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29. September 2020, 12:58:50
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Autor Thema: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt  (Gelesen 8989 mal)

Offline alswieich

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #25 am: 22. November 2017, 16:32:30 »
Die DARPA hat doch längst Abstand von dieser Viebeiner-Technik von Boston Dynamics genommen, da im Feldeinsatz zu laut. ...
Boston Dynamics hat offensichtlich auch Abstand von den Vierbeinern genommen, wie man in diesem Artikel bei heise.de lesen und per Video sehen kann:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Zweibeiniger-Roboter-Atlas-schafft-Salto-rueckwaerts-3893349.html
Beim ansehen dieses sehenswerten Videos stellten sich mir die Nackenhaare auf. Eine Mischung aus Begeisterung und Angst. Erinnerungen an Filme wie "Terminator" und "I, Robot" kamen hoch. Diese Entwicklung schreitet mit meiner Meinung nach atemberaubender Geschwindigkeit voran.
Bisher geht es immer noch nur darum eine Maschine zu entwickeln, die einfach nur funktioniert. Dazu muss man nicht nur entwickeln sondern auch testen, testen und nochmals testen. Und deshalb ist FEDOR mit an Bord. Erst später wird man diese Maschinen dahingehend optimieren, dass sie möglichst lange funktionieren. Also hinsichtlich Energieversorgung und Verschleiß. Eventuell auch Selbstreparatur.

Gruß
Peter


nachträglicher Nachtrag:
- Das Video unbedingt bis zum Ende anschauen!!!
- Fehlinterpretation durchgestrichen
« Letzte Änderung: 23. November 2017, 04:31:14 von alswieich »

Offline Axel_F

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #26 am: 22. November 2017, 17:12:44 »
Boston Dynamics hat offensichtlich auch Abstand von den Vierbeinern genommen

Boston Dynamics ehemals Teil von Google/Alphabet und nun unter der Hand von Softbank Robotics (und damit mehr gebündeltes Roboter-Knowhow) hat keinen Abstand zu den Vierbeinern genommen!

Sie haben gerade vor einer Woche den lange in verschieden Testversionen gezeigten SpotMini
als ausgereifte Version angekündigt:

https://www.youtube.com/watch?v=kgaO45SyaO4

Ich stimme zu das manche Szenen einen Schauer über den Rücken jagen, aber andererseits öffnen sich halt auch viele neue zivile Einsatzfelder. Wie auch das Fliegen einer Kapsel ;)

Das Atlas-Video mit dem Salto wurde auch schon von HausD im Mitteldeutschen Stammtisch mit Direktlink zu YouTube gepostet:

https://www.youtube.com/watch?v=fRj34o4hN4I
"Denn ein Schiff erschaffen heißt nicht die Segel hissen, die Nägel schmieden, die Sterne lesen, sondern die Freude am Meer wachrufen." (Antoine de Saint-Exupéry)

Offline Doc Hoschi

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #27 am: 22. November 2017, 18:51:38 »
Ich kann schon verstehen, dass man so ein Video wie eben jenes mit dem Salto durchaus leicht schauererregend findet, aber dann ist es immer noch zweierlei, ob man einer Maschine einen Bewegungsablauf "teacht" (ich vermute sogar, hier kam ein Motion Capture Anzug zum Einsatz, was das Erreichte ingenieurstechnisch in keinster Weise schmälert), oder die Maschine die eigene Beweglichkeit "kennt" und einen solchen Bewegungsablauf in Abhängigkeit des Terrains "intuitiv" erfolgen lassen kann.

Und was dieses Thema der KI betrifft, so bin ich erst vor wenigen Tagen auf einen interessanten Artikel des Robotik-/KI-Gurus Rodney Brooks gestoßen, von dem ich gerade in den 90ern recht wenig gehalten habe (da viel zu optimistisch mit seinen Plänen) und der heute im Gegenteil versucht, die Erwartungen der Öffentlichkeit zum Thema KI zu bremsen und die Bedenken zu zerstreuen. Wen es interessiert: https://algorithmenethik.de/2017/11/14/die-sieben-todsuenden-der-prognosen-ueber-die-zukunft-der-ki/

Ansonsten wäre es an dieser Stelle wohl besser von Boston Dynamics weg und wieder zum eigentlichen Threadthema PTK NTP zurückzukommen.
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Offline Captain-S

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #28 am: 22. November 2017, 20:16:17 »
Ich kann schon verstehen, dass man so ein Video wie eben jenes mit dem Salto durchaus leicht schauererregend findet, aber dann ist es immer noch zweierlei, ob man einer Maschine einen Bewegungsablauf "teacht" (ich vermute sogar, hier kam ein Motion Capture Anzug zum Einsatz, was das Erreichte ingenieurstechnisch in keinster Weise schmälert), oder die Maschine die eigene Beweglichkeit "kennt" und einen solchen Bewegungsablauf in Abhängigkeit des Terrains "intuitiv" erfolgen lassen kann.

Und was dieses Thema der KI betrifft, so bin ich erst vor wenigen Tagen auf einen interessanten Artikel des Robotik-/KI-Gurus Rodney Brooks gestoßen, von dem ich gerade in den 90ern recht wenig gehalten habe (da viel zu optimistisch mit seinen Plänen) und der heute im Gegenteil versucht, die Erwartungen der Öffentlichkeit zum Thema KI zu bremsen und die Bedenken zu zerstreuen. Wen es interessiert: https://algorithmenethik.de/2017/11/14/die-sieben-todsuenden-der-prognosen-ueber-die-zukunft-der-ki/

Ansonsten wäre es an dieser Stelle wohl besser von Boston Dynamics weg und wieder zum eigentlichen Threadthema PTK NTP zurückzukommen.

Das kann man nicht "teachen", schau dir mal die anderen Videos von Boston Dynamics an.

Offline Sensei

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #29 am: 22. November 2017, 21:16:12 »
Und erst Recht nicht einfach als Performance capturing abnehmen.

So ein Roboter ist eben kein Mensch und löst so manche Dinge anders als wir.
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline Prodatron

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #30 am: 22. November 2017, 21:52:30 »
**DANKE Eumel fürs Verschieben**

Und erst Recht nicht einfach als Performance capturing abnehmen.

So ein Roboter ist eben kein Mensch und löst so manche Dinge anders als wir.
Genau hierzu sollte man sich mal folgendes Video ansehen (interessant wird es ab 0:55):

https://www.youtube.com/watch?v=pgaEE27nsQw&t=55s
Boston Dynamics wird sicherlich auch solche Methoden zum Selbstlernen der optimalen Bewegungen verwenden, welche genau, weiß ich allerdings nicht.
« Letzte Änderung: 22. November 2017, 23:31:08 von Prodatron »

Offline Rücksturz

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #31 am: 22. November 2017, 21:54:55 »
Vielleicht macht es Sinn in folgendem Thread weiter zu diskutieren, allerdings müsste dann ein Mod den Threadtitel verallgemeinern (z.B. "Humanoide R. in der Raumfahrt"):
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=15355.0

Dann könnte man auch die entsprechenden (fachlichen) Beiträge dorthin verschieben.

Viele Grüße
Rücksturz

Offline Doc Hoschi

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #32 am: 23. November 2017, 01:08:07 »
Natürlich bestimmen die Roboter von Boston Dynamics ihre Bewegungsabläufe durch Echtzeitdatenverarbeitung ihres Sensorinputs. Ansonsten könnten sie ja u.a. keine autonome Gegenreaktionen gegen gezielte externe Störung (z.B. Schubsen) durchführen. Das habe ich auch nicht in Frage gestellt. Wie gut das funktioniert wird auch in folgendem TED-Vortrag gezeigt: https://www.ted.com/talks/marc_raibert_meet_spot_the_robot_dog_that_can_run_hop_and_open_doors#t-584403

Ich habe wohl aber in Zweifel gestellt, dass dies im Falle des Rückwärtssaltos genauso abgelaufen ist. Mir schoss einfach als erster Gedanke durch den Kopf, dass man hier die Grundlagen eines solchen extrem komplexen Bewegungsablaufs sozusagen als "Grobschablone" über ein Motion Capture Verfahren auf das Endoskelett übertragen haben könnte und dann in die sicherlich immer noch hochkomplexe Verfeinerung des Ablaufs gegangen sein könnte (Adaption auf die Massenschwerpunkte, Aktorsteuerung, Ermittlung der notwendigen Absprungkräfte, Ermittlung der optimalen Stufenhöhe, etc.). Die PR-Wirkung eines solchen Kunststücks sieht man gegenwärtig ja in den Medien. Vielleicht erfahren wir ja in der näheren Zukunft wie Boston Dynamics das wirklich hinbekommen hat.

Glaube jedenfalls nicht, dass Atlas das gleiche Kunststück autonom bei einer anderen Stufe ähnlicher Höhe sofort nochmals hinbekommen würde. Daher sprach ich von "geteacht" noch dazu mit voller Absicht in Anführungszeichen, weil es in meinen Augen kein Teaching im eigentlichen Sinn war (Roboter führt eine durch den Bediener vorgegebene Bewegung nach), sondern vielmehr ein intern vorgegebener (komplex ermittelter) Bewegungsablauf abgerufen wurde, der nicht auf Basis von sensorischem Input erfolgte. Wie gesagt, meine Meinung.
Das Know-How in Sachen Heuristik bei Boston Dynamics ist sicherlich dennoch weltweit führend.

Um den Kreis zur Raumfahrt wieder zu schließen, liegt meines Erachtens nach bei der Autonomie auch das noch größte Problem. Anwendungen bei denen ein externer Bediener einen teilhumanoiden Roboter bei Außeneinsätzen steuert, so wie es Sensei weiter oben beschrieben hat (am besten noch mit hochentwickeltem Haptik-Feedback), sehe auch ich als Nahziel. Da macht auch der humanoide Aufbau am meisten Sinn.
Den autonomen Umgang mit unvorhergesehen Problemen wie klemmenden Schrauben, Panelen oder wegdriftenter Ausrüstung (um nur mal einige spontan auftretende Problemfälle zu nennen), ohne dabei vollkommen überfordert zu sein und/oder größeren Schaden anzurichten, sehe ich noch in recht weiter Ferne.
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Offline alswieich

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #33 am: 23. November 2017, 05:13:40 »
@ Axel_F: Danke für die Richtigstellung. Habe meinen Beitrag diesbezüglich geändert. Da habe ich wohl einiges verpennt ...
Wie das mit Werkzeugen schon immer so ist (dazu zählen auch Roboter): Man kann mit einem Faustkeil viele nützliche Dinge tun, aber auch jemandem den Schädel einschlagen. Heute sind die Werkzeuge zwar höherwertiger/komplizierter/differenzierter/usw., aber trotzdem auch nur Werkzeuge. Und zum Thema Selbstreparatur fällt mir noch der Film "Automata" ein.

Ist dieses "teachen" vergleichbar mit menschlichem Nachahmen? Immerhin kann könnte ich durch zusehen die Bewegungsabläufe erlernen und dann "nur noch" umsetzen. Das klappt bestimmt nicht sofort und nicht immer und selbst wenn ich es irgendwann beherrsche muss ich trotzdem noch Störgrößen ausbalancieren. Also z.B. Wind, veränderter Schwerpunkt, unterschiedliche Energiereserven, unterschiedliche Höhenunterschiede oder unterschiedlicher Untergrund.

Das, was Doc Hoschi vor mir geschrieben hat, entspricht auch meiner Meinung. Und ich möchte noch einen Aspekt hinzufügen: Vor einiger Zeit habe ich im Fernsehen einen Beitrag gesehen, in dem mit einem psychologischen Experiment nachgewiesen wurde, dass Menschen ca. 0,1 s brauchen um ihre Umgebung wahrzunehmen. Um diese Differenz auszugleichen berechnet das menschliche Gehirn ebenfalls alles (z.B. die Flugbahn eines Balls) ca. 0,1 s im Voraus um angemessen auf externe Geschehnisse reagieren zu können. Sonst wäre es wohl unmöglich z.B. Tischtennis zu spielen. Würde mich mal interessieren ob das bei den Robotern von Boston Dynamics auch angewendet wird.


Gruß
Peter

Offline Doc Hoschi

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #34 am: 24. November 2017, 09:03:16 »
Ist dieses "teachen" vergleichbar mit menschlichem Nachahmen?

Ich kenne das auch nur von Industrierobotern. Es ist kein wirkliches Nachahmen, sondern der Bediener gibt den Bewegungspfad eines Arbeitsschrittes vor und die Software merkt sich die Koordinaten der angefahrenen Punkte des Pfades bzw. speichert diese ab. Im günstigsten Fall wird der so geteachte Bewegungsaublauf nicht 1:1 durch den Robotarm reproduziert, sondern die Software optimiert die Bewegungsplanung hinsichtlich des energetischen/zeitlichen Aspekts selbst.


https://www.youtube.com/watch?v=A9M1zX3GzX0

Gestern gab es übrigens eine Meldung nebst Videos von Toyota zu deren humanoidem Robotprojekt T-HR3, welches laut Hersteller "später einmal" durchaus auch für Weltraumaufgaben eingesetzt werden kann. Da sieht die Steuerung recht präzise aus und zeigt auch den Vorteil des humanoiden Konzepts....eben was die Steuerung betrifft.


https://www.youtube.com/watch?v=uPI0-14kEZI

Vielleicht wäre es sinnvoll den Thread von Valkyrie hier ebenfalls zu integrieren:
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=15355.msg388864#msg388864
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline Andras1768

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #35 am: 25. November 2017, 00:09:47 »
Ich finde die Thematik hochinteressant. Warum sollten Roboter nicht irgendwann Solomissionen übernehmen. Sie könnten dort forschen, wo es für Menschen zu gefählich oder unmöglich ist sich zu bewegen( Strahlung, Kälte ,Hitze etc.). Natürlich wäre eine Überwachungssoftware oder eine direkte Verbindung zum Bordcomputer praktischer, als einen Touchscreen benutzenden Roboter.
Aber bei einer Solomission hätte man zwei voneinander unabhängige Computersysteme die sich gegenseitig unterstützen könnten. Der Roboter könnte z. B. anfallende Schäden am Raumschiff reparieren. Ausserdem wäre seine Zeit für Aussenbordeinsätze zeitlich nicht begrenzt, zumindest was den Sauerstoffbedarf und die Strahlenbelastung anbelangt. Und eine zweibeinige Variante
scheint mir hier vorteilhafter zu sein, als eine vierbeinige z.B.. Nur wie versorgt man so ein Ding autonom mit der nötigen Energie, bei Missionen auf anderen Planeten? Solarzellen halte ich für zu sperrig. Wenn er immer wieder zu einem Ausgangspunkt zurück müsste, wäre sein Bewegungsradius sehr eingeschränkt. Sowas wie Curi auf dem Mars, wäre dann nicht möglich.

Offline FlyRider

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #36 am: 25. November 2017, 09:30:18 »
Ich finde die Thematik hochinteressant. Warum sollten Roboter nicht irgendwann Solomissionen übernehmen. Sie könnten dort forschen, wo es für Menschen zu gefählich oder unmöglich ist sich zu bewegen( Strahlung, Kälte ,Hitze etc.).

Ääää... Spirit, Opportunity, Curiosity, Cassini, Juno, New Horizons, Rosetta, um mal paar zu nennen ...  ;)

Das sind alles Roboter, die genau das tun. Humanoide Roboter machen meiner Meinung nach nur Sinn, wenn sie in Umgebungen eingesetzt werden sollen, die speziell für Menschen konzipiert wurden (Haushalts- Pflegeroboter, Roboter für Suche und Rettung in Gebäuden, bestimmte/wenige Arbeiten in Fabriken). Aber warum sollte eine Raumsonde, ein Lander, ein Rover aussehen wie ein Mensch und die menschliche Motorik nachbilden, wenn man fliegen, fahren, schwimmen  könnte. Die wenigsten Ziele im Sonnensystem haben Treppen oder Türen mit Klinken oder Schränke usw. 

Der einzige Einsatzzweck ist aus meiner Sicht der Test bzw. die Reparatur / Wartung von Raumschiffen, die für Menschen konzipiert wurden.

Offline HausD

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #37 am: 13. Februar 2018, 10:53:15 »
"Herrchen, mach mal auf...?!"


https://www.youtube.com/watch?v=fUyU3lKzoio&time_continue=2

Sprichwort: "N Hund is ooch nuhrn Mänsch!"

 ;D , HausD

Offline dksk

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #38 am: 08. August 2018, 10:35:20 »
Zum Thema Weltraumexperiment mit Nutzung eines anthropomorphischen Roboters gibt es zu F E D O R eine Präsentation.

Bei Test im Raumschiff sind u.a. folgende Schnittstellen für F E D O R vorgesehen:

- mechanisch (wird vom Fixierungssystem des Sitzes zur Verfügung gestellt)
- elektrische Energie (bis zu 250 W)
- maximal kurzzeitig bis 400 W
- Befehlsinformation;
- Telemetrie, Sprache,  einschließlich der Ausgabe von „androiden“ von Sprachbefehlen;
- Television;
- thermisch

Seine geometrische Konfiguration ist in 2 Positionen dargestellt.

a.)   „Stillgestanden!“
b.)   Transportstellung im Sitz



Bildquelle und Dokumentenlink:

http://scholar.google.de/scholar_url?url=https%3A%2F%2Fcyberleninka.ru%2Farticle%2Fn%2Fkosmicheskiy-eksperiment-s-antropomorfnym-robotom.pdf&hl=de&sa=T&oi=ggp&ct=res&cd=6&d=8937838096361557658&ei=LKBqW_bSF47EmgHHwLD4DA&scisig=AAGBfm1c2kmV2S-mMMz4HMzxsAqjoEklBQ&nossl=1&ws=1680x876


dksk

Online tomtom

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #39 am: 29. August 2018, 09:40:02 »
Schöner Bericht über Roboter Justin der von der ISS gesteuert wird: "Alexander Gerst und der Fluch der Telerobotik".

https://www.spektrum.de/news/alexander-gerst-und-der-fluch-der-telerobotik/1586016

Offline Rücksturz

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #40 am: 30. Dezember 2019, 15:07:42 »
Nachtrag (vielleicht könnte man im Titel noch ergänzen "oder von Menschen gesteuerte", würde auch zum vorherigen Beitrag passen):

"Analog-1: Astronaut steuert Rover auf der Erde

Am 25. November fand das ISS-Telerobotik-Experiment Analog-1 mit Hilfe von robotischer Technologie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) statt. Eine Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)."

Weiter in der Pressemeldung des DLR:
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/28112019070629.shtml

Viele Grüße
Rücksturtz

Online tomtom

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #41 am: 25. Januar 2020, 09:23:52 »
Auch Indien baut an einem Roboter, bzw. Roboterin Vyommitra, und will die dieses Jahr als Testflug für die Kapsel Gaganyaan in den Weltraum bringen, bevor es 2022 mit der bemannten Raumfahrt in Indien losgeht.



https://techcrunch.com/2020/01/23/indias-space-agency-will-fly-a-half-humanoid-robot-to-prepare-for-its-first-human-spaceflight-missions/
 

Offline HausD

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #42 am: 28. Juli 2020, 18:54:23 »
Japan plant Roboter für ISS...

Die Firma GITAI hat einen spezialisierter Arbeitsroboter für den Weltraum vorgestellt.    (Quelle: GITAI )


Japanischer Roboter GITAI S1                                                    Bild: gitai.tech

Spezifikation:
Freiheitsgrade        8 + 1(Hand)
Power                   100 Nm / 23.8 rpm
Reichweite             max. 1.0 m

Der japanische Roboter  GITAI S1 soll im Mai 2021 mit einer SpaceX-Rakete zur ISS gestartet werden.

Gruß, bleibt gesund und locker, aber auch diszipliniert, HausD

Online alepu

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #43 am: 05. August 2020, 22:11:30 »
Sinnvolle Roboter sind immer zweckorientiert konstruiert.
*Menschenähnlich* ist im schwerelosen Zustand eines Raumschiffes oder einer Raumstation mitnichten zweckorietiert, da z.B. die unteren Extremitäten hier eher hinderlich bis überflüssig sind.
Die neuesten Roboterentwicklungen, die auf der ISS in letzter Zeit zum Einsatz gekommen oder dafür geplant sind, tragen dem auch entsprechend Rechnung. Einsatz auf Monden oder Planeten, stellen aber wieder ganz andere Anforderungen, die dann jeweils im Einzelnen entschlüsselt und berücksichtigt werden müssten.

Offline pehy

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #44 am: 06. August 2020, 19:24:37 »
Sinnvolle Roboter sind immer zweckorientiert konstruiert.
Das würde ich anders formulieren: Beim derzeitigen Stand der Technik sind humanoide Roboter viel zu teuer und komplex. Es ist daher sinnvoll, einfachere, auf den jeweiligen Zweck reduzierte Designs zu verwenden. Der Weg zur billigeren Hardware geht über größere Stückzahlen. Sobald es möglich ist, humanoide Designs preiswert zu fertigen (3D-Druck, billige Sensorik, ausreichende Rechenleistung für die Grundfunktionen sowie "Standard-Betriebssystem", um alle Grundfunktionen der Bewegungskoordination über ein API verfügbar zu haben), kann man immer wieder dieses verwenden, auch wenn man nur Teilmengen davon benötigt. Insight hätte z.B. statt des Arms mit Schaufel eher ein Arm mit einer oder zwei "Händen" was genützt. Klar wäre es teurer geworden, aber man wäre flexibler gewesen. Wenn "Standard-Hände schon fertig entwickelt wären und ein Standard-API hätten, wäre das eine billigere Alternative, als eine Schaufel dran zu bauen, die man garantiert nicht nochmal in der Form benötigen wird. Ich erinnere an Hondas Roboter AKIMO (oder so), der jahrelang als Spitze der Entwicklung galt (und der umher lief, als hätte er volle Windeln). Auf ähnlichem Niveau gab es auch was von Boston Dynamics - nur das dieses Design eine sehr schnelle Entwicklung hinlegte und inzwischen Akrobatikfähigkeiten hat. Nebenbei gibt's auch Vierbeiner, die tatsächlich praktisch nutzbar sind. Ich könnte mir schon vorstellen, dass Spacex Zeus oder einen seiner Nachfolger mit zum Mars schickt - Als Einzelentwicklung für einmalige Verwendung wäre so ein Roboter aus Preisgründen völlig undenkbar.
Zitat
*Menschenähnlich* ist im schwerelosen Zustand eines Raumschiffes oder einer Raumstation mitnichten zweckorietiert, da z.B. die unteren Extremitäten hier eher hinderlich bis überflüssig sind.
Die neuesten Roboterentwicklungen, die auf der ISS in letzter Zeit zum Einsatz gekommen oder dafür geplant sind, tragen dem auch entsprechend Rechnung. Einsatz auf Monden oder Planeten, stellen aber wieder ganz andere Anforderungen, die dann jeweils im Einzelnen entschlüsselt und berücksichtigt werden müssten.
Ich stimme Dir zu, aber eben mit der Ergänzung, das das nur eine Preisfrage ist, und man mit universelleren Designs im Gegenzug unverhältnismäßig viel mehr Flexibilität gewinnt. Sobald das "fertig" entwickelt und verstanden ist, kippt das Preisgefüge und ich meine, dass dieser Prozess gerade in Gang kommt.

Online alepu

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #45 am: 06. August 2020, 20:17:12 »
Eine Möglichkeit besteht darin, einen  *Torso/Zentralkörper* mit integrierter Elektronik, Batterie, Zentralkamera u.ä. zu entwickeln, an den dann je nach Bedarf Gliedmaßen/Spezialwerkzeuge, weitere Kameras u.ä. angebracht werden können. Also faktisch Modulbauweise, wie sie bei Spot/Zeus bereits andeutungsweise vorhanden ist.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, glaubst du allerdings, daß humanoide Roboter mit humanoiden Händen für Menschenhände gemachte Werkzeuge benützen werden.

Offline FlyRider

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Re: (Teil-)Humanoide Roboter für die Raumfahrt
« Antwort #46 am: 06. August 2020, 22:13:30 »
Humanoide Roboter machen nur in Umgebungen Sinn, die speziell für Menschen entworfen wurden. Eine Wohnung mit Treppen und Türen mit Klinken, mit Schränken und Schubladen, in denen sich für Menschenhände geformte Tassen und Teller usw. befinden.

Für eine Umgebung in Schwerelosigkeit, die von vorn herein auf die Interaktion mit Robotern konzipiert wurde, machen humanoide Roboter einfach keinen Sinn. Den Gipfel der Sinnlosigkeit finde ich, wenn in Wettbewerben (z.B. bei der sonst schon recht sinnvollen "University Rover Challenge") gefordert wird, dass Roboter irgendwas über eine Tastatur eingeben. Klar, man könnte Daten zwischen Maschinen ganz easy über eine WLan oder Bluetooth Verbindung mit einem simplen Messaging - Protokoll wie z.B. Mqtt austauschen - aber das wäre ja viel zu einfach >:(

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