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Autor Thema: Blue Origin vs SpaceX  (Gelesen 41210 mal)

Online MpunktApunkt

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #275 am: 03. März 2019, 09:19:31 »
Wenn es schnell bemannt Richtung Mond gehen soll, wird man bei SpaceX wohl auf die Crew Dragon setzen müssen.
Mit einem zusätzlichen Service-Modul, welches mit einer weiteren SpaceX-Rakete gestartet würde, könnte man den quälend langen Zertifikationsprozess der NASA wohl auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Bei dem BFS wäre dies wohl völlig unkalkulierbar.

Hallo,

ich mag diese Lösung. Die Innenausstattung der Crew Dragon etwas umbauen (3 Sitze raus, mehr Aufenthaltsraum) und ein Service Modul, das sich an die ISS Einstiegsluke "flanschen" kann, sollte doch eine schicke Mondflugkonfiguration ergeben.

Das Service Modul könnte man ja mit einer noch voll betankten Oberstufe auf einer Falcon Heavy in den LEO zu der Kapsel schicken und dann als "Mondantrieb" nutzen.

Viele Grüße

Mario
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

Offline star_traveler

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #276 am: 03. März 2019, 09:34:49 »
...

Hallo,

ich mag diese Lösung. Die Innenausstattung der Crew Dragon etwas umbauen (3 Sitze raus, mehr Aufenthaltsraum) und ein Service Modul, das sich an die ISS Einstiegsluke "flanschen" kann, sollte doch eine schicke Mondflugkonfiguration ergeben.

Das Service Modul könnte man ja mit einer noch voll betankten Oberstufe auf einer Falcon Heavy in den LEO zu der Kapsel schicken und dann als "Mondantrieb" nutzen.

Viele Grüße

Mario

Ja, zusätzlich könnte man so auch möglicherweise Raptortriebwerke, Lebenserhaltunggssysteme usw. testen und so die NASA für wichtige Teilaspekte des BFS zahlen lassen.

Offline MillenniumPilot

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #277 am: 03. März 2019, 13:31:04 »
Die Sardinenbüchsen SLS, New Glenn, Vulcan und Ariane 6 werden alle bis 2021 fliegen.

Wir werden sehen, ob bis 2021 alle Raketen fliegen. Am ehesten traue ich das Vulcan und Ariane 6 zu. Schoen waere es natuerlich, wenn alle Marktteilnehmer gut vorankaemen.

Offline Klakow

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #278 am: 13. September 2020, 21:11:09 »
SpaceX wäre heute nicht mal annähernt ohne das technische Verständnis von EM, da ist ein gewisser genius bei EM, der selbst bei sehr guten Ingenieuren nur sehr selten vorhanden ist. Das was ich Jeff Bezos durchaus zutraue ist, dsas er sich durchsetzten kann.
Ob er aber in der Lage ist seine Leute auch, über eine gute Bezahlung hinaus, motivieren kann, da habe ich meine Zweifel.
Wäre das anders, so wären sie längstens im Orbit, faktisch sind sie vermutlich mindestens 5 Jahre hinten dran.
Für mich ist BO ne lame Ente und scheinen sie bis jetzt kaum besser als Boeing zu sein.
Ob man das bedauert oder begrüßt ist jedem seine eigene Welt, mir selber ist es eher egal, den EM bringt uns mit dem Starship zwar leider nicht zu den Sternen, aber zumindest zum Mars.

Offline PaddyPatrone

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #279 am: 14. September 2020, 00:12:26 »
Haupt Manko von BO mit Jeff, sie sind viel zu langsam. Das wertvollste Gut was der Mensch hat ist nicht Geld oder Reichtümer, sondern Zeit. Niemand kann Zeit kaufen. Deshalb Gas geben.
Musk hat das verstanden!

Offline alepu

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #280 am: 14. September 2020, 00:15:26 »
Für mich fährt BO ständig mit angezogener Handbremse.
Sind in etwa gleichzeitig mit SX gestartet, hatten anfangs ein vergleichbares Fahrzeug, sehr gute Mechaniker und genügend Treibstoff, aber trotzdem sind sie inzwischen mehrfach überrundet.
Bis sie endlich soweit sind, daß sie Passagiere suborbital hochschiessen könnten, wird fast keiner mehr mitfliegen wollen. Denn mit SX/Dragon2 wird dann ein orbitaler, und damit sehr viel längerer und weitaus interessanterer und obendrein billigerer Flug im Angebot sein.
Bis New Glenn seinen Erstflug absolviert, wird SH/SS fast schon routinemässig orbital fliegen.
Ob New Armstrong wirklich jemals gebaut wird? Höchstens wenn dem ein wirklich nochmal inovativeres Konzept zugrunde liegt.
JB hat sicher das Geld und den Willen, gewisse Führerqualitäten mag er durchaus auch haben, aber das technische Verständnis traue ich ihm nicht zu.
EM hat ein erklärtes, klares Ziel. Ein sehr starkes Ego und einen unbeugsamen Willen. Er ist ständig bereit neues zu lernen und seine Vorgehensweise, wenn erforderlich, von heute auf morgen zu ändern. Er lag in seinen Entscheidungen nicht immer richtig, was Zeit und Geld gekostet hat, aber er hat jedesmal daraus gelernt. Er ist fähig die richtigen Leute auszusuchen und zu begeistern, so daß sie dann fast unerschütterlich hinter ihm stehen und auch überdurchschnittliches leisten.
Er hat fast immer zu wenig Geld, stand mit seinen großen Firmen nicht nur einmal kurz vor dem Bankrott, aber gerade das zwingt ihn immer wieder dazu neue Wege zu finden und noch effektiver zu sein.
Er lebt mit seinen Gedanken oft weit in der Zukunft und setzt sich und seinen Leuten oft unrealistische Ziele, die aber veblüffenderweise dann doch sehr oft erreicht werden.
Und auch wenn das wieder einigen hier sauer aufstoßen wird, sind das alles keine Lobhudeleien oder blinde Muskgläubigkeit, sondern wiederholt belegte Tatsachen.
(ich empfehle euch die Biographie von Ashlee Vance)
EM spielt einfach in einer anderen Liga. Das wird spätestens dann wirklich offensichtlich werden, wenn er mal nicht mehr ist.

Offline Klakow

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #281 am: 14. September 2020, 00:27:44 »
Ich denke alleine schon die Ziele machen einen gewaltigen Unterschied, EM wollte immer zum Mars, weil das nach unserer Erde das einzige Ziel ist das überhaupt als zweites Standbein auf lange Sicht Sinn macht, jeder gute Ingenieur kapiert das.
Aus dem Mond ne eigenständige Colony einzurichten, ist vermutlich mindestens den Faktor 10 schwerer.

Offline alepu

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #282 am: 14. September 2020, 00:54:29 »
Haupt Manko von BO mit Jeff, sie sind viel zu langsam. Das wertvollste Gut was der Mensch hat ist nicht Geld oder Reichtümer, sondern Zeit. Niemand kann Zeit kaufen. Deshalb Gas geben.
Musk hat das verstanden!

Ich verstehe was du meinst, aber du hast nicht ganz recht.
Natürlich kannst du Zeit kaufen. Arbeitszeit, Freizeit, Entwicklungszeit, Bauzeit.....ja sogar Lebenszeit!
Ist alles nur eine Frage was und wieviel du dafür zu zahlen bereit bist.
Zeit ist auch bei weitem nicht das wertvollste. Leider denken zu viele Menschen heute so wie du und deshalb leben wir in einer so hektischen, schnelllebigen Zeit, und jeder meint zu wenig davon zu haben, dabei haben wir alle Zeit der Welt, aber was machen wir damit?

Das ist hier aber kein Philosophie-Forum und damit OT und ich will auch nicht weiter darauf eingehen.
Aber denk mal wirklich drüber nach.

Offline PaddyPatrone

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #283 am: 14. September 2020, 01:38:53 »
@alepu

Musk wird nächstes Jahr 50 Jahre alt. Die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer liegt bei knapp unter 80.
Wenn er das mit dem Mars schaffen will (und ich behaupte mal ohne Musk wird SpaceX es nicht schaffen),
dann muss er Gas geben. Mir hat neulich mal ein knapp über 60 Jähriger Freund gesagt, "ab 60 hat man noch 10 gute Jahre"
Die Zeit rennt und mein Kommentar meine ich so wie ich ihn geschrieben habe. Bin selbst jetzt 31 und habe das auch erst vor wenigen Jahren verstanden, als das erste graue Haar auf einmal da war. Anfang 20 denkt man noch anders.

Blue Origin wird langfristig nichts erreichen, wenn sie so langsam sind. Vorher verschwindet Jeff und damit auch Geldgeber und "Führung".

Offline McPhönix

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #284 am: 14. September 2020, 10:38:01 »
Naja in der Liga würde ich doch ein paar Jahre dazu geben. Die haben doch ganz andere geriatrische Möglichkeiten als unsereiner...
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline alepu

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #285 am: 14. September 2020, 11:59:22 »
@alepu

Musk wird nächstes Jahr 50 Jahre alt. Die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer liegt bei knapp unter 80.
Wenn er das mit dem Mars schaffen will (und ich behaupte mal ohne Musk wird SpaceX es nicht schaffen),
dann muss er Gas geben. Mir hat neulich mal ein knapp über 60 Jähriger Freund gesagt, "ab 60 hat man noch 10 gute Jahre"
Die Zeit rennt und mein Kommentar meine ich so wie ich ihn geschrieben habe. Bin selbst jetzt 31 und habe das auch erst vor wenigen Jahren verstanden, als das erste graue Haar auf einmal da war. Anfang 20 denkt man noch anders.

Blue Origin wird langfristig nichts erreichen, wenn sie so langsam sind. Vorher verschwindet Jeff und damit auch Geldgeber und "Führung".

Das kannst du nicht verallgemeinern!
Es gibt über 100jährige die noch geistig fit sind und jeden Tag ins Büro gehen und 40jährige die schon total ausgebrannt sind.
Wenn EM dieses verückte Arbeitstempo körperlich durchhält, wird er auch noch mit 80 Jahren zum Mars fliegen um dort zu terraformen!

Natürlich hast du recht, daß die Zeit allgemein eine sehr große Rolle spielt. 
Deine Leistungsfähigkeit nimmt ab, Interessen verlagern sich, Geldgebern geht die Geduld aus, alles wird teurer, Aktienkurse fallen wieder, neue Viren tauchen auf, Material altert, wichtige Mitarbeiter scheiden aus, der Meeresspiegel steigt, neue Politiker kommen ans Ruder......
Aber mehr *Gas geben* kann EM wohl nicht mehr, er arbeitet eh bereits an der Grenze. Aber ich behaupte mal, daß er in den nächsten 20+ Jahren noch sehr viel erreichen wird! (SpaceX ist 18 und Tesla 17 Jahre alt)

Daß BO viel zu langsam agiert ist offensichtlich und uns allen klar, ob JB das wirklich ändern kann, bleibt abzuwarten.

Online greyfalcon

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #286 am: 14. September 2020, 12:11:13 »
Ich denke alleine schon die Ziele machen einen gewaltigen Unterschied, EM wollte immer zum Mars, weil das nach unserer Erde das einzige Ziel ist das überhaupt als zweites Standbein auf lange Sicht Sinn macht, jeder gute Ingenieur kapiert das.
Aus dem Mond ne eigenständige Colony einzurichten, ist vermutlich mindestens den Faktor 10 schwerer.

Warum soll es denn so viel schwieriger sein, auf den Mond eine eigenständige Kolonie zu errichten als auf den Mars? Natürlich bietet der Mars atmosphärentechnisch einige Vorteile, aber wir reden hier in den nächsten paar Dutzend Jahren ja eh nicht von der Möglichkeit ohne Sauerstoffzufuhr frei atmen zu können. Ansonsten ist der Mond doch alleine wegen der Entfernung viel einfacher zu erreichen und zu besiedeln. Und diese leichte und schnelle Erreichbarkeit entschärft natürlich auch zahlreiche andere Problemstellungen über die man sich auf dem Mars den Kopf zerbrechen muss.

Gerade die Chronologie der unbemannten Marsmissionen zeigt doch die Schwierigkeit des Projektes Mars sehr schön auf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_Marsmissionen

Welche Faktoren sollen denn das Errichten einer Kolonie auf dem Mond so viel schwieriger machen als auf den Mars, dass Du hier von einer höheren Schwierigkeit um den Faktor 10 sprichst?


Offline Klakow

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #287 am: 14. September 2020, 12:18:31 »
Ich habe wirklich die gute Hoffnung noch mehr als die erste Landungswelle mitzubekommen.
ich rechne zwar nicht dass das schon 2025 sein wird, aber 2027 auf jeden Fall. Allerdings ist mir schon klar das eine Doppellandung mit Menschen zwar ein riesiger historischer Schritt sein wird, aber richtig los gehts damit noch nicht, dazu braucht man viel mehr Material und Menschen vor Ort.
Ich hoffe das sie dann 2029 vielleicht mit 20+x (10+x Fracht+10 Personen Starships) landen werden, zwar vermutlich immer noch nur mir relativ kleiner Personalstärke, aber anstatt 12, dann vielleicht mit je 30 oder so.
Die Frage ob das 2029 was werden kann, würde ich mit ja beantworten beantworten, den bis dahin werden die Starships selber, ohne die ganze Fracht vermutlich unter 100Millionen Dollar je Schiff kosten.

Offline Klakow

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #288 am: 14. September 2020, 12:26:42 »
Ich denke alleine schon die Ziele machen einen gewaltigen Unterschied, EM wollte immer zum Mars, weil das nach unserer Erde das einzige Ziel ist das überhaupt als zweites Standbein auf lange Sicht Sinn macht, jeder gute Ingenieur kapiert das.
Aus dem Mond ne eigenständige Colony einzurichten, ist vermutlich mindestens den Faktor 10 schwerer.

Warum soll es denn so viel schwieriger sein, auf den Mond eine eigenständige Kolonie zu errichten als auf den Mars? Natürlich bietet der Mars atmosphärentechnisch einige Vorteile, aber wir reden hier in den nächsten paar Dutzend Jahren ja eh nicht von der Möglichkeit ohne Sauerstoffzufuhr frei atmen zu können. Ansonsten ist der Mond doch alleine wegen der Entfernung viel einfacher zu erreichen und zu besiedeln. Und diese leichte und schnelle Erreichbarkeit entschärft natürlich auch zahlreiche andere Problemstellungen über die man sich auf dem Mars den Kopf zerbrechen muss.

Gerade die Chronologie der unbemannten Marsmissionen zeigt doch die Schwierigkeit des Projektes Mars sehr schön auf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_Marsmissionen

Welche Faktoren sollen denn das Errichten einer Kolonie auf dem Mond so viel schwieriger machen als auf den Mars, dass Du hier von einer höheren Schwierigkeit um den Faktor 10 sprichst?
Wasser, gibts auf dem Mars vermutlich in gigantischen Mengen als Permafrostboden.
Die geringe Schwerkraft vom Mond ist alles andere als gut für uns und unsere Technik.
Eine Welt ohne dichte Atmosphäre hat sehr viele Nachteile, z.B. für die Temperatur. Du kannst mit relativ kleinem Aufwand bei Temperaturen knapp über 0°C mit flüssigem Wasser arbeiten, auf dem Mond geht hier nichts.
Der Mond hat eine gebundene Rotation, die Nächte sind sehr lang, da kommt Solarenergie nur mit sehr großen speichern in Frage.

Offline Sensei

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #289 am: 14. September 2020, 12:29:12 »
Ich denke alleine schon die Ziele machen einen gewaltigen Unterschied, EM wollte immer zum Mars, weil das nach unserer Erde das einzige Ziel ist das überhaupt als zweites Standbein auf lange Sicht Sinn macht, jeder gute Ingenieur kapiert das.
Aus dem Mond ne eigenständige Colony einzurichten, ist vermutlich mindestens den Faktor 10 schwerer.

Warum soll es denn so viel schwieriger sein, auf den Mond eine eigenständige Kolonie zu errichten als auf den Mars? Natürlich bietet der Mars atmosphärentechnisch einige Vorteile, aber wir reden hier in den nächsten paar Dutzend Jahren ja eh nicht von der Möglichkeit ohne Sauerstoffzufuhr frei atmen zu können. Ansonsten ist der Mond doch alleine wegen der Entfernung viel einfacher zu erreichen und zu besiedeln. Und diese leichte und schnelle Erreichbarkeit entschärft natürlich auch zahlreiche andere Problemstellungen über die man sich auf dem Mars den Kopf zerbrechen muss.

Gerade die Chronologie der unbemannten Marsmissionen zeigt doch die Schwierigkeit des Projektes Mars sehr schön auf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_Marsmissionen

Welche Faktoren sollen denn das Errichten einer Kolonie auf dem Mond so viel schwieriger machen als auf den Mars, dass Du hier von einer höheren Schwierigkeit um den Faktor 10 sprichst?

Betonung lag hier wohl auf der (mehr oder weniger) eigenständigen Kolonie:

Auf dem Mond gibt es viel weniger Wasser.
Aber vor allem quasi keinen Kohlenstoff!

Das heißt auch: kein Plastik. Kein Anbau von Essen (was über das reine Recycling hinaus geht).
Kein Papier, Bambus, Holz, Fasern für Stoffe....

Stickstoff gibt es auf dem Mond praktisch auch nicht. Als Puffergas macht es einen Großteil einer normalen Atmosphäre aus.

... und da fangen wir noch gar nicht an mit Tagesdauer, Temperaturunterschiede, die vielfältigen Vorteile überhaupt eine Atmosphäre zu haben, die wesentlich höhere Gravitation, das vorhandensein eines Himmels ect pp.


Lasst es uns bitte nicht ausarten. Und versuchen Philosophie, Koloniebau und Altersforschung hier raus zu halten.

Danke. :)
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Offline PaddyPatrone

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #290 am: 14. September 2020, 15:22:29 »
Ok zurück zum Thema.  ;)

BO hat ja mit der New Glenn einen echt leistungsstarken und dazu noch teilweise wiederverwendbaren Träger in der Entwicklung. Als die den angekündigt haben hätte ich sofort gesagt, damit bekommt SpaceX eine echte, starke Konkurrenz.
Jetzt entwickeln sie bereits Starship und wenn da alles gut läuft, könnte es sein, dass New Glenn und Starship fast Gleichzeitig in Betrieb gehen. Das würde BO direkt wieder überholen. 


Offline Sensei

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #291 am: 14. September 2020, 15:31:12 »
Damit wären aber, pi*Daumen, Blue Origin eine Generation und SpaceX zwei Generationen vor ihren Mitbewerbern.
Das reicht in diesem Markt wahrscheinlich um eine Daseinsberechtigung zu haben.
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Offline Klakow

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #292 am: 14. September 2020, 17:30:54 »
Nur nützt das BO im freien Wettbewerb genau NULL, den nur bei öffendlichen Trägern, also Militär usw., kommen sie danach noch als Zweitanbieter in betracht. Im direkten Vergleich bleiben sie aber gegen Starship Chancenlos, des sowohl von der Kostenseite wie von den möglichen Missionsprofilen werden sie zwangsläufig schlechten sein.
Das was sie vielleicht machen können ist ULA als zweiten Anbieter verträngen, den sie könnten es durchaus schaffen zumindest deutlich günstiger als ULA zu sein.
Man sollte eines nicht vergessen, BO ist derzeit nichtmal dazu fähig Missionen abzudecken die mit der F1 möglich waren.
Da gibts sogar Anbieter von kleinen Raketen die da schon weiter sind.
Mich würde es nicht wundern wenn sie in vier jahren immer noch nicht im Orbit sind, da ist ja fast die (ewige) Jungfrau Galactic schneller.
Ich erinnere mich noch gut wie BO new Glenn angekündigt hat, ich hätte mir nie träumen lassen das das 2020 immer noch NULL startet.

Offline alepu

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #293 am: 14. September 2020, 18:04:12 »
BO hat große Chancen sich in Zukunft in USA als die Nr. 2 (weit)hinter SX zu etablieren.
Weltweit wird bis dahin aber sicher China und möglicherweise auch Indien besser sein.
SX wird mit Starship/SH auf Jahre hinaus international dominieren.
(Und ich bin überzeugt davon, daß sie schon am nächsten Träger/Raumschiff basteln! Starship ist für jeweils 100 Passagiere zum Mars auf die Dauer einfach zu klein. Das halten vieleicht Berufsastronauten/Soldaten unbeschadet aus, aber keine 1Millionen Siedler.)

Damit JB seine Zukunftsträume mit riesigen Raumstationen im Orbit verwirklichen kann, braucht er auch was mit dem Starship vergleichbarem also wohl zumindest New Armstrong. Ob das bis 2030 was wird, wenn überhaupt? Bis dahin steht Mond-Alpha und wohl auch Mars-Alpha.
Ich an der Stelle von JB würde anfangen in SX zu investieren. Damit würde er seine Raumstation 10 Jahre früher bauen!

Offline Dublone

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #294 am: 14. September 2020, 18:43:02 »
Man darf auch eins nicht vergessen: die Ineressen der beiden.

BO muss ja nicht aufs Tempo drücken, warum auch. BO tritt nicht in Konkurrenz mit SpaceX.  BO möchte irgendwann mit der Raumfahrt Geld verdienen mehr nicht. Da ist man rein Profitorientiert
SpaceX bzw. Elon hat die Vision Mars und lebt dafür. Er braucht das Geld für die Mars Vision. Die Trägerstarts sind halt dafür nötig. Genau wie Starlink.


Ich sehe deshlab zwei Firmen mit völlig unterschiedlichen Zielen

Offline Klakow

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #295 am: 15. September 2020, 00:16:29 »
BO wird immer in Konkurrenz zu SpX stehen. Da sie auf lange Sicht abgeschlagen sind, können sie nur dort Geld verdienen. wo sie eben nicht in Konkurrenz stehen.
Das wird erst dann anders werden wenn eine andere Firma in der Lage ist zu SpX aufzuschließen, aber  dazu müssen sie den Vorsprung erstmal einholen. BO ist sogar für eines gut, es hat jetzt schon gezeigt das selbst viel mehr Kapital keine Garantie geben das man das Ziel auch erreicht.
Selbst was die Motivation der Mitarbeiter von BO betrifft sehe ich schwarz, den jeder der etwas in der Birne hat sieht doch den Vorspung den SpX hat.
Helfen würde da nur wenn im All ein Markt entsteht der so gewaltig groß ist das SpaceX unmöglich in der Lage ist den vollständig beliefern zu können.
Das wir uns nicht falsch verstehen, das könnte schon so kommen, aber weder Investoren noch die Mitarbeiter sind in der Lage das schon zu sehen und solange das so bleibt fehlt jedem Konkurrenten ein sehr wichtiger Teil an Motivation.
SpaceX ist ganz nahe dran ein Monopol aufgrund ihrer technischen Überlegenheit zu erlangen, das zu knacken könnte 30 Jahre dauern bis EM einfach nicht mehr Leithamster spielen kann.
BO hatte bei der Vorstellung von New Gleen die Chance hier zu einem Gegengewicht zu werden, mit der funktionierenden FH und einem Starship das bald fliegt ist sie eigentlich schon besiegt.
« Letzte Änderung: 15. September 2020, 06:53:22 von Klakow »

Offline Kelvin

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #296 am: 15. September 2020, 02:18:58 »
bis EM einfach nicht mehr Leithamster spielen kann.

Das Ding heist Leithammel, nicht Leithamster!  ;D 

Weil es dabei nicht um irgend ein kleinliches "Hamstern" geht, sondern um deutlich größere Ziele. Und um Führung der eigenen "Herde". Mit den anderen Punkten bin etwas vorsichtiger. Die Zeiten sind schwierig, manches auch technisch noch nicht "gegessen", und auch der Mensch ist ein scheußlich komplexes Ding.

Ich wünsche denen den Erfolg, sehr sogar. Würde das aber genau deswegen nie als eine bereits entschiedene Sache bezeichnen. Man soll immer schön auf dem Boden bleiben. Und gerade dann, wenn man das Gefühl hat, daß nichts mehr schiefgehen kann.

Offline Klakow

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #297 am: 15. September 2020, 07:10:13 »
Das mit dem Leithammel war Absicht, ich wollte den sichtbaren Hormonüberschuss aus dem Leittier rausnehmen und Frauen finden den Hamster vermutlich auch putziger.

Offline TWiX

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #298 am: 15. September 2020, 07:43:32 »
Da sie auf lange Sicht abgeschlagen sind, können sie nur dort Geld verdienen. wo sie eben nicht in Konkurrenz stehen.
Es steht zum einen noch nicht fest, ob sie wirklich abgeschlagen sein werden. New Glenn hat durchaus das Potenzial, der Falcon 9 Marktanteile abzujagen. Zudem hat sich in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass die kommerziellen Anbieter durchaus gerne mehr als einen Anbieter auf dem Markt haben wollen
Helfen würde da nur wenn im All ein Markt entsteht der so gewaltig groß ist das SpaceX unmöglich in der Lage ist den vollständig beliefern zu können.
Da die Kosten für den Start bei Missionen dir kleineren Teil der Kosten ausmacht, wird es dazu weiterer Entwicklung in anderen Bereichen bedürfen. Übrigens auch so ein Punkt, der Markt für Trägerraketen ist kilometerweit von dem Punkt entfernt, an dem ein Starship/Super Heavy-Gespann bei dem versprochen Preis die Entwicklungskosten wieder reinholen kann. Es gibt schlicht nicht genügend Missionen.
SpaceX ist ganz nahe dran ein Monopol aufgrund ihrer technischen Überlegenheit zu erlangen, das zu knacken könnte 30 Jahre dauern
Nein. Ich glaube, du überschätzt den Technologievorsprung hier gewaltig. Raketen, die landen, gab es schon in den Neunzigern. BO kann mit New Glenn ziemlich schnell zu SpaceX aufholen, sollte sich der Markt für Mega-Konstellationen etablieren. Denn da gibt das große Fairing NG gegenüber F9 einen entscheidenden Vorteil. Und die Tatsache, dass NG Aussagen zufolge wohl deutlich robuster sein wird im Bezug auf Startbedingungen...

Offline Klakow

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #299 am: 15. September 2020, 08:16:11 »
News Glenn ist sicher jetzt schon hinter Starship und SH, und sie werden sicher günstiger sein und viel mehr Ladevoluumen und Nutzlast bieten und ich bezweifle das deren Triebwerk auch nur annähernd den heutigen Reifegrad vom Raptor nahe ist. Das Kunden gerne eine Alternative haben und daraus Aufträge kommen ist klar, nur ändert das nichts an der Wahrheit meiner Aussage.
Um es ganz klar zu formulieren, BO hat mehrfach das Ziel verfehlt, stand heute hat die Firma immer noch nichts geliefert und das nach so vielen Jahren und dem vielen Geld. Selbst BER ist dagegen noch ein Erfolg.
Ok, dem Boss tut das Geld nicht sehr weh.

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