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Autor Thema: Interstellare Objekte  (Gelesen 42425 mal)

Offline Pham

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #75 am: 14. Dezember 2017, 14:15:55 »
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/oumuamua-lauschangriff-auf-den-speer-asteroiden-a-1183301.html
Zitat: "Der Asteroid sollte zunächst über zehn Stunden lang auf mehreren Frequenzen von Schallwellen untersucht werden."
Das wäre schon fast was für "Falsche Nachrichten in der Presse". Zwischenzeitlich hat SPON den Beitrag aber geräuschlos(!) angepasst.   :D
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline MpunktApunkt

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #76 am: 14. Dezember 2017, 19:19:07 »
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/oumuamua-lauschangriff-auf-den-speer-asteroiden-a-1183301.html
Zitat: "Der Asteroid sollte zunächst über zehn Stunden lang auf mehreren Frequenzen von Schallwellen untersucht werden."
Das wäre schon fast was für "Falsche Nachrichten in der Presse". Zwischenzeitlich hat SPON den Beitrag aber geräuschlos(!) angepasst.   :D

Hallo,

das stimmt nicht ganz (falls du auf eine unkommentierte Anpassung anspielst).

Zitat von: Spiegel Online am Ende des Artikels
Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version war von Schallwellen die Rede, wo Radiowellen gemeint waren. Wir bedauern den Fehler.

Gruß

Mario
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Offline Siliziumdioxid

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #77 am: 15. Dezember 2017, 01:09:53 »
Hallo ma' wieder,
die genaue Untersuchung von 1I hätte wahrscheinich bedeutenste Informationen für die Menscheit erbracht - aber jedes Jahr so ein Teil? Nur sehen wir sie nicht, das ist unheimlich. Dass wir da noch so blind sind ist schade, wir können nichteinmal AUSSCHLIEßEN dass es nicht natürlichen Ursprunges ist. Die Rama Triogie ist eine feine Sache.

Zurück zu den Fakten:
Das Objekt ist staubfrei! Kein verdammter Rubblepile - hat er nur eine Kruste übergezogen bekommen, auf seiner weiten Reise, oder ist er komett Festgestein oder gar Metall? Spektralanalysen?!

Wenn die Heigkeitsschwankungen auf die Rotation zurückgehen sollen, müßte die Rotationsachse nicht in Richtung der Bahnachse zeigen, oder? Das würde die Schwerkraftverhältnisse im Objekt ändern.

Wo fiegt I1 nun genau hin?

@Schneefüchsin, schöne Beiträge. Beim Projekt zum Erreichen müsste das ganze Procedere ohne die verdammt lang dauernden Ausschreibungen sofort mit genügend Mitteln realisiert werden, Mehrere  Panungsstränge.

Und schießlich die Poernte:
He, He, wäre gut wenn man da T.rum.p oder wen auch immer auf eine außerirdische Bedrohung einstielen könnte, das Militär könnte aufgrund der Reaktionsfähigkeit vieleicht noch was hinterher schießen. Das Ding ist besser als den Mond zu reaktivieren. Bei Gefahr im Verzug ist bei der Begründung der Finanzierung vieles möglich (der Ottonormal will ja geschützt sein).

Grüße und Gück Auf!
SiO2

Alles ist eins und eins ist Alles - Wir sind Quarks - Atome - Sternenstaub - Meteoriten - die Erde - Leben - System - Galaxien - Cluster - Universum - Alles, Es und Wir erschafft sich selber. Gemeinsam. Und dürfen es dann in aller Pracht bewundern - zum Genießen bleibt keine Zeit...

Offline Pham

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #78 am: 15. Dezember 2017, 11:15:58 »
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/oumuamua-lauschangriff-auf-den-speer-asteroiden-a-1183301.html
Zitat: "Der Asteroid sollte zunächst über zehn Stunden lang auf mehreren Frequenzen von Schallwellen untersucht werden."
Das wäre schon fast was für "Falsche Nachrichten in der Presse". Zwischenzeitlich hat SPON den Beitrag aber geräuschlos(!) angepasst.   :D

Hallo,

das stimmt nicht ganz (falls du auf eine unkommentierte Anpassung anspielst).

Zitat von: Spiegel Online am Ende des Artikels
Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version war von Schallwellen die Rede, wo Radiowellen gemeint waren. Wir bedauern den Fehler.

Gruß

Mario
Stimmt, mittlerweile ist dieser Text dort angebracht. Das war zum Zeitpunkt meines Posts noch nicht der Fall.
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Offline vv

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #79 am: 15. Dezember 2017, 11:25:54 »
Ob es prinzipiell möglich wäre eine Sonde zu diesem oder solchem Objekt zu schicken, um ihn zu erforschen?

Offline Pham

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #80 am: 15. Dezember 2017, 11:32:31 »
Ob es prinzipiell möglich wäre eine Sonde zu diesem oder solchem Objekt zu schicken, um ihn zu erforschen?
Wie Schneefüchsin ausführlich beschrieb, ist das für diese Sonde eher unwahrscheinlich.

Für mögliche weitere ist es fraglich und abhängig davon
a) wann sie entdeckt werden
b) deren Kurs
c) deren Geschwindigkeit
d) unser technologischer Stand

Auf einem Stand wie heute, wird es wohl immer zumindest extrem herausfordernd bleiben, so einen interstellaren Besucher abzufangen, so dass dieser auch untersucht werden könnte.

Und wenn, dann ist eine Verallgemeinern von einem auf alle, sehr problematisch.
Wenn wir den nächsten abfangen würden und dieser Stellt sich als normaler Stein-Asteroid heraus, bliebe Oumuamua weiterhin rätselhaft.

Wenn er wirklich ein altes Wrack wäre ... wir würden es niemals erfahren.


« Letzte Änderung: 15. Dezember 2017, 15:01:10 von Pham »
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline Gertrud

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #81 am: 15. Dezember 2017, 14:47:57 »
Hallo Zusammen,

da "Oumuamua" von Breakthrough Listen mit dem  Green Bank Teleskop verfolgt wurde, habe ich die Seite einmal aufgesucht und dort diese Angaben gefunden.

Das Green Bank Telescop richtet das Augenmerk auf das zigarrenförmiges Objekt, das sich schnell durch das Sonnensystem bewegt.

Die Breakthrough Listen Beobachtungskampagne begann am Mittwoch, den 13. Dezember 2017. Mit Hilfe des Robert C. Byrd Green Bank Teleskops wird es weiterhin Oumuamua in vier Radiobändern von 1 bis 12 GHz beobachten. Seine erste Phase der Beobachtungen wird insgesamt 10 Stunden dauern, aufgeteilt in vier "Epochen" basierend auf der Rotationsdauer des Objekt.
Quelle:
https://breakthroughinitiatives.org/news/14

Es würde mich freuen, :)
wenn jemand Zeit für eine weitere Übersetzung hat.
Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline MpunktApunkt

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #82 am: 15. Dezember 2017, 18:54:42 »
Hallo Gertrud,

du hast das meiste schon übersetzt. :) Weiter im Text geht es so:

Oumuamua ist jetzt etwa 2 Astronomische Einheiten (AE) entfernt, oder die doppelte Entfernung zwischen Erde und Sonne. Dies ist um einen Faktor 50-70 näher als das entfernteste menschliche Artefakt, die Raumsonde Voyager I. In dieser Entfernung würde es weniger als eine Minute dauern, bis das Green Bank-Gerät einen Sender mit der Stärke eines Mobiltelefons, der in alle Richtungen gleichmäßig sendet (omnidirectional), erkennt.

"Oumuamuas Anwesenheit in unserem Sonnensystem bietet Breakout Listen eine Gelegenheit, beispiellose Empfindlichkeiten gegenüber möglichen künstlichen Sendern zu erreichen und unsere Fähigkeit zu demonstrieren, nahe gelegene, sich schnell bewegende Objekte zu verfolgen", sagte Andrew Siemion, Direktor des Berkeley SETI Research Centers. "Ob sich dieses Objekt als künstlich oder natürlich erweist, es ist ein großartiges Ziel für Listen."

Selbst wenn kein Signal oder ein anderer Hinweis auf extraterrestrische Technologie empfangen wird, werden Listen-Beobachtungen Teile des Funkspektrums abdecken, in denen das Objekt noch nicht beobachtet wurde, und könnten wichtige Informationen über die Möglichkeit von Wasser / Eis oder die Chemie einer Koma (gasförmige Hülle) liefern. Weder das eine noch das wurde bis jetzt identifiziert.

Listen hat seinen Wert bereits für die traditionelle, nicht-SETI-Astronomie bewiesen: Im August 2017 hat es mehrere Dutzend sich wiederholender Fast Radio Bursts (FRBs) aus einer fernen Zwerggalaxie entdeckt.

Breakthrough Listen ist ein wissenschaftliches Programm zur Suche nach Beweisen für technologisches Leben im Universum. Es zielt darauf ab, eine Million nahegelegener Sterne, die gesamte galaktische Ebene und 100 nahegelegene Galaxien mit einer Vielzahl von Funk- und optischen Bändern zu vermessen.

Die bahnbrechenden Initiativen sind eine Reihe von wissenschaftlichen und technologischen Programmen, die das Universum erforschen, wissenschaftliche Beweise für das Leben jenseits der Erde suchen und die öffentliche Debatte aus einer planetarischen Perspektive heraus anregen.

Viele Grüße

Mario

PS: Der Google Übersetzer ist ja mittlerweile Wahnsinn :o.
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Offline Bitmurks

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #83 am: 15. Dezember 2017, 19:54:46 »
Wie genau kann der Herkunfts-Kurs und der Ziel-Kurs von Oumuamua bestimmt werden ?
Könnte man aufgrund der Herkunft, des Ziels und der Art und Weise wie Oumuamua unser Sonnensystem durchfliegt, eine Aussage zur Wahrscheinlichkeit eines künstlichen Ursprungs machen ?
Zwischen binär Null und binär Eins gibt es manches worüber man sich wundern kann ;-)

Offline vv

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #84 am: 15. Dezember 2017, 22:41:06 »
Auf Grund der Umlenkungstrajektorie um der Sonne kann man die Masse des Objektes berechnen. Oder?

lngo

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #85 am: 15. Dezember 2017, 23:44:46 »
Auf Grund der Umlenkungstrajektorie um der Sonne kann man die Masse des Objektes berechnen. Oder?
Nein. Nur auf die Masse der Sonne kann daraus geschlossen werden. Trajektorien veraten nur etwas ueber die Masse des Massezentrums, nicht des Orbiters selbst.

Ich vermute die Masse des Objekts ist anhand der Groesse und einer angenommenen Dichte abgeschaetzt.

Offline Schneefüchsin

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #86 am: 16. Dezember 2017, 04:17:52 »
Auf Grund der Umlenkungstrajektorie um der Sonne kann man die Masse des Objektes berechnen. Oder?

Es ginge wenn man 2 Dinge wüste:
1: Die exakte Masse der Sonne.
2: Die exakte Flugbahn von Oumuamua.

Aber:
1: da Oumuamua so klein und dadurch leicht ist (relativ zur Sonne) reicht schon der Masseverlust der Sonne durch die Lichtabstrahlung einer Sekunde, um uns die Rechnung zu versauen. Und wir wissen eh nicht genau genug, wie viel die Sonne wiegt.
2: Wir müssten die exakte Flugbahn vor und nach dem Vorbeiflug an der Sonne kennen. Allerdings wurde Oumuamua erst nach dem Vorbeiflug an der Sonne entdeckt, wir haben also keine Daten von davor. Alles was wir dort haben sind Rückrechnungen der Flugbahn. Wir müssten die Flugbahn auf Zentimeter oder genauer kennen, tun wir aber nicht mal ansatzweise.

Grüße aus dem Schnee

Offline DF2MZ

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #87 am: 16. Dezember 2017, 09:58:13 »
@Schneefüchsin: Und auch dann ginge es nicht. Man braucht die Bahn der Sonne, also ihre Auslenkung durch den Asteroiden. Physik im 1. Semester.

Offline SFF-TWRiker

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #88 am: 16. Dezember 2017, 16:56:54 »
Im neuen Heft von Sterne und Weltraum 1/2018 ist ein Bericht über1I auf den Seiten 24 bis 27 mit vielen Quellenangaben. Das Objekt stammt wohl aus der Carina/Columba-Sternenansammlung (Südhimmel), die 160 bis 280 Lj entfernt ist und aus vielen relativ jungen Sternen besteht. Die Hoffnung auf das bald jährliche Entdecken eines solchen Körpers beruht auf dem LSST auf dem Cerro Pachon in Chile, das 2019 seinen Betrieb aufnimmt. 1I ist wohl vor ca 40 Millionen Jahren aus seinem Sternensystem herausgeschleudert worden. 1I wird übrigens pro Tag eine halbe Größenklasse dunkler und ist für optische Instrumente schon längst zu dunkel.
Seit Apollo und Star Trek Classic Astronomie, Raumfahrt und SciFi-Fan.

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Offline vv

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #89 am: 16. Dezember 2017, 18:31:23 »
Auf Grund der Umlenkungstrajektorie um der Sonne kann man die Masse des Objektes berechnen. Oder?

Es ginge wenn man 2 Dinge wüste:
1: Die exakte Masse der Sonne.
2: Die exakte Flugbahn von Oumuamua.

Aber:
1: da Oumuamua so klein und dadurch leicht ist (relativ zur Sonne) reicht schon der Masseverlust der Sonne durch die Lichtabstrahlung einer Sekunde, um uns die Rechnung zu versauen. Und wir wissen eh nicht genau genug, wie viel die Sonne wiegt.
2: Wir müssten die exakte Flugbahn vor und nach dem Vorbeiflug an der Sonne kennen. Allerdings wurde Oumuamua erst nach dem Vorbeiflug an der Sonne entdeckt, wir haben also keine Daten von davor. Alles was wir dort haben sind Rückrechnungen der Flugbahn. Wir müssten die Flugbahn auf Zentimeter oder genauer kennen, tun wir aber nicht mal ansatzweise.

Grüße aus dem Schnee
Wie exakt die Masse der Sonne und die Flugbahn der Körper sein muss?
Über die Masse:
Die Gravitationskraft ist proportional der Multiplizierung der Sonnenmasse und Masse der Körper. Deshalb ist die Abweichung in der Masse der Sonne proportional der Abweichung der Masse der Körper. Die Masse der Sonne ist bekannt mit Genauigkeit ca. 0,01%. Also könnte der mögliche Fehler bei der Berechnung der Korpermasse hinsichtlich des Fehlers der Sonnenmasse etwas 0,01% sein. Der Verlust der Sonnenmasse durch die Abstrahlung pro Sekunde beträgt 2,13*10-25%, also ist die Masse der Sonnenabstrahlung  überhaupt zu gering im Vergleich mit diesem Fehler.
« Letzte Änderung: 16. Dezember 2017, 21:35:46 von vv »

Offline Oh_Brain

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #90 am: 16. Dezember 2017, 18:44:39 »
Im neuen Heft von Sterne und Weltraum 1/2018 ist ein Bericht über1I auf den Seiten 24 bis 27 mit vielen Quellenangaben. Das Objekt stammt wohl aus der Carina/Columba-Sternenansammlung (Südhimmel), die 160 bis 280 Lj entfernt ist und aus vielen relativ jungen Sternen besteht. Die Hoffnung auf das bald jährliche Entdecken eines solchen Körpers beruht auf dem LSST auf dem Cerro Pachon in Chile, das 2019 seinen Betrieb aufnimmt. 1I ist wohl vor ca 40 Millionen Jahren aus seinem Sternensystem herausgeschleudert worden. 1I wird übrigens pro Tag eine halbe Größenklasse dunkler und ist für optische Instrumente schon längst zu dunkel.

Stellst sich nur die Frage ob schon vor 40 Millionen Jahren das Sternensystem an dieser Stelle war.

Offline Schneefüchsin

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #91 am: 16. Dezember 2017, 19:40:26 »
@DF2MZ: Ja stimmt, den Einfluss auf die Sonne bräuchte man auch noch und der wäre equivalent zum Massenverhältnis Sonne-Oumuamua kleiner als bei Oumuamua.

@vv: So einfach ist das leider nicht. 0,01% der Sonnenmassen entspricht immer noch gut 33Erdmassen.
Die Beschleunigungskräfte die bei der Umlenkung auf Sonne und Oumuamua wirken hängen von der Masse beider Objekte ab. Wenn aber bei einem die Abweichung bei ca. 33 Erdmassen liegt, ist das kleinere Objekt, welches nur einen winzigen Bruchteil der Masse hat, nicht zu bestimmen, da es von der Varianz des größeren einfach überrumpelt wird.
Allein durch die Kernfusion deren Energie später hauptsächlich als Sonnenstrahlung abgegeben wird gehen pro Sekunde 5Mio Tonnen an Masse verloren. Ein Stahlblock von gut 100x100x60m. also ein Mehrfaches von Oumuamuas Volumen.

Grüße aus dem Schnee

Offline SFF-TWRiker

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #92 am: 16. Dezember 2017, 20:52:51 »
Im neuen Heft von Sterne und Weltraum 1/2018 ist ein Bericht über1I auf den Seiten 24 bis 27 mit vielen Quellenangaben. Das Objekt stammt wohl aus der Carina/Columba-Sternenansammlung (Südhimmel), die 160 bis 280 Lj entfernt ist und aus vielen relativ jungen Sternen besteht. Die Hoffnung auf das bald jährliche Entdecken eines solchen Körpers beruht auf dem LSST auf dem Cerro Pachon in Chile, das 2019 seinen Betrieb aufnimmt. 1I ist wohl vor ca 40 Millionen Jahren aus seinem Sternensystem herausgeschleudert worden. 1I wird übrigens pro Tag eine halbe Größenklasse dunkler und ist für optische Instrumente schon längst zu dunkel.

Stellst sich nur die Frage ob schon vor 40 Millionen Jahren das Sternensystem an dieser Stelle war.

Anhand des Tycho-Gaia-Katalogs der 2016 veröffentlicht wurde, haben Forscher um Eric Gaidos von der University of Hawaii nach Sternen gesucht, die sich mit der passenden Geschwindigkeit bewegen. Das Gebiet ist ja auch nicht besonders klein.
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Offline vv

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #93 am: 16. Dezember 2017, 22:20:10 »
@DF2MZ: Ja stimmt, den Einfluss auf die Sonne bräuchte man auch noch und der wäre equivalent zum Massenverhältnis Sonne-Oumuamua kleiner als bei Oumuamua.

@vv: So einfach ist das leider nicht. 0,01% der Sonnenmassen entspricht immer noch gut 33Erdmassen.
Die Beschleunigungskräfte die bei der Umlenkung auf Sonne und Oumuamua wirken hängen von der Masse beider Objekte ab. Wenn aber bei einem die Abweichung bei ca. 33 Erdmassen liegt, ist das kleinere Objekt, welches nur einen winzigen Bruchteil der Masse hat, nicht zu bestimmen, da es von der Varianz des größeren einfach überrumpelt wird...
Könnten Sie zeigen um welche Berechnungsformel es geht?

Offline Schneefüchsin

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #94 am: 17. Dezember 2017, 00:39:06 »
Gravitationsberechnung ala Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gravitation#Gravitation_in_der_klassischen_Mechanik

Grüße aus dem Schnee

Offline Terminus

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #95 am: 19. Dezember 2017, 10:11:52 »

Offline vv

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #96 am: 19. Dezember 2017, 16:30:18 »
Gravitationsberechnung ala Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gravitation#Gravitation_in_der_klassischen_Mechanik

Grüße aus dem Schnee

Auf Grund des Gravitationsgesetzes kann man nur die Masse der zentralen  Himmelskörper berechnen. Zum Beispiel die Masse der Sonne mit angegebener Masse der Erde.
Wie ich weiß, es gibt 3 Methoden für Berechnung der Masse des Himmelskörper. 1) Auf Grund des Vermessungen der Fallbeschleunigung auf dem Himmelskörper, d.h. gravimetrisch. 2) Mit Hilfe des 3. Keplerschen Gesetzes (Formulierung mit 3 Massen). 3) Aus dem Analyse der beobachtenden Anomalien in der Laufbahn des anderen Himmelskörpers unter dem Einfluss des Himmelskörpers.
Deswegen ist es mir unklar Ihren Satz:  "da Oumuamua so klein und dadurch leicht ist (relativ zur Sonne) reicht schon der Masseverlust der Sonne durch die Lichtabstrahlung einer Sekunde, um uns die Rechnung zu versauen." Haben Sie eigene Methode zur Berechnung der Masse kleiner Himmelskörper?

Offline Pham

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #97 am: 19. Dezember 2017, 18:14:15 »
Gravitationsberechnung ala Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gravitation#Gravitation_in_der_klassischen_Mechanik

Grüße aus dem Schnee

Auf Grund des Gravitationsgesetzes kann man nur die Masse der zentralen  Himmelskörper berechnen. Zum Beispiel die Masse der Sonne mit angegebener Masse der Erde.
Wie ich weiß, es gibt 3 Methoden für Berechnung der Masse des Himmelskörper. 1) Auf Grund des Vermessungen der Fallbeschleunigung auf dem Himmelskörper, d.h. gravimetrisch. 2) Mit Hilfe des 3. Keplerschen Gesetzes (Formulierung mit 3 Massen). 3) Aus dem Analyse der beobachtenden Anomalien in der Laufbahn des anderen Himmelskörpers unter dem Einfluss des Himmelskörpers.
Deswegen ist es mir unklar Ihren Satz:  "da Oumuamua so klein und dadurch leicht ist (relativ zur Sonne) reicht schon der Masseverlust der Sonne durch die Lichtabstrahlung einer Sekunde, um uns die Rechnung zu versauen." Haben Sie eigene Methode zur Berechnung der Masse kleiner Himmelskörper?
Die Gravitationskraft zwischen zwei Körpern ist proportional zum Produkt der beiden betrachteten Massen. Wenn also die Unsicherheit der sehr viel größeren Masse (Sonne) massiv über der erwarteten Masse des "leichteren" Objekts liegt, gibt es keine Möglichkeit über die Rückrechnung (Beschleunigung -> Kraft -> Masse(klein)) auf eben die kleiner Masse rückzuschließen. Der Fehlerbalken bei m(Sonne) ist einfach deutlich zu groß um irgend ein sinnvolles Ergebnis zu erhalten.
« Letzte Änderung: 21. Dezember 2017, 15:11:46 von Pham »
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Andreas

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #98 am: 04. Januar 2018, 17:37:41 »
Jetzt heisst es also auf das nächste Interstellare Objekt warten! Dabei müssten
sie doch schon längst hier in der Nähe sein.
Einen Kandidaten habe ich gefunden. Es ist der alte Bekannte 96P Machholz 1.

Ein Komet von einem anderen Stern?

Der Komet Machholz 1 besitzt eine ungewöhnliche chemische Zusammensetzung - es könnte sich um einen Einwanderer aus einem anderen Sonnensystem handeln

Der 1986 entdeckte Komet Machholz 1 ist etwas ganz Besonderes. Während andere Schweifsterne sich in ihrer chemischen Zusammensetzung weitgehend ähneln, fällt Machholz 1 aus dem Rahmen. So enthält er nur 1,5 Prozent der üblichen Menge der Kohlenstoff-Stickstoff-Verbindung Cyan, berichtet ein amerikanischer Astronom im Fachblatt "Astronomical Journal". Eine mögliche Erklärung für die ungewöhnliche chemische Zusammensetzung des Schweifsterns wäre, dass er in einem anderen Sonnensystem entstanden ist.


https://web.archive.org/web/20090609065527/http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Ein_Komet_von_einem_anderen_Stern_1771015585576.html

Offline aasgeir

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Re: Interstellare Objekte
« Antwort #99 am: 02. Mai 2018, 11:59:00 »
Seit dem überraschenden Auftauchen von Oumuamua macht man sich auch Gedanken darüber, wie man trotz des sehr engen Zeitfensters solche Objekte von Raumsonden untersuchen lassen könnte. Darryl Seligman und Gregory Laughlin haben dazu folgenden Vorschlag veröffentlicht:
 eine entsprechend instrumentierte Raumsonde wird gestartet und in einem Halo-Orbit um den L1 (Erde-Sonne) "geparkt". Beim Auftauchen eines entsprechenden Objekts (vermutlich gefunden durch die automatischen Durchmusterungen des LSST) in weniger als 1 AU Entfernung wird die Sonde aktiviert und auf eine Encounter-Bahn gebracht, die zu einer Begegnung führt, bevor das Objekt sich wieder auf >1 AU entfernt hat. Am Beispiel Oumuamua hätte das dann etwa so aussehen können (eine Entdeckung beim Anflug bei 1 AU vorausgesetzt !):


 Bild: aus der Originalarbeit von Seligman,Laughlin (s.u.)

Statistisch gesehen sollte es innerhalb von 10 Jahren mindestens ein geeignetes interstellares Objekt geben; die Sonde müsste also mindestens so lange am L1 lauern können(SOHO hält sich dort seit über 20 Jahren...)

Modellrechnungen haben übrigens ergeben, dass sich die Oberfläche von Oumuamua beim Durchflug durch das Sonnensystem auf bis zu 550 K aufgewärmt hat, das Objekt also anschliessend über eine "scharf angebratene Kruste" verfügte. Um dennoch auch die Eigenschaften des ursprünglichen Materials messen zu können, sollte die Raumsonde mit mehreren Rammkörpern ausgestattet sein, die beim Encounter auf Kollisionskurs gehen sollen (wie bei Deep Impact); wegen der hyperbolischen Geschwindigkeit des Objekts reichen vergleichsweise kleine Massen hierfür aus.

Quellen :  http://oklo.org/2018/03/19/intercept/
                https://arxiv.org/abs/1803.07022 
                       hier ist auch das PDF der Orginalarbeit zugänglich
   

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