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Autor Thema: Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation  (Gelesen 1710 mal)

Offline TWiX

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Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation
« am: 19. Dezember 2019, 13:18:34 »
Amazon ist ja bereits im Geschäft rund um Bodenstationen von Satelliten tätig (über Amazon Web Services) und hat bereits vor längerer Zeit eine eigene Satellitenkonstellation namens Kuiper angekündigt. Bei der Ankündigung (und Frequenzanmeldung) ist es wohl nicht geblieben, SpaceNews berichtet mit Bezug auf einen Amazon-Blogpost auf Fortschritte, ein stetig wachsendes Team (167 offene Stellen) das 2020 in ein neues Hauptquartier ziehen soll. Durch die Wahl von Redmond, Washington ist man nicht nur inder Nähe des Hauptquartiers von Blue Origin...
https://spacenews.com/amazon-moving-project-kuiper-team-to-new-rd-headquarters/
Auf 20.300 Quadratmetern soll dann entwickelt, getestet und geforscht werden, um bis 2026 mindestens einer seiner geplanten 3.236 Satelliten in den Orbit zu bringen, um die Frequenzen nicht zu verlieren.
Die Satelliten sollen in fünf Wellen gestartet werden und für eine Lebensdauer von sieben Jahren ausgelegt sein.
Da das Projekt nun scheinbar tatsächlich Gestalt annimmt, dachte ich, das rechtfertigt einen eigenen Thread...

Offline Schillrich

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Re: Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation
« Antwort #1 am: 19. Dezember 2019, 13:37:37 »
"Ein Satellit" im Orbit wird aber nicht mehr reichen, um sich die Frequenzrechte zu sichern. Es gibt neue Regularien der ITU und die amerikanische FCC hat das zuletzt schon anders gehandhabt für Konstellationen.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

Offline TWiX

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Re: Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation
« Antwort #2 am: 19. Dezember 2019, 14:21:38 »
Darauf geht der Artikel auch ein:
Zitat
Spectrum regulators at the ITU set new rules for low Earth orbit megaconstellations last month, requiring operators, after that seven-year window, to launch 10% of their constellation in two years, 50% in five years and 100% in seven years in order to keep their full spectrum rights.
10 Prozent in zwei Jahren, 50 Prozent in fünf Jahren, 100 Prozent in sieben Jahren, um die vollen Rechte für das Spektrum zu behalten

Offline rok

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Re: Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation
« Antwort #3 am: 19. Dezember 2019, 18:31:22 »
Das heißt also, Amazon muss bis März 2028 mindestens 324 Satelliten gestartet haben. Hoffentlich ist der Widerstand aus dem Astronomiebereich bis dahin so gut organisiert, dass mal klare Regeln gegen diesen unkontrollierten Unfug aufgestellt worden sind.

Offline Duesentrieb

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Re: Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation
« Antwort #4 am: 19. Dezember 2019, 18:59:43 »
Das heißt also, Amazon muss bis März 2028 mindestens 324 Satelliten gestartet haben. Hoffentlich ist der Widerstand aus dem Astronomiebereich bis dahin so gut organisiert, dass mal klare Regeln gegen diesen unkontrollierten Unfug aufgestellt worden sind.

Volle Zustimmung!

Online Sensei

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Re: Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation
« Antwort #5 am: 20. Dezember 2019, 02:09:11 »
Danke, TWiX. Ja es war Zeit für einen eigenen Thread für Kuiper.

In zwei vorhergehenden Artikeln von Spacenews gibt es zusätzliche Informationen:
https://spacenews.com/amazon-planning-3236-satellite-constellation-for-internet-connectivity/
https://spacenews.com/amazon-lays-out-constellation-service-goals-deployment-and-deorbit-plans-to-fcc/


Zitat

The Amazon constellation calls for three layers of satellites — 784 in a 590-kilometer orbit, 1,156 in a 630-kilometer orbit, and 1,296 in a 610-kilometer orbit.
[...]
The first wave consists of 578 satellites that would provide internet service in two horizontal coverage bands, one between 39 degrees north and 56 degrees north (roughly from Philadelphia north to Moscow) and another from 39 degrees south down to 56 degrees south (roughly from Hastings, New Zealand, to the top of Great Britain’s South Sandwich Islands in the Atlantic Ocean). The subsequent four waves would fill in coverage to the equator.

- reine Ka-Band Satelliten ohne Laserlink
- ein Aufbau der Konstellation in 5 Phasen
- drei Ebenen: 784 Sats in 590km höhe, 1'156 Sats in 630km höhe und noch einmal 1296 Sats in 610km höhe.
- passiver Deorbit in <10 Jahren. Somit nur geringe Risiken bezüglich zusätzlichen Weltraummülls
- “unpressurized non-explosive propellant storage” for a chemically inert fuel"  Die Angabe von 1a für aktiven Deorbit deutet auf Ionentriebwerke hin.
- Anwendungsbereich wohl ähnlich der von Starlink: Endnutzer, verbinden von Datencentern/-Knoten, Schiffe, Flugzeuge, Amazon-eigene Anwendungen
- Masse, Abmessungen und Packdichte noch unklar
- Start vermutlich rein mit New Glenn, welche schon 2021 ihren Erststart haben wird.
- Wenn der NewGlenn Betrieb und die Satellitenfertigung gut läuft, sollten die ersten 324 Sats schnell gestartet sein. Bei nur 50 Sats pro NG wären diese Mindestanzahl nach nur 7 Starts oben


Hoffen wir drauf, dass sich die Raumfahrt weiter so rasant entwickelt - und dabei aber auch Rücksicht auf andere Shareholders genommen wird.
Uns stehen interessante Zeiten bevor :)
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline Gertrud

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Re: Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation
« Antwort #6 am: 04. Februar 2020, 20:59:04 »
Hallo Zusammen,

Amazon bittet die FCC, das Satellitennetzwerk von Project Kuiper trotz des Widerspruchs von SpaceX rasch zu genehmigen.
Der 24-seitige Brief an die Federal Communications Commission befasst sich mit Einwänden von SpaceX, OneWeb und anderen Mega-Constellation-Unternehmen gegen die Bitte von Amazon um eine "rasche Gewährung" seines Antrags auf Start und Betrieb der Kuiper-Satelliten.

"Durch einen gerechten Zugang zu Frequenzen und Orbitalressourcen werden Investitionen, Innovationen und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher verbessert.", Schrieb Mariah Dodson Shuman, Unternehmensberaterin von Kuiper Systems, der Satellitentochter von Amazon, in dem Brief.

Amazon baut sein Project Kuiper-Team weiter aus. Auf der Karriere-Website des Unternehmens werden 175 offene Stellen für das Projekt aufgelistet, darunter Stellen, die mit der Entwicklung der laserbasierten Satellitenkommunikation zusammenhängen.

Amazon möchte eindeutig nicht vom Markt ausgeschlossen werden. In dem heutigen Schreiben sagt das Unternehmen, dass ein schneller Erfolg der FCC ihm „regulatorische Sicherheit gibt, die es ihm erleichtert, Milliarden von Dollar in die Konstellation der nächsten Generation, die damit verbundene Bodeninfrastruktur und andere Fähigkeiten zu investieren, die zur Unterstützung eines globalen Marktes erforderlich sind Breitband-Satellitensystem. “
Quelle:
https://www.geekwire.com/2020/amazon-asks-fcc-give-swift-approval-project-kuiper-satellite-network-despite-spacex-opposition/

 Beste Grüße
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline MarsMCT

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Re: Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation
« Antwort #7 am: 05. Februar 2020, 09:54:13 »
Mein Verständnis der Situation.

Es gab einen Stichtag für Anträge zur Benutzung der Frequenzbänder. One Web und Starlink haben ihre Anträge fristgerecht eingereicht. Amazon Kuiper kam später und will jetzt nachträglich gleichberechtigten Zugang zu den Frequenzen. Dagegen haben unter anderem One Web und Starlink Einspruch erhoben. Es geht jetzt also darum, ob das FCC ihre Regeln zugunsten von Kuiper ändert. Wenn Kuiper die älteren Rechte respektieren muss und die Frequenzen nur nachrangig nutzen kann, wäre das ein großer Wettbewerbsnachteil.

Ich vermute, das FCC wird die Regeln nicht ändern. Reine Spekulation, Kuiper erwirbt One Web um Zugriff auf die Frequenzen zu bekommen.

Die rechtliche Situation ist kompliziert und ich bin kein Experte. Ich kann also falsch liegen.

Offline Spike77

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Re: Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation
« Antwort #8 am: 09. Februar 2020, 19:43:10 »
Ich hatte mich schon gefragt ob aus den 3.236 Satelliten eigentlich nach 7 Jahren dann 3.256 x Weltraumschrott wird, aber oben schrieb jemand "passiver Deorbit" nach weniger als 10 Jahren?

Bedeutet dass, das sich diese (vermutlich sehr kleinen) Satelliten nach einiger Zeit aus ihrer eh schon recht niedrigen Erdumlaufbahn irgendwann abbremsen und dadurch immer weiter der Erde nähern würden, bis sie schließlich verglühen?

Seitdem ich letzten eine Sendung zum Thema Weltraumschrott gehört habe, frage ich mich das bei jedem neuen Projekt.

Online Sensei

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Re: Amazon Project Kuiper Internetsatellitenkonstellation
« Antwort #9 am: 09. Februar 2020, 22:30:27 »
https://spacenews.com/amazon-lays-out-constellation-service-goals-deployment-and-deorbit-plans-to-fcc/

Zitat
Debris mitigation and deorbit plans

If a Kuiper System satellite fails, it would naturally deorbit within a maximum of 10 years, according to Amazon’s projections.

The Kuiper System calls for three “shells” of satellites all at the lower range of low Earth orbits — 590 kilometers, 610 kilometers and 630 kilometers. Due to their proximity to Earth, Amazon predicts dead satellites would naturally deorbit on average between five to seven years.

Should a satellite lose contact with ground stations beyond a “pre-determined wait period,” it would automatically decommission itself, Amazon said. That decommissioning process involves orbit lowering, followed by depleting batteries, emptying fuel lines and tanks, and ensuring charging circuits are “permanently switched off or fused” to obviate the risk of a surprise recharge.

Satellites that are actively disposed of should de-orbit within a year by using onboard propulsion, Amazon said.

Aktiver deorbit von funktionstüchtigen Sats innerhalb eines Jahres. Selbe Dauer bei Satelliten, zu dennen man den Kontakt verliert aber die sich noch selbst steuern können.

Passiver Deorbit nach rund 5-7 Jahren aus ihrem 590-630km Orbit durch Reibung mit der Atmosphäre.
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