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  • Ariane5-ECA, BepiColombo, CSG ELA-3, 03:45MESZ: 20. Oktober 2018

Autor Thema: BepiColombo auf Ariane 5 ECA  (Gelesen 75672 mal)

Offline Steffen

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #150 am: 20. Oktober 2018, 04:13:17 »
BepiColumbo wurde abgetrennt und ist jetzt allein unterwegs. Es müssen noch Solarpanels und Antennen entfaltet werden.

Online -eumel-

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #151 am: 20. Oktober 2018, 04:13:28 »
Die Oberstufe hat BepiColombo gehörig beschleunigt:

Online -eumel-

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #152 am: 20. Oktober 2018, 04:29:30 »
Die Bodenstation in Australien empfängt Telemetrie von BepoColombo,
die einen guten Zustand bestätigt.

Offline fl67

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #153 am: 20. Oktober 2018, 04:29:44 »
Aus Post #0 von 2007:
Bei Bepi Colombo handelt es sich um eine Mission zum Planeten Merkur, die 2013 auf einer Soyuz 2-1b starten soll. Durchgeführt wird sie von der ESA und der JAXA. Die Sonde wird 2019 den Merkur erreichen. Die Kosten betragen 865 Millionen €.
Manchmal kommen die Dinge anders als man anfangs dachte....   ;D

Online -eumel-

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #154 am: 20. Oktober 2018, 04:42:08 »

Online -eumel-

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #155 am: 20. Oktober 2018, 04:47:22 »
Nach erfolgreichem Start ist BepiColombo auf dem Weg zum Merkur.

christian

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #156 am: 20. Oktober 2018, 04:52:31 »
Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Start :D :)

Offline Pirx

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #157 am: 20. Oktober 2018, 05:28:36 »
Via ESA:

"Pressemitteilung

Nr. 28-2018

Paris, 20. Oktober 2018

BepiColombo auf dem Weg zur Erforschung des Merkur

 Die ESA-JAXA-Mission BepiColombo zum Merkur ist am 20. Oktober um 3:45:28 Uhr MESZ an Bord einer Ariane‑5-Trägerrakete von Europas Raumflughafen Kourou aus zu ihrer spannenden Mission zur Erforschung der Geheimnisse des innersten Planeten unseres Sonnensystems gestartet.

Die um 4:21 Uhr MESZ von der Bahnverfolgungsstation New Norcia an das Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt weiter­geleiteten Signale bestätigen, dass der Start erfolgreich verlaufen ist.

BepiColombo ist ein Gemeinschaftsvorhaben der ESA und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA. Es ist außerdem Europas erste Mission zum Merkur, dem kleinsten und am wenigsten erforschten Planeten des inneren Sonnensystems, und die erste Mission, für die zwei Sonden auf den Weg gebracht werden, die zeitgleich einander ergänzende Messungen des Planeten und seiner dynamischen Umgebung vornehmen werden.

 „Der Start von BepiColombo ist ein riesiger Schritt für die ESA und die JAXA, und es steht eine Reihe großer Erfolge bevor“, kommentiert ESA-Generaldirektor Jan Wörner den Start. „Nach dem anspruchsvollen Flug wird diese Mission eine Fülle wissenschaftlicher Daten hervorbringen. Dank der internationalen Zusammenarbeit sowie jahrzehntelanger Anstrengungen und des Know-hows aller am Entwurf und am Bau dieses unglaublichen Geräts Beteiligten sind wir nun drauf und dran, den Geheimnissen des Planeten Merkur auf den Grund zu gehen.“

 „Glückwunsch zu dem erfolgreichen Start der Ariane‑5 mit unserer gemeinsamen ESA-JAXA-Mission BepiColombo zur Erforschung des Merkur“, sagt JAXA-Präsident Hiroshi Yamakawa. „Ich möchte meinen Dank für den hervorragenden Verlauf des Starts zum Ausdruck bringen. Die JAXA hat hohe Erwartungen, dass die anschließenden detaillierten Untersuchungen der Oberfläche und des Inneren des Merkur uns helfen werden, die Umgebung des Planeten und letztlich die Ursprünge des Sonnensystems und der Erde besser zu verstehen.“

BepiColombo besteht aus zwei Forschungssonden, dem Merkur-Planetenorbiter der ESA (MPO) und dem Merkur-Magnetosphären-Orbiter der JAXA (MMO), der auch als „Mio“ bezeichnet wird. Transportiert werden die beiden Orbiter auf ihrer Reise zum Merkur mit dem von der ESA gebauten Merkur-Transfermodul (MTM), das seine Energie aus solarelektrischem Antrieb, aber auch der Schwerkraft der Planeten bezieht. Das MTM wird einmal an der Erde, zweimal an der Venus und sechsmal am Merkur vorbeifliegen, bevor es Ende 2025 seinen endgültigen Orbit erreichen wird.

„Es liegt ein langer und spannender Weg vor uns, bevor BepiColombo mit der Erfassung von Daten für die Wissenschaftskreise beginnen wird“, meint Günther Hasinger, der ESA-Direktor für Wissenschaft, „aber Unterfangen wie die Rosetta-Mission mit ihren bahnbrechenden Entdeckungen zeigen uns noch Jahre nach ihrem Abschluss, dass sich bei komplexen wissenschaftlichen Explorationsmissionen das Warten auf jeden Fall lohnt.“

Die beiden Forschungssonden werden in der Lage sein, einige ihrer Instrumente bereits während der Flugphase zu betreiben, was einzigartige Gelegenheiten zur Sammlung wissenschaftlich wertvoller Daten in der Umgebung der Venus bietet. Darüber hinaus können mehrere speziell für bestimmte Untersuchungen des Merkur konzipierte Instrumente in der Nähe der Venus, die im Gegensatz zum Merkur mit seiner freiliegenden Oberfläche von einer dichten Atmosphäre umhüllt ist, auf völlig andere Art und Weise eingesetzt werden.

 „BepiColombo ist eine der komplexesten interplanetaren Missionen, die wie je in Angriff genommen haben“, sagt der Flugdirektor der ESA für BepiColombo, Andrea Accomazzo. „Eine der größten Herausforderungen ist die gewaltige Schwerkraft der Sonne, wegen der es schwierig ist, ein Raumfahrzeug in eine stabile Umlaufbahn um den Merkur einzubringen. Wir müssen ununterbrochen bremsen, um einen kontrollierten Fall in Richtung Sonne zu gewährleisten. Die Ionentriebwerke liefern den über lange Zeiträume während der Flugphase benötigten niedrigen Schub.“

Zu den Herausforderungen gehören auch die extremen Temperatur­unterschiede, denen die Raumfahrzeuge ausgesetzt sein werden und die von -180°C bis über 450°C – heißer als ein Pizzaofen – reichen werden. Viele der Mechanismen und äußeren Beschichtungen der Raumfahrzeuge wurden noch nie unter solchen Bedingungen getestet.

Auch das Gesamtdesign der drei Module zeugt von den rauen Bedingungen, die auf sie zukommen. Die großen Solarzellenflügel des Transfermoduls müssen durch Drehungen in den richtigen Winkel gebracht werden, um Strahlenschäden vermeiden, gleichzeitig jedoch genug Energie für die Raumfahrzeuge liefern zu können. Dank seines breiten Radiators ist der MPO in der Lage, effizient Wärme von seinen Untersystemen abzuleiten sowie Wärme zu reflektieren und den Planeten in geringerer Höhe als je zuvor zu überfliegen. Der achteckige Mio wird sich 15-mal pro Minute um seine eigene Achse drehen, um die Wärme der Sonne gleichmäßig auf seine Solarzellenflügel zu verteilen und Überhitzung zu vermeiden.

„Der Start unseres Raumfahrzeugs war ein Moment, den wir herbei­gesehnt haben“, freut sich der Projektleiter der ESA für BepiColombo, Ulrich Reininghaus. „Wir haben im Laufe der Jahre zahlreiche Hinder­nisse überwunden, und die Teams sind begeistert, dass BepiColombo nun auf dem Weg zum faszinierenden Planeten Merkur ist.“

Einige Monate vor der Ankunft am Merkur wird das Transfermodul abgetrennt, und die beiden Forschungssonden werden – nach wie vor miteinander verbunden – weiterfliegen, bis sie vom Schwerefeld des Merkur erfasst werden. Ihre Flughöhe wird mithilfe der Triebwerke des MPO verändert, bis die gewünschte elliptische polare Umlaufbahn des MMO erreicht ist. Anschließend wird sich der MPO abtrennen und unter Nutzung seiner Triebwerke auf seine eigene Umlaufbahn absteigen.

Die beiden Orbiter werden gemeinsam Messungen vornehmen, die Aufschluss über den inneren Aufbau des Planeten, die Beschaffenheit seiner Oberfläche und die Entwicklung geologischer Eigenschaften – darunter Eis in den im Schatten liegenden Kratern – sowie die Wechselwirkung zwischen dem Planeten und dem Sonnenwind geben werden.

„Ein einzigartiger Aspekt dieser Mission ist die gleichzeitige Überwachung des Planeten von zwei unterschiedlichen Standorten aus, was wirklich entscheidend zum Verständnis von Prozessen in Verbindung mit den Auswirkungen des Sonnenwinds auf die Oberfläche und die magnetische Umgebung des Merkur beiträgt“, erklärt der Projektwissenschaftler der ESA für BepiColombo, Johannes Benkhoff. „BepiColombo wird auf den Enthüllungen der Messenger-Mission der NASA und den von ihr aufgeworfenen Fragen aufbauen, um zum bislang besten Verständnis der Entwicklung des Merkur und des Sonnensystems beizutragen, was wiederum ausschlaggebend dafür sein wird, nachvollziehen zu können, wie in exoplanetaren Systemen in großer Nähe um ihren Stern kreisende Planeten entstehen und sich entwickeln.“

Über die ESA
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Europas Tor zum Weltraum, ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA hat 22 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Slowenien ist assoziiertes Mitglied.

Außerdem arbeitet die ESA förmlich mit sechs EU-Mitgliedstaaten zusammen. Im Rahmen eines Kooperationsabkommens nimmt auch Kanada an bestimmten ESA-Programmen teil.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Des Weiteren arbeitet sie eng mit der EU bei der Verwirklichung der Programme Galileo und Copernicus und mit EUMETSAT bei der Entwicklung von Meteorologiemissionen zusammen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie entwickelt und startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums. Außerdem führt sie ein umfangreiches Anwendungsprogramm zur Entwicklung von Erdbeobachtungs-, Navigations- und Telekommunikationsdiensten durch.

Mehr über die ESA: www.esa.int.
"

Gruß   Pirx
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Offline ZilCarSpace

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #158 am: 20. Oktober 2018, 06:59:01 »
Glückwunsch zum erfolgreichen Start.
Ich war mit meinem LaunchKakao leider ne Stunde zu spät.
Hab mir aber den Livestream ab 1:35 angesehen.
Es ist wirklich schön, die entspannten Gesichter und die Freude der beteiligten Köpfe zu sehen.
Einer der beteiligten sagte in der Reden, dass er schon über 20 Jahre an BepiColombo arbeitet.
Was für ein großer Tag für diese Leute, dass der Start erfolgreich war.

Ich wünsche ihnen, dass die nächsten 7 Jahre des Anfluges sowie die nachfolgenden 1 besser 2 Jahre der Erforschung ebenfalls so erfolgreich verlaufen.

LG
ZilCarSpace



Offline FlyRider

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #159 am: 20. Oktober 2018, 08:20:04 »
Endlich geht's los! Besser spät als nie. Könnte wirklich eine spannende Mission werden, überhaupt scheint die ESA / JAXA Zusammenarbeit schöne Früchte zu tragen: Hayabusa, Bepicolombo ... bitte weiter so  :)

Online RonB

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #160 am: 20. Oktober 2018, 09:18:49 »
Schön dass es Bilder von der Booster- und Fairingtrennung gibt  :D. Glückwunsch an die ESA !
Es recht zu machen Jedermann ist eine Kunst die Keiner kann.

Online MpunktApunkt

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #161 am: 20. Oktober 2018, 09:56:05 »
Schön dass es Bilder von der Booster- und Fairingtrennung gibt  :D. Glückwunsch an die ESA !

Hallo,

ich schau gerade die kurze Wiederholung. Zumindest schön, dass man zu Gunsten der Livebilder der Boosterabtrennung vom Boden aus, auf die Konserven der Boosterabtrennung von der Ariane aus verzichtet hat. ;) Bis jetzt wurde dieser Moment immer komplett mit Konserven überblendet. Die Abtrennung des Fairrings konnte man aber vom Boden aus nicht mehr erkennen (obwohl die Kamera drauf geblieben ist :) ). Da musste doch wieder die alte Aufnahme herhalten.

Viele Grüße und viel Erfolg an BepiColombo

Mario
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

Offline FlyRider

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #162 am: 20. Oktober 2018, 10:25:11 »
Ich suche schon länger nach Daten zum Transfer Modul.

Bisher hab ich rausgefunden, dass man ca. 14 kW elektrische Leistung hat und damit gleichzeitig zwei (von vier) der T6 Ionentriebwerke von QinetiQ betreiben kann. Die sind wohl jeweils für max. 5 kW ausgelegt und liefern max.  145 mN Schub, also zusammen ca. 290 mN. Der spezifische Impuls soll lt. Hersteller bei über 4000 s liegen… Respekt!  8)

Was ich nicht weiß: Wie viel Treibstoff, sprich Stützmasse, man dabei hat und welches deltaV man damit erreicht. Immerhin wiegt man momentan noch über 4 Tonnen und die 6 Merkur FlyBys bringen „nur“ 1,84 km/s. Da man ja mit einer hyperbolische Exzessgeschwindigkeit von 3,4 km/s rausgeht, kann man die wohl auch abziehen. Ich hab leider keine Ahnung von der komplexen Bahnmathematik, aber mein Gefühl sagt mir, dass der Antrieb da noch ordentlich zu tun hat, um das Ding abzubremsen. Es soll energetisch ja schwieriger sein, in den Merkur Orbit zu kommen, als zum Pluto.
Weiß jemand mehr? Danke vorab!
Stefan

Offline Lumpi

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #163 am: 20. Oktober 2018, 11:43:22 »
Endlich hat diese spannende Mission begonnen.  :) Leider hat man seinerzeit aus Kostengründen doch auf einen Lander nebst Mini-Rover verzichtet.  :(  Das wäre das i-Tüpfelchen der Mission gewesen, ich will jetzt hier aber nicht meckern...
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Online -eumel-

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #164 am: 20. Oktober 2018, 13:09:55 »

Online -eumel-

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #165 am: 20. Oktober 2018, 13:31:54 »
Was ich nicht weiß: Wie viel Treibstoff, sprich Stützmasse, man dabei hat und welches deltaV man damit erreicht. Immerhin wiegt man momentan noch über 4 Tonnen und die 6 Merkur FlyBys bringen „nur“ 1,84 km/s. Da man ja mit einer hyperbolische Exzessgeschwindigkeit von 3,4 km/s rausgeht, kann man die wohl auch abziehen. Ich hab leider keine Ahnung von der komplexen Bahnmathematik, aber mein Gefühl sagt mir, dass der Antrieb da noch ordentlich zu tun hat, um das Ding abzubremsen. Es soll energetisch ja schwieriger sein, in den Merkur Orbit zu kommen, als zum Pluto.
Weiß jemand mehr? Danke vorab!

Stimmt - eigentlich ist es nicht weit bis zum Merkur.
Dennoch dauert der der Flug 7 Jahre.
Neben den zahlreichen Planenten-Flybys dauer das langsame und wohldosierte Abbremsen beim Abstieg in Richtung Sonne so lange.

Dafür nutzt man die Elektro-Mobilität, ein Ionen Triebwerk.

Sie haben dafür 580 kg Xenon als Stützmasse dabei.

Die weltweite Jahresproduktion von Xenon beträgt 600 kg.
Es sind also in diesem Jahr nur noch 20 kg für andere Missionen übrig.

Das sagte Jan Wörner in seiner Rede nach dem Start ab 1:25:00 im Video:


https://www.youtube.com/watch?v=eoPyfwdRpAA 
Das ist der komplette Webcast

Offline FlyRider

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #166 am: 20. Oktober 2018, 13:57:02 »
@eumel. Merci. Da hast du aber wirklich genau zugehört  :D

Ich hab bei Bernd Leitenberger mal den Wert von 3,8 km/s deltaV gefunden, ansonsten aber keine weitere Bestätigung für diese Angabe. 3,8 km/s mit nur 580 kg Stützmasse bei ca. 4 Tonnen Abfluggewicht (die beiden Orbiter selbst haben dann immer noch deutlich über eine Tonne!) wäre wirklich sensationell!!

Dass es nur so wenig Xenon geben soll, kommt mir allerdings komisch vor.  ???

Online startaq

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #167 am: 20. Oktober 2018, 14:31:12 »
Sie haben dafür 580 kg Xenon als Stützmasse dabei.

Die weltweite Jahresproduktion von Xenon beträgt 600 kg.
Es sind also in diesem Jahr nur noch 20 kg für andere Missionen übrig.

Bezieht sich das nur auf Ionen-Triebwerke? Laut Wikipedia ist die Jahresproduktion Xenon 1998 5000-7000 m³ gewesen (entspricht 30000 bis 40000 kg). Auch in diesem Artikel der Universität Ulm steht 6 bis 8 Millionen Liter, was 35000 bis 50000 kg entspricht.

Offline Doc Hoschi

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #168 am: 20. Oktober 2018, 14:35:52 »
Eben, fand es auch seltsam, dass die Meinungen zur jährlichen Produktion von Xenon zwischen der NASA und der ESA unterschiedlicher kaum sein können:  https://ntrs.nasa.gov/archive/nasa/casi.ntrs.nasa.gov/20150023079.pdf

Die NASA spricht von 53t pro Jahr.

Edit: Wahrscheinlich hat Herr Wörner schnell noch den Wert nachgegoogelt, denn auf die 600kg stolpert man tatsächlich einige Male im Netz. Siehe z.B. hier: http://www.uniterra.de/rutherford/ele054.htm
Peinlich, so ein öffentlicher Fauxpas!
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

15062018

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #169 am: 20. Oktober 2018, 15:46:17 »
Zitat
Die weltweite Jahresproduktion von Xenon beträgt 600 kg


So ein quatsch...

Offline Progress100

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #170 am: 20. Oktober 2018, 15:58:27 »
Ich hab es hier noch nicht gelesen (oder übersehen ?)
Startzeit war 01:45:35.3 (UTC)
Startmasse 4081 kg
Hold on to your dreams !

Offline aasgeir

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #171 am: 20. Oktober 2018, 16:56:34 »
Zur Effektivität von Ionentriebwerken (SEP) :
hier mal zum Vergleich die Zahlen für DAWN (d.h. Stand der Technik von ~2005)
 - Stützmasse Xenon      425   kg
 - delta v damit                   11 km/s bei
 - Startmasse                 1 217 kg (747 kg trocken + 425 kg Xenon + 45,6 kg Hydrazin)
 - Leistung Solar Arrays    10,3 kW@1 AU (BoL) bzw 1,3 kW @ 3 AU (EoL)

   Quelle : http://spaceflight101.com/spacecraft/dawn-spacecraft-mission-overview/

Offline Xerron

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #172 am: 20. Oktober 2018, 17:19:18 »
Zur Effektivität von Ionentriebwerken (SEP) :
hier mal zum Vergleich die Zahlen für DAWN (d.h. Stand der Technik von ~2005)
 - Stützmasse Xenon      425   kg
 - delta v damit                   11 km/s bei
 - Startmasse                 1 217 kg (747 kg trocken + 425 kg Xenon + 45,6 kg Hydrazin)
 - Leistung Solar Arrays    10,3 kW@1 AU (BoL) bzw 1,3 kW @ 3 AU (EoL)

   Quelle : http://spaceflight101.com/spacecraft/dawn-spacecraft-mission-overview/

Zur Vollständigkeit: Die Sonde verfügt über drei NSTAR-Ionentriebwerke mit einem spezifischen Impuls von 3100 s und einen Schub von 90 mN!

Also ein Technologiesprung von ca. 1000s. Wenn das mal nichts ist!

Quelle: Wikipedia Fachartikel Englisch

Offline MillenniumPilot

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #173 am: 20. Oktober 2018, 17:57:11 »
Nur mal so als Laie gefragt, ergeben sich die 7 Jahre Flugzeit aus der Tatsache, dass die Sonden zum Verlassen des Erdorbits mit anschliessendem “Sturzflug” zur Sonne die Sonden viel zu schnell werden und deshalb aufwendig abgebremst werden muessen? Und zweite Frage, 7 Jahre ist ziemlich lang, halten die Solarpanels so lange durch? Ich meine auf der Erde kein Problem, aber so nah an der Sonne?

Offline FlyRider

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Re: BepiColombo auf Ariane 5 ECA
« Antwort #174 am: 20. Oktober 2018, 18:19:55 »
Nur mal so als Laie gefragt, ergeben sich die 7 Jahre Flugzeit aus der Tatsache, dass die Sonden zum Verlassen des Erdorbits mit anschliessendem “Sturzflug” zur Sonne die Sonden viel zu schnell werden und deshalb aufwendig abgebremst werden muessen? Und zweite Frage, 7 Jahre ist ziemlich lang, halten die Solarpanels so lange durch? Ich meine auf der Erde kein Problem, aber so nah an der Sonne?

Das mit dem Sturzflug trifft es wohl ziemlich genau. Nachdem die Leistung der Triebwerke alleine für die Bremsung nicht ausreicht, macht man 9 Fly-Bys - in dem Fall eben nicht um schneller zu werden, sondern langsamer. Ich denke, dass das der Hauptgrund für die lange Flugzeit ist.

Die Solarpanelen sind extra temperaturbeständig ausgelegt worden, zudem werden sie in Sonnennähe gedreht, sie zeigen also nicht wie üblich im 90 Grad Winkel zur Sonne, sondern je nach Abstand in wesentlich "flacheren" Winkeln.

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