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Autor Thema: Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)  (Gelesen 3159 mal)

Offline pikarl

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Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)
« am: 13. Dezember 2002, 16:33:01 »
Zitat
Nachdem der Start der modifizierten Ariane 5mit einer verstärkten Nutzlast von nun insgesamt 10 Tonnen bereits am 28. November verschoben wurde, kam es beim Start heute, am 11. Dezember, zur Katastrophe.
 
Nach nur 3 Minuten wurde der Flug 157 abgebrochen und die Ariane stürzte ins Meer. Dabei gingen auch zwei Satelliten verloren. Zur Stunde liegen noch keine Erkenntnisse über die Ursache des Unglücks vor.

(Raumfahrer.net News: http://www.trekzone.de/cgi-bin/tzn/nph-tzn.cgi?name=is.ns2.templates.topnews&file=12122002012453)

Der Fehlstart bedeutet meiner Meinung nach ein großes Problem für Europas Raumfahrt: Die Ariane, besonders die Ariane 5, ist symbolischer Hoffnungsträger für eine neue vielseitige und führungsfähige Raumfahrt in Europa. Die Notsprengung des neusten Modells, dass mit maximal 10 Tonnen Nutzlast u.A. das Versorgungsvehikel ATV (http://www.trekzone.de/cgi-bin/tzn/nph-tzn.cgi?name=is.iss&file=atv) zur ISS bringen sollte, bedeutet einen großen Einbruch für alle Beteiligten.

Für mich persönlich bedeutet der Fehlstart auch ein Stück weit Glaube an Europa verloren zu haben. Natürlich kann man entgegnen, man solle jetzt optimistisch bleiben - immerhin ist die Raumfahrt ein höchst riskantes Unterfangen. ABER ein möglicher Abstieg der Ariane in die Bedeutungslosigkeit (weil sie sich ev. nicht mehr auf dem Weltmarkt behaupten kann) bedeutet auch für Europa und die ESA einen Verlust an Unabhängkeit, den es sich (bzw. wir uns, als Europäer gesprochen) so hart erkämpft hat.

Wie seht ihr den Fehlstart der Ariane? Wie hat er auf euch gewirkt? Wie könnte in euren Augen die Zukunft aussehen?

Viele Grüße
Karl  :o
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2002, 18:56:19 von PiKarl »

xray

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Re: Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)
« Antwort #1 am: 14. Dezember 2002, 12:53:13 »
Der Fehlstart ist wirklich sehr tragisch und passiert auch zu  einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Grade jetzt da der Launcher-Sektor so hart umkämpft ist. Das die Ariane 5 der größte zivile Träger ist und desshalb zu groß und zu teuer für die meisten Transporte ist nicht grade ein Vorteil, so versucht man die Kosten zu senken in dem man mehrere Satelliten gleichzeitig transportiert. Umso tragischer ist es, das man gleich so früh an den Hauptnachteil dieses Konzeptes erinnert wird, nämlich das bei einem Fehlstart mehrere Nutzlasten verloren gehen.

 Nach Vermutungen vom Ariane-Bauer Astrium ist die zur Sprengung führende Kursabweichung möglicherweise die Folge eines Ausetzers in der Treibstoffzufur gewesen, aber das ist erst einmal nur eine Vermutung.  

PS: Da hier grade mal wieder vom ATV die Rede ist...
In einem anderen Thread ging es um Kürzungen bei der ISS und ein "fehlendes" Modul (senkrecht neben Columbus), was auf einigen Darstellungen zu sehen ist, auf anderen nicht. Dabei handelt es sich um ein angedoktes ATV (bzw. kann an diese Schleuse noch ein anderes temporäres "Modul" ankopelt). Darum gibt es die beiden "Versionen" der ISS auf Bildern.

Grüße, XRay

Offline pikarl

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Re: Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)
« Antwort #2 am: 18. Dezember 2002, 20:54:19 »
Zitat
Umso tragischer ist es, das man gleich so früh an den Hauptnachteil dieses Konzeptes erinnert wird, nämlich das bei einem Fehlstart mehrere Nutzlasten verloren gehen.


Von dem Standpunkt des hohen Verlustpotentials bei einem Fehlstart aus gesehen, haben große leistungsstarke Träger eine wunderbare Schwachstelle, wenn sie nicht hochzuverlässig sind. Andererseits meinte auch Jean-Yves Le Gall von Arianespace, dass die Branche der Satellitenstart-Unternehmen eben eine sehr risikoreiche sei. Vielleicht zeigt aber der Fehlstart auch einfach wieder einmal, dass das Konzept der Rakete zum Start aus dem Erdschwerefeld nicht wirklich der beste ist - eben wegen diesem Risiko. Auch wenn die Arianekatastrophe vom 11. Dezember nicht für alle Startunternehmen sprechen kann und zudem Raketen im Vergleich zu den Anfängen der Raumfahrt trotz ihrer gewachsenen Komplexität sehr viel zuverlässiger geworden sind, ist die Rakete an sich ein Risikofaktor, der sehr viel Geld verschlingt und nicht wiederverwendbar ist. Mit dem Wachstum des Bedarfs von Satellitenstarts könnte sich die Entwicklung eines alternativen Startsystems (es gibt da ja die verschiedensten utopischen Vorstellungen) wirtschaftlich lohnen....

Grüße aus Berlin
Karl  ;)

NK1986

  • Gast
Re: Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)
« Antwort #3 am: 19. Dezember 2002, 07:04:38 »
Über neue Raketentechnik wird auch im neuen PM-Magazin berichtet. Gibts in guten Zeitschriftenhandlungen.

Unbedingt mal reingucken :D

Nicolay

admin

  • Gast
Re: Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)
« Antwort #4 am: 19. Dezember 2002, 18:34:27 »
Hi @all

Ich habe den Bericht im PM gelesen und fand Ihn äußerst interessant. Für eine der nächsten Ausgaben des "In Space" Magazins (http://newsletter.raumfahrer.net) werde ich (ggf auch ein anderer Redakteur) auch einen Artikel über das Space Shuttle der zweiten Generation schreiben.

Ich fürchte allerdings, dass die innovativen Ideen und Konzepte die nächsten Jahrzehnte nicht energisch weiterverfolgt werden. Es ist sicher jede Menge Aufwand ein komplett neues Trägersystem auf hohem Niveau zu konstruieren - aber der Lohn dafür wäre nicht zu verachten: Eine sichere, zuverlässige und billige Zugangsmöglichkeit zum All...

Myrdin

  • Gast
Re: Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)
« Antwort #5 am: 04. Januar 2003, 14:13:11 »
 :( Tja,was die Jungfernflüge betrifft,so scheint die Ariane 5 unter keinem guten Stern zu stehen!  Aber das haben neue Modelle so an sich,dass sie alle an "Kinderkrankheiten" leiden. Ich hofffe,dass wenigstens der nächste Start klappt...

:) Das PM habe ich auch gelesen. Die Konzepte klingen ja recht vielversprechend.
Dem Argument, dass dafür utopische Techniken entwickelt werden müssten, stimme ich nicht zu. Im Heft war davon die Rede,dass man auf altbewährte technik setzt, und wegen des Risikos den Wasserstoff durch Kerosin ersetzen will. Dadurch könnte man auch auf die komplizierte Kühlung verzichten (falls man eine Alternative für flüssigen Sauerstoff findet... ;) )

Ich glaube auch,dass den Amerikanern nichts anderes übrigbleibt, da das veraltete Shuttle deren einziger Zugang zum all ist! Und man will ja nicht hinter den Chinesen zurückstehen... ;D

PS: Übrigens,eins der Konzepte im PM erinnnert mich stark an "Hermes"! Ob das wohl Zufall ist.....?  8)
CU

Offline pikarl

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Re: Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)
« Antwort #6 am: 17. April 2003, 20:45:42 »
Am 10. April 2003 startete ja endlich seit dem Fehlstart im Dezember wieder eine Ariane 5 in Richtung Orbit. Obwohl es vorerst keine neue "10-Tonnen"-Ariane war sondern nur eine Standard-Version, ist es doch irgendwie tröstlich, dass das "Zugpferd" der europäischen Raumfahrt durchaus noch da ist.

Siehe Raumfahrer.net News unter:
http://inspace.trekzone.de/nph-nge.cgi?n=news.templates.raumfahrt&f=10042003065307

Anfang des Jahres durfte zudem die letzte Ariane 4, eine der erfolgreichsten Träger der Geschichte, abheben. Nun konzentriert sich die ganze Last auf die Ariane 5 - hoffen wir, dass sie in näherer Zukunft Fehlstarts jeglicher Art unterlässt, damit sich Europa beim Satellitengeschäft weiter behaupten kann.

Grüße
Karl  ;)

Myrdin

  • Gast
Re: Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)
« Antwort #7 am: 18. April 2003, 11:21:46 »
Ja, hoffen wirs! Vor allem das sich gezeigt hatte, dass auch bei der "erprobten" Standardversion Mängel beim antrieb aufgezeigt worden sind...
Mich würde auch der Entwicklungsstand des Kleinlastenträgers "Vega" interessieren. Hat sicher Potential für die Nische der Kleinstsatelliten... :)

Offline pikarl

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Re: Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)
« Antwort #8 am: 18. April 2003, 11:42:08 »
Ich war kürzliche auf der Jahres-Pressekonferenz des DLR in Berlin (siehe Art
ikel
). Da wurde auch gefragt, wie denn aus Sicht der deutschen Raumfahrt die Chancen für Vega eingeschätzt werden.

Professor Wittig, Vorstandsvorsitzender des DLRs, meinte darauf, dass man hierzulande nicht der Meinung sei, dass die Entwicklung von Vega sehr sinnvoll ist und dass sich Deutschland daran deshalb auch vorerst nicht beteiligt.

Irgendwie ist das doch traurig, oder? Immerhin ist Deutschland bei der Produktion des Ariane 5-Kernbauteils, dem Vulkan-Triebwerk, federführend...

Grüße
Karl  :P

Offline hesaenger

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Re: Hot Bird 7 und Stentor auf Ariane 5 ECA V157 (Fehlstart)
« Antwort #9 am: 18. April 2003, 22:54:08 »
Hallo,

warum Traurig. VEGA ist ein kleiner 4-Stufiger Träger in französisch-italienischer Gemeinschaftsplanung exakt in der Nutzlastklasse von Rockot, für die gerade eine menge Geld ausgegeben wurde. VEGA wird bis zur Fertigstellung vielleicht eine Mrd. Euro kosten. Das ist etwa der Betrag, den Frankreich jetzt einwerben möchte um ARIANESPACE vor der Pleite zu retten - wir reden hier von kommerzieller Raumfahrt!
Bei HM60 hat Deutschland keineswegs die Federführung. Das Triebwerk wurde ursprünglich in Ottobrunn konzipiert und einige Komponenten werden heute noch in Deutschland gefertigt. Die Federführung und Verantwortung hat aber Toulouse.
HES