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Autor Thema: Solarteleskop Daniel K. Inouye (DKIST)  (Gelesen 762 mal)

Offline Gertrud

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Solarteleskop Daniel K. Inouye (DKIST)
« am: 07. Dezember 2019, 16:07:55 »
Der Hauptspiegel des Inouye-Solarteleskops

Auf Haleakalā, dem höchsten Gipfel der hawaiianischen Insel Maui, befindet sich das Solarteleskop Daniel K. Inouye (DKIST) und es wird 2020 in Betrieb genommen.
Der Hauptspiegel des NSF-Sonnenteleskops von Daniel K. Inouye hat einen Durchmesser von  ca. 4 Meter (13,9 Fuß) und es ist der erste Spiegel, auf den das Sonnenlicht auftrifft, nachdem es in das Teleskop eingetreten ist. Der Spiegel des Inouye-Solarteleskops sammelt sechsmal mehr Licht als das nächstgrößere Solarteleskop. Mit dem Spiegel des Teleskops, dem optischen Design und den hochmodernen wissenschaftlichen Kameras, die Infrarot- und sichtbares Licht erfassen, können Wissenschaftler Details in den Merkmalen unserer Sonne beobachten, die nur 24 km breit sind. Das entspricht der Größe von Manhattan Island aus einer Entfernung von 250 Millionen Kilometern.

Der Primärspiegel des Inouye-Solarteleskops wurde von der Schott AG in Deutschland hergestellt. Es besteht aus 3-Zoll-dickem Glas namens Zerodur, einer speziellen Glaskeramik, die ihre Form auch bei starken Temperaturschwankungen beibehält. Der gebogene Rundspiegel wiegt 3,6 Tonnen.
Zum Polieren des Glases wurde der Spiegel von Deutschland an das College of Optical Sciences der Universität von Arizona geschickt. Die sechs Monate andauerden Polierarbeiten beinhalten die Arbeit von ca. 80 Stunden pro Woche und es waren mehr als 50 Personen damit befasst. Die letzten Polierarbeiten wurden 2015 abgeschlossen.
Der Spiegel wurde 2017 zu seinem endgültigen  Bestimmungsort in Haleakalā in Maui geliefert.
In der Spiegelbeschichtungsanlage der Air Force Maui Optical Station (MCF), die an das Inouye-Teleskop angrenzt, wurde 2018 der nächste Bearbeitungsschritt vorgenommen. Der Spiegel wurde mit einer dünnen Schicht Aluminium beschichten, die weniger als 2 Esslöffel beträgt. Die Aluminiumbeschichtung bietet eine stark reflektierende Oberfläche, die für die optischen und infraroten Wellenlängen erforderlich ist, mit denen das Inouye-Solarteleskop arbeitet.

Kredit: NSO/AURA/NSF

Während sich der Spiegel bewegt, um die Sonne vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang über den Himmel zu verfolgen, biegt die Schwerkraft den großen, aber dünnen Spiegel. Um dies zu korrigieren, drücken Aktuatoren mit Luft- und Flüssigkeitsdruck auf die Rückseite des Spiegels, um Änderungen seiner Form auszugleichen. Dadurch bleiben die Beobachtungen so scharf und klar wie möglich, damit die Wissenschaftler die Geheimnisse unserer Sonne kennenlernen können.

Sonnenlicht berührt den DKIST-Spiegel.
Kredit: NSO / NSF / AURA
Quellen:
http://www.nso.edu/telescopes/dkist/fact-sheets/fact-sheet-main-mirror/
https://www.nso.edu/press-release/national-solar-observatorys-daniel-k-inouye-solar-telescope-on-track-to-provide-ground-breaking-observations-of-the-sun/

https://www.nso.edu/blog/dkist-m1-mirror-successfully-aluminized/

In dieser Gallery könnt ihr weitere Bilder ansehen.
https://www.nso.edu/gallery/gallery-dkist/

Beste Grüße
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline McPhönix

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Re: Solarteleskop Daniel K. Inouye (DKIST)
« Antwort #1 am: 07. Dezember 2019, 16:47:29 »
Beschichtung - das hört sich so einfach an. Aber die Genauigkeit muß ja in der Dimension der Spiegelgenauigkeit liegen. Alle Achtung.
Und auch wenn da oben ziemlich saubere Luft ist - bei Verschmutzungsalarm wird man wohl zusätzlich mit Reinstgas spülen müssen. Denn auch wenn Aluminium selbstpassivierend ist, ein paar Jahre solls ja erstmal halten.
Insgesamt ein Gebilde, was wohl mit dem JWST verglichen werden kann. Nur daß die Fertigung vergleichsweise wenig Zeit brauchte und ein Ende abzusehen ist.
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

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