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19. Februar 2020, 21:07:03
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Autor Thema: Wegwerfschutz (Rüstung/Mantel/Plate) für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre  (Gelesen 602 mal)

Offline Ringkolbenmaschine

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Temporäre Schutz (Rüstung/Mantel/Plate) für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.


Tschuldigung, aber ich mache mir manchmal Gedanken über Erfahrungen, die ich in einer Situation erlebe, die außergewöhnlich ist, und übertrage diese Erfahrungen auf eine andere Situation.

So auch heute.

Da es heute morgen bei uns zum ersten mal in diesem Jahr Frost gab, hab ich zum Schutz (meines empfindlichen, wertvollen Körpers  8) ) gegen den Temperaturunterschied einen Mantel, der für mich bereit lag, angezogen.

Nun der Schwenk zur Raketentechnik.

So ein Raumschiff ist, was den Wiedereintritt in eine Atmosphäre angeht, auch sehr empfindlich gegen den entstehenden Temperaturunterschied.  Zum Schutz wird die Rakete auch mit einen "Mantel" umhüllt. Nur ist dieser dauerhaft beim Start und bei der Landung an der Rakete dran.

Könnte man nicht eine art Rüstung (für die beim Wiedereintritt beanspruchten Teile der Rakete) im Orbit "deponieren" an die angedockt wird, und die kurz vor der Landung wieder abgestoßen wird??

Diesen temporären Schutz gibt es eigentlich überall. Es ist der Hochofenarbeiter, der seinen Hitzeschutz wieder abstreift, der Röntgenarzt, der seinen Bleimantel abnimmt wenn er nach hause geht, u.s.w.

Natürlich weiß ich nicht, ob eine Kostengegenüberstellung diese Idee eines vorübergehenden Schutzes nicht verwerfen würde.

 
Alle sagten: es funktioniert nicht.
Dann kam einer und machte es.

Offline Schillrich

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Hallo Ringkolbenmaschine,

nur um deinen Gedanken richtig zu verstehen:
Zitat
Könnte man nicht eine art Rüstung (für die beim Wiedereintritt beanspruchten Teile der Rakete) im Orbit "deponieren" an die angedockt wird, und die kurz vor der Landung wieder abgestoßen wird??

Wo soll der abgestoßene Schutz verbleiben? Ich verstehe deinen GEdanken jetzt so, dass man ihn im Orbit belässt, um ihn bei der nächsten Mission wieder anzuziehen?
Das geht dann natürlich nicht. Der Schutzschild wird ja mit abgebremst, verliert also seine Bahnenergie, und fällt mit zur Erde.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

Offline Ringkolbenmaschine

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Der Schutzschild würde erst nach der Abbremsung,kurz vor der Landung abgeworfen werden und wäre verloren . Eine Hülle die nur die Funktion des Hitzeschutzes hätte. Eine Halbrüstung quasi.  Keine Ahnung ob ein Aufgangen und eine Wiederverwendung möglich wäre. Ich denke bei ca 55 Meter Länge und ca. 20 m Breite (Abdeckung der Rakete incl. Flügel) eher nicht.
 

Hierbei müsste diese "Shell" vorher in den Orbit geschossen werden, und es wäre eine "Hochzeit" im Orbit erforderlich. Diese Schale wäre zusammenfaltbar.

Vorteile: Z.B. bei einer Mondmission hätten der Start von der Erde sowie die Landung und der Start  auf dem Mond kein Schutzschild "on board" auf der Außenschale
Alle rausragenden Anbauteile (Landebeine, Landefüße u.s.w.) wären beim Eintritt in die Atmosphäre abgedeckt.
Nachteile: Zusätzlicher Frachttransport der "Schale" in den Orbit, Hochzeit im Orbit, und Abwurf  der Schale vor der Landung in der Atmosphäre.

Aber wie gesagt:
Eine Gegenüberstellung der Kosten:....Schutzschild wird immer mitgeschleppt <==> Schutzschild kommt später zur Zweckerfüllung dazu.... wäre entscheidend.

bytheway  Könnte so eine "Schale" nicht so ausgebildet werden, dass die tatsächliche Rakete keine Steuer-, und Bremsflügel nebst dazugehörige Mechanik benötigt??




 
Alle sagten: es funktioniert nicht.
Dann kam einer und machte es.

Offline McPhönix

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Ich fürchte, die zusätzlichen Kosten für die Logistik könnten die Sache unattraktiv machen. Es ist ja nicht so, daß man das Ding "irgendwo" einfach ablegen kann.
Dh. es werden benötigt -
a) Transportmittel plus Startkapazitäten für eine gewissermaßen nicht arbeitende Nutzlast.
b) Bahnüberwachungs- und Berechnungskapazitäten (Controlcenter, Personalkosten)
c) Möglichkeiten der Steuerung der (wenn auch kleinen) Antriebseinheit
d) Möglichkeiten, Havarie- und Ausweichaktionen durchzuführen

Im Prinzip muß das Ding ja ein Raumschiff sein.
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline Terminus

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Ich fürchte, die zusätzlichen Kosten für die Logistik könnten die Sache unattraktiv machen. Es ist ja nicht so, daß man das Ding "irgendwo" einfach ablegen kann.

Genau, das denke ich auch. Energetisch könnte es aufgehen, aber die Logistik wird schwierig. Wo bleibt der Hitzeschild so lange, und wie kriegt man die "Hochzeit" hin?

Z.B. bei einer Mondmission hätten der Start von der Erde sowie die Landung und der Start  auf dem Mond kein Schutzschild "on board" auf der Außenschale  [...] Hochzeit im Orbit, und Abwurf  der Schale vor der Landung in der Atmosphäre.
(Hervorhebung von mir)

Speziell bei Mondmissionen ist es ja m.W. so, dass es bei der Rückkehr vom Mond keinen Extra-Orbit mehr um die Erde gibt. Die jeweilige Kapsel hält sich nicht groß mit Orbits auf, sondern führt sofort ein Reentry-Manöver mit hoher Geschwindigkeit durch. Zumindest wurde es bei Apollo so gemacht. Ich stelle es mir sehr schwierig bis unmöglich vor, da vorher noch schnell ein Rendezvous mit dem Hitzeschild durchzuführen.

Natürlich könnte man gerade für das Hitzeschild-Rendezvous einen Extra-Orbit einlegen und dann erst landen. Aber wieviel Extra-Treibstoff braucht das dann? Könnte es den Gewichtsvorteil durch das Nicht-Mitschleppen des Hitzeschildes zunichte machen?

Offline EwaldvonKleist

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Sinnvoll (in Form von Treibstoffersparnis) könnte das werden, wenn man eine Raketenstufe erst auf Reisen aus dem LEO heraus schicken und dann wieder aus einem LEO heraus landen will.
(ähnlicher Effekt wie bei Apollo, wo nur der Lander tatsächlich gelandet wurde, während die schwere Rückkehrkapsel im Orbit verlblieb).
Im Allgemeinen halte ich die Idee aber für wenig sinnvoll, denn man hat nun statt einem Start zwei Starts: Primärmission und Hitzeschild.


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