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Autor Thema: New Space Economy  (Gelesen 58668 mal)

Offline Sensei

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Re: New Space Economy
« Antwort #125 am: 20. August 2017, 20:50:12 »
New Space" - mehr als eine Floskel?

Von Goldrausch und Luftschlössern im Weltraum

http://www.deutschlandfunk.de/new-space-mehr-als-eine-floskel-von-goldrausch-und.740.de.html?dram:article_id=393421

Ein ordentlicher 27 min Beitrag vom DLF zum Thema new Space.

ABER er leidet sehr darunter dass als roter Faden die Prämisse 'Elon Musk, der 'spinner', ist nicht new Space. Sondern eher Airbus mit ihren Satellitenproduktion für one Web und 'planet' mit ihrer Erdbeobachtung.

Da wird sich manches zurecht gebogen und Strohpuppen bekämpft  >:(
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline Klakow

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Re: New Space Economy
« Antwort #126 am: 20. August 2017, 22:34:53 »
Ich habe eben einen Kommentar an den DLF geschickt, bin gespannt über die Antwort.
Bis jetzt war der DLF das Einzige wo ich das Gefühl hatte ich bekomme etwas für mein Zwangsabo bei der GEZ,
selten so einen schlechten Journalismus von denen gesehen. >:( >:( >:(

Offline tomtom

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Re: New Space Economy
« Antwort #127 am: 20. August 2017, 23:01:20 »
Zumindestens journalistisch kann ich eure Kritik nicht teilen. Musk & Co. werden durchaus als Begründer des "New Space" Phänomens herausgestellt und das man das Weltraumgeld auf der Erde verdienen will, ist hierzulande wohl das Verständnis von Newspace.

Ich würde die Deutungshoheit des Begriffs NewSpace nicht allein einem OHB-Mitarbeiter zugestehen, bzw. wir sind ja seit Beginn dieses Threads selbst auf der Suche danach und der erste Beitrag spiegelt sogar ziemlich genau den Inhalt des DLF-Beitrags.

Am Wochenende hab ich mir das DLR-Dokument "Deutsches Raumfahrtprogramm" angesehen, ist von 2001, da war auch schon von mehr kommerzielles Geschäft die Rede und auch der schöne Satz:
"Entscheidendes Ziel für eine zukünftige Generation von Raumtransportern ist die deutliche Senkung der Transportkosten. Es ist zu erwarten, dass dies nur mit teilweise oder vollständig wiederverwendbaren Systemen realisiert werden kann."
http://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/drp.pdf

Offline tobi

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Re: New Space Economy
« Antwort #128 am: 20. August 2017, 23:19:34 »
Am Wochenende hab ich mir das DLR-Dokument "Deutsches Raumfahrtprogramm" angesehen, ist von 2001, da war auch schon von mehr kommerzielles Geschäft die Rede und auch der schöne Satz:
"Entscheidendes Ziel für eine zukünftige Generation von Raumtransportern ist die deutliche Senkung der Transportkosten. Es ist zu erwarten, dass dies nur mit teilweise oder vollständig wiederverwendbaren Systemen realisiert werden kann."
http://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/drp.pdf

Aber die Plastikflasche, die ist doch auch ein Wegwerfding!!!! ;D [Diesen Witz versteht man nur, wenn man Wörners Interviews liest] Viele Leute entsorgen sie auch im Meer genau wie es Europa mit den Raketen macht.

Das DLR war für Wiederverwendung bevor es dagegen war. Aber halt: 2001 waren ja die Grünen in der Regierung, daran muss es gelegen haben.
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tomtom

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Re: New Space Economy
« Antwort #129 am: 29. August 2017, 20:31:11 »
Auf dem DGLR e.V. Kongress am 05.09. spricht ESA-Chef Wörner über neue Wege in der Raumfahrt. Nicht mehr der Staat, sondern private Unternehmen machen jetzt die Raumfahrt. Er nennt es Space 4.0, andere NewSpace.

Er will erläutern, wie die ESA darauf reagieren kann.

"Was sind zentrale deutsche Raumfahrtthemen heute und vor allem morgen? Damit Deutschland auch in Zukunft einen signifikanten Beitrag zu internationalen Raumfahrt-Kooperationen leisten kann und nicht den Anschluss zu anderen Raumfahrt-Nationen verliert, ist der Dialog zwischen Experten und Fachkundigen nötig."

http://www.dglr.de/nc/meldungen/dglr_news_meldung/article/dlrk-2017-neue-wege-in-der-raumfahrt/index.html

Was ist der Unterschied zwischen Experten und Fachkundigen.

Offline Doc Hoschi

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Re: New Space Economy
« Antwort #130 am: 01. September 2017, 09:35:18 »
Es gibt ein neues deutsches NewSpace-Startup: Bake in Space GmbH (Bremen) --> http://bakein.space/
Dort möchte man allerdings erstmal nur kleine Brötchen backen...;D
Bei Brot macht uns Deutschen eben keiner was vor!

Siehe auch: http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Galaktische-Erfindung-Nie-wieder-Kruemel
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline tomtom

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Re: New Space Economy
« Antwort #131 am: 03. September 2017, 22:20:51 »
Die Sueddeutsche stellt das Start-up German Orbital Systems, Berlin vor, dass Cubesats baut und auf Sojus mitfliegen will. Ariane und SpaceX sind zu teuer.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gipfelstuermer-per-anhalter-in-den-orbit-1.3620597

Offline tomtom

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Re: New Space Economy
« Antwort #132 am: 22. September 2017, 13:07:12 »
Ach, in Europa gibt es vermutlich auch Menschen wie EM nur schmeißt man denen so viele Knüppel zwischen die Beine das jedes Rennen schon nach zwanzig Entwicklungsmetern im Krankenhaus endet.

Es wäre schwieriger aber nicht unmöglich. Mit genug Startkapital (> 3 Milliarden) könnte man sowas wie SpaceX auch in Europa machen. Die ESA lässt man links liegen, finanziert die Trägerentwicklung komplett selbst und startet kommerzielle Satelliten + EU Satelliten + nationale Satelliten. Die ESA startet eh fast nichts und wenn dann bei einer Partnerbehörde um Kosten zu sparen (siehe ExoMars z.B.).

In Europa ist man auf der Suche nach einem europäischen Elon Musk.

Nja, nicht wirklich, aber man hätte schon gerne den europäischen Weg des New Space.
Die ESA ist stolz auf 500 Startups, die aber meist gar nichts mit Raumfahrt zu tun haben, hauptsache "New" und "Business" eben.

Das ESPI hat sich in seiner Herbstkonferenz dem Thema "Innovation in the New Space Economy" gewidmet.

Viele Präsentationen enthalten viel Selbstdarstellung, aber wenn man sich für das Phänomen "NewSpace" interessiert, auf jeden Fall lesenswert. Man kann die verschiedenen Standpunkte mit viel Zahlen und Argumenten nachvollziehen. (zb. Patente, Budgets, Prozesse, Hype vs. Trend, etc.)

Ich möchte keinen herausgreifen, meine gewonnene Erkenntnis wäre, dass
- das europäische Verständnis (Erwartung) darin liegt, dass private Investments die staatlichen ersetzen während die NASA lediglich von Privat Public Partnership spricht.
- die Beschaffungsprogramme CRS und CCDev zu NewSpace (PPP) geführt haben, während die europäischen Beschaffungsprogramme Galileo/Copernicus keine kommerziellen Anteile haben (bzw. allenfalls nur den späteren downstream-Sektor betreffen) und in der Exploration keine derzeit existent sind.

Die Vorträge sind auf dieser Seite abrufbar:
http://www.espi.or.at/downloads
 

Offline tobi

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Re: New Space Economy
« Antwort #133 am: 22. September 2017, 14:20:40 »
Ich möchte keinen herausgreifen, meine gewonnene Erkenntnis wäre, dass
- das europäische Verständnis (Erwartung) darin liegt, dass private Investments die staatlichen ersetzen während die NASA lediglich von Privat Public Partnership spricht.
- die Beschaffungsprogramme CRS und CCDev zu NewSpace (PPP) geführt haben, während die europäischen Beschaffungsprogramme Galileo/Copernicus keine kommerziellen Anteile haben (bzw. allenfalls nur den späteren downstream-Sektor betreffen) und in der Exploration keine derzeit existent sind.

An dieser Stelle sollte man betonen, dass "nur" weil es ein neues Programm gibt, es nicht auch zwangsläufig einen neuen Musk gibt. Wenn man sich die Performance von Orbital/CEO Thompson bei COTS/CRS anschaut, dann ist das genau das, was auch OHB oder Airbus machen würde. Nämlich das minimal notwenige, um den maximalen Gewinn rauszuholen. Nichts perspektivisches, nichts langfristiges, hauptsache der Aktionär bekommt ne dicke Dividende.

Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tomtom

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Re: New Space Economy
« Antwort #134 am: 22. September 2017, 19:10:04 »
Natürlich kann man das ganze auch auf die Unternehmerpersönlichkeit fokussieren, aber dann wird das eine gesamtgesellschaftliche Frage und inwieweit wir hier über geeignetes Personal (Unternehmer) verfügen.
Bisher wurde jedenfalls Newspace an anderen Kriterien festgemacht als an persönlichen Eigenschaften bzw. Motiven. Andernfalls macht man es Politikern vielleicht zu leicht, die selbst gerne auf fehlende Unternehmerkultur verweisen.

Offline tobi

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Re: New Space Economy
« Antwort #135 am: 22. September 2017, 19:18:36 »
Natürlich kann man das ganze auch auf die Unternehmerpersönlichkeit fokussieren, aber dann wird das eine gesamtgesellschaftliche Frage und inwieweit wir hier über geeignetes Personal (Unternehmer) verfügen.

Ich sehe kein geeignetes Personal.
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Offline Schillrich

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Re: New Space Economy
« Antwort #136 am: 22. September 2017, 19:47:05 »
Also auch selbst nicht? ^^ ;)
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

Offline tobi

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Re: New Space Economy
« Antwort #137 am: 22. September 2017, 20:22:14 »
Also auch selbst nicht? ^^ ;)

Nein, ich halte mich nicht für qualifiziert genug ein Unternehmen à la SpaceX zu führen (mal das notwendige Kleingeld vorausgesetzt). ;)
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lngo

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Re: New Space Economy
« Antwort #138 am: 23. September 2017, 03:44:16 »
Natürlich kann man das ganze auch auf die Unternehmerpersönlichkeit fokussieren, aber dann wird das eine gesamtgesellschaftliche Frage und inwieweit wir hier über geeignetes Personal (Unternehmer) verfügen.

Ich sehe kein geeignetes Personal.

Ich sehe das anders. Personal ist in Europa definitiv und mehr als ausreichend und kompetent vorhanden.

Was hier in den USA so faszinierend ist, ist die Fähigkeit zur Selbstvermarktung. Ich weiß nicht warum, ich habe viele Ideen, aber keine echte Antwort. Ich kenne genug Kollegen und Bekannte, deren Selbsteinschätzung jegliche Realität locker hinter sich gelassen hat und sich im tiefen Raum der puren Fantasie befindet. Das hat auch Vorteile: jemand der sich als sehr fähig einschätzt, wird mehr zugetraut, sie/er erreicht auch mehr.

Ich finde SpaceX aus zwei Gründen faszinierend. Erstens der Führungsstil, der sich nicht daran richtet 'eine hohe Prämie auf unsere Kapitalkosten [zu] verdienen' (PRIMA, genau DESWEGEN bin ich Ingenieur geworden und zu dieser Firma gekommen *kotz*), sondern hat einfach wirklich visionäre Ziele (Zum Mars anstelle von 'Umsatz bis 2020 verdoppeln'). Zweitens ist das Marketing von SpaceX, maßgeblich Elon Musk. Ich weiß (und verstehe) viele die SpaceX deshalb kritisieren, aber ich sehe das so: durch seine bildstarken (die letzte IAA Präsentation hat ihm waitbutwhy unterstützt, lohnenswertes Blog) Visionen besorgen SpaceX die hoch motivierten und hochausgebildeten Mitarbeiter, die für verhältnismäßig wenig Geld viel härter als andere arbeiten. Ich kenne das andere Ende des Spektrums, hier in der City of Oil Houston, TX: man bekommt einen Arsch voll Geld für bereits mittelmäßige Leistung (nunja, vor allem vor 2015 als der Ölpreis noch stimmte....).

Die Europäer sind da zurück haltender. Die Deutschen* sowieso, die sich (wie ich glaube) manchmal erst trauen was zu tun wenn der Erfolg garantiert ist, und zu oft Bewährtes Neuem vorziehen.
*damit meine ich die durchschnittliche Einstellung im Berufsleben. Studenten und Berufsanfänger sind selbstverständlich hier deutlich offener, aber auch hier: keiner meiner Kommilitonen im Studium war Selbstständig (oft als etwas was wir Scheinselbstständigkeit nennen würden, aber das ist immer noch mehr als ich je risikiert habe), von meinen US Kollegen dagegen jeder 5.!

Aber wir Europäer können auch so einiges. Generell sind wir erheblich diverser als unsere amerikanischen Freunde, und auch einfach deutlich billiger. Wir habe die Technologie bereits und die Leute. Wir können auch kopieren, es ist nun gezeigt dass eine Wiederverwendung der Erststufen technologisch und (extrem wahrscheinlich auch) wirtschaftlich erfolgreich ist. Wir kriegen das auch hin, fragt sich nur ob wir das vor den Chinesen schaffen. Der Markt hat sich schon geändert, der Druck ist da. Wer sagt denn das die Arianne 6 nicht parallel mit einem Arianne Next Generation Launcher (überhaupt, A wie Arianne... wie wärs mal mit dem nächsten Buchstaben?!) starten kann.

Ich wünsche mir in der Politik, vor allem in Deutschland, endlich mal wieder etwas mehr Bereitschaft zur Innovation! Hallo, Bayern zieht fast (stimmt nicht, ich weiß) einen Fusionsreaktor durch, der inzwischen erfolgreicher aussieht als der milliardenschwere ITER! Wir können das, uns steht nur eine lahmarschige Verwaltung (und simplen, risikoarmen Zielen ausgerichtete Politik) entgegen!

Ich habe daher Hoffnung. Noch ein, zwei Jahre, bis es richtig weh tut. Dann wird sich auch was bewegen, und es wird schneller gehen als viele denken. SpaceX hat den Weg aufgezeigt, die Nachfolger haben es immer einfacher, vor allem wenn die Infrastruktur und Leute bereits da sind.

Hier im Forum gibt es einige, die in europäischen Weltraumprogrammen arbeiten, ich würde gern eure Meinung hören!

Offline MarsMCT

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Re: New Space Economy
« Antwort #139 am: 23. September 2017, 08:13:41 »
Ich sehe kein geeignetes Personal.
Ich sehe das anders. Personal ist in Europa definitiv und mehr als ausreichend und kompetent vorhanden.

Erstklassige Leute haben wir sicher, das bezweifle ich auch nicht. Ich glaube aber, Tobi hat da eher an die Führung der Firma gedacht. Ein Elon Musk ist einmalig in seiner Kombination von Eigenschaften. Einschließlich der Fähigkeit, die richtigen Leute in Führungspositionen zu bringen. Z.B. Gwynne Shotwell. Ohne ihn geht es auch, spätestens wenn bewiesen ist, daß etwas möglich ist. Aber erst dann und halb so schnell und doppelt so teuer.

Ich habe daher Hoffnung. Noch ein, zwei Jahre, bis es richtig weh tut. Dann wird sich auch was bewegen, und es wird schneller gehen als viele denken. SpaceX hat den Weg aufgezeigt, die Nachfolger haben es immer einfacher, vor allem wenn die Infrastruktur und Leute bereits da sind.

Hier im Forum gibt es einige, die in europäischen Weltraumprogrammen arbeiten, ich würde gern eure Meinung hören!

Ich auch. Ich arbeite zwar nicht im Weltraumprogramm aber:

Ich wünsche mir daß es so kommt, sehr sogar. Es kann auch sein, daß es so kommt. Aber die Möglichkeit besteht, daß man sich zurückzieht auf Ariane 6 und das Programm als Baustein europäischer Unabhängigkeit mit Milliardensubventionen am Leben erhält. Auf kommerzielle Flüge, die man zur Zeit noch sehr erfolgreich durchführt, verzichtet man dann eben. Ich habe in meinem Arbeitsleben immer wieder gesehen, daß die irrsinnigsten Sachen getan werden, weil "Die Verfügungslage ist so". Da ist es nicht mal legitim, etwas anderes auch nur zu denken.

 

Offline tobi

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Re: New Space Economy
« Antwort #140 am: 23. September 2017, 08:55:34 »
Ich bezog mich auf die Unternehmensführung. Es gibt sicherlich technisch/ betriebswirtschaftlich ausreichend qualifizierte Leute in Europa.
1. Und hier geht es schon los: die Firma muss Talente aus ganz Europa magisch anziehen. Dazu braucht es eine europäische und keine nationale Ausrichtung der Unternehmenskultur.   Daran scheitert schonmal PLD Space. Außerdem ein attraktiver Unternehmensstandort in der Nähe einer Großstadt (wegen dem internationalen Flair).

2. Der/die Chefin muss eher extrovertiert sein und in der Anfangsphase nonstop Interviews geben um Reklame zu machen. Niemand kann bei einem Unternehmen einkaufen oder dort arbeiten, wenn er es nicht kennt. In der europäischen Raumfahrt sind außer Wörner und Le Gall alle sehr öffentlichkeitsscheu.

3. Die Unternehmensführung muss Innovation nicht nur predigen, sondern auch durchziehen. Und damit meine ich nicht Optimierung von bestehendem sondern auch neue Ideen waagen. Die Airbus-Führung ist da z.B. alles anderes als glaubwürdig. Beim A350 muss man sich erst vom Kunden zur Innovation zwingen lassen, Adeline ist nur PR, der Elektroflieger eingestellt. Mutig voranschreiten sieht anders aus.

4. Vision: ja eine Vision für die Zukunft müsste man haben: so wie Apple-Chef Steve Jobs, so wie Elon Musk. Viele "normale" CEOs verwalten doch nur, natürlich gibt es auch Ausnahmen. Hauptsache die Abfindung stimmt.

5. Veränderungen durchzudrücken ist ein enormer Kraftaufwand gegen den inneren Schweinehund, gegen viele Widerstände, da braucht es viel Ausdauer.

6. Und allgemeine Unternehmensführung und technischer Sachverstand, das müsste man auch noch können.


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Offline Doc Hoschi

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Re: New Space Economy
« Antwort #141 am: 23. September 2017, 09:18:25 »
Ich bezog mich auf die Unternehmensführung. Es gibt sicherlich technisch/ betriebswirtschaftlich ausreichend qualifizierte Leute in Europa.
1. Und hier geht es schon los: die Firma muss Talente aus ganz Europa magisch anziehen. Dazu braucht es eine europäische und keine nationale Ausrichtung der Unternehmenskultur. Daran scheitert schonmal PLD Space. Außerdem ein attraktiver Unternehmensstandort in der Nähe einer Großstadt (wegen dem internationalen Flair).

Ich verstehe nicht wie man aufgrund einer spanischen Fahne im Hintergrund eines PLD Space-Videos zu dem Schluss kommen kann, das dies Fachkräfte aus anderen EU-Ländern abschrecken könnte. Dabei haben die Spanier und viele andere europäische Länder lediglich eine vollkommen andere Einstellung zum Nationalstolz wie wir. Ich persönlich fände es auch unangebracht wenn jetzt bei jedem Rovertest der PT Scientists die Deutschlandflagge im Hintergrund wehen würde. Spanische NewSpace-Unternehmen wie PLD Space und ZeroIIInfinity heißen kompetentes Personal aus anderen EU-Ländern sicherlich genauso willkommen wie andere europäische NewSpace-Unternehmen.
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Offline tobi

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Re: New Space Economy
« Antwort #142 am: 23. September 2017, 09:29:51 »
Die Facebook-Seite von PLD Space ist komplett spanisch. Man hätte wenigstens noch ne englische Übersetzung bereitgestellen können.

Und natürlich ist der Nationalstolz in anderen Ländern viel größer, aber jeder ist auf sein eigenes Land stolz. Und nicht auf Spanien (außer den Spaniern). Warum sollte jetzt also irgendjemand nach Spanien ziehen?

Aber viele junge Leute haben eine viel stärkere EU-Identifizierung, die wären eher bereit in ein anderes Land zu ziehen.

Die europäische Ausrichtung ist übrigens ein starker Punkt von Airbus.
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Offline Doc Hoschi

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Re: New Space Economy
« Antwort #143 am: 23. September 2017, 09:46:45 »
Die Facebook-Seite von PLD Space ist komplett spanisch. Man hätte wenigstens noch ne englische Übersetzung bereitgestellen können.

Das ist allerdings in der Tat etwas was ich auch nicht so ganz verstehe. Kommt Zeit kommt Englisch?
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Offline tobi

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Re: New Space Economy
« Antwort #144 am: 23. September 2017, 10:01:38 »
Airbus + commercial space = Liberty!



Ja das wollte man damals bei ATK und Airbus bauen und hat es bei CCDev2 eingereicht!
https://en.wikipedia.org/wiki/Liberty_(rocket)

Die Rakete ist in etwa so sinnvoll wie die Antares...
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Offline tobi

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Re: New Space Economy
« Antwort #145 am: 23. September 2017, 10:03:22 »
Die Facebook-Seite von PLD Space ist komplett spanisch. Man hätte wenigstens noch ne englische Übersetzung bereitgestellen können.

Das ist allerdings in der Tat etwas was ich auch nicht so ganz verstehe. Kommt Zeit kommt Englisch?

Ok eine französische & deutsche Übersetzung wäre natürlich auch schön gewesen aber ich wollte ja nicht zu hohe Anforderungen stellen.

Ich frage mich übrigens, welcher Kunde Spanisch versteht, sehr wahrscheinlich nicht soviele...
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Online MpunktApunkt

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Re: New Space Economy
« Antwort #146 am: 23. September 2017, 10:09:40 »
Ich frage mich übrigens, welcher Kunde Spanisch versteht, sehr wahrscheinlich nicht soviele...

Hallo,

vielleicht Mittel- und Südamerika. ;)

Ich muss dir allerdings zustimmen, wenn es keinerlei englische Internetpräsenz gibt, deutet das nicht wirklich auf eine internationale Ausrichtung des Unternehmens hin. Die Wissenschafts- Business- und Raumfahrtsprache (zumindest im Westen) ist nun mal Englisch.

Gruß

Mario
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

Offline tomtom

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Re: New Space Economy
« Antwort #147 am: 23. September 2017, 10:24:54 »
Ich find es jetzt nicht so ungewöhnlich, PLD Space ist einfach eine Ausgründung (Startup) einer spanischen Universität und spanisch durchaus eine Weltsprache.

Nja, anderes Beispiel, lassen wir mal einen Unternehmer zu Wort kommen: Craig Clark von Clyde Space glaubt an den schottischen Standort Prestwick Airport für suborbitale Reisen.

Das Unternehmen stellt mit aktuell 70 Mitarbeitern CubeSats her (2016 60 Stück) und ging 2005 von England nach Glasgow. Die Leute dort glauben an das Wachstum in der Raumfahrt.

Um erfolgreich zu sein mußten er und sein Geschäftsführer gut vernetzt sein mit der Regierung und erhält entsprechende Unterstützung.

Zitat
“Obviously working in the space industry is pretty cool, but we’re a business and we need to make money, so it’s all about that.

http://www.heraldscotland.com/business_hq/15552080.Saturday_Interview__Sending_Taylor_Swift_into_orbit_is_just_another_mission_for_space_boss/

Offline Kryo

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Re: New Space Economy
« Antwort #148 am: 23. September 2017, 11:15:17 »
Ich kenne einen Slowenen, der bei PLD arbeitet. Also ganz so schlimm ist es nicht.^^

Die website von PLD war auf Englisch ist jetzt aber gerade unter bearbeitung. Facebook und Linkedin ist tatsächlich hauptsächlich spanisch und wurde auch schon von einigen moniert. Ebenso die Gehälter. Ein spanisches Startup scheint nicht in der lage zu sein europäische Fachkräfte anzulocken, wenn man max 30000€ brutto Gehalt für Ingenieure bietet. (selbst für berufseinsteiger eher ein Witz).

Ein kleines italienisches Startup mit dem Namen Leafspace bietet sogar nur 14000 bis 20000€ brutto. Kein Wunder sind viele spanische und italienische Ingenieure bei der ESA als contractor oder bei deutschen und französischen Unternehmen!

Offline tobi

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Re: New Space Economy
« Antwort #149 am: 23. September 2017, 13:42:49 »
Dass man bei einem Startup auf Gehalt verzichten muss und/oder Anteile am Unternehmen bekommt (siehe SpaceX) ist klar. Aber 40.000 Euro für einen Ingenieur mit 1,X Diplom-/Masterabschluss muss schon drin sein.
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