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Autor Thema: Made in Space  (Gelesen 1991 mal)

Offline Doc Hoschi

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Made in Space
« am: 02. Januar 2018, 17:06:17 »
Nachdem Made in Space nun schon umfangreiche 3D-Druckversuche auf der ISS durchgeführt hat und auch schon richtig Hardware auf der ISS hat, ist es vielleicht auch mal an der Zeit dem NewSpace-Unternehmen einen eigenen Thread zu spendieren. Bisher ist es ja nur im Thread 3D-Drucker für die Raumfahrt vertreten.

Homepage: http://madeinspace.us

Hintergrund ist allerdings auch der Umstand, dass ich folgende Information zu Made in Space, leider nicht in oben genanntem Thread ablegen kann. Zwar sind die Extrusion und der 3D-Druck (abhängig vom Verfahren) relativ verwandt, aber Extrusion ist in meinen Augen kein additives, sondern eher ein umformendes Verfahren. Nunja, über die beiden Begriffe lässt sich eventuell streiten. Wie auch immer:

https://www.forbes.com/sites/gregautry/2018/01/02/5-big-commercial-spaceflight-events-from-2017-2018-looks-even-more-awesome/#766ca34c775d

Darin heißt es, dass Made in Space mit CRS -13 eine Extrusionsvorrichtung für Glasfasern aus einem speziellen Fluoridglass (abgedrehtes Zeug: ZrF4-BaF2-LaF3-AlF3-NaF) auf die ISS gebracht hat, welche diese Fasern in bisher unerreichter optischer Qualität herstellen soll. Eine solche Faser könnte später mehrere Hundert Dollar pro Meter Wert sein. Gravitationsbedingte kristalline Defekte sollen dabei umgangen bzw. minimiert werden.


Quelle: Made in Space/Forbes

Es wird so oft kritisiert, dass in der Vergangenheit ja so große Erwartungen in neue/optimierte Werkstoffe in Mikrogravitationsumgebung auf der ISS gesetzt wurden, die sich bis heute aber leider nicht so richtig erfüllt haben. Nun wird tatsächlich ein potentiell sehr aussichtsreiches Fabrikationsgerät hochgeschossen und niemand bekommt es mit. An mir ging das ja auch vorbei. Ok, Massenfertigung ist das mit dem Gerät vermutlich keine, aber wenn diese Versuche Erfolg haben, könnte es die ja vielleicht geben. Immerhin wird aber im Artikel davon gesprochen, dass 1kg Vorformmaterial zu 4km Faser umgeformt werden könnten. Das wäre eine nicht unerhebliche Wertschöpfung.

Ich vermute es liegt leider auch daran, dass in den CRS -Threads eben kaum mehr die Nutzlast diskutiert wird, sondern zu gefühlten 98% (was noch sehr optimistisch ist) nur noch die Träger, deren Startvorbereitung, von welchem Pad denn nun gestartet wird und die Starts selbst. CRS -13 war bzgl. der Nutzlast unheimlich interessant und ich hatte auch versucht eingangs des Threads zumindest einen runden Überblick über die Trunkbeladung der Dragon zu geben. Interessiert hat allerdings selbst die Trunkbeladung scheinbar niemanden so richtig, wohingegen eine Diskussion um den Threadtitel der Falcon Heavy erwiesenermaßen ganze Seiten füllen kann....::). Finden das nicht auch andere schräg?
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline Doc Hoschi

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Re: Made in Space
« Antwort #1 am: 02. Januar 2018, 18:18:38 »
Nanu, offensichtlich hat sich Made in Space da eines Themas angenommen, das schon beinahe 20 Jahre zurückreicht:

https://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/1998/msad05feb98_1

Dort steht unter anderem auch, dass bereits 2001 Extrusionstests an Bord eines Shuttles durchgeführt werden sollten. Weiß da jemand genaueres?

Hier mal eine Aufnahme von ZBLAN (das erwähnte Fluoridglas), welches an Bord einer KC-135 vermeintlich während eines Parabelflugs hergestellt wurde (links: ZBLAN aus dem Parabelflug, rechts: ZBLAN hergestellt in Schwerkraftumgebung):


Quelle: NASA
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Offline Ldf

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Re: Made in Space
« Antwort #2 am: 02. Januar 2018, 18:30:16 »
Interessiert hat allerdings selbst die Trunkbeladung [der CRS 13] scheinbar niemanden so richtig, wohingegen eine Diskussion um den Threadtitel der Falcon Heavy erwiesenermaßen ganze Seiten füllen kann....::). Finden das nicht auch andere schräg?

Ja. Finden sie.

In der Tat geht viel verloren. Mit der Musterfertigung dieser Glasfasern beginnt möglicherweise eine echte Weltraumproduktion. Das ist entscheidend für die Space Economy, die sich ja irgendwie tragen muß, denn die Rücklaufzeiten über Grundlagenforschung sind recht lang. Hier gibt es, wie Du feststellst, richtig marktfähige Produkte. Das ist schon sensationell.

Sollte man künftig die Durchsage der Startsequenzen von der Diskussion des Nutzens trennen?

Offline Doc Hoschi

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Re: Made in Space
« Antwort #3 am: 05. Februar 2019, 20:19:25 »
Was machen die Fibre-Arbeiten auf der ISS?
Auf der Webseite von Made in Space gibt es seit überraschend langer Zeit kein Update mehr. Da wird noch CRS -13 erwähnt und dass man im "Sommer 2017" plant auf der ISS Glasfasern zu ziehen. Gestartet ist CRS -13 dann bekanntlich mit vier Monaten Verspätung im Dezember 2017.
Es gibt aber zumindest einen recht interessanten und aktuellen Artikel aus 2019 darüber: https://www.laserfocusworld.com/articles/print/volume-55/issue-01/features/gravity-free-optical-fiber-manufacturing-breaks-earthly-limitations.html



Auch sah demzufolge die aktuelle Generation des Fertigungsmoduls auf der ISS etwas anders aus, als noch in meinem ersten Post gezeigt:



Und offensichtlich hat man 2019 weiterhin einiges vor:

Zitat
The first fiber-optic manufacturing device from MIS was sent to the ISS in December 2017. Since then, there have been three additional fiber-optics missions to the ISS, each sending a unit after the preceding unit returns. The most recent launch took place in November 2018, with several more launches manifested in 2019. The company is actively working with Thorlabs and other partners to understand the full material benefits and advantages of space-produced ZBLAN

Übrigens, Mitte 2018 heißt es in einem Artikel:
Zitat
MIS conservatively estimates that 10 km of the fibre-optics known as ZBLAN could be spooled onto a roll weighing just 1 kg
Quelle: https://www.tctmagazine.com/3d-printing-news/made-in-space/

Wüsste jedenfalls schon gerne wo MIS aktuell steht.... :)
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Offline Doc Hoschi

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Re: Made in Space
« Antwort #4 am: 05. Mai 2019, 19:15:30 »
Auf der am 17. April 2019 gestarteten Cygnus-Mission NG-11 waren wohl gleich zwei konkurrierende Unternehmen zu Made in Space an Bord des Cygnus Raumtransporters, die ebenfalls mit ZBLAN aus dem All viel Geld verdienen wollen:

- Fiber Optics Manufacturing in Space (FOMS)
- Physical Optics Corporation (POC)

Es scheint somit ein Wettrennen zu geben: https://upward.issnationallab.org/the-race-to-manufacture-zblan/

Zitat
“With such low optical loss,” said Pradhan [Vizepräsident von POC], “the world could be connected like never before.”
Na, arbeiten daran nicht aktuell auch andere Raumfahrtunternehmen?  ;)
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Offline TWiX

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Re: Made in Space
« Antwort #5 am: 13. Juli 2019, 10:56:18 »
https://spacenews.com/made-in-space-archinaut-one-demonstration/
Zitat
NASA awarded a $73.7 million contract to Made In Space to additively manufacture ten-meter beams onboard Archinaut One, a small satellite scheduled to launch in 2022
Die NASA hat einen Vertrag über 73,7 Mio USD an Made in Space vergeben um ihre Technologie im Orbit auf dem Satellit Archinaut One zu demonstrieren

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