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26. November 2020, 05:30:47
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Autor Thema: Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen  (Gelesen 42480 mal)

Offline Hugo

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Da Du schon mehrfach anerkannte Wissenschaftler und Astronomen grundlos angegangen bist, Bitte ich dich in Zukunft erst nachzuforschen, wen du da einer absichtlichen Veränderung oder auch Fälschung unterstellst.

Es tut mir leid, wenn mein Beitrag falsch herüber gekommen ist.

Ich unterstelle hier keinem Wissenschaftler eine Fälschung. Sorry, wenn das so angekommen ist.

Sondern ich bemängel, daß so etwas hier in diesem Thread mit dem Titel "Beeinträchtigung erdgebundener Astronomie" läuft.


Bitte nicht falsch verstehen, die Wissenschaftler sind TOP. Aber so ein Foto hat dann leider nichts unter dem Titel "Beeinträchtigung erdgebundener Astronomie" zu suchen. Nicht die Wissenschaftler haben das gemacht. Sondern es wird hier im Forum unter dem falschen Titel gepostet.

@Gertrud: Du als Moderator hat die Möglichkeit das ganze aufzuräumen. Vorschlag zur Güte: Kannst Du ein Beitrag öffnen mit dem Titel "Satellitenspuren gezielt ablichten" und dort alle Beiträge rein kopieren, wo es um das gezielte Zeigen von Satellitenspuren geht? So daß in diesem Thread wirklich nur noch "echte Beeinträchtigungen" sind? (Meine danach nicht mehr passenden Beiträge darfst Du dann auch ruhig entfernen).

Das gezielte zeigen von Satellitenspuren hat meiner Meinung nach absolut nichts mit beeinträchtigten Fotos zu tun. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge.

Fall 1) Einmal versuche ich gezielt ein Foto zu erzeugen, welches eine Spur hat.
Fall 2) Einmal versuche ich ein Foto zu erzeugen, was keine Spur hat.

Mit einem Foto von Fall 1 darf ich auf keinen Fall den Suggerieren, es geht um Fall 2.

Dieser Thread geht gemäß des Titels um "Fall 2".

Das gepostete Foto geht um "Fall 1".

Offline Sensei

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PPS:

Abschlussfolien des Vortrags.

Hugo hat wohl recht: Eure Interpretation des Bildes waren wohl nicht korrekt. Es geht hier nicht um Starlink-Tails.



Zitat
Vorschlag zur Güte: Kannst Du ein Beitrag öffnen mit dem Titel "Satellitenspuren gezielt ablichten" und dort alle Beiträge rein kopieren, wo es um das gezielte Zeigen von Satellitenspuren geht? So daß in diesem Thread wirklich nur noch "echte Beeinträchtigungen" sind? (Meine danach nicht mehr passenden Beiträge darfst Du dann auch ruhig entfernen).

Hugo, hier liegst du aber IMO wieder falsch. Es geht schon konkret um beeinträchtigungen von Astronomie durch Leuchtspuren von Satelliten (und Weltraummüll).
Und so weit ich es verstehe SIND einfach bei Hubble-"Kurz"zeitaufnahmen, welche zum Stapeln gedacht sind, natürlich auch schon mal welche bei auf dem eine Satellitenspur zu sehen ist. [Auch wenn es keine Starlink-Spuren sind].
Und das Beeinträchtigt einfach auch die Wissenschaft. Die Frage ist nur wie star.k.. Wenn durch Anpassung von Routinen dies leicht herauszurechnen oder verwerfen ist mag man vlt "nur" 0,irgendwas % der Daten verlieren. Bei anderen Anwendungen ist das dann aber schon deutlich mehr.

Andererseits mag ich es nicht wenn man Starlink als große Zielscheibe für alles her nimmt was nicht optimal läuft. Aber das ist wieder ein anderes Thema.
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

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Offline Duesentrieb

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Nur eines von vielen Fotos, die durch Starlink-Satelliten ruiniert wurde

https://twitter.com/toddc1616/status/1286180511031808000?s=21

Ein weiteres Beispiel hier:
https://twitter.com/doug_ellison/status/1285868158755074048?s=21


Offline Hugo

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Whow, was für ein cooles Foto.

Ich habe es auch versucht, Starlink vor den Kometen zu bekommen. Aber der nächste Ort wäre für mich viel zu weit entfernt gewesen :-/ Immerhin gibt es ja nicht mehr viele "Trains", welche  dieses Muster erzeugen. Die neuen Satelliten leuchten ja nicht mehr (So war es bei #8 und #9)

Wann und wo wurde das Foto aufgenommen? Ich würde es gerne mal Simulieren und das Ergebnis der Simulation dann hier Posten.

Offline Sensei

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Die AAS gibt den ersten Bericht ihrer Arbeitsgruppe "Satellite Constellations 1" heraus.

“Impact of Satellite Constellations on Optical Astronomy and Recommendations Toward Mitigations"

SATCON1 Bericht (PDF)
Anhänge (PDF)

Die Presseveröffentlichung konzentriert sich auf die beiden primären Erkenntnisse:

Zitat
The report offers two main findings. The first is that LEOsats disproportionately affect science programs that require twilight observations, such as searches for Earth-threatening asteroids and comets, outer solar system objects, and visible-light counterparts of fleeting gravitational-wave sources. During twilight the Sun is below the horizon for observers on the ground, but not for satellites hundreds of kilometers overhead, which are still illuminated. As long as satellites remain below 600 kilometers (not quite 400 miles), their interference with astronomical observations is somewhat limited during the night’s darkest hours. But satellites at higher altitudes, such as the constellation planned by OneWeb that will orbit at 1,200 kilometers (about 750 miles), may be visible all night long during summer and for much of the night in other seasons. These constellations could have serious negative consequences for many research programs at the world’s premier optical observatories. Depending on their altitude and brightness, constellation satellites could also spoil starry nights for amateur astronomers, astrophotographers, and other nature enthusiasts.

The report’s second finding is that there are at least six ways to mitigate harm to astronomy from large satellite constellations:

1. Launch fewer or no LEOsats. However impractical or unlikely, this is the only option identified that can achieve zero astronomical impact.
2. Deploy satellites at orbital altitudes no higher than ~600 km.
3. Darken satellites or use sunshades to shadow their reflective surfaces.
4. Control each satellite's orientation in space to reflect less sunlight to Earth.
5. Minimize or eventually be able to eliminate the effect of satellite trails during the processing of astronomical images.
6. Make more accurate orbital information available for satellites so that observers can avoid pointing telescopes at them.

Diese Erkenntnisse sollten jetzt keinen, der sich auch nur halbwegs mit dem Thema beschäftigt, überraschen. Aber vielleicht kann man, bzw. die AAS, von hier aus weiter arbeiten...
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Offline Volker

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Re: Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen
« Antwort #305 am: 17. September 2020, 14:37:34 »
Hallo,

die Vereinten Nationen veranstalten zusammen mit der Internationalen Astronomischen Vereinigung (IAU) eine virtuelle Konferenz zum Thema '"Dark and Quiet Skies for Science and Society". Die Konferenz findet vom 5.-9. Oktober 2020 statt. Man muss sich allerdings bis zum 30.9. anmelden (und auch begründen, warum man an der Veranstaltung teilnehmen möchte):
http://research.iac.es/congreso/quietdarksky2020
Die Vorträge und Diskussionen sind auf Englisch.

Bezüglich Eurer Diskussion hier ist wahrscheinlich Donnerstag (8.10.) am interessantesten. Hier ist das (noch nicht detaillierte) Programm:
http://research.iac.es/congreso/quietdarksky2020/pages/program.php

Gruß
Volker
Forschung aktuell: Das Neueste aus Wissenschaft und Forschung

Offline Duesentrieb

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Re: Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen
« Antwort #306 am: 22. September 2020, 12:38:45 »
Ein Aspekt, den die bisherige Diskussion über die Beeinträchtigung der Astronomie durch Megakonstellationen noch nicht hier aufgegriffen hat, ist der Einfluß von Laser-Guide-stars.

Für adaptive Optiken, mit deren Hilfe die atmosphärischen Turbulenzen korrigiert werden, schießen Sternwarten mit Lasern bis zu vier Laserstrahlen in den Himmel. Dabei müssen sie darauf achten, dass sich in der Nähe der Laser-Pointings kein Satellit befindet. Ich weiß nicht, welche Regeln dafür im Moment gültig sind, aber auch für solche Aufnahmen mit kleinen Gesichtsfeldern könnte eine riesige Zahl von Satelliten die Möglichkeiten und Belichtungszeiten deutlich einschränken.

Noch habe ich keine konkreten Berechnungen und gesehen, aber vielleicht weiß hier ja jemand mehr.

Viele Grüße
Düsentrieb

Offline Volker

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Re: Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen
« Antwort #307 am: 23. September 2020, 09:41:23 »
Hallo,

Für adaptive Optiken, mit deren Hilfe die atmosphärischen Turbulenzen korrigiert werden, schießen Sternwarten mit Lasern bis zu vier Laserstrahlen in den Himmel. Dabei müssen sie darauf achten, dass sich in der Nähe der Laser-Pointings kein Satellit befindet.

Bin mir nicht sicher, dass das richtig ist. Bei diesen Lasern muss darauf geachtet werden, dass sich kein Flugzeug in Schusslinie befindet. Das wird auch automatisch gemacht. Der Laserstrahl wird aber weitgehend in der oberen Atmosphaere reflektiert (denn es wird dann ja das zurueckkommende Licht gemessen), und der Laserstrahl sollte für Satelliten kein Problem darstellen.

Gruß
Volker
Forschung aktuell: Das Neueste aus Wissenschaft und Forschung

Offline Gertrud

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Re: Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen
« Antwort #308 am: 19. Oktober 2020, 15:06:12 »
Hallo Zusammen,

SKAO benötigt Korrekturmaßnahmen von Satelliten-Mega-Constellation-Betreibern, um die Auswirkungen auf seine Teleskope zu minimieren.

Die SKA Organisation (SKAO), die die Durchführung des internationalen SKA-Projekts (Square Kilometer Array) leitet, hat eine vorläufige Analyse der möglichen Auswirkungen aktueller Satelliten-Megakonstellationen auf ihre Teleskope durchgeführt. Die Analyse quantifiziert diese Auswirkungen und identifiziert mögliche Abschwächungen. Das SKA-Projekt ist eine zwischenstaatliche Zusammenarbeit zwischen 15 Ländern, an der Tausende von Wissenschaftlern und Ingenieuren beteiligt sind, um das weltweit größte Funkobservatorium mit zwei Teleskopen in Australien und Südafrika zu bauen und zu betreiben.

Die Studie konzentriert sich auf die Auswirkungen des Einsatzes der derzeit geplanten weltraumgestützten Hauptsysteme mit insgesamt 6.400 Satelliten auf das in Kürze in Südafrika errichtete SKA-Mid-Teleskop, das aus einer Reihe von 197 Schalen bestehen wird1.

Das Niederfrequenzteleskop von SKAO in Westaustralien, das eine andere Antennentechnologie verwendet und bei niedrigeren Frequenzen arbeitet, ist nicht Gegenstand der hier beschriebenen Analyse.

Wichtige Punkte und Ergebnisse (basierend auf dem Einsatz von 6.400 Satelliten).
Die Satelliten in den verschiedenen Konstellationsprojekten senden Signale innerhalb des Frequenzbereichs, der von den Band 5b-Empfängern des SKA-Mid-Teleskops in Südafrika abgedeckt wird (eines von sieben für das Teleskop geplanten Bändern).
Ohne spezifische Abschwächungsmaßnahmen der Konstellationsoperatoren ist es wahrscheinlich, dass alle astronomischen Beobachtungen in Band 5b beeinflusst werden.
Dieser Einfluss beinhaltet einen Empfindlichkeitsverlust in dem von den Konstellationen verwendeten Frequenzbereich, was dazu führt, dass astronomische Beobachtungen in diesem Bereich 70% länger dauern.
Der wissenschaftliche Einfluss ist am bedeutendsten für Untersuchungen molekularer und atomarer Spektrallinien in diesem Bereich, einschließlich komplexer organischer Moleküle. Methanolmaser der Klasse II und eine breite Palette von extragalaktischen molekularen Linien.
Durchführbare Schadensbegrenzungstechniken, die von SKAO identifiziert wurden, können diese Auswirkungen auf SKA-Mid um den Faktor 10 reduzieren, wenn sie von relevanten Satellitenbetreibern implementiert werden.
SKAO ist weiterhin bestrebt, den Verlust wissenschaftlicher Entdeckungen auf allen verfügbaren Wegen zu minimieren. SKAO wird weiterhin eng mit der Industrie zusammenarbeiten, um den durch Mega-Konstellationsübertragungen verursachten Schaden zu minimieren, und freut sich auf eine positive Resonanz auf diese vorgeschlagenen Lösungen.
Bei signifikant größeren Konstellationen von bis zu 100.000 Satelliten wäre die Auswirkung auf die SKA viel schlimmer und könnte die Lebensfähigkeit des gesamten Bandes 5b für 100% der Zeit gefährden, sofern keine strengen Abhilfemaßnahmen ergriffen werden.

Aufgrund ihrer hervorragenden Empfindlichkeit werden die beiden SKAO-Teleskope an entfernten Orten gebaut, die weit entfernt von künstlichen Hochfrequenzstörungen liegen. Diese Standorte genießen rechtlichen Schutz, der als nationale Radio Quiet Zones (RQZ) deklariert wurde und sie vor bodenerzeugten Funksignalen wie Mobiltelefonen, Rundfunksendern oder Wi-Fi schützt, um nur einige Beispiele zu nennen. Der RQZ-Status bietet jedoch keinen Schutz vor Störungen durch weltraumgestützte Sender.

Das Karoo Astronomy Advantage Area (KAAA) wurde im Rahmen des Astronomy Geographic Advantage Act 2007 eingerichtet. Diese Radio Quiet Zone besteht aus einer polygonalen Fläche von ca. 500 km x 300 km und bietet Funkschutz für den südafrikanischen Standort der SKA-Mid Teleskope.
Kredit: SQUARE KILOMETRE ARRAY

Funkübertragungen von Satellitenkonstellationen verwenden einen Frequenzbereich, der von der Satellitenindustrie seit vielen Jahren verwendet wird. Es befindet sich innerhalb des Frequenzbereichs, der von den Band 5b-Empfängern des SKA-Mid beobachtet wird, und grenzt unmittelbar an ein international geschütztes Radioastronomieband 2 an. Die Radioastronomie konnte jedoch aufgrund der geringen Anzahl Beobachtungen in all diesen Frequenzbereichen durchführen von (sichtbaren) Satelliten und ihrer festen Position am Himmel (die meisten davon in geostationärer Umlaufbahn). Der Einsatz von Tausenden von Satelliten in der erdnahen Umlaufbahn (LEO) wird die Situation zwangsläufig ändern, da Astronomen jetzt einer viel größeren Anzahl sich schnell bewegender Funkquellen am Himmel ausgesetzt sind.

Frequenzabdeckung der SKAO-Teleskope mit Zoom auf SKA-Mid Band 5B, geschütztem Radioastronomieband und Satelliten-Downlink
Kredit: SQUARE KILOMETRE ARRAY

Auswirkungen auf SKA
Elon Musk, der CEO von SpaceX (das derzeit die Starlink-Megakonstellation einsetzt), sagte kürzlich in einer öffentlichen Erklärung:

"... Starlink wird von niemandem gesehen, wenn man nicht sehr genau hinschaut, und wird ~ 0% Einfluss auf die Fortschritte in der Astronomie haben."

Die SKAO-Studie zeigt, dass dies für Radioteleskope im Allgemeinen und für SKA im Besonderen nicht der Fall ist und dass spezifische Minderungsmaßnahmen erforderlich sind, um diese Auswirkungen zu minimieren.

Die Analyse von SKAO konzentrierte sich auf drei Themen:

Physische Schäden: Unsere Studie schloss Bedenken hinsichtlich physischer Schäden an den Band 5b-Empfängern durch intensive Funksignale von Satelliten aus, die das Geschirr direkt beleuchten.

Sättigung der Instrumente: Sehr starke Störsignale können die Empfängersysteme sättigen und dadurch alle anderen von den Band 5b-Empfängern gesehenen Signale übertönen. Infolgedessen würden alle Daten in diesem Frequenzband verloren gehen, wodurch diese Empfänger für einen Teil der Zeit unbrauchbar würden. Für die erste Phase der Konstellationsbereitstellung (insgesamt etwa 6.400 Satelliten) wird vorausgesagt, dass die Sättigung für einige Prozent der Zeit auftritt, vorausgesetzt, dass die Schalen nicht direkt von den Satelliten beleuchtet werden. Bei signifikant größeren Konstellationsgrößen (bis zu mehr als 100.000 Satelliten) wäre die Sättigung im Wesentlichen kontinuierlich, ohne dass die Satellitenbetreiber signifikante Minderungsmaßnahmen ergreifen würden.
 
Wissenschaftliche Auswirkungen: Unsere Studie hat gezeigt, dass selbst bei den derzeit kleineren Konstellationsgrößen (von 6.400 Satelliten) ein kontinuierlicher Empfindlichkeitsverlust auftritt, der sich auf alle astronomischen Beobachtungen in Band 5b innerhalb des Frequenzbereichs der Satellitenübertragungen auswirkt, sofern keine mildernden Maßnahmen ergriffen werden. Die wissenschaftlichen Auswirkungen werden für Studien molekularer und atomarer Spektrallinien in diesem Bereich am bedeutendsten sein. Dies beinhaltet Untersuchungen komplexer organischer Moleküle; Methanolmaster der Klasse II und eine breite Palette von extragalaktischen molekularen Linien.
„Es besteht ein enormes wissenschaftliches und öffentliches Interesse daran, die Ursprünge des Lebens jenseits der auf der Erde gefundenen zu identifizieren. Eine der vielversprechendsten Methoden, um es an anderer Stelle in unserer Galaxie aufzuspüren, ist der Nachweis komplexer präbiotischer Moleküle, deren spektrale Signaturen zwischen diesen konzentriert sind etwa 10 und 15 GHz “, sagt Dr. Robert Braun, SKA Science Director. „Dies ist nur eines von vielen aufregenden wissenschaftlichen Zielen, die vom sensiblen Zugang zu diesem Frequenzbereich abhängen. Die Aussicht, in diesem Schlüsselfrequenzband an Empfindlichkeit zu verlieren, ist äußerst besorgniserregend. “

Eine direkte Auswirkung der verlorenen Empfindlichkeit ist eine Erhöhung der erforderlichen Integrationszeit um 70% - die Zeit, die Astronomen benötigen, um ein bestimmtes Objekt zu betrachten, um es klar zu beobachten - im Satellitenübertragungsbereich. Mit anderen Worten, jede Beobachtung in diesem Bereich benötigt 70% mehr Zeit, und daher können insgesamt nur etwa halb so viele Beobachtungen durchgeführt werden.

"Ein Verlust der Beobachtungseffizienz zusätzlich zu der erwarteten großen Überzeichnung des Teleskops führt direkt zu einem Verlust der Wissenschaft, und es ist durchaus möglich, dass die schwierigsten Experimente, die sonst durchgeführt worden wären, unter diesen Umständen überhaupt nicht mehr durchführbar sind." bestätigt Dr. Braun.

Mögliche Minderungsmaßnahmen.
Um sicherzustellen, dass die Auswirkungen der aktuellen und geplanten Satellitenkonstellationen minimiert werden, muss das SKAO-Teleskop in Südafrika aktiv geschützt werden, indem die Leistung der am Standort empfangenen Satellitenübertragungen verringert wird. SKAO glaubt, dass es verschiedene Abschwächungstechniken gibt, die dies ermöglichen können, abhängig von der Technologie der Kommunikationsnutzlasten der Satelliten.

Eine dieser Abschwächungstechniken besteht darin, dass die Satellitensender ihre Strahlen nicht in die Nähe der SKAO-Schalen richten. SKAO würde von den Betreibern verlangen, die Strahlen ihrer Satelliten vom Teleskopstandort wegzulenken. Diese Maßnahme würde eine einfache Softwaremodifikation erfordern, ohne dass dies Auswirkungen auf die Bereitstellung, Positionierung oder Hardware der Konstellation hätte. Während eine kostengünstige Implementierung dieser Lösung von der auf den Satelliten bereitgestellten Hardware und Software abhängt, verwenden die Betreiber diese Technik bereits, um die internationalen Vorschriften einzuhalten, wenn ihre Satelliten den Weg zwischen geostationären Satelliten in einer höheren Umlaufbahn und ihren empfangenden Bodenstationen kreuzen, z Beispiel zur Vermeidung von Beeinträchtigungen der Telekommunikation und der Fernsehübertragung.

Diese Abschwächung könnte die Auswirkungen auf die SKA gegenüber den zuvor genannten um den Faktor 10 verringern und zu einer Verlängerung der Integrationszeit für SKA-Beobachtungen innerhalb des Satellitenübertragungsbereichs um 7% führen. Obwohl ein Empfindlichkeitsverlust bedauerlich ist, erkennt SKAO die Notwendigkeit an für den Kompromiss zwischen den konkurrierenden wissenschaftlichen und kommerziellen Treibern.

Es ist anzumerken, dass der kommerzielle Anreiz für Betreiber, ihre Satellitenstrahlen auf den südafrikanischen SKA-Standort zu richten, bereits erheblich begrenzt ist, da das nationale Gesetz über den geografischen Vorteil der Astronomie des Parlaments die Lizenzierung und den Ausbau der erforderlichen bodengestützten Infrastruktur für Satelliten regelt Betreiber, um Benutzer in der Umgebung des südafrikanischen SKA-Standorts zu bedienen.

„Dank unserer Modellierungsarbeit ist der potenzielle Einfluss von Satelliten-Megakonstellationen auf die SKA jetzt bekannt“, sagt Prof. Philip Diamond, Generaldirektor von SKA. "Wir bauen eine hochmoderne Forschungseinrichtung im Wert von mehreren Milliarden Euro, die von Steuerzahlern auf der ganzen Welt finanziert wird, und wir müssen ihre Fähigkeit schützen und maximieren, Innovationen und neues Wissen für die Menschheit bereitzustellen."
Quelle:
https://www.skatelescope.org/news/skao-satellite-impact-analysis/
Diese Meldung wurde am 7. Oktober 2020 veröffentlicht.

Beste Grüße, Gertrud
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Offline Hugo

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Re: Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen
« Antwort #309 am: 19. Oktober 2020, 15:25:14 »
Es befindet sich innerhalb des Frequenzbereichs, der von den Band 5b-Empfängern des SKA-Mid beobachtet wird, und grenzt unmittelbar an ein international geschütztes Radioastronomieband 2 an.

Verstehe ich das richtig, dass das Band 5B für Satelliten zugeordnet ist und vom geschützten Radioastronomieband 2 abweicht, auf dem kein Satellit funkt?

Offline Gertrud

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Re: Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen
« Antwort #310 am: 19. Oktober 2020, 16:11:36 »
Hallo Hugo,
Es befindet sich innerhalb des Frequenzbereichs, der von den Band 5b-Empfängern des SKA-Mid beobachtet wird, und grenzt unmittelbar an ein international geschütztes Radioastronomieband 2 an.

Verstehe ich das richtig, dass das Band 5B für Satelliten zugeordnet ist und vom geschützten Radioastronomieband 2 abweicht, auf dem kein Satellit funkt?

Es ist genau anders herum.
Zitat
Nach einem langen Wettkampf zwischen den beiden Standorten fiel die Entscheidung am 25. Mai 2012 auf eine Kompromisslösung: Der überwiegende Teil der Parabolantennen, Antennen für die Phasen 1 und 2 sowie der SKA-mid Array für Phase 2 wird in Südafrika gebaut.
Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Square_Kilometre_Array#Standorte

Die Satellitenkonstellationen  sind die Störsender auf dem Band 5b.
Siehe Bitte:
Frequenzabdeckung der SKAO-Teleskope mit Zoom auf SKA-Mid Band 5B, geschütztem Radioastronomieband und Satelliten-Downlink

http://www.skatelescope.org/news/skao-satellite-impact-analysis/
Beste Grüße, Gertrud
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Offline Hugo

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Re: Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen
« Antwort #311 am: 19. Oktober 2020, 16:22:44 »
Okay, das Bild erklärt einiges:
  • Band 5B = 8,3 GHz bis 15,4 GHz
  • Geschützt für Astronomie = 10,6 GHz bis 10,7 GHz
  • Zugewiesen für Satelliten =  10,7 GHz bis 12,7 GHz

Danke für die Aufklärung.

Offline Lumpi

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Re: Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen
« Antwort #312 am: 19. Oktober 2020, 16:44:49 »
Pah, was ist schon ein evtl. Nachweis komplexer präbiotischer Moleküle irgendwo in unserer Galaxis gegen schnelles Internet überall auf unseren Planeten wert?  :-X
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

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