Navigation

Raumcon-Seiten

Benutzer im Chat: 8

04. Dezember 2020, 03:30:15
Raumcon
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Neuigkeiten: Unser Unterforum für Rezensionen zu Büchern aus der Astronomie und Raumfahrt
   Erweiterte Suche

Autor Thema: ESA *AURORA-Projekt*  (Gelesen 7312 mal)

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #25 am: 03. November 2005, 19:27:59 »
Moin,

das ist die Aussage von EM unter Antwort 6 in diesem Thread:

 Andererseits teile ich Deine Auffassung, dass es nichts bringt, auch noch als Dritte oder Vierte zum Mond zu fliegen. Europa könnte ein eigenes Tätigkeitsfeld suchen und sich darin Kernkompetenzen erarbeiten. Zusammenarbeit und gegenseitig Techniken übernehmen, ist auch richtig

Diese Auffassung vertrete ich voll und ganz; Europa (ESA) sollte sich wirklich *Kernkompetenzen* erarbeiten im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und dann in einer konstruktiven, fairen Kooperation dieses know-how einbringen.

Jerry

Jeanz

  • Gast
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #26 am: 04. November 2005, 08:49:10 »
Hallo H.J.Kemm ( darf ich dich schon Jerry nennen geht leichter von der Tastatur) ich möchte mal auf den von dir zitierten Beitrag zurückkommen. Ich entdecke darin nämlich genau die Doppelmoral die ich nicht verstehen kann, die aber wohl größtenteils in diesem Forum geteilt wird.

Zitat
Auch finde ich, dass sich Europa einen eigenen bemannten Zugang zum All erarbeiten muss, und sich damit alle Möglichkeiten offen halten kann (auch im Weltraumtourismus). Die Anstrengung sollte auf einem kostengünstigen Zugang liegen.

Alle, inklusive mir sind froh wenn Europa einen unabhängigen Zugang zum All erhält. Selbst zu bestimmen wann und wie oft man Missionen unternimmt ist toll. Deshalb möchten wir auch alle einen von Korohu startenden Klipper sehen, den dieser gibt uns viel mehr Unabhängigkeit als jetzt. Kaum jemand  nörgelt das  man doch besser mit den Russen oder Amerikanern mitfliegen könnte und uns auf Kernkompetenzen, bau eines Weltraumlabors (Spacelab, Columbus) beschränken sollten.

Andererseits:
Zitat
… teile ich Deine Auffassung, dass es nichts bringt, auch noch als Dritte oder Vierte zum Mond zu fliegen. Europa könnte ein eigenes Tätigkeitsfeld suchen und sich darin Kernkompetenzen erarbeiten. Zusammenarbeit und gegenseitig Techniken übernehmen, ist auch richtig.

Bei Mondflügen soll man sich dann plötzlich wieder auf die anderen verlassen, die das angeblich eh viel besser können. Man begibt sich in genau die Abhängigkeit die man im Orbit nicht mehr möchte. Will man sich in Zukunft an einer Mondbasis beteiligen ist das von der gnade des größeren Partners abhängig. Und das diese Partnerschaften teuer zu stehen kommen können haben wir doch bereits im Orbit gelernt. Ich denke da ans Spacelab im speziellen und an die ISS im besonderen. Auf dem Mond gelten doch nicht plötzlich andere Regeln die die Partner zwingen sich an Abmachungen zu halten.  
« Letzte Änderung: 04. November 2005, 08:53:24 von Jeanz »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #27 am: 04. November 2005, 10:34:11 »
Moin Jeanz,

darf ich dich schon Jerry nennen geht leichter von der Tastatur

is doch klar, ich heisse ja auch Jerry.

Also von *Doppelmoral* würde ich nicht sprechen, eher von einer *widersprüchlichen* Aussage.

Ich hatte den ersten Absatz von EM nicht bewerten wollen, weil das seine Meinung ist.

Ich bleibe bei meiner Meinung, so wie sie EM auch im zweiten Teil seines Statements ausgedrückt hat, dass wir nicht in einer Kooperation am *Katzentisch* sitzen müssen, wenn wir unsere Kompetenz einbringen.

Dann sollte es so sein, dass unser Partner ohne uns ( gemeint ist die ESA und andere ) sein Ziel nicht so schlank erreicht. Also benötigt er uns. Da dürfen natürlich keine Abhängigkeiten aufgebaut werden.

Und das diese Partnerschaften teuer zu stehen kommen können haben wir doch bereits im Orbit gelernt. Ich denke da ans Spacelab im speziellen und an die ISS im besonderen

Na, das war kein Partner und das wird auch nie ein Partner werden!

Jeanz

  • Gast
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #28 am: 04. November 2005, 13:35:50 »
Ok, Jerry  :)

Doppelmoral mag wirklich etwas übertrieben sein. Widersprüchlich trifft es wie du bereits sagst besser. Mir fiel beim schreiben nicht schnell ein besseres Wort ein. Meine Intention ist aber wohl rüber gekommen.

Zitat
Na, das war kein Partner und das wird auch nie ein Partner werden!

 :-? Nicht das wir jetzt aneinander vorbeireden. Natürlich weiß ich, das die ISS und das Spacelab keine Partner sondern Projekte sind. Aber bei eben diesen Projekten musste Europa kräftig Lehrgeld zahlen, was die Zuverlässigkeit des Amerikanischen Partners betrifft.
Ich würde jetzt auch nicht soweit gehen eine Amerikanische Partnerschaft auf ewig auszuschließen.  Sie haben bloß in der Vergangenheit viel Vertrauen verspielt welches sie sich erst wieder neu verdienen müssen.

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #29 am: 04. November 2005, 14:32:50 »

Moin Jeanz,

tschulldjung,

ich habe das ironisch gemeint mit dem *Partner*, damit war natürlich die NASA gemeint.

Jerry

Offline EM

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 165
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #30 am: 05. November 2005, 19:03:33 »
Hallo Jeanz
Natürlich wäre ein Mondflug, wenn auch als vierte Raumfahrtnation, immer noch eine sehr grosse Leistung und würde unbestritten Knowhow bringen. Und man wäre unabhängig. Aber ich halte es im Moment nicht für finanzierbar. Der eigene bemannte Zugang ins All, der eine strategische Notwendigkeit ist, wird bereits genügend kosten. Deshalb lieber vorerst darauf konzentrieren und dabei auch bereits vorhandene Techniken nutzen und zusammenarbeiten.

Visionen (mal abgesehen von den Finanzen) hätte ich aber auch: Europa könnte sich Kernkompetenzen in neuen Nischen erarbeiten:
- robotische Missionen (sample return vom Mars, dann von Planetoiden, Merkur, echt heiss wäre eine Sample Return Mission bei der Venus). Diese höchsten Anforderungen an Technik und KI garantierten Europa einen Spitzenplatz und wären auch eine optimale Ausgangslage bei der robotischen Nutzbarmachung des Sonnensystems.
- Oder wie wärs mit der Entwicklung eines Touristentransportschiffes (event. wie Klipper), das mit Startrechten an private Firmen verkauft werden könnte (kein eigener Tourismusbetrieb durch ESA, sondern Entwicklung und Verkauf wie beim neuen Airbus).

Offline -eumel-

  • Raumcon Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 14711
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #31 am: 27. Februar 2006, 01:38:33 »
Wenn Jerry uns schon mit der Nase draufstößt, wollen wir diesen alten Thread auch wieder hoch holen! ;)

Es ist schon interessant, wie unterschiedlich die Wünsche der einzelnen Leute sind.
Wir gucken zuerst, wieviel Geld da ist, und sehen dann, was wir damit machen können.
Mist, das ist zu wenig! Da müssen wir Prioritäten setzen - und dann ist für jeden etwas anderes wichtig.
Der eine meint  'Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach!'.
Der andere sagt 'Scheuklappen auf und gleich nach den Sternen greifen!' - schließlich geht es hier um Raumfahrt!
Wahrscheinlich könnten wir selbst hier in diesem kleinen Forum keine Einigkeit erzielen.

Ich könnte mir vorstellen, daß eine solche Diskussion bei der ESA ähnlich ausfallen würde.
Aber die ESA kann nicht ziellos umherirren - deshalb ist ein langfristiges Programm sinnvoll.
Dieses Programm heißt Aurora, wurde zum Ende des vorigen Jahrhunderts erdacht und 2002 von 12 ESA-Mitgliedstaaten abgesegnet.

Das ist die Richtung, in die sich die europäische Raumfahrt in den nächten drei Jahrzehnten bewegen sollte.
Das ist kein fertiger, detailierter Fahrplan. Auf dem Weg dorthin wird man feststellen, daß noch zusätzliche Missionen erforderlich werden. Oder geplante Missionen erweisen sich als überflüssig, weil andere Raumfahrtnationen schneller waren. Die aktuelle Entwicklung der Raumfahrt kann sicherlich zu Änderungen in solch einer langfristigen, groben Planung führen.

Völlig unmöglich ist es, einen Finanzierungs-Planung für so einen langen Zeitraum zu erstellen. Die Gelder müssen von einzelnen Staaten zusammengelegt werden, in denen vielleicht alle vier Jahre die Regierung wechselt. Keine Regierung kann heute beschließen, wieviel Geld die Regierung, die in dreißig Jahren an der Macht sein wird, an die ESA zu zahlen hat!
Bei der Finanzierung wird man sich also von Mission zu Mission hangeln müssen.

Genau das tut man auch:
Auf der ESA-Ministerratskonferenz am 5.und 6.Dezember 2005 in Berlin wurde von 14 Mitgliedstaaten die Mission ExoMars beschlossen. (Dänemark und Norwegen sind dazugekommen)
Die Finanzierung für diese Mission im Aurora-Programm ist gesichert!
Der größte Geldgeber ist Italien, gefolgt von Großbritannien, Frankreich, Deutschland,usw.

ExoMars wird 2011 mit einer Sojus-Fregat 2b von Kourou starten und 2013 mit Luftkissen und Bremsraketen auf dem Mars landen.

Es ist eine Rovermission, die dort weitermacht, wo andere aufgehört haben.
An Bord wird ein Bohrer sein, der bis zu 2 Meter tief in den Marsboden vordringen kann,
Beagle2 für organische Untersuchungen,
und ein Gasanalyse-Kit für Isotopen-Untersuchungen in der Atmosphäre und im Boden.

Außerdem wurden Vorbereitungen für die Mars Sample Return mission, die Bodenproben vom Mars zur Erde bringen soll, beschlossen. Planungsziel 2016.

Aurora lebt! Europa ist auf Kurs!

Ich weiss gar nicht, was Ihr habt! 8-)

Offline -eumel-

  • Raumcon Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 14711
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #32 am: 27. Februar 2006, 02:04:10 »
Ach ja - Hände weg von der ISS!
Vor wegen, man könnte dort Gelder abziehen und dafür lieber zum Mars fliegen, weil das doch ein schönere Ziel ist!

Die ISS hat mit Aurora nichts zu tun und hat auch einen anderen Finanzierungsplan.
Die ISS muß fertiggestellt (einschließlich Columbus), und dauerhaft als Forschungsstation betrieben werden.
Auch wenn bei der Grundlagenforschung nicht immer sofort *der Clown rausspringt*, bzw. *unten das Geld rausrieselt*, ist sie doch unentbehrlich.

Die europäischen Astronauten, die 2035 auf dem Weg zum Mars sind, werden froh darüber sein, daß ihre Lebenserhaltung, ihre Raumanzüge, ihre Fitnessgeräte, ihr Speiseplan, ihre medizinischen Behandlungsmethoden, usw. zuvor auf einer LEO-Station entwickelt und ausgiebig getestet wurden.
So wissen sie beispielsweise auch, wie man z.B. ein Feuer in der Schwerelosigkeit löscht und haben den speziellen Feuerlöscher dabei! ;)

Offline Tobias Kolkmann

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 614
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #33 am: 27. Februar 2006, 06:51:17 »
Apopros finanzielle Mittel:
Kann mir jemand sagen wie viel Geld die ESA ungefähr jährlich zur Verfügung hat und welcher Teil davon aus Deutschland kommt? Eine 9 Jahre alte Angabe besagt, dass in D. 10[ch8364] pro Jahr pro Kopf für die Raumfahrt ausgegeben werden, aber ich denke nur ein Teil des Geldes wird in die ESA fließen. Die Bürger der USA bezahlen dann, wenn ich mir allein die 17 Mrd. Dollar anschaue, die die NASA  zur Verfügung stehen hat, wesentlich mehr.
« Letzte Änderung: 27. Februar 2006, 15:36:51 von Tobias_Kolkmann »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #34 am: 27. Februar 2006, 07:16:38 »
Moin Tobias,

ich habe da neue Daten, leider nur als PDF-Datei auf meinem anderen Rechner.

Die lade ich runter und schicke sie Dir per e-mail.


Falls noch jemand Interesse hat, der sollte sich bei mir über PN melden.

Wenn ich Zeit habe, dann starte ich einen neuen Thread darüber, das könnte aber dauern.


Jerry
« Letzte Änderung: 27. Februar 2006, 07:18:58 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #35 am: 27. Februar 2006, 21:55:55 »
Moin Tobias,

die Daten sind über e-mail an Dich raus.



Jerry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #36 am: 24. März 2006, 12:36:14 »
Moin,

zum *AURORA-Projekt* sagt die ESA:

Eurobotica
Der ERA (europäische Roboter-Arm) ist nicht das einzige europäische Vorhaben, in dem Robotik eine entscheidende Rolle spielt. Neben allgemeiner Robotertechnologie entwickelt die ESA derzeit den ersten europäischen Rover, der auf dem Mars landen soll. Dieser Rover, dessen Start für 2011 geplant ist, ist eine Schlüsselkomponente der Mission ExoMars, der Flaggschiff-Mission des ESA-Weltraumexplorationsprogramms Aurora.

Darüber hinaus ist ein neues intelligentes Unterstützungssystem für Astronauten im Weltraum namens Eurobot geplant. Mit Hilfe einer Struktur mit der Bezeichnung „Exoskelett“ werden Astronauten den Eurobot mittels virtueller Realität steuern können.



Jerry
« Letzte Änderung: 24. März 2006, 12:37:59 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Bewertung: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #37 am: 09. April 2006, 03:52:37 »
Moin,

zu *MSR* (Mars Sample Return) im Rahmen des ESA-Aurora-Projektes gibt es von unserem Autor Eric Honstraß einen interessanten Artikel >>>

Ausserdem gibt es noch den ESA-Artikel zu diesem Thema >>>

Jerry
« Letzte Änderung: 09. April 2006, 04:04:43 von H.J.Kemm »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: ESA *AURORA-Projekt*
« Antwort #38 am: 18. November 2006, 17:14:31 »
Moin,

Die europäische Raumfahrtmission "ExoMars" mit der Landung eines Roboters auf dem Roten Planeten wird verschoben - und teurer. Dafür sollen die Nutzlast für die Suche nach Lebensspuren und der Erkenntnisgewinn größer sein (WELT.de/wom).

Paris - Dies zumindest sehen die Pläne der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) vor, die jedoch vom Ministerrat der Esa-Partnerländer genehmigt werden müssen.
Bislang war vorgesehen, dass die Mission Mitte 2011 startet, zwei Jahre später sollte der Rover landen. Eine Sojus-Rakete würde die Sonde von Baikonur aus in den Weltraum bringen. Nun wolle man die Sonde jedoch erst im Dezember 2013 mit einer Ariane-5-Rakete von Kourou aus starten, sagte Marcello Coradini, Direktor für Missionen im Sonnensystem der Esa, dem britischen Sender BBC. Der Vorteil des Arianestarts läge darin, dass diese Rakete eine größere Nutzlast transportieren kann. Zum einen hatten Esa-Forscher schon geklagt, dass die geplante Nutzlast nicht ausreiche, um all die Geräte zum Mars zu bringen, die wissenschaftlich Sinn machen.
Außerdem könnte die Ariane zusätzlich einen Orbiter (eine Basisstation in der Umlaufbahn) zum Roten Planeten bringen. Der soll den Funkkontakt zur Erde halten. Bisher war geplant, dass dies die amerikanische MRO-Sonde übernimmt, die den Mars bereits umkreist. Allerdings ist nicht 100-prozentig sicher, dass sie 2013 auch tatsächlich noch funktionsfähig ist. Ein neuer Orbiter wäre die sicherere Lösung. Durch die Erhöhung der Nutzlast würden die Kosten, so Coradini, von 500 auf 800 Millionen Euro steigen - was der Ministerrat absegnen muss.


Jerry

Tags: