschlagkrater wieder freigibt, ist LICIA mit 6 km/s weitergeflogen. - und das kann ganz schön lange dauern, wie  die Deep Impact- Mission gezeigt hat:
"The size of the crater was still not known one year after the impact."
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Deep_Impact_(spacecraft)
Ein bisschen später zu kommen und Bilder zu machen, kann also durchaus Sinn machen ...

Offline Gertrud

  • Raumcon Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 7176
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #28 am: 06. März 2019, 22:04:22 »
Hallo Zusammen,

für die Hera Mission wird die  Beobachtungskampagne am 8.03.2019 drei Nächte mit dem  Gran Telescopio Canarias mit 10,4 m Durchmesser, dem weltweit größten optischen Einzelreflektor, der sich am El Roque de los Muchachos-Observatorium auf der Insel La Palma auf den Kanaren befindet, beginnen.
Die Beobachtungen werden in vier weiteren Nächten mit dem 4,2 Meter großen William Herschel Telescope, dem zweitgrößten optischen Teleskop Europas, an demselben Standort durchgeführt.

Im April 2019 verlagert sich die Kampagne in die südliche Hemisphäre. Das Very Large Telescope, ein miteinander verbundenes Quartett von 8,2 m-Teleskopen, wird während des Monats drei Beobachtungsnächte auf dem europäischen Standort der Südsternwarte auf einem abgeflachten Berggipfel in Paranal, Chile, Didymos  beobachten. 

Das Didymos-Paar ist ein binäres Asteroidsystem.

Derzeit ist der Asteroid rund 145 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Er ist etwa 780 m breit. Der kleinere Didymoon ist etwa 160 m breit und umkreist Didymos etwa 1 km entfernt.
Hera soll grundlegende Erkenntnisse für die Entwicklung planetarer Abwehrtechniken sammeln, die allein aus astronomischen Beobachtungen allein nicht abgerufen werden können, oder das Bildmaterial, das DART vor seiner Kollision wiedergibt (die US-Sonde wird auch einen in Italien hergestellten "SelfieSat" CubeSat mitführen).  Darunter wird vor allem die Masse von Didymoon, sowie die Größe und Form des Kraters, der durch DARTs Auswirkungen entstanden ist, erforscht.

Lichtkurve von Didymos
Die Lichtkurve von Didymos (Tafel a) kann in einen Beitrag aus der Rotation von Didymos (Tafel c) und einen Beitrag aufgrund gemeinsamer Ereignisse mit Didymoon (Tafel b) zerlegt werden.
Kredit:Abbildung von Pravec et al. (2006).
http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Engineering_Technology/Hera/World_s_best_telescopes_target_asteroids_for_ESA_s_Hera_mission

https://www.esa.int/spaceinvideos/Videos/2018/06/Hera_mission2

Mit besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline Lumpi

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 2250
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #29 am: 19. März 2019, 11:44:01 »
HERA "erbt" die Framing Cameras der DAWN-Mission, zwei Stück davon liegen noch im Regal.
http://www.esa.int/Our_Activities/Operations/Space_Safety_Security/Hera/ESA_s_Hera_asteroid_mission_borrows_eyes_of_NASA_s_Dawn
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline aasgeir

  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 386
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #30 am: 19. März 2019, 15:02:30 »
Eine technische Beschreibung der DAWN Framing Cameras gibt es hier im Forum unter

https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=4210.msg281748#msg281748
und
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=4210.msg281887#msg281887

(In diesem Beitrag ist auch eine der beiden für HERA vorgesehenen Kameras im Bild zu sehen: FS-2 auf dem Vibrationsteststand in Berlin-Adlershof)

Offline aasgeir

  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 386
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #31 am: 14. April 2019, 19:43:56 »
Der amerikanische Anteil an AIDA/AIM, die Rammsonde DART, wird im Juni 2021 auf einer Falcon 9 von Vandenberg aus starten, wie NASA jetzt bekanntgab. Der Wert des Auftrags wird mit 69 Mio US$ angegeben - deutlich weniger, als noch für den vergleichbaren Start von Sentinel-6A (Vertrag vom Oktober 2017; 97 Mio US$) bzw SWOT (Vertrag vom November 2016;  112 Mio US$) vereinbart wurde.

https://spacenews.com/nasa-awards-dart-launch-contract-to-spacex/

Offline aasgeir

  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 386
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #32 am: 07. November 2019, 14:49:54 »
Die US-Rammsonde DART hat zwei wichtige Design Reviews abhaken können: das Critical Design Review (CDR) im Juni und das Mission Operations Review (MOR) im September. Der nächste wichtige Meilenstein ist der Key Decision Point (KDP)- D im April 2020 mit der Freigabe von Zusammenbau und Tests der Sonde. Start ist vorgesehen für den Herbst 2021, auf einer Falcon-9 von Vandenberg.

https://www.jhuapl.edu/PressRelease/191106b

Offline Lumpi

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 2250
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #33 am: 16. November 2019, 18:36:24 »
In knapp zwei Wochen entscheidet die ESA über das Schicksal von HERA. Im Naturkundemuseum Berlin warb u.a. Holger Sierks, bekannt von der Rosetta-Mission, für das ca. 250 Millionen Euro teure Vorhaben. Ein Starttermin 2024 sei sehr sportlich, aber möglich.
https://www.berliner-zeitung.de/zukunft-technologie/forscher-fordern-mission-zur-abwehr-von-asteroiden-museum-fuer-naturkunde-li.1481 https://drive.google.com/drive/folders/1159lAX7QRHU2H5NIQaaCTt9g_5qi3hAW


https://www.youtube.com/watch?v=HuAaqzXPbPk&feature=youtu.be
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline Lumpi

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 2250
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #34 am: 28. November 2019, 19:44:08 »
Grünes Licht für HERA, Deutschland stellt 60 Millionen Euro bereit und übernimmt damit die Systemführung.  :)
https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2019/04/20191128_esa-ministerratskonferenz-2019.html
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline tomtom

  • Raumcon Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 5792
  • Real-Optimist
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #35 am: 28. November 2019, 20:39:45 »
hm, 250 Mio. - 60 Mio. = wer zahlt den Rest ?

Offline McPhönix

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 2780
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #36 am: 29. November 2019, 12:25:01 »
Hier ist mal der komplette Text -
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    Drei Jahre nach der letzten ESA-Ministerratskonferenz in Luzern (Schweiz) tagten Regierungsvertreter aus 22 Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumagentur am 27. und 28. November 2019 im spanischen Sevilla und zeichneten insgesamt knapp 14,4 Milliarden Euro für Raumfahrtprogramme der nächsten Jahre.
    Deutschland beteiligt sich mit 3,3 Milliarden Euro an ESA-Programmen mit den Schwerpunkten Erdbeobachtung, Telekommunikation, Technologieförderung und Kommerzialisierung/New Space.
    Deutschland ist jetzt mit 22,9 Prozent stärkster Beitragszahler der ESA, gefolgt von Frankreich (18,5 Prozent, 2,66 Milliarden Euro), Italien (15,9 Prozent, 2,28 Milliarden Euro) und dem Vereinigten Königreich (11,5 Prozent,1,65 Milliarden Euro).
    Die Ministerratskonferenz ist das höchste politische Entscheidungsgremium, das alle zwei bis drei Jahre den inhaltlichen und finanziellen Rahmen für die Raumfahrtprogramme der ESA festgelegt.

    Schwerpunkt(e): Raumfahrtpolitik

An der Spitze der deutschen Delegation der Konferenz Space19+ stand der Koordinator für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek (MdB), unterstützt und begleitet von Vertretern des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Ebenfalls am Verhandlungstisch in Sevilla Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand für das Raumfahrtmanagement, der auf Arbeitsebene mit seinem Team des DLR Raumfahrtmanagements in Bonn die deutschen Positionen der Konferenz vorbereitet und mit der Bundesregierung abgestimmt hat.

„Nach zwei intensiven Verhandlungstagen hat Deutschland insgesamt 3,3 Milliarden Euro in die europäischen Raumfahrtprogramme der nächsten drei bis fünf Jahre investiert“, sagte Thomas Jarzombek nach Abschluss der Konferenz. „Wir haben mit unserer Schwerpunktsetzung gezeigt, dass wir ein verlässlicher Partner der ESA sind. Für unser Ziel, den Mittelstand in der deutschen Raumfahrt zu stärken, haben wir die Mittel in den einschlägigen Programmen verdoppelt. Um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen, hat Deutschland seine Investitionen für die Erdbeobachtung auf 720 Millionen erhöht. Außerdem ist es uns gelungen, mit einem hohen Engagement von 55 Millionen die europäische Mondmission auf den Weg zu bringen.“

Bei Space19+ sind insgesamt Finanzmittel in Höhe von rund 14,4 Milliarden Euro gezeichnet worden. Deutschland ist jetzt mit 22,9 Prozent vor Frankreich der stärkste Beitragszahler der ESA. Im Einzelnen zeichnete Deutschland rund eine Milliarde Euro für die so genannten ESA-Pflichtprogramme: Dazu zählen neben dem allgemeinen Haushalt das Wissenschaftsprogramm und der Europäische Weltraumbahnhof in Kourou. Rund 2,3 Milliarden Euro des deutschen Beitrags entfallen auf die sogenannten optionalen Programme: darunter rund 720 Millionen Euro für Erdbeobachtung, rund 330 Millionen Euro für Telekommunikation, etwa 160 Millionen Euro für Technologieprogramme, 84 Millionen Euro für Weltraumlage und Weltraumsicherheit, circa 490 Millionen Euro für Raumtransport und -betrieb sowie rund 550 Millionen Euro für den Bereich astronautische Raumfahrt, Mikrogravitation und Exploration.
Die deutschen Zeichnungen im Einzelnen

Trägersysteme

Ab Ende 2020 soll die Ariane 6 als neuer europäischer Träger Nutzlasten ins All bringen. Deutschland beteiligt sich mit einem Anteil von rund 23 Prozent an den Gesamtkosten der Ariane-6-Entwicklung. Industrielle Hauptauftragnehmer sind ArianeGroup, in Deutschland mit Standorten in Bremen und Ottobrunn, sowie MT Aerospace in Augsburg und Bremen. Deutschland beteiligt sich mit insgesamt etwa 90 Millionen Euro an der weiteren Entwicklung der Ariane 6. Das umfasst auch die Vorbereitung der künftigen Oberstufe. In das optionale Begleitprogramm LEAP (Launchers Exploitation Accompaniment) investiert Deutschland rund 230 Millionen Euro, für den Betrieb und die Modernisierung des Europäischen Weltraumbahnhofs in Kourou zahlt die Bundesrepublik bis Ende 2024 circa 95 Millionen Euro.

Am Technologie- und Qualifizierungsprogramm für künftige Träger (Future Launchers Preparatory Programme, FLPP) beteiligt sich die BRD mit rund 137 Millionen Euro. Schwerpunkte sind die Entwicklung einer kostengünstigen Oberstufe in Leichtbauweise (etwa aus Kohlefaserverbundwerkstoff), die Verbesserung der Leistungsfähigkeit existierender und neuer Triebwerke (Vulcain NEO, Vinci Evolution) sowie die Umsetzung neuer Prozesse und Methoden (zum Beispiel die additive Fertigung). Unter dem Namen „Commercial Space Transportation Services and Support“ (CSTS) greift die ESA ein neues optionales Programm aus dem NewSpace-Kontext auf. Deutschland ist mit etwa 28 Millionen Euro beim Element „Kommerzielle Raumtransport-Services“ dabei, das die Industrie im weiteren Sinne bei der Entwicklung von neuen Raumtransportdienstleistungen, insbesondere im Bereich der Mikrolauncher, unterstützt.

Wissenschaft

Das Wissenschaftsprogramm trägt maßgeblich zum Aufbau und Erhalt von Europas Weltrauminfrastruktur bei. Es finanziert die Forschungssatelliten, deren Start und Betrieb. Die wissenschaftlichen Instrumente entwickeln die Mitgliedsstaaten selbst. Bis 2035 sollen elf neue Missionen zur Erkundung und Analyse unseres Sonnensystems und anderer Galaxien starten. Deutschland ist mit 20,7 Prozent größter Beitragszahler dieses Programms, was einen Beitrag von insgesamt rund 578 Millionen Euro für fünf Jahre bedeutet. Große und mittlere Missionen mit maßgeblicher deutscher Beteiligung sind: Solar Orbiter (Sonnenforschung, Start: 5. Februar 2020), JUICE (Jupiter-Mission, geplanter Start 2022), EUCLID (Dunkle Energie/Dunkle Materie, geplanter Start ebenfalls 2022), PLATO (Exoplaneten-Mission, 2026), ATHENA (Röntgenmission, 2031) und LISA (Gravitationswellen-Observatorium, 2034).
Erdbeobachtung für Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist international führend in der Erdbeobachtung – sowohl wissenschaftlich, technologisch als auch in der Nutzung und Verarbeitung von Daten zur Analyse des Systems Erde. Mit rund 520 Millionen Euro (30 Prozent) behält die Bundesrepublik ihre Führungsrolle im operationellen europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus. Hier geht es konkret um Weiterentwicklung und Erweiterung des Systems um neue Satelliten (Sentinel 7-12) und Dienste für Klimaüberwachung und Klimaschutz, Landwirtschaft, Mobilität, Sicherheit und Katastrophenvorsorge. In Deutschland entwickeltes Knowhow könnte ebenso in die geplante Copernicus-Hyperspektralmission einfließen. Zudem beteiligt sich Deutschland mit etwa 170 Millionen Euro (ca. 26 Prozent) am wissenschaftlichen Programm FutureEO. Für das neue Programm „Globale Entwicklungshilfe“ (GDA) zeichnete man 10 Millionen Euro (von 50 Millionen Euro). InCubed+ zielt auf privatwirtschaftlich motivierte, kommerzielle Erdbeobachtungsaktivitäten mit kurzer Laufzeit – die Bundesrepublik steigt hier mit 15 Millionen Euro ein. Darüber hinaus unterstützt Deutschland eine Arktis-Kleinsatellitenmission (Demonstrator, NewSpace-Ansatz) zur Verbesserung der kurz- und mittelfristigen Wettervorhersage in der Arktisregion mit 7,5 Millionen Euro.

Telekommunikation

In der Telekommunikation (ARTES-Programme) geht es um die Unterstützung von innovativen Technologien und Produkten für den weltweiten kommerziellen Markt. Schwerpunkte liegen insbesondere im Rahmenprogramm Wettbewerbsfähigkeit (CC), in der optischen Kommunikation (Scylight), in der Förderung kommerzieller Anwendungen (BASS), bei Weltraumsystemen für Schutz und Sicherheit (4S) und beim Partner-Programm. Deutschland sicherte sich mit den Zeichnungen in Höhe von 80 Millionen Euro für Scylight und 60 Millionen Euro für 4S eine führende Rolle. Im Rahmenprogramm Wettbewerbsfähigkeit erhöhte die Bundesrepublik ihren Beitrag auf 67 Millionen Euro und verdoppelte bei BASS (Business Applications – Space Solutions) auf 37 Millionen Euro. Für das Partner-Programm inklusive Electra mit In-Orbit-Demonstration zeichnete Deutschland 65 Millionen Euro, am Rahmenprogramm für die Unterstützung von Satelliten für das 5G-Mobilfunknetz beteiligt man sich mit 13 Millionen Euro. „Deutschland ist im Satkomm-Sektor sehr gut aufgestellt. Es geht uns um die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bei Komponenten und Unterstützung der Systemfähigkeit mit Fokus auf sicherer Kommunikation – Stichwort Quantenverschlüsselung –, die Integration von Satellitentechnik und -anwendungen in den neuen Mobilfunkstandard 5G und vor allem um die Fortsetzung der technologischen und politischen Führung in der optischen Laserkommunikation“, erläutert DLR-Vorstand Walther Pelzer. Ein Beispiel sei hier das geplante optische Kommunikationsnetzwerk Hydron für die schnelle Anbindung von Nutzern mit hohem Datenbedarf, ergänzend und komplementär zum terrestrischen Glasfasernetz.

Weltraumsicherheit

Die Themen Weltraumwetter, Beobachtung von erdnahen Objekten und Weltraumschrott sind sowohl wissenschaftlich als auch gesellschaftlich relevant. Deutschland beteiligt sich deshalb mit etwa 12 Millionen Euro am Kernelement dieses Programms. Darüber hinaus zeichnet die Bundesrepublik 60 Millionen Euro für die Hera-Mission und übernimmt damit die Systemführung. Hera soll zusammen mit der NASA-Mission DART untersuchen, wie Asteroiden von ihrer Flugbahn abgelenkt werden können, bei denen die Gefahr einer Kollision mit der Erde besteht. HERAs Ziel ist der Doppelasteroid Didymos/Didymoon. Die Sonde soll dort Beobachtungen und Analysen im Zusammenhang mit dem für September 2022 geplanten Einschlag der NASA-Sonde DART auf dem kleineren Asteroiden Didymoon durchführen. Erkenntnisse dienen sowohl der Grundlagenforschung als auch der Vorbereitung möglicher Abwehrmissionen von Asteroiden. Auch an der Mission zur aktiven Entfernung von Weltraummüll (ADRIOS) beteiligt sich Deutschland mit rund 12 Millionen Euro.

Technologie-Entwicklung

Die deutsche Beteiligung am sogenannten Allgemeinen Technologieförderprogramm GSTP zielt auf den Erhalt, Ausbau und die Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), insbesondere von Start-ups. Neue Schwerpunkte sind unter anderem Digitalisierung von Produktionszyklen, Technologien für eine nachhaltige Nutzung des Weltraums, Industrie-4.0-kompatible Fertigungsmethoden, Robotik und moderne Sensorik, KI-gestützte Anwendungen auf Satelliten, Entwicklung und Nutzung von Quantentechnologien. Deutschland steigerte seinen Beitrag um das 2,5-fache auf 160 Millionen Euro. Das Programm schließt technologische Entwicklungslücken, der Fokus liegt auf der Entwicklung von Kerntechnologien und Komponenten für künftige Missionen.

E3P - das Rahmenprogramm für Forschung und Exploration

Alle robotischen und astronautischen Aktivitäten zur Exploration werden im Rahmenprogramm "European Exploration Envelope Programme" (E3P) zusammengefasst. Dieses bündelt das europäische Wissenschafts- und Technologieprogramm zur Nutzung des erdnahen Orbits für Weltraumforschung mit der Erkundung von Mond und Mars. Teilprogramme hier sind der Betrieb der ISS und ihre Nutzung (deutscher Anteil: 416 Millionen Euro). Deutschland übernimmt hier somit die Führungsrolle und ist als Hauptproduzent und Kostenträger der European Service Module (ESM 1-4), der Versorgungskapseln des US-Raumschiffs Orion, unverzichtbarer Teil des Artemis-Mondprogrammes der NASA. Dies wird unterstützt durch eine starke Rolle der KMU, die Deutschland durch seine Zeichnung von 25 Millionen Euro an den europäischen Gateway-Aktivitäten anstrebt. Darüber hinaus beteiligt sich die Bundesrepublik federführend an einer nachhaltigen robotischen Erforschung des Mondes mit 55 Millionen Euro. Zudem beteiligt sich Deutschland mit 20 Millionen Euro an ExPeRT, einem Programm für Missionsstudien und Technologieentwicklung für weitere Explorationsthemen, auch mit kommerziellem Ansatz. Für die Konsolidierung von ExoMars (Start: Juli 2020) und ausgewählte Technologie-Elemente der wissenschaftlichen Proben-Rückführmission „Mars Sample Return“ in Kooperation mit der NASA stellt Deutschland etwa 37 Millionen Euro zur Verfügung.
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline Sensei

  • Raumcon Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 3993
Re: HERA (bisher AIDA)
« Antwort #37 am: 29. November 2019, 14:28:12 »
1. Wir zitieren nicht im Volltext.
2. Der Volltext bringt hier im HERA Thread auch nichts. Hier der Teil in dem es um HERA geht:

Zitat
Darüber hinaus zeichnet die Bundesrepublik 60 Millionen Euro für die Hera-Mission und übernimmt damit die Systemführung. Hera soll zusammen mit der NASA-Mission DART untersuchen, wie Asteroiden von ihrer Flugbahn abgelenkt werden können, bei denen die Gefahr einer Kollision mit der Erde besteht. HERAs Ziel ist der Doppelasteroid Didymos/Didymoon. Die Sonde soll dort Beobachtungen und Analysen im Zusammenhang mit dem für September 2022 geplanten Einschlag der NASA-Sonde DART auf dem kleineren Asteroiden Didymoon durchführen.

Aus dem Spektrum-Artikel:

https://www.spektrum.de/news/europas-verpasste-chance/1689028

Zitat
900 Millionen Euro wollte ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner für den Bereich Sicherheit im Weltraum: für den Schutz vor Sonnenstürmen, die Satelliten und Stromnetze lahmlegen, vor Asteroiden, deren Einschlag das Leben auslöschen kann, vor Satellitenkollisionen und Weltraumschrott, die die globale Infrastruktur im All gefährden. Bekommen hat er 541 Millionen Euro – magere 4,3 Prozent der Gesamtausgaben. »Das ist trotzdem kein Desaster«, tröstet sich Wörner. »Wir können das machen, was wir wollten. Wir müssen manche Dinge nur etwas verzögern.«

Konkret heißt das, wie Rolf Densing, ESA-Direktor für den Missionsbetrieb, vorrechnet: Für die Hera-Mission, die aus dem Beschuss eines Asteroiden durch eine US-Sonde Rückschlüsse über das Ablenken solcher Brocken ziehen soll, sind 160 Millionen Euro zugesagt worden. Etwa 130 Millionen Euro fehlen noch für die Umsetzung, frühestmöglicher Starttermin ist 2024.

Hier kommen sie inzwischen sogar auf 290 Mio €.
100 Millionen kommen von anderen ESA-Nationen. Der Rest muss noch aufgetrieben werden. Wahrscheinlich dann erst in drei Jahren (dann wahrscheinlich schon wieder mit einer höhere Summe... warten kostet auch Geld.)
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Tags: