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Autor Thema: ESA Vision "Moon 2020-2030"  (Gelesen 49181 mal)

Offline tomtom

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ESA Vision "Moon 2020-2030"
« am: 16. September 2015, 13:26:53 »
Die ESA plant im Dezember ein internationales Symposium "Moon 2020-2030".

Ein Ansatzpunkt ist die Mensch-Maschine-Kooperation.

Und will sich befassen mit
- von staatlich-initiert zu gemeinsames Ziel von Öffentlichkeit und privatem Sektor
- von Principal Investigator-gesteuert zu "Offenen Wissenschaftschancen"



http://spaceflight.esa.int/humanrobotics/about/

Offline tobi

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #1 am: 16. September 2015, 13:53:10 »
Welche Nationalität fehlt im Programmkommittee komplett, hat aber defacto in der ESA am meisten zu sagen?

Hmmm... Hmmm...

Fazit: das wird wohl nicht viel bei rumkommen.
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Offline tomtom

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #2 am: 16. September 2015, 13:57:29 »
China ? ;)

Offline tobi

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #3 am: 16. September 2015, 13:59:48 »
China ?

China hat doch in der ESA nichts zu sagen, aber halt vielleicht doch indirekt über Reiter?

Nee im Ernst ich meinte natürlich Frankreich. Von denen ist niemand dabei, da muss Frau Ehrenfreud bei der nächsten ESA-Ministerratskonferenz aber viel bieten, damit da was abgesegnet wird.
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Offline Volker

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #4 am: 16. September 2015, 15:49:02 »
Hallo,

Nee im Ernst ich meinte natürlich Frankreich. Von denen ist niemand dabei, da muss Frau Ehrenfreud bei der nächsten ESA-Ministerratskonferenz aber viel bieten, damit da was abgesegnet wird.

Hier geht's doch nur um ein Symposium. Bei ESA Konferenzen muss das Programm nicht von einem pa­ri­tä­tischen Programmkomitee beschlossen werden. Ein paar Amerikaner sind ja z.B. auch im Komittee mit dabei.

Gruss,
Volker
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Offline tobi

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #5 am: 17. September 2015, 20:37:26 »
@Volker: Ja aber wenn nichtmal Frankreich im Kommittee ist, deutet das für mich darauf hin, das Frankreich hier nicht wirklich die Initiative mitträgt. Und internationale Partner werden das auch bemerken, die sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Die Gespräche werden also noch viel stärker theoretischer Natur sein. Exploration ohne französisches Engagement wird von europäischer Seite wie das ATV enden.

Übrigens hier der aktuelle europäische Beitrag zur Mondforschung aus dem aktuellen ESA Bulletin:
Zitat
Lunar Exploration
Work is ongoing to implement an affordable first step of an ESA Lunar Exploration Programme. The focus for the nexttwo years will be starting the development of the PILOT product (innovative autonomous landing technologies) and the PROSPECT product (drilling and sample analysis).
Autonome Landetechnik und das Bohren in den Boden mit anschließender Probenuntersuchung. Mehr nicht.

Es geht hier meiner Meinung nach auch um Glaubwürdigkeit und das ist Europa derzeit nicht sehr hoch bei der Mondforschung. Die deutsche Mondmission ist genauso gefloppt wie die danach europäisierte Variante.
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Offline tomtom

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #6 am: 15. Dezember 2015, 09:33:55 »
Gestern und heute findet das Symphosium am ESTEC statt und wir per web übertragen.
Infos auch unter #moonvillage und auf der ESA-Seite
https://twitter.com/hashtag/Moonvillage
http://spaceflight.esa.int/humanrobotics/

Offline tobi

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #7 am: 15. Dezember 2015, 23:35:51 »
Gääähhhhnnnn.......... ::)

Man muss sich nur die abfotografierten Folien auf Twitter anschauen, um sich die Haare zu raufen.

Und dann sehe ich auch noch gleich ne Folie von der ISU, der Weltraum-"Universität". Wenn Wilhelm von Humboldt erfährt, was sich da eine Universität nennen darf, dreht er sich im Grabe um.
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Online Sensei

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #8 am: 16. Dezember 2015, 02:53:11 »
Zitat
Centrifuges on Moon? Could be used to sim Mars gravity levels not easily achievable on Earth #Moonvillage

O.o

Oder man fliegt gleich zum Mars..

Das stellt für mich den Inbegriff des Monds als Umweg dar

Offline tobi

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #9 am: 08. Januar 2016, 14:15:32 »
Wörners #moonvillage wird ignoriert, so wie zu erwarten war:
http://spacenews.com/europe-hit-snooze-on-woerners-the-moon-awakens-push/

Ich frage mich, wann aus der europäischen Raumfahrt mal wieder was kommt mit dem man sich identifizieren kann?
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Offline tomtom

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #10 am: 08. Januar 2016, 16:40:38 »
Stimmt, aber Wörner ist ja ganz auf deiner Seite:

“We can give information, communication, science and technology and we can also give inspiration – and Europe needs much more inspiration now.”
Quelle: http://www.esa.int/About_Us/ESTEC/Irish_prime_minister_meets_space_successes_at_ESA

Nächste Woche ist EU-Space Policy Conference, aber auch da wird es wohl völlig Inspirations-frei zugehen.



Offline tobi

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #11 am: 08. Januar 2016, 17:41:37 »
Eine ESA-Weltneuheit habe ich ja heute gesehen, einen Artikel auf der Homepage mit Bildern mit CC (creative commons)-Lizensierung:
http://www.esa.int/About_Us/ESTEC/Irish_prime_minister_meets_space_successes_at_ESA

Nochmal zur Erinnerung: CC-Lizenzen sind wichtig, damit Bilder auf Wikipedia geladen werden können. Fast alle jungen Leute surfen heute über Wikipedia, wenn sie sich über ein Thema informieren möchten. Aufgrund der freien NASA Bilder sind diese absolut dominant bei Raumfahrtartikeln. Jeder denkt dann: coole Raumfahrtbilder = NASA, ESA irrelevant. (Ok es stimmt auch.)

Stimmt, aber Wörner ist ja ganz auf deiner Seite:
“We can give information, communication, science and technology and we can also give inspiration – and Europe needs much more inspiration now.”

Für die ESA/Airbus/Arianespace ist die Raumfahrt doch nur ein "business" bzw. für die Mitarbeiter "Karriere", Inspiration sucht da niemand oder nur wenige. Wenn das anders wäre, würde man mehr echte(!!!) Bilder aus dem All zeigen, also Liveübertragung Ariane-5 Onboardbilder, kein so ein Drama mit den OSIRIS Bildern etc ..., IXV war ein totaler PR-Reinfall.

Wörner hat gerade den JWST Startvertrag unterschrieben. Hat er Arianespace dazu verpflichtet endlich die verdammte Kamera auf die Rakete zu packen mit Liveübertragung? Chance dafür dürfte 0% sein.
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Online stillesWasser

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #12 am: 08. Januar 2016, 19:12:24 »
Ich frage mich, wann aus der europäischen Raumfahrt mal wieder was kommt mit dem man sich identifizieren kann?

Naja, ich muss sagen, für mich wäre ein Moon Village genau das! Und wenn man die 4 Milliarden für die Ariane 6 lieber dafür ausgeben würde, käme man schon ganz schön weit!
Wenn man immer nur als Junior-Partner an NASA Missionen beteiligt ist, dann wird eben auch nur die NASA wahrgenommen, insofern hoffe ich darauf, dass sie bei der ExoMars Mission nicht die gleichen PR Fehler machen wie bei Rosetta und so viele Bilder und Daten wie möglich zügig veröffentlichen!
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Offline TWiX

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #13 am: 08. Januar 2016, 23:44:52 »
[...]
Ich frage mich, wann aus der europäischen Raumfahrt mal wieder was kommt mit dem man sich identifizieren kann?
Wo doch gerade im Moment ein gesamteuropäisches (und ausschließlich europäisches) Identifikationsprojekt soo wichtig wäre um zu zeigen, dass die EU/ESA/ mehr als die Summe aller nationalen Interessen ist

Offline tobi

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #14 am: 09. Januar 2016, 01:14:07 »
Was ist der Unterschied zwischen #moonvillage und MarsOne? MarsOne hat ne Studie bei Lockheed Martin in Auftrag gegeben - immerhin - , wo ist die Studie zum #moonvillage. MarsOne hatte eine gigantische öffentliche Resonanz, da kann das #moonvillage nicht mithalten. Wörner hat direkten Zugang zur Politik aber das hat schon als DLR Chef wenig gebracht.

Inspiration ist mehr als nur ne Idee, es muss auch ein Konzept zur Realisierung geben.
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Offline MX87

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #15 am: 09. Januar 2016, 01:55:50 »
Es stimmt, dass die PR-Arbeit und das Marketing der ESA schlecht sind. Das merkt man ja schon am Bekanntheitsgrad der ESA. Nur halbwegs raumfahrtinteressierte Menschen wissen sofort was die ESA ist. In den USA weiß aber jeder wer die NASA ist. Ich vermute zumindest in Deutschland ist die NASA unter der Bevölkerung bekannter, als die ESA.

Was ist der Unterschied zwischen #moonvillage und MarsOne? MarsOne hat ne Studie bei Lockheed Martin in Auftrag gegeben - immerhin - , wo ist die Studie zum #moonvillage. MarsOne hatte eine gigantische öffentliche Resonanz, da kann das #moonvillage nicht mithalten. Wörner hat direkten Zugang zur Politik aber das hat schon als DLR Chef wenig gebracht.

Inspiration ist mehr als nur ne Idee, es muss auch ein Konzept zur Realisierung geben.

Scharf formuliert, aber im Grunde richtig.

Ich finde es eher dazu noch paradox: Die ESA macht kaum ein Commitment hinsichtlich bemannter Raumfahrt. Beteiligung an Orion ist da wohl das einzige halbwegs substantielle (was über die zwei Module hinaus kommt ist ja noch offen), Ariane 6 wird als unbemannter Träger konzipiert und dazu steht noch in den Sternen ob die ESA nach 2020 weiter bei der ISS dabei ist.

Man möchte ein Moonvillage, aber bemannte Raumfahrt wird halbwegs halbherzig betrieben. Möchte man die Idee liefern und hoffen, dass alle anderen Raumfahrtagenturen darauf euphorisch anspringen und das Moonvillage unter Beteiligung der ESA als Juniorpartner durchzuziehen? Visionen brauchen Antrieb und nicht einen kleinen Schubser...

Die Idee eines Moonvillages finde ich aber an und für sich gut, wenn man dadurch endlich mal wieder aus dem LEO kommt und obendrein kein Marsprojekt noch weiter in die Ferne geschoben werden würde.

Ich wäre für folgendes greifbareres: Die ESA verpflichtet sich zum Bau einer Mondfähre auf Basis der ATV-Technologie (angeblich kann für einen Lander etwas adaptiert werden). Das wäre doch mal ein Commitment und ein guter Anfang. Die NASA bekommt damit gleich etwas passendes für Orion und alle sind happy. Ariane schickt das Teil hoch, Orion koppelt an und beide beide fliegen mit Exploration Stage gen Mond...

Noch kein Moonvillage aber immerhin ein Anfang. Den 3D-Drucker kann man ja sicher schon mitnehmen und bei 1-1,5 Wochen Zeit auf der Oberfläche kann man einiges vor Ort ausprobieren. Daran schließen dann weitere Missionen an...

Auch wenn die SpaceX-genervten aufschreien werden: Musk meinte mal man könnte mit MCT auf dem Mond landen und "vielleicht machen wir das auch, um die Fähigkeit zu beweisen."  :D Das wäre der Wahnsinn aber auch eine Chance richtig große Lasten auf die Oberfläche zu bekommen.
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Offline tomtom

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #16 am: 09. Januar 2016, 10:36:12 »
Was ist der Unterschied zwischen #moonvillage und MarsOne? MarsOne hat ne Studie bei Lockheed Martin in Auftrag gegeben - immerhin - , wo ist die Studie zum #moonvillage. MarsOne hatte eine gigantische öffentliche Resonanz, da kann das #moonvillage nicht mithalten. Wörner hat direkten Zugang zur Politik aber das hat schon als DLR Chef wenig gebracht.

Inspiration ist mehr als nur ne Idee, es muss auch ein Konzept zur Realisierung geben.

Du willst doch nicht ernsthaft einen MarsOne-Vergleich ziehen und dort auf eine Konzept verweisen ?? (btw, mag sein, das LM beauftragt wurde, aber von einem Konzept hab ih da nix gesehen.)

Tatsächlich ist es ja so, dass das Symposium Gelegenheit geben sollte, erste Schritte zu einem Konzept zu legen.

Das Ergebnis wird hier zusammengefaßt:
https://ildwg.wordpress.com/moon-village/

- die Bemühungen will man fortsetzen
- man scheint sich im klaren zu sein, dass man beim "Engaging Stakeholders" noch viel tun muß.
(ESA delegations, media, national governments, citizens, taxpayers, and to invite partners.)
- neben dem ESTEC soll wohl auch das EAC in Köln als Mondbasis-Simulator vorgeschlagen werden (sh. auch "Spaceship EAC").

Wird interessant sein, wie man "Engaging Stakeholders" erreichen will.

Was ich vermisse ist eigentlich die in der ESA-Explorationsstrategie groß angekündigte kommerzielle Beteiligung, wobei ich mir auch nicht recht vorstellen kann, wie diese aussehen soll.

Offline tobi

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #17 am: 09. Januar 2016, 11:07:33 »
@tomtom: Europa hat es bisher nicht geschafft auch nur einen einzigen Astronauten ins All zu befördern. Wie Europa da glaubwürdig für die Welt sein soll, ist mir ein Rätsel. Das mindeste was ich erwartet hätte ist, dass irgendjemand aus der Führungsetage das Thema bemannte Raumfahrt und Ariane 6 auch nur einmal in einem Interview erwähnt. Jetzt ist es leider zu spät, es sei denn das Konzept wird wegen Elon nochmal gekippt. Wer es nicht schafft dieses heiße Eisen mal in einem Interview zu erwähnen, der schafft es auch nicht bemannt zum Mond.

Das Projekt ist doch bereits tot, bevor es begonnen hat. Oder wie sonst sollen die Astronauten zum Mond kommen?
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Offline tomtom

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #18 am: 09. Januar 2016, 11:34:57 »
@tomtom: Europa hat es bisher nicht geschafft auch nur einen einzigen Astronauten ins All zu befördern. Wie Europa da glaubwürdig für die Welt sein soll, ist mir ein Rätsel. Das mindeste was ich erwartet hätte ist, dass irgendjemand aus der Führungsetage das Thema bemannte Raumfahrt und Ariane 6 auch nur einmal in einem Interview erwähnt. Jetzt ist es leider zu spät, es sei denn das Konzept wird wegen Elon nochmal gekippt. Wer es nicht schafft dieses heiße Eisen mal in einem Interview zu erwähnen, der schafft es auch nicht bemannt zum Mond.

Stimmt, ich hatte Thomas Reiter mal gefragt, das war für ihn als Direktor bemannte Raumfahrt kein Thema.

Natürlich ist es so, dass das europäische Trauma des Hermes-Abenteuers immer noch so tiefgreifend zu sein scheint, dass da niemand irgendwelche Ambitionen entwickeln will.

Zitat
Das Projekt ist doch bereits tot, bevor es begonnen hat. Oder wie sonst sollen die Astronauten zum Mond kommen?
Mit den Amis natürlich und dazu braucht es das Wunder einer neuen NASA-Strategie.
Ja, das Projekt ist im Ansatz irgendwie tot, deswegen ist es ja interessant, wie es belebt werden soll. ;)

Offline tobi

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #19 am: 09. Januar 2016, 11:41:47 »
Stimmt, ich hatte Thomas Reiter mal gefragt, das war für ihn als Direktor bemannte Raumfahrt kein Thema.

Natürlich ist es so, dass das europäische Trauma des Hermes-Abenteuers immer noch so tiefgreifend zu sein scheint, dass da niemand irgendwelche Ambitionen entwickeln will.
Solange die Leute den Konflikt mit Frankreich scheuen, wird das alles doch nichts.

Mit den Amis natürlich und dazu braucht es das Wunder einer neuen NASA-Strategie.
Ja, das Projekt ist im Ansatz irgendwie tot, deswegen ist es ja interessant, wie es belebt werden soll. ;)
Das wäre eine Mondbasis unter NASA Führung und die Amerikaner werden sich von Wörner nichts sagen lassen. Donald Trump erst recht nicht. Hillary wird einfach den Obamakurs lassen. Einen anderen US Präsidenten halte ich derzeit für nicht wahrscheinlich.
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Offline Ruhri

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #20 am: 11. Januar 2016, 12:56:10 »
@tomtom: Europa hat es bisher nicht geschafft auch nur einen einzigen Astronauten ins All zu befördern. Wie Europa da glaubwürdig für die Welt sein soll, ist mir ein Rätsel. [...]

Erzähl das doch einmal Thomas Reiter, Alexander Gerst, Hans Schlegel und all den anderen ESA-Astronauten. Ich bin wirklich gespannt auf deren Antwort.

Offline tobi

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #21 am: 11. Januar 2016, 13:36:32 »
@tomtom: Europa hat es bisher nicht geschafft auch nur einen einzigen Astronauten ins All zu befördern. Wie Europa da glaubwürdig für die Welt sein soll, ist mir ein Rätsel. [...]

Erzähl das doch einmal Thomas Reiter, Alexander Gerst, Hans Schlegel und all den anderen ESA-Astronauten. Ich bin wirklich gespannt auf deren Antwort.

Ich weiß die Antwort: "die Amerikaner / Russen haben uns befördert.".
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Offline Major Tom

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #22 am: 11. Januar 2016, 14:42:12 »
In der europäischen Raumfahrt wird leider auf die Erhaltung/Gewinnung von Knowhow für militärische Raketen wesentlich mehr Wert gelegt als auf die Möglichkeit bemannter Raumfahrt.  :(
„Die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben. Das Sonnensystem wird unser Kindergarten.“ K. E. Ziolkowski

-

Stolzer Träger einer Raumconverwarnung wegen Schreibens unbequemer Wahrheiten.

Offline Ruhri

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #23 am: 12. Januar 2016, 11:11:15 »
Ich weiß die Antwort: "die Amerikaner / Russen haben uns befördert.".

Genau, und wo ist jetzt das Problem? Ich meine, gibt es uns irgendeinen sittlichen Mehrwert, kleine Hopser in den Weltraum machen zu können wie zuletzt die Chinesen? Oder ist es nicht viel wichtiger, dass wir Missionen durchführen und im Weltall forschen und die Weltraumfahrt damit voran bringen können?

Offline Nebulon

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Re: ESA Vision "Moon 2020-2030"
« Antwort #24 am: 12. Januar 2016, 11:43:49 »
Genau, und wo ist jetzt das Problem? Ich meine, gibt es uns irgendeinen sittlichen Mehrwert, kleine Hopser in den Weltraum machen zu können wie zuletzt die Chinesen? Oder ist es nicht viel wichtiger, dass wir Missionen durchführen und im Weltall forschen und die Weltraumfahrt damit voran bringen können?

Dieser sittliche Mehrwert nennt sich Selbstbewusstsein.

Egal welche "Missionen" WIR durchführen: Die Forschungsergebnisse landen in den USA und werden dort verwertet.

Aber back to Topic: Der Mond war in den 60er Jahren eine Vision und hat motiviert. Der Mond hat keine Atmosphäre und damit keine visionäre Zukunft. Wenn man dort wenigstens Geld verdienen würde, dann wäre das was anderes. Heute Hingehen, wo schon mal jemand anders schon mal war, kann nicht der europäische Anspruch sein.

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