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Autor Thema: Hopper und andere Projekte  (Gelesen 2582 mal)

Holzwurm

  • Gast
Hopper und andere Projekte
« am: 31. August 2003, 21:49:50 »
Hallo!
Gibt es bei der ESA ausser Hopper noch andere Projekte für wiederverwendbare Trägersysteme? Was Planen eigentlich die anderen Raumfahrtoranisationen in diese Richtung?
MFG Holzwurm

Offline hesaenger

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 612
Re: Hopper und andere Projekte
« Antwort #1 am: 02. September 2003, 05:29:51 »
Zitat
Hallo!
Gibt es bei der ESA ausser Hopper noch andere Projekte für wiederverwendbare Trägersysteme? Was Planen eigentlich die anderen Raumfahrtoranisationen in diese Richtung?
MFG Holzwurm


Guten Morgen,

mit der Frage liegt der Finger auf der Wunde. Die westlichen Raumfahrtplanungen waren in den letzten Jahren nicht sehr effektiv. Man hat zwar für Forschung und Entwicklung einiges Geld ausgegeben, aber es ist nicht wirklich Hardware entstanden. Also stehen derzeit die USA faktisch ohne einen bemannten Träger und Europa sogar ohne einen kommerziellen Träger da. Also drängt die Zeit.

Das ist das Problem bei wiederverwendbaren Konzepten. Ihre Entwicklung ist langwierig (20 Jahre) und teuer (>100 Mrd.). Ihre Vorteile, wie der sicherere, weil abbrechbare Start oder der preiswertere, weil wiederverwendbare Einsatz kommen dabei mit den derzeit absehbaren Flugfrequenzen weniger zur Geltung und so sind viele entsprechenden Arbeiten wenig Ergebnisorientiert.

Europa plant erst einmal weitere theoretische Vorarbeiten in Form des FLPP-Programms, in das wohl auch der Hopper einmünden wird.

Die USA wollten schon vor dem Shuttle-Unfall ein Orbital Space Plane bauen, das wohl einige Ähnlichkeit mit dem europäischen Hermes-Konzept haben würde und längerfristig wird ein Next Generation Launcher geplant. Wer künftig in den USA welche Kompetenzen hat und wer welche Planungen vertreten wird, ist dabei im Augenblick noch nicht so ganz klar. Ein ähnliches Problem hat aber auch Europa mit der Zuständigkeit zwischen ESA und EU. Die DARPA, die Forschungsagentur des US-Militärs hat aber inzwischen einen Hyperschallaufklärer ausgeschrieben der gleichzeitig als Unterstufe für die Raumfahrt dienen soll. Bis gut 2020 wird es also in den USA ein Gerät geben wiederum mit einiger Ähnlichkeit zum ehemaligen deutschen Hyperschalltechnologieprogramm.

Russland hatte das Buran fast fertig, als dort das Geld ausging. Der Konstrukteur des Buran plante weiter MAKS. Dies war ein kostengünstiger Orbiter auf einer Antonow 262 und wohl ein sehr praxisorientiertes Konzept. Alleine der Westen hatte kein Interesse die russischen Ideen zu finanzieren und inzwischen ist der Kostrukteur gestorben.

Japan verfolgt derzeit mit HOPE ebenfalls noch eher ein Technologieprogramm.

Das eigentliche Problem sind die weltweiten finanziellen Engpässe und damit die offenen Fragen zur Zukunft der Raumfahrt überhaupt. Für vielleicht jährlich 6 bemannte Starts weltweit fährt man mit "Einfachtechnologie" günstiger und ist auch nicht bereit auf die die interessanten Split off's einer neuen Trägertechnologie zu spekulieren. Also wird das Militär wieder einmal der Technologiemotor werden. ;-(
HES

Sven_Knuth

  • Gast
Re: Hopper und andere Projekte
« Antwort #2 am: 02. September 2003, 22:12:04 »
Zitat
Gibt es bei der ESA ausser Hopper noch andere Projekte für wiederverwendbare Trägersysteme? Was Planen eigentlich die anderen Raumfahrtoranisationen in diese Richtung?


Es gibt nur Technologieprogramme wie beispielsweise HOPE in Japan. Auch der Hopper ist ja ein Technologieprojekt. Wenn die Industrie genügend Geld verdient hat, wird man das Projekt leise einstellen und außer bedrucktes Papier wurde dann nichts produziert. In dieser Form mit vorhandener Technologie ist kein voll wiederverwendbarer Träger zu machen. Außerdem wurde bisher nie bewiesen, dass wiederverwendbare Träger günstiger sind. Der Shuttle ist ja wiederverwenbar und unglaublich viel teurer wie jeder Träger der 20t in den Leo bringen kann. Ein Start kostet etwa 1 Mrd. Dollar, selbst die hoffnungslos teure Ariane 5 kostet nur 180 Mio. Euro.

Am ehesten ist außerdem noch das Orbital Space Plane im Bereich des physikalisch und technsich machbaren. Aber nach meiner persönlichen Meinung wird es, falls es jemals fliegt, ähnlich teuer sein wie der Shuttle.

Meiner persönlichen Meinung nach wäre das Geld besser aufgehoben, wenn wir es in eine bemannte Marsmission stecken. Für das Apollo-Programm wurde der wahrscheinlich beste Träger aller Zeiten konstruiert, die Saturn 5. Damit würde die ISS nur ein Bruchteil kosten. Und irgendwann wird es einen technischen Durchbruch geben und der Zugang zum Weltraum wird günstiger werden. So ein Durchbruch kann man aber nicht erzwingen. Man sollte nur im Bereich der Grundlagenforschung etwas machen, und solange vernünftige, zuverlässige und günstige Träger wie die Ariane 4 oder Sojus produzieren.

Sven

Holzwurm

  • Gast
Re: Hopper und andere Projekte
« Antwort #3 am: 08. September 2003, 18:41:39 »
Hallo!
Zitat

Der Shuttle ist ja wiederverwenbar und unglaublich viel teurer wie jeder Träger der 20t in den Leo bringen kann. Ein Start kostet etwa 1 Mrd. Dollar, selbst die hoffnungslos teure Ariane 5 kostet nur 180 Mio. Euro.  

Dass der Shuttle wiederverwendbar ist, ist nicht ganz so richtig, da auch nur ein Bruchteil von dem, was ins All startet, auf die Erde zurückkommt. Man könnte sagen, dass der Space Shuttle eine kompliziertere Raumkapsel ist.Vielleicht hätte man die Saturn-Raketen und Apollo-Kapseln nicht so schnell abschaffen sollen, aber nachher ist man ja bekanntlich immer schlauer :).
Ab wann wurde eigentlich klar, wie teuer der Shuttle eigentlich ist?
MFG Holzwurm
PS:Dieses Thema artete ja in eine Diskussion über Raketentechnik aus. Da versteh ich nur Bahnhof... ::)

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