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Autor Thema: Trägerrakete Angara  (Gelesen 149248 mal)

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #200 am: 23. Oktober 2012, 20:52:42 »
websquit:

Zitat
Der Preis liegt laut Iswestija bei 250 Mio Rubel pro Triebwerk. Das entspricht umgerechnet 6,4 Mio Euro. Billig wird die Angara damit nicht...


Die Angaben sind korrekt. Mit der Serienfertigung kann der Preis auch nach unten gehen. Die weitere Entwicklung des RD-191 hat aber auch seinen Preis, es müsste also so bleiben.

Ja, die Angara ist ein teuerer und nicht mehr zeitgerechter Träger. Fakt ist das 50 Prozent der Startkosten auf die erste Raketenstufe entfallen. Wir haben also bei der Angara-5 mit Triebwerkskosten für einen Start mit über 1,25 Milliarden Rubel zu tun. Bei der RUS-M sind die Kosten um die hälfte billiger. Nach dem heutigen Stand der Raketentechnologie ist die Energia-K für eine Nutzlast bis 25 Tonnen das Maß aller Dinge. Bei nur 15 Jährlichen Starts des Trägers hätten wir eine Einsparung bzw. ein Gewinn von rund 10 Milliarden Rubel.

Mit neuartigen Technologien, die zur Optimierung der aktiven Arbeit der Triebwerke zum Einsatz kommen, ist es möglich mit der gleicher Schubleistung die Nutzlast  bis zu 25% zu erhöhen. 
Eine andere Möglichkeit die Nutzlast zu steigern und die Kosten zu senken ist die Verwendung von hocheffizienten und sehr billigen Treibstoff. Die entspechenden Arbeiten laufen in Skolkovo als auch bei NPO Energomasch. Der Treibstoff (es ist nicht Methan) hat einen Isp um die 390s, hohe Dichte und ist um die 2000%  billiger als Wasserstoff und ist für alle Träger vorgesehen. Bis 2020 ist die Finanzierung  als auch der erste Raketenstart zugesichert und fest eingeplant.

Offline Martin

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #201 am: 24. Oktober 2012, 12:32:49 »
Hallo,

zu neuartigen Treibstoffen wird jetzt unter Neue chemische Treibstoffe diskutiert.

Cheers,

Martin
Dein Posting kommt ohne Sand nicht an sein Ziel. Wir sind überall. Deine Geo- & Montanwissenschaften | www.wir-sind-ueberall.de

websquid

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #202 am: 24. Oktober 2012, 12:48:51 »
Bei der RUS-M sind die Kosten um die hälfte billiger.
Diese Aussage würde ich doch sehr bezweifeln.
Ausgehend vom dem, was die USA derzeit bezahlen müssen, kostet ein RD-180 wohl etwas um die 300 Mio Rubel. 3 RD-180 gegen 5 RD-191 wären also 900 Mio gegen 1250 Mio - sind "nur" 350 Mio Einsparung, da man beim RD-191 durch Serienfertigung wohl eher mehr einsparen könnte als beim bereits in Serie gefertigten RD-180 langfristig sogar eher weniger.

Dazu kommt noch die zweite Stufe - auch wenn ich es quantitativ nicht beziffern kann ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass eine Wasserstoff-Stufe mit 4 RD-0146E teurer ist als eine Kerosin-Stufe mit einem RD-0124A. Es hat schon seinen Grund, dass die Rus-M von staatlicher Seite eingestellt wurde (auch wenn das wohl ein paar beteiligten Ingenieuren nicht passt... naja träumen ist ja erlaubt).

Was die Energija-K betrifft: Das wird nix. Eine nur zu 40% russische Rakete wird nicht von staatlicher Seite unterstützt werden. Selbst wenn sich das betriebswirtschaftlich lohnen würde - aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre es Blödsinn.

Sehen wir der Realität ins Gesicht: Die Angara wird die letzte "klassische" Trägerrakete Russlands sein. Danach reden wir dann über komplett neue Technologien (wiederverwendbares MRKS, Acetam-Raketen oder ähnliches)

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #203 am: 24. Oktober 2012, 13:44:58 »
An websquid,

deine Aussagen sind aber nicht ganz zutreffend, die Zahlen stamen von der russischen Seite und der Grund für RUS-M Absage ist auch reproduzierbar.

Mehr dazu noch heute im russischen Thread.



jakda

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #204 am: 05. November 2012, 08:43:23 »
Auf der Seite von Khrunichev wird am 23.10.2012 vom erfolgreichen Abschluss der Tests der Oberstufe
berichtet, wie axiale Steifigkeit bei max. Belastung, oder Dehnungen und Spannungen bei der Betankung.
Die Tests wurden mit dem Baumuster A13 - A5A2S durchgeführt.
Quelle:
http://www.khrunichev.ru/main.php?id=1&nid=2630




websquid

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #205 am: 18. November 2012, 00:33:18 »
NPO Energomash hat am 14.11. den vierten von sechs geplanten Zertifizierungstests für in Woronesh gefertigte RD-191 erfolgreich durchgeführt. Die geplante Testdauer von 330s wurde problemlos erreicht.

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #206 am: 04. Dezember 2012, 16:47:26 »
Erste Laserzündung eines Raketentriebwerks in Russland

Am 30 November 2012 wurden in KBCHA Brennstand in Woronesch zum ersten Mal in Russland  erfolgreiche Tests eines Raketentriebwerks mit einer Laserzündung durchgeführt. Die Tests wurden in Rahmen der Arbeiten an der Dvina-KWTK mit dem H2 Triebwerk RD-0146D und der Laserzündung LS3 in Zusammenarbeit mit Keldysch Zentrum durchgeführt. Verwendet wurde eine Pilot-Version LS3 bestehend aus Laser Kerzen mit einen kleine laser LTI-140/10/10. Als Treibstoff fungierte flüssiger Sauerstoff und Wasserstoff.

Die Testergebnisse haben bestätigt und gezeigt über die mögliche Verwendung von Laserzündsystemen in Raketentriebwerken einschließlich die direkte Zündung des Kraftstoffs in der Brennkammer.

http://www.kbkha.ru/?p=17&news_id=111

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #207 am: 05. Dezember 2012, 08:46:18 »
Ende für Baiterek

Das Russisch-Kasachisch-Projekt Baiterek, der den Bau eines Startkomplexes für die Angara in Baikonur vorsah, wurde nach den Worten von Kazkosmos Führer Talgat Musabayev gestoppt. 

Nach seinen Worten möchte die kasachische Seite das Projekt auf einen anderen Träger, zum Beispiel Zenit, aber fortsetzen. In der nächsten Zeit werden ernsthafte Gespräche in allen Bereichen, einschließlich der technischen und rechtlichen Aspekte mit Russland geführt. 

Der Grund für die Absage, wie ich schon öfter schrieb, ist der sehr hohe Preis der sich heute auf rund 1,9 Mrd $ beläuft, als auch die explizite Opposition von russischer Seite zur Kofinanzierung des Projekts. Die russische Haltung ist aber sehr verständlich und der Bau des Angara Startkomplexes auf dem Wostotschny hat natürlich grössere Priorität.

http://www.vz.ru/news/2012/12/5/610309.html

websquid

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #208 am: 05. Dezember 2012, 09:33:32 »
Baiterek ist tot. Wie es doch seit einiger Zeit zu erwarten war. Diese Entscheidung ist keine große Überraschung für mich ::)

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #209 am: 05. Dezember 2012, 22:56:43 »
Brennversuch - RD-191


Am 4 Dezember wurden auf dem NIK-751 technische Versuche an dem RD-191 Triebwerk vorgenommem. Das Triebwerk konnte sein Test-Programm ohne Abweichungen vollständig umsetzen. Das war der erste von sechs Tests  in Rahmen eines Zertifizierungsprogramm der Brennkammer.   


http://www.npoenergomash.ru/about/news/news2_818.html

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #210 am: 11. Dezember 2012, 12:51:36 »
Angara mit Problemen


Die Tests der neuen Trägerrakete werden von Problemen begleitet, aber eine Startverschiebung ist nicht geplant, so der stellvertretender Verteidigungsminister Generaloberst Oleg Ostapenko heute in einen Interview.

Es gibt Probleme, niemand sagt das sie nicht vorhanden sind. Es handelt sich um ein neues Komplex mit neuen Ansätzen und Probleme waren, sind und werden auch sein. Die Arbeiten liegen aber innerhalb der zeitlichen Fristen. Die Angara werde wie geplant in der ersten Jahreshälfte 2013 starten.   

http://ria.ru/science/20121211/914257767.html

Offline Pirx

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #211 am: 11. Dezember 2012, 16:18:22 »
Hallo Gast-N,

ist öffentlich bekannt, um welche Probleme es sich handelt?

Gruß   Pirx
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

jakda

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #212 am: 11. Dezember 2012, 16:58:24 »
Es wir nur allgemein von Problemen gesprochen...
Halt Probleme, die bei Einführung eines neuen Trägers auftauchen.
Wäre ja seltsam (nordkoreanisch), wenn es keine gäbe...

Offline Pirx

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #213 am: 11. Dezember 2012, 17:00:46 »
Es wir nur allgemein von Problemen gesprochen... Wäre ja seltsam (nordkoreanisch), wenn es keine gäbe...
  ;D
Gruß   Pirx
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #214 am: 12. Dezember 2012, 15:09:04 »
Ausschreibung für die H2 Beschleunigungsstufe

Erste Laserzündung eines Raketentriebwerks in Russland

 
Die Testergebnisse haben bestätigt und gezeigt über die mögliche Verwendung von Laserzündsystemen in Raketentriebwerken einschließlich die direkte Zündung des Kraftstoffs in der Brennkammer.

http://www.kbkha.ru/?p=17&news_id=111

Die Roskosmos Ausschreibung für die H2 Stufe hat einen Wert von 4,35 Mrd Rubel
und die Fertigstellung ist bis zum 25 November 2015 vorgesehen. Laut den technischen Daten sind Nutzlasten für eine GEO Bahn von 4,5 und 5 Tonnen für Plessezk und Wostotschny möglich.

http://ria.ru/science/20120803/715746268.html

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #215 am: 18. Dezember 2012, 20:55:29 »
Angara A7.2W

Für die Angara-5 werde bis 2018 ein Startkomplex auf dem Wostotschny entstehen. Hier die nächsten Planungen für die Angara-7.

1) Bis 2030 ist die Fertigstellung der Angara A7.2 vorgesehen. Der RB KWTK-A7 mit einen Durchmesser von 5,1 Meter und einer Treibstoffmasse von 32 Tonnen ermögliche Nutzlasten bis 35 Tonnen.

2) Auf Basis der A7.2 kommt die Angara A7.2W mit 50 Tonnen Nutzlast zum Einsatz. Dazu folgendes:

- die zweite Stufe erhält einen H2 RD-0120 Triebwerk
- die Beschleunigungsstufe RB KWTK2 mit 45 Tonnen Treibstoff bekommt zwei RD-0146D Triebwerke
- dazu kommt noch der Raumschlepper MOB2 auch mit zwei RD-0146D zum Einsatz

3) Energetische Leistung:

- 20 Tonnen auf eine Mondbahn mit RB und MOB2
- 15 Tonnen auf eine Mondbahn mit RB KWTK2


Quelle: Chrunischew

Das Bild stammt von einer älteren Präsentation. Daten die ich gepostet habe sind aktuellste und von Chrunischew.

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #216 am: 20. Dezember 2012, 10:06:49 »
Angara-A5 & A7.2W 





Die Bilder als auch die Daten der Angara stammen von einer November Chrunischew Publikaton. Bei Angara-7 haben wir einen Durchmesser der Nutzlastverkleidung von 7,2 Meter, die ist erforderlich für den Transport des PVLK. Ja, ansonsten ist schon beängstigend das für nur 50 Tonnen Nutzlast 6 Booster zum Einsatz kommen. Zur Erinnerung, bei Gluschko Konzept eines 30 Tonnen Trägers war nur 1 Triebwerk vorgesehen. Die andere Frage, wenn die Amur, Jenisej und MRKN kommen, wäre die Existensberechtigung der A-7 wirklich fraglich. 

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #217 am: 20. Dezember 2012, 10:08:27 »
KWTK2 & MOB2





Nach Chrunischew Informationen ist der MOB2 auch für den Transport des PTK-L ( mit Kosmonauten) als auch des PVLK vorgesehen.

Offline Schillrich

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #218 am: 20. Dezember 2012, 10:12:40 »
Guten Morgen,

Die andere Frage, wenn die Amur, Jenisej und MRKN kommen, wäre die Existensberechtigung der A-7 wirklich fraglich.

Naja, gut Ding will Weile haben: Wenn man sieht, wie lange schon die Angara braucht, um flügge zu werden, dann wird sie sehr wahrscheinlich eine ordentliche Einsatzzeit haben, bevor eines der anderen Konzepte fliegt oder gar ihre Aufgabe übernimmt.
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websquid

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #219 am: 20. Dezember 2012, 11:14:27 »
Wenn man sieht, wie lange schon die Angara braucht, um flügge zu werden, dann wird sie sehr wahrscheinlich eine ordentliche Einsatzzeit haben, bevor eines der anderen Konzepte fliegt oder gar ihre Aufgabe übernimmt.
Die A7 wäre aber noch etwas anderes als die normale Angara. Sie wäre so z.B. nicht kompatibel mit den vorhandenen Startrampen. Von daher wäre es nahezu egal, welches Konzept umgesetzt wird - A7 oder MRKN wäre ja quasi gleich stark. Amur/Jenisej hingegen wären ja nochmal eine Klasse größer...  da weiß ich nicht, ob das als direkte Konkurrenz zählen könnte.

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #220 am: 20. Dezember 2012, 11:44:30 »
Guten Morgen,

Die andere Frage, wenn die Amur, Jenisej und MRKN kommen, wäre die Existensberechtigung der A-7 wirklich fraglich.

Naja, gut Ding will Weile haben: Wenn man sieht, wie lange schon die Angara braucht, um flügge zu werden, dann wird sie sehr wahrscheinlich eine ordentliche Einsatzzeit haben, bevor eines der anderen Konzepte fliegt oder gar ihre Aufgabe übernimmt.

Dazu folgendes:

1) Angara Konzept stammt aus den 90-er Jahren
2) Die lange Entwicklungszeit ist Produkt der Unterfinanzierung (Perestrojka) in den ersten 10 Jahren.
3) A7 ist für 2030 vorgesehen, bis dahin können noch andere Entscheidungen gefällt werden.   
4) Die Kardinalfrage ist immer bezogen auf die Effektivität und Kosten eines Trägers.

5) Nach den Worten von Popovkin hat die Angara ein Nutzlastverhältnis von 2,8 %, also eine Steigerung von 0,1 % gegenüber von Sojus. Ja, die Zahlen kann jeder für sich interpretiere, sind für heutige Technologien absolut nicht hinnehmbar. Ein ganz anderes Bild erhalten wir aber mit Acetam oder mit PKT, so das die Angara eines Tages auch Werte über 3,5 bis 4 Prozent erreicht.

Dazu der Beispiel, bezogen auf ein Träger mit 35 Tonnen Nutzlast und die erforderlichen Triebwerke für die erste und zweite Stufe:

Angara A7.2 = 7  Triebwerke
MRKN 35      = 1  Triebwerk

Die Zahlen bezogen auf die Effektivität (in Rubel) als auch andere Angaben habe ich schon publiziert, sind schon gewaltig. Für Angara sprechen die modernen Fertigungstchnologien die die Kosten nach unten drücken als auch die mögliche Kostensenkung des RD-191 bei seriellen Produktion.

Da die MRKN auch nach 2025 kommen, ist die Angara A7.2 mit den sehr hohen Kosten gegenüber MRKN fraglich. Letztendlich entscheidet aber der Auftraggeber.

Offline Schillrich

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #221 am: 20. Dezember 2012, 11:52:43 »
Für mich ist das Nutzlastverhältnis nur bedingt eine wichtige Kenngröße. Wichtiger ist der Aufwand, und damit die Kosten, für die einzelen Subsysteme und Technologien an Bord. Da kann durchaus ein Träger mit einem "veralteten" Nutzlastverhältnis effizienter sein, wenn man die gesamte Logistik und Infrastruktur betrachtet. Immer komplxere Technologien steigern anders herum auch den Aufwand.
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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #222 am: 20. Dezember 2012, 12:14:30 »
Da kann durchaus ein Träger mit einem "veralteten" Nutzlastverhältnis effizienter sein, wenn man die gesamte Logistik und Infrastruktur betrachtet. Immer komplxere Technologien steigern anders herum auch den Aufwand.
Das ist richtig. Allerdings wäre die A7 kaum noch sinnvoll, auch unter diesem Gesichtspunkt. Der Aufwand für das Teil wäre einfach sehr groß, aufgrund des Konzepts auch und gerade die laufenden Kosten. Die A7 würde schließlich aus 8 oder gar 9 Stufen bestehen. Man verbaut einfach zu viel teure Technik da drin. MRKN wäre eben teilweise wiederverwendbar (weniger Verlustmaterial) und hätte praktisch die gleichen Infrastrukturkosten. Eigener Startkomplex wäre so oder so nötig.

Zitat
Für Angara sprechen die modernen Fertigungstchnologien die die Kosten nach unten drücken
Das ist kein Argument. Das spricht zwar für die Angara, verglichen mit sonstigen russischen Systemen, aber noch neuere Systeme (wie z.B. MRKN) würden ja nicht schlechter gefertigt werden als die Angara.

Gast-N

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #223 am: 20. Dezember 2012, 12:17:05 »
Für mich ist das Nutzlastverhältnis nur bedingt eine wichtige Kenngröße. Wichtiger ist der Aufwand, und damit die Kosten, für die einzelen Subsysteme und Technologien an Bord. Da kann durchaus ein Träger mit einem "veralteten" Nutzlastverhältnis effizienter sein, wenn man die gesamte Logistik und Infrastruktur betrachtet. Immer komplxere Technologien steigern anders herum auch den Aufwand.

Eine Energia-K für rund 25 Tonnen Nutzlast und mit 5,3 %  hat mit komplexen Technologien nichts zu tun. Für die erste Stufe ist nur ein Triebwerk RD-175  erforderlich. Einfach, schlicht und Effizient.

Bei Sojus haben wir 5 Triebwerke und 20 Brennkammer. Insgesamt sind für die Triebwerksanlage mehr Komponenten als für einen Träger mit einen Triebwerk erforderlich.

Offline Schillrich

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Re: Trägerrakete Angara
« Antwort #224 am: 20. Dezember 2012, 12:19:23 »
Na das sage ich ja: es geht um die Systemtechnik. Wenn dann das Nutzlastverhältnis auch gut ist: umso besser!
Aber das Nutzlastverhältnis ist dann die abhängige Variable, nicht die unabhängige. Das Verhältnis an sich sagt nichts aus und macht das System nicht besser oder schlechter.
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