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Autor Thema: Saturnmond Titan  (Gelesen 166323 mal)

Offline Gertrud

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Re: Saturnmond Titan
« Antwort #325 am: 14. September 2018, 18:35:20 »
Hallo Zusammen,

Die Mare auf Titan.

Die Bilder wurden bei der  letzten Begegnung von Cassini mit Titan am 11.09. 2017  aufgenommen. Vier Tage später wurde Cassini bewusst in die Atmosphäre von Saturn gelenkt.
Cassini nahm bei dem Vorbeiflug diese Ansicht der nordpolaren Landschaft des rätselhaften Mondes aus Seen und Mare auf, die mit flüssigem Methan und Ethan gefüllt sind.
Punga Mare (390 Kilometer breit) ist direkt über dem Zentrum des Mosaiks zu sehen, mit Ligeia Mare (500 Kilometer breit) unter dem Zentrum und der riesige Kraken Mare erstreckt sich 1.200 Kilometer nach die linke Seite des Mosaiks. Die zahlreichen kleineren Seen des Titans sind rund um die Mare zu sehen und sind auf der rechten Seite des Mosaiks verstreut. Es ist immer noch ein fortwährenden Geheimnissen von Titan, wie diese Mare geformt werden.
Ein anderes Geheimnis ist das Wetter bei Titan Mit seiner dichten Atmosphäre hat Titan einen Methankreislauf ähnlich dem Verdunstungskreislauf der Erde, Wolkenbildung, Niederschlag, Oberflächenabfluss in Flüsse und Sammlung in Seen und Mare. Während des sieben Jahre andauernden südlichen Sommers im Saturngebiet beobachtete Cassini auf Titan Wolkenaktivität über dem Südpol.

Typisch für Beobachtungen, die während des nördlichen Frühlings und Sommers gemacht wurden, zeigt der Blick hier nur ein paar kleine Wolken. Sie erscheinen als helle Merkmale direkt unter der Mitte des Mosaiks, darunter einige oberhalb von Ligeia Mare.
Die Bilder von diesem Mosaik wurden mit der ISS Narrow-Angle Camera (NAC) aufgenommen, wobei ein Spektralfilter verwendet wurde, der für Nahinfrarotwellenlängen von 938 Nanometer empfindlich ist.
Die Ansicht wurde in einer Entfernung von ungefähr 140.000 Kilometer von Titan aufgenommen. Der Bildmaßstab beträgt etwa 800 m pro Pixel. Das Bild ist eine orthographische Projektion, die auf 67,19 Grad nördlicher Breite, 212,67 Grad westlicher Länge zentriert ist. Eine orthographische Ansicht ist die Ansicht eines entfernten Beobachters, der durch ein Teleskop blickt, am ähnlichsten.

https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA22481

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Offline Lumpi

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Re: Saturnmond Titan
« Antwort #326 am: 17. Januar 2019, 17:07:18 »
Regenfälle am Nordpol

Das unten gepostete Foto, aufgenommen mit dem Infrarot-Spektrometer der Raumsonde Cassini am 07.06.2016, liefert erstmals Belege auf Methan-Regenfälle am Nordpol und damit auch auf den Beginn einer Sommersaison auf der Nordhalbkugel Titans. Die mit rosafarbenen Pfeilen markierten Bereiche zeigen Gebiete, etwa halb so groß wie die großen Seen in Nordamerika, in denen das Sonnenlicht wahrscheinlich von einer nassen Oberfläche reflektiert wird. Vergleichbar sei das in etwa mit der Reflexion von Sonnenlicht, welches auf einen nassen Gehweg fällt. Bei vorherigen und nachfolgenden Cassini-Passagen konnte man das Phänomen nicht beobachten. Der schwarze Punkt auf dem Foto markiert den Nordpol, die dunkelblauen Pfeile Wolken, die hellblauen Pfeile die Ränder des Kraken Mare und der rote Pfeil die Spiegelung des Sees Xolotlan Lacus.
http://astrobiology.com/2019/01/evidence-of-changing-seasons-and-rain-on-titans-north-pole.html
https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1029/2018GL080943


Credit: NASA/JPL/University of Arizona/University of Idaho


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Offline Lumpi

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Re: Saturnmond Titan
« Antwort #327 am: 16. April 2019, 18:48:56 »
Einige Seen auf Titan sind über 100 Meter tief

Beim letzten Vorbeiflug am 22.04.2017 konnte Cassini mittels Radarmessungen die Tiefe mehrerer Seen im nördlichen Polargebiet untersuchen. Demnach gibt es neben wohl nur wenigen Millimetern tiefen Seen, welche im Frühjahr vollständig verdampfen, auch einige über 100 Meter tiefe Seen. Im Gegensatz zu den vorher untersuchten Seen am Südpol, bestehen die am Nordpol aus nahezu reinem Methan. Man vermutet, dass sich die tiefen Seen über lange Zeiträume gebildet haben, indem herabregnendes Methan die Oberfläche allmählich auswusch und sich in Senken gesammelt hat. Die neuen Radarmessungen bestätigen auch frühere Erkenntnisse, dass sich die Seen weit über dem Meeresspiegel befinden. Da diese keine sichtbaren Abflüsse haben, sie aber fortlaufend durch Methanregen aufgefüllt werden, versickert das Methan der tiefen Seen vermutlich nach und nach im Boden.
https://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?feature=7378
https://www.nature.com/articles/s41550-019-0714-2
https://www.weltderphysik.de/gebiet/universum/news/2019/seen-auf-titan-im-wandel/

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Offline Sensei

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Re: Saturnmond Titan
« Antwort #328 am: 18. November 2019, 23:54:31 »
wohin auch immer (GrundWasserMethan?)



Es wurde gestern eine (erste vollständige) geologische Karte des Titan veröffentlicht:

https://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?feature=7542

“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline Lumpi

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Re: Saturnmond Titan
« Antwort #329 am: 19. November 2019, 12:38:29 »
Es wurde gestern eine (erste vollständige) geologische Karte des Titan veröffentlicht:

Vielleicht ist dazu auch diese Legende ganz hilfreich:  ;)


Credit: NASA/JPL-Caltech/ASU

Zitat
The map legend colors represent the broad types of geologic units found on Titan: plains (broad, relatively flat regions), labyrinth (tectonically disrupted regions often containing fluvial channels), hummocky (hilly, with some mountains), dunes (mostly linear dunes, produced by winds in Titan's atmosphere), craters (formed by impacts) and lakes (regions now or previously filled with liquid methane or ethane). Titan is the only planetary body in our solar system other than Earth known to have stable liquid on its surface — methane and ethane.
https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23174
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Offline Gertrud

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Re: Saturnmond Titan
« Antwort #330 am: 20. November 2019, 15:06:40 »
Hallo Zusammen,

die Erste globale geologische Karte von Titan gibt es auch beschriftet.

Sie wurde durch Verwendung von Cassini-Radardaten und Bildern des Imaging Science Subsystem (ISS) entwickelt. Die schwarze Linien markieren 30 Breiten- und Längengrade. Die Karte befindet sich in der Mollweide-Projektion. Der Kartenmaßstab beträgt 1: 20.000.000.
Die Farben der Kartenlegenden repräsentieren die verschiedenen Arten von geologischen Einheiten, die auf Titan vorkommen.
Ebenen (breite, relativ flache Regionen), Labyrinth (tektonisch unterbrochene Regionen, die häufig Flusskanäle enthalten), Hügel (hügelig, mit einigen Bergen), Dünen (meist lineare Dünen), produziert durch Winde in der Titanatmosphäre), Krater (gebildet durch Einschläge) und Seen (Maare) (Regionen, die jetzt oder früher mit flüssigem Methan oder Ethan gefüllt sind).
Titan ist der einzige Planetenkörper in unserem Sonnensystem außer der Erde, von dem bekannt ist, dass er stabile Flüssigkeit, Methan und Ethan, auf seiner Oberfläche hat.
In der mit Anmerkungen versehenen Abbildung ist die Karte mit mehreren der genannten Oberflächenmerkmale beschriftet. Ebenfalls befindet sich der Landeplatz der Huygens-Sonde der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), die Teil der Cassini-Mission der NASA war.
Kredit: NASA/JPL-Caltech/ASU
http://www.jpl.nasa.gov/spaceimages/details.php?id=PIA23174
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23174

Beste Grüße
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
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Offline Sensei

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Re: Saturnmond Titan
« Antwort #331 am: 20. November 2019, 18:27:16 »
Danke für den Nachtrag, Gertrud!

Ich hatte tatsächlich deine Karte im Blick aber die ohne Legende erwischt.

^ wir freuen uns schon alle darauf, dass diese Karte demnächst nicht nur um eine sondern um viele Landestellen erweitert werden kann :)
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Offline aasgeir

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Re: Saturnmond Titan
« Antwort #332 am: 07. Dezember 2019, 09:18:30 »
Die Nachbildung der Bedingungen in den Methan-/Äthanseen auf der Oberfläche des Titan in einer irdischen tiefgekühlten Druckkammer hat ergeben, dass ausperlender gasförmiger Stickstoff unter diesen Bedingungen ziemlich stabile Schäume bilden kann, die an der Oberfläche solcher Seen als  geologisch wirkende Strukturen (Inseln; Halbinseln) erscheinen. Das Auftreten solcher "temporärer Inseln" (auf manchen Bildern sind sie da, auf späteren dann nicht mehr) hatte den Forschern bisher Rätsel aufgegeben.

https://blogs.agu.org/geospace/2019/12/03/new-study-finds-the-mix-that-makes-titans-lakes-spew-nitrogen-bubbles/
https://twitter.com/coreyspowell/status/1203068683133898752

Offline Terminus

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Re: Saturnmond Titan
« Antwort #333 am: 07. Dezember 2019, 13:20:51 »
Die Nachbildung der Bedingungen in den Methan-/Äthanseen auf der Oberfläche des Titan in einer irdischen tiefgekühlten Druckkammer hat ergeben, dass ausperlender gasförmiger Stickstoff unter diesen Bedingungen ziemlich stabile Schäume bilden kann, die an der Oberfläche solcher Seen als  geologisch wirkende Strukturen (Inseln; Halbinseln) erscheinen.

Und zwar so große Strukturen, dass man sie aus dem Orbit erfassen kann. Vielleicht baut sich der stabile Schaum ja sogar haushoch auf. Dann noch Wind dazu, der den Schaum in wilde Formen verbläst... würde ich gerne mal sehen. :)

Tags: Saturn titan Mond