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Autor Thema: Small Planetary Probes  (Gelesen 1092 mal)

der_Keek

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Small Planetary Probes
« am: 21. Juni 2018, 11:59:04 »
Die Esa hat ihre Small Planetary Probes Studie veröffentlicht:

http://sci.esa.int/future-missions-department/60411-cdf-study-report-small-planetary-platforms-spp/

Das Konzept  besteht aus einem Mutterschiff mit 4  16U Cubesats und soll  Kometen,  Erdbahnkreuzer, den Hauptasteroidengürtel und eventuell den Mars erreichen können.

Wobei das Mutterschiff lediglich als Transportschiff und Data Relay ausgelegt ist, selbst aber keine wissenschaftlich Instrumente an Board hat. 
Man erhofft sich geringer Kosten durch:
-Günstige Operations Costs( nur eine Hyperbel als Orbit, keine Dauerhafte Überwachung nötig)
-wegfallen von Schnittstellen zwischen Instrumenten und Mutterschiff(Dickes Juhu aus Ingenieursicht)  und
-potentielle Mehrfachverwendung des selben bzw. ähnlichen Systems (Reduzierung der Entwicklungskosten)

Durch die Kostenreduzierung  soll es für die F-Class geeignet sein(Kosten<150Mi€).

Die Instrumente müssen nicht die konservativen harten Esa Standards erfüllen, sondern sollen mit COTS Hardware fliegen dürfen. Unter anderem weil sie im Mutterschiff einigermaßen geschützt sind und am Ziel nur für 6 Monate Betriebszeit ausgelegt seien sollen.  Gründe sind hierbei neben den Kosten auch die Nutzung vorhandener Technologien und natürlich die Miniaturisierung, welche für sinnvolle Anwendung nötig sind, allerdings meist keine Esa Qualifizierung  haben. 

 

Offline tobi

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Re: Small Planetary Probes
« Antwort #1 am: 21. Juni 2018, 12:18:54 »
Das bietet sich doch in etwas größer vor allem bei den Gasriesen an. Ein großer Orbiter als Relay+Transporter und pro Mond ein Smallsat-Orbiter mit elektrischem Antrieb und Solarzellen, das sollte doch bei Jupiter noch möglich sein.

Das ganze auf einer großen Rakete starten, die gerade ihren Jungfernflug gemacht hat und relativ kostengünstig ist.
Airbus Chef Tom Enders: "Wegwerf-Raketen sind ein Auslaufmodell."

Offline Sensei

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Re: Small Planetary Probes
« Antwort #2 am: 21. Juni 2018, 13:10:24 »
JUHU  :) , endlich geht eine große Argentur nach dem Discovery-Programm daran die großen Potentiale der Small-Sat Entwicklung auch in der BEO-Erforschung zu heben.
Ich hoffe nur, dass gleich einige Versuche/Missionen unternommen werden und man sich bei solchen 'middle risk' Missionen von ersten Rückschlägen schon verschrecken lässt..

@Tobi:
Naaja. Die Gasriesen, speziell ab Saturn, haben schon recht hohe Anforderungen was die Energieversorgung, Kommunikation und gerade auch Strahlenschutz angeht. Das passt nur eher schlecht mit den 'keep it simple' Anfordernungen zusammen.


Offline MarsMCT

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Re: Small Planetary Probes
« Antwort #3 am: 21. Juni 2018, 13:33:29 »
Naaja. Die Gasriesen, speziell ab Saturn, haben schon recht hohe Anforderungen was die Energieversorgung, Kommunikation und gerade auch Strahlenschutz angeht. Das passt nur eher schlecht mit den 'keep it simple' Anfordernungen zusammen.

Was Energieversorgung und Kommunikation angeht, bringen die Kilopower Reaktoren Hoffnung. Selbst die kleinsten mit 1kW sind viel leistungsfähiger als bisher RTG. Da kann man auch Sender mit einiger Leistung speisen.

Was Strahlenbelastung angeht, ist Jupiter das schlimmste, soweit ich weiß. Juno geht fast durch das schlimmste dort. Trotzdem funktioniert die Kamera immer noch, obwohl sie nicht als Wissenschaftsinstrument ausgelegt ist, sondern ein Typ, den man überall im Versand kaufen kann. Trotzdem natürlich nicht zu vernachlässigen, wenn man langfristig arbeitende Präzisionsinstrumente schicken will.

Offline FlyRider

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Re: Small Planetary Probes
« Antwort #4 am: 21. Juni 2018, 16:43:42 »
Für eine Mission zu mehreren Asteroiden gleichzeitig o.ä. mag das evtl. sinnvoll sein. So ist es wohl auch gedacht.

Aber für eine Mission zu den äußeren Planeten? Was soll es bringen, mehrere suboptimal ausgestattete Kleinsonden um Saturn oder Uranus kreisen zu lassen? Wenn man so weit fliegt, will man doch die leistungsfähigsten Sensoren, evtl. ein Radar, die besten und lichtstärksten Optiken und so viele Instumente wie möglich mitnehmen.
Man denke an Cassini: riesig groß, richtig sauteuer .... und unheimlich erfolgreich!!!!

Offline Sensei

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Re: Small Planetary Probes
« Antwort #5 am: 21. Juni 2018, 18:11:05 »
Es ist ja gerade auch die Frage ob es immer gleich das non plus ultra sein muss oder ob nicht ein um 20% schwächeres Instrument oder eine 15% höhere Ausfallwahrscheinlichkeit auch okay ist wenn man dafür nur die Hälfte zahlt (fiktive zahlen).
Das ist eben ein Abwägungsprozess.

(Wobei ich ja auch der Meinung bin dass man nicht gerade mit derart kleinen Sonden zu den Gasplaneten fliegen muss...)

Offline aasgeir

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Re: Small Planetary Probes
« Antwort #6 am: 21. Juni 2018, 21:02:12 »
Das ist zunächst mal nur eine Machbarkeitsstudie der Concurrent Design Facility (CDF).
Wie der neue Director of Science der ESA, Günther Hasinger, auf der EGU-Tagung im April präsentierte, ist mit einer solchen Mission frühestens Mitte 2028 zu rechnen, zeitgleich mit der M-Mission ARIEL. Also in 10 Jahren ... Bis dahin sind die ganzen dynamischen Jungspunde, die jetzt solche Missionen pushen, auch schon in gesetzterem Alter !
Dagegen ist selbst der Zeittakt der Discovery-Missionen noch flott.

der_Keek

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Re: Small Planetary Probes
« Antwort #7 am: 25. Juni 2018, 13:20:50 »
Was soll es bringen, mehrere suboptimal ausgestattete Kleinsonden um Saturn oder Uranus kreisen zu lassen? Wenn man so weit fliegt, will man doch die leistungsfähigsten Sensoren, evtl. ein Radar, die besten und lichtstärksten Optiken und so viele Instumente wie möglich mitnehmen.

Gerade wenn man Plasma-Phänomene messen möchte, wären zeitlich und räumlich aufgelöste Messungen hochinteressant.  Hinzu kommt, dass es gerade bei Jupiter und Saturn strahlungsintensive Bereiche gibt, wo du eine riesiges einzelnes Spacecraft nie Hinschicken würdest, weil es die Mission aufs Spiel setzen würde. Mit einzelnen Kamikaze Drohnen wäre das jedoch machbar.




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