Navigation

Raumcon-Seiten

Benutzer im Chat: 7

19. September 2020, 13:48:23
Raumcon
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Neuigkeiten: Unser Unterforum für Rezensionen zu Büchern aus der Astronomie und Raumfahrt
   Erweiterte Suche

Autor Thema: Blue Origin vs SpaceX  (Gelesen 40603 mal)

Offline Therodon

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1104
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #300 am: 15. September 2020, 09:04:26 »
Ein Stück zurück sind Sie sicherlich, so richtig dramatisch ist das aber auch nicht. Im Grunde wetteifern Sie ja nicht zwingend mit SpaceX, sondern auch mit ULA und co.

Man sollte bedenken das selbst wenn das Starship fliegt, jetzt nicht die gesamte Raumfahrt nur noch mit Starships abgewickelt wird, völlig egal welche Eigenschaften das Ding nun hat. Gerade staatliche Aufträge, die ja mit am lukrativsten sind werden weiter verteilt werden.

Somit ist es für BO fast schon egal wie sich SpaceX entwickelt, wichtig ist das Sie mal was fertig bekommen und als "Player" am Markt wachsen.

Offline alepu

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 990
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #301 am: 15. September 2020, 09:07:21 »
@TWiX
Du begehst einen Denkfehler wenn du New Glenn als Konkurrent von F9/FH  ansiehst.
In der Technik und der Leistungsfähigkeit sind sie natürlich durchaus vergleichbar und wohl auch im Preis, aber bis New Glenn fliegt, hat sie es mit Starship zu tun, und da hat sie sehr viel schlechtere Karten.
Und glaube mir, der Markt wird sehr schnell explodieren, wenn erstmal die Preise fallen!

Offline alepu

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 990
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #302 am: 15. September 2020, 09:24:33 »
Ein Stück zurück sind Sie sicherlich, so richtig dramatisch ist das aber auch nicht. Im Grunde wetteifern Sie ja nicht zwingend mit SpaceX, sondern auch mit ULA und co.

Man sollte bedenken das selbst wenn das Starship fliegt, jetzt nicht die gesamte Raumfahrt nur noch mit Starships abgewickelt wird, völlig egal welche Eigenschaften das Ding nun hat. Gerade staatliche Aufträge, die ja mit am lukrativsten sind werden weiter verteilt werden.

Somit ist es für BO fast schon egal wie sich SpaceX entwickelt, wichtig ist das Sie mal was fertig bekommen und als "Player" am Markt wachsen.

Um wachsen zu können, kommt es immer drauf an, in welcher Liga du spielst, wie gut du bist und wie gut du gefüttert wirst.
Staatliche Aufträge mußt du erstmal bekommen, und dazu mußt du erstmal zertifizierte Träger haben, und dafür mußt du erstmal zahlreiche erfolgreiche Starts vorweisen können, und dazu mußt du erstmal zahlreiche nicht-staatliche Aufträge erfüllen, und das dauert...

Warum fliegt z.B. New Shephard nicht bzw. nicht öfter?
Entweder taugt das Konzept nix, oder es gibt technische Probleme, oder sie finden einfach keine Kunden, oder sie stehen nicht wirklich dahinter, weil sie damit schon  so viel gelernt haben, daß sie sich voll auf die Folgeprodukte konzentrieren können.

Offline Klakow

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 6072
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #303 am: 15. September 2020, 12:47:44 »
Satelliten sind, bis auf das was SPX mit Starlink macht, ein begrenztes Geschäft. Für Orbitalreisen mit hohen Nutzerzahlen, wird ein günstiger Zugang wie mit dem Starship, auf jeden Fall benötigt. Ob das jemals zum großen Geschäft wird, wird man sehen. Da wo richtig Geld zu verdienen ist, sind das Grundstücke, am besten noch erschlossen und Bodenschätzen mit Energie. Aber hier langt ein Trägersystem längstens nicht aus.
« Letzte Änderung: 15. September 2020, 17:42:44 von Klakow »

Online TWiX

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1175
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #304 am: 15. September 2020, 16:50:47 »
@TWiX
Du begehst einen Denkfehler wenn du New Glenn als Konkurrent von F9/FH  ansiehst.
In der Technik und der Leistungsfähigkeit sind sie natürlich durchaus vergleichbar und wohl auch im Preis, aber bis New Glenn fliegt, hat sie es mit Starship zu tun, und da hat sie sehr viel schlechtere Karten.
Und glaube mir, der Markt wird sehr schnell explodieren, wenn erstmal die Preise fallen!
Starship ist noch ganz am Anfang der Entwicklung. Die einzige "Oberstufe", die zwecks Wiederverwendung zurück zur Erde geflogen ist war ziemlich teuer pro Start. Ich gehe stark davon aus, dass es noch Jahre dauern wird, bis SpaceX beim Starship den Bogen raus hat bezüglich Wiederverwendung. Man sehe sich nur an, wie lange es dauerte ab den ersten Versuchen, eine Erststufe zu landen bis zu einer erfolgreichen Wiederverwendung einer solchen. Und das waren Peanuts gegen die kommende Herausforderung.
SpaceX hat schon bei der F9 gedacht, die fallenden Preise würden den Markt explodieren lassen, wozu es allerdings nie kam. Dieses Jahr war noch keine einzige Hauptnutzlast für einen Nichtregierungskunden, eigene Missionen ausgenommen. Sieht so ein wachsender Markt aus?
Satelliten sind, bis auf das was SPX mit Starlink macht, ein begrenztes Geschäft, für Opbitalreisen mit hohen Nutzerzahlen wird ein günstiger Zugang wie mit dem Starship auf jeden Fall benötigt. [...]
Ich sehe das nirgends kommen, zumal SpaceX selbst betont hat, beim bemannten Starship ganz am Anfang zu stehen. vor 2025 sehe ich da schwarz.
Ich gehe davon aus, dass die New Glenn, wenn sie sich bis 2023 am Markt etabliert hat, mit einer teilweise wiederverwendbaren Falcon 9 und einer Superheavy mit Einweg-Oberstufe konkurrieren wird müssen. Gegenüber der F9 wird sie ein größeres Nutzlastvolumen und Nutzlastkapazität bieten, gegenüber der SH wird sie wahrscheinlich einen preislichen Vorteil halten können (bei allerdings weitaus kleinerer Nutzlast). Wobei ohnehin dann fraglich ist, wer auf die enorme Nutzlast der SH, abgesehen von SpX, zurückgreifen wird. Im Gegensatz zu NG hat man ja noch keine externen Kunden genannt bisher...
Die Zeit wird zeigen, wer Recht haben wird. Wer weiß, vielleicht sehen wir schon in einigen Jahren hunderte Orbitalstarts pro Jahr?

Offline Sensei

  • Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 4877
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #305 am: 15. September 2020, 17:19:20 »
Ich gehe davon aus, dass die New Glenn, wenn sie sich bis 2023 am Markt etabliert hat, mit einer teilweise wiederverwendbaren Falcon 9 und einer Superheavy mit Einweg-Oberstufe konkurrieren wird müssen. Gegenüber der F9 wird sie ein größeres Nutzlastvolumen und Nutzlastkapazität bieten, gegenüber der SH wird sie wahrscheinlich einen preislichen Vorteil halten können (bei allerdings weitaus kleinerer Nutzlast).

Du hast da schon berücksichtigt, dass die Falcon auch ein größeres Fairing bekommt?
(5.2m x 13.1m -> 5.4m x 18.6m)
Da passt schon einiges rein und meistens wird man da eher ans Nutzlastlimit stoßen denn an die Volumenbegrenzung.


Zitat
Wobei ohnehin dann fraglich ist, wer auf die enorme Nutzlast der SH, abgesehen von SpX, zurückgreifen wird. Im Gegensatz zu NG hat man ja noch keine externen Kunden genannt bisher...

Zumindest gibt es Bilder mit dem NASA Tesekopen als Nutzlast im Starship.
Und von der Militärseite gibt es auch deutliches Interesse.
(aber, ja, IMO ist wohl NG viel weiter als das Starship)
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline Klakow

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 6072
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #306 am: 15. September 2020, 18:02:36 »
Wie, habe ich etwa nicht mitbekommen das BO's new Glenn schon geflogen ist und natürlich erfolgreich gelandet?
Hm, wenn nicht, das ist das ne komische Sichtweise. Ach ja, BER war doch auch 2013 oder so fertig?
Um, vielleicht bin ich schon zu senil und habe die ganzen Erfolge von BO schon wieder vergessen.
Für mich steht eines Fest, SpX hat eine sehr ausgereifte und erprobte F9, eine FH die zumindest vieles direkt von der F9 geerbt hat und ein SS+SH in der Entwicklung mit den ersten kleinen Flugtests.
Übrigens habe ich nicht gesagt das Passagierflüge mit SpX, abgesehen von der Dragon 2 einen Massenmarkt SIND, was ich schrieb ist das dies ein Markt für SpX und für BO werden KÖNNTE !!!
Das ganze rumgegondel im Orbit mag ein wenig interessant sein, aber da steckt kaum ein Markt dahinter, damit es einen Markt geben kann braucht man Materie am Startort und am Reiseziel, alles andere ist vermutlich Kinderkram. Vakuum ist einfach nichts, geeignet als Raum durch den man sich zum Ziel bewegt, sonst für fast nichts zu gebrauchen.

Treibt man das auf die Spitze so gibt es neben dem was Satelliten derzeit im All schon machen und dem was Starlink bald macht, kaum nocht irgendwas was sich lohnen würde, Wissenschaften mal aussen vor.

Ich habe schon vor vielen Jahren gesagt das ich BO für ein Hobby eines reichen Mannes halte, daran hat sich noch nul geändert, nur das seine Jacht ständig teurer wird.

Online TWiX

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1175
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #307 am: 15. September 2020, 18:56:20 »
Du hast da schon berücksichtigt, dass die Falcon auch ein größeres Fairing bekommt?
(5.2m x 13.1m -> 5.4m x 18.6m)
Da passt schon einiges rein und meistens wird man da eher ans Nutzlastlimit stoßen denn an die Volumenbegrenzung.
Sicher, dass das große Fairing nicht nur für Falcon Heavy ist? Zudem, New Glenn hat sieben Meter Durchmesser.
Gerade mit Blick auf die Art und Weise, wie bei OneWeb die Satelliten im Fairing sitzen, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass mehr Volumen ihnen und anderen zugute käme. Und für (potenzielle) kommende Teleskope oder einen eventuellen (privaten) ISS-Nachfolger wäre das Sieben-Meter-Fairing der NG sicher auch von Interesse...

Offline Sensei

  • Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 4877
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #308 am: 15. September 2020, 19:46:39 »
Nein, nicht sicher. Deswegen habe ich hinter der Falcon weder ein H noch eine 9 gesetzt ;)

Aber das sind alles Nebenschauplätze. Wir beide sind uns wohl eh weitgehend einig.
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline MR

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 2083
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #309 am: 16. September 2020, 17:16:37 »
News Glenn ist sicher jetzt schon hinter Starship und SH, und sie werden sicher günstiger sein und viel mehr Ladevoluumen und Nutzlast bieten und ich bezweifle das deren Triebwerk auch nur annähernd den heutigen Reifegrad vom Raptor nahe ist. Das Kunden gerne eine Alternative haben und daraus Aufträge kommen ist klar, nur ändert das nichts an der Wahrheit meiner Aussage.
Um es ganz klar zu formulieren, BO hat mehrfach das Ziel verfehlt, stand heute hat die Firma immer noch nichts geliefert und das nach so vielen Jahren und dem vielen Geld. Selbst BER ist dagegen noch ein Erfolg.
Ok, dem Boss tut das Geld nicht sehr weh.

Ich bezweifle, das ein "Starship" je fliegen wird. Wir reden hier nicht von einem vergleichsweise einfachen Träger wie F9/FH, sondern von einem System, das ähnlich komplex ist wie der Space Shuttle. Darüber hinaus gibt es dafür auf dem freien Markt nicht annähernd genügend Nutzlasten, um das System zu finanzieren. Egal welchen Reifegrad die Raptor haben, sofern SX nicht die F9 auf Raptor umstellen will, gibt es noch viele Jahre keinen Einsatzzweck für die Raptor.

Genauso sehe ich nicht, wie man mit Starlink je Geld verdienen will. Besonders dort, wo die Mobilfunknetze nur schwach ausgebaut sind, haben die meisten Menschen nicht mal genug Geld für ein einfaches Smartphone. Wie sollen sie sich dann ein Starlink-fähiges Endgerät und einen entsprechenden Tarif leisten? Bereits LTE ermöglicht 100 Mbit/s im Up- und Download, höhere Datenraten für den mobilen Einsatz braucht man eigentlich nicht. Bevor man das teure Sat-System benutzt, wird man zuerst immer auf irdische Mobilfunknetze zurückgreifen. Natürlich gibt es für Starlink Einsatzmöglichkeiten, zb auf hoher See, in der Wüste oder im Regenwald. Aber mit ein paar Outdoor-Freaks, Kreuzfahrtschiffen und Transatlantik-Flügen lässt sich das System nicht finanzieren. Eine breite Marktdurchdringung sehe ich dafür jedenfalls nicht. Die Chancen stehen gut, das in 5 Jahren kein Starlink-Sat mehr im Orbit ist.

BO setzt andere Prioritäten als SX. Es wäre für BO kein Problem gewesen, 10 BE-3 zu bündeln. Dann hätte man einen ähnlichen Träger gehabt wie die F9. Doch BO ist nicht darauf angewiesen, einen NASA-Auftrag zu gewinnen, um nicht pleite zu gehen. Das BE-3 ist eine vollkommen andere Hausnummer als das vergleichsweise einfache Merlin. Damit hat man schon mal ein erstklassiges Oberstufentriebwerk, welches das Raptor Vac deutlich übertrift. Die Entscheidung von ULA für das privat entwickelte BE-4 gegen das staatlich finanzierte AR-1 zeigt, das sich BO auch dort nicht hinter SX mit dem Raptor verstecken muss.

Offline alepu

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 990
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #310 am: 16. September 2020, 18:06:53 »
Vorläufig funktioniert BE-4 noch nicht, und Raptor ist schon mehrmals geflogen und seinen *Einsatzzweck* hat es schon heute.
Inwiefern jetzt "BE-3 das Raptor-Vac deutlich übertrifft" erschließt sich mir jetzt aber auch nicht so ohne weiteres.   ???
Inwieweit FH ein "einfacher Träger ist" verstehe ich auch nicht, meiner unmaßgeblichen Meinung nach ist er mindestens ein *dreifacher* Träger.   8)

Natürlich ist SS/SH komplex, möglicherweise komplexer als SpaceShuttle, inovativer auf jeden fall! Aber auch SpaceShuttle ist über hundert mal erfolgreich geflogen und das mit *alter Technik*
Sehe überhaupt keinen Grund warum Spaceship nicht demnächst orbital fliegen sollte.
Schwierigkeiten und Verzögerungen wird es natürlich auch weiterhin geben aber am ende wird eine erfolgreiche Marslandung erfolgen.
Auf Starlink brauche ich gar nicht näher eingehen, auch das haben wir schon ausreichend durchgekaut.
Aber ich will dir deinen Glauben gar nicht nehmen, bereichert doch immer wieder das Forum hier!

Offline PaddyPatrone

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 2509
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #311 am: 16. September 2020, 18:22:22 »
Die Entscheidung von ULA für das privat entwickelte BE-4 gegen das staatlich finanzierte AR-1 zeigt, das sich BO auch dort nicht hinter SX mit dem Raptor verstecken muss.

Das kann auch einfach eine Entscheidung für den jeweiligen Treibstoff gewesen sein. Beim AR-1 hätte man die Atlas an sich ja beibehalten können.

Offline alepu

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 990
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #312 am: 16. September 2020, 18:44:54 »
Die Entscheidung von ULA für das privat entwickelte BE-4 gegen das staatlich finanzierte AR-1 zeigt, das sich BO auch dort nicht hinter SX mit dem Raptor verstecken muss.

Das kann auch einfach eine Entscheidung für den jeweiligen Treibstoff gewesen sein. Beim AR-1 hätte man die Atlas an sich ja beibehalten können.

AR-1 ist einfach nicht rechtzeitig fertig geworden und irgendwann ging ihnen auch das Geld aus.
Ausserdem war AR-1 'nur' zu 2/3 staatlich finanziert.
Raptor für ULA war eh nicht vorgesehen.

Online Prodatron

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1405
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #313 am: 17. September 2020, 00:57:17 »
SS/SH wird prinzipiell wohl deutlicher weniger komplex sein als das Space Shuttle, zumindest was den Technologiestand der späten 1970er vs. der frühen 2020er betrifft.

Offline MR

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 2083
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #314 am: 17. September 2020, 02:24:20 »
Vorläufig funktioniert BE-4 noch nicht, und Raptor ist schon mehrmals geflogen und seinen *Einsatzzweck* hat es schon heute.
Inwiefern jetzt "BE-3 das Raptor-Vac deutlich übertrifft" erschließt sich mir jetzt aber auch nicht so ohne weiteres.   ???
Inwieweit FH ein "einfacher Träger ist" verstehe ich auch nicht, meiner unmaßgeblichen Meinung nach ist er mindestens ein *dreifacher* Träger.   8)

Sorry, mein Fehler. Ich meinte nicht das Raptor Vac, sondern das Merlin Vac. Es hat zwar einen höheren Schub als das BE-3, aber einen viel geringeren spezifischen Impuls, nutzt also den Treibstoff weit weniger effizient.

Was F9/FH betrifft: Verglichen mit dem Space Shuttle sind sie weitaus einfacher.

Natürlich ist SS/SH komplex, möglicherweise komplexer als SpaceShuttle, inovativer auf jeden fall! Aber auch SpaceShuttle ist über hundert mal erfolgreich geflogen und das mit *alter Technik*
Sehe überhaupt keinen Grund warum Spaceship nicht demnächst orbital fliegen sollte.
Schwierigkeiten und Verzögerungen wird es natürlich auch weiterhin geben aber am ende wird eine erfolgreiche Marslandung erfolgen.

Das Problem sind die Kosten. Die industrielle Infrastruktur das Shuttle kostete jedes Jahr über 3 Milliarden Dollar. Dazu kamen nochmal annähernd 100 Millionen pro Flug. Aber der Shuttle musste fliegen, weil es keine Alternative gab. Nach Challanger gab es verschiedene hochkarätige Nutzlasten (Magellan, Galileo, Hubble), die auf den Shuttle angewiesen waren. Dann begann die Flüge zur Mir und der Aufbau der ISS. Wie schwer der Shuttle zu ersetzen war, hat man nach Columbia gesehen.

Ich habe massive Zweifel, das Starship je fliegen wird. Für einen Träger dieser Grüße gibt es keine kommerzielle Verwendung. Die NASA dürfte auch kein Interesse haben, dort setzt man aus politischen Gründen auf SLS. Des weiteren halte ich die Entwicklungs- und Wartungskosten eines solchen Systems für unkalkulierbar. Schon wenn ich an die nötige Grundlagenforschung für das System denke, wird mir Angst und Bange.


Offline Dublone

  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 442
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #315 am: 17. September 2020, 06:56:15 »
Warum soll es einen Markt für irgendwas geben wenn es die Voraussetzungen noch nicht gibt ?
NASA kein Interesse an SH? Warum steht dann SpaceX für das Mondprogramm zur Auswahl? (ob es was wird wissen wir nicht)
SLS wird niemals der Dauertrager der NASA. Er wird gebaut und Er wird mit sicherheit auch fliegen. Aber niemals dauerhaft.

Wir alle wisen das du kein Freund von SpaceX bist. Ich hab mir gestern alte Beiträge angeschaut.
Den fand ich nicht schlecht: Februar 2017

Zitat
Also ich weiß nicht, in welchem Universum du lebst, aber selbst durch die tiefrote SpaceX-Brille sollte dir klar sein, das SLS im kommenden Jahr seinen Erstflug haben soll. Flughardware wird bereits gebaut. Ich gebe zwar zu, das ich selbst ein Fan von BO bin, aber die haben noch nicht mal die Fabrik fertig, da ist es sehr unwahrscheinlich, das sie vor dem SLS fliegen.

Glaubst du wirklich, das SpaceX ab 2024 Testflüge mit ihren Power-Point Systemen BFR und ITS durchführt? Da ist ja selbst Star Trek realistischer. Ich persönlich glaube, das BFR und ITS wie so viele andere SpaceX-Entwicklungen nie den Weg vom Zeichenbrett in die Realität schaffen. Aktuell kann sich SpaceX die Entwicklung nicht mal leisten. Ehe sie weiter solchen utopischen Plänen nachhängen, sollen sie lieber erst mal zusehen, das die F9 zuverlässig fliegt. Ansonsten kann es mit den ganzen schönen Power-Point Raketen sehr schnell vorbei sein.

Also Stand 2020: SLS wird noch gebaut  ;D.  BO, von den sieht man nix. Was hat denn BO vorzuweisen außer das Sie irgendwas 100km noch oben geschossen haben? Sollten nicht schon längst Touristen an Board sein?

Und nun schau dir mal die Power Piont Rakete von SpaceX an  ;)


Man muss ja kein Freund von EM sein,ich selbst leg auch nicht jedes Wort von Ihm auf die Goldwage aber immer zu sagen das wird nix bei SpaceX.....naja

Online TWiX

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1175
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #316 am: 17. September 2020, 07:34:36 »
BO, von denen sieht man nix. Was hat BO denn vorzuweisen außer, dass sie irgendwas 100km hoch/nach oben geschossen haben?
Korrektur von mir.
Von BO kann man einiges sehen, wenn man nur hinsieht. Zum Beispiel ihre Fabrik für die Triebwerke, ihre Startrampe am Cape, das neue HQ in Washington, die Nutzlastverkleidung für NG hat man ebenfalls schon gezeigt und BE-3 hat mehr Flugdauer angesammelt als das Raptor...

Offline Dublone

  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 442
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #317 am: 17. September 2020, 07:42:11 »
Ich rede aber nicht von irgendwelchen Fabriken oder ähnliches das baut SpaceX auch schon länger.  Naja aber was ist mit New Shepard?  Da hört man schon eine ganze Weile nix mehr.

Offline Sensei

  • Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 4877
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #318 am: 17. September 2020, 10:04:39 »
Ja, da sind sie zuletzt total abgetaucht.

ABER: Was in ihren großen Fabriken bezüglich NG läuft wissen wir schlicht nicht.
Da ist praktisch alles möglich: von 4 fast flugfähigen NG-Raketen die dort rum liegen bis dahin, dass sie noch an den Produktionsmaschinen rum schrauben.
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline alepu

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 990
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #319 am: 17. September 2020, 11:59:18 »
Die wissen schon, warum sie uns nix zeigen.  ;)

Offline Sensei

  • Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 4877
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #320 am: 17. September 2020, 12:35:04 »
Damit sie nicht fortwährend an der öffentlichkeit für jeden Schritt ihres Vorgehens kritisiert werden - wie es bei SpaceX ja passiert?!  :P
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline greyfalcon

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 120
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #321 am: 17. September 2020, 14:02:52 »
Warum soll es einen Markt für irgendwas geben wenn es die Voraussetzungen noch nicht gibt ?
NASA kein Interesse an SH? Warum steht dann SpaceX für das Mondprogramm zur Auswahl? (ob es was wird wissen wir nicht)
SLS wird niemals der Dauertrager der NASA. Er wird gebaut und Er wird mit sicherheit auch fliegen. Aber niemals dauerhaft.

Wir alle wisen das du kein Freund von SpaceX bist. Ich hab mir gestern alte Beiträge angeschaut.
Den fand ich nicht schlecht: Februar 2017

Zitat
Also ich weiß nicht, in welchem Universum du lebst, aber selbst durch die tiefrote SpaceX-Brille sollte dir klar sein, das SLS im kommenden Jahr seinen Erstflug haben soll. Flughardware wird bereits gebaut. Ich gebe zwar zu, das ich selbst ein Fan von BO bin, aber die haben noch nicht mal die Fabrik fertig, da ist es sehr unwahrscheinlich, das sie vor dem SLS fliegen.

Glaubst du wirklich, das SpaceX ab 2024 Testflüge mit ihren Power-Point Systemen BFR und ITS durchführt? Da ist ja selbst Star Trek realistischer. Ich persönlich glaube, das BFR und ITS wie so viele andere SpaceX-Entwicklungen nie den Weg vom Zeichenbrett in die Realität schaffen. Aktuell kann sich SpaceX die Entwicklung nicht mal leisten. Ehe sie weiter solchen utopischen Plänen nachhängen, sollen sie lieber erst mal zusehen, das die F9 zuverlässig fliegt. Ansonsten kann es mit den ganzen schönen Power-Point Raketen sehr schnell vorbei sein.

Also Stand 2020: SLS wird noch gebaut  ;D.  BO, von den sieht man nix. Was hat denn BO vorzuweisen außer das Sie irgendwas 100km noch oben geschossen haben? Sollten nicht schon längst Touristen an Board sein?

Und nun schau dir mal die Power Piont Rakete von SpaceX an  ;)


Man muss ja kein Freund von EM sein,ich selbst leg auch nicht jedes Wort von Ihm auf die Goldwage aber immer zu sagen das wird nix bei SpaceX.....naja

Warum hast Du denn nicht diesen hier rausgesucht?



Tut mir leid, wenn du der Realität nicht ins Auge schauen kannst. Aber mal ehrlich, so naiv, das man glauben kann, das die NASA SpaceX mit ihrer Lego Rakete jemals einen bemannten Flug anvertrauen würde, kann doch wirklich keiner sein. Nicht mal die EELV Träger hält die NASA für sicher genug, und das sind andere Kaliber als die Falcon 9.

Wenn bei SpaceX keine Amateure arbeiten, warum geben sie dann zb völlig unrealistische Nutzlasten für die Falcon 9 Heavy an, die trotz weit weniger leistungsfähiger Triebwerke eine höhere Nutzlast als die (geplante) Atlas 5 HVL und die im Einsatz befindliche Delta 4 Heavy haben soll? Warum musste die Nutzlast der Falcon 1 immer weiter reduziert werden?

Wir sprechen uns weiter, wenn das Abenteuer SpaceX beendet ist. Wird nicht mehr lange dauern

Aber in einem hast du Recht: Hier geht es um den Boeing Entwurf CST-100, nicht um SpaceX. Also zurück On Topic. Als Träger dürfte vermutlich die Delta 4 feststehen. Bei der Atlas 5, die die beste Wahl gewesen wäre, sollen nicht alle Daten der Triebwerke verfügbar sein.

 ;D


Offline MR

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 2083
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #322 am: 17. September 2020, 15:59:34 »
@ greyfalcon

Ist zwar 10 Jahre her, aber ich stehe noch heute zu dem, was ich damals geschrieben habe. Hätte die NASA an SpaceX die gleichen Anforderungen gestellt wie 2004 an die geplanten Orion-Träger, hätten die Falcon 9 (und Atlas 5) nie bemannt eingesetzt werden dürfen. Klar, die heutige Falcon 9 hat nicht mehr viel gemein mit der Falcon 9 von 2010 (als man die erste Stufe noch mit Fallschirmen bergen wollte). Doch für die Ares 1 war 1 Verlust der Crew bei 2000 Missionen angestrebt. Selbst die Atlas 5, die noch nie eine Mission verloren hat, kommt höchstens auf 1:500. Falcon 9 und Sojus dürften ein ähnliches Risiko haben.

Online FlyRider

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 784
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #323 am: 17. September 2020, 16:07:53 »
Mir ist es letztlich egal, wer zum Schluss die Nase vorn hat oder ob einer erfolgreicher ist als der andere, ich finde diese ganze „Fan“ - Diskussion eher seltsam.

Mich interessiert eher die Frage, ob die ganzen ungeheuren Trägerkapazitäten überhaupt gebraucht werden. Dazu passt z.B. auch dieser Artikel ganz gut:

https://spacenews.com/space-force-too-early-to-say-if-military-will-need-super-heavy-launch-vehicles/

Zitat: „Cothern however would not speculate on whether the Space Force might one day have a need for the super heavy reusable launchers like SpaceX’s Starship or Blue Origin’s New Glenn.”

Offline Klakow

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 6072
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #324 am: 17. September 2020, 17:48:22 »
Ob die Trägerkapazitäten gebraucht werden muss klar mit einem JA beantwortet werden, ausser man tut so als wenn alle Leute die sich finanziell an SpaceX und dadurch auch an Starlink finanziell beteildigen idioten wären.
Das jetzt neben Starlink nur wenig Bedarf besteht, hat auch ganz klar betriebswirtschaftliche Gründe, den ein Kernsatz der Wirtschaftslehre ist dass das Angebot und die Nachfrage in direkter Beziehung zueinander stehen.

Man könnte es auch so sagen, das Angebot vielleicht um den Faktor 10 günstiger geworden, aber das ist immer noch mindestens um den Faktor 50 zu teuer,
deswegen ist der Markt heute nicht wirklich gewachsen.
Man beantworte sich selber doch mal eine Frage: wie teuer dürfte ein kurzer Orbitalflug sein damit man so eine Reise buchen würde.
Stand heute mit einer F9 und 6+1 Reisende, wären das vielleicht
10 Millionnen $, wer könnte sich das überhaupt leisten, offensichtlich nur sehr wenige.
Wie wäre es mit 1M$/Flug und Person, offensichtlich für die aller meisten Menschen immer noch zu teuer.
100.000$, da gibt sicher schon einige die sich das leisten könnten und bei 20.000$ gibts schon hundert Tausende.

Tags: