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15. April 2021, 01:57:28
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Autor Thema: Rocket Factory Augsburg (RFA)  (Gelesen 10672 mal)

Offline Pirx

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #50 am: 15. März 2021, 02:41:12 »
??? Ja wenn. Ist das denn so?
Ja, das ist so:
Zitat
Das Bundeswirtschaftsministerium fördert aktuell die drei deutschen Microlauncher-Hersteller Isar Aerospace, Rocket Factory Augsburg, und HyImpulse mit 25 Millionen Euro.
Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/raumfahrt-ein-deutscher-weltraumbahnhof-ist-machbar-und-kostet-nicht-mal-viel/26162108.html
Bitte meine Frage mit Zitat noch mal anschauen.

Denkst Du, Fördern ist gleich "Geld verbrennen"?

Ich sehe das nicht so. Gruß   Pirx
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Offline Frank Wunderlich-Pfeiffer

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #51 am: 19. März 2021, 17:14:36 »
Guten Morgen!

Ich frag mal - frei nach einen gewissen Herrn Kleber - in des Runde: "Geht es Ihnen nicht auch so, dass Sie denken, dass SpaceX das einzige Unternehmen ist, das Visionen verkaufen darf"?

RFA wird - finde ich - da sehr unterschiedlich behandelt.

Gruß   Pirx

Es gibt auch große Unterschiede. SpaceX hat besonders am Anfang auf einfache Technik gesetzt, für die die Firma teilweise ausgelacht wurde. Kerosin im Gasgeneratorzyklus galt als hoffnungslos veraltet. 9 kleine Triebwerke in einer Raketenstufe zu benutzen galt als Zeichen der Verzweiflung. (Auch wenn die Ariane 44 acht Triebwerke benutzte, aber das hat man damals gerne ignoriert.) Die Vereinfachungen die SpaceX eingeführt hat (identische Konstruktion der 1. und 2. Stufen, Massenproduktion der Triebwerke, Pintle Injektoren, konzentration der Produktion an einem Standort), waren neu und erlaubten deshalb die Konkurrenz um  den Faktor 2 zu unterbieten.

Jetzt kommt RFA an.

Die Triebwerkstechnik ist kompliziert und teuer. Die Firma will nichtmal zugeben, dass sie nicht in der Lage ist, sie selbst zu entwickeln und verstrickte sich dabei in einem Lügengespinnst aus dem sie nicht mehr heraus kam. Die technologischen Vereinfachungen sind die gleichen wie bei SpaceX, oder Rocketlab, oder Astra, oder Isar Aerospace oder egal welches Space Startup du auch nehmen willst (Ok. ARCA oder Interorbital lassen wir mal außen vor.) Alle machen das gleiche, das RFA auch tut. Trotzdem verspricht RFA die Konkurrenz um einen FAKTOR 4(!) zu unterbieten. Woher soll das kommen? Dafür braucht es mehr als Visionen, dafür braucht es konkrete Technologie und keine Marketingsprüche. Sprüche habe ich sehr viele gehört, von neuen Technologien nichts.

Deswegen muss die Firma sehr viel anders als SpaceX oder andere Space Startups behandelt werden, insbesondere als sehr viel weniger seriös. Ich ordne die Firma in Sachen Glaubwürdigkeit zwar noch deutlich oberhalb von ARCA ein (was echt keine hohe Latte ist), aber immernoch in der Nähe von Vector Space Systems.

Offline wernher66

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #52 am: 19. März 2021, 21:00:08 »
@Frank Wunderlich-Pfeiffer: danke  :)

Offline F1

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #53 am: 24. März 2021, 10:57:18 »
@rfa.space (Instagram)

"Join us in the #virtual #opening #ceremony of the new #RFA headquarters and production site!

https://eventbrite.de/e/rfa-virtual-opening-ceremony-registration-146700498139

Sign up now and tune in on March 30th, 15:00 CET for special insights and a panel discussion with Josef Aschbacher, Matthias Wachter, Christoph Keese, and Prof. Ulrich Walter."

Offline Helge

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #54 am: 24. März 2021, 11:05:43 »
Eventuell haben RFA durch die Entwickler in der Ukraine, 3Druck und OHB wirklich immense Einsparungen. Ich vermute für US Firmen ist es schwierig, viel Aufwand an extra angepasste "Russische" Technologien zu kommen.

Und wenn es auch "nur" beim Faktor 2 bleibt freue ich mich.

Was natürlich zählt ist eine Rakete die fliegt. ;)

Offline Schillrich

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #55 am: 29. März 2021, 11:28:28 »
Hier bringe ich es auch noch mal rein, weil es direkt die RFA betrifft:

"Sachstand" zum Weltraumgesetz ...
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/raumfahrt-weltraumgesetz-kosten-1.5247937

"Interessant" finde ich aber die selbstgerechte Äußerung der Rocket Factory Augsburg, Jörn Spurmann: "Für uns ist es (ohne Weltraumgesetz) sogar vorteilhafter, da derzeit der deutsche Staat voll für von uns verursachten Schäden an Dritten haftet". Super! Soviel zur Eigenverantwortung und Kultur eines Unternehmens ...
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Offline F1

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #56 am: 29. März 2021, 11:41:55 »
@Schillrich

Stimmt; Aber in Deutschland würden RFA keine Starterlaubnis erhalten, wenn keine Haftpflichtversicherung vorliegt. Die Frage ist nur welche Einfluss Deutschland hat, wenn der Start nicht in Deutschland stattfindet?

Schon irgendwie ein Interessanter Konflikt. Wenn Deutschland ein Start oder den Betrieb -eines Deutschen Unternehmens- welcher in Ausland statt findet, nicht beeinflussen darf/kann; aber dafür Haften soll...
« Letzte Änderung: 29. März 2021, 14:58:11 von F1 »

Offline Schillrich

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #57 am: 29. März 2021, 14:16:41 »
Hallo F1,

beim Zitat ging es mir konkret um die Aussage, wie die RFA-Führung das sieht ... offenbar als "Chance".

Deine Punkte beschreiben weiter die Unklarheit/den Flickenteppich bei Zuständigkeit, Verantwortung, Haftung ... Investoren und auch Kunden wollen und brauchen einen regulatorischen Rahmen, sonst werden Investment oder Auftrag "unkalkulierbar". Ich kann nicht nachvollziehen, wie man das "Prinzip/Hoffnung auf Lücke" als sinnvolle Strategie setzen kann. Das führt zu keinem Ergebnis, nur zu unkalkulierbarem geschäftlichem Risiko. Dann lieber in ein Land gehen, wo Markt und Gesetzesrahmen Hand in Hand gehen ...
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Offline tomtom

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #58 am: 31. März 2021, 10:50:12 »
Hier die Veranstaltung auf youtube:

Sagen wir so, eine Demonstration für viel und selbstbewußtes public relation. Das gilt nicht nur für die RFA, sondern auch für ESA und die Politik. Man muß sich die 1,5 Stunden nicht unbedingt antun.

Substantiell hat man eine neue, weitgehend leere Produktionshalle und will in den nächsten Monaten einen Triebwerktest in Kiruna/Schweden durchführen.

Immerhin scheint man sich bewußt zu sein, dass in Deutschland viel Skepsis und Over-Engineering vorherrscht. Dann kommt der obligatorische Hinweis auf "inkrementelle Entwicklung" (ohne da jetzt irgendwie Resultate vorzulegen, soweit ich mitbekommen habe).

Ukraine, neue Investoren und Weltraumgesetz waren glaube ich kein Thema.

Korregiert mich, wenn ich falsch liege.


https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=fIwT3QBlBaE&feature=youtu.be

Offline Rücksturz

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #59 am: 02. April 2021, 17:19:43 »
"OHB Sweden und RFA: Launch Service Vertrag

OHB Sweden unterzeichnet Launch Service Vertrag mit Rocket Factory Augsburg. Rocket Factory für den Start einer kommerziellen Mission ausgewählt. Eine Pressemitteilung der OHB SE Bremen."



(Bild: Rocket Factory Augsburg)


Weiter in der Pressemitteilung der OHB SE:
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/02042021102708.shtml

Viele Grüße
Rücksturz
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Offline Sensei

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Re: Rocket Factory Augsburg (RFA)
« Antwort #60 am: 02. April 2021, 17:32:50 »
Wenig verwunderlich. Schließlich sind OHB und RFA stark verbandelt.

Start ist für Mitte 2024 angepeilt. Bis dahin soll der Erststart ja immerhin auch schon 1,5 Jahre zurück liegen.
--

Edit: Hatten wir dieses Bild einer mutmaßlichen  RFA One Oberstufe schon?

https://twitter.com/AndrewParsonson/status/1376883353073414148

Dazu gab es ein Bild eines Erststufentriebwerks der RFA One
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

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