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Autor Thema: Ursa Major Technologies  (Gelesen 2536 mal)

Offline Youronas

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Ursa Major Technologies
« am: 04. Oktober 2016, 16:01:10 »
Mal wieder ein neues Startup, Ursa Major Technologies, das sich aus diversen Ex-Blue Origin BE-3 Mitarbeitern und Ex-SpaceX M1D Mitarbeitern zusammensetzt. Man arbeitet an zwei Triebwerken, die beiden auf einem hohen Anteil an 3D-Druckteilen basieren. Verkauft werden sollen diese dann an diverse Anbieter von "Venture-Class" Nano-/Micro-/Smallsat-Trägerraketen. Weitere Informationen soll es wohl nach den ersten Testzündungen geben. Mir stellt sich nur die Frage, wieviele Firmen tatsächlich Interesse daran haben, eine Trägerrakete zu entwickeln, ohne an eigenen Triebwerken zu arbeiten.






Ursa Major Hadley
- Oxidator/Treibstoff: LOX/RP1
- Schub: 22 kN
- Einsatzzweck: Cluster Erststufentriebwerk/Einzelnes Oberstufentriebwerk



Zitat
The Ursa Major Hadley is a 5,000 lbf sea level thrust, liquid oxygen and RP-1 engine. Designed for full-envelope service and simple integration, the Hadley is a reliable engine solution for a wide range of vehicles in the orbital and suborbital launch regimes. Integrated fluid controls and electronic subsystems accompany this turnkey propulsion package for rapid customer utilization.



Ursa Major Ripley
- Oxidator/Treibstoff: LOX/H2 (laut Homepage) bzw. LOX/RP1 o. LOX/CH4 (laut Jon Goff - siehe unten)
- Schub: 156 kN
- Einsatzzweck: Erststufentriebwerk für Trägerraketen mit 150kg Nutzlast LEO



Zitat
An evolution of the Hadley architecture, the Ursa Major Ripley engine is a 35,000 lbf class, liquid oxygen and hydrocarbon engine. Leveraging the manufacturing and design methodologies of the Hadley, Ripley is a competitive boost propulsion solution for a variety of "Venture class" vehicles, namely those sized to deploy approximately 150kg payloads to low earth orbit.



Jonathan Goff, seinerseits Gründer von Altius Space Machines (und ehemals Masten Space Systems), hat eine Tour vor Ort bekommen und war recht angetan:

Zitat
You beat me to the punch on starting a thread about Ursa Major. I had intended to start one a week ago, but wanted to check with them first to see if they wanted the attention. Apparently they're not planning on saying much in public until they have their engine firing, but were happy to have a NSF thread started for them.

Key publicly-available info worth mentioning:

1- They're working on a 5klbf LOX/Kero staged combustion engine that is made from predominately 3D printed parts. This engine could be used in clusters for a booster engine, or more likely as an upper stage engine.
2- They're then planning to do a ~35klbf LOX/Kero or LOX/Methane engine, also leveraging 3D printing and staged combustion.
3- They just moved into a facility in Berthoud, Colorado that includes both design/fabrication, and colocated testing facilities. I got a tour about a week ago, and it's the kind of site I would've loved to have found back when I was thinking Altius was a rocket company.
4- Their team is primarily ex-Blue Origin engineers (a lot of core members of the BE-3 team), with several having worked at SpaceX on Merlin 1D before that. This team is sharp, and really seem to know what they're doing. Though the proof in that pudding will be in the testing...

Quelle: http://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=41331.0

Ein paar Bilder von tatsächlicher Hardware gibt es auf Instagram:

https://www.instagram.com/ursamajortechnologies/








Offline McPhönix

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Re: Ursa Major Technologies
« Antwort #1 am: 04. Oktober 2016, 17:37:57 »
Ich stelle mir das durchaus sinnvoll vor, NUR die Rakete zu bauen - um ein brauchbares, erschwingliches und weitgehend standardisiertes Triebwerk der Größe X oder Y herum.
Der Knackpunkt scheint mir hierbei, daß die Firma möglichst schnell den Status der Zuverlässigkeit der Triebwerke UND der Lieferfähigkeit erreicht. Und sie müssen sich klar sein, daß das Geschäft nicht ewig läuft. Denn auch im Raketensektor wird sich das Gleiche tun wie bei anderen kleinen Firmen - unter dem ganz doll drohenden "Du, du!" und "wir beobachten das" der Comic- Kartellämter werden sich auch hier Monopole zusammenkaufen. Und dann sind sie mit ihren Triebwerken entweder out oder gekauft.
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline Youronas

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Re: Ursa Major Technologies
« Antwort #2 am: 07. Oktober 2016, 16:52:25 »
Man hat mit Generation Orbit (GO) wohl einen ersten Kunden für die Triebwerke. Diese entwickeln auch unterstützt durch NASA und AFRL (Air Force Research Laboratory) Fördergelder verschiedene suborbitale und orbitale, flugzeuggestützte Trägerraketen.

Quelle: http://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=41331.msg1594331#msg1594331


Offline D.H.

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Re: Ursa Major Technologies
« Antwort #3 am: 07. Oktober 2016, 17:33:23 »
Die Gefahr bei ehemaligen Mitarbeitern ist, dass sie Probleme mit Patentverletzungen bekommen könnten (siehe Firefly).

Aber interessant, sie wären, wenn es klappt, so etwas wie das neue Aerojet Rocketdyne. Wenn man zur Flugzeugsbranche schaut, dann stellen die Hersteller der Maschinen die Triebwerke auch nicht her. Könnte also klappen.

Offline Youronas

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Re: Ursa Major Technologies
« Antwort #4 am: 10. Oktober 2019, 17:12:20 »
So, mal den Thread aus der Versenkung holen: Bei Ursa Major geht es voran - ihr kleinstes Triebwerk, Hadley, mit 22 kN Leistung ist vollständig qualifiziert. Von einem der dafür notwendigen Tests gibt es auch ein aktuelles Video auf Instagram, das sich leider hier nicht direkt einbinden lässt. Daher eines auf YT von einem Test aus 2018:

https://www.youtube.com/watch?v=9UBbP5azMdY

Zitat
Look at us now! Hadley Block 1 completed a baseline qualification campaign, meeting all life and functional objectives. We set performance requirements for items such as temperatures, pressures, run time, and starts and met all of these desired goals. Congrats to the team! ⁠


Auch bei der Entwicklung des Ripley-Triebwerks scheint es voran zu gehen, es ist immerhin schon Hardware zu sehen. Die ersten Teile wurden seit Ende 2018 gedruckt:



Ripley bringt mit 157kN immerhin schon etwas die siebenfache Leistung im Vergleich zum Hadley auf die Waage. Genauso wie das kleinere Triebwerk setzt es auf einen Kombination von RP-1 und LOX.  Neu angekündigt wurde nun vor kurzem Samus, ein potentielles Oberstufentriebwerk für mittelgroße Träger und Schwerlastträger mit LH2/LOX und 222 kN Schub im Fuel-rich Staged Combustion Cycle.

Und damit wären wir auch schon bei der größten Frage, die sich mir bei Ursa Major stellt - wer sind in Zukunft die Kunden für diese Triebwerke? Ursa Major selbst möchte nicht ins Trägerraketen-Geschäft einsteigen sondern die Triebwerke als "schlüsselfertige Lösung" an andere Firmen verkaufen. Man darf gespannt sein, ob und wann einmal ein Kunde für ihre Dreier-Triebwerks-Familie präsentiert wird. Bis Mitte 2018 hatte man wohl acht Hadleys produziert und eines davon an Generation Orbit geliefert, seit dem ist es dahingehend aber auch wieder still geworden.


Bildquelle und Details zum Generation Orbit Deal: https://spacenews.com/ursa-major-aims-to-disrupt-launcher-vertical-integration-trend/


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