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21. September 2019, 03:09:04
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  • Atlas5-401 AV078, InSight, VAFB SLC3E, 13:05MESZ: 05. Mai 2018
  • InSight - Landung - ca. 21:00 MEZ: 26. November 2018

Autor Thema: InSight auf Atlas V 401  (Gelesen 249427 mal)

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1200 am: 02. September 2019, 10:34:45 »
Die Betreiber der seismischen Messstation wären sicherlich auch sehr unglücklich darüber. In #1192 von Nitro sieht man, dass alleine schon die Schwenkbewegung des Arms eine viel stärkere Erschütterung auslöst als ein leichtes Erdbeben. Man kann zwar mittlerweile die Auswirkungen des Windes auf den Lander herausrechnen, da man die Windstärke und -richtung genau kennt, das unkontrollierte Pendeln der Support Structure am Arm wird aber die schwachen seismischen Signale überdecken.

Offline Superrick652

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1201 am: 03. September 2019, 22:04:57 »
Aber was meint ihr, kann das verklemmte Kabel den Bohrer so beeinflussen, dass dieser nicht weiterkommt?
Weil das Kabel ist ja nicht unbedingt extrem Flexibel...
Ähnliche Flachkabel sind am Robotic Arm verlegt und machen alle Biegungen/Bewegungen mit.

Ich denke, er meinte eher Dehnbarkeit als Flexibilität...

Zitat
Es sollte keine Schwierigkeiten bereiten, die Struktur von HP-3 noch einmal anzuheben und etwas seitlich versetzt wieder abzusetzen ...

Das glaube ich auch.

In dem schon erwähnten Podcast Interview hat Troy Hudson übrigens im Zusammenhang mit solchen Manipulationen mit dem Arm ein interessantes Risiko erwähnt: Es war eigentlich nicht geplant, mit dem Greifer irgendwelche Dinge anzuheben und dann längere Zeit oben zu halten. Wenn Gegenstände da bis zu mehreren Tagen in der Luft baumeln (um z.B. erst noch Fotos zur Lagebeurteilung aufzunehmen), stellt das für die Ingenieure insofern ein gewisses Risiko dar, weil ja in der Zwischenzeit Wind aufkommen könnte, bis hin zum Sturm... ;)

Nein ich meinte schon Flexibilität. Das Kabel ist ja nur in eine Richtung sehr flexibel, aber versucht man das Kabel entlang der schmalen Kante zu biegen, keine chance,..
Aber ich muss sagen ich habe ähnliche Kabel in den Händen gehalten und die waren von Flexibilität weit entfernt. Immer drehen die sich zurück in die ursprüngliche, gerade Form wenn die verdreht sind.

Also haltet ihr das für ausgeschlossen, dass eine derartige Verdrehung des Kabels wie es in dem Bild zu sehen ist, absolut keinen Einfluss auf den Bohrer und sein Vorstoßen hat?


Offline Terminus

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1202 am: 04. September 2019, 02:17:13 »
Zitat von: Superrick652 link=topic=10692.msg460121#msg460121
Also haltet ihr das für ausgeschlossen, dass eine derartige Verdrehung des Kabels wie es in dem Bild zu sehen ist, absolut keinen Einfluss auf den Bohrer und sein Vorstoßen hat?

Doppelte Verneinung... was meinst Du denn jetzt wirklich... ::)

Also gut, bevor ich Dich jetzt wieder fehlinterpretiere, schreibe ich einfach mal, was ich denke:

- Ich glaube, dass die reine Biegung und Verdrehung des Kabels, so weit man es auf dem von Dir geposteten Bild sehen kann, den Bohrer nicht weiter behindern würde. Wir wissen ja, dass die Support Structure noch weitere 4 1/2 Meter Kabel enthält. Die würde der Bohrer dann eben nach und nach herausziehen. Dafür ist es ja da.
- Allerdings steht jetzt die Support Structure mit einem Fuß auf dem Kabel, und das würde den Bohrer m.E. schon behindern.

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1203 am: 04. September 2019, 09:35:55 »
Mir scheint, dass das Messkabel etwa die Abmessungen und auch die mechanischen Eigenschaften ähnlich einem 35mm-Fotofilm hat (einige ältere unter uns werden sich noch daran erinnern). Man muss also beim weiteren Vordringen des Maulwurfs auch darauf achten, dass das Kabel, das um 135° verdreht ist, keinen Knick bekommt, sondern rechtzeitig frei aus dem Kabelfach rauslaufen kann. Und man muss jede Zugbelastung vermeiden, damit die Sonde genug Vortrieb entwickeln kann, um selbständig weiter auf Tiefe zu gehen.

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1204 am: 04. September 2019, 09:38:59 »
- Allerdings steht jetzt die Support Structure mit einem Fuß auf dem Kabel, und das würde den Bohrer m.E. schon behindern.

Ich weiß nicht, der Fuß der Haltestruktur steht ja nur halb auf dem Kabel.  :-\ Die geringe Masse der Haltestruktur (insgesamt, also mit Maulwurf,3 kg) verbunden mit der geringeren Gravitation auf dem Mars, verteilt auf 4 Füße... Vielleicht "flutscht" das Kabel beim Abtauchen des Maulwurfes  auch einfach problemlos unter dem Fuß durch?  :-\
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Offline Captain-S

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1205 am: 04. September 2019, 09:44:21 »
Falls der Bohrer wirklich mal soweit kommt das er Kabel aus der Box braucht kann man diese auch mit dem Greifer anheben.
Wo ist das Problem?

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1206 am: 04. September 2019, 09:54:29 »
Wo ist das Problem?

Da Tilman Spohn in seinem letzten Blog darauf gar nicht eingegangen ist, scheint es ja wirklich kein Problem damit zu geben, so oder so.
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Offline Terminus

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1207 am: 04. September 2019, 11:00:13 »
Die geringe Masse der Haltestruktur (insgesamt, also mit Maulwurf,3 kg)

Sind die wirklich nur 0,3 kg massig :o oder hast Du noch eine Zahl vor dem Komma vergessen?

Zitat
Vielleicht "flutscht" das Kabel beim Abtauchen des Maulwurfes  auch einfach problemlos unter dem Fuß durch?  :-\

Ja, gerne. Hauptsächlich wollte ich auch sagen, dass der Fuß auf dem Kabel den Maulwurf eher behindern würde als die reine Verdrehung des Kabels, und sei es noch so wenig, da Superrick652 das "absolut keine" so betont hatte. :)

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1208 am: 04. September 2019, 16:46:32 »
Die geringe Masse der Haltestruktur (insgesamt, also mit Maulwurf,3 kg)

Sind die wirklich nur 0,3 kg massig :o oder hast Du noch eine Zahl vor dem Komma vergessen?

Es sind 3 kg, das Komma schließt nur den Nebensatz ein  ;).  Der Maulwurf selbst hat eine Masse von 0,9 kg, bleiben für die Haltestruktur etwa 2,1 kg übrig. 
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Offline Superrick652

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1209 am: 08. September 2019, 21:49:20 »

Ja, gerne. Hauptsächlich wollte ich auch sagen, dass der Fuß auf dem Kabel den Maulwurf eher behindern würde als die reine Verdrehung des Kabels, und sei es noch so wenig, da Superrick652 das "absolut keine" so betont hatte. :)



Okay ich geb's zu, die Betonung sollte natürlich nur die Diskussion anregen ::)

Die geringe Masse der Haltestruktur (insgesamt, also mit Maulwurf,3 kg)

Sind die wirklich nur 0,3 kg massig :o oder hast Du noch eine Zahl vor dem Komma vergessen?

Es sind 3 kg, das Komma schließt nur den Nebensatz ein  ;).  Der Maulwurf selbst hat eine Masse von 0,9 kg, bleiben für die Haltestruktur etwa 2,1 kg übrig. 

Ah :-[ die Vergrößerung des Bildes hat mich getäuscht... zusammen mit der geringen Masse auf dem Mars, ergibt es wahrscheinlich kein Hindernis für den Bohrer. Hoffentlich. :D

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1210 am: Gestern um 16:23:26 »
Spannende vorläufige Ergebnisse:

Das Krustenmagnetfeld in der Nähe des Landers ist etwa 20-mal stärker als vorhergesagt und beginnt zuweilen um Mitternacht zu pulsieren. Zudem hat InSight eine sehr eigenartige elektrisch leitende etwa 4 km dicke Schicht unter der Oberfläche, vermutlich nicht tiefer als 100 km, aufgenommen. Es besteht die Möglichkeit, dass diese Schicht ein globales Reservoir an flüssigem Wasser darstellt.
https://www.nationalgeographic.com/science/2019/09/mars-insight-feels-mysterious-magnetic-pulsations-at-midnight/
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Offline McPhönix

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1211 am: Gestern um 16:35:15 »
Das Pulsieren könnte ja eine "" schwappende " Wasserschicht bestätigen. Ein bissel Gravitation liefern vlt sogar die Minimonde...
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1212 am: Gestern um 18:29:15 »
Es handelt sich anscheinend um zwei unterschiedliche Phänomene.

Das langsame mitternächtliche Pulsieren des Magnetfeldes entsteht vermutlich durch den Einfluss des Sonnenwindes, der beim Auftreffen auf die Marsatmosphäre eine schwache "magnetische Blase" um den Planeten erzeugt. Ähnlich wie um die Erde wird dieses Magnetfeld auf der sonnenzugewandten Seite komprimiert und bildet auf der sonnenabgewandten Seite einen Schwanz aus, unter dem sich der Mars hindurch dreht. Dabei bilden sich im Bereich des Schwanzes auch starke Verwirbelungen im Magnetfeld, die bis hinunter auf die Oberfläche messbar sind.

Auf der Erde wird der Strom an geladenen Teilchen durch das eigene Magnetfeld hauptsächlich um die dichtere Atmospäre herumgeleitet und nur ein kleiner Teil erreicht die tieferen Schichten, wo es zu Polarlichtern und starken Schwankungen des Magnetfeldes in der Nähe der Pole kommen kann.

Der andere Effekt, der durch das Magnetometer gemessen wurde, wird nicht näher beschrieben, er soll aber vergleichbar sein mit Erfahrungen, die man auf der Erde gemacht hat bei Messungen in der Wüste, unter der eine Schicht (ein Aquifer) aus salzhaltigem Wasser liegt. Das erhärtet die Vermutung, dass ein Großteil des Wassers, das einst auf der Marsoberfläche vorhanden war, nicht ins All "verdunstet" ist, sondern sich beim Abkühlungsprozess durch Risse in größere Tiefen verlagert hat. Das war nur möglich, weil der Mars sehr viel stärker abkühlte als die Erde.


......
Sicherlich kann pikarl ja einiges dazu beitragen, wenn er von dem Kongress zurück ist.  :D

Offline DH5HAI

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1213 am: Gestern um 19:40:05 »
moin
das sind ja super nachrichten!
es wird zeit das auf den mars bald menschen landen!
mfg