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Autor Thema: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG  (Gelesen 55546 mal)

Offline Rücksturz

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #250 am: 03. März 2019, 13:02:10 »
Das Gateway hat den Vorteil, dass es die Bedingungen des "Deep Space" besser simuliert, und ein "Rettungshafen" für eine Mondcrew sein kann.

Was sind "Deep Space Bedingungen"? Ich sehe hier primär nur die Auswirkungen von Strahlung auf Mensch und Material.

Zitat
Dazu ist das SLS für den Transport zum Mond optimiert.


Nein ist sie nicht.
Sie ist auf das Tragen der Orionkapsel optimiert. Und für das Beschäftigen von Personal.

Zitat
Der Zusammenbau von LOP-G und dem Deep Space Transporter soll 7 SLS-Starts brauchen, danach immer jeweils einen Start für den Treibstoff und Versorgung, dann kann der DST jeweils seine Flüge starten.

Falsch.
Nach dem was ich sehe ist sie für den Aufbau von LOP-G + Mondlander nur drei mal Eingeplant - und zwar immer dann wenn man mit Menschen/ der Orionkapsel hin will.
Für Versorgung sind (natürlich) schon länger kommerzielle Anbieter eingeplant. Zuletzt geht es auch da hin dass Kommerzielle auch mehr Module transportieren sollen.

Siehe:
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=16701.msg445252#msg445252
https://www.nasa.gov/sites/default/files/atoms/files/nasa_hls_baa_industry_forum_14feb2019.pdf

Hervorhebung von mir.

Die 7 Starts beziehen sich auf LOP-G (ehemals Deep Space Gateway) und Deep Space Transport (DST)zusammen.
Ob es jetzt exakt so viele sein werden, kann man mit absoluter Sicherheit heute natürlich noch nicht sagen.
Aber dem Grunde nach gibt es den derzeitigen Wissenstand wieder und ist somit nicht "Falsch".
Neben der schon erwähnten notwendigen Möglichkeit menschliche Lebensräume (Habitate) unter "echten" Weltraumbedingungen, d.h. weitgehend außerhalb des schützenden Erdmagnetfelds zu bauen und zu testen, bietet das Gateway noch weitere wichtige Technologiedemonstrationen, die für weiterführende Missionen (Mondoberfläche, Marsmonde, Mars, Asteroiden etc.) dringend gebraucht werden.
Die Lebenserhaltungssysteme müssen noch effizienter und noch unabhängiger von der Erde werden.
Das Solarelektrische Antriebsmodul ist ein Technologiedemonstrator für das DST.
Außerdem bietet es die Möglichkeit die Umlaufbahn sowohl zu korrigieren als auch grundsätzlich zu ändern.
Auch das Zusammenbauen einer großen Struktur muss noch optimiert werden.
Der Zusammenbau der ISS hat (wenn meine Informationen stimmen) 33 Starts von STS und Proton für den Aufbau gebraucht.
Das muss deutlich reduziert werden.
Auch die Logistik muss weiter automatisiert und verbessert werden und dafür bietet sich hier eine gute Plattform.
Darüber hinaus hat es auch praktische Vorteile, um z.B. Rover und Roboter auf der Mondoberfläche fernzusteuern.
Die Signallaufzeit vom Mond und zurück führt zu einer nicht unerheblichen Latenz.
Außerdem bietet ein Gateway um den Mond auch die Möglichkeit Prozeduren und Abläufe zu üben, die später auch am Mars benötigt werden.
Auf der ISS ist es üblich und nötig, dass alle Abläufe über Mission Control in Houston oder Moskau überwacht werden.
Viele Experimente und viele Funktionen der Station werden vom Boden aus kontrolliert.
Am Mars ist das nicht mehr möglich.
Daher sollte das Gateway wesentlich autarker funktionieren.
Darüber hinaus könnte es als "kleines" Mission Control für spätere Aktivitäten auf dem Mondboden dienen.
Damit liese sich ein entsprechendes Szenario für den Mars testen, d.h. im Orbit werden Bodenaktivitäten unterstützt, ohne Hilfe von der Erde.

Viele Grüße
Rücksturz

Offline McPhönix

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #251 am: 03. März 2019, 13:07:48 »
cfm Rücksturz.

Und egal, welche kuriosen Wege das Projekt ging und noch gehen wird, es wird von Fachleuten gemacht und kann nie eine völlig unbrauchbare Schachtel werden. Dort an der Stelle etwas zu haben, was sich anders bewegt als die ISS ist in jedem Fall nützlich.
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline Sensei

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #252 am: 03. März 2019, 14:31:19 »
Schöne Zusammenfassung.
Danke, Rücksturz.
--
Ja, es wird nicht unbrauchbar sein. Und wenn es erst einmal soweit kommen sollte werde auch begeistert zusehen wie Menschen diese Station betreten.

Aber ob die Station dort nötig ist, es besser Optionen gäbe und es genügend Leistung für das Geld gibt, kann man immer noch verschiedener Meinung sein.
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline Stefan307

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #253 am: 04. März 2019, 16:12:41 »
Schöne Zusammenfassung.
Danke, Rücksturz.
--
Ja, es wird nicht unbrauchbar sein. Und wenn es erst einmal soweit kommen sollte werde auch begeistert zusehen wie Menschen diese Station betreten.

Aber ob die Station dort nötig ist, es besser Optionen gäbe und es genügend Leistung für das Geld gibt, kann man immer noch verschiedener Meinung sein.

Oh, solche Worte hätte ich jetzt von dir nicht erwartet! Ich frage mich nur was die bessere Alternative wäre, wenn man mal als Fakt akzeptiert, das wir zu wenig über den "freien Weltraum" wissen um Menschen zum Mars zu schicken?
Möglichkeiten die ich mir vorstellen könnte wären: Umlaufbahn außerhalb Van Allen Gürtel aber innerhalb der Mondbahn (GSO?) L3, L4, L5 Erde-Mondsystem, "Hohe Umlaufbahn" um die Erde, L1, L2, L4, L5 Sonne-Erde.
Der Witz beim LOP-G ist in meinen Augen die Kombination von Deep Space (wenn auch erst mal als "Light Version") und Mond den ich ja als hoch interessantes und "erreichbares" Ziel ansehe. Ich wäre allerdings für den L2 gewesen um die abgewandte Seite besser "betreuen" zu können die zugewandte Seite lässt sich ja von der Erde betreuen.
Das spannende an den Lagrance Punkten ist aber auch das man mit wenig deltaV von einem zum anderen reisen kann, es ist also nicht ausgeschlossen das ein LOP-G oder ein Nachfolger vom L1 zu einem anderen Punkt verschoben wird.

MFG S
 

Offline Sensei

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #254 am: 05. März 2019, 00:30:07 »
Da ist nicht sonderlich viel zu betreuen. Hauptsächlich geht es dann um Kommunikation. Und diese kann ganz gut über Relaysatelliten erfolgen.
Dann bleibt noch optische Beobachtung und das "Gefühl, dass da jemand über einen wacht".

Zitat
Ich frage mich nur was die bessere Alternative wäre, wenn man mal als Fakt akzeptiert, das wir zu wenig über den "freien Weltraum" wissen um Menschen zum Mars zu schicken?

Direkte Besuche und Stationen auf dem Mond.
Das Kann man. Da ist die Forschung und die Wissenschaft.
Und dafür braucht es keine Station im nirgendwo.

Schwerelosigkeit kann man im LEO erproben. Strahlenforschung kann man genau so gut auf dem Mond betreiben - da blockiert nur der Mond selbst eben genau 50% der Strahlung. Die Robustheit von Systemen kann man ebenfalls im LEO und auf dem Weg zum Mond testen.

Wenn es unbedingt eine Station sein muss: Wie wäre es dann mit einer im LEO zusammengesetzten Station die per SEP in den niedrigen Mondorbit gebracht wird?
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Offline Stefan307

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #255 am: 05. März 2019, 17:55:45 »
Da ist nicht sonderlich viel zu betreuen. Hauptsächlich geht es dann um Kommunikation. Und diese kann ganz gut über Relaysatelliten erfolgen.
Dann bleibt noch optische Beobachtung und das "Gefühl, dass da jemand über einen wacht".

Zitat
Ich frage mich nur was die bessere Alternative wäre, wenn man mal als Fakt akzeptiert, das wir zu wenig über den "freien Weltraum" wissen um Menschen zum Mars zu schicken?

Direkte Besuche und Stationen auf dem Mond.
Das Kann man. Da ist die Forschung und die Wissenschaft.
Und dafür braucht es keine Station im nirgendwo.

Ist das energetisch Günstiger? ich glaube nicht, Wiederverwendung ist auch deutlich schwieriger wenn alles wider zurück zur erde schleppe etc. aber das willst du alles nicht höhren weil du ein bestimmtes Transportmittel im Kopf hast, "das alles Möglich macht und dabei fast nichts kostet" nur steht das halt im totalen Gegensatz zu allen Erfahrungen die die Menschehit in 60 Jahren Raumfahrt gesammelt hat.

Zitat
...
Wenn es unbedingt eine Station sein muss: Wie wäre es dann mit einer im LEO zusammengesetzten Station die per SEP in den niedrigen Mondorbit gebracht wird?

Die Idee könnte allerdings von mir sein! Problematisch wäre allerdings das die Station dann lange zeit im Strahlengürtel ist....

MFG S

Offline MillenniumPilot

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #256 am: 05. März 2019, 18:48:45 »
Die groesste Gefahr, die ich bei diesem Projekt sehe, sind mal wieder Diskrepanzen zwischen den einzelnen Laendern. Ob man nun ein Gateway im Erd- oder Lunarorbit platziert halte ich fuer weniger relevant. Beides hat vor und Nachteile. Um die Strahlenbelastung zu testen, hmmm, ich weiss nicht. Das kann man auf der Erde ganz hervorragend im Labor machen und ich bekam in Europa meine jaehrliche Strahlendosis aufgrund meines Dienstplanes mitgeteilt. Also imho muessen wir deshalb nicht zum Mond. Andererseits sehe ich es auch so, dass es besser ist, auf dem Mond zu ueben, wie man Habitate baut. So koennte ich mir vorstellen, dass man den Bau in einer Realsimulation exerziert. Werkzeuge und Ausruestung, die im Laufe der Simulation fehlen, kann man so “schnell” nachliefern. Ausserdem denke ich, das BO und SoaceX frueher oder spaeter Partnerschaften eingehen und eigene Basen im All errichten. Damit will ich sagen, wenn man es schafft, das LOP zu humanen Kosten zu installieren, ist es am Ende egal, wo wir anfangen, dann wird es nicht bei einer Station bleiben.

Offline orion

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #257 am: 06. März 2019, 07:23:42 »
Wäre das aber für SpaceX nicht eine viel zu große Zeitverzögerung? Wenn sie als Partner da mit einsteigen wollen, müssen sie ja noch etliche Jahre warten, bevor die Station losgeht.
Aber SpaceX fliegt ab 2022 bemannt zum Mars, und die Kolonisierung wird dann auch beginnen. Da wäre  die Beteiligung an LOP-G kontraproduktiv.

Offline Schillrich

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #258 am: 06. März 2019, 07:36:05 »
NASA möchte ja wieder "Logistik-Aufträge" zur Versorgung vergeben, genauso wie das CRS -Programm für die ISS. Sie ist dann "Ankerkunde" für dieses Firmen und sichert einen Teil deren Umsatzes ... sodass die Firmen ihr Produkt weiterentwickeln und neue Märkte erschließen können.

Von daher: LOP-G wäre für alle "potentiellen Lieferanten" ein guter Auftrag, um Einnahmen zu haben und weiterentwickeln zu können.
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Offline MillenniumPilot

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #259 am: 06. März 2019, 07:49:25 »
Wäre das aber für SpaceX nicht eine viel zu große Zeitverzögerung? Wenn sie als Partner da mit einsteigen wollen, müssen sie ja noch etliche Jahre warten, bevor die Station losgeht.
Aber SpaceX fliegt ab 2022 bemannt zum Mars, und die Kolonisierung wird dann auch beginnen. Da wäre  die Beteiligung an LOP-G kontraproduktiv.

Ich bin ja SpaceX Optimist. Aber 2022/24. Hmmm, ich habe da meine Zweifel. Ich faende es schon cool, aber das kann ich mir nicht so recht vorstellen. Und wie ich schon oben schrieb, SpaceX taete gut daran, wenn jemand vorher schonmal uebt, wie man ein Habitat baut und wer waere da besser als Partner geeignet, als die NASA. Im Prinzip, bitte jetzt nicht erschiessen, kann das so aehnlich ablaufen wie im Film “Der Marsianer”. DpaceX baut die Hermes, den Rest erledigt die NASA. Erst LOP, dann ein Mondhabitat und wenn das funktioniert, ab zum Mars. Ob man die LOP dann kuenftig als Tankstelle fuer Fluege im Solarsystem nutzt, sei dann mal dahingestellt.

Offline Sensei

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #260 am: 06. März 2019, 08:27:58 »
Orions Kommentar war aber sehr sicher Sarkastisch gemeint :/

@Schillrich: Solche Dinge haben immer 2 Seiten. Wenn ein Projekt dafür gedacht ist Unternehmen zu fördern besteht auch die Gefahr dass solch ein Ziel eine Eigendynamik bekommt, man schlecht aus die Verträge wieder raus kommt und das ganze Projekt teuer wird.
---

Ich hoffe ja noch drauf, dass wenn das LOP-G umgesetzt wird, dieses selbst schön schlank und relativ kostengünstig passiert und möglichst ein feature creep verhindert werden kann.
Anders rum besteht eben die Gefahr, dass dies nicht gelingt und LOP-G (inclusive zuzuordnende Orion, SLS Starts und Versorgungsflüge) auf viele Jahre große Stücke des Budgets frisst und man deswegen in anderen Bereichen nicht voran kommt.  :-\
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Offline MillenniumPilot

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #261 am: 06. März 2019, 09:34:10 »
Offensichtlich kann es dann aber finanziell nur schlank bleiben, wenn die Privaten mit im Boot sitzen. SLS mal aussen vor.

Offline Schillrich

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #262 am: 06. März 2019, 09:52:24 »
Eben. Wenn es dann mehrere "Lieferanten" gibt, können betriebswirtschaftliche Prozesse greifen. Man würde wahrscheinlich keinen teuren Anbieter komplett ausschließen, aber den Großteil des Auftrags an den günstigeren verschieben. Das kann Optimierungsprozesse in der Logistikkette anstoßen.

Ok, einfach gedacht. Man muss das ordentlich aufsetzen. Zwei "konkurrierende" Produkt können auch teuer werden, s. EELV.
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Offline orion

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #263 am: 06. März 2019, 13:13:13 »
Orions Kommentar war aber sehr sicher Sarkastisch gemeint :/

Eingeschränkt - das sind Angaben aus dem SX-Bereich. Wenn man dort skeptisch auf die Zeitangaben reagiert, wird man wortgelyncht.
Also nehme ich es für bahre Münze - vielleicht fällt dann auf, wie abstruse die Angaben dort sind.

Zum Thema:
Für die weitere Entwicklung muss die Raumfahrt in die Breite gehen - und Kontinuität muss einziehen.
Bin mir sicher, dass es auch nach der ISS mindestens eine Station in LEO geben wird, nicht so groß, aber eine Station.
Dazu LOP-G und Station(en) auf den Mond.
Allein die Versorgungslogistik würde einen großen Schub geben.
Das wäre für die nächsten Jahre eine realistische Entwicklung.

Offline Stefan307

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #264 am: 06. März 2019, 18:22:17 »
Eben. Wenn es dann mehrere "Lieferanten" gibt, können betriebswirtschaftliche Prozesse greifen. Man würde wahrscheinlich keinen teuren Anbieter komplett ausschließen, aber den Großteil des Auftrags an den günstigeren verschieben. Das kann Optimierungsprozesse in der Logistikkette anstoßen.

Ok, einfach gedacht. Man muss das ordentlich aufsetzen. Zwei "konkurrierende" Produkt können auch teuer werden, s. EELV.

An den Produkten hängt ja auch jede Menge im Hintergrund.
Schönes Beispiel CCRS da hat man jetzt 2 Kapseln mit völlig unterschiedlichen Bedienkonzepten also müssen die Astronauten entweder im Umgang mit beiden geschult werden oder man kann doch nicht zwischen beiden wechseln wenn es z.b zu einem Problem mit einer der Beiden oder auch den Trägerraketen kommt.

Wenn man sich das ganze jetzt noch im expolorativen Bereich der Raumfahrt vorstellen soll, komme ich zumindest schnell an den Punkt wo die Nach- die Vorteile überwiegen...

Orions Kommentar war aber sehr sicher Sarkastisch gemeint :/

Eingeschränkt - das sind Angaben aus dem SX-Bereich. Wenn man dort skeptisch auf die Zeitangaben reagiert, wird man wortgelyncht.
Also nehme ich es für bahre Münze - vielleicht fällt dann auf, wie abstruse die Angaben dort sind.

Zum Thema:
Für die weitere Entwicklung muss die Raumfahrt in die Breite gehen - und Kontinuität muss einziehen.
Bin mir sicher, dass es auch nach der ISS mindestens eine Station in LEO geben wird, nicht so groß, aber eine Station.
Dazu LOP-G und Station(en) auf den Mond.
Allein die Versorgungslogistik würde einen großen Schub geben.
Das wäre für die nächsten Jahre eine realistische Entwicklung.


Absolut realistische Einschätzung, bis darauf das ein ISS Nachfolger nicht kleiner wird sondern eher größer, oder es gibt aus Politischen oder evtl. sogar unternehmerischen Gründen mehre Stationen im LEO.

MFG S

Offline MillenniumPilot

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #265 am: 06. März 2019, 23:22:33 »
Orions Kommentar war aber sehr sicher Sarkastisch gemeint :/

Eingeschränkt - das sind Angaben aus dem SX-Bereich. Wenn man dort skeptisch auf die Zeitangaben reagiert, wird man wortgelyncht.
Also nehme ich es für bahre Münze - vielleicht fällt dann auf, wie abstruse die Angaben dort sind.

Zum Thema:
Für die weitere Entwicklung muss die Raumfahrt in die Breite gehen - und Kontinuität muss einziehen.
Bin mir sicher, dass es auch nach der ISS mindestens eine Station in LEO geben wird, nicht so groß, aber eine Station.
Dazu LOP-G und Station(en) auf den Mond.
Allein die Versorgungslogistik würde einen großen Schub geben.
Das wäre für die nächsten Jahre eine realistische Entwicklung.

Ganz ehrlich, nenn mir doch mal die Personen, die ernsthaft propagieren, SX wuerde 2022 bemannt zum Mars fliegen. Ich finde solche Bemerkungen ueberheblich und nicht schön. Der Rest Deines Beitrages liegt naemlich genau auf meiner Linie. Ich denke auch, es wird nicht heissen, das LOP wird um den den Mond fliegen, ODER etwas wird die Erde umkreisen, vielmehr denke ich, dass nach der sanften Revolution bei den Launchern, das naechste Thema, bezahlbare Raumstationen werden wird. Und das LOP wird das erste Testobjekt.

Offline Stefan307

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #266 am: 07. März 2019, 17:32:44 »
...

Ganz ehrlich, nenn mir doch mal die Personen, die ernsthaft propagieren, SX wuerde 2022 bemannt zum Mars fliegen....

Nach meinem Verständnis macht das SpaceX bzw. Musk selber!
Ich finde ja genau dieses verhalten total überheblich, mit völlig unrealistischen Planungen an die Öffentlichkeit zu gehen!

Die Folge sind dann ein dutzend Posts im SLS Thread warum die NASA keine Rakete mehr entwickeln kann, das aber SpaceX jeden ihre Zeitpläne bisher "gerissen" hat wird dann gerne übersehen.
Und ja das gehört nicht hier her, das schlimme an diesem Forum ist mittlerweile das man kein Thema mehr diskutieren kann ohne das einer schreibt warum nicht mit SpaceX die können doch alles besser schneller und billiger. Wobei bestenfalls das letzte stimmt.

MFG S

Offline MarsMCT

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #267 am: 07. März 2019, 18:01:26 »
...

Ganz ehrlich, nenn mir doch mal die Personen, die ernsthaft propagieren, SX wuerde 2022 bemannt zum Mars fliegen....

Nach meinem Verständnis macht das SpaceX bzw. Musk selber!
Ich finde ja genau dieses verhalten total überheblich, mit völlig unrealistischen Planungen an die Öffentlichkeit zu gehen!

Ich finde es eher überheblich, solche falschen Behauptungen ungeprüft in den Raum zu stellen.

Der Stand der Aussagen von Elon Musk ist unbemannt zum Mars in 2022 und bemannt 2024. Diese Ziele hat er ausdrücklich als "aspirational", also angestrebt bezeichnet, nicht als fixe Pläne.

Offline Stefan307

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #268 am: 07. März 2019, 19:02:01 »
...

Ganz ehrlich, nenn mir doch mal die Personen, die ernsthaft propagieren, SX wuerde 2022 bemannt zum Mars fliegen....

Nach meinem Verständnis macht das SpaceX bzw. Musk selber!
Ich finde ja genau dieses verhalten total überheblich, mit völlig unrealistischen Planungen an die Öffentlichkeit zu gehen!

Ich finde es eher überheblich, solche falschen Behauptungen ungeprüft in den Raum zu stellen.

Der Stand der Aussagen von Elon Musk ist unbemannt zum Mars in 2022 und bemannt 2024. Diese Ziele hat er ausdrücklich als "aspirational", also angestrebt bezeichnet, nicht als fixe Pläne.

Und worauf willst du jetzt hinaus auf die 2 Jahre Unterschied oder darauf das Musk sich eine Hintertür offen lässt da er offensichtlich seinen eigenen Plänen misstraut?
Fakt ist und das beweisen dutzenden Post nicht nur in diesem Thread das viele das für "Bare Münze" nehmen deswegen deutlich seriösere  Planungen z.b von der NASA als Zeitverschwendung etc. bezeichnet werden. Und darum dreht sich mittlerweile auch dieser Thread der eigentlich ein Hochinteressantes Konzept für eine Raumstation zum Thema hat.

MFG S

Offline tomtom

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #269 am: 07. März 2019, 19:03:33 »
Es wäre mir sehr daran gelegen, hier keine Diskussion zu führen, wann SpaceX zum Mars fliegt !
"orion" hat es angefangen und alle springen wieder an.

Wenn man partou will, kann man ja die SpaceX-Ankündigung anführen, 2023 Touristen auf Mondkurs zu schicken. Aber eigentlich sollte es hier nur um LOP-G gehen !


Offline Sensei

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #270 am: 11. März 2019, 20:03:59 »

http://m.esa.int/Our_Activities/Human_and_Robotic_Exploration/Gateway_to_the_Moon

Die ESA, und das ganze internationale Board, bekräftigt ihr Engagement bezüglich der Station.

Für feste Zusagen wird allerdings auf die Space19+ Conference im November 2019 verwiesen.
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Offline Schneefüchsin

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #271 am: 11. März 2019, 21:18:03 »
Was mich gerade etwas verwirrt, ist welches Ziel verfolgt die NASA eigentlich gerade im für Lunar Gateway?

Zum einen haben wir den Aufbau von Lunar Gateway den Sensei gerade zeigt, bei dem schon überraschend viel mit Raumfahrtagenturen definiert ist.

Zum anderen aber dann vor 3 Wochen an die Industrie sagten, dass sie bis zum 25 März Angebote haben wollen für den Aufbau von LOP-G und Landermissionen auf dem Mond, dies alles aber nur eine Orientierung ist, was sie wollen und die Unternehmen auch etwas komplett anderes vorschlagen können.

https://www.youtube.com/watch?v=N1tEh8SgbDw

Für mich klingt das als:
- Fährt man Zweigleisig.
- Eine Hand weiß nicht was die andere tut.
- Das Angebot eine komplett andere Architektur in Betracht zu ziehen nicht so ernst gemeint?

Klingt für mich gerade sehr seltsam das sie Lunar Gateway nun scheinbar schon großteils definiert haben.

Grüße aus meinem Versteck

Offline Sensei

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #272 am: 11. März 2019, 23:11:13 »
Ein, meiner Meinung nach sehr interessanter und aufschlussreicher Tweetverlauf zwischen Eric Berger und Clark Newmann (NASA Mission Design Engineer) im Anschluss an die Präsentation des neuen NASA Budgets:
https://twitter.com/SciGuySpace/status/1105158789190176768

Eric Berger(EB):
One thing I'm curious about is how much more difficult it will be to assemble the Gateway robotically, with commercially delivered modules, as opposed to with crew, which could have happened with the Block 1B SLS rocket.
Eine Sache, auf die ich gespannt bin, ist, wie viel schwieriger es sein wird, das Gateway robotisch zu montieren, mit kommerziell ausgelieferten Modulen, im Gegensatz zu Crew, was mit der Block 1B SLS-Rakete hätte passieren können.

Clark Newmann(CN):
"biting my tongue clean in half and storing it on ice"
"Ich muss mir hier sehr auf die Zunge beißen"

EB:
"but it's a legit question, no?"
"Aber es ist eine berechtigte Frage, oder?"

CN:
"it's legit for sure. I just want to talk about it and don't want to get in trouble. I have thoughts..."
"Das ist mit sicherheit eine berechtigte Frage. Ich würde auch gerne darüber reden aber ich möchte nicht in schwierigkeiten kommen. Aber ich mache mir Gedanken..."

"ugh you twisted my arm. some modules were planned to arrive solo all along, right? (right as in do you know or do I need to delete?) I don't think it would ever get to 100% robotically constructed, but I think it's on a slider how many arrive solo vs comanifested."
"[Scherzhaft] Uhhh, du hast mir den Arm umgedreht! ... Einige Module waren schon die ganze Zeit dafür gedacht allein anzukommen, richtig? [??] Ich glaube nicht dass es jemals 100% robotisch gebaut wird. Aber ich glaub es ist gerade in der schwebe [on a slider?] wie viele Module allein ankommen und wie viele zusammen mit der Orion."

--

Thomas Burghardt:
"Could still assemble with crewed Orion, just have to be two separate launches. (Module aboard commercial launcher after the SLS+Orion launch)"
"Aber die Module könnten doch trotzdem noch mit einer Orion konstruiert werden. Die Orion müsste nur mit einem extra Start hoch geschickt werden. (Kommerzielle Start bringt das Modul hoch. Die Orion startet auf der SLS"

CN:
"hahahahaHAHAHAHAHAAAAAAAAHHHHHHHHHHH!!!! lets just do 3 FH launches: Orion, the element, the ICPS. Still cheaper than 1 SLS"

"HAHAHA!! lass uns statt dessen 3 FH Starts nehmen: Einen für die Orion, einen für das Modul und einen für die ICPS(interim cryogenic propulsion stage). Das wäre immer noch günstiger als ein einzelner SLS Start."
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Offline Therodon

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #273 am: 12. März 2019, 06:53:48 »
Für mich klingt das als:
- Fährt man Zweigleisig.
- Eine Hand weiß nicht was die andere tut.
- Das Angebot eine komplett andere Architektur in Betracht zu ziehen nicht so ernst gemeint?

Klingt für mich gerade sehr seltsam das sie Lunar Gateway nun scheinbar schon großteils definiert haben.

Grüße aus meinem Versteck

Na ja. Die Raumfahrtagenturen stehen drauf, aber mal ehrlich, das ist ja eher ein "wer bezahlt es" System. Wer das Ding transportiert ist ja was völlig anderes.

Ich glaube eher das man gerade bei der NASA etwas mehr Druck bekommt um praxisnahe, schnelle Lösungen zu finden. Dafür will man hat alles an Brainstorming nutzen, die man bekommen kann. Selbst wenn man Eingabe nicht umsetzt, weiß man dann zumindest was es gab. Schöner Nebeneffekt, sollte später einer um die Ecke kommen mit "Das ist Mist, wir hätten das so gemacht", kann man sagen "ihr hattet ja die Möglichkeit diese Idee einzubringen"

Offline MarsMCT

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Re: Lunar Orbital Platform – Gateway (LOP-G)/ ehemals DSG
« Antwort #274 am: 12. März 2019, 10:07:32 »
Zitat
"HAHAHA!! lass uns statt dessen 3 FH Starts nehmen: Einen für die Orion, einen für das Modul und einen für die ICPS(interim cryogenic propulsion stage). Das wäre immer noch günstiger als ein einzelner SLS Start."

Nur für den Fall, daß jemand das nicht gemerkt hat. Ist natürlich ein Scherz, man kann ICPS und Orion nicht getrennt starten und im Orbit zusammenfügen.

Interessant finde ich aber den Ansatz, daß die NASA zwar einerseits eng spezifizierte Angebotsanforderungen ausgibt, aber andererseits sagt, sie werden sich auch alternative Angebote außerhalb der Spezifikationen ansehen.

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