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Autor Thema: ExoMars-Rover Rosalind Franklin  (Gelesen 217115 mal)

Offline rok

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #675 am: 22. September 2019, 18:32:55 »
"Natürlich sind die ESA-Planer auch nicht blöd und werden schon ihre Gründe haben, es gerade SO zu machen, aber man wird ja wohl mal fragen dürfen."

Ich denke mal, die Antwort ist "Geld". Angesichts von privaten Projekten, die viel "geiler"  ;) sind (zum Beispiel aus den Bereichen Kommunikation, Besiedlungspläne, Rohstoffgewinnung) als die Grundlagenforschung, schaut man eher kritisch auf die Kosten von Raumfahrtmissionen, die keinen absehbar direkten Nutzen zeigen. Und dann muss man halt sehen, wie man die finanziellen Mittel optimal(?) verteilen kann.

Offline aasgeir

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #676 am: 22. September 2019, 20:05:54 »
ExoMars gehört nun mal nicht zum "mandatory program" der ESA und ist also abhängig davon, wieviel Geld die teilnehmenden Länder freiwillig bereitstellen (wird alle 5 Jahre festgelegt).
Daran krankt ExoMars nun schon seit fast 20 Jahren ... (siehe Wikipedia-Eintrag unter Aurora (ESA): https://de.wikipedia.org/wiki/Aurora_(ESA) ) . Erst große "Rosinen", dann wurde es immer mickriger !

Offline FlyRider

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #677 am: 22. September 2019, 20:09:46 »
Langsam gibt das Ganze für mich ein Bild [Achtung Spekulation!]:

Man plant die Mission mit der NASA, die NASA bekommt ein Budget-Problem und steigt aus. Man sucht einen neuen Partner, der anstelle der NASA insbesondere den Start und die EDL (Entry- Descent- Landing) Phase übernehmen soll. Roskosmos willigt ein und beteiligt sich mit dem Launcher und dem Landemodul. Die Proton hat ein Nutzlastlimit, das eine leistungsfähige Abstiegsstufe mit viel Treibstoff nicht erlaubt. Somit die Geschichte mit den 4 Fallschirmen.

ist spekulativ, aber doch auch stimmig, oder  8)

Online stillesWasser

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #678 am: 23. September 2019, 18:55:22 »
Also, das mit der maximalen Nutzlast der Proton war von mir nur Spekulation, ich habe auf Anhieb keine Payload Daten der Proton zum Mars gefunden (und das ist auch Transferfenster-abhängig). Für mich ist das nur die einzig plausible Erklärung, warum man einen Lander am absoluten Minimum dimensioniert, vor allem bei einer kompletten Neuentwicklung.

Aktuell klingen die Berichte ja so, dass das Problem eher bei den Behältern der Fallschirme liegt, eventuell lässt sich das noch rechtzeitig lösen um 2020 starten zu können. Weitere 2 Jahre Verschiebung wären wirklich übel, dann kommt man auch irgendwann in den Bereich, dass es nicht mehr garantiert werden kann, das TGO noch verfügbar ist.
Aber wie ja auch schon vor mir angesprochen (und vermutlich in den ganzen ExoMars Threads nachzulasen ist), leidet das Projekt schon seit jeher davon, unterfinanziert zu sein. Schon die Verschiebung von 2018 auf 2020 wäre fast nicht finanziert worden und hat Geld verbraucht, dass eigentlich für andere Missionen erwartet wurde...
"Dragon 2 is designed to be able to land anywhere in the solar system. Red Dragon Mars mission is the first test flight."- https://twitter.com/elonmusk/status/725364699303301120

Offline Progress100

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #679 am: 23. September 2019, 19:13:57 »
Also, das mit der maximalen Nutzlast der Proton war von mir nur Spekulation, ich habe auf Anhieb keine Payload Daten der Proton zum Mars gefunden (und das ist auch Transferfenster-abhängig)...
Mars 8 (1996) wurde auf Proton gestartet und wog 6828 kg.
Das war aber noch die Proton-K. Ich nehme an, die Proton-M würde noch einiges mehr zum Mars beschleunigen können.
Hold on to your dreams !

Offline Terminus

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #680 am: 23. September 2019, 21:42:20 »
Ich habe ein PDF des DLR mit einem schönen Vergleich von Startraketen gefunden:

https://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/2014/Broschuere_Launcher_hires.pdf

Unter anderem ist da auch die Kombination Proton-M/Briz-M aufgeführt. Ich nehme an, dass mit "ESC" die Fluchtgeschwindigkeit aus dem Erdschwerefeld gemeint ist. Für die Kombination Proton+Briz wird da eine ESC-Nutzlast von nur 3.250 kg genannt. Oder interpretiere ich da was falsch?

Für die Zenit 3SL werden 4.000 kg genannt.

Für die Ariane 5 ECA wird eine ESC-Nutzlast von 7.000 kg genannt.

Für die Falcon 9 Heavy wird, ähm, gar keine ESC-Nutzlast genannt. Kommt wohl noch? Dass sie es grundsätzlich kann, hat sie ja mit dem Tesla Roadster bewiesen. Oder das PDF ist noch zu alt, scheint von 2014 zu sein.

Die anderen Raketen können zwar auch was, sind aber auch alle deutlich teurer, siehe https://humanmarsmission.de/kosten-in-der-raumfahrt-was-kosten-raketen/ (Stand 2017).
« Letzte Änderung: 23. September 2019, 23:11:55 von Terminus »

Offline FlyRider

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #681 am: 23. September 2019, 22:03:12 »
Die Gesamtkombi (Rover + Kapsel + Landestufe) für Curiosity war lt. Wkipedia 3,893 Tonnen schwer, aber das mit einem Rover, der alleine schon über 900 kg auf die Waage brachte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mars_Science_Laboratory

Für einen Rover mit einem Drittel der Masse würde man ja auch ein deutlich geringeres Gesamtgewicht erwarten.

So gesehen würde man doch meinen, dass die Proton das packen sollte, für die Proton-M geben sie immerhin knapp 7 Tonnen bis GTO an und es wurden ja schon 3,2 Tonnen für ESC genannt (was auch immer das ist). War meine Theorie doch nicht so gut  ???

Offline Lumpi

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #682 am: 15. Oktober 2019, 20:20:20 »
Bei Lösung des Fallschirmproblems scheint man Fortschritte zu machen. So wird es Designänderungen an den primären und auch an den sekundären Hauptfallschirmen geben. Nächste Falltests können zwischen Januar und März in Oregon durchgeführt werden. http://en.roscosmos.ru/21022/
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline FlyRider

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #683 am: 16. Oktober 2019, 06:58:38 »
Bei Lösung des Fallschirmproblems scheint man Fortschritte zu machen. So wird es Designänderungen an den primären und auch an den sekundären Hauptfallschirmen geben. Nächste Falltests können zwischen Januar und März in Oregon durchgeführt werden. http://en.roscosmos.ru/21022/

Hoffentlich klappen die Tests! Wenn man sich vorstellt, dass im Juli 2020 alles voll integriert und getestet auf der Rampe stehen muss, ist März vermutlich absolut auf den letzten Drücker!

Offline dksk

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Re: ExoMars-Rover Rosalind Franklin
« Antwort #684 am: 14. November 2019, 08:37:21 »
Es gibt eine aktuelle Präsentation zum Thema Entwicklung und Qualifizierung der Fahrwerksaktuatoren; „DEVELOPMENT AND QUALIFICATION OF THE EXOMARS BOGIE
ELECTRO-MECHANICAL ASSEMBLY (BEMA) ROTARY ACTUATORS”

Diese Aktuatoren sind an mehreren Stellen des Fahrwerks verbaut:

Deployment (DEP)     - Entfaltungssysstem
Steering (STR)      - Lenkung
Drive (DRV)      - Fahrantrieb



Der BEMA in der Nahansicht – rechts die formschlüssige Anbindung und links die Abtriebsseite



Vielschichtige Testumgebungen . thermisch, mechanisch und stofflich werden simuliert.

BEMA von Testbodenmaterial umgeben:



Bildquelle und Dokumentenlink:
http://esmats.eu/esmatspapers/pastpapers/pdfs/2019/grandy.pdf

dksk

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