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Autor Thema: Russische Raumfahrt  (Gelesen 1138795 mal)

Offline Uwelino

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4475 am: 03. August 2020, 17:46:15 »
Zitat
Weiß jemand wie das damals bei Sojus 23 war? der bisher einzigen bemannten Wasserung einer Sojus?

https://de.wikipedia.org/wiki/Sojus_23


Offline Invicta

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4476 am: 04. August 2020, 06:54:11 »
Zitat
Ich wollte Deine Aussage eigentlich nur bestärken. Üblicherweise sind aber in solchen TV-Beiträgen nur die "Vorzeige"-Ecken zu sehen

Ich selbst bin schon in diversen Integrationsarealen gewesen und muss jedoch sagen dass mich die Bilder sehr überrascht haben. Es ist alles sauber, struktiriert und man erkennt die Fließrichtung der Integration. Etwas wovon sich manche hier eine Scheibe abschneiden könnten! Und generell finde ich dieses Russen-Bashing bedenklich. Russland ist bei weitem ein hochtechnologisiertes Land das sowohl Ingenieursleistungen schon zu Sowijetzeiten erbracht hat, als auch etzt in der Lage ist diese Technik zu beherrschen. Ich weiß nicht warum das größte Land der Welt ständig belächelt wird, sei es in technischen, politischen oder anderen Aspekten.  In Deutschland ( N24 Doku über die A5 beispielsweise) wurden nur Vorzeige-Ecken in der Integration gezeigt. Indirekt zu unterstellen dass dies ja ein russisches Phänomen wäre ist schlichtweg überheblich und diskriminierend!
“We have your satellite. If you want it back send 20 billion in Martian money. No funny business or you will never see it again.”

A joke reportedly written on a wall in a hall at NASA’s Jet Propulsion Lab, California, after losing contact with the Mars Polar Lander in December 1999.

Offline Solaris

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4477 am: 05. August 2020, 21:59:58 »
Zitat
Weiß jemand wie das damals bei Sojus 23 war? der bisher einzigen bemannten Wasserung einer Sojus?

https://de.wikipedia.org/wiki/Sojus_23

Bzgl. Sojus Wasserung, so gab es vor kurzen eine Übung bei der Russischen Pazifik Flotte.


https://www.youtube.com/watch?v=cVchs-ZjWhY
Quelle: Russisches Verteidigungsministerium
"Humanity should become a space faring civilization. If that is not the point of human space flight, what the hell are we doing?" Astrophysicist Christopher Chyba

Online alepu

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4478 am: 06. August 2020, 00:04:33 »
Russland leistet im Rahmen seiner technischen und finanziellen Möglichkeiten hervorragende Arbeit, verfügt unbestreitbar über eine sehr große Erfahrung und jahrzehntelang erprobte höchst zuverlässige Raketen und Raumschiffe. Ausserdem ist es sicher sehr bemüht mit den Amerikanern und Chinesen in der Entwicklung neuer Hard- und Software Schritt zu halten.
Trotzdem entsteht zunehmend der Eindruck als fielen sie in der Raumfahrt langsam aber sicher immer mehr zurück. Woran das nun im einzelnen liegt, bliebe zu diskutieren.

Offline FlyRider

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4479 am: 06. August 2020, 09:23:52 »
Russland leistet im Rahmen seiner technischen und finanziellen Möglichkeiten hervorragende Arbeit, verfügt unbestreitbar über eine sehr große Erfahrung und jahrzehntelang erprobte höchst zuverlässige Raketen und Raumschiffe. Ausserdem ist es sicher sehr bemüht mit den Amerikanern und Chinesen in der Entwicklung neuer Hard- und Software Schritt zu halten.

Wunderschöner Euphemismus, wie z.B. "Herr XXX bemühte sich, seine Arbeit zu erledigen".

Trotzdem entsteht zunehmend der Eindruck als fielen sie in der Raumfahrt langsam aber sicher immer mehr zurück. Woran das nun im einzelnen liegt, bliebe zu diskutieren.

Für mich ist die russische Raumfahrt ein Schatten ihrer selbst. Früher gab es dauerhaft laufende Programme zum Mond, zur Venus, zum Mars. Seit Jahren gibt es keine Missionen mehr, Fobos 1 und 2 und Mars 96 waren ein Fehlschlag, genauso Fobos-Grunt. Luna 25 ist zwar immer noch für 2021 geplant (oder?), sollte aber eigentlich auch schon längst im All sein. Im Bereich Raumsonden passiert wirklich gar nichts mehr!

Das neue Raumschiff „Orjol“ kommt ja auch nur schleppend voran, der Erstflug soll wohl erst 2023 sein. Immerhin soll die Angara wohl kommen.

Eigentlich wird Russlands Raumfahrt von der Sojus am Leben gehalten. Wenn die Amerikaner die Sojus nicht mehr brauchen, geht ihnen eine Menge an Einnahmen verloren.

Ich weiß auch nicht, woran das liegt. Sicher nicht daran, dass die russischen Ingenieure über Nacht das Raketenbauen verlernt haben. Ich sehe da eher finanzielle und organisatorische Probleme. Wenn Roskosmos wirklich 180000 Leute beschäftigt, muss man sich mal fragen, was die den ganzen Tag machen.

Online alepu

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4480 am: 06. August 2020, 15:19:17 »
Vielen Dank #FlyRider für deinen Applaus. 😊

Was den derzeitig doch deutlich etwas desolaten Zustand der russischen Raumfahrt angeht, so sieht es für mich so aus, als hätte sie sich nach der Auflösung/Zusammenbruch der ehem. UdSSR trotz der inzwischen vergangenen über 20 Jahre noch immer nicht so richtig erholt und bei weitem nicht zu ihrer ehem. Grösse zurückgefunden.
Aus verschiedenen alten Quellen war ja zu erfahren, daß damals viele der russ. Top-Raketenfachleute ins Ausland abgewandert sind und auch die Organisation und Disziplin (Korruption, Vetternwirtschaft...) recht im argen lag. Finanzielle Konsequenzen gab es natürlich auch. Die Verzögerungen beim Bau des neuen Startgeländes sind dafür ein leuchtendes Beispiel.
Wer weiß wo die russ. Raumfahrt heute stände, wenn die USA nicht die letzten nahezu 10 Jahre zwangsweise finanzielle *Unterstützung* geleistet hätte.
Ausserdem macht sich das fehlen privater Initiativen immer mehr negativ bemerkbar.
Auch der amerik. Raumfahrt ginge es bei weitem nicht so gut, wenn da nur die NASA am werkeln wäre. (Wenn man dem letzten tweet von Mr. Trump glauben schenkt, war sie sogar total abgestorben  ::) )

Offline Ldf

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4481 am: 10. August 2020, 17:39:18 »
Baikonur scheint mit Covid19 stark zu kämpfen zu haben, berichtete The Moscow Times schon Ende Juli)
Die 40.000-Einwohner Stadt hatte allein im Juni dreißig offizielle Todesopfer zu beklagen. Medizinisches Personal spricht hinter vorgehaltener Hand von mehr als 100. Die 70 Intensivbetten sind alle belegt (Stand 20.07.32020).

https://www.themoscowtimes.com/2020/07/20/the-coronavirus-is-crippling-baikonur-the-city-that-sends-humans-into-space-a70927

In der Stadt wurde der Ausnahmezustand verhängt, um die logistisch notwendigen Starts zur ISS sichern.

https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?action=post;topic=3428.4475;last_msg=486182


Offline Solaris

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4482 am: 12. August 2020, 13:00:47 »
Neuigkeiten zum Russischen COTS Versorgungsraumschiff "ARGO"


Wie schon in den Beiträgen #4287 & #4288 von Ariane 42L und HausD erwähnt arbeitet das Russische Unternehmen "RTSS" LCC (ru. ????) an dem kommerziellen wiederverwendbaren Versorgungsraumschiff "ARGO". Mit der Flugerprobung von "ARGO" soll 2024 begonnen werden.

Es folgt ein kleiner Überblick über das Unternehmen und das Raumfahrzeug. Der Gründer/CEO Sergey Sopov, sowie der Chefdesigner Nikolay Bryukanov sind Ehemalige von "S7 Space" und der letztere ist auch der ehemalige RKK "Energia" Chefdesigner von PTK "Orjol".
Das Raumfahrzeug "ARGO" soll primäre eine COTS Versorgungsraumschiff werden, als Hauptkunde wird Roscosmos anvisiert aber es wird auch mit andren gerechnet. Neben der Verwendung als Versorgungsraumschiff soll "ARGO" auch als Freiflieger für Forschungs-Missionen verwendet werden können oder als Testplattform für Raumfahrzeug Komponenten in der Entwicklung. Es soll die Möglichkeit zum Flugabbruch bestehen um die Kapsel, sowie die Ladung zu retten. Gelandet wird im normal Fall, sowie beim Flugabbruch mit abbremsen durch Triebwerke und einer ausfahrbaren Landeeinrichtung. Die Struktur besteht zu ca.  58% aus Verbundwerkstoffen, so auch anscheinend der Druckkörper (wahrscheinlich ein Spinoff des "Orjol" CFK Druckkörpers). Die Bauteile aus Kunststoff sollen bei "ATC" LCC  gefertigt werden, dieses ist ein Jointventure von "RTSS" LLC, "IC Maslovsky" LLC und Aerospace Composites GmbH. Anscheinend wird der Prototyp Druckkörper bei Aerospace Composites gefertigt, weil das Fertigungsgelände am Standort Woronesch sich noch im Aufbau befindet. Weitere Baugruppen/Subsystem kommen von Roscosmos Subunternehmen. Die Triebwerke vom KB "KhimMash", das Wärmemanagementsystem vom "Keldysh" Research Center, das Kontrollsystem vom KB "MARS", die Stromversorgungssysteme, Avionik und Kommunikationssysteme vom JSC "NT".


Screenshots von RTSS Slides von der Präsentation bei Rat der Föderation am 02.07.2020 - Credits: "RTSS" LLC

Technische Daten:

Gesamt Masse:11,5 t
Laderaumvolumen:11 m3
Nutzlast Masse:
- trockene Ladung2 t
- Treibstoff0,5 t
Wiederbringbare Nutzlast:1 t
Flugzeit:
- autonombis zu 30 Tage
- angedockt an ISSbis zu 300 Tage
Anzahl der Flüge bei Wiederverwendung: bis zu 20 Mal
Kosten pro Flug: $11,5 Millionen (vs. $29,5 Millionen bei "Progress")


 
Abb. Nach einer Abbremsung durch Triebwerken wird mit Hilfe eines Schockabsorbierenden Schilds/Landegeräts sanft auf unvorbereiteter Oberfläche gelandet. - Credits: "RTSS" LLC


Abb. "ARGO" Schnittzeichnung, gut erkennbar die abschließbare Kappe zum Schutz beim Start und Wiedereintritt - Credits: "RTSS" LLC



Quellen:


1. http://www.rtss.space/
2. https://naukatehnika.com/realen-li-mnogorazovyj-kosmicheskij-korabl-argo.html
3. https://topcor.ru/14951-chastnaja-kompanija-iz-rossii-nachala-stroit-mnogorazovyj-kosmicheskij-korabl.html
4.

https://www.youtube.com/watch?v=mbK50QvtLH4
« Letzte Änderung: 12. August 2020, 14:50:55 von Solaris »
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Offline HausD

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4483 am: 13. August 2020, 10:35:20 »
Video


«Kosmischer Mittwoch»  №292           Roskosmos

- Dmitri Rogosins Interview mit RIA Novosti.
- Verladenes Modus "NAUKA" fährt nach Baikonur.
- Tu-104 auf dem Gedenkkomplex im Kosmonautentrainingszentrum.
- Kann ein einzelner Kosmonaut das Sojus-Raumschiff steuern?
- Folgen der Explosion im Libanon in Bildern vom Satelliten Resurs-P.
- Die Raketenbau-Meisterschaft "Jet Propulsion" ist vorbei.
- Was in der neuesten Ausgabe des Russian Space Magazins zu lesen ist.

Gruß, bleibt gesund und nicht verklemmt, aber auch diszipliniert, HausD

Offline 8K82KM (-ex Rakete54-)

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4484 am: 15. August 2020, 10:17:32 »
Verschiebung der verschobenen Verschiebung??? :-\

Kein Start im August von Plesetzk. Erst im September geht es weiter, mit 3x Gonets-M auf Sojus-2. Danach Glonass-Satellit.
Quelle: https://ria.ru/20200815/1575813760.html

Offline Solaris

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4485 am: 26. August 2020, 17:14:35 »
Fertigung des LNG(Methan)/LOX Triebwerk für "?????-??" dt. "Krelo-SW/Flügel-SW" soll im Oktober 2020 beginen


Abb.1 CGI Darstellung der wiederverwendbaren "?????-??" dt. "Krelo-SW/Flügel-SW" Trägerrakete für leichte Nutzlasten- Credits:yandex.ru

Laut einer Meldung wurden die Arbeiten am "Krelo-SW" bei TsNIIMash begonnen und die Fertigung des Methan/Sauerstoff Triebwerks soll im Oktober 2020 beginnen. Aufgrund der Treibstoff/Oxidator Kombination eignet sich dieses Triebwerk hervorragend für wiederverwendbare Trägerraketen. "Krelo-SW"( LEO Nutzlast ca. 1t) ist neben der "Sojus-LNG" (LEO Nutzlast ca. 9-10t), die zweite wiederverwendbare Trägerrakete an der in Russland gearbeitet wird. Der erste Testflug/Demonstrationsflug von "Krelo-SW" soll schon 2022 stattfinden.
Wie in meinem Beitrag im "Angara Thread" erwähnt beteiligt sich die Stiftung für fortgeschrittene Studien (FPI) an der Finanzierung.



An die Skeptiker diese Stiftung hat schon einige erfolgreiche Projekten zu Realisierung verholfen. So z.B. der "IZH H600" hybrid 3D-Drucker/5-Achsen-Fräse von "Kalaschnikov".


Abb.2 Die hybrid 3D-Drucker/5-Achsen-Fräse "IZH H600" von "Kalaschnikov" - Credits: sdelanounas.ru

https://youtu.be/KNbZOyx0X_8?t=226
Präsentation der hybrid 3D-Drucker/5-Achsen-Fräse "IZH H600" von "Kalaschnikov" auf "Army-2020 Forum" - Credits: Kalaschnikov

Ein andres Projekt wäre z.B. der autonome Tieftauch-U-Boot Roboter "Vityaz-D" vom Rubin Design Bureau, der im Frühjahr 2020 auf 10 km Tiefe im Marianengraben getaucht ist. Der Roboter ist autonome getaucht und hat autonome eine signifikante Strecke auf 10 km Tiefe zurückgelegt. Bei Bedarf kann er für Tage autonome agieren. Im Rahmen der Entwicklung zu "Vityaz-D" mussten unter andrem neue Materialien Entwickelt werden. Es gibt natürlich schon Interesse/Bestellung vom Militär.


Abb. 3 Bergung von "Vityaz-D" nach dem Tauchgang in den Marianengraben - Credits: popmech.ru

Hier sind Videoaufnahmen von der Tauchfahrt im Frühjahr 2020:


https://www.youtube.com/watch?v=5CMgBijzm0M&list=PLcRxMIXa98X-ejsnO4f6yOzKRSht944jW&index=10&t=0s

https://www.youtube.com/watch?v=DdMad3BM_00&list=PLcRxMIXa98X-ejsnO4f6yOzKRSht944jW&index=8
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Offline Sensei

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4486 am: 26. August 2020, 17:30:37 »
Die Zwischenstufe/Interstage sieht ja mit ihrem Gitter-Design interessant aus. Erinnert etwas an die N1.

Weiß man warum für die Interstage ein Gitterdesign gewählt wurde? Ist es nur die Gewichtseinsparung?
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Offline Solaris

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4487 am: 26. August 2020, 17:35:22 »
Die Zwischenstufe/Interstage sieht ja mit ihrem Gitter-Design interessant aus. Erinnert etwas an die N1.

Weiß man warum für die Interstage ein Gitterdesign gewählt wurde? Ist es nur die Gewichtseinsparung?

Typisches Russisches "hot staging", beidem die nächste Stufe vor der Abtrennung gestartet wird. Vereinfacht Einiges so z.B. die Handhabung bzw. das Verhalten der Flüssigkeiten in den Tanks, etc..
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Offline Nitro

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4488 am: 26. August 2020, 17:54:25 »
Die Zwischenstufe/Interstage sieht ja mit ihrem Gitter-Design interessant aus. Erinnert etwas an die N1.

Weiß man warum für die Interstage ein Gitterdesign gewählt wurde? Ist es nur die Gewichtseinsparung?

Da muss man nicht mal so weit zurueck gehen. Die Soyuz und die Proton fliegen auch heute noch mit dieser Konstruktion, dort allerdings etwas verkuerzt.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Offline Solaris

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4489 am: 26. August 2020, 17:57:06 »
Die Zwischenstufe/Interstage sieht ja mit ihrem Gitter-Design interessant aus. Erinnert etwas an die N1.

Weiß man warum für die Interstage ein Gitterdesign gewählt wurde? Ist es nur die Gewichtseinsparung?

Da muss man nicht mal so weit zurueck gehen. Die Soyuz und die Proton fliegen auch heute noch mit dieser Konstruktion, dort allerdings etwas verkuerzt.

Ja die "Zenit" wäre auch noch zu nennen, sowie die kommende "Sojus-5", die auch anscheinend vom "hot staging" Gebrauch machen wird.
« Letzte Änderung: 26. August 2020, 20:46:58 von Solaris »
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Offline HausD

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4490 am: 30. August 2020, 08:40:35 »
Mit Raketen nach Mikroorganismen in der Atmosphäre suchen

Das IMBP (Institut für Med.-Biol. Probleme der Russ. Ak. der Wissenschaften RAN) arbeitet an einem Projekt zur Untersuchung der Atmosphäre auf das Vorkommen von  Mikroorganismen.           Quelle: RIA N/IMBP

Der Leiter des Hygiene-Bereichs des IMBP,  Wjatscheslaw Iljin, sagte zur Verschmutzung der Atmosphäre durch Mikroorganismen:
"Die Kontamination von Staubpartikeln in der Stratosphäre ist ein sehr dringendes Problem. Sie muss auf verschiedene Weise untersucht und überwacht werden. Jetzt versuchen wir, ein Projekt zu überdenken,
die Stratosphäre und Schichten der Atmosphäre bis zu 300 Kilometer zu untersuchen, um zu sehen, was dort passiert. Es geht darum, Proben in verschiedenen Höhen zu entnehmen ".


Die Sondierung der Schichten der Atmosphäre bis zu 300 Kilometer soll dabei mit geeigneten Raketen erfolgen, die auch Proben entnehmen und zurückbringen können.
Dabei geht es  auch um die Gewährleistung der Sicherheit
 - der Besatzungen von Raumstationen und
 - des Planeten vor der Einschleppung gefährlicher Mikroorganismen aus dem Weltraum.

Gruß, bleibt gesund und locker, aber auch gesundheitsbewußt diszipliniert, HausD

Offline Sensei

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4491 am: 30. August 2020, 10:47:25 »
Ich würde es einfach wissenschaftlich Interessant finden, ob sich in großen Höhen noch Mikroorganismen halten können und welche das wären.
Es werden ziemlich sicher keine sein die den Menschen gefährlich werden. Vor allem nicht in den Mengen die dort vorkommen werden. Aber genauso wie am Meeresgrund kann man auch in diesen Höhen nach leben forschen. :)

PS: Eine Höhenforschungsrakete der MR-Klasse sollte hier doch reichen, oder?
PPS: Es verwundert mich etwas, dass ein Untersuchen von Staubteilchen der oberen Atmosphärenschichten auf Mikroorganismen noch nicht geschehen sein soll...

Edit Pirx.
« Letzte Änderung: 30. August 2020, 16:19:41 von Pirx »
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Offline HausD

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4492 am: 30. August 2020, 11:37:16 »
Es sind genug Mikroorganismen von der NASA anfangs bekämpft worden und später auf der ISS innen und aussen festgestellt worden               
HausD!
Edit Pirx.
« Letzte Änderung: 30. August 2020, 16:20:01 von Pirx »

Offline Sensei

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4493 am: 30. August 2020, 12:39:45 »
Richtig, eingeschleppte Mikroorganismen.

Aber wahrscheinlich keine HUMANPATHOEGNE von den wenigen Staub- und Atmosphäreteilchen, welche in diesem Orbit noch anzutreffen sind. Oder gar wirksame Mikroorganismen "aus dem Weltraum".

Das ist mein Standpunkt.
Edit Pirx.

Edit Sensei:

Ich verstehe auch sehr gut wenn man hier anderer Meinung ist. Und ausschließen kann ich das Vorhandensein von für Menschen gefährliche Mikroorganismen natürlich auch nicht.
« Letzte Änderung: 30. August 2020, 22:16:43 von Sensei »
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

Offline aasgeir

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4494 am: 31. August 2020, 17:30:22 »
Mögliche Mikroorganismen auf Staubteilchen in der Stratosphäre einzusammeln und nachzuweisen ist nicht trivial: es gab Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre einen vom MPS/Göttingen entwickelten raketengetragenen Luftprobensammler ("RASMUS" : Rocket-borne Air Sampler for the Mesosphere and Upper Stratosphere), basierend auf amerikanischen Orion-Raketenmotoren, die von der Moraba (Mobile Raketen-Basis) umgerüstet und von Kiruna/Schweden gestartet wurden. Beginnend bei der Scheitelhöhe der Bahn wurden beim Abstieg in entsprechenden Höhen zwischen 90 km und 40 km vier Luftproben an mit Helium vorgekühlten Kühlkörpern ausgefroren und hermetisch "eingesperrt", um sie später am Boden gaschromatografisch auf Spurenstoffe (FCKW) in der Hochatmosphäre zu untersuchen. Die Probennahme musste sehr schnell gehen, um der Probe eine bestimmte Höhe zuordnen zu können; damit ist die Zeit für das Einsammeln knapp - das gilt auch hier: wie vielen Staubteilchen begegnet man denn in ein paar Sekunden ? Wie fängt man die Staubteilchen bei der Begegnung im knappen Unterschallbereich ein, ohne sie (und eventuelle Mikroorganismen darauf) zu zerstören/zu denaturieren ? In Aerogel wie bei der Discovery-Mission "Stardust" ? -  In wesentlich niedrigeren Höhen sind interplanetare Staubteilchen (IDPs) in den 70er Jahren von hochfliegenden Flugzeugen eingesammelt worden ("Brownlee-Teilchen", Mikrometeoriten; https://en.wikipedia.org/wiki/Micrometeoroid)

Offline HausD

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4495 am: 07. September 2020, 08:59:47 »
Mit Raketen nach Mikroorganismen in der Atmosphäre suchen (2)

Im Rahmen des japanischen Experiments "Tanpopo"("Löwenzahn") haben japanische Forscher einige Kolonien des Bakteriums Deinococcus aetherius, der Name weist auf "aus dem Äther, oder "vom Himmel" hin, aussen auf dem japanischen Modul KIBO einige Jahre gehalten und dann untersucht.


Modul KIBO bei  Raumfahrer.net

Dort verblieben die Proben unterschiedlicher Dicke dann ein, zwei und drei Jahre und waren der kosmischen Strahlung ausgesetzt. Dabei starben die Bakterien in allen Proben ab, die dünner als 0,5 mm waren, in dickeren Proben aber nur in der oberen Schicht, wogegen die Mikroorganismen in den Tiefen der Kolonien überlebten.

Gruß, bleibt gesund und locker, aber auch gesundheitsbewußt diszipliniert, HausD

Offline McPhönix

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4496 am: 07. September 2020, 11:54:22 »
Zitat
in dickeren Proben aber nur in der oberen Schicht, wogegen die Mikroorganismen in den Tiefen der Kolonien überlebten.
Nun dürften doch aber nach einem Jahr auch dickere Schichten durch eine Menge energiereicher Partikel durchdrungen sein. bzw. Zerfallsvorgänge ausgelöst haben (Sekundärstrahlung)
So wie es dasteht, könnte man aber meinen, daß eine 0,5mm Schickt Bakterien genausogut oder besser als Metall vor Strahlung schützt und dabei noch leichter ist.
(praktische Anwendung mal außen vor gelassen)
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

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