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Autor Thema: Fobos-Grunt / Yinghuo-1  (Gelesen 245062 mal)

websquid

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Re: Fobos-Grunt / Yinghuo-1
« Antwort #1275 am: 29. Januar 2013, 14:23:03 »
Roskosmos-Direktor Popovkin hat sich noch einmal zu Fobos-Grunt geäußert. Man sieht einen weiteren Grund für den Fehlschlag darin, dass über einen sehr langen Zeitraum (15 Jahre) an der Sonde gearbeitet wurde. In so langer Zeit treten auch Probleme auf, die man bei kürzeren Entwicklungszeiträumen so nicht hätte.

Als Konsequenz daraus sollen zukünftige Raumsondenprojekte zeitlich kompakter durchgeführt werden - in deutlich kürzeren Zeiträumen also.

Offline runner02

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Re: Fobos-Grunt / Yinghuo-1
« Antwort #1276 am: 29. Januar 2013, 20:46:10 »
Als Konsequenz daraus sollen zukünftige Raumsondenprojekte zeitlich kompakter durchgeführt werden - in deutlich kürzeren Zeiträumen also.

Sowas wünscht man sich doch als Raumfahrt-Fan!


Dass die angekündigte neue Sonde nicht dann erst startet, wenn man alt ist.  ::)


Allein, das muss auch finanziert werden. Aber teurer ist sicherlich ein Faehlschlag, dann ist das Geld in den Sand gesetzt (naja, die Ingeneure ernähren trotzdem ihre Familien damit)
(über Musk) “He wants to make people a multi-planet species, and he’s not going to quit. He’ll change the model, or he’ll spend more of his own money—he’ll do something. He’s not in it to build the rockets; that’s a means to an end. It’s a religion for him.”

websquid

  • Gast
Re: Fobos-Grunt / Yinghuo-1
« Antwort #1277 am: 30. Januar 2013, 02:29:19 »
Ein sehr interessantes und langes Interview mit Viktor Khartow (Direktor NPO Lawotschikin) zum Thema gibt es hier:  http://lenta.ru/articles/2013/01/29/laspace/
Ich werd hier nur ein paar Aussagen übersetzen, mehr schaff ich nicht:
Über den Projektursprung "Eine Wiederholung von Mars-96 hätte keinen Sinn gemacht. Also suchten wir eine Aufgabe, die weder Amerikaner noch Europäer angehen würden"
Über die Entscheidung nach dem Zerfall der Sowjetunion, direkt zum Mars zu fliegen (statt z.B. beim Mond zu üben): "Ja es gab eine desaströse Entscheidung. Es passierte während der Evolution des Raumfahrtprogramms"
Über die Finanzierung: "Die Arbeit begann 1998. Wirklich ausreichendes Geld stand erst ab der zweiten Hälfte 2008 zur Verfügung - bei einem Starttermin Ende 2009"
Über den Flug selbst: "Wir flogen, riskierten. Begannen wieder interplanetare Flugerfahrung zu sammeln - leider nicht für lange Zeit"
Über den Flug zum Mars: "Theoretisch wäre es eine deutliche Risikoreduzierung gewesen, eine erprobte Oberstufe zu verwenden.[...] Aber ein anderes Flugschema war der Zenit nicht möglich" (Eine schwerere Sonde ohne integriertes Marschtriebwerk wäre aber z.B. mit der Proton-M/Bris-M startbar gewesen)
Über den Zeitpunkt des aufgetretenen Fehlers: "Wenn es später passiert wäre, hätten wir die Möglichkeit gehabt zu reagieren" (bezieht sich darauf, dass F-G kein Kommunikationssystem hatte, dass für den LEO geeignet war, sonder nur welche für den interplanetaren Raum)

pulsar

  • Gast
Re: Fobos-Grunt / Yinghuo-1
« Antwort #1278 am: 30. Januar 2013, 11:04:52 »
In so langer Zeit treten auch Probleme auf, die man bei kürzeren Entwicklungszeiträumen so nicht hätte.

Als Konsequenz daraus sollen zukünftige Raumsondenprojekte zeitlich kompakter durchgeführt werden - in deutlich kürzeren Zeiträumen also.

Wie lange ist z.B. Luna-Glob schon in Entwicklung?

websquid

  • Gast
Re: Fobos-Grunt / Yinghuo-1
« Antwort #1279 am: 30. Januar 2013, 12:49:19 »
Wie lange ist z.B. Luna-Glob schon in Entwicklung?
Das Missionskonzept schon seit einigen Jahren, aber das ist nicht der angesprochene Punkt. Es ist aber wohl ein Problem, wenn Bauteile der Sonde schon 10-15 Jahre alt sind, verbaut wurden von Leuten die schon längst in Rente sind und dazu dann neue Teile kommen von neuen Mitarbeitern, die mit der "alten" Technik nicht vertraut sind. Ein solcher "Generationenkonflikt" innerhalb eines Geräts soll zukünftig vermieden werden.

Der Bau von Luna-Glob-1 beginnt aber quasi jetzt - man hat also schon hier diesen Punkt berücksichtigt

Offline pehy

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Re: Fobos-Grunt / Yinghuo-1
« Antwort #1280 am: 03. Februar 2019, 12:12:07 »
Wegen der langsam off-topic werdenden Ausflüge in die Urgeschichte sowjetischer und post-sowjetischer Raumfahrt (Phobos 1 und 2, Phobos-Grunt) geht es hier weiter. Es ging um die Auswirkungen der Verwendung nicht raumfahrtzertifizierter Elektronik. Als Negativ-Beispiel wurde Phobos-Grunt angeführt, wo schon innerhalb des Strahlungsgürtels der Erde aufgrund Strahlungseinwirkung der Rechner ausgefallen sei. Meine Meinung dazu (in Interpolation vom Phobos 1 / 2 - Desaster) ist, dass das eher eine Ausrede oder ein Zufallstreffer war und dass man im LEO mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen für eine gewisse Zeit auch herkömmliche Elektronik nutzen kann.