Navigation

Raumcon-Seiten

Benutzer im Chat: 9

22. September 2019, 20:15:47
Raumcon
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren. Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Neuigkeiten: Unsere neue Tasse zu SpaceX - Beyond Frontiers im Raumcon-Shop
   Erweiterte Suche

Autor Thema: Röntgenteleskop eRosita  (Gelesen 8828 mal)

Offline tobi

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 20281
  • EU-Optimist
Röntgenteleskop eRosita
« am: 31. März 2007, 11:54:23 »
Heute ist der Startschuss für das Röntgenteleskop eRosita gefallen:

Pressemitteilung vom DLR:
Zitat
Auf der Jagd nach der Dunklen Energie - Startschuss für Röntgenteleskop eRosita gefallen
30. März 2007

Raumfahrtagentur DLR finanziert Entwicklungsarbeit am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik ab Monatsbeginn


Man sieht sie nicht, man spürt sie nicht – und doch ist sie so stark, dass sie das Universum auseinander treibt: Es geht um die Dunkle Energie, bisher weitgehend unerforscht. Nach diesem geheimnisvollen Stoff soll das Röntgenteleskop eRosita (extended Roentgen Survey with an Imaging Telescope Array) ab 2011 aus der Erdumlaufbahn fahnden. Der Grundstein für das internationale Projekt wurde vergangene Woche in Moskau gelegt, die Mittel für die Forscher aus München fließen nun zum 1. April 2007.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit der Zuwendung von 21 Millionen Euro den Weg für eRosita freigemacht. Die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching bei München können nun mit der Entwicklung des anspruchsvollen Röntgenteleskops beginnen. Bereits am 23. März 2007 war in Moskau zwischen DLR und der russischen Agentur Roskosmos eine Vereinbarung, ein so genanntes Memorandum of Understanding, unterzeichnet worden. Damit ist sichergestellt, dass das deutsche Röntgenteleskop auf einem russischen Satelliten fliegen kann.

"Mit diesem anspruchsvollen und ehrgeizigen Projekt bauen wir in Deutschland unsere international starke Stellung in der Röntgenastronomie weiter aus", erklärte DLR-Vorstandsmitglied Dr. Ludwig Baumgarten. "Die hohen Standards und die enorme wissenschaftliche Erkenntnis, die wir bereits in der Vergangenheit mit der Mission Rosat und den Beteiligungen an XMM Newton und Chandra gesetzt und erworben haben, werden nun nochmals übertroffen", fügte er hinzu.

„Ein lange gehegter Traum wird Wirklichkeit!“, sagt Prof. Günther Hasinger, leitender Wissenschaftler des Projekts und Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. Der Galaxien-Späher soll die Tradition deutscher Astronomen bei der Beobachtung des Röntgenhimmels fortsetzen, die im Jahr 1990 mit dem ebenfalls am MPE entwickelten Satelliten Rosat begonnen hatte. Am Bau von eRosita wirken wissenschaftliche Institute ebenso mit wie die Industrie.

Deutsches Röntgenteleskop auf russischem Satelliten

Schematische
zum Bild Schematische Zeichnung des eROSITA Teleskops

Das Röntgenteleskop aus Deutschland wird auf dem russischen Satelliten Spektrum-Röntgen-Gamma (SRG) installiert. Es besteht aus sieben einzelnen Spiegelsystemen mit knapp 36 Zentimetern Öffnung und jeweils 54 ineinander geschachtelten Spiegelschalen, die den gesamten Himmel parallel durchmustern werden. Die Kombination aus Sammelfläche, Gesichtsfeld und Auflösungsvermögen ist bisher unerreicht.
Im Brennpunkt jedes Röntgenspiegels sitzt eine CCD-Kamera (Charge Coupled Device). Die sieben elektronischen "Augen" müssen während des Betriebs auf eine Temperatur von minus 80 Grad Celsius gekühlt werden. In den Kameras steckt Know-how aus dem Halbleiterlabor, das die Max-Planck-Institute für Physik und extraterrestrische Physik in München unterhalten und aus dem die weltweit empfindlichsten Röntgendetektoren stammen – etwa für den europäischen Satelliten XMM-Newton und die beiden US-amerikanischen Marsrover Spirit und Opportunity.

Dunkle Energie und Dunkle Materie weiterhin im Dunkeln

Wie ist das Universum entstanden? Wie sieht seine Zukunft aus? Was lehrt uns Geburt und Entwicklung von Galaxien über die Dynamik des Weltalls? Diese Fragen beschäftigen die Astrophysiker zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Und erst seit kurzem wissen sie, dass sie lediglich vier Prozent des Kosmos sehen. Etwa 73 Prozent der mittleren Energiedichte des Universums stecken in der Dunklen Energie, weitere 23 Prozent bestehen aus nicht-baryonischer Dunkler Materie (exotische Teilchen aus der Zeit des Urknalls). Die Eigenschaften der beiden "Stoffe" sind noch weitgehend unbekannt. Hier setzt die Mission eRosita an: Der Satellit soll die unterschiedlichen Anteile der kosmischen Energiedichte mit bisher unerreichter Genauigkeit bestimmen.

Über 100.000 Galaxienhaufen im Visier - Röntgenteleskop eRosita

Dazu wird eRosita rund 100.000 Galaxienhaufen unter die Lupe nehmen, also Ansammlungen von Tausenden einzelnen Milchstraßensystemen. Die fliegende Sternwarte registriert die Röntgenstrahlung des heißen Gases, das sich jeweils im Zentrum eines Galaxienhaufens ansammelt. Die Beobachtungen geben die räumliche Verteilung der großräumigen Strukturen aber nicht nur zum gegenwärtigen Zeitpunkt wieder; weil die Haufen sehr weit entfernt sind und das Licht entsprechend lange braucht, um von diesen Objekten zu uns zu gelangen, bedeutet ein Blick in die Ferne gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit.

Aus dem Vergleich mit der Gegenwart, also aus der Beobachtung nahe gelegener Haufen, können die Astronomen auf die zeitliche Variation der Strukturen schließen – und damit auf die Rolle der Dunklen Energie, die als treibende Kraft hinter der Veränderung steckt. "Die Auswirkungen der Dunklen Energie sind extrem schwach und werden erst auf sehr großen Skalen wirksam, so dass man praktisch das ganze sichtbare Universum braucht, um sie zu studieren: Und genau das leistet eRosita", sagt Hasinger.

Start 2011 – Viele Partner beteiligt

eRosita soll im Jahr 2011 von Baikonur aus an Bord des russischen Satelliten Spektrum-Röntgen-Gamma (SRG) mit einer Soyus-Fregat-Rakete auf eine 600 Kilometer hohe Erdumlaufbahn gebracht werden und mindestens fünf Jahre im All arbeiten.
An dem Projekt sind zahlreiche Institutionen und Firmen beteiligt: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und Max-Planck-Institut für Astrophysik, beide aus Garching bei München, Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen, Astrophysikalisches Institut Potsdam, Universitätssternwarte Hamburg, Remeis-Sternwarte Bamberg, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Roskosmos und Space Research Institute, beide aus Moskau, Kayser-Threde GmbH, Carl Zeiss AG und Medialario (Italien).


« Letzte Änderung: 31. März 2007, 12:02:33 von tobi453 »
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tobi

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 20281
  • EU-Optimist
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #1 am: 18. August 2009, 16:08:21 »
Zitat
Röntgenteleskop eROSITA: DLR und Roskosmos unterzeichnen Vereinbarung in Moskau
18. August 2009


Das deutsche Röntgenteleskop eROSITA (extended ROentgen Survey with an Imaging Telescope Array) soll ab 2012 mit sieben elektronischen "Augen" nach schwarzen Löchern und Dunkler Energie fahnden. Am 18. August 2009 unterzeichneten während des Internationalen Luft- und Raumfahrtsalons MAKS in Moskau Vorstandsmitglieder des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Leiter der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos eine detaillierte Vereinbarung, in der alle organisatorischen und technischen Randbedingungen für das Vorhaben eROSITA festgelegt sind.
 
Bereits im März 2007 wurde in einem Memorandum of Understanding die grundsätzliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit in diesem Projekt zwischen den Agenturen definiert.

"Dieses wissenschaftlich hoch anspruchsvolle Vorhaben ist ein Leuchtturm-Projekt wissenschaftlicher Zusammenarbeit im Weltraum zwischen Russland und Deutschland", erklärte der DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Johann-Dietrich Wörner. Wörner sagte weiter: "Ich gehe davon aus, dass wir mit dieser Kooperation auf die Erfahrungen der Vergangenheit, nicht nur in der unbemannten Raumfahrt, zurückgreifen können".

eROSITA wird 2012 an Bord des russischen Satelliten Spektrum Röntgen Gamma (SRG) vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus in den Orbit gebracht. Eine Sojus-Fregat-Rakete bringt den Satelliten in eine Bahn um den Lagrangepunkt L2. Dieser von der Sonne aus gesehene circa 1,5 Millionen Kilometer hinter der Erde gelegene Punkt eignet sich besonders gut als Basis für astrophysikalische Beobachtungen. Auch die europäischen Weltraumteleskope Herschel und Planck befinden sich seit Mai 2009 auf ähnlichen Umlaufbahnen. Von hier aus wird eROSITA sieben Jahre lang den gesamten Himmel beobachten und mehrfach durchmustern.

eROSITA: Der Dunklen Energie auf der Spur

Seit dem Urknall dehnt sich das Universum immer mehr aus. Eigentlich sollte diese Expansion durch die Schwerkraft der Materie verlangsamt werden. Doch angetrieben durch die so genannte Dunkle Energie wird die Expansion schneller. Das physikalische Phänomen "Dunkle Energie" ist weitgehend ungeklärt. Licht in das Dunkel soll eROSITA bringen. Das Röntgenteleskop wird unter der Federführung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) gebaut.

"Die international starke Stellung in der Röntgenastronomie, die wir in Deutschland durch die Mission Rosat und die Beteiligungen an XMM-Newton (X-ray Multi-Mirrow) und Chandra (Chandra X-Ray Observatory) gewonnen haben, wird durch dieses anspruchsvolle Projekt weiter ausgebaut", erklärte DLR-Vorstandsmitglied Gerold Reichle. "Die Ergebnisse der Mission eROSITA werden der internationalen Wissenschaftlergemeinde wertvolle neue Erkenntnisse zum tieferen Verständnis der Vorgänge im Universum liefern", sagte Reichle weiter.

Das deutsche Teleskop eROSITA soll ein neue Star am Himmel werden

Der Bau des Teleskops eROSITA begann 2007, da insbesondere die Fertigung der Spiegel und der Kameras lange Zeit in Anspruch nehmen. "45 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker sind alleine am MPE mit der Entwicklung und dem Bau beschäftigt", sagt Dr. Peter Predehl, leitender Wissenschaftler des Projekts vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und fügt hinzu: "eROSITA ist sowohl wissenschaftlich als auch technologisch weltweit ein Spitzeninstrument der Röntgenastronomie".

Das deutsche Röntgenteleskop besteht aus sieben einzelnen Spiegelsystemen mit knapp 36 Zentimeter großen Öffnungen für den Lichteinfall und jeweils 54 ineinander geschachtelten Spiegelschalen, die den gesamten Himmel parallel durchmustern werden. Die Kombination aus Sammelfläche, Gesichtsfeld und Auflösungsvermögen ist bisher unerreicht. Im Brennpunkt jedes Röntgenspiegels sitzt eine speziell für eROSITA entwickelte CCD-Kamera (Charge Coupled Device). Die sieben elektronischen "Augen" müssen während des Betriebs auf eine Temperatur von mindestens minus 80 Grad Celsius gekühlt werden. In den Kameras steckt das Know-how aus dem Halbleiterlabor, das die Max-Planck-Institute für Physik und extraterrestrische Physik unterhalten, und aus dem die weltweit empfindlichsten Röntgendetektoren stammen - etwa für die europäischen Raumsonden XMM-Newton und Rosetta sowie die beiden US-amerikanischen Mars-Rover Spirit und Opportunity.


Röntgenastronomie - Wissenschaft per Exzellenz

Doch wie soll mit dem Röntgenteleskop eROSITA die Dunkle Energie, die ja unsichtbar ist und sich nur auf riesigen Entfernungen bemerkbar macht, erforscht werden? Dazu soll eROSITA etwa 100.000 Galaxienhaufen vermessen, die durch die Strahlung des heißen Gases, das sich in ihren Zentren angesammelt hat, für das Röntgenteleskop sichtbar sind. Ihre Verteilung im Raum und deren Variation mit der Zeit - denn schließlich sehen wir aufgrund der endlichen Geschwindigkeit des Lichts diese Objekte in der Vergangenheit - sind der Schlüssel für die Analyse. Eigenschaften der Dunkeln Energie lassen sich daraus ableiten, zum Beispiel ob und wie sich ihr Anteil an der Energiedichte im Universum, die sie heute mit über 70 Prozent dominiert, im Laufe der kosmischen Evolution geändert hat. Letztendlich führen diese Untersuchungen zu grundlegenden Fragestellungen über unser Universum: Wie ist es entstanden? Wie alt ist das Universum? Wie sieht seine Zukunft aus?

Zahlreiche Institutionen und Firmen tragen dazu bei, solche Fragen zu beantworten: die Max-Planck-Institute für extraterrestrische Physik und für Astrophysik, das Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen, das Astrophysikalische Institut Potsdam, die Universitätssternwarte Hamburg, die Dr. Remeis-Sternwarte in Bamberg, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Roskosmos und das Space Research Institut aus Moskau, Kayser-Threde GmbH, Carl Zeiss AG und Media Lario Technologies (Italien).

Quelle:
http://www.dlr.de/DesktopDefault.aspx/tabid-1/86_read-19140/
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline James

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1402
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #2 am: 19. August 2009, 11:20:39 »
Hoila

ROSITA (nicht "e") war übrigens mal als Nutzlast für die obere seitliche externe Columbus Plattform vorgesehen....

Zitat
EuTEF and SOLAR will be launched atop a ‘lite’ version of the Integrated Cargo Carrier on the 1E Flight. The next launch opportunity ACES and EXPORT. Future payloads, however, are already under study: Lobster, EUSO, ROSITA and
RapidEye.
Zitat
ROentgen Survey and Imaging Telescope Array (ROSITA)
ROSITA will perform an all-sky survey and imaging in the medium-energy X-ray range up to 10 keV with an unprecedented spectral and angular resolution.The main scientific goals are to identify all obscured accreting black holes in nearby galaxies and distant active galactic nuclei, to detect the hot intergalactic medium of several ten-thousand galaxy clusters and to study in detail the physics of galactic X-ray sources, like supernova remnants and X-ray binaries.
The telescope will be supplied by MPE of Garching (D) and consist of a replica of the Wolter-1 mirror system already flown on the Abrixas satellite and a novel detector system currently under development (though based on XMM-Newton’s pn-CCD technology).Major improvements of the new camera are a higher time and energy resolution and significantly reduced ghost images. The accommodation feasibility of this large payload (about 1m diameter, 2.5 m length and 380 kg
mass) on the upper starboard EPF position was shown by the
pre-Phase-A study performed by ESTEC’s Concurrent Design Facility.

Hat sich das erledigt, nachdem es anscheinend zu "e" weiterentwickelt wurde?
Vielleicht hat es einfach zulange gedauert.

Gruß, James

Offline Volker

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 918
    • Webseite
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #3 am: 16. November 2009, 18:54:01 »
Hallo,

ROSITA war ja urspruenglich ein Nachfolgeprojekt des gescheiterten Abrixas-Satelliten. Der startete 1999, aber wegen einer ungluecklichen Verkabelung der Start- und Betriebsbatterie, hat er niemals funktioniert. Danach wurde ueber ROSITA nachgedacht, und das sollte tatsaechlich auf der ISS installiert werden. Man hat dann aber bald herausgefunden, dass die ISS keine gute Plattform fuer ein Roentgenteleskop ist. Zum einen ist die ISS nicht wirklich stabil, aber vor allem wird dort zu viel ausgegast, man haette also keinen klaren Blick im Roentgenbereich.

eROSITA wurde dann als aehnliches Projekt, aber auf der russischen Spectrum-X Mission, wiederbelebt. Diesen Sommer haben Roskosmos und DLR nach laengerem hin und her nun endlich etwas verbindliches unterzeichnet. Es hakt aber wohl immer noch ein bisschen, denn die Russen sollen ein zweites Roentgenteleskop dazusteuern (eines fuer Einzelaufnahmen, waehrend eROSITA ja eine Himmelsdurchmusterung durchfuehrt). Nun munkelt man, dass es auf der russischen Seite an Geld fuer dieses Teleskop fehlt.

Interessanterweise war der Projektleiter fuer ABRIXAS uebrigens Guenther Hasinger. Nach dem Fehlschlag ist er dennoch Direktor des MPE in Garching bei Muenchen geworden. Und bevor er nun eROSITA im Trockenen hat, hat er der Astrophysik den Ruecken gekehrt und ist nun bei ITER. Man kann also auch mit einer verpatzten Mission Karriere machen  ;)

Gruss,
Volker 
Forschung aktuell: Das Neueste aus Wissenschaft und Forschung

Offline Kreuzberga

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 2914
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #4 am: 16. November 2009, 19:55:51 »
Man hat dann aber bald herausgefunden, dass die ISS keine gute Plattform fuer ein Roentgenteleskop ist. Zum einen ist die ISS nicht wirklich stabil, aber vor allem wird dort zu viel ausgegast, man haette also keinen klaren Blick im Roentgenbereich.

Die JAXA betreibt allerdings seit dem Sommer das Experiment MAXI: http://kibo.jaxa.jp/en/experiment/ef/maxi/

MAXI steht für Monitor of All-sky X-ray Image bildet den gesamten Röntgenhimmel einmal pro ISS-Orbit ab.

Bei Rossita sind die Anforderungen an eine störungsfreie Umgebung anscheinend höher.

Offline Volker

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 918
    • Webseite
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #5 am: 16. November 2009, 21:01:00 »
MAXI macht ja nur einen ein-dimensionalen Scan am Himmel (aus dem man dann allerdings eine Himmelskarte zusammensetzen kann). Das ist also im Grunde ein Detektor hinter einem einfachen Spalt, und das Scannen des Himmels gibt's kostenlos mit dem Umlauf der ISS um die Erde.
Ausserdem ist MAXI bei hoeheren Energien angesiedelt als eROSITA. Je haerter (energiereicher) das Roentgenband, desto weniger macht sich Absorption bemerkbar. MAXI ist eine der wenigen Beispiele, in denen man auf der ISS Astrophysik betreibt. MAXI kann durchaus RXTE/ASM ersetzen und erreicht, was Sensitivitaet angeht, beihnahe Swift/BAT und INTEGRAL/IBIS, wenn auch die Bildaufloesung und spektrale Aufloesung schlechter ist.

Gruss,
Volker
Forschung aktuell: Das Neueste aus Wissenschaft und Forschung

Offline Volker

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 918
    • Webseite
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #6 am: 08. September 2015, 12:30:22 »
Hallo,

der Start von Spektrum-RG mit eROSITA an Bord hat sich inzwischen bis auf März 2017 verschoben.

Interessanterweise war der Projektleiter fuer ABRIXAS übrigens Günther Hasinger. Nach dem Fehlschlag ist er dennoch Direktor des MPE in Garching bei München geworden. Und bevor er nun eROSITA im Trockenen hat, hat er der Astrophysik den Rücken gekehrt und ist nun bei ITER.

Günther Hasinger hat übrigens auch die Plasmaphysik wieder verlassen und ist seit 2011 Direktor des Instituts für Astronomie (IfA) der Universität Hawaii.

Gruss,
Volker
Forschung aktuell: Das Neueste aus Wissenschaft und Forschung

Offline einsteinturm

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 544
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #7 am: 21. Januar 2017, 06:42:19 »
Scheint ja sehr gut vernetzt zu sein, der Herr Hasinger. Wenn es der Qualität dient!

Bei eRosita scheint es jetzt loszugehen:

 http://www.astronews.com/news/artikel/2017/01/1701-020.shtml

Online HausD

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 8509
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #8 am: 21. Januar 2017, 10:12:02 »
eRosita in Moskau

Das Europäische Raumteleskop eRosita wurde vorigen Freitag, d. 20.01.2017, per Flugzeug von Deutschland nach Russland geliefert.
Das Teleskop wird am 25. Januar an das NPO Lawotschkin zur Prüfung und Startvorbereitung geliefert, der Start soll im Frühjahr 2018 stattfinden.


Das Teleskop an Bord einer Boeing 747 der AirBridgeCargo                        Foto: Gazeta.ru

Gruß, HausD

Offline Schillrich

  • Raumcon Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 18520
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #9 am: 21. Januar 2017, 10:27:08 »
Im Transport sitzt so ein Gerät doch eher in einem Container verpackt im Flieger. Das Bild hier scheint aus einer Integrationshalle zu kommen. Oben an der Decke wirbt ein hübscher DEMAG-Schriftzug für einen Deckenkran.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

Offline bluemchen

  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 383
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #10 am: 21. Januar 2017, 19:44:22 »
Scheint ja sehr gut vernetzt zu sein, der Herr Hasinger. Wenn es der Qualität dient!

Bei eRosita scheint es jetzt loszugehen:
 http://www.astronews.com/news/artikel/2017/01/1701-020.shtml
Ja klar, kuck mal hier (das Original  ;) ): http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10212/332_read-20712/year-all/#/gallery/25462

Viele Grüße
Rainer

Offline Schillrich

  • Raumcon Moderator
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 18520
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #11 am: 23. Mai 2017, 12:53:16 »
Offenbar verschiebt sich der Start in Richtung Quartal 3/4 im nächsten Jahr. Eigentlich sollte es ca. im März losgehen.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

Offline Matjes

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 625
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #12 am: 02. Juni 2019, 13:05:11 »
Hallo

Bei unserem Besuch des Max Plank Instituts für extraterretrische Physik (Raumconn 2019)
wurde der Starttermin - 21.06.2019 - nachgefragt und bestätigt. Es geht also bald los.
Super.

https://www.mpe.mpg.de/7188761/news20190426?c=257887

und noch ein kurzes Zitat aus der Artikel:

In Baikonur wird die Spektr-RG-Raumsonde letzten Bodentests unterzogen und schließlich in die Trägerrakete integriert. Der Start ist für den 21. Juni 2019 mit einer Proton-M-Trägerrakete und der Oberstufe BLOCK-DM03 geplant. Mitglieder des eROSITA-Teams werden Anfang Mai die letzten Tests und Vorbereitungen für den Start durchführen.


Gruß von Matjes

Offline einsteinturm

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 544
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #13 am: 17. Juli 2019, 16:26:44 »
Also dann ab jetzt hier. Leider bietet die Seite vom mpi kaum Neuigkeiten, es wäre doch schön verfolgen zu können,  ob der Weg zum L gut verläuft. Ging bei Gaia doch auch!

Offline MpunktApunkt

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 2636
  • DON'T PANIC - 42
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #14 am: 17. Juli 2019, 18:36:27 »
Also dann ab jetzt hier....

Ich erwarte eigentlich wie bei den Planetensonden auch, die weitere Missionsbegleitung und die wissenschaftlichen Ergebnisse im Startthreat.
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

Offline Volker

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 918
    • Webseite
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #15 am: 24. Juli 2019, 12:02:51 »
Hallo,

die Abdeckung des eROSITA Teleskops ist nun geöffnet worden. Das Röntgenteleskop kann nun also 'sehen'. Siehe https://twitter.com/andmerloni/status/1153706853471346688 (mit Animation) und https://twitter.com/PeterPredehl/status/1153916359740461056

Gruß
Volker
Forschung aktuell: Das Neueste aus Wissenschaft und Forschung

Offline einsteinturm

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 544
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #16 am: 24. Juli 2019, 15:33:55 »
Sind Sie schon am L-punkt? :o

Sorry, im zweiten Tweet steht es ja, noch 700.000 km bis L-2

Online HausD

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 8509
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #17 am: 24. Juli 2019, 16:08:05 »
Ablauf der Annäherung


 Ankunft L2  -  03. November 2019                               Grafik: Roskosmos

Gruß, HausD

Offline DF2MZ

  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 388
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #18 am: 24. Juli 2019, 16:17:47 »
Leider sind bisher keine Bahndaten verfügbar die es erlauben würden das Ding funktechnisch zu beobachten.

Offline einsteinturm

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 544
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #19 am: 24. Juli 2019, 17:41:18 »
Kann man die Instrumente denn schon im Anflug testen?

Online HausD

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 8509
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #20 am: 25. Juli 2019, 12:49:05 »
Kann man die Instrumente denn schon im Anflug testen?   ...
Vorgesehen ist es.
02.08. - 12.09. ART-XC allein              13.10. - 03.11.  ART-XC  und eRosita gemeinsam

Es soll aber derzeit Probleme mit dem K.Band geben...

Gruß, HausD

Offline einsteinturm

  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 544
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #21 am: 06. August 2019, 14:27:57 »
First Light war laut Parallelthema. Was ist mit den Problemen im K-band?

Offline Rücksturz

  • Portal Redakteur
  • Gold Member
  • *****
  • Beiträge: 1756
Re: Röntgenteleskop eRosita
« Antwort #22 am: 11. September 2019, 19:37:28 »
"First Light für eROSITA auf SRG

Ein Blick in den extragalaktischen Himmel mit dem SRG-Observatorium: eROSITA öffnet sein erstes Auge. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE)."

Weiter in der gemeinsamen Pressemitteilung des MPE:
https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/11092019162047.shtml

Viele Grüße
Rücksturz
Ich bin über 50, das hat auch Vorteile.
Mein Hintern ist (gefühlt) breiter, passt mehr dran vorbei.

Tags: Teleskop