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Autor Thema: Die erste deutsche Astronautin?  (Gelesen 91181 mal)

Offline HausD

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Re: Die erste deutsche Astronautin?
« Antwort #450 am: 14. September 2019, 22:32:30 »
... Welche Art von Ausbildung hat Frau Thiele-Eich inzwischen absolviert, dass sie sich mit der Bezeichnung "Astronautin" schmücken darf? ...
"Astronaut" / "Astronautin" ist man, wenn man mindestens einen Orbit um die Erde hinter sich gebracht hat ... und eine Ausbildung dazu erfolgreich absolviert hat.

Gruß, HausD

Offline Rücksturz

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Re: Die erste deutsche Astronautin?
« Antwort #451 am: 15. September 2019, 08:14:57 »
Auch bei Marthias Maurer wird immer davon gesprochen oder geschrieben, dass er Astronaut IST.
Erst im weiteren Text oder Zusammenhang erschließt sich, dass er noch nicht geflogen ist.
Allerdings hat er seine Grundausbildung als Astronaut bereits erfolgreich abgeschlossen.
Er wartet auf die Zuteilung einer konkreten Mission, um in das missionsspezifische Training einzusteigen.
Ihn könnte man vielleicht als "Astronaut in Vorbereitung" oder im Vorbereitungsdienst bezeichnen.

Frau Thiele-Eich und Frau Randall würde ich als "Astronautinnen in Ausbildung" ansehen.

Viele Grüße
Rücksturz

Offline HausD

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Re: Die erste deutsche Astronautin?
« Antwort #452 am: 15. September 2019, 08:56:41 »
... Auch bei Marthias Maurer wird immer davon gesprochen oder geschrieben, dass er Astronaut IST....
Nach den Regeln der International Astronautical Federation (IAF) IST er es noch nicht.

Das schmälert jedoch die Leistungen der "Astronauten in Ausbildung"  [oder kurz und knapp für Verwaltungszwecke vereinfacht nur "AsinAusi und *in"] überhaupt nicht...
Wie auch aus den "Azubis" z.B. des Back- und Konditoreiwarenherstellungsfacharbeiterhandwerks ganz schnell "Ich werde mal Bäcker" wird, sollen sie , die AsinAusis und *innen, sagen dürfen "Wir werden mal Astronauten" ... und dafür schinden wir uns Tag für Tag ...

Mit freundlichen Grüßen, HausD

Offline wernher66

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Re: Die erste deutsche Astronautin?
« Antwort #453 am: 15. September 2019, 10:37:17 »
Auch bei Marthias Maurer wird immer davon gesprochen oder geschrieben, dass er Astronaut IST.


Frau Thiele-Eich und Frau Randall würde ich als "Astronautinnen in Ausbildung" ansehen.



Mich stört, daß Frau Thiele-Eich nicht widerspricht, wenn man sie als Astronautin bezeichnet. Sie kokettiert nach meinem Eindruck ein wenig zuviel mit den
Vorschusslorbeeren.
Herr Maurer geht damit ganz anders um, da erkenne ich eine andere, professionelle Qualität.

Offline Feuerfresser

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Re: Die erste deutsche Astronautin?
« Antwort #454 am: 25. September 2019, 10:08:41 »
Es wird wohl an der Zeit, dass man offiziell definiert, wann man welchen Status hat. Der Begriff "Astronaut" ist ja nicht wirklich geschützt. Ich halte die Ausbildung der beiden deutschen Kandidatinnen für noch nicht so weit gediegen, dass man sie als Astronautinnen bezeichnen dürfte. Zumindest die Grundausbildung sollten sie absolviert haben. Bevor es zur ISS geht, müssten doch auch noch einige Sicherheitsprozeduren geschult werden, oder? Ist das denn schon in irgendeiner Form durchlaufen worden? Sicherlich sind beide Kandidatinnen gut qualifiziert und als Astronautinnen geeignet. Von daher möchte ich beiden nicht die Qualifikation grundsätzlich absprechen.

Zur Aktion "Die Astronautin" als solches:

Meiner Meinung nach ist es schon richtig, dass junge Frauen/Mädchen Vorbilder brauchen. Ich denke, dass eine (deutsche) Astronautin somit einen Push für bestimmte Studiengänge bewirken könnte. Wenn es denn auch eine Astronautin ist, die ähnlich medienwirksam wie Alexander Gerst handelt. Das hätte für Deutschland positive Effekte. Solch ein Vorbild muss dann allerdings auch eine gewisse Echtheit aufweisen. So gut ich den grundsätzlichen Gedanken finde, eine deutsche Astronautin zu nominieren, so kritisch betrachte ich aber auch die Tatsache, dass dies nun mittels einer privaten Initiative geschehen soll, die sich ein Ticket erkauft. Ich stelle mir die Frage, welche Signalwirkung dies auf junge Frauen hat. "Du kannst alles schaffen, wenn Du jemanden findest, der Dir das bezahlst?"; "Du kannst das schaffen, aber nicht über den regulären Weg?"; "Du kannst das schaffen, auch wenn Du weniger zu bieten hast, als Deine männlichen Mitbewerber?"

Sicherlich haben die ausgewählten "Astronautinnen" das Zeug dazu, in den Weltraum zu fliegen. Dies hatten sicherlich aber alle letzten 100 Kandidaten im offiziellen Verfahren. Doch nur die allerbesten wurden genommen. Unter den letzten 20 befand sich zuletzt keine deutsche Frau mehr. Soll heißen, wenn die offiziellen Verfahren der ESA ausschließlich die besten Kandidaten und Kandidatinnen ermitteln wollen, wird es weiter sehr eng für deutsche Bewerberinnen bleiben. Ist das nun ungerecht? Nein, aus meiner Sicht nicht. Es ist aus meiner Sicht sehr gerecht, wenn es eine Frau nicht wird, weil ein männlicher Kandidat besser war. Oder umgekehrt: Warum will man einen männlichen Kandidaten benachteiligen, weil der keine Frau ist? Außerdem: Sind wir mal realistisch. Nur wenige Frauen haben ein Interesse an der Raumfahrt. Mal eine Zahl, die ich mir ausgedacht habe: Von den Raumfahrt-Interessierten sind gefühlt 20% weiblich, 80% männlich. Dementsprechend gehen Karrierewege auch andere Richtungen. Wenn am Ende nur wenige Frauen ihre Bewerbung in den Ring werfen auf einen Astronautinnen-Job, dann ist logisch, dass es auch nur sehr wenige gibt, die es schaffen.

Andererseits, und das habe ich weiter oben schon geschrieben, hätte eine deutsche Astronautin absolut Signalwirkung auf junge Frauen. Warum interessieren sich so wenige Frauen für Raumfahrt? Vielleicht liegt es eben an diesem Vorbild. Deshalb sehe ich das auch nicht als europäisches Problem an, sondern als deutsches. Wenn sich durch eine deutsche Astronautin mehr Frauen zur Wissenschaft berufen fühlten, wäre das ein wegweisendes Vorhaben. Auch wenn es wissenschaftlich egal sein sollte, ob nun eine Frau oder ein Mann die Arbeit auf der ISS ausführt, sehe ich einen Mehrwert für uns auf der Erde. Mir wäre allerdings viel wohler bei der Sache, wenn die erste deutsche Astronautin über ein offizielles Verfahren, ähnlich wie bei der NASA, ausgewählt würde. Die NASA schafft es ja auch, geeignete Kandidatinnen zu finden. Die Bewerber*innen-Situation wird in den USA ja nicht grundsätzlich anders sein, als in Deutschland (Vermutung). So wirkt doch alles sehr gekünstelt und sendet womöglich die falschen Signale.

Astronaut*in zu werden ist ein großes Privileg und verlangt wahnsinnig viele Opfer von den Beteiligten. Sie gehören zu den Besten der Besten. Hier geht es primär nicht um Gleichberechtigung der Geschlechter, sondern um Wissenschaft. Es geht um Durchhaltevermögen, Hingabe, Ehrgeiz, Perfektion. Ich mag mich täuschen und es soll jetzt bitte bitte nicht frauenfeindlich klingen: Dennoch entsteht, wenn man sich Deutschland und Astronautinnen anschaut, ganz oft der Eindruck, als würde es den Kandidatinnen an den für Astronaut*innen genannten Eigenschaften fehlen. Renate Brümmer und Heike Walpot, die ja fast die ersten deutschen Astronautinnen wurden (und damit wesentlich näher am Ziel waren, als unsere jetzigen Kandidatinnen), haben es vermutlich vorgemacht. Warum wurden denn die Männer bevorzugt? Ich gehe nicht von sexistischen Gründen aus, ich denke, es lag am Durchhaltevermögen, an der Einsatzbereitschaft (auch nur meine Vermutung!). Bei den jetzigen Kandidatinnen, so sehr sie sich vielleicht wünschen Astronautin zu werden, sehe ich das ähnlich. Es gehört einfach noch viel mehr dazu, als ein paar Trainings zu machen und auf eine Mitfluggelegenheit zu warten.

Offline LeavingOrbit

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Re: Die erste deutsche Astronautin?
« Antwort #455 am: 26. September 2019, 21:16:20 »
Zitat
Solch ein Vorbild muss dann allerdings auch eine gewisse Echtheit aufweisen.

Genau das ist der Knackpunkt. Die Ausbildung ist der des echten Astronauten-Corps nicht ebenbürtig, sondern, wie man damals bei der Nominierung zu lesen bekam, "auf die Bedürfnisse einer Raumfahrt-Touristin zugeschnitten". (Ich kann die Quelle gerne später raussuchen; ist nur gerade etwas umständlich.) Ist also eine Minimalausbildung, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Obendrein liefe diese Astronautin außerhalb der Hierarchie mit. Sie wäre immer nur zahlender Gast; der Kommandantenposten wie 2018 bei Gerst oder aktuell Parmitano wäre nicht drin. Frauen, die sich für Raumfahrt interessieren, werden das ziemlich schnell begreifen, und damit hat sich's dann auch schon ausgevorbildert. Es wäre Augenwischerei, auch wenn es jemals stattfände.

Hinzu kommt: Mit Cristoforetti, die hervorragend Deutsch spricht und hier genausogut Vorträge halten kann (und das auch tut), haben wir Frauen doch schon ein echtes Vorbild. Warum um alles in der Welt muss es eine Frau mit deutschem Pass sein, im Jahr 2019, 2020, 2021... ? Mir persönlich erschließt sich beim besten Willen bis heute nicht, warum bei einer ohnehin internationalen Kooperation nur eine Deutsche ein Vorbild für Deutsche sein kann.

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