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Raumcon
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Autor Thema: Interstellare Objekte  (Gelesen 39159 mal)

Offline Sensei

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #125 am: 10. November 2018, 16:39:26 »
Nein, tut es nicht. Oumuamua schießt wieder aus der epliktik raus.

Und das war wohl als Hinweis auf eine möglicherweise etwas falsche Vorstellung gemünzt: das Sonnensystem ist an sich schon sehr sehr groß. Wenn dann etwas von außen kommt dann ist es zudem unwahrscheinlich dass es in unserer Planetenebebe landet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Oumuamua auch nur 1AE an NH ran kommt dürfte in die selbe Größenordnung wie ein Sechser im Lotto fallen...

Offline Terminus

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #126 am: 10. November 2018, 16:41:15 »
Zitat von: Andras1768 am Gestern um 23:36:13

Wäre es eigentlich möglich mit New Horizon dieses Objekt zu erfassen, oder sind beide einfach zu weit voneinander entfernt?

... Von Hannover aus sind München und Hamburg einige 100km weg. Trotzdem liegen München und Hamburg nicht nebeneinander, ganz im Gegenteil.


Wie soll ich das jetzt verstehen? Als Kritik an meiner Ausdrucksweise?

Nein, es war nur die Antwort auf Deine Frage: NH und Oumuamua verhalten sich von der Erde aus wie München und Hamburg von Hannover aus: Beide "weit draußen" und gleichzeitig auch noch weit voneinander entfernt. Also im Klartext: Nein, keine Chance, dass NH Oumuamua ablichten könnte.

Zitat
Das wir in einer dreidimensionalen Welt leben ist schon klar und mit weit draussen meinte ich eigentlich, ob NH und Oumuamua sich evtl. näher kommen, bzw. Oumuamua's Flugbahn ihn in die Nähe von NH führt.

Diese Möglichkeit haben einschlägige Experten bestimmt längst geprüft. Oumuamua wäre - da hast Du natürlich recht - ein viel interessanteres Ziel als Ultima Thule und wenn es eine Chance gäbe, dass NH z.B. durch eine Kursänderung wenigstens ein paar Pixel (*) von Oumuamua abbilden könnte, dann hätten wir längst was darüber gehört, dass NH umprogrammiert wurde. Oder aber, falls keine Kursänderung nötig, dass NH bereits Aufnahmen des Asteroiden gemacht hätte.

(*) Wahrscheinlich hätte sogar schon die Chance auf nur 1 Pixel dafür gereicht, denn dieses Pixel hätte eine Färbung und Helligkeitsschwankungen gezeigt und die wären auch schon hochinteressante Informationen.

So... bleibt uns leider nur Spekulation.

Offline Andras1768

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #127 am: 10. November 2018, 19:17:06 »
Ok, alles klar, ist bei mir zuerst anders angekommen ;). Danke für die ausführliche Antwort. Schade eigentlich. Manchmal soll es halt nicht sein. Dann beim Nächsten vielleicht.

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #128 am: 11. November 2018, 15:18:54 »
Ok, alles klar, ist bei mir zuerst anders angekommen ;). Danke für die ausführliche Antwort. Schade eigentlich. Manchmal soll es halt nicht sein. Dann beim Nächsten vielleicht.

Die nächsten 100 Jahre wird es völlig unmöglich sein sowas abzufangen.

Das wäre das gleiche als wenn Du versuchen würdest mit einem Fahrrad in München einen Porsche 911 in New York abzufangen.

Das Ding rauscht innerhalb von Wochen durch unser System, im Vergleich dazu brauchen wir 20 Jahre eine Mission zu planen und dann 10 Jahre um einen 30 Jahre vorher bekannten Punkt anzusteuern.

Micha

Offline aasgeir

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #129 am: 11. November 2018, 17:07:35 »
Die nächsten 100 Jahre wird es völlig unmöglich sein sowas abzufangen...
Das Ding rauscht innerhalb von Wochen durch unser System, im Vergleich dazu brauchen wir 20 Jahre eine Mission zu planen und dann 10 Jahre um einen 30 Jahre vorher bekannten Punkt anzusteuern.
Micha

Das stimmt so nicht ganz: es sind durchaus schon Überlegungen veröffentlicht worden, wie man so einen "überraschenden Besucher" mit einer Sonde in Lauerstellung abfangen könnte - siehe auch Beitrag #99 in diesem Thread:  https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=15819.msg422701#msg422701

Offline SFF-TWRiker

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #130 am: 11. November 2018, 21:54:34 »
Ok, alles klar, ist bei mir zuerst anders angekommen ;). Danke für die ausführliche Antwort. Schade eigentlich. Manchmal soll es halt nicht sein. Dann beim Nächsten vielleicht.

Die nächsten 100 Jahre wird es völlig unmöglich sein sowas abzufangen.

Das wäre das gleiche als wenn Du versuchen würdest mit einem Fahrrad in München einen Porsche 911 in New York abzufangen.

Das Ding rauscht innerhalb von Wochen durch unser System, im Vergleich dazu brauchen wir 20 Jahre eine Mission zu planen und dann 10 Jahre um einen 30 Jahre vorher bekannten Punkt anzusteuern.

Micha

Wochen ist etwas übertrieben. Mit 44 km/s ist das Objekt rund 3x so schnell wie die 5 interplanetaren Sonden, die auf dem Weg aus dem Sonnensystem sind und legt damit ca 10 AU pro Jahr zurück. Jetzt würde es am Rand einer Sphäre mit einem Radius des Saturnorbits sein.
Seit Apollo und Star Trek Classic Astronomie, Raumfahrt und SciFi-Fan.

TWR genügt als Anrede

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #131 am: 11. November 2018, 22:11:46 »
Die nächsten 100 Jahre wird es völlig unmöglich sein sowas abzufangen...
Das Ding rauscht innerhalb von Wochen durch unser System, im Vergleich dazu brauchen wir 20 Jahre eine Mission zu planen und dann 10 Jahre um einen 30 Jahre vorher bekannten Punkt anzusteuern.
Micha
Das stimmt so nicht ganz: es sind durchaus schon Überlegungen veröffentlicht worden, wie man so einen "überraschenden Besucher" mit einer Sonde in Lauerstellung abfangen könnte - siehe auch Beitrag #99 in diesem Thread:  https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=15819.msg422701#msg422701

Es gibt auch Überlegungen für Sonden zu Proxima Centauri. Es ist der Unterschied was man sich wünscht und an was man glaubt.

Micha

Offline aasgeir

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #132 am: 11. November 2018, 22:26:47 »
 @avatar:

    Nein , keine "Glaubens"frage: im Unterschied zu Konzepten wie Breakthrough Starshot (zu Proxima Centauri) setzen die genannten Vorschläge zum Abfangen und Beobachten solcher Oumuamua-Objekte keine erst noch zu entwickelnden Technologien voraus, sondern kommen mit dem aus, was -Stand heute- tatsächlich bereits technisch realisiert und geflogen ist; insofern ist es realistisch. Die Frage ist nur, ob es als lohnend betrachtet wird, auf die statistische Chance "ein Besucher in 10 Jahren" hin eine solche Sonde zu bauen und im L1 zu stationieren.

Offline Sensei

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #133 am: 12. November 2018, 00:54:40 »
Weiß einer wo diese 'statistik' von: ein Besucher alle zehn Jahre kommt? Hat man denn schon so viele entdeckt dass man das so hochrechnen kann?

Online -eumel-

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #134 am: 12. November 2018, 01:19:27 »
Nein.
In den Berichten war immer davon die Rede, dass das das erste Objekt von Außerhalb des Sonnensystems ist, das man entdeckt hat.
Demzufolge ist "alle 10 Jahre" nur eine Annahme.
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 25. Oktober 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline Sensei

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #135 am: 12. November 2018, 08:51:20 »
Mit einer Stichprobengröße von 1?!  ???

Darauf würde ich aber noch keine Hunderte-Millionen $ Mission aufbauen... .

Offline aasgeir

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #136 am: 12. November 2018, 19:34:00 »
Weiß einer wo diese 'statistik' von: ein Besucher alle zehn Jahre kommt? Hat man denn schon so viele entdeckt dass man das so hochrechnen kann?

Natürlich kann man mit einem Einzelfall keine Statistik treiben.
In der in #99 angegebenen Originalarbeit wird aber beschrieben, wie man zu einer solchen Abschätzung kommen kann: die Häufigkeit solcher Planetesimale hier in unserem Sonnensystem, verbunden mit der Modellierung der Wahrscheinlichkeit, das solche Planetesimale bei der "Wanderung" großer Planeten in einem System dabei gestört und aus dem Heimatsystem herauskatapultiert werden, führt zu Häufigkeiten von 2 x 1026 solcher Objekte in der gesamten Galaxis und einer mittleren Dichte von zwischen 1 und 2 Exemplaren pro (AU)3. Dieses Ergebnis ist konsistent mit dem Befund, dass in der bisherigen Betriebszeit von Pan-STARRS genau 1 Objekt entdeckt wurde (wären sie seltener, hätte man noch keines erwartet; wären sie häufiger, hätte man mehrere erwartet).
Es ist also nicht "nur eine Annahme" (aus dem hohlen Bauch), sondern eine Abschätzung auf Grund etablierter Modelle für Planetenentstehung hier bei uns und anderswo in dieser Galaxis.

Offline Siliziumdioxid

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #137 am: 15. November 2018, 00:43:34 »
Hallo mal wieder bei dieser außerordentlich wichtigen Thematik wie ich finde.
Also die Statistik war nicht mein Steckenpferd. Aber Wissen macht ja bekanntlich neugierig und man kann es doch etwas, das müsste doch bei Unserem Probanden mit dem Zufallsvorgang zusammenhängen:
http://www.wiwi.uni-muenster.de/05/download/studium/statistik2/ss12/Kapitel_2.pdf
Weiter bin ich hier selber noch nicht gekommen, aasgeir. Ich tendiere unter Kap. 1.2 Definition eines Zufallsvorganges für b. Ab einem (1) Vorgang kann man da was postulieren wie ich das lese?

Aber die anderen Fakten, mal im Ernst - der Gasausstoß der nicht beobachtet werden konnte (sarkastischer Post)?! Woher könnte der noch gekommen sein? "Strahlungs-" harte rötliche Kruste - Kohlenwasserstoffe? Hat U1 vielleicht in unserer Oortschen Wolke Material zusätzlich eingesammelt wie unsere teils rötlichen, neuen Zwergplaneten wie Pluto - was an der WieauchimmerForm zum "Heck" sublimierte und dann im Perihel gerichtet beschleunigend abstieß?
Dagegen spricht u.u. ein Taumeln.

Die von mir gesichteten Daten eines der wichtigsten astronomischen Objekte dieses Jahrtausends sind einfach und low, finde ich.

War und wird es wieder supraleitend, wenn es aus der Oort mit dickem "Schneepeltz austritt"?
Fragen über Fragen - ein Füllhorn Thesen.

Die Körperberechnung hat insofern Recht, denke ich: Es gibt bestimmt zig-tausend Mal mehr Asteroiden und Kometen als Planeten in unserem Weltall. Die beobachteten Planeten und insbesondere die Staubscheiben (extrasolare Oortsche Wolken, und Asteroidengürteln?) beweisen es mittlerweile.

Was ist, wen U1 einfach mehr "gravitative Beschleunigung" von Außen mitbrachte, woher?
Fragen über Fragen - ein Füllhorn Thesen. Ich sage mal: Mitmachen!
Grüße und GA
SiO²
Alles ist eins und eins ist Alles - Wir sind Quarks - Atome - Sternenstaub - Meteoriten - die Erde - Leben - System - Galaxien - Cluster - Universum - Alles, Es und Wir erschafft sich selber. Gemeinsam. Und dürfen es dann in aller Pracht bewundern - zum Genießen bleibt keine Zeit...

Online -eumel-

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #138 am: 15. November 2018, 22:53:02 »
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 25. Oktober 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline Gertrud

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #139 am: 16. November 2018, 19:13:42 »
Hallo Zusammen,

es gibt neue wissenschaftliche Aussagen zu dem ersten interstellaren Objekt.

Oumuamua wurde erstmals vom Pan-STARRS 1-Teleskop der University of Hawaii auf Haleakala (Hawaii) im Oktober 2017 entdeckt, (der Name des Objekts ist ein hawaiisches Wort für "Besucher aus der Ferne, der zuerst ankommt"), während das Teleskop nach erdnahen Asteroiden suchte.

Nachfolgende detaillierte Beobachtungen, die von mehreren Bodenteleskopen und dem Hubble-Weltraumteleskop durchgeführt wurden, entdeckten das Sonnenlicht, das die Oberfläche von Oumuamua reflektierte. Große Unterschiede in der Helligkeit des Objekts deuteten darauf hin, dass Oumuamua sehr langgestreckt ist und in seiner längsten Ausdehnung wahrscheinlich weniger als 800 Meter betrug.

Das Weltraumteleskop Spitzer war eines von vielen Teleskopen, die in den Wochen nach der Entdeckung im Oktober auf 'Oumuamua gerichtet war.
Das Weltraumteleskop  Spitzer verfolgt Asteroiden und Kometen mithilfe der Infrarotenergie oder Wärme, die sie ausstrahlen, was genauere Informationen über die Größe eines Objekts liefern kann, als dies durch optische Beobachtungen des reflektierten Sonnenlichts allein möglich wäre.

Oumuamua war für Spitzer zu schwach, er konnte das Objekt nicht erkennen als er Anfang November 2017, mehr als zwei Monate nach der Annäherung des Objekts an die Erde erforschte. 

Nach der Aussage von David Trilling, der Hauptautor der neuen Studie und Professor für Astronomie an der Northern Arizona University ist die Tatsache, dass Oumuamua zu klein war, um von Spitzer erkannt werden konnte, tatsächlich ein sehr wertvolles Ergebnis.

Die Tatsache, das 'Oumuamua für eine Erkennung durch Spitzer zu schwach war, setzt die Gesamtoberfläche des Objekts in Grenzen. Da die Nichterkennung jedoch nicht zum Ableiten der Form verwendet werden kann, werden die Größengrenzen als Durchmesser von Oumuamua angegeben, wenn er kugelförmig wäre. Bei der Verwendung von drei separaten Modellen, die etwas unterschiedliche Annahmen über die Zusammensetzung des Objekts treffen, beschränkte Spitzer 'Oumuamuas "sphärischen Durchmesser" auf 440 Meter, und 140 Meter oder vielleicht nur 100 Meter. Das breite Spektrum der Ergebnisse beruht auf den Annahmen über 'Oumuamuas Komposition, die beeinflussen, wie sichtbar (oder schwach) sie Spitzer erscheinen würde, wenn sie eine bestimmte Größe hätte.
Die immer gezeigte längliche Form von 'Oumuamua ist nur eine künstlerische Darstellung. Das Objekt könnte auch eine quadratische Form haben oder eine kugelförmige Form mit einer dunklen und hellen Seite sein. (siehe Aussage im Video von Harald Lesch)

Die neue Größenbegrenzung stimmt mit den Ergebnissen des am Anfang dieses Jahres veröffentlichten Forschungspapiers überein, das darauf hindeutet, dass die Ausgasung für die geringfügigen Änderungen in der Geschwindigkeit und Richtung von 'Oumuamua verantwortlich war, wie sie im letzten Jahr verfolgt wurde.
Die Autoren schließen auf ausgestoßenes Gas, dass sich wie ein kleiner Druckgeber verhielt, der das Objekt sanft drückte. Diese Bestimmung war davon abhängig, dass 'Oumuamua relativ kleiner als typische Sonnensystemkometen war.

Die neue Studie legt auch nahe, dass 'Oumuamua bis zu zehnmal reflektierter sein könnte als die Kometen unseres Sonnensystems, ein überraschendes Ergebnis, so die Autoren der Studie. Die Autoren vermuten, das Oumuamua nach dem Perihelion eine geringe Emission erfahren hat, die zu einem frischen, hellen, eisigen Mantel geführt hat.
Es könnte die Oberfläche durch  "Ausgasung" erfrischt haben, als es unserer Sonne extrem nahe kam, etwas mehr als fünf Wochen vor seiner Entdeckung.
Quellen:
https://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?feature=7280
http://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-3881/aae88f/meta

Die Erklärungen von Harald Lesch.

https://www.youtube.com/watch?v=ei2WxeujUSs

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline Terminus

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #140 am: 18. November 2018, 09:14:01 »
Zum Thema "dicker Schneepelz":

Aber die anderen Fakten, mal im Ernst - der Gasausstoß der nicht beobachtet werden konnte (sarkastischer Post)?! Woher könnte der noch gekommen sein? "Strahlungs-" harte rötliche Kruste - Kohlenwasserstoffe? Hat U1 vielleicht in unserer Oortschen Wolke Material zusätzlich eingesammelt wie unsere teils rötlichen, neuen Zwergplaneten wie Pluto - was an der WieauchimmerForm zum "Heck" sublimierte und dann im Perihel gerichtet beschleunigend abstieß?

Pluto hat ja sicher viieel Zeit gehabt, etwaige "Krusten" oder "Schneepelze" einzusammeln. Ähnlich auch der Mond Iapetus beim Saturn, bei dem man ja spekuliert, dass seine Yin-Yang-Färbung daher rührt, dass er mal eine Zeitlang in der Ringebene umgelaufen ist und so Ringmaterial eingesammelt hat. (Wenn es so war, muss es ja faszinierend ausgesehen haben - wozu schon kleine massive Objekte in den Ringen führen, wissen wir ja).

Aber worauf ich hinaus will: Oumuamua ist durch die Oortsche Wolke bestimmt in astronomisch unmessbar kurzer Zeit hindurchgeschossen. Da ist nicht viel an ihm kleben geblieben, das ihn (sie?es?) jetzt einfärben oder gar zu Ausgasungen führen könnte.

Zitat
Die von mir gesichteten Daten eines der wichtigsten astronomischen Objekte dieses Jahrtausends sind einfach und low, finde ich.

? was meinst Du mit "einfach und low"? Dass es ziemlich wenige Daten gibt? Okay, das ist wohl zwangsläufig bei einem so kleinen Objekt, auf das man relativ spät aufmerksam wurde und dann nur kurz beobachten konnte. Da wird dann selbst die Nicht-Beobachtbarkeit schon zu einer Information, insofern sie die Größenabschätzung weiter einengt. :)

Offline Siliziumdioxid

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #141 am: 28. November 2018, 00:26:31 »
Hallo hier.
Terminus hat ja Recht, das Ding flog so schnell durch (es musste aber auch dann den Querschnitt "absammeln".)
hast aber warsch. recht - das Material reicht nicht aus. Für einen beobachteten Rückstoß?

Das Material wenn es da ist, stammt von weit außen? - Spektralanalyse???

Gab es vor bei Perihel einen Schweif?
Die Eigenrotation sollte meineserachtens bei Abstoßung von Massen von der Primärkörpergröße nicht vernachlässigt werden.

Eigenrotation in Relation zu Objekt analysieren- also weiter orakeln...

Einfach und low - so Beschrieb ich die Synthese aus Wissen und Reaktion der Menscheit auf einen extrasolaren Sachverhalt. Wir lernen es noch. Gemeinam, hoffe ich.

Gut so und weiter - nächster Brocken!

GA SiO²
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Offline Pham

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #142 am: 10. Januar 2019, 12:43:08 »
Artikel in Spektrum der Wissenschaft zu Oumuamua als möglichem Artefakt einer außerirdischen Zivilisation: 
https://www.spektrum.de/news/oumuamua-in-wahrheit-ein-ausserirdisches-sonnensegel/1606508

Dabei wird aufgrund der Bahnänderung, welche nicht ausschließlich durch die Schwerkraft der Sonne verursacht sein kann geschlussfolgert, dass Oumuamua auch ein treibendes Sonnensegel sein könnte.
Während die zusätzliche Bahnänderung auch durch Ausgasung wie bei Kometen verursacht sein kann, wurde keine der daraus folgenden Gase um Oumuamua beobachtet, was die beiden Wissenschaftlicher zu Betrachtung dieser theoretischen Möglichkeit veranlasste.

Während die Ockhams Rasiermesser diese Möglichkeit eigentlich ans untere Ende der Liste der Möglichkeiten katapultiert, schafft es so eine spektakuläre Aussage natürlich weit nach oben in der öffentlichen Aufmerksamkeit, ähnlich wie die Helligkeitsschwankungen bei Tabbys Star, welche eine in Bau befindliche Dysonshpäre als eine theoretische Möglichkeit in manchen Publikationen schon fast als Fakt dargestellt wurde. Auch hier im Forum wurde darum heiß diskutiert, inkl. von meiner Wenigkeit.

Fraglich ob man genug Informationen zu Oumuamua um nach dem Ausschlussprinzip diese Möglichkeit ausschließen oder erhärten kann. Ich fürchte eher nein.
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline LV426

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #143 am: 10. Januar 2019, 13:02:35 »
Hallo in die Runde.
Ist eigentlich schon mal jemanden die Flugbahn in Bezug auf die Erdbahn aufgefallen? Wäre das Objekt zwei Monate vorher da gewesen,wäre es sehr sehr dicht an der Erde vorbei geflogen! Weiß jemand evtl wie gering die Entfernung gewesen wäre??

Offline Lumpi

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #144 am: 10. Januar 2019, 17:29:33 »
Dabei wird aufgrund der Bahnänderung, welche nicht ausschließlich durch die Schwerkraft der Sonne verursacht sein kann geschlussfolgert, dass Oumuamua auch ein treibendes Sonnensegel sein könnte.

Schlägt Herr Loeb vielleicht nur ein Sonnensegel vor, weil er bei Breakthrough Starshot mitwirkt? An ein außerirdisches Sonnensegel kann ich beim besten Willen nicht glauben.
Dazu ein Interview mit Avi Loeb:  http://www.spiegel.de/international/zeitgeist/astronomer-avi-loeb-on-the-interstellar-body-oumuamua-a-1246803.html
... oder in Deutsch, allerdings mit Bezahlschranke: http://www.spiegel.de/plus/oumuamua-ein-sonnensegel-von-intelligenten-wesen-hergestellt-a-00000000-0002-0001-0000-000161665902
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline Pham

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #145 am: 10. Januar 2019, 17:34:03 »
Dabei wird aufgrund der Bahnänderung, welche nicht ausschließlich durch die Schwerkraft der Sonne verursacht sein kann geschlussfolgert, dass Oumuamua auch ein treibendes Sonnensegel sein könnte.

Schlägt Herr Loeb vielleicht nur ein Sonnensegel, weil er bei Breakthrough Starshot mitwirkt? An ein außerirdisches Sonnensegel kann ich beim besten Willen nicht glauben.
Dazu ein Interview mit Avi Loeb:  http://www.spiegel.de/international/zeitgeist/astronomer-avi-loeb-on-the-interstellar-body-oumuamua-a-1246803.html
... oder in deutsch, allerdings mit Bezahlschranke: http://www.spiegel.de/plus/oumuamua-ein-sonnensegel-von-intelligenten-wesen-hergestellt-a-00000000-0002-0001-0000-000161665902
Klar, die Wahrscheinlichkeit, dass das Ganze ein geschickter marketing-Gag ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Zumal Oumuamua zwischenzeitlich bereits soweit weg ist und mit so hoher Geschwindigkeit durch das äußere Sonnensystem rauscht, dass es keine Möglichkeit gibt mehr Informationen als die bereits vorhandenen zu erhalten: Das Ding ist weg.

Insofern kann er diese Hypothese hinlegen, ohne dass man ihn widerlegen kann.
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline aasgeir

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #146 am: 16. April 2019, 16:38:51 »
Es gibt ausser Oumuamua jetzt wohl einen weiteren interstellaren Besucher, der sogar sein Ende in der Erdatmosphäre  fand: die Auswertung der Beobachtung einer Meteor-Feuerkugel über Papua Neu-Guinea im Januar 2014 ergab einen hyperbolischen Exzess von 43,8 km/s.
Originalveröffentlichung: https://arxiv.org/abs/1904.07224 vom 15. April 2019 .
Bei der hohen Eintrittsgeschwindigkeit ist der Körper vollständig verdampft, was die Möglichkeit einer spektroskopischen Analyse seiner Zusammensetzung erlaubt (allerdings nur der Elementhäufigkeiten - chemische Verbindungen bzw Mineralien werden komplett zerlegt..)

https://twitter.com/coreyspowell/status/1117963706779021316

Offline aasgeir

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #147 am: 23. April 2019, 09:20:07 »
Ausführlicherer Blogbeitrag von Alderamin hierzu, mit Überlegungen, wie häufig in der Vergangenheit bereits solche Objekte in der Erdatmosphäre verglüht sind:

http://scienceblogs.de/alpha-cephei/2019/04/22/brachten-interstellare-meteore-sternenstaub-auf-die-erde/

Antwort: etwa 450 Millionen in der Größenklasse von je ~ 500 kg !

Offline aasgeir

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #148 am: 24. Mai 2019, 09:22:04 »
Es gibt wieder einen Kandidaten für einen interstellaren Besucher:
der "Komet" C/2019 K1 wird mit einer Exzentrizität von 1,0705 +/- 0,0636 angegeben - also gerade so oberhalb einer noch parabolischen oder hochelliptischen Bahn. Auch der hyperbolische Exzess (Geschwindigkeit) von 5,6 km/s ist vergleichsweise niedrig. Weitere Beobachtungen werden das klären (bisher 72 Beobachtungen im Zeitraum 16. bis 23. Mai 2019)

   Quelle: https://twitter.com/tony873004/status/1131680301183148038
               https://twitter.com/coreyspowell/status/1131717999487012864

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #149 am: 11. September 2019, 22:59:22 »
Am 30.8.19 wurde in einer Entfernung von 3,6 AU von der Sonne ein Objekt mit einer Exzentrizität von ca 3 gefunden.
gb00234 ist damit ein ernsthafter Kandidat für ein extrasolares Objekt, dessen Perihel im Dezember/Januar erwartet wird.

https://en.wikipedia.org/wiki/Gb00234
Seit Apollo und Star Trek Classic Astronomie, Raumfahrt und SciFi-Fan.

TWR genügt als Anrede

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