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  • 22:00 MESZ Tory Bruno präsentiert die neue ULA Rakete: 13. April 2015

Autor Thema: United Launch Alliance / ULA  (Gelesen 215244 mal)

Offline tobi

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United Launch Alliance / ULA
« am: 22. August 2006, 18:26:10 »
Wie http://www.flightglobal.com/Articles/2006/08/22/Navigation/200/208527/Report+warns+US+government+on+cost+of+EELV.html berichtet, muss sich die US-Regierung darauf einstellen demnächst noch mehr für die beiden Träger zu zahlen als bisher. Da die beiden Träger zu teuer im Gegensatz zu nicht-amerikanischen Trägern sind, können sie so gut wie keine kommerziellen Aufträge verbuchen. Die US-Regierung ist somit der einzige Kunde. Bis 2010 müssen weitere 500-800 Millionen Dollar in die Produktion des ursprünglich russischen RD-180 Triebwerks der Atlas V gesteckt werden, da die Produktion in die USA verlegt werden soll. Weitere 200 Millionen müssen in die Delta IV Weiterentwicklung gesteckt werden. Außerdem muss die AirForce entscheiden, ob sie die Weiterentwicklung der Atlas V finanziert.
« Letzte Änderung: 10. April 2015, 08:40:48 von tobi »

Offline MR

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #1 am: 23. August 2006, 13:20:00 »
Man muss aber zugeben, dass dieses Problem nicht unerwartet kommt und praktisch hausgemacht ist. Das fing schon mit der Auswahl der EELV Träger an. Ursprünglich war die Delta 4 der Gewinner, später wurde dann entschieden, auch die Atlas 5 entwickeln zu lassen und in den Einsatz zu übernehmen. Damit war von Anfang an klar, dass die Kostenziele des EELV Programms nicht gehalten werden können und die Preise zwangsläufig ansteigen würden. Kostenreduktion in der Wirtschaft ist heute praktisch nur über die Stückzahl machbar (die größten Posten in der Produktion sind Fixkosten, die unabhängig von der Stückzahl entstehen), und hier war klar, das sich beide Träger gegenseitig Konkurrenz machen und sich die Nutzlasten wegnehmen würden. So fallen aktuell für jeden der Träger im Jahr nur max 3 – 4 Starts an. Bei diesen Stückzahlen ist eine kostengünstige Produktion nicht mehr möglich.

Eine Lösung wäre dabei recht einfach. Zuerst sollte einer der beiden Träger ausgemustert werden. Aus mehreren Gründen wäre das die Atlas 5. Zuerst wegen ihres russischen Triebwerkes (kein technischer, aber ein politischer Nachteil), zum anderen auch wegen der Tatsache, das bisher noch keine Heavy Version der Atlas 5 entwickelt ist, die nötigen Investitionen in die Atlas wären größer als in die Delta. Zudem ist die Delta der Träger mit der moderneren Auslegung. Auch will die NASA die RS-68 für die Ares 5 verwenden, wodurch sich zusätzliche Synergieeffekte und Kostensenkungen für die Triebwerke ergeben könnten.

Anstelle 3 – 4 Starts pro Jahr würden jetzt 6 – 7 Starts pro Jahr auf das EELV entfallen. Immer noch nicht genug, um die Preise auf ein kommerziell interessantes Niveau zu senken, aber schon deutlich günstiger als aktuell. Und noch eine Möglichkeit gäbe es: Aktuell startet die Delta 2 ca 6 mal im Jahr. Würde man bei der Delta 4 zusätzlich noch eine Delta 4 Small Version einführen (Delta 4 Grundstufe und Delta 2 Oberstufe), so könnte die Delta 4 auch die Starts der Delta 2 mit übernehmen. Damit käme man dann auf eine Startfrequenz von 12 – 15 Flügen im Jahr. Kommen dann noch weitere Kostensenkungsmaßnahmen dazu (Garantierte Mindestabnahme von 15 Trägern im Jahr über mindestens 5 Jahre), so wäre spätestens jetzt die Delta 4 eine ernsthafte Konkurrenz für Ariane 5 und könnte beim Preis mit dieser mithalten. Fährt man jetzt noch 3 – 5 kommerzielle Nutzlasten im Jahr ein, könnte man vermutlich sogar mit Zenit und Proton beim Startpreis mitziehen und pro Jahr noch etliche kommerzielle Starts gewinnen.

Die Einsparungen wären über die Jahre betrachtet erheblich.

Leider ist das Wunschdenken. Man will unter allen Umständen eine Konkurrenzsituation zwischen Atlas und Delta aufrechterhalten, was schon grundsätzlich unsinnig ist. Eine Entscheidung für einen Träger und die Option, Nutzlasten auch von Ariane 5 starten zu lassen, wäre schon Konkurrenz genug. Die ursprüngliche Rechtfertigung dafür, beide Träger zu übernehmen, war ja auch die Gefahr, das bei einem Träger durch Fehlstarts oder terroristischen Anschlägen auf den Hersteller der Zugang zum All kurz- oder mittelfristig eingeschränkt werden könnte. Behält man sich die Option offen, auch Nutzlasten mit der Ariane zu starten, so wäre diese Notwendigkeit nicht mehr gegeben.

Offline Marauder

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #2 am: 23. August 2006, 13:26:35 »
Eine Option wäre doch auch eine Struktur für Mehrfachstarts, ähnlich SYLDA. Oder gibt ews sowas schon für die Delta? Zwei konkurrierende Raketen für dasselbe Marktsegment zu entwickeln, halte ich auch für Käse.

Offline Jo

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #3 am: 23. August 2006, 15:45:12 »
Na ja, der Wunsch 2 Träger entwickeln zu lassen lag wohl eher beim Militär. Ich denke mal die Befürchtungen beim Ausfall eines Systems lagen wohl nicht darin, für eine Zeit lang keine Forschungssateliten oder Raumsonden mehr starten zu können. Da ging es eher um militärische Nutzlasten. Und die werden die USA wohl ganz sicher nicht vom Ausland (Ariane) hochschiessen lassen. So ist das halt, ist das Militär im Spiel, sind die Kosten sch...egal.  :(

Offline Jo

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #4 am: 23. August 2006, 15:47:01 »
Und von 3-4 Starts im Jahr träumen Boeing und Lockheed zur Zeit nur.  ;)

Offline MR

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #5 am: 23. August 2006, 16:04:47 »
Davon träumen die nicht nur, die haben sie sicher.

Die Atlas 5 ist in diesem Jahr bereits 2 mal geflogen (New Horizon, Astra), ein weiterer Start ist für November geplant. Für das nächste Jahr sind bisher 4 Starts angesetzt, alle militärisch.

Die Delta 4 ist ebenfalls in diesem Jahr 2 mal geflogen (ein Wettersatellit, ein Spionagesatellit), ein weiterer Start (Militärischer Wettersatellit) ist ebenfalls für Anfang Novemver vorgesehen. Für nächstes Jahr sind 3 Delta 4 Starts geplant, davon 2 mit der Delta 4 Heavy.

Du siehst also, das die angegebenen Startraten durchaus realistisch sind.
« Letzte Änderung: 23. August 2006, 16:05:32 von MR »

Offline Jo

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #6 am: 23. August 2006, 17:01:09 »
Ok, muss zugeben ich hab vorher nicht nachgeschaut. Dachte es wären weniger.  :-/

Offline Martin

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #7 am: 24. August 2006, 14:10:17 »
Hallo,

also ich habe mal auf die schnelle bei den aktuellen Kosten geschaut:
Delta IV Medium - 133 Mio Dollar (2004) - 3.700kg GTO (27°Inkl.)
Atlas V Basisversion - 138 Mio Dollar (2004) - 5.000kg GTO (28°Inkl)

Wenn diese Zahlen stimmen, dann hat wohl die Atlas die Nase vorn. Mir scheint es auch so, als wäre diese bei weitem flexibler als die Delta IV.

Wenn ich mich recht entsinne, gab es doch Bestrebungen von Lockheed-Martin und Boeing, auf dem Trägermarkt zusammenzuarbeiten. Und google sei dank, da stehts auch: http://www.space.com/spacenews/archive05/Alliance_050905.html
Das ganze heißt "United Launch Alliance": http://www.spaceref.com/news/viewpr.html?pid=16790Es gibt faktisch keine Konkurrenz mehr zwischen Boeing und Lockheed, ein Koint Venture verkauft die Atlas und die Delta and die US-Regierung, Aufträge werden geteilt.
Damit ist die Fortführung beider Raketenprogramme eigentlich besiegelt.


Martin

Atlas IV:http://www.astronautix.com/lvs/atlasv.htm
Delta IV Medium: http://www.astronautix.com/lvs/deledium.htm
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Offline MR

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #8 am: 24. August 2006, 18:47:21 »
Wobei wie schon erklärt die Fortführung beider Programme ursächlich für die hohen Kosten ist.

Das die Atlas 5 flexibler erscheint, dürfte daran liegen, dass die Atlas 5 in weit mehr Versionen als die Delta 4 angeboten wird. Auch bei den Nutzlasten muss man aufpassen, die 5 m Verkleidung z.B. kostet die Atlas glatt 1 t Nutzlast. Grundsätzlich hat die Atlas 5 aktuell aber eine etwas größere Kapazität als die Delta 4.

Ich sehe aber dennoch die Delta vorne. Das RD-180 der Atlas ist extrem effizient, technisch damit allerdings auch praktisch ausgereizt, viel mehr kann man aus dieser Treibstoffkombination nicht herausholen. Das RS-68  der Delta 4 dagegen ist recht ineffizient, es ist eher darauf ausgelegt, so billig wie möglich gefertigt werden zu können. Dennoch schlägt es (wegen der besseren Treibstoffkombination) das RD-180 beim spezifischen Impuls sehr deutlich. Im Gegensatz zum RD-180 bleibt beim RS-68 noch sehr viel Raum für Verbesserungen, das Wachstumspotential der Delta ist damit insgesamt etwas größer. Mit verbesserten Triebwerken und Aluminium-Lithium Leichtbauweise könnte man die Nutzlast der Delta 4 Heavy (3 Grundstufen) auf 35 - 40 Tonnen erhöhen, ohne das Kostenintensive Arbeiten an der Startrampe nötig wären.

Für die Atlas spricht:

- mehr Starts als die Delta
- sehr zuverlässiges und bewährtes Triebwerk
- projektierte Heavy Version mit höherer Nutzlast als Delta 4 Heavy

Für die Delta spricht

- modernere Technik (Wasserstoff Grundstufe)
- höheres Wachstumspotential
- Delta 4 Heavy ist bereits entwickelt
- Ares 5 soll RS-68 verwenden
- Triebwerk "Made in USA" (politisch nicht zu unterschätzen)

Leider bleibt das alles Theorie. Diese Rechenbeispiele können aber sehr gut zeigen, welches Potential eigentlich in den EELV Entwürfen steckt (in beiden). Da kann sogar Ariane 5 einpacken, eine derartig breite Palette an Nutzlasten kann auch Ariane nicht bedienen. Nur haben diese Träger auf dem Markt keine Chance, weil man sich nicht für einen der beiden Träger entscheiden kann und dadurch die Preise künstlich hochgehalten werden

Offline Martin

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #9 am: 04. Oktober 2006, 17:20:08 »
Die Aufsichtsbehörde hat den Weg frei gemacht für die United Launch Alliance zwischen Lockheed-Martin und Boeing. Es gibt keine kartellrechtlichen Einwände. Damit werden alle Belange, die die Entwicklung, Produktion und den Start von US-regierungsrelevanten Delta IV und Atlas V betreffen, von ULA gesteuert.

http://www.spaceflightnow.com/news/n0610/03ulaftc/
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Offline roger50

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #10 am: 04. Oktober 2006, 23:46:19 »
Ich verstehe nicht ganz die negative Einstellung, die hier zu Atlas-5 und Delta-4 zum Ausdruck kommt.

Gäbe es dieses beiden Träger nicht, wäre die Delta-II die stärkste und verfügbare amerikanische Trägerrakete, nachdem ja die Titan-IV eingestellt ist. Die Delta-II schafft knapp 5000 kg in eine erdnahe Umlaufbahn oder 1800 kg in den GTO. Viel zu wenig für einen Aufklärungsatellien oder einen modernen Nachrichtensatelliten.

Delta-IV (wird jetzt auf dem Markt nicht mehr angeboten) hat bisher einen kommerziellen Satelliten gestartet (Eutelsat W5), Atlas-5 bei 8 Starts 5.

Was die Kosten angeht (ich nehme mal die Zahlen von martin): 133/138 Mio. $ sind zwar ne Menge Kies, aber immer noch weniger, als eine Ariane-5/ECA kostet - ca. 150 Mio.$. Dafür kann man dann allerdings auch 2 Satelliten dieser Gewichtsklasse starten.

Bleibt die Frage, ob es Sinn macht, daß beide Träger parallel auf dem Markt sind. Ich meine ja, denn gäbe es nur einen, und dieser wäre aufgrund technischer Probleme "grounded", hätte Amerika für geraume Zeit keine Möglichkeit mehr, einen schweren Satelliten in den Orbit zu bringen. Nach den Erfahrungen mit dem Shuttle, bzw. der Challenger-Katastrophe 1986 wird man diesen Fehler nicht noch einmal machen. Damals sollte der Shuttle ja ALLE nationalen Satellitenstarts übernehmen, die konventionellen Raketen waren praktisch schon ausgemustert. Und dann stand man plötzlich ohne verfügbare Trägerraketen da.

"Never put all eggs in one basket" - Lege niemals alle Eier in einen Korb. Denn wenn der runterfällt, stehst Du ohne ein einziges Ei da. ;)

roger 50

H.J.Kemm

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #11 am: 05. Oktober 2006, 08:12:08 »
Moin Roger,

sorry , aber da muß ich etwas korrigieren. Du schreibst: Atlas-5 bei 8 Starts 5.
Das waren 6 Satelliten und dann *MRO* sowie *New Horizons*.

Jerry

Offline roger50

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #12 am: 05. Oktober 2006, 09:19:21 »
Moin Jerry,
hast recht: Hot Bird 6, Hellas-Sat 2, Rainbow 1, AMC-16, Inmarsat-4 1,Astra-1KR.

Verflixt, warum hat meine Hand auch bloß 5 Finger.... :-/

Gruß
roger50
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2006, 09:22:47 von roger50 »

Offline Martin

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #13 am: 05. Oktober 2006, 15:12:37 »
Hallo,

ich weiß nicht ob Rogers Kritik an mich gerichtet war, will aber dochmal antworten darauf. Ich habe keine negative Einstellung gegen diese beiden Träger, es sind zwei hochmoderne, leistungsstarke Raketen. Außerdem bringen sie uns mehr abwechslung, aus Raumfahrtfan-Sucht kann man nur sagen, je mehr Träger desto besser.
Aber wirtschaftlich ist es nunmal unfug. Auch vor den EELV´s hatten die USA nur einen schweren Träger, die Titan IV, und das schien zu reichen. Selbst nach 2 Fehlstarts der Titan IVB wurde meines Wissens nicht auf das Shuttle ausgewichen was schwere NRO Nutzlasten angeht.
Rußland hat nur einen schweren Träger, Europa nur einen, also warum brauchen die USA zwei gleichwertige Raketen?
Also technologisch sind beide Raketen top, volkswirtschaftlich ist es Schwachsinn.

Martin
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Offline tobi

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #14 am: 05. Oktober 2006, 17:54:15 »
Ich bin skeptisch, was diese ULA angeht. Diese Allianz führt doch zu einer Monopolbildung. Der Konkurrenzdruck ist praktisch weg. Höhere Preise sind also wahrscheinlich.

Die Washington Post sieht das übrigens ähnlich:
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2006/10/03/AR2006100301365.html

Offline roger50

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #15 am: 05. Oktober 2006, 22:16:25 »
N'abend,

tobi453
Zitat
Ich bin skeptisch, was diese ULA angeht. Diese Allianz führt doch zu einer Monopolbildung.

Volle Zustimmung in diesem Punkt. Diese Allianz ist bereits ein Monopol, und mich wundert, daß die amerikanischen Kartellbehörde (falls sowas existiert ?) dem Zusammenschluß zugestimmt hat.

Zitat
Höhere Preise sind also wahrscheinlich.

Hier fragt sich aber, für wen. Meine Befürchtung ist, daß ULA demnächst auf dem Markt für kommerzielle Satellitentransporte mit Tiefstpreisen auftaucht, um Arianespace Kunden abzujagen (gegen russische Preise kommen sia aber auch dann nicht an). Eventuelle Verluste würden dann über teurere Starts für NASA und Pentagon wieder hereingeholt. Die Zeche würden also wir Europäer (über weniger Ariane-Starts) und der amerikanische Steuerzahler zahlen.

@ Martin:
Nö, mein post war gegen niemanden direkt gerichtet, ich empfand lediglich die "Stimmung" dieses Threads als negativ.

Nochmals zur Frage, warum 2 Träger: volkswirtschaftlich machts natürlich keinen Sinn, aber darum gehts es hier generell auch nicht. Warum 2 Träger, habe ich im vorherigen post schon zu beantworten versucht: "one basket". Und NASA, aber speziell Pentagon und NRO möchten nicht noch einmal in die Situation kommen, ohne Zugang zum Weltraum für ihre Satelliten dazustehen.

Übrigens konnte man nach den zwei Titan-IV Fehlstarts gar nicht auf den Shuttle ausweichen, da die meisten Militärsatelliten auf Polarbahnen oder in Orbts fliegen, die vom Shuttle nicht erreicht werden können.

Schönen Gruß
roger50

« Letzte Änderung: 05. Oktober 2006, 22:17:38 von roger50 »

Offline Martin

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« Letzte Änderung: 22. April 2009, 17:42:00 von Speedator »
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Offline Martin

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #17 am: 01. Dezember 2006, 17:10:49 »
United Launch Alliance hat heute den Betrieb aufgenommen. Dir Regierungsaufträge für die NASA, NOAA und NRO werden nun von Boeing und Lockheed Martin gemeinsam abgewickelt. Dadurch soll es Einsparungen von 100 bis 150 Mio USD geben.
Nichtregierungsaufträge werden aber weiterhin von beide Firmen getrennt bearbeitet.

http://www.spaceflightnow.com/news/n0612/01ula/
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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #18 am: 01. Dezember 2007, 00:47:35 »
ULA feiert heute ihren ersten Geburtstag! Innerhalb dieses Jahres starteten die 4.000 Mitarbeiter 11 Raketen (7 mal Delta II, 3 mal Atlas V und einmal Delta IVH). Etwas verspätet soll es am 6. Dezember dann auch noch eine [url]Delta II Wunderkerze[/url]geben.


Quelle: ULA
« Letzte Änderung: 01. Dezember 2007, 00:48:53 von Martin »
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Offline roger50

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #19 am: 01. Dezember 2007, 14:51:35 »
Moin,

martin
Zitat
Etwas verspätet soll es am 6. Dezember dann auch noch eine Delta II Wunderkerze geben.
 

Und nicht zu vergessen: am 10.Dezember ist dann auch noch eine Atlas-5 Wunderkerze mit einem NRO-Aufklärungssatelliten geplant.  8-)

Gruß
roger50

Offline Martin

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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #20 am: 30. Januar 2008, 17:47:20 »
ULA will sein Delta II Geschäft umstruktureren. Da ab 2009 die Startrate fallen soll durch weniger wissenschaftliche Missionen für die NASA und für GPS anfallen soll, will ULA das Delta II Programm effizienter gestallten.

http://sev.prnewswire.com/aerospace-defense/20080129/AQTU15129012008-1.html
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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #21 am: 31. Januar 2008, 22:02:41 »
Auch schön: Spaceflightnow hat mal alle Delta Flüge seit 1999 mit der dazugehörigen Berichterstattung zusammengestellt:
http://www.spaceflightnow.com/delta/
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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #22 am: 25. Juni 2009, 04:51:36 »
Space Florida’s Board of Directors hat den Transfer von Schulden und den Mietvertrag fuer Startkomplex 41 in Floraida von Lockheed-Martin auf die United Launch Alliance genehmigt. Rampe 41 ist der derzeitige Startplatz fuer die Atlas V an der Ostkueste.

Die Sache war wohl dringend, da der Vertrag bald auslaeuft und ULA nun schleunigst mit der Air Force ueber eine Verlaengerung verhandeln muss.

Die 750 ULA Arbeitsplaetze in Florida seien mit dem Transfer aber noch nicht gesichert.

http://www.floridatoday.com/article/20090624/BREAKINGNEWS/306240005/1006/NEWS01/ULA+deal+transfers+debt++lease+for+pad+41
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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #23 am: 03. September 2009, 02:21:07 »
Energomash wird moeglicherweise die Lieferung an RD-180 Triebwerken fuer die Atlas V von Lockheed-Martin aufstocken. Bisland wurden 40 Triebwerke geliefert, von den 22 eingesetzt wurden. Der Vertrag lauft ueber insgesamt 101 Triebwerke. Der Vertrag sieht vor, das Energomash mindestens 4 Triebwerke pro Jahr liefert, hat aber angeboten dies auf bis zu 8 aufzustocken, da die Startrate der Atlas V steigt.

Eine amerikanische Produktion des RD-180 wie urpsruenglich geplant steht wohl nicht mehr auf dem Programm.

http://de.rian.ru/business/20090902/122950432.html
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Re: United Launch Alliance / ULA
« Antwort #24 am: 19. September 2009, 07:11:27 »
Die Airforce möchte die EELV jetzt in Blocks kaufen, anstatt für jede Mission individuell. Das soll billiger sein und außerdem besser für die kommerzielle Wettbewerbsfähigkeit sein.

Mehr dazu:
http://spacenews.com/launch/air-force-moving-toward-block-purchases-eelv-launchers.html

Tags: ula USA firma